adener Wochenblatt
Baarener Anzeiger
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2 x wöchentlich Gerichtsstand u. Erfüllungsort Baden-Baden Geschäftsstelle' Stefanienstrafje Nr. 3 ^osischedc-Konto Karlsruhe Nr. 14 137
Gegründet 1811
Neue Folge Nr. 19
Baden-Baden, Samstag, den 6. Oktober 1945
Bezugspreis: Monatlich durch die Träger 1.20 RM. einschließlich iragerlohn Einzelnummer 15 Pfennig Abbestellungen können nur bis zum 25. des Monats erfolgen. Fernruf: Verlag und
( Geschäftsstelle Nr. 23, 277 Schriftleitung Nr. 801
Morgenzeltung
1. Jahrgang
Empfangsversammlung im Casino
Zur vorgeschriebenen Zeit, 11 m 5 Uhr nachmittags, waren im Casinosaal 0a salle du Foyer du Soldat) in der Beifortstraße (im Theaterraum) alle Plätze von den Vertretern aus Stadt und Land, nach ihren Bezirken gegliedert, besetzt. Staate - und Stadtbeamte, Geistliche und Lehrer und alle sonstigen Berufe des gesamten wirtschaftlichen Lebens aus den französisch besetzten Gebieten Württembergs und Badens .
Kurz vor 7 Uhr erschien General de Gaulle mit seinem militärischen Gefolge im Saale, von den zu edinem Empfang erschienenen deutschen Vertretern der französischen Zone Württemberg— Badens durch Erheben von den Sitzen begrüßt.
Ansprttdie General de Gerades
General de Gaulle, der in Erscheinung, Wort und Bewegung augenscheinlich auf alle einen sehr sympathischen Eindruck machte, schritt sofort auf den Rednerplatz zu, um von hier aus in einer in den einzelnen Sätzen vom Dolmetscher deutsch wiedergegebenen Rede in französischer Sprache seinen Dank und seine Freude über die Begrüßung zum Ausdruck zu bringen, die ihm diese Versammlung ,,der verantwortlichen Vertreter der deutschen Wirtschaft und des Wiederaufbaus“, wie- General de Gaulle die Erschienenen seinerseits begrüßte, entgegeri- gebracht habe.
Die Schwierigkeiten so betonte er hierbei, in welchen sich die von der Schwere des Krieges getroffenen Länder befinden, seien groß und auch die Aufgaben, die für Beide sich daraus
ergäben. Aufgaben, die sich nicht nur auf materiellem Gebiete, sonder auch auf dem geistigen und moralischen, dem der Erziehung einstellen.
Es handle sich hier um eine Aufgabe, die den Europäern gemeinsam gestellt sei. Dann werde auch wieder eine Zeit kommen, wo die Beziehungen zwischen Frankreich , Baden und Württemberg wieder so nahe sein würden, wie in früheren Tagen.
Die Ansprache Generals de Gaulle, mehrfach von Beifall unterbrochen, fand die herzliche Zustimmung der anwesenden Vertreter ihrer Länder. Die Zeremonie selbst war damit zu Ende. Der französische Staatschef verließ bald nach seiner Rede den Saal. Die deut schen Hörer standen noch weiter unter dem Eindruck seiner mit großer Wärme vorgebrachten Versicherungen.
Ausklang
Im großen Saale des Hotels „Freiburger Hof* fanden sich dann die Vertretet der einzelnen Bezirke zu einem gemeinsamen, einfachen, aber schmackhaften Abendessen zusammen, bei dem die soeben erlebte historische Szene im Mittel-, Punkt aller Gespräche stand Bis auch hier die Scheidestunde schlug und Alles seinen vorgeschriebenen Unterkünften zustrebte, um andern Tags wieder die Rückfahrt in die Heimat anzutreten. Was die Baden-Badener in der besonderen Erwartung tun konnten, General de Gaulle vor seiner Fahrt über Straßburg nun auch in ihrer Stadt wieder anzutreffen.
Unterredung Mac Arthur - Hiru-Hito
Politisches Tagebuth
I. Oktober 1945
General P a 11 o n wird des Kommandos der dritten Armee enthoben und mit dem Kommando der i5. Armee betraut.
