Nr. TS

BADENER TAGBLATT

Freitag, den 12. Septemner iw

Die Sportweit

Zweite Division erst 19 48/49

Der Plan, eine 2. Division im Süddeutschen Fuß­ballsport (amerikanische Zone) einzuführen, ist für die kommende Spielzeit endgültig gescheitert, nach­dem vor allem die Landessportverbände einen star­ken Widerstand gegen diesen Plan leisteten. Noch ein­mal fanden sich Vertreter der Süddeutschen Oberliga, der Landessportverbände gemeinsam mit dem Arbeits­auschuß für die in Aussicht genommene 2. Division zu einer Besprechung in Stuttgart -Fellbach zusammen. Dr. Walter, der Vorsitzende des Verbandsausschusses der Süddeutschen Oberliga, lehnte den Vorschlag des Ar­beitsausschusses der 2. Division, schon im Spieljahr 1947/48 eine 2. Division einzuführen, ab und erklärte, daß die Süddeutsche Oberliga gemeinsam mit den Landessportverbänden einen Plan für die Einführung der 2. Division im Spieljahr 1948/49 ausarbeitete. Vor­gesehen sind je 16 Vereine la der Oberliga und. der 2. DivisiQ. In zwei Monatei soll der Vorschlai der Süddeutschen Oberliga zuf Beschlußfassung einer Tagung der Vereine unterbreitet werden.

Nun doch Beruhiußbatt t

Der erste Vorsitzen« 1 ^ der „Interessengemeinschaft deutscher Berufs-Fußballklubs“, Alber? Bauer (Mün­ chen ) erklärte, daP die lizenzierten 1 srufs-Fußball- vereine der US -Zoi in spätestens viel Wochen mit

'ner Pokalhmde ar. die Öffentlichkeit treten werden.

ereits lizenziert unu für den „Probe-Aufgalopp“ be-

.immt sind, bisher die Berufsfußbalivereine von München , Augsburg , Stuttgart , Mannheim , Frankfurt und Kassel , jedoch ist nach den Ausführungen Bauers damit zu rechnen, daß in Kürze weitere Pro- tiklubs hinzukommen. Eine Einbeziehung der Sowjet­tone in die Spielrunde dürfte vorerst nicht erfolgen.

Internaiionates Tennisturnier

in Baden-Baden

Vom 12. bis 14. September veranstaltet der Tennis- Club Frangais de Baden-Baden auf den Tennisplät­zen an der Lichtentaler Allee ein internationales Ten­nisturnier. Außer den Franzosen , die das größte Auf­gebot stellen werden, liegen bislang noch Meldungen aus England und Luxemburg vor. Mit der Teilnahme anderer Nationen wird noch gerechnet. An der Spitze der französischen Tennisspieler stehen die schon älte­ren, weltbekannten Daviscupspieler Mrs. Borotra und Mrs. Boussus. Des weiteren werden noch die franzö­ sischen Farben vertreten: der llnkshänder Brugnon, Journu, Feret, Colin, Glasser, welche alle zur Spitzen­klasse Frankreichs gehören. Als vorerst einzigster Engländer wird Mr. Campion den Kampf aufnehmen. Für Luxemburg spielt der zur Zeit in Frankreich le­bende Wampach. Unbestimmt ist bislang noch die Teilnahme der anderen französischen Spitzenspieler Destremau, Cochet und Marcel Bernard . Bei den Frauen werden die Madames Pannetier, Patorni, Bar­bier und Halff Um den Sieg kämpfen. HS

Europas beste Schwimmer am Sfarl

Bereits seit Sonntag befinden sich die meisten Teil­nehmer an den mit Spannung erwarteten Meister­schaften in Monte Carlo und versuchen im Schluß­training, sich in Höchstform zu bringen. Auch die führenden Persönlichkeiten des internationalen Schwimmsports darunter zahlreiche Amerikaner, sind zur Stellp und helfen mit, Monte Carlo für ' einige ’ Tage zur Weltmetropole des Schwimmsports zu ma­chen.

