-—— y J AS F Wi ey J— i>i`
Verhandlungen der zweiten Kammer. Fuufunddreißigſte öffentliche Sitzung, am 4. Juli 1839. 183
Minifterialrath v. Marfhall: Cs beruht diep auf einem Srrthum, denn die Sahe verhält fich anders.
Sander: Cs ift jeden Samstag groer Ball.
Miniſterialrath v. Marſchall : Wenn eine Theilung des Saales ſtatt findet, ſo geſchieht dieß nicht wegen des Spiels, ſondern weil die Geſellſchaft nicht groß genug iſt, den ganzen Saal zu füllen.
Die Poſition Einnahme wird hierauf angenommen.
Zur Rubrik Ausgaben.
Trefurt: Ich wünſche, daß von den tauſend Gulden, welche für andere inländiſche Bäder, beſonders Griesbach und Badenweiler , verwendet werden ſollen, auch das Bad Langenbruͤcken etwas erhalten möchte. Es iſt dort eine treffliche Heilquelle, welche ihres Gleichen im Lande nicht hat, und bis jetzt iſt, meines Wiſſens, von der Regie— rung nur wenig für dieſen Badort gethan worden. Dieſes Bad iſt unter der frühern Regierung lange Jahre plan— mäßig vernachläſſigt worden; es wäre alſo ſchon im In— tereſſe der Menſchheit ſehr zu wünſchen, daß etwas darauf verwendet würde.
Knapp: Ich unterſtütze dieſen Antrag und wünſche, daß dieſe tauſend Gulden wenigſtens verdoppelt werden ſollen.
Meine Herren! Sie haben eine bedeutende Einnahme in
denken Sie, daß Sie noch viele Bäder im Lande haben, in Gegenden, wo die Armuth zu Hauſe iſt. Es wäre zu wünſchen, daß wenigſtens 3000 fl. zur Verfügung der Re— gierung geſtellt würden, um nach ihrem Gutbefinden einigen andern Bädern Unterſtützung geben zu können.
Sander: Ich unterſtütze den Antrag des Abg. Knapp. Meine Herren! wenn man früher ſchon mit einer Ein— nahme von 27,000 fl. jährlich etwas für andere Bäder thun konnte, ſo kann man gewiß mit 47,000 fl. noch mehr ma— Hen. Dap eS billig ift, fúr andere Bäder etwas zu ver- wenden, wird man anerfennen; bag wird audy der Abg. Sørger anerfennen, um fo mehr, als er fich dahin geaupert hat, Dap fúr die Mittelflaffe Baden-Baden nihts mehr ift. Daß aber Langenbrücken beſonders einer Nachhülfe bedarf, iſt gewiß. Das Bad Langenbrücken iſt bis jetzt unſere ein- zige Schweftlquelle geweſen, und hat nun eine Concurrenz
erhalten durch die Errichtung eines gleichen Bades in Zai— ſenhauſen, deſſen Beſitzer den Eigenthümer in Langenbrücken hundertmal an Vermögen überbietet. Es thut Noth, daß hier geholfen wird, ſonſt wird der Reiche den Armen unter— drücken, weßhalb ich hoffe, daß die Regierung dem Badbe— ſitzer in Langenbrücken unter die Arme greifen wird.
v. Itzſtein: Das Budget, über welches dermalen ver— handelt wird, iſt das Budget der Pofition:„Badeanſtalten“; es umfaßt alſo allerdings die Anſtalt in Baden nicht allein, ſondern alle Bäder, die wir haben, und von dieſer Seite be— trachtet, bin ich mit der Budget-Commiſſion der Meinung, daß die vorhandenen Mittel nicht für Baden allein, ſondern auch für andere Bäder zweckmäßig verwendet werden ſollen, obſchon nicht zu verkennen iſt, daß Baden der wichtigſte Punkt iſt und auch die größte Einnahme liefert. Daß die Budget-Commiſſion fúr dießmal bei 1000 fl. für andere Bäder ſtehen geblieben iſt, liegt in der Nothwendigkeit, in Baden ſelbſt bedeutende Bauten unternehmen zu müſſen, wodurch die paraten Mittel erſchöpft werden, und ſogar jetzt ſchon, um die beabſichtigten Bauten vollſtändig herzu— richten, ein Credit auf die allgemeine Landeskaſſe oder auf die Amortiſationskaſſe gegeben werden muß.
Ich zweifle aber nicht, daß, wenn dieſer Zweck im Laufe der Budgetperiode erreicht wird, die Regierung auch mehr auf die andern Bäder verwenden kann. Denn, es wird
dadurch Nützliches geſchehen, und die Verwendung geſchieht
dann auch einmal, wie der Abg. San der richtig bemerkt, für den Mittelſtand und nicht bloß für Die ſogenannte ſobleſſe. Uebrigens wünſche auch ich durchaus nicht, daß man aus dem Spiel eine regelmäßige Staats-Einnahme mache.
Staatsrath Nebenius: Was der Herr Abg. v. Ittz fein O—— beabſichtigen ſpäter allerdings ein Mehreres zu thun für die uͤbrigen Bäder. Wenn indeſſen in der Zwiſchenzeit, bis die Bauten in Baden vollendet und die Koſten bezahlt ſind, ſich irgendwo ein Bedürfniß herausſtellt, dann, meine Her— ren, glauben wir, nach den vielfachen, hier laut gewordenen Aeußerungen, ihrer Zuſtimmung im Voraus verſichert, kei— nen Anſtand nehmen zu dürfen, die geeigneten Verwendun— gen eintreten zu laſſen, wenn auch ſolche Ausgaben die Fol—