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Amerika. New -Jork . 31. Zull. Das Heer, über welches M'Clellan bereits den Oberbefehl übernommen hat, wirv jetzt reorganisirt und verstärkt. Unter ven heilsamen Verbellt runge». die getroffen, sind besonders zwei hcrvorzu- heben: fortan soll nicht mehr jeder Lump oder Summier, der 80 Man» zusammentreibt, Hquplman» werden und Osficiers- stelle bekleiden, sondern es soll eine vorher anzustellende Prüfung über die Brauchbarkeit des Officiers entscheiden. Wenn man früher selbst verständige Amerikaner auf die Noih- wendigkeit derartiger Präventiv-Maaßregeln hinwies, ,o lautete die Antwort, sie entsprächen nicht dem Geiste des Volkes und wirkten lähmend auf die Begeisterung; auch seien Ke eine Nachäffung europäischer Engherzigkeit. Jetzt stößt die Erfahrung eines einzigen Tages diese Vorurthcile über den Haufen und drängt den Amerikanern die Erfahrung anderer civilisirter Völker als Nothwenigkeit auf. Sodann will man endlich anfange», die Truppen brigaden- und divisiouswcise exerciren zu laffen, was, unglaublich genug, bisher noch nicht geschehe» war. So kannten denn die meisten Soldaten ihren General nicht, und an eine einheitliche Leitung des Gefechtes war gar nicht zu denken. Sämmtliche Augenzeugen versichern, daß sich die Schlacht bei Bull's Run in lauter indiauerarrigen Einzelkamps und Angriff auflöste. Uebrigens haben sich die schlimmen Folgen der Niederlage bei Bulbs Run schon darin geäußert, daß die Bundestruppen aus zwei strategisch wichtigen Punkten gezogen werden mußten. Das Lager bei Hamptou und Newport News ist ausgehoben, vier Regimenter sind von da nach Washington beordert, und es ist nur Fort Monroe besetzt gehalten. Die paar Regimenter, die dort liegen (darunter die deutschen Turner und das Steudeu-Regimeich, haben für die Offensive gegen Richmond gar keine Bedeutung mchr. Im Westen von Washington hat General Banks, der Nachfolger des unfähigen und verrätherischen Patterson, Harper'S Ferry räumen muffen, und ist auf das Marylandcr User des Potomac übergegangeu: ein Beweis dafür, daß er sich aus die Defensive gegen die aus Virginien anrückendea Rebellen beschränken muß. Wir sind also wieder so weit, wie vor drei Monaten. Es ist in dieser ganzen kostbaren Zeit nicht allein nichts erreicht, sondern unendlich viel verloren worden: denn die Begeisterung des Volkes ist gedämpft, seine Opserfreudigkeit gelähmt, sein Blut unnütz vergeudet und sein Geldbeutel ungebührlich in Anspruch genommen worden. Den trüben Ernst der Lage kennzeichnet der Umstand, daß es dem Finanzminister in der letzten Woche nicht gelingen wollte, fünf Millionen Dollars zur Bestreitung der lausenden Ausgaben an der hiesigen Börse blos leihweise aufzutreiben. Unter diesen schlechten Aussichten wird natürlich auch mit der Negozzirung des neuen Anlehens so lange als möglich zurückgehalten.
R e w - I o r k, 4. August. General M'Clcllan hat in Washington sein Hauptquartier errichtet, und es soll ihm rasch gelingen, das Chaos, welches auf die Niederlage von Bull's Run folgte, in Ordnung zu verwandeln. Die Vor- postcnkettc ging schon den Potomac hinauf und stößt an die Piquets des Generals Banks , der in Harpers Ferry kom- mandirt. — Aus Springfield in Missouri schreibt man, daß Hunderte von Unionsanhängern aus Texas und Arkansas in diesen Staat fliehen, um den Verfolgungen der Rebellen zu entgehen.
New-Iork, 8. August. Ein Haufe Sonderbündler unter General M Cullagh ist bei Dugassprings in Missouri von General Lyon geschlagen worden. Während des Kampfes schlugen sich 270 nordische Kavalleristen durch 4000 südliche Infanteristen durch. Der Kaper „Petrel" ist von der Fregatte -St. Lawrence" in Grund gebohrt und seine Mannschaft gefangen worden. Man soll eine sonderbündlerische Abteilung 2 Meilen vom Potomac gesehen haben. Dieser Fluß ist von Alexandria an bis Harpers Ferry wohl bewacht und außer Gefahr, überschritten zu werden. An der Küste von Nord-Carolina wimmelt es von Kaperschiffen. Mehrere Fahrzeuge find genommen. 1000 Sonderbündler, die das Unionslager bei Athen in Missouri «»griffen, wurden mit Verlust zurückgeschlagen.
New-Aork, 10. Aug Die Sonderbündler sollen große Streitkräfte in Fair fax zusammenziehen und sich da besestrgen. Sie haben Ha mp ton bei Monroe eingeäschert.
Die badische Landes - Gewerbe- Ausstellung zu jiarlsruhe 1861 .
