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fcHt 2 — Nummer 74

PadBodt

Mittwodi, 17. September W47

diese Hille «oll und darf nicht «lern fuhren, dxS die Europäer die Hände in den SchoB legen und nur auf die amerikanischen Spenden warten. Sie verlangen im Gegenteil, daß Europa erst einmal sich selbst hilft, damit dann die amerikanische Hilfe umso wirksamer werden kann.

■Diese Forderung, die Amerika stellt, gilt auch für uns Deutsche. Auch für uns wird es in den nächsten Monaten vor allem darauf ankommen, alle verfügbaren Kräfte einzuSetzen und anzu­spannen, um über das Schlimmste hinweg zu kommen. Weniger denn je wird in der nächsten Zeit Spielraum für das Wirksamwerden irgend eines privaten Eigennutzes bleiben. Mehr denn Je werden alle, die Irgendwo Einfluß auf Menschen haben, sei es durch Parteien, durch Kirchen oder durch sonstige Organisationen, immer wieder an das Verantwortungsgefühl und an das Pflicht­bewußtsein jedes einzelnen Deutschen appellieren müssen, den Verpflichtungen gegenüber der Ge­samtheit bis zum letzten nachzukommen. Es wird in den nächsten Monaten kein Raum mehr bleiben für kleinliche Prestigepolitik einzelner Parteien. Das Schachern um einzelne Minister­sessel, das wir in manchen deutschen Ländern er­lebt haben, erscheint uns angesichts dieser großen wachsenden Notlage unseres Volkes immer un­würdiger. Es gilt mehr denn je. heute den besten Mann auf den richtigen Platz zu stellen, um so alle Kräfte in äußerster Anstrengung ein­zusetzen, die allein die sich immer gewaltiger auftürmenden Schwierigkeiten wird bewältigen können. Nur so wird es möglich Sein, in den nächsten Monaten die große Angst zu bannen, die die Menschen beherrscht und die mehr und mehr alle Aktivität zu paralysieren scheint. Dr. Gr.

Friede mit Italien

Wird Italien nunmehr Mitglied der UNO T

Vertrauen trotz Krise

h» einer einfachen, kurzen Zeremonie legten am Morgan des 15. September die Vertreter der »Vier Großen“ im Außenministerium in Paris die Katiflzlerungsurkunden des italieni­ schen Friedensvertrages nieder.

Da nach den Bestimmungen seines Artikels 78 der Vertrag sofort nach Niederlegung der Ra­tifizierung durch. Frankreich , das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion wirksam wird, befindet sich Ita­ lien rechtlich ab 15. September 1947 Mitternacht, im Zustand des Frie­dens. Einige Minuten nach den „Vier Gro­ßen“ legte der italienische Botschafter in Paris , Quaroni die italienische Ratifikationsurkunde nieder.

Diese Formalität war bisher lediglich von Jugoslawien erfüllt worden. Offiziell ist der Frieden jedoch erst ab 15. September abends zwischen Belgrad und Rom wieder hergestellt.

Ab 15. September wird die Frist von neunzig Tagen gerechnet, während der die Alliierten ihre Besatzungstruppen aus Italien zurückzie­hen müssen, und gleichfalls mit diesem Zeit­punkt beginnt der Zeitabschnitt von einem Jahr, der den Alliierten für die Entscheidung über das ehemalige Italienische Kolonialreich gegeben wurde. Die außerordentliche Kürze der diplomatischen Handlung heute morgen

