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Bezirksämter und Amtsgerichte Offenbürg nnd Gengenbach .

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Amtliches DerlmMgungsbtatt für den Kreis Ojfenlmrg

sowie für dir -

Bezirksämter und Amtsgericht e Offenbü rg und Gengenbach

Nro. 169. Offenburg , Freitag den 21. Juli 1871.

Heute vor einem Jahr!

Köl«, 21. Juli. Die „Kölnische Zeitung " meldet aus Trier , daß am 19. Juli ein unblu­tiges Treffen zwischen preußischer Infanterie und Ulanen der Garnison von Saarbrücken und französischen Chasseurs stattfand. Die Letzteren nahmen nach einigen Schüssen den Angriff nicht an und zogen sich, von den Ula­nen weit auf französisches Gebiet verfolgt, zu­rück.

Politische Rund schall.

Aus Bstier«. Die Fahrt des deutschen Kron­prinzen von der bairischen Grenze (Aschaffen­ burg ) bis München am 15. Juli — glich einem fortgesetzten Triumphzuge. In den bairischen Gauen — sagt ein Korrespondent der „Allg. Ztg.? — ward dem Kaisersohn ein Empfang bereitet, wie er hierorts fast noch nie gesehen worden, und zwar betheiligten sich daran alle Stände, namentlich auch die bäuerlichen und selbst die Geistlichkeit.

Muuchr», 17. Juli. (Pr.) General v. Blu- menthal wird, wo er sich sehen läßt, vom Publikum mit Jubel begrüßt. Der König machte gestern gegen Mitternacht eine Rund­fahrt mir Blumenthal in seinem Gefolge; das Publikum hielt den Wagen an, bestieg densel­ben und Einzelne umarmten den General . Hmte Abends wollten sämmtliche Gewerke und Ver­eine auf dem Restdenzplatze dem deutschen Kron­prinzen eine Huldigung bringen, welcher derselbe sich durch Abwesenheit entzog.

— Für Abhaltung einer Jesuitenmisfion, welche in Hannstetten bei Beilngries auf Be­treiben des Ortspfarrers stattfinden sollte, wurde vom Kultusministerium die Erlaubniß versagt

(B. Ldz.)

Muuchen, 17. Juli. Die Augsburger Post­zeitung glaubt aus mancherlei Anzeichen zu er­kennen, daß der „Schwerpunkt der kirchlichen Agitation von München nach Berlin verlegt worden ist.

Ems, 18. Juli. Heute fand hier heftiger Ge- wittersturm mit Hagelschauer statt, welcher be­trächtliche Verwüstungen anrichtete.

Aus Mecklenburg , 14. Juli. Auch der Bauern­stand will jeyt Schrille thun, um eine Reform der Verfaffung her beizuführen. Die vor eini­gen Jahren von oben dekretirte Vererbpachtungs­maßregel, wodurch den viertausend Domanial- Bauern neue Lasten im Betrage von Millionen auferlegt sind, hat bei denselben die höchste Miß­stimmung hervorgerufen. Bevollmächtigte der­selben haben sich nun in Güstrow versammelt und den Beschluß gefaßt, in der Mitte Sep­tember nach beschaffter Ernte eine größere Bauernversammlung zu veranlassen, und dersel­ben den Entwurf einer Eingabe an den Reichs­ tag vorzulegen, in welchem unter Darstellung der thatsächlichen Verhältnisse darauf hingewie­sen werden soll, wie die gegenwärtigen Miß­stände in dem vollständig unbeschränkten patri- monialen Regiment des Domanimus ihren Ursprung haben. Wenn nicht Alles trügt, meint die „Volkszeitung", so bereitet sich zum nächsten Herbst ein Sturm vor, dem der alte morsche Erbvergleich wohl nicht lange wird widerstehen können.

