Nummer 88
Dienstag, 8. Juli 1952
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Der neue Etat der Stadt Freiburg
Veranschlagte Einnahmen 30 Millionen DM, Ausgaben 33 Millionen DM, mithin 3 Millionen DM Defizit
Faßt man die Übersicht, die Stadtrat Peter Kappes in den beiden vorausgegangenen Artikeln gab, zusammen, so betragen die gesamten Einnahmen im ordentlichen Haushaltsvoranschlag die Summe von 30 017 470 DM, die Ausgaben belaufen sich auf 33 128 420 DM, so daß 3110 950 DM als ungedeckter Aufwand verbleiben. Ob sich der Stadtrat zu einer Erhöhung der H^besötze bei der Grund- und Gewerbesteuer zur Deckung des Defizits entschließen wird, oder auf andere Weise einen Ausgleich versucht, werden die Etatberatungen im Plenum zeigen. *
Der heutige dritte Ap^ik.el beschäftigt sich eingehender mit den Stadt werken; in einem abschließenden Bericht wird der Verfasser den außerordentlichen Haushaltsvoranschlag behandeln. DB.
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Daß Sie aus diesem Grunde betriebstechnisch auf der Höhe gehalten werden müssen, ist selbstverständlich.
Die Nazizeit, der Krieg und die erste Nachkriegszeit haben einen großen Nachholbedarf hinterlassen, dazu kommt die Erhöhung der Bevölkerungszahl und ihre Verlagerung in die Außenbezirke. Aus den Betriebseinnahmen allein können diese Aufwendungen nicht bestritten werden. Wenn auph die Einnahmen der Werke ständig 1 steigen, so auch die regulären Ausgaben. Im Wirtschäftsplan des Wasserwerks erscheinen die Gesamteinnahmen mit 1 313 700 DM, die Gesamtausgaben mit 1 787 700 DM, was einen rechnerischen Verlust von 474 000 DM ergeben Würde. Das Gaswerk erhofft 5 835 300 DM Einnahmen und rechnet mit 6 711590 DM als Ausgabe. Das Elektrizitätswerk stellt als Einnahme 8 060 680 DM ein und als Ausgabe denselben Betrag, während die Straßenbahn mit
III.
Nach den Vorschriften der Eigenbetriebsordnung vom 81. November 1938 werden die unter dem Namen „Stadtwerke“ zusammengefaßten wirtschaftlichen Unternehmungen der , Stadt Freiburg (Gaswerk, Wasserwerk, Elektrizitätswerk, Straßenbahn), insofern gesondert im Lahmen des. jeweiligen Haushaltsvoranschlags behandelt, als sie statt der Haushaltspläne dem Stadtrat sogenannte Wirtschaftspläne vorlegen, die sich in Erfolgsplan, Finanzplan und Stellenübersicht gliedern.
Die Stadtwerke werden eben als Sondervermögen der Stadt angesehen und haben also eine gewisse Eigenständigkeit. Dafür obliegt ihnen aber auch die Verpflichtung, an die Stadt sogenannte „Konzessionsabgaben“ abzuführen.
Diese Konzessionsabgaben werden aber nicht einem etwaigen Betriebsüberschuß entnommen, sondern bestimmte Prozentsätze der Hohe innahmen der verschiedenen Weihe bilden dabei die Grundlage. Bei Besprechung des Teilplans 8 wurde schon darauf abgehoben, daß im Voranschlag als Einnahme ein Betrag von 2 213 730 DM als Konzessionsabgabe vorgesehen sei. Davon sollen aufbringen: das Wasserwerk 215 200 DM, das Gaswerk 561500 DM, das Elektrizitätswerk 1 084 230 DM und die Straßenbahn 352 200 DM. Die Stadtwerke müssen diese Beträge vorweg abliefem und jede Erhöhung wirkt sich automatisch auch auf die Konzessionsabgabe durch eine Erhöhung derselben aus. Wenn innerhalb der Stadtwerke ein Betrieb trotz dieser Vorwegnahme mit .Überschuß arbeitet und die anderen mit Verlust, so kann der Überschuß zur Deckung des Verlustes der anderen Werke verwendet werden.