Der Präsident des europäischen Schwimmerverban­des. Drigny, hielt anläßlich der Eröffnung der inter­nationalen Schwimmeisterschaften eine Bede. Er führte darin aus, daß nach achtjähriger Unterbrechung zum 6. Mal. Europameisterschaften im Schwimmen, Wasser­bau und Kunstspringen durchgeführt werden. „Mö­gen sie zur Entwicklung einer vernünftigen sportli­chen Erziehung der heutigen Jugend dienen“, sagte er "dabei. Er verwies auf den herrlichen Rahmen, den die Umgebung von Monte Carlo den Meisterschaften geben wird und sprach die Hoffnung aus, daß den Kämpfen der selbe schöne Erfolg zuteil werden möge, wie den vorhergegangenen Meisterschaften ln Buda­ pest (1926), Bologna (1927), Paris (1931), Magdeburg (1934) und in London (1938).

Für die Wasserballspiele der Europameisterschaften wurden drei Teilnehmergruppen ausgelost. In den er­sten Kämpfen: Holland — Italien — Frankreich — Öster­reich, in der zweiten Ungarn ! — Jugoslawien — Schwe­ den und in der dritten Belgien , Großbritannien , Tsche­ choslowakei .

Bezwinger des Aermelhanats

Der Peruaner Daniel Carpio war am Donners­tag vormittag vergangener Woche um 9.84 Uhr von Kap Gris Nez aus gestartet. Die ziemlich, geringe Was­sertemperatur störte den Peruaner, der in gleich­mäßigem Tempo die Strecke hinter sich brachte, durchaus nicht. Acht Stunden lang hatte er gegen die Stömungen zu kämpfen, die ihn immer wieder et­was abtrieben. Bei Einbruch der Dunkelheit befand sich Caprio noch 6 km von der englischen Küste und Dover entfernt. Von England aus konnte man die Lichter der Begleitschiffe sehen. Der letzte Teil der Strecke war dann der Strudel wegen mit der schwerste. Wenn auch die Zeit von 14 Stunden 46 Mi­auten bemerkenswert ist, so kommt diese Leistung doch nicht an den Rekord, den der Franzose Geo Michel Im Jahre 1926 mit U Stunden 5 Minuten aufgestellt hat, heran. Seit Kriegsende ist dies jedoch der erste Versuch, der gelang.

Wenige Stunden später mißlang ein anderer Ver­tuen. Die zur Durchquerung des Ärmelkanals von Kap Gris Nez aus gestarteten Schwimmer, die Dänin Elsa Andersen und der Ägypter Fahmy Attalah gaben nach etwa 2lstündlger Schwimmzeit auf. Fünf Meilen vor der Küste von Kent wurden sie von der Strömung in Richtung Dover abgetrieben und kamen darauf nur sehr langsam vorwärts.

Seit der ersten Kanaldurchquerung des Engländers Matthew Webb vor 27 Jahren wurde der englische Ka­nal bisher 22mal durchschwommen. Der Engländer E.

H. Terme durchquerte den Kanal als einziger Schwim­

mer in beiden Richtungen. Den Frauenrekord (bis­her durchschwammen zehn Frauen den Kanal) hält GeTtrude Ederle, USA , mit 14:34 Stunden.

Gisela Graß schwamm deutsche Ja^iresbestleistung

Die frühere Weltrekordlerin Gisela Graß (Leipzig ) durchschwamm bei einer Leipziger Veranstaltung die Hundert-Meter-Brust in der neuen deutschen Jah­resbestzeit von 1:27,6 Minuten.

Vor den Olympisdien Spielen

Die USA haben die Einladung des Londoner Organi­sationsausschusses der Olympischen Spiele angenom­men. Sie werden sich an allen Konkurrenzen beteili­gen. Gleichzeitig mit dieser Bekanntgabe wandte sich der Präsident des Komitees, Lord Burghley , energisch gegen eine Nachricht, nach der die Stadt Chikago ihre Bereitschaft erklärt haben soll, die Durchführung e~jr olymptsche' Spiele zu übernel ,en, falls England w i- vqn abseheu wolle. Lord B--gh(ey erklärte da Eng­land in ledern Fall und tr- ~iz aller Einsc’”' — Äicungen die Spt-'.e durchführen >erde.

Ir Portugal wu ie von der obersten portugie- si$»Tien Sportbehörde ,er olympische Gruß — Erheben d" rechten Armes — verboten. Bekanntlich hat auch d internationale olympische Komitee diese Grußart aus den Zeremonienbestimmungen für die olympi­schen Spiele gestriahen.

