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Baden»! Tagblatt

Mittwoch, dm 7. RomibM 1B4S

Aus dam ZBadan-S&adanot At d afMonshaUndat

Wir haben wieder einen treuen Berufskame­raden verloren. Druckermeister August Egger- d e r, Ebenechtweg 18, der Ober 50 J ah re unserem Hause in vorbildlicher Weise diente, starb vor ei­nigen Tagen im Alter von 83 Jahren. Egger- der war ein tüchtiger Buchdrucker, der eich vor allem durch seine guten Illustrations- und Farb­drucke auszeichnete und eich auf diesem Gebiete neben seinen menschlichen und charakterlichen Vorzügen viele Freunde erwarb.

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Am kommenden Donnerstag, Freitag und Samstag wird zu den üblichen Schalter­stunden die Invaliden-, Alters-, Waisen- und Knappschaftsrente für den Monat Oktober mit der Hälfte der früheren Zahlungen bei der Post ausbesahlt.

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Dienstjubiläum. Der Werksangehörige der Stadtwerke, Uhrmacher Friedrich Trotisr, vollendete am 30. Oktober eine ununterbrochene, 40jährige Dienstzeit In Anerkennung seiner treuen Dienste wurden dem Jubilar durch die Be­triebsleitung der Stadtwerke die Glückwünsche der Stadtverwaltung in würdiger Form ausge­sprochen. Das „Badener Tagblatt" schließt sich den Wünschen aufs ° herzlichete an.

Frau Karoline Rätzinger in Geroldsau be­geht ihren 88. Geburtstag in körperlicher und gei­stiger Frische. Wir gratulieren herzliche t.

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Freitag feiert Fräulein Mina Leimigkeit ihren 75. Geburtstag. Wir wünschen der Jubi­larin einen gesegneten Lebensabend.

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Sämtliche Rechtspflegeeinrich­tungen des Amtsgerichts Baden-Baden ha­ben ihre Tätigkeit wieder aufgenommen.

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Das Märdtensplel „Schneewittchen* muB wegen Krankheitsfall aut Samstag, 17. No­vember und Sonntag, 18. November verlegt werden. Bereits gelöste Karten behalten Ihre aaitfgiMU.

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Für den 10. und 11. November sind im Kleinen Theater, um 18.30 Uhr beginnend, Wie­derholungen der kabarettistischen Revue „Teto- sis ion “ vorgesehen.

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Als sinfonisches Hauptwerk des dritten Sin­fonie-Konzerts unter der Leitung von GMD. Gotth. Leasing am kommenden Sonn­tag gelangt die 3. Sinfonie in Es-dur (Eroica ) von Ludwig van Beethoven zur Aufführung, während der erste Teil des Konzertes französi­scher Musik gewidmet ist. An orchestralen Wer­ken gelangen 2 Tänze von Jehan Alain sowie die Berceuse höroique von Claude Debussy zur Wie­dergabe. Die Solistin des Abends. E 1 i e 11 e ßehenneberg, von der Grande Opöra in Paris , singt Lieder mit Orchester von Faurö. Jäu- bert und CapleC

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Professor Ernst Wilhelm Eschmann spricht am kommenden Montag, 12. November, im Kleinen Bühnensaal (18.15 Uhr) über das The­ma „Gestalten der französischen Literatur des 20. Jahrhundert“.

Passierscheine and Stempel für Belsen Ins amerikanisch besetzte Gebiet

Für die Einholung von Passierscheinen bzw. Abstempelung für den Uebergang in das ame­rikanisch besetzte Gebiet befindet sich in Karlsruhe die Dienststelle der Militärbehörde ln der Helmholjj-Schule, Kaiserallee 4, direkt beim Mülburgertor, vom Hauptbahnhof mit der Straßenbahnlinie 5 (Richtung Stößerstraße) erreichbar. Für die Nachtzeit ist als Er­leichterung eine besondere Stelle im Haupt­bahnhof neu eingerichtet, die von 21 Uhr ab am Schalter der Reichsbahnauskunft Hauptbahnhof in Anspruch genommen werden kann. Für den umgekehrten Vorgang, also zur Erlangung des französischen Stempels befin­det sich eine Dienststelle gegenüber dem Hauptbahnhof im früheren Bahnhofhotel Reichshof wr.

