ibi mundus. Contra voluntatem meam populus affluxit, civitatemqueerexit.““ Theoretiſch könnte man ſich vorſtellen, daß in folgerich—tiger Auswirkung des Jentralgedankens das herbeiſtrömende Volkim Kreis um den Turm angeſiedelt worden wäre, wie denn über—haupt ganz allgemein in Auswirkung des bewußt organiſierendenEinzelwillens und in Anlehnung an das Vorbildermaterial der Ar—chitekturtheoretiker jede planmäßige Stadtanlage zu allen Zeitenund an allen Orten ein ſymmetriſches Jentralgebilde ergeben müßte,wie etwa in dem venetianiſchen Palma Nuova oder, um ein naheliegenderes Beiſpiel zu nennen, bei der Schweſterſtadt Karlsruhe inOberſchleſien,“ wobei es übrigens ganz gleichgültig iſt, ob man anAntonio Averlino Filarete, Leon Battiſta Alberti, Francesco Co—lonna, Fra Siacondo, Pietro Cataneo, an Albrecht Dürer, DanielSpeckle, an Du Cerceau denkt, oder zurückgreift auf die kretiſchenKönigspaläſte, das etruskiſche Marzabotto bei Bologna, auf dieZafenſtadt Piraeus des Hippodamus von Milet, auf Alexandriaund Priene oder auf Vitruv; ganz gleichgültig, da die genanntenVamen, wenn auch in großen Sprüngen und in allen Teilen nichtnachweisbar, in etwa eine Entwicklungsreihe darſtellen. Wenn dieWirklichkeit ſo ganz anders ausſieht, und die bekannten, regelmäßi—gen Stadtanlagen in irgend einer Richtung vom akademiſch vollen—deten Vorbild abweichen, ſo rührt dies eben daher, daß überall auf⸗tretende Zufälle der örtlichkeit zu gewiſſen Modifikationen zwingen.Da Rarlsruhe in Gberſchleſien vom Jagdſchlößchen aus die zentraleEntwicklung genommen hat, die Karlsruhe in Baden theoretiſchhätte nehmen müſſen, glaubt man, ein argumentum e contrario zuhabitam omnium ore laudari. Inde Princeps primum in solo effosso purgatoque lapidemipse posuit, cinctus omni turba aulicorum, quorum etiam in obeundis quibusdam solem-nibus opus& opera descripta extitit.“ſ„Qui lapis à Carolo nunc Principe ponitur, evaxlIntreét ut effossam postea primus humum,Sustineatque simul sublatam in sidera turrim:Duret iol& seras vincat olympiadas!Quoque magis duret, tanto magis ille vigescat,Atque magis spatio crescat ab ipse suo!“boa Niſſen: Das Templum. Berlin 186). Studium zur Geſchichte der Religionen 1906, Beft J:über Orientierung der Tempel.6ob Odilo Wolſſ O. S. B.: Tempelmaße. Wien 1912. Merkwürdigerweiſe haben wir denganzen Vorgang der Abgrenzung des„Templum“ noch heutzutage vollſtändig erhalten und zwar indem Ritus der römiſchen Uirche bei Einweihung des Friedhofes. Pontificale Romanum: De dedi-catione coemeterii.6% Näheres hierüber bei A. Uiſtner:„Meridian und Mittagsſonnenuhr im Marmorſaale desKarlsruher Schloſſes“ in der Pvramide 15. Ihg. Nr. 24 v. 15. Juni 1924.70 Schoepflin ſ. Kußnote 62.71 Abgebildet bei Wolf: Die ſchöne deutſche Stadt. Rünchen 1011. Abb. og und bei Ehmig:Das Deutſche Baus, I. Band, zweites Buch S. 150. Berlin 1914.— 108—