Seite

292 Berhandlungen der zweiten Kammer. Achtundvierzigſte oͤffentliche Sitzung, am 27. Auguſt 1842

den Credits den Neft deg beredneten Banaufmwanz deg mit 57,425 fl., im Ganzen alfo mit 63,250 fl. zu bewilligen. ——— Vollendung der Straße von Baden nadh Gernsbach .

Die Commiſſion ſtellt den Antrag: einſchließlich des aufrecht zu erhaltenden Credits den ganzen berechneten Bedarf mit 21,500 fl. zu bewilligen.

Beide letztere Antraͤge werden ohne Erinnerung an⸗

genommen. 8. 28 Vollendung des Konſtanzer Hafſenbaues. (Seite 397 und 398 des Berichts.)

Die Commiſſion ſtellt den Antrag:

a) die von den fruͤheren Verwilligungen noch nicht verwendete Summe von 1,275 fl. abermals zu bez willigen, i

und

b) die Bitte zu Protofoll auszufprechen, daf der Bau ded Vorwerkes und die Herſtellung des eiſernen Gelaͤnders auf der Mauer zum Schirmbau nicht laͤnger aufgeſchoben werde.

Mathy: Ich habe keinen Auftrag, in dieſer Sache dag Wort zu nehmen, ja eg ift mir in dtefer Hinfidht niht einmal ein Wunfdh aus meinem Bezirfe zu erfenz nen gegeben worden. E gefhah Dief wohl niht darum, weil man bie Gahe felbft nicht fuͤr ſo dringlich haͤlt, wie die Budgetcommiffion, fondern wohl darum, weil man eben glaubt, warten gu múffen, big eine Zeit kommt, wo folhe Unternehmungen auggefúhrt werden, nad Grůnden, die nur in der Sache felbf liegen, und wo ſie nicht aus beſtimmten Gruͤnden verſchoben werden. Ich danke der Budgetcommiſſion und beſonders dem Herrn Berichterſtatter fuͤr die ausfuͤhrliche Darſtellung dieſer Sache. Es iſt wirklich auffallend, wenn man ſieht, wie hier ein halb begonnenes Werk liegen bleibt. Der Hafendamm mit dem Leuchtthurm ſteht da, und man ſieht hier oft Dampffhiffe und mehrere Segel- . fhiffe Liegen, die aber, weit ber: Dafen gegen die Oft-

winde offen bleibt, der Gefahr ansgefegt fnd, gegen den Damm gefdleudert zu werden, wie Dief- audy fon vor kam. Was wuͤrde man ſagen, wenn Frankreich ſeine Haͤfen im Mittelmeer unvollendet liegen laſſen, und ſeine Schiffe nach Barcellona oder Genua verweiſen wollte? Wenn unſere Schiffe in dem badiſchen Hafen keinen ſichern Grund finden, ſo nehmen ſie ihre Zuflucht zu den bayeriſchen, wuͤrtembergiſchen und oͤſterreichiſchen Haͤfen. Ich will keinen andern Antrag ſtellen, als ihn oie Commiſſton ſtellte. Will man aber fuͤr Konſtanz durchaus nichts thun, ſo muß man wenigſtens fuͤr Meers⸗ burg ſorgen, damit die Dampfſchiffe dort ſicher anlanden koͤnnen.

Staatsrath Frhr. v. Ruͤdt: Es verhaͤlt ſich nicht ganz ſo, wie der Herr Redner vor mir bemerkt hat. Was insbeſondere das Gelaͤnder auf dem Hafendamme betrifft, welches gebaut werden ſoll, ſo herrſchen in dieſer Beziehung ſchon ſeit drei Jahren und bis heute noch Anſtaͤnde, indem die Fluß- und Straßenbaukaſſe dieſes Gelaͤnder durchaus nicht zu bauen verbunden iſt.

Was den Vordamm betrifft, ſo iſt dieſer erſt ſpaͤter, nachdem der Hafenbau laͤngſt projectirt und uͤberſchlagen war, zur Sprache gebracht worden, und von der Drin— gendheit dieſes Bauwerkes iſt mir im Augenblick Nichts bekannt. Ich bitte hiebei zu bemerken, daß bei Aufſtel⸗ lung eines außerordentlichen Budgets eine Maſſe von Deſiderien vorlagen, und ſowie man die einzelnen An— ſpruͤche uͤberhaupt auf die Haͤlfte und ein Drittheil rez duzirt hat, ſo mußten auch in den Nnfprúdren des Stra- ßen⸗ und Waſſerbaues Reductionen vorgenommen werden. Wir mußten unter dieſer Rubrik eine Summe von un— gefaͤhr 300,000 fl. ſtreichen, weil die Wuͤnſche mit den dis ponibeln Fonds zu ſehr im Mißverſtaͤndniß ſtunden. Was Meersburg betrifft, ſo ſind Unterſuchungen vorge⸗— nommen, und Vorſchlaͤge in Beziehung auf das dortige Bauweſen gemacht worden. Wenn aber dort yon Staats- wegen geſchehen ſoll, was nothwendig iſt, um einen Hafen herzuſtellen, ſo wuͤrde Dieß eine Summe erfor⸗ dern, die wohl ſchwerlich rentiren wuͤrde. Soviel ich weiß, hat die Dampfſchifffahrtsgeſellſchaft ſelbſt eine Vorkehr zu treffen beabſichtigt, und unſere Techniker