Achtung! NeUOr kskrplsn Ad***!

Schnell- und EHxüge bleiben erhalten — Mittägliche Personenzüge entfallen außer sams­tags — Streckenweiser Wegfall des Sonntagsverkehrs

Abfahrt Ankunft

.-Baden

B.-Oos Anschlüsse

in B.-Oos

5.37

5.44

Baden-Oos

ab 5.50

Karlsruhe

an 7.00

6.48

6.55

Baden-Oos

ab 7.03

Ottenburg

an 9.00

—

—

Baden-Oos

ab 8.29 E

Weil

an 13.47

10.30

10.37

Baden-Oos

ab 10.52 E

Karlsruhe

an 11.42

14.23 (Sa) 14.30

(Sa) Baden-Oos

ab 14.43

Offenburg

an 16.35

15.00 (Sa) 15.07

(Sa) Baden-Oos

ab 15.14

Karlsruhe

an 16.22

—

_

Baden-Oos

ab 17.50

Karlsruhe

an 19.09

18.00

18.07

Baden-Oos

ab 18.20

Offenburg

an 19.43

Hält

nicht

in Bühl and Aehern

18.37

18.44

Baden-Oos

ab 18.53

Ottenburg

an 20.43

19.10

19.17

Baden-Oos

ab 19.25

Karlsruhe

an 20.35

20.10

20.17

Baden-Oos

ab 20.24

Karlsruhe

an 21.15

Die für den 5. November ursprünglich vor­gesehenen Fahrplanverbesserungen im Bereich der Reichsbahndirektion Karlsruhe, können zunächst noch nicht durchgeführt werden. Die in den Plänen schon aufgenommenen neuen Möglichkeiten entfallen daher, so z. B. auch die Verlängerung des Eilzugspaares E 250/ 251 Karlsruhe-Offenburg bis und von Frei­ burg . Wichtig Ist, daß. die Schnellzüge und Eilzüge,. wie sie jetzt bestanden, auch weiter­hin unberührt bleiben. Wesentlich ist der Wegfall aller Mittagspersonenzüge auf den Hauptbahnabschnitten Karlsruhe -Of­ fenburg , Offenburg -Freiburg , Freiburg -Basel und umgekehrt, also der Züge die etwa über die Mittagslage verkehrten und teilweise als vierte Zugspaare Vorlagen. Hier gilt jedoch die Ausnahme,' daß sie an Samstagen verkehren, um den Berufstätigen zu dienen. Es gilt jedoch nicht für die Strecke Offenburg - Villingen, da auf der Schwarzwaldbahn die Züge 9.10 ab Offenburg und 13.30 ab Villingen ganz entfallen. Anders ausgedrückt heiBt

das, dafi der Zugsverkehr ln der Hauptsache auf den Berufsverkehr abgestellt wird.

In einzelnen Fällen tritt auch eine völlige Stillegung an Sonntagen ein, das gilt für die Seitenstrecke Neusfadt/Schw.- Bonndorf. Im Verkehr VlUingen-Dpnaueschin- gen-Höllental gibt es kleine Verschiebungen, indem an Sonntagen die Richtung von Vil­ lingen her nur in einer Richtung morgens be­fahren wird, ebenso ln umgekehrter Richtung. Hierbei werden die Uebergänge auf D 150/ 151 auf der Schwarzwaldbahn gewahrt. An Werktagen bleibt es bei der zweimaligen Be­fahrung dieser Richtung.

Die Seitenstrecken lehnen sich an die Ein­schränkungen sinngemäß an. Hierzu gehört auch, daß die Ausdehnung der westlichen Höllentalzüge von Freiburg bis und ab Höll­steig noch nicht durchgeführt wird, sondern es bei Freiburg -Himmelreich bleibt.

