454 Verhandlungen der zweiten Kammer.
nicht beruͤckſichtigen, weil dieſelbe Einwendung in ſoge⸗ nannten geldreichen Zeiten ſich immer wieder darbielen muͤſſe. Wenn man die Frohnden aufhebe, ſo muͤſſe man ſie bezahlen, in geldarmen Zeiten niedriger, in theuern hoͤher, weil darnach der Taglohn falle und ſteige. In der That wundere er ſich, wie der Hr, Reg. Comm. GtaatSrath Boedh nicht auf dies Aufhebung ſchon långt Bedacht genommen habe, er folte faf fårchten, daf ibm der Muth feple, Abgaben zu fordern, er wolle ipn aber entfhuldigen, weil er denfelben Mangel an Muth auch in diefer Rammer bemerft habe. Man werde ihn recht verehen; bei Gott, er wolle nicdt; daf die öffentlichen Abgaben opne dringende Grånde aud nur um einen Kreuzer erhóht werden, aber wenn davon die Rede fey, eine Ungerechtigfeit gut 3u mas ben und eine ware Erfparnig fùr dag Land herbeizu⸗ fuͤhren, dann muͤſſe es weder der Kammer, noch dem Hrn. Finanzminiſter an Muth fehlen, Abgaben augzus ſchreiben, und er ſey uͤberzeugt, daß nach Jahren die— jenigen, welche die Rammer nur einen Augenblick tadelten, ſolche nachher ſegnen werden. Hier ſey aber von einer wahrhaft ungerechten Abgabe die Rede, ſie ſtehe mit den ausdruͤcklichen Zuſicherungen der Ver— faſſung im Widerſpruch, weil nur einige arme Land— leute geplagt ſeyen. Es ſey alsdann eine wahre Er— ſparniß, wenn man die Sache im Ganzen betrachte, denn daruͤber ſey nur eine Stimme im Land, daß es eine wahre Verſchwendung an Geld und Zeit ſey, daß es die Menſchen traͤg und faul mache, wenn ſie froh— nen muͤſſen. Aus allen dieſen Gruͤnden muͤſſe er den Antrag des Abg. Roßhirt nicht nur aus voller Seele billigen, ſondern auch der Meinung ſeyn, daß dieſer Gegenſtand ſofort zur Beſchlußfaſſung komme, allein er
m
o w y A
a a a ii o o