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Verhandlungen ber zweiten Kammer. Giebenzehnte dffentliche Sigung, am 29. Mai 4839.

Vervielfältigung der Hauptzolåmter oder bem Berfehre läftige Beſchraͤnkungen zu erſparen. Wollte man nicht nebſt den erſten Einrichtungskoſten der Zollaͤmter einen jaͤhrlichen Auf⸗ wand herbeiführen, deffen Kapital die Koſten der neuen Straßenanlagen weit überſtiegen hätte, ſo mußten dieſe Straßen unverzüglich gebaut werden. Indem man die Stra⸗ ßenzüge von Tuttlingen und Stockach nach Schaffhauſen in Gottmadingen vereinigte, war es möglich, ſtatt zwei Haupt⸗ zollaͤnter nur eines, zu Landegg, zu errichten. Es waren,

um dieſen Zweck zu erreichen, zwei neue Straßenzüge in die

Wahl geſtellt, naͤmlich von Hilzingen nach Gottmadingen , und von Engen durch das Aachthal nach Singen; man hat den erſten gewaͤhlt, weil er der kürzere, und der Bau weni⸗ ger koſtſpielig war. Aehnliche Rückſichten traten bei den Straßen von Lauchringen nach Jeſtetten und Egliſau ein. Man hat dieſe beiden Straßen bei Riedern vereinigt. Das Bedürfniß war ſo dringend, daß man die Herſtellung nicht verſchieben konnte.

Was endlich die Strafe von hier nach Muͤhlburg betrifft, fo hat die ohne höhere Ermächtigung vorgenommene Arbeit uns Beranlaffung gegeben, die Verwaltung zur Berant- wortung zu ziehen. Die Unterfuhung ift im Gang aber nod niht erledigt. Uebrigeng muß idh bemerfen, daß die tehnifhe Behörde zu ihrer Redtfertigung anführt, daf das Fundament jener Strafe gånzlidh zerftört, und da fie bereits in den allgemeinen Straáfenverband aufgenommen, ihre Hers ftelung aug bem laufenden Etat niht nur erlaubt, fondern geboten gewefen feí,

Gelegenheitlih der. unyermeidlihen neuen Fundamenti- rung habe man fie mit wenigen Koften zugleich zu corrigiren, oder eben zu legen gefudht. Es fei daher unridjtig, daß man die Arbeiten nur unternommen habe, um diefe Ebenlegung zu bewirken, was nach der Beſchaffenheit dieſer Straße aller⸗ dings eine wahre Abſurdität geweſen wäre.

Finanzminiſter v. Böckh: Daß die Straßenanlage bei Weinheim unterblieben iſt, dazu kann ich nur Glück wün⸗ ſchen. Eine nochmalige Unterſuchung hat gezeigt, was mir vor mehr als 30 Jahren ſchon klar war, daß man eine Straße nicht über Berge führen ſoll, wenn man die Ebene dazu benuͤtzen kann. Uebrigens wird darüber ſpäter ver⸗ handelt werden.

Bon den übrigen Straßenanlagen ſind einige, die das Finanzminiſterium veranlaßt hat, z. B. die Straße von

Verhandl. der II. Kammer 1839 26 Heft.

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Hilzingen nah Gottmadingen . Diefe war nothwendig, um die Landftrafen von Engen und Tuttlingen , und von Stodadh úber Gingen zu verbinden, damit beide vereinigt nad) dem Zollamt Randegg führen.

Es iſt dieſes übrigens keine große Straße, und ſie hat auch nicht viele Auslagen veranlaßt, wenn gleich der Auf⸗ wand auch hier bedeutender, als der urſpruͤngliche Uebers ſchlag war. Uebrigens muß ich bemerken, daß die Marts gräfliche Domänenkanzlei nichts bei dieſer Sache gethan hat, und die Anlage der Straße auch nicht in ihrem In⸗ tereſſe lag, ich ſehe alſo nicht ein, warum der Markgraͤf⸗ lichen Domänenkanzlei erwähnt worden iſt.

v. Itzſtein : Weil ſie die Strafe laut den Aften ems pfohlen hat.

Finanzminiſter v. Böckh: Von dieſer Empfehlung iſt mir nichts bekannt.

Die zweite Straße, nämlich die von Riedern nach Eg⸗ liſau, wurde gleichſalls durch das Finanzminiſterium ver⸗ anlaßt, weil es von großem Intereſſe für das Großher—⸗ zogthum Baden iſt, mit dem an Induſtrie reichen Kanton Zürch in unmittelbare Verbindung zu kommen. Bisher war dieſe Verbindung nur über Schaffhauſen möglich. Der Kanton Zürch wünſchte mit dem Großherzogthum in Verbindung zu kommen, ohne den Kanton Schaffhauſen paſſiren zu muͤſſen, und er machte das Anerbieten, ſeiner Seits eine Straße von Eglifau an-unfere Grenze zu fühs ren, und wir glaubten, diefem Anerbieten im Jntereffe deg Landes ohne Zögerung entgegen fommen zu fönnen; denn befanntlich àndern fich die Plane bei den Shweizer Nes gierungen ſehr leicht.

Die Straße von Lauchringen über Riedern nach Jeſtetten iſt im Intereſſe der Poſtanſtalt gemacht worden. Früher führte die Straße nach Schaffhauſen über Erzingen, was unſerm Intereſſe nicht entſprach. Ich glaube, dieſe Straße, welche keinen großen Aufwand verurſacht hat, wird gerecht⸗ fertigt ſeyn.

v. Itzſtein : Der Herr Finanzminiſter hat von einer Nbs ſurdität geſprochen, die Straße über Weinheim zu führen. Wenn ich dieſe Straße anzulegen hätte, würde ich ſie auch nicht über den Berg, ſondern auf der Ebene führen. Wenn ich aber das Budget noch im Kopf habe, ſo hat die Regierung zu dieſem Zweck eine Summe verlangt.

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