Für die Hauptbahn werden auf Sams- tags verkehr beschränkt: Karlsruhe ab 13.20, nach Offenburg , Ottenburg ab 13.22 nach Karlsruhe , Ottenburg ab 13.10 nach Frei­ burg , Freiburg ab 13.05 nach Offenburg , Frei­ burg ab 13.00 nach Wetl/Basel, Basel/Weil ab 12.40 nach Freiburg . Offenburg ab 20.05 nach Freiburg , Freiburg ab 10.45 entfallen dagegen an allen Tagen, ebenso Offenburg ab 9.10 nach Villingen und Villingen ab 13.30 nach Offenburg . Die Einschränkungen werden als vorübergehende Erscheinung be­zeichnet.

Die Eilzüge Karlsruhe -Offenburg werden nlchtmehrüberBaden-Baden gelei­tet, da die Führung nur über Baden-Oos Zeit­gewinne ergibt Er stellt sich auf eine halbe Stunde und kommt dem Streckenteil Karls- ruhe-Baden-Badens zugute und zwar in beiden Richtungen. Man fährt in Karlsruhe später ab — erst 17.20 statt 16.45 — und kommt dort früher an — schon 11.42 statt 12.10 Uhr. Der Verkehr mit Baden-Baden wird für den deut­ schen Verkehr mit entsprechenden Pendelzü­gen bedient, in dem dann die übernommenen Straßburger und Pariser Kurswagen lauten. Die Städte Bühl , Achats und Appen­ weier werden nicht wie bisher in beiden Richtungen bedient. W. R.

ZftandaiamtUcAe JlacfaicAten

Geboren: Arne-Jens, 11. 10., Vater Hermann Braun , Hirschackerstraße 3; Klaus-Joachim, 11. 10., Vater Valentin Koffler. Gernsbach , Kelter­bergstraße 15; Irene, 12. 10., Vater Otto Seit®, Mannlichbrunnengasse 1; Rasemarie, lß. *10., Va­ter Karl Wild, Plittersdorf, Haus 320; Klaus-Die­ter, 13. 10., Vater Otto Pauleweit Eckerlestr. 4; Lucia, 18. 10., Vater Wilhelm Gmünd, Rastatt Rheinauers traße 11: Rosemarie, 19. 10., Vater Konrad Seitz , Rastatt Rosenstraße 40; Michael, 19. 10., Vater Helmut Doll, Langsstraße 98: Ur­sula, 18. 10., Vater Fritz Blei eh, Geroldeauar- etraße 124; Pierre, 19. 10., Vater Jean Maugin, Fremerebergstraße 118; Brigitte . 22. 10., Vater Helmut Hammer, Hauptstraße 61; Siegfried, 24. 10., Vater Alois Kodnar, Hörden , Friedhofstr. 164; Micaela, 24. 10., Vater Willy Lämmle, Eisenbahn­straße 17; Ott-Heiner, 24. 10.. Vater Ludwig Sei- derer, Gernsbach , Kelterbergstr. 17.

XUeh oom ÄälUs» Zftotc&ennast

Auf dem Fußballplatz gab es eine große Ueberraschung. Bühl scklug eine Auswahlmann­schaft von Baden-Baden überlegen mit 9:0 (5:0). Die Böhler zeigten gute Leistungen und ließen die Im Kombinationsspiel nicht ungeschickten Badener zu keinem Erfolge kommen.

Anders allerdings ist es mit einem Bükler, des­sen Lieblingsbeschäftigung anscheinend im Briefschreiben an unsere Redaktion besteht. (Die „vorgedruckten“ Briefumschläge lassen die Absicht nach „Mehr“ erkennen.) Der Ge­nannte erhebt die Frage, ob wir noch die Na­ziherrschaft oder ein demokratieehes Deutsch­ land hätten. Sie lachen? Immerhin, diesem Man­ne ist es ernst. Er hat eine Antwort auf den Artikel von Otto Flake sowie einen Beitrag über das in Bühl gefeierte Christuskönigefest mit dem „unverständigen“ Fußhallverein, der es wagte, zu diesem Zeitpunkt seine Jünger auf den grünen Rasen zu lotsen, an uns gesandt. Beide

Artikel fanden, wie es in einem demokratischen Lande nicht anders sein kann, wegen der Ano­nymität des Schreibers den wohlverdienten Weg in den Papierkorb. Und der Betreffende mag sich trotz der uns „angedrohten“ Drohungen gesagt sein lassen — und das gilt grundsätzlich für alle — daß derartige Schreiben nur dort „landen“, denn K. G. kann jeder Zwerg sein.