Gründung eines Deutschen Presse- ▼ erbandes in Berlin der dem Gewerkschaftsverband angeschlossen ist. Jeder nazifeindliche deutsche Journalist kann Mitglied dieses Verbandes werden.
Die Stephanskrone wurde von der Reichsbank in Frankfurt nach Baden in sichere Verwahrung gebracht.
3. Oktober 1945
Die Anerkennung der österreichischen Regierung Renner wird erwartet. Audi soll die Pressefreiheit auf Beschluß des alliierten Kontrollrates eingeführt werden, soweit sie der militärischen Sicherheit nicht ob-' träglich ist.
4. Oktober 1945
General de Gaulle in Freiburg,1 . Br.
5. Oktober 1945 ,
General de Gaulle in Baden-Baden .
Ibmontierung weiterer Fabriken
Frankfurt . — Die amerikanische Militärregierung hat die Abmontierung von elf weiteren deutschen Werken, darunter der Fabrik von Brown Boveri in Eberbach beschlossen. Die Betriebe werden den Vereinten Nationen zur Verfügung gestellt werd'en; über ihre Verteilung ist noch kein Beschluß gefaßt worden. Die anderen betroffenen Werke sind die Fabriken „B. M. W. Nr. 1* in München , die Flug- zeugmotore herstellten, die Dieselmotorenwerke Klöckner-Humbolt-Deufe in Oberursel , die Optischen und Mechanischen Werke Hen- soldt in Herborn , das Kraftwerk Gendori bei München , die Bremer Elektrizitätswerke Hastedt, die Generatoren des Kraftwerks Töging, die drei Werkzeugfabriken Fritz Müller in Ober-Eßlingen , Bohner-Köhle in Eßlingen und Hans Kolb in Stuttgart sowie die Sprengstoffwerke Heß-Lic&tenau in Fürstiahn.
Karlsruhe -Heidelberg weiterhin nur für Berufs- und Dienstverkehr
Karlsruhe. — In der Benützung der Pendelzüge Heidelberg -Bruchsal und Bruchsal -Karls ruhe bleibt die Beschränkung auf den reinen Berufs- und Dienstverkehr noch weiterhin aufrecht erhalten. Er ist von der bisherigen Bescheinigung abhängig. Der Zivilverkehr wird auf andere Fahrmöglichkeiten verwiesen, wie sie sich zum Beispiel durch den dreimal wöchentlich eingerichteten Omnibusverkehr der Reichspost zwischen Karlsruhe-Heidelberg und zurück ergeben. Für die Rückwanderer sind besondere Sammelwagen bei der Reichsbahn eingerichtet worden.
Anläßlich des Besuches des Generals de Gaulle in Freiburg i. B., hatte das Militär-Gouvernement der französischen Zone die Vertreter der einzelnen Stcdt- und Landgebiete Württembergs und Badens zur Teilnahme an der feierlichen Begrüßung des französischen Staatscheis eingeladen. Die Stadt B a d en- Baden war hierbei durch ihren Oberbürgermeister Dr. B e c k, seinen Stellvertreter Dr. Schacht, mehrere Mitglieder des Bürgerrats und führende Persönlichkeiten der einzelnen Berufsstände vertreten. Für das Badener Tagblatt, als der ersten in der französischen Zone erschienenen deutschen Zeitung, nahm dessen Chefredakteur als Gast an der Freiburger Veranstaltung teil.
aus erfolgte am frühen Morgen des Donnerstag in mehrerenAutos, die freundliche! zur Verfügung gestellt waren. Der Wagen des Vertreters des Handels, Herrn Valentin Fischer, der außer diesem und seiner Begleitung auch den Schreiber dieses Berichtes trug, hatte bei dem schönen Wetter eine gute Fahrt und langte schon um 10 Uhr vormittags
an. Die Sonne hatte bald den Oktobernebel durchbrochen und die alten Städte, die wir auf der Fahrt durchquerten, zeigten all ihre köstlichen Reize und riefen viel geschichtliche Erinnerungen wach. Ging es doch selbst einer geschichtlichen Stunde entgegen.
