146 Verhandlungen der II. Kammer.

Dabei wurde jedoch bemerkt wa

a) Die Säde müften gan; nah dem Mufter,: und nod be- laſ

ſonders mit 2 Ellen Sackbendel verſehen fegt; fo$

b) jeder Sad, welder niht gang nah Mufter fei werde u

unfehlbar ausgeſchoſſen werden.

Bei der erſten Lieferung von 2700 Stück, faͤhrt nun der Pe⸗ ani

tent fort, feien ihm 2245 Stück als nicht muſtermäßig bezeich⸗ Uin

net worden, wobei jedoch nur die Unterofficianten als Experten vaf

gebraucht worden: feien:- Er-habe fich. gegen dieß rechtswidrige feir

Berfahren bet der Jnfpection Rappenau beſchwert, dieſe habe ſtin

| aber nicht abgeholfen, ſondern das Unrecht noch vermehrt, daß a

ſie die für nicht muſtermaͤßig erklärten Säde zum Gebrauche kan

behalten, jedoch eigenmächtig den Preis dafür auf 10 fr. ſpr

herabgeſetzt habe, was einen Ausfall von 346 fl. ergebe. Das her

in der Einſeitigkeit der Expertiſe, der willkührlichen Preis⸗ twel

herabſetzung mit Rückbehaltung der Waare liegende Unrecht dof

: ſei unberkennbar. Bei allen, Adminiſtrationsſtellen bis zum ſch a| bohen Staatsminifterium habe er fein Recht geltend zu maen fan í geſucht; allein überall abſchlaͤgliche Verfügung bekommen. Den Rechtsweg habe er als nicht ſehr vermoͤgender Mann bisher der um

Koften wegen niht betreten. Bei ſo offenbarem Unrecht glaube b

er ſich vorderſamſt noch an die Kammer mit der Bitte wenden

zu können:

„daß ſein Geſuch um Nachzahlung der 846 fl. als gerecht dem hohen Staatsminiſterium zur baldigen Berückſichtigung empfohlen werden möge.“

II.

Die Enthörung vom Großherzogl. Staatsminiſterium iſt nach⸗ gewieſen.

Daß die Sache eine Rechtsſache iſt, deren Entſcheidung ſich

vor den Richter eignet, ſteht dem Geſuche nicht im Wege, da

es im Staatsintereſſe liegt, vorher genau zu erwägen, ob es