Uek.

Umgehung deutscher Amtsstellen

unterbunden!

Karlsruhe . — Auf Veranlassung der Militär­verwaltung hat die Stadtverwaltung Karls­ ruhe eine bemerkenswerte Bekanntmachung erlassen, durch die eine Umgehung der deut­ schen Amtsstellen unterbunden wird. Es wur­de angeordnet, daß in allen Fällen künftig nur die deutsche zuständige Behörde zu be­nützen ist. Die zuständige Abteilung kann im Rathaus an der Auskunitstelle ertragt wer­den. Eingaben und Besuche bei der Mi­litärbehörde sind fortan verboten und nur in ganz bestimmten Einzelfällen zugelas­sen. Hierher gehören zum Beispiel die Fälle, wenn jemand einen Entscheid einer deutschen Stelle vorlegen kann, in dem er eine unrichti­ge Entscheidung sieht. Ferner rechnen hierzu jene Fälle, bei denen jemand eine schriftliche Unterlage besitzt, nach der die Herbeiführung einer Entscheidung der Militärbehörde dien­lich erscheint. Unter allen Umständen aber ist »in Schritt an die Militärbehörde unstatthaft, wenn es sich um Angelegenheiten des Zuzu­ges handelt. Ein Schritt an die Militärbehörde ist nur dann statthaft, wenn es sich um An­gelegenheiten handelt, die im Bereich der Militärbehörde liegen.

In unsere auswärtigen Bezieher!

Durch die Wiederaufnahme des Postxustell­verkehrs ist es jetzt möglich, das „Badener Tagblatt“ durch die Post zu beziehen. Bestel­lungen nehmen alle Postämter entgegen» auch wird von diesen Stellen der Bezugspreis er­hoben. Damit wenden wir uns besonders an jene Leser, die schon vor längerer Zeit an uns mit der Bitte um Zustellung herantraten, we­gen der Fülle der anlallenden Arbeiten jedoch noch nicht berücksichtigt werden konnten. Ans dem gleichen Grunde ersuchen wir alle Leser, die Zuschriften an die Schriitleltung sandten und bisher noch keine Antwort er­hielten, um wohlwollendes Verständnis.

Verlag and Schriftleitang Badener Tagblatt

• Autobahnen nur mit Kraftfahrzeugen benutzen

Nachdem nunmehr der Kraftfahrzeugverkehr auf den Reichsautobahnen wieder erheblich zu» genommen hat, ist es im Interesse einer rei­bungslosen Abwicklung des Verkehrs erforder­lich, die Reiehsautobeimen nur noch der Be­nützung durch Kraftfahrzeuge zur Verfügung zu stellen und die anderen Verkehrsteilnehmer auf die übrigen Straßen zu verweisen. Die Polizei­behörden wurden daher angewiesen, auf die ge­naue Einhaltung der Bestimmung mit dem ge­botenen Nachdruck hinzuwirken.

Aus Ac&asn

Standesamtliche Nachrichten: Geburten: 2. 10. .Bogdan, Vater Peter Worotniuk, Aehern, Illenau; 4. 10., Christa, Vater Alois Leopold Lu­ll äsch er, Lauf; 11. 10. Karl, Vater Karl Dieterle Sasbachwalden ; 14.10., Ursula, Vater Paul Her­tel, Mösbach . Sterbefälle: 14. 10., An­dreas Bischof, Achem, 64 Jahre alt; 14. 10., Josef Weber, Fautenbach , 71 Jahre alt. — Durch Todesfall 'sind dieses Jahr 11 Maftkloee frei geworden, so daß die* gleiche Anzahl Bürger, bezw. Bürgerswitwen neu in den Genuß ein- treten können. Die Ziehung der Marklose erfolgt am Freitag, 9. 11. 1945. 16.30 Uhr. Zimmer 19 des Rathauses. — Seingn 70. Geburtstag begeht mor­gen Otto Früh in körperlicher und geistiger Frische. Herzliche Glückwünsche!