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Zn dem Pavillon und dem Orangeriegebäude, den beiden zur Ausstellung günstigsten Räumen, befinden sich die 1. und 2. Abtheilung aufgestellt. Zn der Mitte des Pavillons entsendet ein Springbrunnen von C. Schwickert in Pforzheim kühlende Wasser in die luftigen Räume, während ein kleiner Blumentisch von lackirtem Blech mit Aquarium von Aug. Mayerle in Karlsruhe und ein solcher von Zos. Fowo in Konstanz , ebenfalls mit Wafferwerkchen, daselbst aufgestellt sind. Zur weiteren Ausschmückung dieses Locals dienen 2 Büsten in Gyps von Aug. Meyerhuber in Karls ruhe ; Paramente von Boos in Bonudorf, Thonvascn von Schneider in Zell a. H., wie denn aber hauptsächlich 3 große herrliche Spiegel aus der Spiegelglasfab r i k zu Mannheim mit Rahmen von Roucourt u. Co. in Mannheim . Diese schönen Stücke finden allgemeine Bewunderung, die ihren höchste» Ausdruck erreicht, wenn sich das Auge des Beschauers einer reinen Glastafel zuwendet, welche in einer Thür-Nische angebracht ist und die Aussicht in den botanischen Garten eröffnet. Die außerordentliche Reinheit des Glases läßt es in der Luftschichte ohne besondere Aufmerksamkeit nicht wahr- nchmen, und nicht Wenige glaubten, cs sei hier statt eines Fensters ein freier Durchgang in den Garten, bis denn ein Besucher schnurstracks hinauseilen wollte und mit der Rase an die herrliche Glasplatte anstieß, was zu heiterem Gerede Veranlassung bot, jedoch die beste Empfehlung der Kunst- arbeit brachte. Mit diesen vorbcnannten Gegenständen, die verschiedenen Abthcilungen angchören, finden »och in dem Pavillon Vertretung die Zinnfolien von Hpt. Rousseau m Mannheim, die fleißige Arbeit des Glasers Zmmendörfer in Karlsruhe , ein Secretär in Glas, und dann ei» mächtiger Strauß künstlicher Blumen von R. Wittelsbach in Baden , wie ein Sortiment Stearinkerzen der badischen Steariu- fabrik in Mannheim . Dasselbe besteht aus etwa 10,000 Stück und ist in Form eines vieleckigen abgebrochenen Thurmes aufgestellt. Tritt man nun in das Orangeriegc- bäude ein, so ist das Auge wahrhaft geblendet von der daselbst entfaltenen Pracht herrlicher Meisterwerke und schöner Arrangements. Zu beiden Seiten des Gebäudes befinden sich je 12 Nischen, die nun zur Hälfte mit Zimmerausstat- tungen, zur andern Hälfte mit Manufactur- und Bekleidungs- gegeuständen ausgeschmückt sind. Bleiben wir vorerst bei den Möbelausstattungen, so finden wir da einen Salon und ein Boudoir von Haßlinger u. Co. in Karlsruhe auf wahrhaft schöne Weise ausgcstattet und decorirt. Besonders bemerkcnswerth erscheint dabei ein Schreibbureau, das 11 Schubgefachc hat, die sich alle durch die Schiebung der Schreibplatte öffnen und schließen, und so zu allen diesen Fächern nur ein Schlüssel erforderlich ist. Die weiteren Zimmerlogen find auf außerordentlich reiche Weise ausgestattet von den Herren D. Lautcrmilch (ein vollst. Bett mit Himmel u. s. w), M. Lauterinilch, eine schöne Garnitur, Gebr. Himmelheber, Ehr. Böhringcr; Fr. Kluge, Krauth, A. Meyerhuber, A. Hildenbrand aus Karlsruhe durch reiche Ammcublements; F. W. Bürck in Mannheim ist durch Billard, Buffet und einen Schreibtisch hervorragend vertreten Carl Frey, Tapezier in Bühl ; D. Krauth, Schreiner in Eberbach ; I. N Duclli in Meersburg ; I. Risterer in Villingen ; Fr. Renk in Pforzheim ; Körner und Heilbock in Villingen ; L Hacker m Offenburg haben noch schöne Möbel und Polsterarbeitcn ausgestellt, wie denn W. Wolfs, Korbsabrikant in Mannheim (Garnitur von Canappe, Tisch, Arbeitstisch und 6 Sessel) und Ph. Dörzenbach, Seffelfabrik in Heidelberg , noch anerkenncnswerthe Vertretung genommen haben, und findet Muntz, Hofsattler und Tapezier, in Decoration und Polsterarbeit vielfache Anerkennung. In Spiegeln erblicken wir weiter schöne Sachen von A. Bilgcr in Karlsruhe ; Ludw. Zos. Scheuer in Mannheim , durch neue Formen ausgezeichnet, C. Krauth, Uhland und Sohn und Z B. Ziegler in Karlsruhe und F. Ricger in' Pforzheim ; wie ferner Muster in Goldleisten von Ludw. Zos. Scheuer in Mannheim und Zos. Dornbusch u. Co. in Villingen ; F. Maurer in Lahr und F. A. Sundhäuser in Kehl . In Tapeten haben ausgestellt: L. Kämmerer und