Frankreich und der Marshall-Plan

Außenminister Bidault über die französische Außenpolitik

Im Zusammenhang mit den Arbeiten der Konferenz der 16. der Tagung des Vorstandes der Internationalen Wiederaufbaubank sowie der Vollversammlung der Vereinten Nationen, richtet sich die Aufmerksamkeit der Politiker und der Beobachter in Paris in wachsendem Maße auf die internationale Lage. So fand am 11. September ein Kabinettsrat unter dem Vorsitz des französischen Ministerpräsi­denten statt, der Sich ausschließlich mit Fra -

r sn der Außenpolitik befaßte. Außenminister i d a u 11 legte den französischen Standpunkt in allen wichtigen internationalen Fragen dar. Er sprach , insbesondere über die wirtschaft­liche Zusammenarbeit der europäischen Län­der und über die Haltung, die die französische Delegation auf der Vollversammlung der Ver­einten Nationen in Neuyork einnehmen wird. Im Anschluß an die Kabinettssitzung erklärte einer der Minister: „Bezüglich der Verschmel­zung der französisch besetzten Zone in Deutsch­land mit der englisch -amerikanischen Doppel­zone, besteht nach wie vor der von anglo- amerikanischer Seite gemachte Vorschlag, dem Frankreich bisher nicht zustimmte. Es ist in dieser Hinsicht keine Veränderung zu ver­zeichnen.“

Diese Erklärung Ist natürlich insofern von Bedeutung, als man sich in Paris keine Illu­sionen darüber macht, welche Wirkungen die Einschränkung der Käufe in Dollar-Ländern auf die wirtschaftliche Lage in der französisch besetzten Zone haben muß. In diesem Zusam­menhang verfolgt man mit besonderem Inter­esse die Londoner Verhandlungen. Der franzö­ sische Finanzminister Schuman hat dort nach­drücklich darum ersucht, Frankreich die Rest­summe von 250 Millionen Dollar aus der früher grundsätzlich bewilligten Anleihe zu überwei­sen. Die Franzosen unterstützten dort ferner den Antrag, die Anleihemöglkhkeiten der Mit­gliedsstaaten des Internationalen Wiederauf­baufonds zu erhöhen. Aber man hat in Paris im großen und ganzen den Eindruck, daß von amerikanischer Seite in London die Hoffnung der europäischen Länder, durch die Bank oder den Fonds weitgehende Hilfe zu erhalten, jedenfalls nicht ermutigt wird, überhaupt macht Sich in der französischen Presse die wachsende Tendenz bemerkbar. Kritik an der europäischen Politik Amerikas zu üben. So wurde am 12. September die Reutermeldung, daß Clayton die Pläne der Konferenz der 16 für unzureichend bezeichnet habe, mit einiger Bestürzung aufgenommen. „Liberation“ wirft offen die Frage auf, ob es den Amerikanern nicht viel mehr um die Beteiligung an den eu­ropäischen Industrieunternehmen als um die Gewährung von Anleihen für europäische Staa­ten zu tun sei Andere Zeitungen vermuten, daß die amerikanische Haltung Ausdruck einer unerbittlichen Geschäftspolitik zu sein scheine.

Vollsitzung des Badischen Landtags

Zum 18. und 19. September ist der Badische Landtag zu einer Plenarsitzung nach Freiburg einberufen. Es handelt sich hierbei um die erste eigentliche Arbeitstagung. Bisher hatte der Landtag nur über Themen zu beraten, dm mit seiner Konstituierung in Zusammenhang standen. Er wird sich mit drei Regie­rungsvorlagen und zehn verschiedenen Anträgen der Fraktionen zu befassen haben. Sämtliche Gesetzesvorlagen haben be­reits die Genehmigung der Militärregierung.

Unter anderem handelt es sich um die Rati­fizierung des Abkommens über die Errichtung

Südwestdeut-

flzlerung durch die Landtage unterzeichnet worden ist, um ein Landesgesetz über Maß­nahmen auf dem Gebiete des Landpacht- und Landbewirtschaftungsrechts, dessen Entwurf noch vom September 1946 stammt, um eine Änderung des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten vom 18. Februar 1927.

Die Fraktionen haben unter anderem einen Antrag vorgelegt, in dem die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses nach Artikel 75 der Verfassung zur Nachprüfung gewisser Denazi­fizierungsmethoden verlangt wird. Weiter wird die allmähliche Liquidierung der In­ternierungslager und Gewährung einer Amnestie für Mitläufer und Minderbelastete, ferner die Überprüfung der Ernährungslage, die Zuteilung von Bienenzucker, ausgleichende Besteuerung im Emährungssektor und verkehrsmäßige Für­sorge für die Zollausschlußgemeinden gefordert.

