lich auch gekommen, um den Werth seines Kö­nigreichs wenigstens in Geld zu verlangen, weil ich eS ihm in Natur nicht mehr geben konnte ? Der Ehrgeiz ist unsere Familien-Krankheit. Meine Schwestern waren unersättlich. Kaum hatte ich Carolinen Neapel und Elisen Florenz gegeben, als ste sich auch schon darum zankten, welche von ihnen den heiligen Vater, dessen Ländereien zwischen ihnen lagen, verschlucken würde; zum Glück stellte ich die Einigkeit dadurch wieder her/ -aß ich den Gegenstand des Streits für mich nahm. Meine arme Schwestern! Was mag aus ihnen geworden seyn? Panline ist ein ganz arti­ges Ding. Kurz, Marschall, eine große Idee, die ich Ihnen mehr entwickeln werde, sobald ich sie selbst einmal recht fassen kann — eine große Idee schwebt unaufhörlich mir vor, 'die mich tausend Thorheiten begehen läßt. Fragen Sie mich nicht weiter; ich habe mein Herz vor Ihnen aufgeschlossen. Sie sehen, ich träume. Apropos, wir haben schändlich vergessen, einen Beichtvater mitzurrehmen.'—"

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Ein Schreiben ans Frankfurt sagt: Der Feld, marschall Fürst Blücher wird noch einige Tage hier verweilen. Der Fürst hat Napoleons Hm, seinen grünen militärischen Frak und fllnen reich mit Gold gestickten Mantel bei sich; man findet keine Schwierigkeit, diese Gegenstände der Neu. Zierde in Augenschein zu nehmen.— FürstBlücher scheint sich von den Strapazen der Reise zu er­holen; am 18. Dez. ging er zu Fuß, von zwei seiner Adjutanten geführt, inSBerhmannsche Haus,

am I9ten Mittags fuhr er zum Frhrn. v. Stein; überall sammelten sich die Menschen auf seinem Wege; er ist ein Mann des Volkes, das ihm seine Ehrfurcht auf jede Art zu erkennen giebt. Es scheint ihm zu Frankfurt wohl zu gefallen, und findet von früher» Zeiten her noch viele alle Be- kannte, die er mit größter Herzlichkeit willkommen heißt. Er hat den Reisewagen deö Exkönigs Hie. ronymuö, welcher in der Schlacht bei Belle Alliance erbeutet wurde, bei sich. Aus seinem eigenen Munde haben wir folgende Anekdoten: Bei sei­nem Aufenthalte in London war bekanntlich ras Gedränge des Volkes um ihn ungeheuer, oft le. benögefährlich, und weun er im Wagen saß, er­forderte es die Humanität, daß er meistens eine Hand der gutherzigen, aber tobenden Menge Preis gab; diese lief, jedesmal mit einem herzlichen derben Druck begleitet, zu den größten Schmerzen ihres EigeuthümerS durch hundert fremde Hände, und konnte «ur mit Mühe zurückgezogen werden.

-Wellington ersuchte Blüchern, mit ihm

bei einer Dame, die sein« Bekanntschaft zu ma­chen wünschte, einen Besuch abzustatten. Dieser war es zufrieden und äußerte nur über die Mög­lichkeit des Fortkommens einige Bedenklichkeit; der Herzog aber weime, das werde schon gehe». Kaum hatten die beiden Feldherren den Fuß auf die Straße gesetzt, als sie auch sogleich den Kern einer sie auf'S Engste umschließenden Schale von vielen tausend neugierigen Menschen bildeten. Das Haranguiren wollte nichts helfen, man rückte nur ei»n Zoll vorwärts und laugte, so früh man auch ausgegangen war, erst spät und ermüdet am Om der Bestimmung an.

Im Jahr 1815. wurden zu Offenburg geboren: männlich 49; weiblich 60. Summ 109. — Gestorben : männlich 62; weiblich 48, Summe M. — Getraut: 29 Paare.