Souderburg auf Alse «, 12. Juli. Am Abend des Einzugstages der heimkehrenden Truppe« kam es hier zu bedauerlichen Erzeffen. Einige dänisch 'gesinnte Einwohner schlossen ihre Häu­ser von jeder Ausschmückung aus und reizten hierdurch den ^.Unwillen des Volkes in dem Maße, daß zum Einwerfen der Fenster ge­schritten wurde. Ein Mann, welcher sich dem stürmenden Volkshaufen widersetzte, wurde so arg zugerichtet, daß er nach einigen Stunden verstarb. Die Ruhe wurde durch Polizei und Militär schnell wieder hergestellt.

Berlin , 15. Juli. (Köln . Z.) Der im Ok­tober v. I. durch den Krieg verhinderte Ver­einstag der deutschen Vereine zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger wird in diesem Jahre in der zweite« Hälfte des Mo, nats Oktober zu Nürnberg stattfinden (wo die Versammlung bereits im vorigen Jahre stattfin­den sollte).

Znnsbrnck, 17. Juli. (Presse.) Der konstitu­tionelle Verein schickte als Ausdruck deutscher Gesinnung aus Anlaß des Siegeseinzuges «in

Begrüßungstelegramm an den Bürgermeister von München .

Trieft, 15. Juli. (Pr.) Im Zusammenhang mit der vorgestrigen Petardenlegung wurden 2 Individuen, Venezian und Matera , verhaftet. Es wurden bei ihnen verdächtige Papiere vor­gefunden.

Bern , 18. Juli. Im Ständerath wird die Ausrechthaltung des französischen Handelsver­trags zur Sprache gebracht, da die französische Nationalversammlung neulich eigenmächtige Aen- derung des Zolltarifs getroffen habe.

Paüs. Der Conftitutionnel schreibt: Die deutschen Zeitungen möchten glauben machen, daß wir zur Vergeltung drängen. Wir denken nicht daran, wir dürfen nicht an die Vergeltung denken. Wenn aber jemals der Tag der Ver­geltung für uns leuchten sollte, so wird diese in Deutschland selbst vorbereitet sein. Deutschland wird cs ohne Zweifel nicht ewig ertragen, Preu­ßen unterworfen zu sein; es wird mit eigenen Händen jene künstliche Einheit zerbrechen, die in Wahrheit nur ein demüthigendes Joch für es ist. (Ja freilich!)

PariS . 13. Juli. (A. Z.) Zur Entstehungs­geschichte der bekannten Kundmachung des Gra­fen Chambord erhalten wir von zuverlässiger Seite folgende wichtige Mittheilung: „Graf Chambord hatte die Absicht, die Trikolore nicht nur anzuerkennen, sondern dieselbe auch in sei­ner Proklamation zu entfalten. Dies erfuhr man in Rom ; da erließ der Papst eine Breve an den Prinzen, worin er diele Absicht als ei­nen Verrath an den Grundsätzen der Legitimi­tät bezcichnete, und ihn ausforderte, die weiße Fahne zu entfalten. Nur diese köune u. werde er segnen und mit seinem Gebete unterstützen. Auf dies hin that der Graf den bekannten Schritt."

Paris , 17. Juli. Der Soir schreibt: Der Erzbischof von Tours, Msgr. Guibert, ist zum Erzbischof von Paris ernannt worden. Der Kultusminister fährt heute nach Tours, um dem Erwählten seine neue Ernennung anzuzeigen.

— Die republikanische Regierung scheint we­niger freundlich für die Schweiz gestimmt zu sein als die Regierung Napoleons ; sie uöthigt

Misfionsreise» und Forschungen

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Süd-Afrika

von vr. David Livingfione.

(Fortsetzung.)

