Dtoneta«, 8. Juli 1983

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Vorverfegte Hundstage

Die hochsommerlichen Temperaturen be­herrschten auch das vergangene Wochenende. Wer es nur irgendwie ermöglichen konnte, der packte bereits am Samstag sein Bündel und ent­floh der Großstadthitze.

Am Sonntag aber zogen die Städter in Scharen hinaus in die Wälder, auf die Berge und an die Seen, um dort Kühlung und Erholung zu suchen. Überall herrschte wieder Hochbetrieb, die Züge ins Höllental waren dicht besetzt, die Straßen­bahn hatte eine besonders große Frequenz in die Außenbezirke — Strandbad, Littenweiler , Gün­ terstal — aufzuweisen, und bei der Schauins- landbahn fuhr eine Kabine nach der anderen in die luftige Höhe, während auf der Höllental­straße eine Schlange von Kraftfahrzeugen sich in östlicher Richtung bewegte.

Während so die Freiburger hinauswanderten In die Natur, war ihre Stadt auf der anderen Seite wiederum das Ziel vieler Fremden. Zahl­reiche Omnibusse aus Nordbaden, aus Württem­ berg und auch aus der Schweiz machten auf ihren Sonntagsfahrten zum mindesten für wenige Stunden hier Halt, um ihren Fahrgästen Gelegenheit zu geben, die Schönheiten unserer Stadt zu bewundern.

Die etwas sehr zeitig eingetroffenen Hunds­tage bescheren uns einen Sommer, wie ihn sich der täglich geplagte Städter für sein freies Wochenende zwar wünscht. Aber man kann auch im Guten übertreiben, und wir neigen der Ansicht zu, daß die Sommer-Sonntagsfreuden auch bei einer etwas weniger intensiven Sonnen­bestrahlung noch vollkommen sein können. Wir schließen uns ganz der Meinung eines Mitbür­gers an, der unter dem Druck der Hitze seuf­zend ausrief: „Genug der heißen Sonne Gaben, wann kann ich mich am Regen laben?“

Zu bedauern waren nur jene Menschen, die'in dieser Gluthitze an irgendwelchen Tagungen, die sich anscheinend auch bei diesen Tempera­turen nicht vermeiden lassen, teilnehmen muß­ten. Ob in der dumpfen und drückenden Luft der Tagungslokale der Erfolg in einem auch nur annähernd gleichen Verhältnis zu den aufge­wendeten Mühen steht, das muß allerdings be­zweifelt werden. es.

Kein Wasser verschwenden!

Interesse nochmals dringend gebeten, mit dem Wässer sparsamst umzugehen.

Die öffentlichen Brunnen werden vom Was­serwerk gesperrt oder stark gedrosselt. Bei dem Wasserfall in den Anlagen am WerthmannSplatz wird das Teichwasser durch eine unterirdische Pumpanlage in Umlauf gebracht, so daß hier keine Wässervergeudung stattfindet.

Eine Visastelle des Schweizerischen Konsulats in Freiburg

Ab 7. Juli 1952 befindet sich im Rathaus, Zim­mer 23, Telefon 4808, für die Dauer von drei bis vier Monaten eine Visastelle des Schweizerischen Konsulats Baden-Baden , der es obliegt, Einreisevisen nach der Schweiz zu erteilen. Einreisegesuche für einen Stellen­antritt werden nach wie vor vom Konsulat Ba­ den-Baden bearbeitet.

Minister Hojüwegler in Freiburg

Am Dienstag, 8. Juli, 20.15 Uhr, wird im Hör­saal 32 der Universität der Arbeitsminister des Landes Baden-Württemberg , Erwin Hohlweg­ler, über „Der Akademiker und die politische Gegenwart“ sprechen. Die Veranstaltung findet im Rahmen einer Vortragsreihe unter dem Titel „Politik aus erster Hand“ statt.

In einer am Samstagvormittag in der Aula des Rathauses stattgefundenen Feierstunde ver­abschiedete sich der bisherige Landeskommissär PAne von der Stadtverwaltung und dem Stadtrat von Freiburg , den Landräten von Frei­ burg und Emmendingen und den Bürgermei­stern von Emmendingen und Breisach .

