ſprochen worden. Der Künſtler des Sochaltars hätte alſo unter dieStatue nicht St. Bernhard ſchreiben dürfen, ſondern die Unterſchrift„beatus Bernhardus marchio“ wählen müſſen. Im allgemeinen bemerktder Kritiker, man habe ſ. 5. die katholiſche Stadtkirche allgemeinund übermäßig gelobt und als Weinbrenners Meiſterwerk bewun—dert. Jetzt ſei aber die Mode des Empireſtils vorüber und der En—thuſiasmus für Weinbrenner erloſchen. DieWeinbrennerſchen Bauten hätten den Fehler,daß ſie keines Umbaues fähig ſeien, ſie könn—ten in keinen anderen Stile„friſirt“ werden.Deshalb ſeien auch in den letzten zwanzigJahren einige ſeiner Bauten völlig abgetra—gen worden. Vur ein einziger Baumeiſterſei vorhanden, der ſich rühmen dürfe, einenWeinbrennerſchen Bau„umgebaut reſp. fri—ſirt“ zu haben, nämlich Kerler. Die Aquarellevon Interieurs, die von dieſem Künſtler her—rühren, ſprächen allerdings dafür, daß er mehrAnlage zum Architekturmaler, als zum kirch—lichen Architekten habe. Vier Tage ſpäterſteht im Bad. Beobachter:„Vachdem wirkürzlich eine theilweiſe etwas abfällige Kritiküber das Innere der hieſigen Pfarrkirche ge—bracht haben, wollen wir unſern Leſern aucheine günſtigere Beſprechung desſelben Gegen—ſtandes vorführen, deren Verfaſſer ohne Zwei—fel hier wohnhaft den Umweg über Mainz. Abb. 155. Vreuzpartikel vonvorgezogen hat. Das dortige Kathol. Volks— Sroßherdogin Stephanieblatt vom 29. April ſchreibt„... Ehre demleitenden Architekten, der mit großem Talent und Sachkenntnis dieRenovirung geleitet und vollendet hat.... Die ganze Renovationträgt einen religiös-kirchlichen Charakter.“Der Kritiker des Badiſchen Beobachters hat alſo Weinbren—ner verworfen, weil ſeine Bauten nicht umfriſtert werden können,und Kerler wird von ihm gelobt, weil er ſich aufs Friſieren verſteht.Und, um beim ehrſamen Coiffeurgewerbe zu bleiben: Moritz vonSchwind meint,„es ſei nicht unumgänglich, an einen übeln Erfolg zuglauben, weil es dieſer friſierte Hund Uder Kritiker!] ſo geglaubtwiſſen will. Aber ecco il publico. So iſt die Beſtie: wenn man es