Die Gegner des Sozialismus glauben in der Krise in England ein wichtiges Argument für ihre . 1 Haltung sehen zu dürfen: „Da seht ihr, wohin «*

liegt vor allem in der Tatsache begründet, daß | Mit. wenn man Schlüsselindustrien verstaatlicht nur die Gegenzeichnung des Protokoll« über die Sund die Arbeitszeit im Bergbau herabsetzt, in Niederlegung der Ratifikationsurkunden vor-Seiner Zeit, in de r die Produktion gesteigert wer- gesehen war. Es wurden also keine Reden ge--den soll!“ Und schofi taucht zwar noch vorsich» halten. Lediglich Bidault konnte mehr für sich 3 ^ a be r immerhin sichtbar die neue Parole jener feststellen, daß man endlich an dem denkwür- z Kreise auf: der Sozialismus sei ein „Schlagwj>rt digen Tage angelangt sei. Mit vier Worten 3 von gestern“. Daß die Produktion an Kohle in drückte der Minister so all das Elend und dies England heute höher ist als zu irgendeinem Zeit­tiefe Tragik aus, die die Folge von Mussolinis | pun-kt vorher, daß trotz der ArbeitszeitverWo Übermut und Ehrgeiz sind, und beschwor I ?U ng die Leistung insgesamt nicht abgesunken ist, gleichzeitig noch einmal die mühsame Arbeit i sondern stieg, das ficht jene Kreise ebensowenig der Friedenskonferenz herauf, und die unab-|an wie die Tatsache, daß der Notstand in Eng­lässigen Bemühungen der vier Außenminister | Und alles andere als eine Krise des Sozialismus und ihrer Stellvertreter zur Vermeidung derfijt, daß die Wirtschaftsnot Englands eine Folge Sackgassen, in denen die Verhandlungen so oft 3 der ungeheuren Zerstörungen durch den Krieg, stecken zu bleiben drohten, und die Anstrengun-3 der Desorganisation und allgemeinen Not in ganz gen, die Besprechungen aus Solch unfruchtbaren 3 Europa ist, von der kaum ein Land dieses Kon- Engpässen herauszuführen. Bekanntlich machte | tinente ganz verschont ist. die Triester Frage die größten Schwierigkeiten. - j n England selbst wird man am besten beur- Alle mit diesem Problem verbundenen Fragen - Zeilen können, wie es mit den Leistungen der sind aber noch nicht gelöst, denn vor dem In-1 Labourregierung bestellt ist. Und dazu dies offen krafttreten des Triester Statutes eines freien | un d ganz unbeeinflußt zum Ausdruck zu bringen, Territoriums müssen diS „Vier“ sich über .den s bietet sich bei Nachwahlen für das Unterhaus im- ersten Gouverneur dieses Freien Gebietes einig § m e r wieder Gelegenheit. Bekanntlich haben bis­werden. -her alle Nachwahlen in England seit 1945 mit

Eine weitere direkte Folge der Ratifizierung feinem Sieg des Labourkandidaten geendet. Aber des italienischen Friedensvertrages wird dieldas war vor de r Krise. Am 11. September fand Aufnahme Italiens in die Organiea-1 wieder eine Ersatzwahl statt, und zwar im WahJ- tion der Vereinten Nationen sein. InDkreis Edge Hill bei Liverpool Sie fand nach der Einleitung zum Friedensvertrag ist nieder-f dem Ausbruch der „Dollarkrise“ in England statt gelegt, daß die alliierten und verbündeten Mächte I und bildet deshalb einen Gradmesser für die Eio- den Aufnahmeantrag Italiens unterstützen können, f Stellung der englischen Bevölkerung. Bei dieser Wird Rußland , das den ersten diesbezüglichen | Nachwahl traten nicht weniger als fünf Bewerber Versuch Italiens vereitelte, seine Haltung jetzt f um den frei gewordenen Sitz im Unterhaus aut ändern, wo zwischen der Sowjetunion und der 3 Es wurde mit größter Erbitterung gerungen und italienischen Republik der Friede wiederherge-fdie Konservativen machten alle Anstrengungen, stellt ist? 3 es zu erzwingen, daß das Pendel zum ersten Mal

