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SÜDWESTDEUTSCHE

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CHRISTLICHE POLITIK UND KULTUR

Nr. 15/1. Jahrgang

Freiburg i. Br., Mittwoch, 30. Oktober 1946

Preis 20 Pfennig

Französische Schwierigkeiten

Ministerpräsident Bidault über das Ernährungsproblem

Paris . Am Samstagabend richtete Minister­präsident Bidault einen aufi uttelnden Appell an die französische Nation, in dem er in erster Linie die Anstrengungen und die Versuche seii.er Re­gierung rechtfertigte, die unternommen worden sind, um das schwierige Emährungsproblem zu lösen. Bidault brandmarkte gewisse Presse­artikel, die durch ihre Übertreibungen die große Masse der französischen Bauern diffenierten. Im Verlauf seiner Ausführungen prüfte Bidault die Lage der Landwirtschaft. Er nannte in die­sem Zusammenhang Zahlen für die Ernte, die er als „ziemlich gute Durchschnittsernte“ bezeich- nete. Vor allem anderen handle es sich aber jetzt darum, wie der Redner weiter feststellte, diese Ernte zu vernünftigen Preisen zu verteilen. Das Problem dränge sich in erster Linie unter dem Blickwinkel der Preisgestaltung auf Jedes­mal. wenn die Regierung geglaubt habe, es sei möglich, den Markt freizugeben, sei eine Preis­steigerung gefolgt. Unter Hinweis auf das Pro­blem des Weines als Einzelbeispiel, erklärte Georges Bidault mit Nachdruck, die Regierung könne nicht beabsichtigen, die Verbraucher um die ihnen zustehende Ration zu bringen. Er appelliere an die öffentliche Meinung, sie möge eine evtl östliche illegale Bewegung nicht noch verstärken, zumal diese in einem Land der Ver­nunft normalerweise schnellstens ins Nichts zu­sammensinken müßte. Auf keinen Fall könne jedoch irgendeine Unzufriedenheit ein unloyales Verhalten rechtfertigen.

Der Ministerpräsident erinnerte in diesem Zu­sammenhang daran, daß sich Marcellin Albert bei Clemenceau beklagt hatte, er könne seinen Wein nicht verkaufen. Heute zeige sich das Pro­blem von der Sexte, daß man keinen Wein kau­fen kann. Wenn mm die Regierung die Einfuhr in Erwägung ziehe, so beabsichtige sie keines­wegs damit, auf die Weinbauern irgendeinen Druck auzuüben. Sie wolle sich auf diese Weise einfach die Mittel beschaffen, die erforderlich sind, um dem Land diejenigen Güter zu ver­nünftigen Preisen zu liefern, die für es unerläß­lich sind Oer Wettlauf um immer höhere Preise ist ein Wettlauf in den Abgrund. Keine Regie­rung wird bereit sein, die Verantwortung für einen Währungssturz zu übernehmen, der un­vermeidlich ist. wenn die Produzenten rück­sichtslos mit Preissteigerungen arbeiten. Zum Abschluß seiner Ausführungen wies Bidault auf den einzigartigen Lebenswillen hin, den die Nation zeige. Er erklärte hierzu: „In diesem Jahr wird Frankreich 900 000 neue Erdenbürger zählen. Wäre es nicht verbrecherisch, alle Mü­hen, die Väter und Mütter mit dem Aufziehen dieser Kinder auf sich nehmen zunichte zu ma­chen und den damit bewiesenen Lebensmut an der Wurzel zu treffen? Kann man es sich nicht geradezu vorstellen, wie der uns beobachtende Ausländer sagt: ,Sie waren dabei, alle Schwie­rigkeiten zu überwinden, an der letzten sind sie jedoch gescheitert“ Die Politik ist ein Ding für sich und das Leben ist ein anderes.“

Tauschverkehr mit Holland

Den Haag. Die Verhandlungen über einen Warenaustausch zwischen der französischen Besatzungszone in Deutschland und Holland sind abgeschlossen worden mit dem Ergebnis, daß ein grundsätzliches Abkommen getroffen werden konnte, das erst endgültig formuliert werden kann, wenn gewisse Einzelheiten be­treffs der Rheinschiffahrt geregelt worden sind. Schon vor der Unterzeichnung des Abkommens hat der Warenaustausch Draktisch bereits be­gonnen, und es werden bis es soweit ist, im Laufe der nächsten Monate für je etwa eine Million Dollar Waren nach beiden Ländern ver­schickt werden: Holland verkauft Saatkartoffeln und erhält aus der französischen Zone Holz und Baumaterialien.