Meisterschaften der Besatzungstruppen

Im Olympia-Stadion in Berlin werden auch in die­sem Jahr die Leichtathletik-Meisterschaften der in Europa stationierten Besatzungstruppen ausgetragen. Bisher liegen insgesamt 256 Nennungen von Sportlern aus USA , Großbritannien , Frankreich , Holland , Lu­ xemburg , Belgien , Dänemark , Norwegen und der Tschechoslowakei vor.

Vor weiteren internationalen Begegnungen

Nach dem Leichtathletik-Wettkampf der englischen Oxford -Studenten gegen eine deutsche Studenten-Aus- wahl in Köln und dem Fußballkampf einer Auswahl der britischen Rhein -Armee gegen NordwestdeVtsch- land in Hannover dürften in nächster Zeit noch wei­tere deutsch -englische Sporttreffen vor sich gehen. Der Hamburger Sportverein hat die Fußball-Auswahl der Rhein -Armee zu einem Spiel in Hamburg anläß­lich seines 60jährigen Vereinsjubiläums am 27. Sep­tember in Hamburg eingeladen. In der Leichtathletik sind von deutscher Seite ebenfalls Bemühungen auf­genommen, um am 20. September in Hannover einen Vergleichskampf zwischen Auswahlmannschaften der britischen Rhein -Armee und der britischen Zone (Nordwestdeutschland ) zur Austragung zu bringen.

Neue Europa -Jahresbestzelt im 400 Meter Bürdenlaut

Afrion (Frankreich ) stellte bei dem in Paris durch­geführten Leichtathletik-Länderkampf Frankreich - England, den die Gastgeber mit 73:56 Punkten gewan­nen, im 400 Meter-Hürdenlauf mit 52,1 Sekunden eine neue Europa -Jahresbestzeit und gleiehzeitig einen neuen französischen Rekord auf. Im 200 Meter-Lauf siegte Wilkinson England in 21,3 Sekunden. Er belegt somit hinter Bailey den zweiten Platz in der Europa - J ahresbestliste.

Sdtmeling ist Frankfurt — Hudis in Berlin

Max Schmeling wird am 28. September im Rahmen einer Boxveranstaltung des amerikanischen Special Service in Frankfurt seinen ersten „Aufbaukampf“ über zehn Runden gegen den Magdeburger Werner Vpllmer austragen. Schmeling, der noch einmal in die Geschehnisse des deutschen Berufsboxsportes eingrei- fen will, hat bereits ein vierwöchiges Training in sei­ner alten Vorbereitungsstätte Friedrichsruh bei Ham­ burg hinter sich. Vollmer ist ein nicht zu unterschät­zender Boxer, der mit seiner schweren rechten Hand Gegner wie Herbert Runge , Hein ten Hoff , Walter

Nach der Sommerpause wird jetzt „König Fußball“ wieder regieren. Die Vereine haben an den letzten Sonntagen Gelegenheit gehabt, ihre Mannschaften in verschiedenen Aufstellungen auszuprobieren. Zumeist entwickelten sich typische Sommerspiele, die nunmehr von den ernsteren Begegnungen um die Punkte ab­gelöst werden. Nachdem die Süddeutsche Oberliga am vergangenen Wochenende bereits ihre ersten Pflicht­spiele in der Mammutliga begann, folgt am Sonntag die Zonenliga Süd.

Die Sportbehörde, hat es den neuen Zonenligisten sicherlich bewußt einfach gemacht, wenn sie ihnen zu den ersten Pflichtspielen den Platzvorteil eihräumte. So erwartet Trossingen als ersten Gegner um die Punkte die gefürchtete Offenburger Mannschaft. Der SV Rastatt, der bei der letzten Runde sich erst zum Schluß wieder auf seine alte Kraft besann, wird in Singen bei dem dortigen Zonenliganeuling zu Gast sein. Laupheim erwartet den VfL Freiburg , während Fortuna Freiburg auf eigenem Platz Reutlingen zum Gegner hat. In Biberach stehen sich mit Biberaeh und Konstanz zwei -»'e Zonenligisten gegenüber, genau so wie in Friedrichshafen , wo Schwenningen anzutre­ten hat.