Sebituane umzingelte der Nacht die Stadt d, Bakuena, und Morgens mit Tagesgrauen verkündig lern Herold mit lauter Stimme, er sei gekomme den Tod des Motschoasele zu rächen. Darauf schli gen alsbald Sebituane's Leute um die ganze Sta herum laut auf ihre Schilde, was einen panisch, Schreck unter den Einwohnern verursachte. Die tturzten wie aus einem brennenden Theater aus d jötabt hinaus, während die Makololo sich ihr, KUNfpeere gegen die erschrockenen Bakuena mitjew WMErchkert bedienten, durch die sie berühmt sin d?'Wuane hatte seinen Leuten die Weisung gegeben hptiVfc des Häuptlings zu schonen; nnd ein, >n den Setschele und brachte ihn dadur,

daß er ihn durch einen wuchtige n?,^?^den Kopf mit einem Knüppel bewuß

LI te, 22 8*5«

führten mich endlich, n ^igen wird, nach dem neu e?,Ä,^^.P^rten Lande, wohin eben dieser Sel tnane mir vor vielen Jahren vorangezogen war.

Setschele heirathete die Töchter von dreien seiner Unterhäuptlinge, welche aus Anlaß ihrer Blutsver­wandtschaft ihm in seinem Unglück beigestanden hat­ten. Dies ist, eine der üblichen Weisen, um sich der Lehnspflicht eines Stammes zu versichern. Die Re­gierungsform ist patriarchalisch, und jeder Mann ist kraft der Vaterschaft Häuptling über seine eigenen Kinder. Sie erbauen ihre Hütten um die seinige herum, und je hoher die Zahl seiner Kinder steigt, desto mehr wächst auch sem Ansehen. Daher gelten Kinder für eine der größten Segnungen und werden immer liebevoll behandelt. Beinahe im Mittel­punkte eines jeden Hüttenkreises befindet sich ein Ort, eine sogenannte Kotla mit einer Feucrstclle; hier arbeiten, essen oder sitzen sie beisammen, und plau­dern über die Tagesncuigkeiten. Ein armer Mann schließt sich an die Kotla eines Reichen an und gilt für ein Kind des Letztem. Ein Unterhäuptling hat eine Anzahl solcher Kreise um , sich her, und diese Ansammlung von Kotlas um die große, die sich im Mittelpunkte des Ganzen befindet und die des be­deutendsten Häuptlings ist, bildet die Stadt. Der Hüttenkreis unmittelbar um die Kotla des Häupt­lings besteht aus den Hütten seiner Weiber und den­jenigen seiner Blutsverwandten. Er ftpelt die Unter­häuptlinge an sich.und seine Regierung dadurch, daß er, wie wir es bei Setschele gesehen, ihre Töchter heirathet oder ihre Verheirathung mit seinen Brü­dern veranlaßt. Die Verwandtschaften mit ange­sehenen Familien sind unter ihnen sehr beliebt.

Trifft man auf eine Gesellschaft von fremden und wird die Verwandtschaft des VornehMen unter ihnen mit irgend einem Oheim eines gewissen Häupt­lings nicht von seinen Begleitern sogleich gebuhtend laut kundgegeben, so hört man ihn sicher, densckben zujlüstern: .Sagt dem Fremden, wer ich bm." Dies führt gewöhnlich dazu, daß man Einem einen Theil seines Stammbaumes an den Fingern herzählt, und endet mit der wichtigen Ankündigung, daß der An­führer des Trupps ein entfernter Vetter irgend eines wohlbekannten Herrschers ist.

Setschele war auf diese Weise in seine Häuptlings­würde eingesetzt worden, als ich.seme Bekanntschaft machte. Bei der ersten Gelegenheit, wo ich den Ver­such machte, einen öffentlichen Gottesdienst zu halten, bemerkte er mir, es sei unter seinem Volke üblich» wenn demselben irgend ein neuer Gegenstand vorge­tragen werde, Fragen darüber zu stellen, und daher bat er mich um die Erlaubniß, mir in diesem Falle ebmfalls Fragen verlegen zu dürfert. Als ich mich vollkommen bereit erklärte, ihm auf alle seine Fragen zu antworten, erkundigte ersich, ob meine Vorfahren auch schon etwas von einem künftige« Gericht ge­wußt hätten.

(Fortsetzung folgt.)