€ guter Kath.
(In Pfälzer Mundart.)
An dene Doktor, liebes Kind,
Mer gar viel auszusetze sind't.
Der Len' verschreibt Recepte lang,
Sieht nier se an, werd's eem fchun bang. Der stikt halt unner eener Deck'
Mit Apotheker, Loß mer'n weg!
Der Anner ganz neimodifch fecht,
Ae eenzigi Arznei war' recht.
Als Homöopath spielt der sich uf;
Ich geb' dir aa nit viel do druf.
Doch eenig sin se alle Zwee,
wann's an die Rechnung geht, — o weh!
vier Mark loscht jetz so e visit';
Behit' mich Gott ! — ich duh nit mit.
Drum schaff' Raus mittel lieber an,
Do hoscht de aach was Sichres dran;
Un in dem Schränke! heb' se uf, „ksausapothek" schreib owe druf.
Braußpulver, des weeß Jedermann, Daß mer die nit entbehre'kann.
Mer kaaft se sunscht in Babiercher,
In Schachtle sin se billicher.
Stellt sich e Bissel Leibweh' ein,
A am ill eth e e werd's beschte sein;
Doch fange gar die Arämpf' noch an,
So nemm e Pötche Baldrian.
vielleicht is der's im Mage schlecht,
Do is Melissegeischt ganz recht;
's hilft immer, meent die gut' Luis';
L Stift Zucker macht en süß.
Die Pefferminz nor nit vergeß,
Ls is was Ausgezeichnetes:
In Aichelcher un aach als Thee vertreibl's ganz sicher manches lveh.
Aummt aber ebbes gar zu gschwind,
(Du werscht mich schun verstehn, mein Aindl)
Do nemm vier Vpiumtroppe glei,
In fünf Minute is vorbei.
wann Len's sich in de Finger fchneid't,
L altes Mittel halt bereit:
L gutes Blaschter vun Schoklad war schun vor hunnert Johr probat.
Die Tante seelig Hot als g'sagt:
„Prinzessewasser", gebt nor Acht,
Des macht die allerschönschte ksäut'
Bei junge un bei alte Leut."
willscht de die Handschuh Wäsche fein,
So stell' der e Glas Naphta ein;
Lavendelwasser des is gut, wann Flecke Len's rausmache thut.
Is awer noch e Plätze! frei,
L kleeni Schachtel schaff' der bei
Mit Bläschtercher for's Hiihneraag,
Dann so e Gschicht is aach e plag.
Am Bescht' is awer, du bleibscht gsund,
Mer wolle 's winsche, alle Stund!
Un laßt dich Leid un Weh in Ruh,
Bleibt's Apothekerschränkel zu.
's Christkinde! hot's aach deitlich gsagt,
Nor for die N o t h s ä l l' wär's gemacht.
(Lin Weihnachts-Gedicht des ehemaligen Areisgerichtsrathes und Untersuchungsrichters I. wedekind zu Dffenburg f als Dberlandgerichtsrath zu Larlsruhe *896.)
Briefkasten des Alten Offeburger.
I. W. hier. Auch wir erfuhren die Affaire betr. des plötzlich e«t-- lassenen „Schutzmann"? Held. Wir müssen in nächster Nummer darauf zurückkommen.
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Zu recht zahlreicher Theilnahme ladet die Mitglieder freundlichst ein.
1244 Der Borstand.
Wk
mr.k
Bekanntmachung.
Wir ersuchen die Geschäftsleute dringend, ihre Forderungen für Arbeiten oder Lieferungen für die Stadt und weltlichen Ortsstiftungen ungesäumt und spätestens bis zum 10. Dezember eiuzureichen.
Bezüglich später eingereichter Forderungszettel kann auf Befriedigung in diesem Rechnungsjahr kein Anspruch mehr erhoben werden.
Ofsenburg, den 3. November 1902.
Der Gemeinderath:
1236.2.1 Hermann. MMuer.