Welch große finanzielle Bedeutung die. Stadtwerke für die Stadt haben, geht aus dem Gesagten hervor. Die Werke sollen aber nicht in erster Linie Einnahmequellen für die Stadt sein, sondern sie müssen Versorgungsbetriebe für die Bevölkerung bleiben, die nicht nach rein kapitalistischen Grundsätzen, sondern im Interesse und zum Nutzen der Bevölkerung betrieben werden.
4 129 600 DM Einnahmen. 4 741 100 DM als Ausgabe buchen will. Die Ausgaben der verschiedenen Werke werden aufgeteilt in Betriebsaufwand und Finanzaufwand. Es werden bei dem letzteren 13 verschiedene. Posten aufgeführt, darunter die Abschreibungen auf das Anlagevermögen, Grund- und Gewerbesteuer, Körper- schaftsteüer, Benzolsteuer, Umsatzsteuer, Beförderungssteuer, Konzessionsabgabe usw. Diese Ausgaben betragen für die städtischen Werke zusammen 4 947 040 DM, während , sie für 1951 nur 3 915 140 DM ausmachten. Weiter wird unter außergewöhnlichem Aufwand ein Betrag von 70 000 DM errechnet, und unter der Bezeichnung „Jahresgewinn“ werden angegeben für Verzinsung des Eigenkapitals insgesamt 639 700 DM und als Rücklage für nachzuholende Instandsetzungen 190 270 DM, was zusammen 829 970 DM ergibt
Die „Stadtwerke“ zusammen steilen 19 339 280 DM als Einnahmen in ihren ordentlichen Haushalt ein und 21'310 070 DM als Ausgabe. Die außerordentlichen Aufwendungen zur Vergrößerung der Gaswerksanlagen, Ausbau des Elektrizitätswerks nebst Anlagen, Anschaffung von Trieb- und Anhängewagen sowie Autobussen bei der' Straßenbahn usw. erscheinen fm außer- -brdentlichen Haushalt, ebjsnso die für eine eventuelle Vergrößerung des Wasserwerks erforderlichen Beträge.
(Schlußartikel über den außerordentlichen Haushaltsplan folgt.)
Rund um unser Stadtgescbehen
Unfallreiches Wochenende. Die Außerachtlassung der Verkehrsregeln hat am Wochenende wieder zu zahlreichen Verkehrsunfällen im Stadtgebiet geführt. Während es in manchen Fällen noch mit Sachschaden abging, gab es auch wieder zahlreiche Verletzte, die in das Krankenhaus eingeliefert werden mußten'.
An der Kreuzung Scheffel-Zasiusstraße stießen infolge Nichtbeachtens der Vorfahrt zwei Krafträder zusammen, wobei beide. Fahrer und eine Mitfahrerin verletzt wurden. Ein im gleichen Augenblick die Fahrbahn überquerender Junge wurde von dem Kraftrad erfaßt und erlitt eine Fußgelenkverletzung. — Beim Überschreiten der Bertholdstraße wurde eine Frau von einer Radfahrerin angefahren. Die Frau zog sich einen Bluterguß* am linken Bein zu. Die Radfahrerin setzte ihre Fahrt fort, ohne sich um die Verletzte zu bekümmern.Auf der Kreuzung Klara-Kreuzstraße erfolgte ein Zusammenstoß zwischen einem Pkw. und einem Kraftrad, wobei die Fahrer, verletzt wurden. Bei der Überprüfung wurde festgesteilt, daß .die Bremsen am
Um die Große Besoldungsreform
Audi die Berufsbeamten verlangen ein Mitbestimmnngsredit
einer Stärkung
In einer Mitgliederversammlung des Badischen Beamtenbundes sprach der f. Vorsitzende r R e i n m u t h über aktuelle und beamtenrechtliche Fragen. Als Hauptziel des dem Deutschen Beamtenbund angeschlossenen Bundes bezeich- nete er die Erhaltung des öfentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnisses der Beamten, bei dem diese sich dem Staate verschrieben und der Staat die uneingeschränkte Schutz- und Fürsorgepflicht übernehme. Das Mitwirkungsrecht der Beamten gehöre in ein Beamtengesetz hinein, nicht in ein Betriebsverfassungsgesetz. Die Berufsbeamten verlangten in allen sozialen Fragen das Mitbestimmungs - und in anderen wichtigen Fragen das Mitwirkungsrecht, das durch von ihnen zu wählende Personalräte gewährleistet sein müsse. Weiter fordere man, daß die Beamten in den Personalräten bei beamtenrechtlichen Fragen nicht von anderen Gruppen •überstimmt werden dürften. Das sei nur eine Forderung der Gerechtigkeit, die von der ÖTV leider nicht anerkannt werde. Die Beamtenschaft wünsche ferner eine Große Besoldungsreform; sie warte seit langem darauf, daß auch ihre Gehälter der allgemeinen Teuerung angeglichen und auch die Bezüge , der Pensionäre in die Große Besoldungsordnung eingebaut würden. Von dem halben Monatsgehalt nämlich, das den Beamten zusätzlich bewilligt worden sei, sei praktisch nur ein Drittel ausgezahlt worden. Leider sei es eben in Deutschland immer so gewesen, daß für Soldaten Geld genug vorhanden gewesen sei, während die Berufsbeamten immer wieder auf „bessere Zeiten“ vertröstet worden seien. Auch die Heimatvertriebenen dürften bei der Besoldungsneuregelung nicht vergessen werden. Der Redner äußerte den Wunsch, daß das Wort „Berufsbeamtentum“ wieder seinen alten guten Klang bekomme, und hob ab-
Ortsverein Freibmrg IBr.