In Freiburg nahm uns als zugewiesene Unterkunftsstätte das sehr freundliche „Hotel zur Post" in der Eisenbahnstraße auf, dessen liebenswürdiger und zuvorkommender Besitzer, Herr Buhl, dem Posf-Hotel in Baden- Baden-Oos entstammt, eine gute Fügung. Bei der Entgegennahme der einzelnen Ausweiskarten ergab sich, daß die Versammlung zur Begrüßung General de Gaulles auf nachmittags 5 Uhr angesetzt war. So blieb noch Zeit und Gelegenheit genug, die ehrwürdige und einst so schöne Breisgauperle an der Dreisam nach allen Richtungen zu durchstreifen, und die furchtbaren Verwüstungen zu. schauen, die ihr der Krieg in solch verhörendem Maße, namentlich in der Mittelstadt , im Umkreis des Münsters eingetragen. Aber aus all diesem Trümmer- und Ruinengewirr ragte der Münsterturm selbst mit seinem berückenden Filigran, von Sonnenlicht golden umspielt, in die klare Oktoberlutt wie eine Verheißung einer Zukunft, die auch Freiburgs Schönheit sich wieder in alter Köstlichkeit erheben läßt.
London . — Der Sprecher des kaiserlichen Palastes hat den Sonderberichterstatter der Reuteragentur in Tokio empfangen und ihm Erklärungen über die Unterredung zwischen Hiro Hito und General Mac Arthur gegeben,
„General Mac Arthur hat einen Eindruck auf den Kaiser gemacht. Dieser war durch die Tatsache angenehm berührt, daß General Mae Arthur sich jeder Anspielung auf die Frage der Verantwortung am Kriege enthalten hat. Der Kaiser hat'die Ansicht geäußert, daß nur die Geschichtsschreiber der Zukunft über diesen Punkt ein endgültiges Urteil werden fällen können.
Kaiser Hiro Hito betonte daß die amerikani sche Besetzung Japans ohne den geringsten Zwischenfall verwirklicht werden konnte. Seinerseits hat General Mac Arthur bemerkt, daß die friedlichen Umstände unter denen die Besetzung des japanischen Mutterlandes erfolgte, zweifellos das Ergebnis der kaiserlichen Anweisungen sind. Er fügte hinzu, daß er dem Kaiser dafür dankbar sei, daß diese Besetzung ohne jedes Blutvergießen vor sich gehen konnte. Beide
haben zugegeben, daß Tausende von Menschenleben beiderseits geopfert und Japan vollständig zerstört worden wäre, wenn diese Besetzung mit Gewalt hätte durchgeführt werden müssen. Nach gemeinsamer Prüfung der verschiedenen Maßnahmen, welche durch die Besetzung unentbehrlich geworden sind, drückte der Kaiser seine Genugtuung über die bereite erzielten Fortschritte aus. Alsdann hat der amerikanische General die Frage gestellt, ob der Kaiser im Hinblick auf den Wiederaufbau Japans Vorschläge zu machen habe. General Mac Arthur gab in diesem Zusammenhang die Versicherung ab, daß diese sobald als möglich nnter der Bedingung in die Tat umgesetzt werden würden, wenn die Alliierten sie annehmen könnten.
Der Sprecher fügte hinzu, daß niemand in Japan das geringste persönliche Rachegefühl gegenüber Mae Arthur empfinde und daß im Gegenteil die öffentliche Meinung sogar hoffe, daß er in Bälde dem Kaiser einen Höflichkeitsbesuch werde abstatten können.
Nach einigen einleitenden .Worten über die geschichtliche Vergangenheit der Stadt Rott weil und über das glimpfliche Ergehen der Stadt bei der Besetzung kam Landesbischof D. Wurm auf die große Not und das Elend der Bevölkerung ganz Deutschlands , namentlich aber der Ostgebiete zu sprechen. Wie ist es möglich, daß Deutschland , das doch durch den ersten Weltkrieg so viel gelitten hat, nun diese schwerste Prüfung noch auf sich nehmen muß? Wer trägt die Schuld? Warum wird uns erneut Schwerstes auferlegt? Es unterliegt keinem Zweifel, daß das deutsche Volk in den letzten Jahrzehnten, vielleicht .sogar schon im letzten und dem vergangenen Jahrhundert sich Gott entfremdet hat. Durch die zunehmen Industrialisierung und die Technisierung Ist das deutsche Volk oberflächlich geworden, hat sich nicht mehr viel um geistliche Dinge gekümmert, der Nationalsozialismus lehnte Christus ab und betrachtete den Hang zur Kirche und zum Glauben als überwundenen Standpunkt.
