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Mittwoch, 11. Dezember 1946/Nr. 2c
Sich Zeil lassen!
Ein Roman in 100 Zeilen
Der Tldel und der Alban waren schon als Buben gute Kainerden, und das nicht nur, weil die väterlichen Hole nebeneinander lagen. Und Freunde und sie zeitlebens geblieben, so seltsam »ich ihre Schicksale auch verflochten. Aber gerade das soll ja erzählt werden.
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Es war wohl das geheimnisvolle Gesetz des Gegensatzes, das die zweie zusammenlührte und -hielt. Fidel nämlich war gar nid« nach seinem Namen geraten, wie dessen Sinn gemeinhin aulgelaßt wird: er war ein schwerblütiger Bursche, wortkarg, unbeholfen, aber er hatte es in sich, wie man wohl zu sagen pflegt, war treu und zuverlässig, so ganz das Gegenteil eines Blenders; Alban hingegen war »in quicklebendiges Kerlchen, pfiffig, munter; umtriebig, ein „Strick* 4 . ln der Schule saß er immer über Fidel, weil er gewandt von diesem abschrieb, nicht aufs Maul gefallen und «tank seiner frischen Art immer der Liebling des Lehrers war. Doch hing er sehr an seinem Freunde Fidel, ließ sich von seinen derben Fäusten bei den Schulbalgereien beschützen, stellte den Gegnern ein Bein und log Fidel notfalls heraus. Der ließ sich die Anhänglichkeit des verschmitzten Nachbar buben gefallen und zeigte gelegentlich, daß er dieses Gefühl erwiderte. —
Als sie in die Jahre kamen, wo man den Mädchen auf die Brust guckt und es einem dabei um die eigene eng wird, war der Alban natürlich überall Hahn im Korb, während der verschlossene Fidel nur scheue Blicke auf das
„Jetzt hab' halt Ich mal von dir abgeschrieben-, lachte der Fidel jungenhaft, „’s hat halt zwanzig Jahre gebraucht, bis es soweit war!“
„Bis sie soweit war, Fidel!“ Und lachten beide zusammen. —
Nun sind sie schon lange Mann und Frau, der Fidel und die junge Monika. Und siehe da: fast jedes Jahr purzelt ihnen ein kleines Unter- pfändchen ihres häuslichen Glücks ins Nest. Der Fidel ist sogar zu einem recht lebendigen Mann aufgeblüht, so daß der Großvater Alban bisweilen fast ein bißchen neidisch wird.
Die Großmutter Kreszenz aber, die In langen Jahren viel überlegt und viel geschwiegen hat, streicht jetzt liebevoll den Enkelkindern über die strubeligen Schöpfe. Sie geraten heftig nach Fidel, und das freut sie im stillen. W. Ü.
Das Glück
Eine Gesellschaft von Männern und Frauen saß beisammen und unterhielt sich über die abgründigen Fragen des Daseins.
Sie redeten auch vom Glück, und sie waren sehr stolz darauf, daß sie sich tiefere Gedanken darüber machten als die Menge, die darunter wohl ein „gutes Leben“ versteht: eine kleine oder große Lust.
Ein Professor sprach sich über die Vorstellungen der Alten vom Glück aus, er gebrauchte Worte wie Kairos , Tyche, Anangke; man mur
melte weise dazu. Eine kluge Dame, Verfasserin mehrerer berühmter Romane, wußte nicht minder gescheite Worte zu setzen, sie tauchte den Begriff in die Geschichte der Philosophie und in die Philosophie der Geschichte und zog dann aus diesem Geistesbad eine edle Abstraktion. Mit einem Netz von sittlichen Forderungen umwob ein Priester die Vorstellung vom Glück, und es klang nachher fast wie „Pflicht“.
O ja: es waren Menschen, die nichts Alltägliches dachten.
Schließlich saß da auch noch ein blutjunger Student, von dem man munkelte, er schreibe heimlich Verse, darum war er in diese hochgeistige Gesellschaft geraten. Er hatte sich bisher nicht an der Debatte beteiligt, er blickte traumverloren vor sich hin.
Ihn fragte, nachdem sich endlich die Geister müde gedacht und die Münder satt geredet hatten, ein Älterer wohlwollend, ob er denn nichts dazu zu sag:n- habe, ob er wohl wisse, wie das Glück aussehe.