Er schließe, so sagte Landeskommissär Pene in seiner Ansprache, seine Abschiedstournee in Freiburg , weil er hier nunmehr sechs Jahre ge­weilt habe. Bevor er nach Freiburg gekommen sei, habe er nie recht verstehen können, daß man sich von Herzen an eine fremde Nation bin­den könne, er habe nur verstanden, daß man sie bewundern und achten könne. Durch seinen Aufenthalt in Baden habe er aber seine Ansicht geändert.

Es seien wichtige und mißliche Fragen zu be­handeln gewesen, angefangen bei den Proble­men von 1946/47, wo es an Nahrungsmitteln für die Bevölkerung gemangelt habe, bis zur Wäh­rungsreform, zum erstaunlichen Aufschwung Deutschlands. Landeskommissär Pene sprach von den Schwierigkeiten, die durch die Natur-

Die Milch muß gerecht verteilt werden

Trotz Engpaß in der Versorgung kein Grund zur Beunruhigung!

Alljährlich zur gleichen Zeit, während der Heuernte im Juli, ergibt sich infolge des Miß­verhältnisses von Angebot und Nachfrage ein gewisser Engpaß in der Milchversorgung, der aber normalerweise noch keinen Anlaß zur Be­unruhigung Zu geben braucht. In diesem Jahre jedoch ist im Zusammenhang mit den gegen­wärtigen tropischen Hitzegraden die Milch­erzeugung so sehr zurückgegangen und zur glei­chen Zeit das Bedürfnis der Bevölkerung nach der erfrischenden und zugleich nahrhaften Milch in einem solchen Umfang gestiegen, daß die Breisgau -Milchzentrale Freiburg sich ernste Sorge macht und nichts unversucht läßt, um die

augenblicklichen Schwierigkeiten so schnell wie Der Aufruf des Städtischen Wasserwerks ge- möglich zu überbrücken

gen den übermäßigen Wasserverbrauch hat eine kleine Besserung gebracht, die aber keineswegs ausreicht.

Bei den Kontrollgängen des Wasserwerks wurde festgestellt, daß es noch Verbraucher gibt, die durch Wasserverschwendung die all­gemeine Wasserversorgung in Frage stellen.

In einem.Gespräch mit Direktor Schmidt er­fuhren wir, daß die Milchanlieferung bei der Breisgau-Milchzentrale von rund 75 000 Litern am 29. Juni auf 60 000 Liter am 4. Juli zurück- | gegangen, die Nachfrage nach Milch aber von I etwa 45 000 Liter täglich in der Vorwoche auf I 80 000 Liter am 4. Juli gestiegen ist. Hält die

Alle Verbraucher werden deshalb im eigenen I außergewöhnliche Hitze an, so muß man mit

Geschäftsräume jetzt ohne Mieterschutz

Mietamsgleichsstelle bei der Industrie- und Handelskammer Freiburg i. Br. errichtet

Das seit geraumer Zeit erwartete Gesetz zur Regelung der Miet- und Pachtverhältnisse für Geschäftsräume und gewerblich genutzte, un­bebaute Grundstücke (Geschäftsraummieten­gesetz) ist vor wenigen Tagen im Bundesgesetz­blatt Nr. 26 vom 26. Juni 1952 veröffentlicht worden und in Kraft getreten. Danach unterliegt die Vermietung von Geschäftsräumen und ge­werblich genutzten, unbebauten Grundstücken grundsätzlich nicht mehr den Preisvorschriften. Miet- und Pachtverträge, die nach Inkrafttreten des Gesetzes (27. Juni 1952) für solche Räume und Grundstücke abgeschlossen werden, unter­liegen nicht mehr dem Mieterschutz. Für Miet- und Pachtverhältnisse, die vor dem 1. Dezember 1951 abgeschlossen worden sind, entfällt der Mieterschutz frühestens am 1. Juli 1952. Das Gesetz gibtdem Mieter zur Vermeidung erheb­licher wirtschaftlicher Nachteile die Möglichkeit, den Wiederruf der Kündigung zu verlangen. Diese Möglichkeit besteht nicht, wenn dem Ver­mieter die Fortsetzung des Mietverhältnisses nicht zugemutet werden kann, so beispielsweise, wenn der Vermieter zur fristlosen Auflösung des Mietvertrages berechtigt wäre oder wenn der Vermieter dringenden Eigenbedarf geltend macht. Der Eigenbedarf kann nur für den Ver­mieter selbst, seinen Ehegatten oder Verwandte in gerader Linie geltend gemacht werden. Eigen­bedarf für andere, etwa verschwägerte Per­sonen wird vom Gesetzgeber nicht berücksich­tigt.