Freitag, 11. Juli, 20 Uhr, findet Im Heimatsaal der „Harmonie“, Grfinwälderstraße, unsere diesjährige
GENERALVERSAMMLUNG
statt.
Tagesordnung:
1. Geschäfts- und Kassenbericht
2. Neuwahlen
8. Bericht vom Parteitag in Stuttgart Achtung, Jungsozialisten!
Alle Jungsozialisten treffen sich am Mittwoch, 9. Juli, um 20 Uhr im Nebenzimmer der Gaststätte Gewerkschaftshaus und nehmen an der dortigen wichtigen Versammlung teil.
schließend die Notwendigkeit der Berufsorganisation hervor.
Anschließend wurde die Kreisgrupp^ Freiburg des Badischen Beamtenbundes 'gebildet,, der außerdem Kreisgruppen in Konstanz , Lörrach , Offenburg und Baden-Baden besitzt und. demnächst auch eine solche in Bühl erhalten wird. In den vorläufigen Vorstand cler Kreisgruppe Freiburg wurden unter anderen Regierungsdirektor Dr. Lorenz als 1. Vorsitzender, Oberzollinspektor Sachse als 2. Vorsitzender und Regierungsrat Slemeier als 3. Vorsitzender gewählt.
In der nachfolgenden Aussprache setzte man sich mit besonderem Nachdruck für eine Erhöhung der Besoldungssätze für Beamtenanwärter in Baden und für ihre Anpassung an die Bundessätze ein. R. B.
Schluß mit der Rentenanrechnung!
Der Verband der Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Sozialrentner (VdK) hielt eine Versammlung für Rentner der Invaliden-, Angestellten- und Unfallversicherung ab. Der 2. Landesverbandsvorsitzende Hermann Dreher berichtete über die Verbesserungen auf dem Gebiete der Sozialversicherung seit Bestehen des Bundestages und besonders über das vor kurzem verabschiedete Ünfaliteuerungs- zulagegesetz. Danach erhalten jetzt alle Unfallrentner, die mit mehr als 50 Prozent eingestuft sind, eine Zulage von 5 bis 25 Prozent. Der Kampf des VdK richte sich, so sagte der Redner, namentlich gegen die Anrechnung der einen Rente auf die andere, wobei sich in den meisten Fällen große soziale Härten ergäben. Bislang sei beispielsweise die Invalidenrente zu 50 Prozent auf andere Renten angerechnet worden. Jetzt aber wolle man im Bundestag schon für eine Anrechnung zu nur 25 Prozent eintreten; das sei immerhin ein Fortschritt und bekräftige den VdK in seinem Bestreben, auch dieses letzte Anrechnungsviertel noch fortfallen zu lassen. Der VdK verlange mit aller Entschiedenheit, daß die Grundrente der Kriegsbeschädigten auf keinen Fall mehr auf eine ändere Rente angerechnet werde; er vertrete den Standpunkt, man müsse dahin kommen, d?ß die Kriegsbeschädigten nicht mehr auf die öffentliche Fürsorge angewiesen seien.