Diplomatische Beobachter möchten glauben, daßi w j*^ er nac ^ rec hts ausschlägt. Alle diese Be- die sowjetische Regierung eher geneigt ist) die | jungen waren vergebens: Sieger Wieb der Kan- Aufnahme aller ehemaligen Vasallenstaaten 3 didat de r Labourpartei mit 10827 Stimmen, der Deutschlands zu verlangen. Die Beobachter weisen 1 konservative Kandidat kwnrte zwar seine Stim- darauf hin, daß die Russen sehr wohl wissen, wie gegenüber der Wahl 1945 um 1800 vermehren,

gerne die Engländer und Amerikaner Italien in f aber um 1953 Stimmen hinter denen des La­der Organisation der Vereinten Nationen als Mit- liberale Kandidat erhielt

glied sehen möchten. Sie wissen auch, daß Ame-l^ 10 , der Unabhängige Labourkandidat 154 und rika und Großbritannien sich als Protest gegen I der Unabhängige 48 Stimmen Dieses Ergebnis gewisse innerpolitische Maßnahmen der Regie-1 beweis eindeutig: die Mehrheit der englisch « rungen von Bukarest und Sofia gegen die Auf- 3 Wähler hält an ihrem Vertrauen zur Labourregie- nahme Bulgariens und Rumäniens in die UNO -^ng fest. Sie ließ sich auchdurch die schweren wehren. Wahrscheinlich wird man also in näch-1 Krisenerscheinung«i, die England m den letzten ster Zukunft die fünf Antragsteller gemeinsam | Wochen heimgesucht haben, nicht beirren m ihrer aufnehmen oder aber sie bitten, sich noch etwas - Überzeugung, daß nur ein sozialistisches England zu gedulden 3 den Weg zum Wohlstand zurückfind« wird.

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Wie dem auch sei, Italien steht künftig auf

gleichem Fuß mit den anderen Mächten, und zu eine r Zeit, wie es einen wertvollen Beitrag zum Wiederaufbau Europas feisten kann.

Gedenkfeiern für die Opfer des Faschismus

In vielen Orten Deutschlands fanden am 13. September zu Ehren der 11 Millionen Men­schen, die als Opfer des Faschismus den Tod fanden, Gedächtnisfeiern statt. In Berlin wurden Gedenkfeiern in den Schulen durch­geführt, an denen 6000 Schulklassen teilnah- men. In der. jüdischen Gemeinde Berlins wur­den Gedenkgottesdienste veranstaltet. In der Synagoge in Charlottenburg erklärte der Rab- binatskandidat Bernhard Kantor in seiner Ge­denkrede, daß für den grauenhaften Mord an 6 Millionen Juden nur ein Teil der Deutschen verantwortlich zu machen sei. Auch Angehö­rige anderer Staaten hätten sich mit und ohne Befehl an den Morden beteiligt. Berliner Anti­faschisten gelobten bei der Kranzniederlegung am Ehrenmal in der Seestraße und der Ein­weihung eines Denkmals für die Toten auf dem Friedhof Lichtenberg - Friedrichsfelde , den Kampf gegen den Faschismus weiterzuführen.

In Wiesbaden fanden in allen hessischen Staatsministerien Gedenkstunden statt. Bei der Feier im Befreiungsministerium betonte Mini­ster Gottlob Binder , daß das höchste Ziel der Opfer des Faschismus die „Behauptung von Wert und Würde des Menschen “ gewesen sei, dem alle, die gestorben seien, gedient hätten. In den Schulen Hessens wurde in musikalisch

umrahmten Feierstunden der Opfer des Nazi­regimes gedacht.