Angemessene Miete ist die ortsübliche Miete für Geschäftsräume gleicher Art und Inge. Der Umstand, daß der Vermieter von

einem anderen Mieter eine höhere Miete als die ortsübliche Miete erhalten könnte, berechtigt nicht zur Auflösung des Mietverhältnisses. An

Stelle der ortsüblichen Miete tritt, sofern ihre. Frischmilch auftreten.

Landeskommissar Pene verabschiedete sich

„Die deutsch -französische Verständigung wird eine meiner wichtigsten

Bemühungen bleiben

gewalten — strenge Winter und trockene Som­mer — verursacht worden waren, zu denen aber auch politische Probleme traten. Von dem durch die bedingungslose Kapitulation hervor­gegangenen Regime bis zu dem heute in Deutschland diskutierten Generalvertrag sei deutscherseits viel Anstrengung und Beharrlich­keit erforderlich gewesen. Der gemeinsam ver­folgte Weg sei nicht rosig, sondern mit zahlrei­chen Domen bewachsen gewesen, und beide hät­ten sich öfters daran verwundet. Diese unver­meidlichen Schwierigkeiten hätten aber keine ernsten Folgen nach sich gezogen, weil die Ver­handlungen unter Menschen guten Willens ge­führt und der Gedanke der Menschlichkeit nie­mals vergessen worden sei.

Landeskommissär Pene würdigte dann die Verdienste von Oberbürgermeister Dr. Hoff- mann, von dem er sagte, daß er Freiburg zu neuem Leben erweckt und der Stadt zum ersten Rang der deutschen wiederaufgebauten Städte verhelfen habe. Auch den Stadträten widmete er Worte der Anerkennung für ihre erfolgreiche Mitarbeit., Der scheidende Landeskommissär schloß mit den Worten:

„Die Idee der deutsch -französischen Verstän­digung, die ich so sehr vertrat, und für die ich mich so sehr eingesetzt habe, wird, seien Sie des­sen versichert, weiterhin eine meiner wichtig­sten Bemühungen in Frankreich bleiben. Möge das Schicksal uns allen gestatten, die durch die letzten Kriege angehäuften moralischen und materiellen Ruinen wieder aufzubauen. Möge es Ihnen und Ihren Familien, Ihrer Stadt und Ihrem Lande, dem Kleinen wie auch dem Gro­ßen Glück und Segen sichern!

Es lebe Freiburg , die Stadt der Kultur und der Menschlichkeit! Möge Gott ihr die ihr über­lieferten Eigenschaften bewahren.“

Oberbürgermeister Dr. Hoffmann er­innerte in seiner Rede an das Kommen von Lan­deskommissär Pene im Jahre 1Y46 und an die persönliche Atmosphäre des Wohlwollens. Als* einzige Säule sei damals nur noch die städtische Selbstverwaltung gestanden. Anknüpfend an die glorreiche Vergangenheit habe man deut­scherseits Anstrengungen gemacht, durch die ersten kulturellen Veranstaltungen ein versöh­nendes Zeichen zu geben. Landeskommissär Pene sei eine überragende Persönlichkeit ge­wesen, nicht nur in seinem diplomatischen Ge­schick, sondern auch in seinen seelischen Quali­täten. Persönliche Beziehungen hätten zu einer Freundschaft geführt, die beispielhaft für die politischen Probleme sein werde. Trauernden ' Herzens würden wir den Landeskommissär scheiden sehen, weil er das Beste für das Volk wollte und gerade deshalb ein Helfer gewesen sei. Dr. Hoffmann bat Landeskommissär Pene, stets ein Apostel der deutsch -französischen Ver­ständigung zu sein. Der Badener sei ein auf­rechter Kontrahent, ehrlich und offen, also eine Basis, auf der ein Verstehen möglich sein könnte.