Der erste Kredit für deutschen Export

Washington . Die „Reconstruction Financial Corporation“, ein Regierungsorgan das mit der Gewährung von Krediten für die amerikanische Wirtschaft beauftragt ist hat der deutschen Exportindustrie einen ersten Kredit von 6 Mil­lionen Dollar bewilligt, wie der stellvertretende Staatssekretär im Kriegsministerium, Howard Petersen. bekanntgab. Petcrsen führte aus: „Es handelt sich um einen sehr bescheidenen An­fang. Es werden andere Kredite folgen, deren Umfang durch den Rohstoffbedarf Deutschlands und seine Exportmöglichkeiten bestimmt wer­den wird. 1 “ Diese 6 Millionen werden haupt­sächlich der Porzellan und Spielwarenindustrie zugutekommen.

USA Baumwollexport nach Deutschland New York . Die Vereinigten Staaten planen die Verschiffung von insgesamt 1,1 Million« Ballen Baumwolle nach Deutschland und Japan , erklärte der Chef der Baumwollabteilung des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums. Diese Menge, von der ein erheblicher Teil be­

reits verschifft sei, werde als ausreichend zur Deckung des notwendigsten Bedarfs Deutsch­lands und Japans bis zur Mitte des Jahres 1947 angesehen.

Franco-Spanien vor der UNO

New York . In der ersten Arbeitstagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen verlas der Generalsekretär Trygve Lie einen Geschäftsbericht, der einen Überblick über die Tätigkeit der UNO seit dem 30. Juni 1946 gab.

Anschließend berichtete Trygve Lie , daß Frankreich als erstes Land der UNO ein Treu­händer-Abkommen bezüglich Togo und Kame­ run vorgelegt habe. Der Generalsekretär äußerte den Wunsch, die Versammlung solle ihren Mitgliedern genaue Direktiven für die gegenüber Spanien einzunehmende Haltung geben, da es auf diese Art vermieden werden könne, daß gewisse Organe der UNO in ihrem Vorgehen gegen Franco-Spanien gehemmt wer­den.

In der allgemeinen Aussprache am Freitag und Samstag wurde die Frage des spanischen Regimes und die Anwendung des Vetorechtes erörtert. Die Delegierten von Mexiko , Belgien , Peru , Haiti , Chile , Norwegen , Liberien und der

Türkei , die an diesen beiden Tagen zu Worte kamen, sprachen sich ausnahmslos für eme sehr wesentliche Beschränkung des Vetorechtes aus, das bisher viele der Entscheidungen im Sicher­heitsrat verhindert hatte. Weiterhin waren sich fast alle Delegierten darüber einig, daß die Ge­neralversammlung zu einem brauchbaren Vor­schlag über Spanien kommen solle. Es scheint, daß die südamerikanischen Nationen, vielleicht mit Ausnahme Argentiniens , die Beziehungen zu Franco-Spanien abbrechen möchten und deshalb möglichst rasch einen allgemein bindenden Be­schluß der UNO erwarten Wie die Vereinigten Staaten und England, die seinerzeit einen der­artigen Beschluß im Sicherheitsrat bereits ver­eitelten heute über diese Sache denken, ist noch nicht bekannt Die Aussprache wird Montag- nachmittag fortgesetzt

CDU fordert Freigabe alter Konten

Berlin . Die baldige Wiedereröffnung der alten Banken, Sparkassen und Hypothekenbanken so­wie die Anerkennung der Konten der Einleger verlangte der Vorstand des Landesverbandes der CDU Berlin in einer Entschließung an die alli­ierte Kommandantur von Berlin . Die CDU be­tont in der Entschließung, daß sie nur die ent­schädigungslose Enteignung der Kriegsver­brecher und Naziaktivisten wünsche Sie schlägt vor, jedem Privatmann aus den Altkonten monatlich 150 Mark und jeder zugelassenen Firma die monatlich benötigte Lohnsumme zur Auszahlung freizugeben. Giroübertragungen sollen unbeschränkt zugelassen sein.