In Dresden wurde in Anwesenheit einer Delegation des republikanischen Spaniens eine Gedenkfeier zu Ehren der verstorbenen anti­faschistischen Kämpfer abgehalten, die mit einer Kranzniederlegung abgeschlossen wurde.

In P a s s a u wurde in Festgottesdiensten und bei Kranzniederlegungen an den Gräbern der Opfer der 11 Millionen Toten gedacht. In Re­ gensburg hielt der Staatskommissar für politisch, rassisch und religiös Verfolgte, Dr. Auerbach, bei einer Feier im Stadttheater die Gedenkrede. In allen anderen Städten und Gemeinden von Niederbayem und Oberpfalz ge­dachte die Bevölkerung der Toten. In 45 Städ­ten des Landes Nordrhein-Westfalen wurden Gedenkfeiern für die Opfer de» Nazi­regimes veranstaltet. Die Forderungen auf Be­strafung haben nichts mit nationalsozialisti­schen Methoden zu tun, sondern sollten das Recht wieder hersteilen, erklärte der Vertre­ter des Landesverbandes der jüdischen Gemein­den, Heimberg, in der von 8000 Personen be­suchten Feier in Dortmund .

Der Tag der Opfer des Faschismus wurde in Südbaden in allen größeren Städten in würdigen Feiern begangen, über die unsere Le­ser im lokalen Teil unterrichtet werden.

Aus allen vier Zonen

Französische Zen»:

TQbln«*n. Sämtliche Landeszentralbranken dar französischen Besatzungszone werden ln Speyer eine Reihe von Besprechungen durchfahren, ln deren verlauf auch Uber den Druck von Notgeld­scheinen zur Behebung des Kleingeldmengels ver­handelt werden soll. Man wird dabei die Frage Mären, ob für die gesamte französische Zone ge­meinsam das erforderliche Notgeld gedruckt werden soll, oder ob die Länder Jeweils für sieh die Druck­legung übernehmen. Der Kleingeldmangel ist in den letzten Wochen so stark geworden, daB ins­besondere die öffentlichen Betriebe, darunter die Eisenbahn, nicht mehr in der Lage sind, einen ge­ordneten Geschäftsverkehr mit dem Publikum auf­rechtzuerhalten.

Britische Z on #

Oldenburg- Ober drei Millionen Liter Milch verdarben allein im Monat August im Bezirk Weser- Ems , da sie infolge der dauernden Stromabschal­tungen nicht rechtzeitig verarbeitet werden konnten. Es bedeutet dies eine Mindererzeugung von 13 1T0 kg Butter und rund 22 IM kg Käse. Amerikanische Zone -:

Stuttgart . Radio Stuttgart tendet sein Pro­

einer Betriebsvereinigunq der

sehen Eisenbahnen, das am 25. Juni von dem gj. smm ,^11 Sonntag nunmehr auch für Kurzwelle, provisorischen Ministerpräsidenten der Lander g, kann nunmehr auf Mittelwelle 574 Kilohertz der französischen Zone vorbehaltlich der Rati- <522 m> und auf Kurzwelle siM Kliohertz im 4«,5-m-

- Band empfangen werden.

Karlsruhe . Im Karlsruher Jugendgefängnis, das sich in Durlach befindet, kam es zu einer kleinen Revolte. Drei Jugendliche Häftlinge schlugen den Verwalter nieder, nahmen ihm die Schlüssel ab und flüchteten. Zwei der Ausbrecher konnten unter Mit. hllfe anderer Häftlinge wieder festgenommen werden

München . Ober dem Flugplatz München -Riem

Kartoffeltransporte nur mit Transportschei»

Im Hinblick auf den bevorstehenden Herbstverkehr mit Kartoffeln wird erneut darauf hingewiesen, daß nach den gesetzlichen Bestimmungen der Kartoffel­transport ohne amtlichen Transportschein verboten Ist, und zwar für Jede Menge und ohne Unterschied, wer den Transport durchführt. Die Transportscheine müssen zwecks Jederzeitiger Kontrollmöglichkett; führte die amerikanische Luftwaffe erstmalig Ver-

mitgeführt werden. Die gegen diese Bestimmungen j suche zur Erzeugung künstlichen Regens durch.