Mit einem Ehrentrunk fand die Feierstunde ihren Abschluß. es.'

einem weiteren Rückgang der abzuliefernden Milchmenge um schätzungsweise 10 000 Liter in der allernächsten Zeit rechnen. Damit ist die akute Gefahr eines Notstandes in der Milchver­sorgung nicht von der Hand zu weisen.

Selbstverständlich hat die Breisgau-Milch­zentrale in den vergangenen Tagen nichts ver­säumt, um den augenblicklichen Engpaß in der Milchversorgung zu überwinden. In früheren Jahren war es durchaus nicht so sehr schwer, Milch aus den deutschen Überschußgebieten, wie etwa dem Allgäu oder auch aus der Schweiz , zu beziehen, aber diesmal sind alle diese Gebiete selbst ein Opfer des allgeneinen Milchmangels, und so blieben alle Telefonate der Freiburger leider erfolglos. Zu berücksichtigen ist dabei noch, daß die Breisgau-Milchzentrale den Milch­handel nicht nur der Stadt Freiburg , sondern auch aller übrigen Städte ihres großen Milch­einzugsgebietes mit Milch und Milcherzeug­nissen zu versorgen hat; dieses Gebiet reicht von Lahr bis Müllheim , vom Rhein bis nach Donau - eschingen. Die Milch wird von 15 000 bäuer­lichen Betrieben mit 35 000 Milchkühen aus 180 ländlichen Gemeinden nach Freiburg geliefert: eine unter normalen Verhältnissen völlig aus­reichende Zahl. Zur Zeit aber steht der gerin­geren Leistung der Kühe infolge der Hitze ein erheblich größerer Eigenverbrauch der milch­erzeugenden Bauern gegenüber. Kommt nun noch Wassermangel in den ländlichen Gemein­den hinzu, so muß man damit rechnen, daß die dann dort nicht mehr ausreichend zu kühlende Milch sauer wird und weit«« Verluste an

Brennende Getreidefelder

Am Samstagnachmittag wurde die Feuerwehr sweimal in die Opfinger Straße gerufen, wo Getreidefelder in Brand geraten waren. Im ersten Fall hatten die Anwohner der Opfinger Siedlung den Brand soweit eingedämmt, daß die Feuerwehr lediglich noch die Brandnester äblöschen mußte. Auch im zweiten Falle hatten die Bewohner schon vorgearbeitet, so daß die ganze Fläche nur noch mit einem C-Rohr ab­gesprüht werden mußte.

Am Sonntag früh ein Uhr erfolgte ein Einsatz der Feuerwehr in der Habs bu rgerStraße, wo ein Schuppen in Brand geraten war. Mit einem Hochdruckschlauch und später mit einem B- und zwei C-Schläuchen wurde das Feuer be­kämpft.

Am Sonntag brach wiederum in einem Ge­treidefeld inderOpfingerStraße, nörd­lich der Siedlung, ein Feuer aus, bei dem wie­der ein Hochdruckschlauch in Tätigkeit gesetzt werden mußte.

Bei allen vier Bränden wird Fahrlässig­keit als Ursache vermutet. Ein achtlos weg­geworfener Zigarren- öder Zigarettenstummel kann bei der derzeitigen Hitze und Trockenheit unübersehbaren Schaden anruhten.

Feststellung auf Schwierigkeiten stößt, die so- genännte Köstenmiete. Hinsichtlich ihrer Er­rechnung werden noch nähere amtliche Weisun­gen ergehen.

Besonderen Schutz genießt der Mieter, wenn er durch Gewährung von Zuschüssen oder Dar­lehen oder in sonstiger Weise einen erheblichen Beitrag zur Schaffung oder Instandsetzung der Geschäftsräume geleistet hat. Auch verfahrens­mäßig sind gewisse Sicherungen für einen ge­rechten Interessenausgleich vorgesehen.