Der Redner ging noch kurz auf die Reform der Sozialversicherung im allgemeinen ein und erklärte, daß der VdK seinen Kampf auf diesem Gebiete Seite an Seite mit dem Deutschen Ge werkschaftsbund führe: ein Block von insgesamt rund 6 Millionen Versichertet. Unter das zü schaffende Fürsorgerecht fielen auch die Kriegsbeschädigten und Sozialrentner sowie nicht zuletzt die Kriegerwaisen. R. B.
Pkw. Völlig wirkungslos waren. — Ein ähnlicher Unfall ereignete sich an der Kreuzung Schützen- allee-Seminarstraße, wobei die Fahrer ebenfalls Verletzungen erlitten. — Unter Alkoholeinwirkung führ ein Pkw.-Fahrer mit seinem Fahrzeug in der Stefan-Meier-Straße gegen einen Baum. Dem Fahrer wurde eine Blutprobe entnommen und der Führerschein eingezogen. — Durch zu starkes Bremsen kam ein, Motorradfahrer in der Eschholzstraße-Hohenzollernstraße ips Schleudern und stürzte. Er zog sich erhebliche Verletzungen zu. — Die Nichtbeachtung der Vorfahrt führte in der Basler Landstraße und an der Kreuzung Reimweg-Sautierstraße zu zwei Unfällen, wobei es insgesamt vier Verletzte gab.
Rabiate Burschen» An der Ecke Eisenbahn- Vaubanstraße versetzte ein 21 Jahre alter Bursche einem hinter ihm vorbeilaufenden Hund grundlos einen Fußtritt. Als ihn Passanten auf setzt Verhalten aufmerksam'machten,“ schlug er blindlings auf elften Mähn ein. Ein Zü Hilfe kommender junger Mann wurde ebenfalls von dem rohen Gesellen niedergeschlagen und mit Fußtritten, in die Nieren- und Magengegend traktiert. Ein hinzukommender Gendarmeriebeamter mußte von seinem Gummiknüppel Gebrauch machen- Schließlich konnte der Bursche vom Notrufkommando. festgenommen werden, wobei er ebenfalls noch heftigen Widerstand leistete. ...
in der Nacht kam es an der Friedrichsbrücke zu einer Auseinandersetzung zwischen einigen jungen Männern, die in Tätlichkeiten ausärte- ten. Einer der Streithähne mußte sich in ärztliche Behandlung begeben.
Beim Verlassen einer Wirtschaft in der Sautierstraße wurde ein Mann angeblich grundlos von einem- anderen Mann tätlich angegriffen und durch mehrere Faustschläge zu Boden geschla gen. Dabei erlitt er stark blutende Kopfwunden, außerdem wurde ihm die Zahnprothese zertrümmert.
Jugendliche Diebe. ImLorettobad wurden einer Frau aus der abgelegten Tasche verschiedene Gegenstände entwendet. Als Täterin wurde ein 12 Jahre altes Mädchen festgestellt, das die gestohlenen Sachen auf der Liegewiese unter einem Teppich versteckt hatte. — : Im Strandbad St. Georgen wurde einem Bademeister der Geldbeutel mit 40 DM gestohlen. Hier war es ein 12 Jahre alter Junge, der den Diebstahl aus geführt hatte. Über die Hälfte des Betrages hätte er bereits „umgesetzt“.
Freiburger Kammerchor
Der im vergangenen Jahr gegründete Freiburger Kammerchor wird am Donnerstag, 10. Juli, 20.1» Uhr, im Augustinermuseum in einer ersten Aufführung mit neuer Chormusik an die Öffentlichkeit treten. Das Programm umschließt nur Werke etwa der letzten 30 Jahre, die mit einer Ausnahme in Frei burg noch nie ln der Öffentlichkeit dargeboten würden.
Dienstag, I. Julie
Städtische Bühnen, Großes Haus und Kämmerspiel» geschlossen. ' -
Filmtheater: Casino: „Schicksal in Wien“. — Die Kurbel: „Herr der Unterwelt“. — Friedrichtsbau: „Ni- hotsohka“. — Harmonie: „Gehetzt“. — Kandelhof: „Die Landstreicher“. — Union: „Der Menschenfresser von Kumgon“. — Zentraltheater: „Der verkaufte Großvater“.
Volkshochschule : .Vogeikundliche Wanderung. 4 Uhr früh Treffpunkt Bahnübergang Waldsee .
Mittwoch, ». Juli:
Städtische Bühnen: geschlossen.
Filmtheater: wie am Dienstag.