Zuwiderhandelnden haben neben der im Gesetz vor- > Flugzeuge steuerten in eine mit Feuchtigkeit ge- «esehenen Bestrafung die Beschlagnahme und die sättigte Wolke und spritzten flüssiges Kohlendioxyd entschädigungslose Einziehung der widerrechtlich . aus. Die Folge davon war, daB die Temperatur der beförderten Waren, unter Umständen auch des Fahr- I Wolke sich abkühlte und Niederschläge erfolgten,

geuges, zu gewärtigen. ” I Man hofft, diese Versuche ln größerem Rahmen

wiederholen und unter Umständen örtlich die Wetter­lage dadurch beeinflussen zu können.

Stuttgart , wie der Generalsekretär des Län­derrates Erich Roßmarin mittallte, wäre es Sache der Länder, die Neufestlegung der Kennkartenlochung mit den einzelnen Militärregierungen zu regeln. Der Entnazifizlerungsausachua des Länderrats hat beschlossen, nur die Kennkarten der in Gruppe eins, zwei und drei Eingestuften zu lochen, während bei allen anderen Personen nur der Vermerk: „politisch überprüft" eingetragen werden soll.

München . Die Zahl der Münchener Spruch­kammervorsitzenden und öffentlichen Kläger , die ihre Ämter zur Verfügung gestellt haben, lat auf 41 gestiegen. Sie haben erklärt, daB ihre Rücktritte­erklärung eine Demonstration gegen den derzeitigen Minister für Sonderaufgaben in Bayern , Dr, Ludwig Hagenauer , bedeutet.

Russische äoitt

Berlin . Mit fast I 1 /. Millionen Mark gab das Polizeipräsidium den Wert des im Monat Auguat in Berlin gestohlenen Gutes an. Im gleichen Zeitraum konnten entwendete Güter lm Werte von etwas mehr als 2 Millionen Mark wieder herbeigeschafft werden. Im Ai%ust war gegenüber dem Vormonat ein Ab­sinken der Zahl der Diebstähle um etwa im zu verzeichnen.

Berlin . Sämtliche früheren Fähnriche, aktiven und Reserveoffüziere der ehemaligen deutschen Wehrmacht , die als Nachwuchskräfte für den ge­hobenen Dienst bei den Eisenbahnen in der -Sowjet- zone ausgebildet werden, alnd nach einem Erlaß der deutschen Zentralverwaltung für Verkehr ln der sowjetischen Besatzungszone fristlos entlassen worden.

Berlin . Der Sächsische Landtag nahm einen Gesetzentwurf der Landesregierung über die Len­kung de, Energieverbrauches an. Im kommenden Winter sollen Haushalte zwischen 7.3a und 17.30 Uhr keine Stromzuteilung erhalten Landwirtschaftliche Betriebe so'len von 17 bla 22 Uhr abgesehaltet wer­den. Für die Industrie sollen bestimmt« Sparzelten festgelegt werden.

Weltchronik

GreBbrltannleni

Die Bergarbeiter von Grimethorpe beschlossen, auf der Basis der früheren täglichen Kohlenförderung Ihre Arbeit wieder aufzunehmen und auf dieser Grundlege bis zur Wiedereinführung normaler Be­dingungen ln Ihren Bergwerken durchzuführen. Der Termin, wann dieser Vorbehalt erfüllt sein wird, wird von einer Kommission bestimmt, deren Ent­scheidung die Bergarbeiter anerkennen wollen. Der Entschluß wird das Ende des Streiks ln allen Kohlen­gruben von Yorkshlre zur Folge haben.