Zur beschleunigten Erledigung von Miet- und Pachtstreitfällen und zur Entlastung der ordent­lichen Gerichte empfiehlt es sich, die im Beneh­men mit den beteiligten Wirtschaftskreisen (Ein­zelhandelsverband Südbaden e. V., Freiburg , Handwerkskammer Freiburg , Haus- und Grund­besitzerverein e.V., Freiburg ) errichtete'Miet­ausgleichsstelle der Industrie- und Handelkammer Freiburg i. Br. anzurufen. Dies ist auch solchen Gewerbetreibenden möglich, die kein« der vorgenannten Organisationen ange­hören.

Anträge sind unter Darlegung des Sachver­haltes schriftlich in dreifacher Ausfertigung bei der Mietausgleichsstelle (Industrie- und Handelskammer. Freiburg i. Br., Wilhelmstr. 26) einzureichen. Das Verfahren vor der Ausgleichs­stelle ist denkbar einfach und verursacht nur geringe Kosten.

Mit einem Preis ausgezeichnet

Bei dem vor einigen Wochen durchgeführten Cupresa-Schaufenster-Wettbewerb wurde ein weiterer Freiburg «, Herr Hans Hütten von der Firma C. Kausch, bei der jetzigen Prämiie­rung mit einem Preis ausgezeichnet.

Blumen auf der hohen Brücke

Seit der kalendermäßigen Einkehr des Som­mers trägt die zum Stühlinger führende Hoch­brücke in der Mitte der Brückenbogen den Schmuck blühender Topfblumen. In zwölf brei­ten Tongefäßen, auf beiden Seiten gleichmäßig verteilt, sind Geranien und Petunien einge­pflanzt, die zur Frischhaltung jeden zweiten Tag eine Wasserspende erhalten. Damit hat die durch die hohen Eisenbogen an sich kahle Brücke einen lebendigen Schmuck erhalten, der das Bestreben der Stadt nach einer gärtnerischen Ausgestal­tung. wo es immer möglich ist, erneut zum Aus­druck bringt.

Werbeheft der Städtischen Bühnen

Das neue Theaterwerbeheft für die Spielzeit 1*5J /** ist soeben erschienen und ist in diesen Tagen an die Platz-, Wahl- und Konzertmieter der Städtischen Bühnen verschickt worden. Das Heft wird bei der Miet- und Werbeableitung der Städtischen Bühnen im Großen Haus (Haupteingang rechts) und auf dem verkehrobüro am Rotteckplatz kostenlos abgegeben.

Unter diesen Verhältnissen ist es jetzt vor allem nötig, daß die vorhandene Milchmehge ge­recht unter der Bevölkerung verteilt wird. Aus diesem Grunde müssen die Milchhändler neben den Krankenhäusern und Kliniken in «ster Linie ihre festen Kunden, namentlich solche mit kleinen Kindern, beliefern. Das ist der einzige Weg, um unnötige Härten zu vermeiden und die unerfreulichen Auswirkungen des Milchmangels soweit wie möglich zu mildem. Besondere An­erkennung verdient es, daß die Breisgau- Milchzentrale jetzt eine besondere Anlage für „Sterilmilch“ errichten wird: eine fast unbe­grenzt haltbare Dauermilch, die vor allem wäh­rend des Überangebots an Milch im Mai und Juni produziert werden soll und dazu beitragen wird, daß man. wenn sich solch ein anomal hei­ßer Sommer wiederholen sollte, keinen Notstand in der Milchversorgung mehr zu befürchten braucht.

Die Breisgau-Milchzentrale hat jetzt an die bäuerlichen Milcherzeuger einen Aufruf (der durch die Bürgermeister der einzelnen Gemein­den verteilt wird) gerichtet und sie darin drin­gend gebeten, alle entbehrliche Milch an die Sammelstellen zur Weiterleitung nach Freiburg abzuliefem. Gleichzeitig appelliert die Milch­zentrale an das Verantwortungsbewußtsein der Freiburger Milchhändler Man müsse betreffs der Belieferung mit Milch eine gerechte Vertei­lung anstreben und gegebenenfalls vorüber­gehend die Liefermengen für die einzelnen Milchhändler nach den bisher bezogenen Tages­mengen festsetzen. Andererseits werde es in den nächsten Tagen kaum möglich sein, der Nach­frage nach Quark, Schichtkäse und Buttermilch in vollem Umfang gerecht zu werden.