Die Landesliga Südbaden,

die aus den Spitzenreitern der früheren Staffel West, Staffel Ost und Staffel Süd sowie aus dem ehemaligen Bezirksligaverein Gutach im Breisgau besteht, wird ebenfalls am Sonntag die Vorrundenspiele beginnen. Folgende Begegnungen sind vorgesehen: Rheinleiden— Baden-Baden: Villingen —Gutach ; Ottenau—Emmen­ dingen ; Schopfheim —Stockach ; Donauesehingen— Fahrnau; Lahr —Engen .

Pokalbegegnungen werden nachgeholt Im Sportbezirk Baden-Baden werden am 'Sonntag lediglich die Fußball-Pokalspiele wiederholt, die ver­gangene Woche unentschieden ausgingen. Es spielen:

Neusei, Richard Grupe und Faul Wallner zu Boden geschlagen hat. In den Rahmenkämpfen stehen sich amerikanische Amateure gegenüber.

Der deutsche Exmeister im Mittelgewicht, Dietrich Bucks (Rheinhaus^n) traf in Berlin ein, um die letz­ten Vorbereitungen für den Revanchekampf am 12. September mit Fritz Gahrmeister, Berlin , zu treffen. Bei seiner Ankunft erklärte der Hufschmied vom Nie­ derrhein , daß er sich mit seinen 148 Pfund noch nie in so guter Kondition befunden habe. Sein Tages­pensum umfasse fünfzehn bis zwanzig Kilometer Waldlauf, drei Stunden Training an Geräten und mit Sparringspartnern und weitere zwei Stunden Arbeit am Amboß .

Tragischer Ausgang des Meisterschaftskampfes Haefner gegen Oechsle

Einen tragischen Ausgang nahm der Entscheidungs­kampf in der bayrischen Weltergewichtsmeisterschaft zwischen Titelverteidiger Hans Haefner (Bamberg ) und dem Herausforderer Karl Oechsle (München ). In der neunten Runde traf ein von Oechsle geschlagener lin­ker Aufwärtshaken den Bamberger so tief, daß dieser brüllend vor Schmerzen zusammenbrach. Dt sonst durch faire K.Impf weise l~ka“,nU, Oechsle war Ihbt seist gr^ße: Mißgeschick oestürzt und zog sich wei­nend ,a seine Ecke zurück. Hans Haefner wurde we­gen Disqualifikation Oechsles zum Sieger erklärt und bleibt damit weiterhin Doppelmeister.

Ersatz für Wangener Kriterium

Nachdem das für den 7. September geplante traditio­nelle Wangener Kriterium über 60 Runden infolge neuer Teilnahmebestimmungen abgesagt werden mußte, will die Radsportgemeinde der Allgäustadt ei­nen ähnlichen Wettbewerb als Ersatz veranstalten. Es ist vorgesehen, am 28. September ein" Straßenrennen über 40 Runden durchzuführen, zu dem alle Spitzen­fahrer der französischen Zone eingeladen werden.

Rennen in Iffezheim

Die nächsten zwei Rennen in Iffezheim am 14. und 21. September bringen wiederum hervorragenden Pferde-Rennsport. Bekannte Favoriten internationaler Klasse stehen am Start und versprechen spannende Kämpfe. Wie bisher ist Totalisator- und Büffetbetrieb eingerichtet. Auch die beliebt gewordenen Einlaufwet­ten können abgeschlossen werden. Wegen Sonderzügen, Kraftwagenverkehr und Vorverkauf siehe heutige An­zeige.

Suchdienst .Arolsen

T h e m a 1, Arthur, Jude, 77 Jahre, aus Berlin ; Thronicke, Paul, Helmut," Walter, Brasilianer, 20 Jahre, aus Danzig ; Tauber," Beryl, Jude, 6—8 Jahre, aus Litauen ; Tauber, Ethel, Jüdin; Tauber Han- nah, Jüdin, 10—12 Jahre, aus Litauen ; Tauber, Jos- sel, Jude, aus Litauen ; T o m c z a k, Maria, Polin, aus Stern. Wasserburg ; Tomowski, Edward, Pole , 32 Jahre, aus Österreich ; Torz Aleksander, Pole, 7 Jahre, aus Hamburg ; W e y 1, David, Deutscher , 77 Jahre, aus Theresienstadt.