An alles Tagen
Kunstverein Freiburg , Talstruße 12a: Ausstellung Ölgemälde und Graphiken von Max Beckmann Cbi» 20 Juli)
Museum für Cr- und Frühgeschichte, Adelhauserkloster: Mittwoch und Freitag, 0 bis 12 und IS bi» 10 Uhr. jeden 2 und 4 Sonntag von 10 bis 13 Uhr. Führungen nach Übereinkunft
Münstermuseum, Scboferstraße 1: Sammlung abgängiger Originale; Gipsabdrücke von figürlichen und ornamentalen Einzelheiten des Freiburger Münsters .
Naturkunde - Museum, Gerberau 32: Dienstag bl» Freitag 40 bis 12 und- 14 bis I? Uhr Samstag 10 bi» 12 Uhr, Sonn- und Feiertags von 10 bis 13 Uhr. Sonderausstellung „Pflanzen- und Vorratsschädlinge“ und „Exotische Reptilien*
Augustinermuseum : Ausstellung „Mittelalterliche
Kunst“: „Künst des Barock“: „Ostasiatische Kunst“. Führungen Mittwoch 10 Uhr und Sonntag 11 Uhr.
CaslnO-Kunstausstellung: Während der Monate Juni und Juli Malereien von Fritz Nehmert . Höchen schwand , (Schwarzwald ).
. Betriebsräte-Vollkonferenz
Der Deutsche Gewerkschaftsbünd, Kreisausschuß Freiburg, veranstaltet am Freitag, 11. Juli, seine quar- talsmäßigc? petriebsräte-Vollkonferenz. Dr. Leptig spricht über „Stellungnahme des Arbeiters zu den Wirtschaftsproblemen der Gegenwart“ und Betriebsrätesekretär Hirschmann über „Betriebsrat und Arbeitsrecht“. Beginn def Konferenz um 0 Uhr.
Neue Öffnungszeiten im Kunstverein
Wegen der hochsommerlichen Hitze werden ab sofort die Öffnungszeiten ' der .Max-Beckmann -Ausstellung im Kunstvejrein, Talstraße 12a, wie folgt geändert:
Werktags von 0—14 und 18—20 Uhr, sonn- und feiertags von 8—12 Uhr. In der Zeit von 14—10 Uhr bleibt die Ausstellung werktags geschlossen, sonntags den ganzen Nachmittag ab 12 Uhr.
Klassentreffen Jahrgang 1905 und 1906
Die Jahrgänge 1905 und 1906 der Lessingschule wollen ein Klassentreffen mit Omnibusfahrt veranstalten. »Anmeldungen nimmt Erich Brandenberger , Freiburg , Merzhauser Straße 14, bis zum 15. Juli entgegen. ,
Vogeikundliche Wanderung Die nächste Vogeikundliche Wanderung findet am Dienstag, 8. Juli, 4 Uhr früh, statt. Treffpunkt Bahnübergang . Waldsee.
Der Kursus „Was fliegt denn da?“ Wird am Mittwoch, 8. Juli, um 20.15 Uhr, fortgesetzt.
„Das sündige Haus“
„Sündig", äst .nicht das Haus, von dem hier die Rede ist, sondern die Verleihfirma, die den schlichten, aber eindrucksvollen und den Inhalt wirklich kennzeichnenden Öriginaititel „Die Treppe" durch die geschmacklose und anreißerische Umtaufe entwertete. Den Schaden, hat sie selbst, da der neue Titel die anspruchsvollen Zuschauer (für die dieser Film allein berechnet ist) kaum anziehen wird. Und das ist sehr schade; denn hier ist dem deutschen Nach- Kriegsfitm — vor geraumer Zeit schon — wieder einmal, eine vollwertige künstlerische Leistung gelungen, die nur deshalb möglich war, weil ajle Beteiligten •sich vom billigen Filmschema unserer Zeit entschlossen abwaiidten und wirklichen Wagemut bewiesen. So -ausdrucksstark - wie das Drehbuch Ralph - Lothars,. das — ähnlich wie einst Georg Kaiser in seinem Schauspiel „Nebeneinander“ — die Men- »ehen,3chicksale In einer einzelnen Mietskaserne abtastet, ist- die Spielleitung Alfred Brauns, der all diese Schicksale in einer Fülle meisterhaft erfaßter Bildmomente (an der Kamera; Georg Bruckbauer ) lebendig werden ließ und neben dem reifen Können großer Darsteller wie Hilde Körbers und Nikolai Köllns auch der schönen Begabung junger Kräfte, vor allem, der große Hoffnungen weckenden Liane Croön, die Möglichkeit zur Entfaltung gab. — Inmitten so vieler nichtssagender Erzeugnisse der deutschen Nachkriegsproduktion ein Film mit einer klaren und ehrlichen künstlerischen Aussage! Seien wir dankbar dafür! (Zentral) R. B.