Auf dem Platze des VfR. fand des Freund­schaftsspiel Schwarzach—Achem statt. Nach ei­nem sehr schönen Spigi siegte Achem mit 2:L Diesem Spiel voraus ging ein Spiel der Jugend­mannschaften von Achem und Oberachem. Auch hier konnte Achem mit 4:1 siegreich »ein. gr.

Die Schüler der 2. 3. und 4. Klasse emp­fingen am Montag nach langer Unterbrechung, die Anfänger am Dienstag, den ersten Unterricht — Amtsgericht und Notariat arbeiten seit 30. Oktober wieder. Von der »Bearbeitung sind vorläufig ausgeschlossen Grundstückeverstei­gerungen, Grundbuch- und Registersaehen (auch Einsicht in Grundbücher und Register kann noch nicht gewährt werden) sowie alle Privatklagen. Anerbengericht, Erbgesundheits- und Entschul­dungsamt üben keinerlei Tätigkeit aus. dmg.

HeimattfefAIAIe — Heimatberidtie

Daz verschwundene Denkmal

Nicht weit von dem alten noblen Rathaus der Nachbarstadt Offenburg stand viele Jahre un­angefochten ein Denkmal das englischen Admi­rals Francis Drake , eines Seehslden aas der elisebethischen Zeit, die rund 850 Jahre hin­ter uns liegt. Diesem Drake sagte man früher allgemein nach, daß er als erster die Kar- toffelpflanze von Amerika nach Eu­ ropa gebracht habe. Das Monument de» „Dreckfränzdls“ — so sollen spottlustige Offen- hurger ihn betitelt haben — hatte zwar ganz sicher keine künstlerische Bedeutung, aber es be­fand sich in einer kleineren Stadt mit rachem, bäuerlichem Hinterlande durchaus am richtigen Orts. Man hatte »ich an »einen Anblick gewöhnt und es besaß in deutschen Landen immerhin ei­nen gewissen Seltenheitswert und hatte zudem nichts gekostet. Es war nämlich das Geschenk seines Schöpfers, der übrigens auch der Stadt Achsrn ein Großherzogsdenkmai gestiftet hat. Das letztere steht noch auf dem Adler­platze, es hat alle Luftangriffe und Beschießun­gen des zweiten Weltkrieges unbeschädigt über­dauert während rundum die meisten Häuser in Schutt und Asche sanken.

Dem „Vater des Karteffelhaus in Europa “ ging es nicht so gut, er wurde tot den Nazis als Engländer von seinem Sockel ge­stürzt und verschwand damit aus dem Straßen­bilde, was wir dieser Tage erst zufällig bei einer Unterhaltung über die reiche Kartoffel­ernte erfuhren, die uns ein gütige, Sohieksal eigentlich ganz unverhoftf beechert hat dmg.

wuuiHiiMiuuiuimiHHuniiiinHiiiniintiHiiiimuniiuiiiHHiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiHiiiinuiiiHumiiiiiiiiiiuiiiuiiiiuiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiniiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiHiiHiiiiiiiiitni

Aus Baden-Badens Kulturleben

Baden-Baden ehrte seinen Senior-Dichter

Alexander von Gleichen Ruß wurm

Eine literarische Morgenfeier im Kleinen Büh­nensaal des Kurhauses zum achtzigsten Geburts­tag des Urenkels Schillers Alexander von Gleichen-Rußwurm , dem Verfasser der großen Kultur- und Sittengeschichte sowie philosophischer und literarischer Werke, ver­anstaltet vom Kulturrat der Stadt Baden-Ba­ den . Sp stand es auf den Programmen und dem Ruf nach etwas wahrhaft Künstlerischem wa­ren sehr viele gefolgt Das ist durchaus ver­ständlich, wenn man die Popularität des Dich­ters bedenkt Der Geist unseres Nationaldich­ters lebt in Alexander von Gleichen-Rußwurm fort Wohl ist er kein Stürmer und Dränger, eher eine humanistische Natur — wie ihn Otto Flake in den so herzlich gehaltenen und vielsagenden Worten an den Jubilar treffend kennzeichnete und wie er bereits von unserem Hauptschriftleiter Albert Herzog darge- »tellt wurde — aber die Seele, das Vermächtnis und verpflichtende Erbe seines Ahnherrn ist auf ihn übergegangen.