Unser Volk muß wieder zum Glauben zu- riiekünden. Es sind Anzeichen vorhanden, daß viele schwer Geprüfte, z. B in Gefangenenlagern die Stunde erkannt haben und umgekehrt sind.
Warme Worte fand der Landesbischof über die Liebe zum Nächsten, zur Gemeinschaft. Er streifte dabei auch das Zusammengehen der beiden Konfessionen und gedachte mit neidloser Bewunderung der Tätigkeit der Katholischen Kirche und ihrer chari- tativen Einrichtungen.
Der Vortragende berichtete sodann über die Zusammenkunft des ev. Kirchenbundes in Treysa bei Kassel , in dem die Landeskirchen durch 6 Lutheraner, 4 Unierte und 2 Reformierte vertreten waren. Zum Vorsitzenden des
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Der Prozeß der Kriegsverbrecher
Die erste Verhandlung gegenüber Kriegsverbrechern wird am 8. Oktober in Berlin stattfinden. Diese Sitzung wird eine rein förmliche sein und der eigentliche Prozeß wird in Nürnberg abgeb alten werden.
Belgische Entscheidung
London . — Das belgische Kabinett hat be- sch'ossrn. dem Parlament ein Gesetz vorzulegen, nach (tem die Zivilliste des Königs Leopold auf seinen Rruder, den Prinzregenten Charles, über- trzaen wird.
Kirchenbundes wurde der Landesbischof von Württemberg , d. h. der Vortragende selbst, Herr D. Wurm, gewählt, als sein Stellvertreter und Vertreter der neueren Richtung "der bekannte Pastor Niemöller, der 8 Jahre im Konzentrationslager Dachau gefangen saß.
Schließlich berichtete der Vortragende noch über einen Brief, den er vom Bischof von Lon don , Chichester Bell, erhalten hat, in dem der Scdiieibei ihn seiner Mitarbeit beim Aufbau des Friedens unter den Völkern, namentlich zwischen dem englischen und deutschen Volk versichert, daß es in erster Linie die Kirdbe sei, die zu einer Völkerverständigung beitragen kann.
Der Saal des ev. Gemeindehauses war bis auf den letzten Platz gefüllt und atemlos lauschte die versammelte Menge den erschütternden und ermahnenden Worten des verehrten Ländesbischofs. D.
Verluste der amerikanischen Armee
Washington . — Das amerikanische Kriegsministerium veröffentlichte eine neue Gesamtverlustliste der Armee: Gefallene 250 000, Vermißte 23 271, Gefangene 121 130 Mann. 362 289 Verwundete sind inzwischen wieder als geheilt entlassen worden und zu ihren Einheiten zurückgekehrt.
Neue Zeitung in Wiesbaden Wiesbaden . — Unter der Leitung von C. A. Mayer und F. O. U 1 m, die beide als Nazi- Gegner bekannt sind, erscheint seit dem 2. Oktober der „Wiesbadener Kurier*. Der 8itz der Zeitu&g befindet sich in dem früheren Gebäude des „Wiesbadener Tagblatt*.
Zum Regierungswechsel ln Bayern München . — Zum Regierungswechsel in Bayern wird ergänzend bekannt, daß der bisherige Ministerpräsident Schäffer an General Patton das Ersuchen gerichtet hat, sich vor General Eisenhower persönlich rechtfertigen zu können. Schäffer wird u. a. vorgeworfen, er habe sich für verschiedene seiner Minister die für ihre Nazisympathien bekannt sind, persönlich eingesetzt.
Über die Vorgeschichte des Regierungswechsels in Bayern wird gemeldet, daß das amerikanische Hauptquartier in Frankfurt auf Grund zahlreicher Klagen eine Untersuchung anordnete und zu diesem Zweck einen Bevollmächtigten nach München entsandte. Mitte der vergangenen Woche erschien auch der politische Berater General Eisenhowers, Murphy, in München , um an Ort und Stelle einen Überblick über die Lage zu gewinnen. Auf Grund dieser Untersuchungen hat das
Berlin . — Zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilte das Oberste Gericht der britischen Militärregierung in Berlin den bisherigen Leiter der politischen Abteilung der Polizei-Inspektion Spandau , Walter Dobrunz, der sich, wie es in der Urteilsbegründung heißt, der schlimmsten Nazimethoden bediente und nach Gestapo -Muster gegen die Bevölkerung vorging.