Freiburg . Die Badische Christlich-Soziale Volkspartei versammelte am Sonntag in der Universität Freiburg ihre Vertreter aus den badischen Städten und Kreisen, um mit ihnen die Aufgaben zu beraten, vor die sich die Partei in allernächster Zeit gestellt sieht Es war dies die erste Landestagung seit den Gemeinde- und Kreistagswahlen. Der Landesvorsitzende L. Wohlleb nahm zu den wichtigsten Problemen Stellung. Aufgabe der Landestagung war es in erster Linie, die Wahlvorschläge der Partei für die „Beratende Landesversammlung“ zu prüfen und festzulegen. Die Partei hat aufgrund des Stimmenverhältnisses bei den Kreiswahlen aus den Listen der Kreistagsmitglieder 27 Mandate und aus den Listen der Stadträte 11 Mandate zu erwarten Bei der Aufstellung der Kandi­datenlisten wurden die verschiedensten Ge­sichtspunkte, wie berufsständische, politische und konfessionelle Momente, in Betracht gezo­gen. Nach einer kurzen Debatte nahm die Lan­destagung die Wahl Vorschläge in der ihm vor­gelegten Form an. Der Landesvorsitzende for­derte alle Wahlmänner auf, zu den Wahlvor­gängen für die „Beratende Landes Versammlung“ am 17. November pünktlich zu erscheinen und der Wahlpflicht zu genügen. Die Aufgaben, die vor uns liegen, sind außerordentlich bedeutsam, betonte der Landesvorsitzende in seinen weite­ren Ausführungen, bedeutsam vor allem des­halb, weil möglicherweise noch vor der Wahl der „Beratenden Landesversaminlung“ eine

provisorische Regierung gebildet wSrden soll. Der BCSV wird dabei gemäß dem Ausgang der Kreistagswahlen eine große Verantwortung zu­fallen, sie wird aber auch vorher ihre Mindest­wünsche vortragen. Der Landesvorsitzende kam dann auf aktuelle Fragen zu sprechen, die uns allen auf den Nägeln brennen. Obenan ständen die Ernährungslage, Wohnungsfragen und die Frage der Beschaffung von Rohmaterial. Von all diesen wichtigen Problemen sei die Ern äh- rungsfrage das brennendste. Wir 'stünden vor einem hinten Winter. Da gälte es auch für die BCSV, alles zu tun, was nur möglich sei, um unser badisches Volk vor einer Ernährungskata­strophe zu bewahren. Zahlreiche kritische Stim­men wurden laut, berechtigte Wünsche und Be­schwerden vorgebracht und wertvolle Anregun­gen gegeben. Ministerialdirektor Dietz vom Landwirtschaftsministerium gab an Hand eines umfangreichen Zahlenmaterials Aufschluß über die Schwierigkeiten in der Ernährung unseres badischen Volkes, vor allem auch über die Kar­toffelversorgung, die begreiflicherweise in der Bevölkerung starke Beunruhigung hervorrief.

Alles in allem: die Tagung gab ein Bild des­sen, was von der Partei und ihrer Landesleitung ’in allernächster Zeit in christlicher, demokrati­scher und sozialer Haltung geleistet werden muß Zum Schluß nahm die Tagung eine Ent­schließung sin die an die Militärregierung wei­tergeleitet wurde. Sie wird später veröffentlicht werden können.

„Angst vor dem Krieg unbegründet"