Und so fanden wir einen Raum, würdig der Stunde, die uns den Geist der beiden Dichter wiedergehen sollte Leider vermochte sie nicht eile gestellten Hoffnungen u. Erwartungen zu be­friedigen. Das ist umso bedauerlicher, weil da­mit unbewußt der lebende Dichter in den Schatten seines großen Ahnen gestellt wurde. So manches tiefschürfende mit dem Herzen ge­schriebene Gedieht zog an einem ohne besondere innere Regung vorüber, weil allen Zuhörern noch die Worte Schillere in den Ohren klangen. Denn es war selbstverständlich, daß Elisabeth tob Glaeenapp trotz aller Anstrengungen mit den Vorträgen Über den Badener Dichter nicht gegen die Ausdrucksform eines Albrecht Schoenhals , der Schiller zitierte, aufkom- men konnte. Sie voll zartester Empfindung, er Feuer, Leben, Geist! Hätte man die Vortrags­folge andere gestaltet, zuerst den lebenden, dann den taten Dichter, oder hätte in den Vorträgen

gewechselt — ja, dann wäre man beiden gerecht geworden. Wie andere wäre uns dann der Weimarer Geist im neuen Lichte mit den ausgereiften, Be­sinnung, Erbauung schenkenden und mitreißen­den Werken wie „Worte, an die Jugend" („Durch“ — so treffend für die heutige Zeit!), „Ruf an die Zeit“ und „Trost und Leben“ er­schienen!

Trotzdem, wir wollen uns über den kulturellen Antrieb, den unsere Stadt unter reger Förde­rung des Kulturrates, der Dichter und Künstler nimmt, freuen. So werden auch alle Gäste die­ser Morgenfeier das Große, Ewige aus dem Ge­botenen schöpfen. Und damit ist das Ziel er­reicht. Werner Steinbrück.

Handels „Messias“

in der evang. Stadtkirche

Ueber die Freude eines so reinen Kunstgenus­ses hinaus ist die beglückende Tatsache zu bu­chen, daß die Aufführung von Händel« „M e s- «ia«“ einen Markstein in der Geschichte des kulturellen Wiederaufbaues B-Badene bedeutet. Es will viel heißen, in einer so ernsten, schweren Zeit ein solches Monumentalwerk herauszubrin­gen, das eigentlich nur so „nebenbei“ in wenigen Wochen vorbereitet werden keimte. Man bedenke, die große Zahl der Mitwirkenden (Sänger — So­listen — Orchester), sämtliche im schwersten All­tag stehend, trotzdem eich die Zeit absparend, um eich in den Dienst der Kunst zu stellen. Nur reiner Idealismus konnte dieses zustandebringen: nur im Bunde mit höheren Mächten konnte aus diesem „Nebenbei“ ein so Großes, Ganzes henror- gehen, wie diese „Messias**-Aufführung, dft nur gläubige Herzen einem solchen Erfolge zuführen konnten. Es galt ja nicht nur eine gute Wieder­gabe schlechthin, die mit dem letzten Ton ver­klang, sondern die Lösung einer aus innerer Be­rufung gestellten Aufgabe, dies Glaubensbekennt­nis Handels in den Alltag hinüberschwingen zu lassen, als einen nachhaltigen Klang, als ein Licht auf unserm dornenvollen Wege, den wir jetzt gehen müssen.

Wem soll man am meisten dafür danken? Gab.

