CXXXIV. Siung v. 11. Noy, 1831, 47

aber jetzt nochmals bezahlen, weil das Breisgau feine Shulden auf fih beruhen lief. Wenn man vie Shut- den vom Breisgau in ihrem volen Umfange übernommen haben mirte, fo hätten eigentlich von der Drtenaw allein 300,000 fí. übernommen werden folen; ftatë defen aber þat man im Jahre 1825 62,000 f. an dag ortenauiſche Gericht hingegeben, um ſolches zu bezahlen, je nachdem die Poſten liquidirt werden würden. Als man aber be— reit war, das Geld zu empfangen, hat man einen wah⸗ ren Staatsſtreich ausgeführt, das heißt, ſolches im Be— ſchlag genommen, und an Jemand angewieſen, der vor⸗ gab, Forderungen an die Ortenau zu haben. Vor dem Jahre 1805 nämlich war die Ortenau noch öſtreichiſch, und ein badiſcher Kammerrath hat ſich angemaßt, auf die Ortenau eine gewiſſe Summe zu legen, was die Folge hatte, daß die Ortenau während der Zeit feindlich be⸗ handelt wurde und Contributionen bezahlen mußte.

Es ſind zwar dieſe Leiſtungen nicht ſo genau bezeich⸗ net worden; dies kommt aber ganz einfach davon her, daß ſämmtliche Leiſtungen von der Gemeindekaſſe getragen werden, wo man nicht ſo punktlich im Aufſchreiben war. Ich möchte nun aber doch fragen, ob eine Regierung das Recht hat, in einem fremden Lande eine Contribu— tion auszuſchreiben oder über das Verhältniß der Con— currenz zu entſcheiden? Ich frage weiter, wie es dann ausgeſehen hätte, wenn die Dinge bei Ulm anders ge— gangen waͤren; ob ein badiſcher Kammerrath ſich alsdann angemaßt hätte, in der Ortenau zu regieren, da doch die Ortenau erſt im März 1806 an Baden kam, obgleich ſchon im Januar der Vertrag abgeſchloſſen worden war.

Erſt vom März an konnte die Drtenau gu ben Etap- penkoſten beigezogen werden. Wer die Geſchichte kennt,

1831. 11.&. protok. 308 Heft. 2