Präsident Trumann sprach zur Eröffnung der Tagung der ONU in New York

New York . ,X>ie Vereinigten Staaten werden den Vereinten Nationen mit allen Mitteln, über die sie verfügen, ihre Unterstützung angedeihen lassen“, erklärte Präsident Truman bei Eröff­nung der General Versammlung der UNO , die wie der Präsident hervorhob, „ein Symbol dafür ist, daß die Vereinigten Staaten ihre Isolations­politik aufgegeben haben. Die Regelung des Friedens beruht auf vier wesentlichen Freihei­ten: Der Freiheit des Wortes, der Religion, dem Freisein von Not und von Furcht. Letzteres kann schon jetzt verwirklicht werden; denn es wird dadurch Wirklichkeit, daß die Völker von der Angst vor dem Kriege befreit werden“. Es werde in letzter Zeit von der Möglichkeit eines dritten Weltkrieges gesprochen. Die Furcht vor diesem Kriege verbreitete sich über die ganze Welt „Sie ist jedoch völlig unbegründet und ungerechtfertigt Diese Gerüchte müssen ein Ende nehmen; denn alle Völker der Welt sind kriegsmüde und keine Regierung kann sich über diese Weltempfindung hinwegsetzen. Die Vereinigten Staaten möchten weder jetzt noch in Zukunft gegen irgendein Volk in der Welt Krieg führen. Ein neuer Krieg würde alle Hoff­nungen der Menschheit zunichte machen und unsere ZivUisation völlig zerstören“.

Anschließend versicherte der Präsident n Nachdruck, die Vereinigten Staaten seien ent­schlossen, weder Deutschland noch Japan je­mals wieder zu einer neuen Kriegsursache wer­den zu lassen Er stellte fest: „Wir werden un­sere Bemühungen fortsetzen, zu einem Ab­

kommen zu gelangen, auf Grund dessen der Friede uns gleichzeitig die Gewißheit geben wird, daß Deutschland und Japan entwaffnet bleiben, daß der Nazi-Einfluß in Deutschland ausgerottet und daß die Macht der japanischen Kriegs-Herrenschicht vernichtet wird.“ Weiter betonte der Präsident: „Um soweit zu kommen, daß die Welt völlig von der Furcht vor einem Kriege befreit ist müssen die Vereinten Natio­ nen ein Abkommen über die Kontrolle des Ge­brauchs der Atomkraft und über die Abschaf­fung der anderen WEiffen von großer Zerstö­rungskraft treffen. Die Aufgabe wird Beharr­lichkeit und guten Willen erfordern. Die Zu­kunft der Vereinten Nationen hängt von ihr ab. Mit der Gründung einer Organisation für Le- bensmittclverteilung und Landwirtschaft, einer internationalen Wiederaufbaubank und eines internationalen Währungsfonds haben die Ver­ einten Nationen in der Tat bewiesen, daß sie ein konstruktives Werk vollbringe! können, um das Elend der Welt zu mildern. Wi. müssen als„ jetzt“, sagte dtr Präsident, „dieses Werk ver­vollständigen.“ Er betonte, daß die Vereinigten Staaten die Schaffung einer internationalen Handelsorganisation, ein Plarn, der zur Zeit in London erörtert wird, für sehr wichtig halten. „Allein die Zusammenarbeit der Vereint.n Nationen wird den verwüsteten Ländern die Möglichkeit geben, sich wieder aufzurichten, und den ungenügend entwickelten Ländern die Chance verschaffen, das Niveau d«.r anderen zu erreichen“ _

, Wahlen und Zahlen

Nachdem nun alle deutschen Gaue gewählt haben, kann man einen ungefähren Überblick über die politische Stellungnahme von mehr als 30 Millionen Wählern geben. Nach Abschluß der Gemeindewahlen im September war das Bild so, daß auf die CDU 33.3% der Stimmen fielen, auf die SP 25.9% und auf die SEP 16.9%. Die Demokraten erhielten 9.5% und die Kommu­nisten 4% . Nun haben auch die Kreisratswahlen und Wahlen zu den Landtagen stattgefunden, so daß sich für die einzelnen Zonen folgendes BUd ergibt. In der britischen Zone ist die SP mit 37,5% führend, dann folgt die CDU mit 37%, in der französischen und amerikanischen Zone steht die CDU mit 45,1% an erster Stelle, wäh­rend die SP 35.2% der Wählerstimmen erhalten hat; in der Ostzone erreichte die SEP 47,6%, die LDP 24,6% und die CDU 24.5% Bei den Berli­ ner Stadtverordneten wählen steht im russi­schen Sektor die SP mit 43,9% an erster Stelle, es folgt die SEP mit 29,7% und als dritte die

Sicherung der Ernährung im Vordergrund

Landestagung der „Badischen Christlich-Sozialen Volkspartei" in Freiburg

„Südwestdeutsche Volkszeitung' ab 1. November wöchentlich zweimal

Wie alle übrigen Blätter der französischen Besatzungszone erscheint die „SUDWEST­DEUTSCHE VOLKSZEITUNG“ vom 1. No­vember 1946 Ein wöchentlich zweimal, und zwar am Mittwoch und Samstag.

