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lands und Bayerns ! Die wahnsinnige Partei- wuth deiner vermeintlichen Gönner wird nicht ruhen, bis sie der katholischen Kirche Deutsch­ lands und Bayerns das traurigste Schicksal be­reitet haben wird."

Hamburg , 22. Nov. Die „Börsenhalle" theilt folgenves einem hiesigen Handlungshause zugegangenes Telegramm aus New-Aork vom 20. d. mit: Die Stadt Maracavbo (Venezuela ) ist genommen, der Hafen seit Ende Oktober wie­der offen. Der Rebellenführer Pulgar gerieth in Gefangenschaft.

Sonderburg , 22. Nov. Bei den heute statt- gehablen Stadtverordnetenwahlen sind wiederum drei deutsche Kandidaten, Ohlsen, Logely und der Rektor Döring, gewählt worden. Die dänisch gesinnten Wähler haben sich der Stimmabgabe enthalten.

Berlin , 19. Nov. (S. M.) Die Rede, welche der Abgeordnete Ziegler anläßlich des Ge­setzentwurfs, betr. die Erweiterung, Umwand­lung und Neuerrichtung von Wittwen- und Waisenkassen für Elementarlehrer, im Abgeord- netenhause hielt, lautet: Der Kultminister sagt: Ich habe keine Mittel. Gut, so will ich ihm Helsen . Er hebe die Universikätskuratoren auf, die nicht der Studirenden wegen da, sondern nur den Professoren auf den Nacken gesetzt sind. Er hebe sodann den Oberkirchenrath auf; er frage nur im ganzen Lande nach, was man von dieser Einrichtung hält. Dann hat er wieder 30.000 Thaler. Das Domkapitel in Branden­ burg ist 1810 aufgehoben und 1824 ohne Mit­wirkung der Stände wieder eingesetzt worden. Hier hätte der Minister wieder 30 000 Thaler. Da häite der Minister also mehr, als er braucht. (Heiterkeit.) Ich erinnere ferner an die Be­schlüsse, welche auf den Antrag Eberty's in Be­treff der Bisthümer zu Zeitz , Weißenfels und Naumburg gefaßt worden sind. Es bleibt Alles unausgeführt. Was helfen die Beschlüsse? Der Minister kommt mit seinen Generalakten, oder er setzt Ihnen sein beredtes Schweigen entgegen. In Breslau steht eine Realschule leer, ein Gymnasium ebenfalls, während ein an­deres Gymnasium zu einem Progymnasium her­abgesetzt worden ist. Und da wollen Sie mit dem Minister diskutiren? Worüber? etwa über die Regulative oder über die Angst, welche das Land hinsichtlich des Erfolgs der Wahlen zu den Provinzialsynoden hatte? (Heiterkeit.) Nein, m. H., mit diesem Minister hilft alles Disku­tiren nichts. Da hilft uns nichts mehr, als daß wir als Männer zusammentreten und in einer Adreffe an den König (Bravo !) die Lage schildern, in einer Adreffe, die in dem Worte gipfeln muß: Dieser v. Mübler muß fort! (Stürmisches Bravo! links; Unruhe rechts. Glocke des Präsidenten.) Zn dem Jahre 1866, da rief ich aus: an die Grenze, das Vaterland ist in Gefahr! Glauben Sie, m. H., das Va­terland sei jetzt etwa weniger in Gefahr durch seine innere Lage? Es ist nicht weniger in Ge­fahr, sage ich Ihnen; und darum rufe ich Ihnen zu: sammeln wir uns als Männer, um dieser

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Gefahr zu begegnen! (Lebhaftes, wiederholtes Bravo! links; Unruhe rechts.)

Berlin , 24. Nov. Abgeordnetenhaus. De­batte über den Antrag Miquel-Lasker, betreffend Kompetenzerweiterung des Bundes auf das ganze Zivilrecht. Der Justizminister glaubt, die Ausführung sei möglich an der Hand des Art. 78 der Bundesverfassung; er wünscht je­doch Verschiebung. Der Antrag wird mit 218 gegen 116 Stimmen angenommen.

Wie», 23. Nov. Die heutigen Abendblätter melden aus G r a h o v o eine Ansammlung bedeutender montenegrinischer Streitkräfte und bezeichnen die Lage in Dalmatien als äußerst bedenklich.

Cattaro , 24. Nov. Wegen des Rückzugs der Insurgenten in die Grenzgebirge sind die Ope­rationen eingestellt.