Man kann nur hoffen, daß die Mahnung der Breisgau-Milchzentrale auf fruchtbaren Boden fällt und die Bevölkerung das erforderliche Ver­ständnis für die sich aus der augenblicklichen schwierigen Lage ergebenden Maßnahmen auf­bringt. Wenn alle Beteiligten Vernunft walten lassen, darin kann und wird sie auf jeden Fall gemeistert werden. R B.

. Tag der Heimatvertriebenen

Wie vom Stadtkreis 'Freiburg im Verband der heimatvertriebenen Deutschen mitgeteilt wird, findet am 3. August d« „Tag der Heimat“ statt. Am Sonntagvomittag soll eine Gedenkfeier an die Heimat stattfinden; näheres wird noch be­kanntgegeben. Ab 14 Uhr ist in Ebringen eine gemeinsame Fei« mit dem Landkreis Freiburg , wobei Prof. Dr. Kinzig die Fest­rede halten wird. Dos Programm umfaßt im übrigen Veranstaltungen einheimischer Ver­eine und d« Sing- und Trachtengruppen.

Abschiedsparade

Zu Ehren des Landeskommissärs Pene findet anläßlich seines Abschiedes am 8. Juli, vor­mittags 9 Uhr, eine militärische Ehrenbezeu­gung mit anschließender Truppenparade in der Schwarzwaidstraße statt General Schlösser, Kommandant des 1. Armeekorps, wird der Ver­anstaltung beiwohnen. Die Truppen werden von General D o u c h y angeführt

Es geht auch „ohne"

Es gibt viele Menschen, die kraft ihres Amtes oder ihrer Stellung verpflichtet sind, eine Uni­form zu tragen. Denken wir nur an unsere Straßenbahnführer und -Schaffner. Sie waren in den vergangenen Tagen wirklich nicht zu be­neiden, wenn sie, eingezwängt in die Uniform, einen vollbesetzte^ Wagen abkassieren oder auf dem Führerstand alle Sinne wachhalten muß­ten. Selbst die Sommeruniform war hier noch zuviel. Nun hat aber auch ihre Lage eine Ver­besserung erfahren, nachdem ihnen gestattet worden ist, ohne Uniformrock ihrem Dienst nachgehen zu können. Wir stellen diese „Erleichterung“ mit besonderer Freude fest, denn wir wissen, daß der Dienst der Straßen­bahner gerade in den Hauptverkehrszeiten kein angenehmer ist. Wir sehen in dieser Maßnahme aber auch ein Zeichen des Verständnisses der Direktion, die in diesem außergewöhnlichen Falle auf die Einhaltung eines Teils der Dienst­vorschriften zugunsten der Gesundheit ihrer Angestellten verzichtet hat

Bitte, etwas mehr Rücksicht

Vor einigen Tagen konnten wir berichten, daß die Städtische Straßenbahn von der Firma Büssing NAG, Braunschweig , fünf neue Omni­busse übernommen und in Betrieb gestellt hat. Man sollte nun meinen, daß die Freiburg « Be­völkerung stolz darauf ist, solche modernen Ver­kehrsmittel benutzen zu dürfen und daß sie es sich angelegen sein läßt, die neuen Wagen mit besonderer Sorgfalt zu pflegen. ' Aber dem ist leider nicht so Kaum waren die neuen Omni­busse zwei Tage im Betrieb, da war schon das Leder der Sitze verkratzt und zum Teil aufge­rissen und das Innere der Wagen sah gar nicht so aus, als ob es sich um fabrikneue Wagen han­delte. Es wird daher an die Benutzer der neuen Wagen die herzliche Bitte gerichtet, doch etwas mehr Rücksicht zu nehmen und die Polster und Inneneinrichtung pfleglich behandeln zu wol­len, damit die neuen Omnibusse nicht schon nach wenigen Wochen wie „alte Kärre“ aussehen.