G 1 a d y s z Johann, Pole, 48 J., aus Deutschland .

G l a d y s z Ryszard, Pole, 23 J., aus Deutschland .

Gleich Dincia, Polin, 18 J., aus Litzmannstadt.

G o e r g e 1 Henche, Polln, 58 J., aus Auschwitz .

Goldes Henryk, Pole 18 J„ aus Poland.

Goldfeld Chaim. Pole, aus Biala Podlaska .

Goldblatt Izaak, Pole , 37 J., aus Rußland .

Goldstein Schioma, 30 J„ aus Lublin .

Gratklewicz Juljan, Pole , 48 J., aus Warschau .

Gratkiewicz Ruszard, Pole , 22 J., aus Bu­ chenwald .

Cytrynski Franciszek, Pole 37 J., aus Sach­ senhausen .

Cywinska Janina, Polin, aus Deutschland .

Czapiewski Juliusz, Pole, aus Magdenburg .

Czaplinska Genowefa, Polin, 40 J., aus Liekiec, gm. Rogowo, Rypin.

Czornienka Paulina. Polln, aus Gottingen D.F.- Lager.

C z u d i a k Anna. Polin, aus Brzuchowice bei Lwow .

C z u k o v Herman, Ungar. Jude, aus Auschwitz .

Gaggenau —Iffezheim ; Elchesheim—Rotenfels ; Muggen­sturm-Plittersdorf.

Die Handballbezirksliga

nimmt ihren Punkte-Spielbetrieb mit folgenden Be­gegnungen auf: Baden-Baden —Rotenfels; Rastatt - Durmersheim ; Steinbach —Kuppenheim ; Bühl —Sand­weier; Gaggenau —Niederbühl; Muggensturm ist spiel­frei.

Drei ehemalige Oberligavereine sind also nunmehr in der Handballbezirksliga vereinigt. Die Rastatter , die es bei den Rundenspielen im vergangenen Jahre nicht über den letzten Platz brachten, mußten in die Be­zirksliga absteigen. Niederbühl und Steinbach verzich­teten auf einen Verbleib bzw. auf eine Einreihung in die neue Landesliga Südbaden. Somit werden nur fol­gende Mannschaften der neuen Handball-Lan­de s 1 i g a am übernächsten Sonntag ihren Spielbetrieb aufnehmen: Lörrach , Schutterwald , Fortuna Freiburg, .Zähringen , Teningen , Offenburg , Brombach, Singen und Hofweier .

Die Handball-Kreisklasse Staffel I beginnt mit fol­genden Paarungen: Memprechtshofen — Ottenhofen ; Ottersweier — Großweier ; Greifern — Achern ; Gams­ hurst — Keimlingen; Bühl II — Steinbach II.

In der Handball-Kreisklasse H Nord, Staffel 2,

finden am Sonntag folgende Verbandsspiele statt: Rastatt —Eisental; Ebersteinburg—Gausbach; Nieder­bühl—Ottenau; Iffezheim —Otigheim ; Sinzheim spiel­frei. Vorspiele bestreiten die Jugendmannschaften oder die II. Mannschaft, vorausgesetzt, daß die Ver­eine solche führen.

Jugendsporttag in Gernsbach

Auf Anregung des Landratsamtes Rastatt veranstal­tet der SV Gernsbach ein großes Jugendsportfest, wo­bei am 13. und 14. September außer leichtathletischen Kämpfen Turnierspiele in Fußball und Handball vor­gesehen sind.