Als Volkszeitung im besten Sinne des Wor­tes und als alleinige offizielle Sprecherin der Badischen Christlich-SoziEilen Volkspartei wird die „SÜDWESTDEUTSCHE VOLKS­ZEITUNG“ durch ständig sich steigernde redaktionelle Leistungen zunehmend aktuell und unterhaltend gestaltet Den lokalen Be­dürfnissen der einzelnen Kreise im Verbrei­tungsgebiet werden die in Vorbereitung be­findlichen, auf die örtlichen Verhältnisse ab-' gestimmten Bezirksausgaben in weitgehend­stem Maße Rechnung tragen.

Im Anzeigengeschäft wird der Verlag trotz des schon jetzt bestehenden Überhangs an Aufträgen aus allen Besatzungszonen bemüht sein, den vielseitigen Wünschen der Inseren­ten nach Möglichkeit gerecht zu werden. Anzeigen werden laufend angenommen und einigermaßen pünktlich veröffentlicht.

Monatlicher Bezugspreis 1.50 Mark einschL Trägerlohn.

Postbezugspreis monatlich 1.74 Mark einschL Zustellgebühr.

VERLAG UND SCHRIFTLEITUNG DER SÜDWESTDEUTSCHEN VOLKSZEITUNG.

CDU mit 18,7%. In den übrigen Zonen Berlins folgt auf die SP mit 51,7% die CDU mit'24,3% und dann erst die SEP mit 13,7%.

Wenn auch die Zahlen in der britischen Zorie bei dem dort angewandten Wahlsystem nicht gleichzuwerten sind wie in den übrigen Zonen, so wird sich dadurch kaum, das Bild wesentlich verschieben. Im Osten lagen ja die Verhält­nisse besonders, weshalb auch die Erfolge. der LDP dadurch zu erklären sind, daß viele Sozial­demokrat^ n lieber der Liberal -demokratischen Partei als der Einheitspartei ihre Stimmen gaben. Allgemein ksinh man sagen, daß im Nordwesten die Sozialistische Partei führend ist, im Süden Südwesten und Mitteldeutsch­ land die CDU und im Osten die SEP. Berück­sichtigt man ferner, daß weltanschaulich ge­sell n SP und SEF einander sehr nahe stehen, so kann man sagen, daß sich die deutschen Wähler für zwei sozialistische Parteien ent­schieden haben, für die Christlich -soziale und die Sozialistische.

Diese Entscheidung wäre zugleich ein Urteil, über die Reife des deutschen Volkes, denn prak­tisch gesehen leben wir im Zeitalter des Sozia­lismus und die Frage ist nur. von welcher Basis her man an die Lösung der sozialen Fragen geht, ob von der christlichen oder der marxisti­ schen Mit der Zeit werden sich auch die Demo­kraten und die verschiedenen Splitterparteien entscheiden müssen auf welche Seite sie sich stellen wollen Wenn die äußeren Umstände der Wahlen überall gleich gewesen wären, wäre das Büd im Osten jedenfalls eindeutig. Es hat den Anschein als ob wir wirklich auf dem Weg zu einer Demokratie wären, die wie England beweist, in einem Zweiparteiensystem erfolg­reich arbeiten kann. An d.n drei großen Par­teien, denen die deutschen Wähler und ihre überwältigende Mehrheit ihre Stimme gegeben haben liegt es nun. dieses Vertrauen zu recht- fertigen. und zu beweisen, was sie zu leisten vermögen.

Die CDU und die nominellen Pgs

Berlin . Die Christlich-Demokratische Union ist der Ansicht, daß sich d.r Ausschluß der nominellen Pgs. von der Mitgliedschaft in den Parteien und damit in hohem Maße auch von der Möglichkeit einer Rehabilitierung durch Teilnahme an der Kleinarbeit des demokrati­schen Alltags nicht länger aufrechterhalten läßt.