doch jeder, vom Orchestermitglied über Solisten, Sänger, Orgelbetreuer, bis hinauf zum Dirigen­ten, sein Bestes, Höchstes. So nur konnte es ein Ganzes werden. Wie klangvoll und empfindsam lösten die Mitglieder des Sinfonie- nnd Kurorchesters ihre Aufgabe, sowohl begleitend, wie in den Vor- und Nachspielen und vor allem in der mit unsagbarer Schlichtheit ge­spielten „Sinfonia Pastorale“, bei der nee ganz weihnachtlich zumute wurde. Wie freute man sich der prächtig gesungenen Chöre, die viele junge frische Stimmen aufwiesen. Wie hingegeben wa­ren sie alle an das Werk, wie ausgeglichen der Chorklang, dynamisch fein abgestuft, dem Sinn das Textes entsprechend, wie mit dam „Harzen“ gesungen war alles. Ich greife heraus: „Uns ist ein Kind geboren“ — „Wahrlich, er trug unsere Qual“ — „Würdig ist das Lamm“ — „Sein Joch ist sanft“, der prachtvoll gesteigerte Chor „Hoch tut eich auf“, und endlich das vom Dirigenten wohlbedacht an den Schluß gestellte „Halleluja“ — Gleichwertig daneben standen die 4 Soli­sten: Sophie Hoepfel, die ihren leuch­tenden Sopran vor allem in den Arien „Er weidet seine Herde“, „Ich weiß, daß mein Erlöser lebet“, sowie in dem Recitativ „Die Schmach brach ihm das Herz“ entfaltete. Else S i h 1 e r mit ihren mit gesanglicher Kultur und Gefühlswärme ge­sungenen Alt-Arien („Er ward verschmähet“ — - . Die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir“). — Claus Stemann mit dem edlen Vor­trag seiner Tenor-Arien „Schau hin und sieh“ — „Alle Tale“ — „Du zerschlägst sie“): die tiefe Wirkung der Baß-Arien (Helmut Stahl) (Warum entbrennen die Heiden“ — „Blick auf!“; das erschütternde Recitativ „Vernehmt, ich spreche ein Geheimnis aus“). — Was ließe sich allein über die Recitative sagen und die Soli- Bnsemble („Er ist dahin“), über die Soli mit Chor: „Uns ist ein Kind geboren“ — „Sein Joch ist sanft“ — „Wis durch Einen Tod“, die fast visionäre Wirkung hatten. — Dank auch Dr. Alois Meermann für seine diskrete, sich fein »infügende Orgelbegleitung. — Dies alles zu- eammenfüeßend in M’Direktor FritzGscheid- 1« n, der den gewaltigen Apparat mit überlegener Kraft meisterte, sich mit ganzer Seele an das Werk hingab und mit seinem inneren Glanz sämt­liche Mit wirkende überstrahlte und zu Höchst­

leistungen beschwingte, die in dem gewaltigen, mit Inbrunst gesungenen Halleluja Ihren krönen­den Abschluß hatten.

Das stumme Versunkensein der andächtigen Hörer, die das Kirchenschiff bis zum letzten Platz füllten (auch die am Dienstagstattgefnndene Wiederholung war ausverkauft) mag dem Dirigen­ten und allen Weekhelfeen höchster Lohn ge­wesen sein. Ln*e Kasetsa.

Aus 5$aden-!Badans 9Umwdt

Kino des Westens

Die goldene Stadt: ein Film, den viele be­reits keimen, ihn sich aber trotzdem noch einmal ansahen, denn er verdient es. Wohl steckt er, vom technischen Standpunkt betrachtet, zum Teil noch in den Kinderschuhen des Farbfilms — so das oft unnatürlich wirkende Grün — auch ahnt man schon während der ersten Szenen im Moor, daß dieses das Schicksal von Christina Sö­derbaum sein wird, aber in seiner Gesamtleistung handelt es sich doch um einen Film, der sehr viel zu bieten vermag. Das Verlockende und Schil­lernde der „Goldenen" Stadt Prag mit ihren» anziehenden und abstoßenden Wesen, ist durch das Spiel aller Darsteller so realistisch gezeich­net, daß der Film trotz Wiederholung zu einen» inneren Erlebnis wird. W. St.

Freiherr Alexander von Gleichen- Rußwurm dankt herzlichst für die schöne Feier, viele Liebesbeweise und grüßt jeden lieben Leser in Freundschaft.

Das Kunstmuseum St. Gallen beherbergt zur­zeit eine Ausstellung, die aus Werken 25 eehwei- zerischer Künstler der Gegenwart zusammenge­stellt ist. Es befinden sich darunter Namen wie Amiet, Barraud , Barth, Gimmi, Holy, Morgen- thaler, Stauffer, um nur einige der Bekannte­sten zu nennen. —

Druck und Verlag: Ernst Koelblin. Baden-Baden Hauptschriftleiter: Albert Herzog Stailyertr . Hauptschriftleiter: JKaBnerKtetahrttdfe