PräUt Allgaier gestorben
Prälat Dr. Arthur Franz Allgaier ist im Alter von 69 Jahren in Ebersteimburg bei'Ba den-Baden nach längerer Krankheit gestorben. Prälat Allgaier war von 1919 bis zu seiner Ere- mitierung ordentlicher Professor der Theologie ah der Universität Freiburg . In seinem Fachgebiet der' alttestamentlichen Literatur und Exegese hatte er internationalen Ruf. Dr. All- gäier, der 1906 zum Priester geweiht wurde, war Mitglied der päpstlichen Bibelkommission, der badischen Historischen Kommission, Vorsitzender des Alemannischen Instituts m Freiburg und Vorstandsmitglied der Görres-Gesellschaft .
65 Jahre Germania St Georgen
Jubiläumsfeier des erfolgreichen Schwerathletik-Vereins
Dl« drückende Hitze am Samstagabend in der St. Georgener Turnhalle konnte die gute Stimmung, die dort herrschte, nicht beeinflussen. Wenn die Schwerathleten ein Fest feiern, wenn es dazu noch ein «jähriges Jubiläum ist, dann ist es immer gemütlich, und ein Außenstehender glaubt in einer großen Familie zu sein. Der Jubiläumsverein, Germania St. Georgen, hatte dazu noch etwa 70 Schwerathleten aus Nordbaden zu Gast, die gute alte badische Schwerathletentradition aufleben ließen. Alte Bande wurden wieder aufgenommen und neue geknüpft. Der Wunsch, den Nord- und Südbadischen Verband wieder zu einem gesamtbadischen Schwerathletenterband zu vereinigen, wurde dann auch von dem 2. Bundesvor- sitzendeti und Vorsitzenden des Nordbadischen Schwerathletikverbandes in einer kurzen Ansprache ausgesprochen. Germania St. Georgen, sei einer der besten und zukünftsreichsten Vereine Gesamtbadens, erklärte der nordbadtsche Gast.
Zu Beginn des Abends gab Ad. Stadelbacher, der seit fast 30 Jahren mit bestem Erfolg die Geschicke des Vereins leitet, zunächst einen kurzen Überblick über die bisher, geleistete Arbeit und die durch sie bedingten Erfolge, Er dankte .vor allem der alten Garde für Ihre bewiesene Vereinstreue. Unter großem Beifall begrüßte er den Mitbegründer der Germania und ehemaligen Deutschen Meister im
Ringen, Josef Metzger , der vor kurzem seinen 80. Geburtstag feiern konnte. Ferner waren erschienen der ehemalige Sportwart des frühere» Deutschen Atheitik-Sportverbandes, Rößler, der heute auf 88 Lebensjahre, zurückblicken kann, und der Jüngste“ der alten Garde, Mater, der immerhin 74 Lenze zählt. Der besondere Dank des Vorsitzenden galt aber auch dem Patenverein, ASV Freiburg, der es sieh nicht nehmen ließ, dem Jubilar ein Grüßte legramm zu senden.
Der 2. Vorsitzende des Südbadischen Verbandes, Grambach , Fretburg,' hob in seiner Ansprache die ruhmreiche Vergangenheit und die ebenso erfolgreiche Gegenwart der Germania hervor. Er dankte seinerseits im Namen des Verbandes der Vorstandschaft, die sich neben ihrem Beruf den Dienst an der Schwerathletik zur Lebensaufgabe gemacht habe und die sich ganz besonders der Bflege und Heranziehung der Jugend widme. Die hierdurch erzielten Erfolge seien offensichtlich, habe doch St. Georgen die erfolgreichste Jügendmannschaft im gesamten Verbandsgebiet.
Ein unterhaltendes Programm, an dem die Musikkapelle St. Georgen , der Mannergesangverein St. Georgen sowie Schüler und Jugend des Turnvereins mitwirkten, rundete den wohlgelungenen Abend ab. -nz.
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