Paris , 22. Nov. Das Resultat der heu­tigen Pariser Nachwahlen ist folgendes: Im 1. Wahlbezirk wurde Rochefort gewählt mit 17,051 St. (ca. 1800 St. Mehrheit); im 3. Wahlbe­zirk Cremieux mit 20,489 St. (Pouyer-Quertier erhielt 9676 St.); im 8. Wahlbezirk Araqo mit 22,120 St. (Gent 6273 St., Herold 2462 St., Pyat ca. 1000 St.). Im 4. Wahlbezirk ist zwischen Glais-Bizoin (mit 11,181 St.), Briffon (mit 6073 St.) und Allou (mit 7552 St) B'llotage erforderlich.

Paris , 23. Nov. Aus Carmeaux (Depart. Tarn) wird telegraphisch gemeldet: Es ist hier eine Arbeitseinstellung der Bergwerkarbeiter aus­gebrochen. Es herrscht große Aufregung. Die Arbeiter machen Drohungen gegen den Unter- Ingenieur und den Werkmeister. Die letzten Nachrichten melden, daß die Arbeiter wieder in's Bergwerk hinuntergestiegen sind mit Aus­nahme von nur 20, die bis jetzt sich nicht ein­gestellt haben.

Der „Aven. Nation." schließt seine Betrach­tungen über das Wahlresultat mit folgenden Worten: „Welcher Partei man nun auch ange­höre, ob man sich freut oder ob man sich ärgert, eine Sache, eine einzige Sache geht klar, unbe­streitbar aus den gestrigen Wahlen hervor: Paris ist — republikanisch."

Paris , 24. Nov. Der Kaiser hat gestern Hrn. Ollivier empfangen. Er wird nicht nach Compiegne zurückkehren.

London , 24. Nov. Der Gouverneur von Bombay hat Briefe von Livingstone vom 13. Mai 1869 erhalten.

Bukarest , 24. Nov. Heute Vormittag hat der feierliche Einzug des Fürstenpaares durch die festlich beflaggten Straßen der Stadt statt­gefunden. Der Bürgermeister nahm bei dem Fürstenpaar den Ziviltrauungsakt vor.

Port Said , 23 Nov. Der „Aigle" durch­lief in 15 Stunden den ganzen Kanal.

Trebinje, 22. Nov. Sarfet Pascha befehligte zwei Bataillone Jäger in die Sutorina , ein Bataillon nach Grab und Krusevize. Eine be­deutende Truppenanzahl verbleibt hier in Reserve.

Suez, 22. Nov. Der Dampfer „Latif" ist, nachdem er zwei Tage auf den Grund des Ka­

nals gerathen, flott gemacht. Mehrere andere Dampfer sind ebenfalls auf den Grund gestoßen, jedoch ohne große Schwierigkeit flott gemacht worden und weiter passirt. — Die Kaiserin Eugenie besuchte gestern Malabar.

Vermischte Nachrichten!

— Müllheim , 22. Nvv. Üeber den schon gemeldeten Mordanfall auf die Familie des großh. Oberamtsrichters Schätz hat die einge­leitete Untersuchung bis jetzt nur Weniges zu Tage gefördert. Nur so viel ist durch die an den Wänden des Zimmers entdeckten Spuren, so wie durch einen aufgefundenen schaftlosen Ge­wehrlauf ermittelt, daß der Thäter diesen mit 7 Kugeln geladen an einen Baum angebunden, nach dem Zimmer des genannten Beamten ge­richtet und dann durch Zunder abgebrannt hatte, er sich mithin, bis diese Art Höllenma­schine losging, leicht entfernen und verbergen konnte. Vor 4 Wochen wurde in dasselbe Schlaf­zimmer zur Nachtzeit ein schwerer Stein gewor­fen und vor zwei Jahren gleichfalls dorthin ein Schuß abgefeuert. Diese Frevelthaten sind um so unbegreiflicher und erregen um so mehr Ent­rüstung, als Oberamtsrichter Schätz eine allge­mein geachtete und beliebte Persönlichkeit und ein pflichtgetreuer Beamter ist. Offenbar ist es aber ein und dieselbe Person, von welcher diese 3 Angriffe ausgingen, und hat man auch einen sehr schlecht beleumundeten Menschen, welcher in der Nähe des Amtsgerichtsgebäudes wohnt und schon vor 2 Jahren eben jenes ersten Schusses wegen in Untersuchung gezogen und den auch dieses Mal die allgemeine Stimme als Thäter bezeichnet, zur Haft gebracht. Der Gemeinde­rath hat durch einen öffentlichen Aufruf Dem­jenigen 100 fl. zugestchert, der Angaben mache, welche zur Entdeckung des Thäters führen könn­ten, und hoffen wir, es sollte bald gelingen, den gefährlichen Menschen für einige Zeit unschäd­lich zu machen. (B.Ldz)