Die Anklage lautete auf Körperverletzung, Nötigung, räuberische Erpressung, Amtsunterschlagung und Amtspili chtverletzung als Vorgesetzter. Als Beweismaterial lag eine gewaltige Menge des gestohlenen Diebesgutes wie Schmucksachen, Kleider und Wäsche, die Dobrunz bei seinen willkürlichen und wahllosen Haussuchungen beschlagnahmt hatte und für sich persönlich verwandte, auf einem Tisch.
Walter Dobrunz ließ unzählige Personen, die
auf seine Anordnung zum Teil aus persönlichen Gründen festgenommen wurden im Keller des Polizei-Dienstgebäudes durch uniformierte Beamte mit Kabelstücken und anderen Prügelwerkzeugen mißhandeln.
Dobrunz selbst beteiligte sich ebenfalls an diesen Vernehmungen pach Gestapo -Muster und erpreßte durch weitere Mißhandlungen und Drohungen .von. den verhafteten Personen Aussagen und schriftliche Erklärungen.
Heimkehr -der „Heiligen Hand'.
Budapest . — Die „Heilige Hand*, die als Reliquie verehrte- Rechte des Staatsgründers, Stefan des Heiligen, wurde von einer Delegation a m e ri k a n i s c h e r Truppen der Regierung Miklos übergeben, so daß sie sich wieder in Budapest befindet. Das Pfeilkreuzregime hatte neben dem Goldschatz der Nationalbank im Spätherbst des letzten Jahres auch alle Reichskleinodian nach Deutschland
amerikanische Hauptquartier rasch gehandelt und Dr. Högner an die Stelle Schäffers gesetzt. Gleichzeitig sind Anweisungen ergangen, die Säuberung des bayrischen Regierungsapparates von Nationalsozialisten nicht nur rascher, sondern auch tiefgreifender durchzuführen. In den letzten Tagen sind nun zahlreiche ehemalige Nationalsozialisten aus hohen Regierungsämtern entfernt und zum Teil verhaftet worden.
Wiedereröffnung der deutschen Schalen
London . — Radio Luxemburg meldet, daß die deutschen Schulen in der britischen und ameri kanischen Zone ihren Lehrbetrieb wieder aufgenommen haben. Allein in der amerikanischen Zone sind 1900 000 Kinder, davon 90 Prozent im Alter von 6—14 Jahrein, zum Unterricht zugelassen worden. Die übrigen müssen abwarten, bis die nötigen Schulräume zur Verfügung stehen.
Katholische Jugendbewegung
Frankfurt . — Der katholische Klerus unter der Leitung des Bischofs von Mainz teilte der ame rikanischen Militärregierung mit, daß in ihrer Besetzungszone eine katholische Jugendbewegung ins Leben gerufen werde. Die alte nationalsozialistische Idee von der Bildung großer Sportorganisationen zwecks „körperlicher Ertüchtigung“ wird aufgegeben. Wie die ameri kanischen Armeestellen hierzu mifteilen, soll künftig nur noch von kleinen organisierten Gruppen Sport betrieben werden dürfen.
und Österreich gebracht. Die „Heilige Hand* ist dann im Mai von der amerikanischen Armee in einem katholischen Pfarrhof bei Matt see nordöstlich von Salzburg aufgefunden worden. Die schnelle Rückgabe der Reliquje, die bei der historischen und religiösen Veranlagung der Magyaren., einen starken Eindruck aut die Volkspsyche ausüben mußte, hat eine große Sympathiekundgebung von mehreren tausend Personen vor der amerikanischen Gesandtschaft hervorgerufen.
Unerwünschte Ausländer in Spanien New York . — Der amerikanische Informationsdienst erfährt aus Madrid : Laut Erklärung eines amerikanischen Beamten treffen die Alliierten zurzeit Maßnahmen, um die Heimbeförderung der in Spanien ansässigen 2 000 Ausländer, welche als „gefährlich für die alliierten Interessen“ bezeichnet sind, zu beschleunigen. Unter diesen unerwünschten Personen sollen sich etwa 15 Mitglieder der deutschen Botschaft und Konsulate sowie 600 Personen, die als Geheimagenten des Nazismus angesehen werden, befinden.