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bau bewirkt werden ſoll. Vielmehr will man die Straße nur von den bedeutendſten Gebrechen befrelen, eine neue Strecke zwiſchen Dertingen und Bettingen bauen und den Weg bei Urphar verlegen.

Man glaubt auf dieſe Art die Straße dem größern Verkehr doch öffnen und erſt kuͤnftig die Straße vervoll⸗ kommnen zu können.

Wir wollen die Nützlichkeit dieſer Straße und die Nothwendigkeit ihres Ausbaues nicht beſtreiten,— aber wir glauben, daß die projectirte Verwendung der geforderten Mittel nicht geeignet iſt, einen guten und nicht den Er— folg herbeizuführen,— welcher aus den angewendeten Mitteln erwartet werden darf. Mußte der Zweifel über die Fortſetzung der Straße im königl. bairiſchen Gebiete mit Recht von dem Bau derſelben abhalten, und liegt dieſes Hinderniß noch vor, ſo ſcheint es auch nothwendiger, die deßfallſigen Unterhandlungen mit Baiern mit Eifer und Ernſt zum Cnbe zu führen, Damit die entfernte Gegend und die Stadt Wertheim nicht länger ein Verkehrsmittel entbehren müſſen, welches man dieſem Landestheil ſchuldig iſt und welches einen ſo vortheilhaflen Einfluß für Handel und Verkehr jener Gegend verſpricht.

Es wird dadurch mehr geholfen, als durch theilweiſe Ausbeſſerungen auf jener Straße, welche denn doch des Hauptabzugs entbehrt, ſo lang ſie nicht auf dem königl. bairiſchen Gebiete fortgeſetzt wird. Die Commiſſion wird zwar auf die Bewilligung der 22,000 fl. ihren Antrag ſtellen, aber ſie hofft, daß die Kammer mit ihr dem Antrag beitreten werde,

„die Regierung zu bitten, die Unterhandlungen wegen der Fortſetzung der Straße baldigſt anzuknuͤpfen, damit deßfalls bis zum Frühjahre ein Uebereinkommen zu Stande komme, für welchen Fall allein die fuͤr Verbeſſerungen und Neubau der Mainſtraße von Miltenberg über Wertheim nach Würzburg in dag Budget aufgenommenen 22,000 fl. bewilligt- werden.”;

9) Die von Karlruhe nah Pforzheim und Stuttgart führende Straße hat zwiſchen Wilferdingen und Pforz⸗ heim eine ſtarke Steige. Die Regierung wünſcht dieſe als einen Mißſtand zu beſeitigen, beſonders weil die ſich anſchließende Straße auf dem würtembergiſchen Gebiete neu hergeſtellt ſei. Die Regierungsbegründung zeigt, daß zwei Richtungen für die neue Straße in Frage ſtehen; eine über die Auerhahnenfalz und der andere Zug über die Iſpringer Höhe.

Die Ueberſchläge und Koſtenberechnungen ſind zwar, wie der Herr Regierungscommiſſär muͤndlich verſicherte, nun für beide Richtungen gefertigt, aber über die Straßenzüge ſelbſt und welcher derſelben angenommen werden ſoll, iſt die Entſcheidung noch nicht erfolgt, ſomit auch noch nicht über den wahren Koſtenbedarf.

Man glaubt, daß die Richtung der Straße über Iſpringen 130000 fl. koſten wird und will einſlweilen für 15,000 fl. welche in das Budget aufgenommen ſind, die ſtändiſche Bewilligung.

Wir müſſen in Bezug auf dieſe projectirte Veränderung des Straßenzuges bemerken: Es iſt richtig, daß die Straße von Karlsruhe nach Stuttgart hinter Wilferdingen eine nicht unbedeutende Steige hat; allein die Straße iſt gut und breit; die Steige ſelbſt alſo durchaus nicht gefährlich. Anträge zur Verlegung dieſer Straße ſind bis jetzt von keiner Seite her bekannt gewerden, noch hat die Regierung dieſelbe zur Sprache gebracht. Auch hat Baden noch weit ſtärkere und beſchwerlichere, ſogar gefährliche und minder gut unterhaltene Steigen, deren Wegſchaffung gewiß dringender iſt, als jene bei Pforzheim , die aber bei einem Blicke auf die übrigen unverſchieb— lichen großen Staatsausgaben erſt nach und nach durch neue koſtſpielige Anlagen beſeitigt werden können.

Wenn uns alſo ſchon dieſe Betrachtungen beſtimmen múffen, noch zur Zeit in die Bewilligung der geforderten Mittel für dieſes Unternehmen nicht einzugehen, ſo gebietet uns dieß noch mehr der wirkliche Stand der Sache.

Es handelt ſich von der Umgehung einer Straße und von einer ganz neuen Straßenrichtung, wofür zwei Vorſchlo ge gemacht ſind.