Gesetz Nr. 52 und das Arbeitseinkommen

Arbeitsunfähige müssen neuen Antrag stellen

FREIBURG/Br . — Die Sicherungsmaßnahmen des Gesetzes 52 erstrecken sich seit dem 1. 2. 1947 nicht mehr auf das Arbeitseinkommen der betroffenen Personen. Uber Gehalt und Lohn oder andere berufliche Einkünfte kann den Betreffende frei verfügen. Im Zug dieser Lockerung der Sperre ist dagegen die Vergünstigung der Allge­meinen Genehmigung Nr. 1 durch Verfügung der Militärregierung vom 21. April 1947 einge­schränkt worden. Der allgemeine Freibetrag (Mk. 200.— bis 300.—) steht nur noch denjenigen Personen zu, die wegen Arbeitsunfähigkeit über keine beruflichen Einkünfte verfügen. Um diese Vergünstigung weiterhin in Anspruch neh­men "*önnen, müssen, wi. uns von amtlicher Stelle mitgeteL. wird, diese Personen bei ihrer Kreisstelle des Landesamts für kontrollierte Ver­mögen einen schriftlichen Antrag nach dort vorliegendem Muster stellen, wobei sie den Nachweis über ihre Arbeitsunfähigkeit .durch Unterlagen des Arbeitsamts (in der Regel „Arbeitseinsatz-Meldekarte“) führen müssen. Hier­bei haben sie auch die Zahl der von ihnen zu un­terhaltenden Familienangehörigen nachzuweisen. Die Arbeitsunfähigkeit beurteilt das Badische Lan­desamt für kontrollierte Vermögen grundsätzlich genau so wie das Arbeitsamt, das bekanntlich nicht nur die körperliche Arbeitsunfähigkeit sondern auch die soziale Nicht-Einsatzfähigkeit anerkennt (Alter, Hausfrauen mit kleinen oder mehreren. Kindern).

Sofern das Nettoarbeitseinkommen die Freigrenze nicht erreicht, wird zur Vermeidung von Härten übergangsweise ein Teilfreibetrag bis zur Höhe des allgemeinen Freibetrags genehmigt wer­den. Während Steuern, Sozialversicherungs- und Krankenkassenbeiträge grundsätzlich aus dem Ar­beitseinkommen bezw. dem allgemeinen Freibetrag zu decken sind, besteht -v- wie bisher — die Mög­lichkeit, daß die vom Gesetz 52 betroffenen Per­sonen für die Bezahlung von außerordentlichen — in der Regel einmaligen — Ausgaben, gegebenen­falls auch Lebensversicherungsprämien, einen • An­trag auf Erteilung einer besonderen Geneh­migung stellen.

Tagesneuigkeiten

FRIEDRICHSHAFEN — Durch die langanhaitende Trockenheit ist der Wasserspiegel des Bodensees auf eiben Tiefpunkt gesunken, wie er seit 50 Jahren nicht mehr beobachtet wurde. Zusätzlich treibt der seit Wochen wehende Ostwind große Mengen Wasser aus dem See ab. Einender Folgen des Rückganges des Wasserspiegels ist, daß die Kursschiffe die Lan­destellen in Bad.Schachen und Nonnenhorn nicht mehr befahren können. Bei weißerem Absinken werden sich auch in Konstanz Landungsschwierig­keiten ergeben.

BAD KREUZNACH — Der französischen Gen­darmerie gelang es, einige Banden zu fassen, di« UNRRA -Lebensmittelzüge auf der Strecke Koblenz- Bingerbrück beraubten und wertvolle Lebensmittel stahlen. Etwa 50 Personen wurden festgenommen Bei den Lebensmitteln, die auf dem Schwarzen Markt verschoben wurden, handelt es sich in der Hauptsache um Bohnenkaffee, Zucker und Mehl, Nach den bisherigen Ermittlungen sind etwa 7 Ton­nen Kaffee und 30 bis 40 Tonnen Mehl gestohlen worden.

WIEN — Wenn man der Zeitung „Welt am Mon­tag“ glauben kann, so hat ein österreichischer In­genieur ein Mittel gefunden, um Menschen unsicht­bar zu machen. Mittels eines Apparates, der mit verschiedenen Lampen, Transformatoren und Um- .Wandlern ausgestattet ist, ist dieser Ingenieur vor den Augen der Zuschauer, die der Demonstration beiwohnten, verschwunden. Er sucht gegenwärtig di« Konstruktionsprobleme eines transportablen Appa­rates zu lösen, der an eine Stromquelle angeschlos­sen wird, und erlauben würde, spazieren zu gehen, ohne gesehen zu werden.

Wettervorhersage

Weiterhin warm!

Nach der für die Landwirtschaft unzureichenden Regenwelle hat sich über Mitteleuropa wieder hoher Druck aufgebaut. Neue Störungen entwickeln sich jetzt zunächst in nordwestlicher Richtung, so daß das Festland im allgemeinen im Hochdruckeinfluß verbleibt. Dabei kommt es jetzt im Kerngebiet über Frankreich zur Ausbildung einer flachen Tiefdruck­furche, so daß im unteren Gebiet bei südöstlicher Luftzufuhr einzelne örtliche Gewitter auftreten kön­nen.

