recht bedenkt, ſo iſt faſt mehr Ehre dabei, durchzufallen, als Beifall zu finden. Sol ſie alle zuſammen der Teufel, bis übers Jahr haben ſie ſchon wieder gepaſcht, und es wird darum nichts beſſer und nichts ſchlechter ſein. Kerler hat bei der Berechnung ſeines Honorars gemäß dem Verſprechen,das übliche Norm-Sonorar nicht zu erſchöpfen, ſtatt der Baukoſtenſumme den Betrag der Kredite zugrunde gelegt und iſt ſo von einem Honorar-Betrag von 3jj os? mk. auf einen ſolchen von 9 787 Mk. zurückgegangen, unter Ausſchluß des Aufwandes für die Orgel und die Altäre und unter Verzicht auf Rückvergütung aller Reiſe⸗- und Telegrammauslagen. Unter den Reiſen war eine ſolche nach München und eine allerdings ohne Auftrag unternommene nach Rom zum Studium des Pantheon zu verzeichnen. Ein weiteres Ho norar von 986 Mk. hat er für ſeineSkizzen und den Entwurf zum Umbau des Pfarrthurms in Rechnung geſtellt. Am 26. Juni 1882 erſcheint vor dem kathol. Pfarramte in Karlsruhe Serr Adalbert Kerler F. F. Baumeiſter in Donaueſchingen und trägt vor: Er ſei Willens, für ſeine verſtorbene Mutter Klara Kerler geb. Mallebrein von RKarlsruhe einen Jahrtag zu ſtiften. Es ſoll an ihrem Todes tage den 24. Juni, 3883 erſtmals ein Seelenamt gehalten werden. Er übergibt dem Fonds das geſetzliche Stiftungskapital von 250 Mk. Der Betrag iſt vom Sonorar abgezogen worden. Das wenig erfreuliche Verhältnis zwiſchen Architekt und Auf traggeber iſt wohl darauf zurückzuführn, daß der ſelbſtherrlich ver anlagte Pfarrherr ſich als Vertreter der geldgebenden Bauherrſchaft alle möglichen Rechte um ſo mehr anmaßen zu dürfen glaubte, als er der Bauherrſchaft tatſächlich die Mittel zur Renovation ſelbſt bei zubringen wußte. Am 4. Mai 3882 konnte Stadtpfarrer Benz dem katholiſchen Gberſtiftungsrat mitteilen, daß durch die Gaß'ſche Erb⸗ ſchaft und durch den Verkauf des Kelches Mittel genug vorhanden ſeien, die Kirche anſtändig zu reſtauriren. In der Rechnung des kathol. Kirchenfonds für das Jahr 3882 ſteht unter der überſchriftSonſtige Einnahmen für den Vermögens 10 Moritz v. Schwind an ESduard v. Bauernfeld d. d. Venedig, 2. April 1855. Moritz v. Schwind, Briefe herausgegeben und erläutert von Otto Stoeßl, Leipzig o. J. t Frau Thereſia Gaß geb. Swiebelhofer, Witwe des Rofglaſers Joſef Gaß in Raſtatt, die Stief⸗ mutter des in Karlsruhe verſtorbenen Geiſtl. Rats und Stadtpfarrers Valentin Gaß hat teſtamentariſch dem Kathol. Pfarrkirchenfonds in Karlsruhe 80 000 mk. mit der Auflage und Verbindlichkeit vermacht, jeweils am Todestag ihrer verſtorbenen Tochter Joſefine Gaß am 2jten Juli jeden Jahres ein feier⸗ liches Seelenamt für die ganze Gaß'ſche Familie abzuhalten und jedesmal 100 Mk. unter die Armen in Karlsruhe zu verteilen. Am 21ten Juli 1885 ſind dieſe 100 Mk. erſtmals an das Pfarramt über⸗ geben worden.