— Mainz , 21. Nov. Hr. v. Ketteler, wel­cher nächsten Dienstag nach Rom abreisen wird, hat einen Abschieds-Hirtenbrief erlassen, welcher heute auf allen Kanzeln der Diözese verlesen worden ist. Der Bischof bezeichnet darin die Auffassungen des Hirtenbriefes der Fuldaer Bischofs-Konferenz im Sinne antijesuitischer und liberaler Anschauungen als „unbegreifliche Mißdeutungen" desselben, wie er auch in der Bewegung, welche das Konzil Hervorrufe, „zahl­lose Vorurtheile. Jrrthümer, grundlose Befürch­tungen und absichtliche Entstellungen" verbreitet sehen will. Ob dogmatische Entscheidungen, und in welchem Umfange, ob namentlich die Unfehl­barkeit des Papstes entschieden würden, sei un­gewiß und werde hauptsächlich von der „Lei­tung der göttlichen Vorsehung" abhängen.

— Posen, 19. Nov. Während in Krakau der Prozeß Ubryk seiner richterlichen Entschei­dung entgegenreift und hinter dem unglücklichen Opfer des religiösen Fanatismus sich die Pfor­ten des Irrenhauses geschlossen haben, wird von hier gemeldet, daß dieser Tage ein neues Kar­meliterkloster im Rohbau vollendet ist.

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einmal zu lachen, und meine Arme werden mir müde. — Ich kann's wahrhaftig nicht län­ger aushalten."

„Hört einmal, Herr Krämer," sagte der Of­fizier in einem Tone, der keinm Widerspruch duldete, „ich brauche Eure Gesellschaft nicht wei­ter. Dort aus der Thür geht Euer Weg — marsch! — Wagt mir den Hund da anzurüh­ren, und Ihr sollt an seiner Stelle baumeln, und wenn auch zwanzig Sir Heinrichs Eurer Dienste benöthigt wären."

Bei diesen Worten kehrte er mit seinem Ser­geanten nach der Landstraße zurück, und der Krämer machte sich eiligst an das Ufer des Flusses. _

Zweiunddreißigstes Kapitel.

Während der Szenen und Ereignisse, die wir erzähl! haben, führte der Kapitän Lawton sein kleines Korps in langsamen bedächtigen Tage­märschen von Kreuzwege dem Feind entgegen, wo er denn eine Zeitlang mit so vielem Erfolg manövrirte, daß er alle Versuche, ihn gefangen zu nehmen, gänzlich vereitelte und die Schwäche

seiner Mannschaft so geschickt verbarg, daß er die stete Besorgniß vor einem Angriffe der Ame­rikaner bei dem Feinde wach erhielt. Dies kluge Ausweichen von Seiten des Parteigängers war die Folge von Befehlen, die er von seinem Vorgesetzten erhalten hatte.

Doch endlich kam der Augenblick, der ein Ende machen und entscheiden sollte, wer das Feld behaupten werde: eine Abtheilung Mili­zen vom Osten brach aus ihrer festen Position auf und näherte sich dem Feinde.

Die Vereinigung zwischen Lawton und den Hülfstruppen geschah um Mitternachts und so­gleich wurde von ihm mit dem Anführer des Fußvolks eine Berathung gepflogen. Nachdem der Letztere die Mittheilungen des entschlossenen Parteigängers, welcher von der Wehrhaftigkeit seines Feindes nur mit Verachtung sprach, an­gehört hatte, beschloß der Führer dieser Trup­pen, die Engländer anzugreifen, sobald das Tageslicht ihn in den Stand setzen würde, ihre Stellung zu erkennen, ohne noch Dunwoodie's und seiner Reiterabtheilung Hülfe abzuwarten. Sowie dieser Entschluß gefaßt war, verließ

Lawton das Gebäude, wo diese Berathung ge halten wurde, und kehrte zu seinem kleinen Kommando zurück.

Die wenigen Dragoner, welche Lawton be­fehligte, hatten ihre Pferde in der Nähe eines Heuschobers angebunden und sich selbst unter seinen Schirm begeben, um ein paar Stunden zu schlafen. Doktor Sitgreaves indessen, der Sergeant Hollister und Betty Flanagan saßen in einiger Entfernung bei einander und hatten einige Decken über die harte Fläche eines Felsen gebreitet. Die hohe Gestalt Lawtons warf sich an der Seite des Wundarztes nieder und hüllte sich in den weiten Mantel; den Kopf in die Hand gestützt, schien der Virginier ganz in das Anschaüen des Mondes versunken zu sein, wie er majestätisch an dem Himmel seine Bahn da­hin zog. Der Sergeant saß aufrecht, in schul­diger Ehrerbietung vor dem Gespräch, welches der Wundarzt so gütig war, mit ihm anzu­knüpfen.

(Fortsetzung folgt.)