Wetteraussirh+en bis Wochenende: meist heiter, tags­über hochsommerliche Wärme. Gegen Wochenende nachmittags Bildung einzelner örtlicher Gewitter; sonsl trocken.

Die Verbandsspiele beginnen wieder

Start der Zonenliga S&d und Landesliga Baden

Von meinem Fenster aus

Durch das Opernglas sah ich die eiligen Zurü­stungen zum sontägliehen Ausgang. Welt offen ein Fenster, wo Leute sich fertigmachen, kommen und gehen.

Die zu niedrige Hängelampe, an der sie auf ih­ren Gängen sich stoßen. (Der Tisch ist bereits bei­seite gerückt, daß sie mehr Platz haben.) Die Lampe schwankt, einer bringt sie mH dem Daumen zum Stillstand.

Vom Grund der Höhle blinkt mir ein Stückchen Himmel aus einem Spiegel entgegen. (Ich sehe ein weitaufgerissenes Auge im Finstern.)

Ein Mann tritt auf die Straße, seinen Hut aus­zubürsten. *

Die zur Strafe daheimbleiben müssen, machen sichs bequem und gähnen aus allen Stockwerken.

Sie strecken den Kopf, wenden sich und ver­schwinden wieder, wie ein Kuckuck in seinem Uhr­gehäuse.

Die Frau da drüben benützt ihren Sonntag zum Scheuem, sie huscht umher wie eine Fledermaus. (Nun winkt sie mit einem Staubtuch dem Rücken eines Gendarmen ein letztes Lebewohl nach.)

Der Angestellte nimmt sein Meisterwerk, eine mechanische Holzschnitzerei, wieder vor. (Ist es ein Rauchse-vice? Ein Likörtah’vtt?)

Der pensionierte Herr bläst auf der Posaune. (Unsichtbar.)

Ein anderer hat Sich damit abgefunden, seinen Sonntag in Hemdsärmeln vor dem Fenster zu ver­bringen. Er klopft seine Pfeife auf dem Stützgitter aus, stopft sie wieder, zündet sie an, gleicht einein Augenblick lang Eduard VII. und schreckt plötz- ich auf: Eine riesige Spinne, die vom Himmel her­abfällt, kriecht durch seinen Bart!

. Es ist .ein „Japanisches “ Tier, Jibrigens eip präch­

tiges Stück, das ein Kind am Ende eines Fadens ruckweise herunterläßt.

Jetzt ist es unten auf dem Gesteig angelangt.

Drei Passanten bleiben stehen, ziehen den Bauch ein und die Hose hoch, flüchten auf den Fahr­damm, blicken in die Luft, purzeln übereinander und platzen wie dürres Holz.

Und man muß vor den Radlern auf der Hut sein, die Nudeln aufs staubige Pflaster zeichnän und ihre Geschwindigkeit ausschäufeln mit der Hast von Totengräbern, die plötzlich gewahr wer­den, daß der Tod ein Krokodil ist!

Läo-Paul Fargue

Urlaubshetiden 1.947

Rund acht Monate vor dem Urlaubstermin habe ich meine ganze freie Zeit damit verbracht, Adres­sen von Gasthöfen und Pensionen zu sammeln und Berge von Briefen zu schreiben. Auf den 231. Brief habe ich dann doch noch eine Zusage erhalten. Und als der Abreisetag da war, konnte kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß ich hochgradig erho­lungsbedürftig war. Im Wachen uncT im Schlafen sah ich nur noch Absagen: „Und bedauern, Ihnen . mitteilen zu müssen, daß . . . und wird auch in ab­sehbarer Zeit . . .“ usw.