Österreich :

Der derzeitige Wasserstand der Donau hat ln den letzten Tagen den Tiefstand der vergangenen zehn Jahre bereits um 15 cm unterschritten, so daß nor­male Schleppdampfer nicht mehr verkehren können.

Am Tor der gegenwärtig ln Wien stattfindenden Ausstellung „Warschau klagt an“ wurde von un­bekannten Tätern ein Plakat ln Großformat an­gebracht, das die Aufschrift trug: „12 Millionen Deutsche klagen an: vertrieben, verhungert, ge­metzelt, erfroren. Wer fragt danach? Für Gerhard Hauptmann ."

Tschechoslowakei :

Seit der Ermordung des Finanzministers Rasin nach dem ersten Weltkrieg haben zum erstenmal die politischen Leidenschaften zu einem Mordversuch an drei ReglerungsmltgUedem geführt. Höllen­maschinen, welche beim Offnen der drei Paket« explodieren sollten, wurden auf der Post an drei lm Mittelpunkt des Interesses stehende Mitglieder der tschechoslowakischen Regierung aufgegeben. Der Aufmerksamkeit der Polizei gelang die Fest­stellung des ersten Paketes, welches an den Vize- mlnlsterpräsidenten und Chef der nationalsozialisti­schen Partei, Petr Penkl gerichtet war. Die sofort unternommene Untersuchung ermöglichte die Ent­deckung der beiden anderen an den Justizminister und Mitglied der nationalsozialistischen Partei, Drtlna, und an den Außenminister Masaryk gerich­teten Pakete.

Ägypten :

Trotz Bemühungen der Polizei und der ägyptischen Armee dauerten die ln Port Said begonnenen Kund­gebungen an. DiA meisten Läden blieben geschlos­sen, und die Fensterscheiben des USA - und de» französischen Konsulatsgebäudes wurden eingeworfen,

USA :

Nach einer Aufstellung des Arbeitsministeriums der Vereinigten Staaten beträgt die Mitgliederzahl der amerikanischen Gewerkschaften heute rund 15 Millionen Arbeitnehmer, gegenüber 3 Millionen im Jahre 1933, Der stärkste Gewerkschaftsverband Ist die American Federation of Labor (AFL) mit 7,5 Millionen Mitgliedern. Der Congreß of Industrial Organisation (CIO) zählt « Millionen Gewerkschaft­ler. Die diesen beiden großen Zentralen nicht an­geschlossenen sogenannten „unabhängigen“ Gewerk­schaften verfügen über 1 790 0M Mitglieder. Rund 14 500 900 Arbeitnehmer sind gemäß den Bedingungen des Abkommens über die Kollektivverträge von 194» angestellt, davon sind 7 900 0M Fabrikarbeiter.

Indien :

' In Kasurville, an der Grenze des westliche» Pandschab , ist eine Choleraepidemie ausgebrochen. Bis jetzt zählte man 4M Tote. Zahlreiche Cholera­fälle werden auch au« Lahore gemeldet.

Was madit das Weller?

Anhaltender Druckfall über West- und Mitteleuropa bewirkt, daß sich das Hochdruckgebiet, unter dessen Einfluß ln den letzten Tagen bei uns für diese Jahreszeit ungewöhnlich warmes Wetter herrschte, nach Osten verlagert und kühlere Meeresluft von Westen ln den Kontinent eindringen kann. Somit vollzieht zieh ein Wechael zu kühlerer und feuchte» Witterung. Dieser ist jedoch voraussichtlich von vor­übergehender Natur, da von Westen her rasch hohe» Druck wieder nachrückt. — Aussichten bis Freitag, abend. Zunächst zeitweise stärker bewölkt mit ge­wittrigen, aber für die Landwirtschaft nicht aus­reichenden Niederschlägen, nur mäßig warm. Spä­ter erneut Übergang zu Hochdruckwetter, aber nicht mehr so warm wie bis einschließlich Dienstag. Tagefc höchzttemperaturen nur noch bis 35 Grad und auch nacht« kühler.