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Die Jean=Eeute sind mit ein paar Ausnahmen fixe anständige Kerls. Sie dürfen sich frei an Deck bewegen. Da das SchiI erst zroöif Tage unterwegs war, können sie uns manches aus der Welt erzählen, was uns neu ist. Der Kapitän spricht oft über das Elend, das der Krieg über die Menschheit gebracht habe, ist dankbar, datz wir ihn und seine Mannschaft die verschiedenen von englischer Seite an deutschen Seeleuten begangenen 6rau- samkeiten nicht entgelten lassen und gibt wiederholt seinem Dbscheu über die englische Verleumdung der deutschen Kriegführung in den kräftigsten Worten Dusdruck.

Ohne das geringste in Sicht zu bekommen, kreuzten wir mit halber Tahrt weiter, jeder Tag dringt uns südlicher. Mit jedem Tage wird die Hitze drückender. Die Sonne steigt immer höher, die Schattenbilder werden immer kürzer. Die mystische Linie, der Dequator, ist nicht mehr weit. Ein seltsames Tun zeigt sich an Bord: Kameraden, die den dicken Strich schon früher passierten, fertigen bunte Sewänder, Perücken, Bärte; der Zimmer­mann macht hölzerne Schwerter, Kämme und Basier­messer, alles möglichst grotesk; ja, der Sanitätsobermaat und der Leiter der Tunkenstation besteigen heimlich den Pegasus und dichten. Es sind die Vorbereitungen zur Linientaufe. Sie wird von einem alten seemännischen 6esetz verlangt, und es steht geschrieben:Eher werden die Wanzen und Kakerlaken des Geiers öefieber zer­fressen, zerhacken, ehe einer ungetaufet die Linie passieret."

Dm 4. januar 1917 sollen wir auf die südliche halb­kugel übertreten. Dm Ddend vorher, als wir uns dem Zauber eines herrlichen Sonnenunterganges hingeden.