Das Martyrium der Bahnfahrt ertrug ich mit Fassung, der Urlaub sollte ja erst hinterher an­fangen. Wäre ich allerdings noch nicht erholungs­bedürftig gewesen, auf der Bahnfahrt wäre ich es bestimmt geworden. Schließlich erreichte der Zug wider Erwarten einigermaßen pünktlich die Sta­tion des Ortes, der dazu ausersehen war, mich zu beherbergen

Der Auftakt war einfach überwältigend: Am Bahnhof stand sogar ein Fuhrwerk, dessen Besitzer sich freundlich erbot, die Koffer der Reisenden In

den Ort zu bringen. Und er tat es gewissenhaft und mit Umsicht. Der Beförderungspreis war dann auch nicht weniger gewissenhaft auskalkuliert: elf Mark pro Koffer! Na ja, man soll sich im Urlaub nicht auf regen! Vielleicht hatte der Mann eine große Familie zu ernähren-

In meinem Quartier wurde ich sehr freundlich empfangen. Mit unendlichem Bedauern wurde mir mitgeteilt, daß mein Zimmer noch belegt sei, daß man aber bereit sei, mir auf dem Küchenboden ein Nachtlager zu bereiten. Man müsse sich heute eben einriebten und bescheiden ...

Als ich zwei Nächte lang auf dem Küchenboden geschlafen und von meinem häuslichen Bett ge­träumt habe, wurde ich wieder vorstellig. Mein Zimmer? Leider sei es noch nicht frei. Ein Triko- tagenfabrikant bewohne es. Man könne ihn doch nicht einfach . . . Und überdies seien die Zeiten schwer, man müsse sehen, wo man etwas her­bekomme . . . Ob ich nicht auch eine Kleinigkeit für das schöne Nachtlager . . . Geld allein . . . Das müßte ich doch verstehen ...

Ich verstand nur zu gut, und beschloß auszu­ziehen. Rannte den ganzen Tag von Gasthaus zu Gasthaus, von Pension zu Pension, von Haus zu Haus — vergeblich! Schließlich fragte ich einen im Fremdenverkahrsdienst ergrauten Hausdiener, ob denn tatsächlich alle Zimmer im ganzen Ort be­legt seien.

Der Gute lächelte überlegen. Natürlich nicht! Und dann kam es heraus. Wenn ich nur Geld bie­ten könnte, würde ich nie ein Zimmer bekommen. Ob ich nichts anderes hätte? Her" den, Unterhosen, Schuhe, Wein, Tabak, Suppenwürze ... Es sei al­les gefragt — nur Geld nicht, oder nur nebenbei...

Ich wankte zu meinem Küchenlager zurück. Der Trikotagenfabrikant briet sieb gerade auf dem Herd Eier (nit Speck und lächelte maiefiziös.

Drei Tage hielt ich noch aus, dann mußte ich ab- reisen. Nicht wegen des harten Nachtlagers auf dem Küchenboden, ich hatte keine Lebensmittel­marken mehr. Die Gasthausbesitzei'' hatten es mi! weiser Überlegung so eingerichtet, daß es mittags und abends nur Fleischgerichte gab. Wer keine Fleischmarken hatte, konnte gehen. Andere Gerich­te wurden nicht ausgegeben. 100 gr Fleischmarken pro Tag! Wer hatte denn das! Oh, es gab-eine gan­ze Menge Leute, die das hatten. Dpch ich gehörte leider nicht dazu. Als ich verzwöflungsvoll aus­rechnete, wieviel Marken man hier bei sparsam­stem Verbrauch haben muß, ergab sich eine glatte Rechnung: In acht Tagen die ganze Karte für vier Wochen!

Ich fuhr ab. Mit fünf Pfund Gewichtsverlust und einer aufgebrauchten Lebensmittelkarte. Im Zuge habe ich mir geschworen, nie mehr in Urlaub zu fahren ...

Wenn es sich irgendwie machen läßt, werde ich eine Pension für erholungsbedürftige Normalver­braucher aufmachen . . . Dann gehöre ich wenig­stens nicht mehr zur Kategorie der Normalverbrau­cher . . . Ursel Heinrich.

Aktuell

Aus einer frürsorgeanstalt bei Düsseldorf ent wichen einige Zöglinge, die nach wenigen Tagen bei einer ' Razzia wieder festgenommen werden konnten. Einer der Zöglinge hatte in der kurzen Zeit der Freiheit seine Barschaft vor 2,50 Mark aui 20 000 Mark steigern können.

Eine Sommerfrischlerin fragt eine Bäuerin: „Wie­viel Milch gibt Ihre Kuh täglich?“ „Acht Liter!' antwortete die Bäuerin. „Und'wieviel liefern Si« ab?" „Zwöifl“

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