„Das Glück?“ erwiderte der Student und fuhr aus seinen schweigsamen Träumereien auf. „Das Glück? O ja: ich weiß sehr wohl, wie es aussieht!“ Man lächelte milde und bat um Erklärung.
. Da sagte der junge Mann, und seine Blicke leuchteten: „Das Glück hat blaue Augen, aschblondes Wuschelhaar, eine schmale Figur und weiche, feine Hände; es ist 1,65 m groß, heißt Beate und studiert Philologie im ersten Semester!“
Keiner der Anwesenden lachte ob dieser kuriosen Antwort, sie lächelten nur leise, und an ihnen war es jetzt, ein bißchen träumerisch vor sich hinzuschauen. . . K. F.
langhaarige Geschlecht warf.
Bloß ein paar Mal sah man ihn bei einer Kirchweih schüchtern bei der schönen Kreszenz Stehen, aber das hatte wohl nicht vtel zu sagen, denn der Alban gesellte sich allemal gleich dazu und holte sie zum Tanz. Tanzen aber konnte Fidel natürlich nicht, er hätte wirklich nicht gewußt, wohin mit den Armen und Beinen.
Als vollends Alban sich mit der Kreszenz verlobte, verstummten alle Schwätzereien, als habe der Fidel sich je um das Mädchen bewer- ,ben wollen — im übrigen: wie hätte er auch "seinem Freunde dazwischenkommen mögen, Dem, so etwas tat ihm der getreue Fidel nicht an!
Auch nach der Heirat änderte sich nichts an dem freundschaftlichen Verhältnis der beiden. Fidel ging auf Albans Hof aus und ein, recht regelmäßig sogar, zumal er selber offenbar nicht den Rank zum Heiraten kriegte. Er war dann wohl auch gelegentlich allein mit Frau Kreszenz und es tat ihm scheints gut, sie lange freundlich und aufmerksam anzusehen. Dann fuhr sie ihm wohl schon einmal im Vorbeigehen behutsam über den Schopf.
Fidel blieb Junggeselle. Die Leute sagten, er sei halt zu schwerfällig zum Heiraten, und das, obschon manche jungen und älteren Weibsbilder den handfesten tüchtigen Bauer gern genommen hätten und ihm das auch deutlich zeigten Auch hatte sich seine Unbeholfenheit doch im Laufe der Zeit etwas abgeschliffen und das eine oder andere Mädchen konnte sich immerhin rühmen, daß sein Blick sehr prüfend auf ihr geruht hatte Auch die Verwandten bemühten sich eine Zeitlang, ihm eine Frau anzuschaffen, aber ohne Erfolg. Bis er dann in das Alter kam, wo die Sippe in solchen Fällen keinen Wert mehr darauf legt, einen voraussichtlichen Erbonkel noch „wegzuschenken“.
So blieb also alles beim alten. Alban und Fidel waren, wie gesagt, immer gut Freund miteinander in diesen Jahren. Ein Sohn und eine Tochter, diese der Mutter Ebenbild, wuchsen auf Albans Hof neran. —
Als die Monika, der Kreszenz und des Alban Kind, mannbar geworden war, da wisperte es sich im Dorf herum, der Fidel, der ja nun ein gestandener Mann von etlichen vierzig Jahren
Anhallen mulj gelernf sein
Von Charlotte Flachs
Das Anhalten ist die Methode, die wir wählen, wenn wir von einem Ort zum andern keine Zugverbindung haben. Wir versuchen unser Glück bei dem und jenem Auto, Lastkraftwagen, aber auch Pferdefuhrwerk, und wenn wir ungefähr beim achten Male kein Glück haben, dann geben wir es auf und verschieben unsere Reise auf den nächsten Tag. Als eine mit dem An- halter-Verfahren durch und durch Vertraute darf ich mir erlauben, zu sagen, das Anhalten muß gelernt sein. In der ersten Zi.it war ich so töricht loszulaufen, indem ich dachte: „Anhalten kann ich ja immer noch!“ Der Verbrauch an Schuhsohlen war ungeheuer, die Chance aber, mitten auf der Landstraße mitgenommen zu werden, gleich NulL Ich mache es anders, nachdem mir ein Autofahrer unlängst erklärte: „Wenn einer seine sechs Kilometer gelaufen ist, kann er auch noch den siebenten laufen.“ Ich gehe daher nur bis an den Ausgang meines Dörfchens und versuche mein Glück..
Geduld ist natürlich die beste Grundlage für mein Vorhaben, und sie lohnt sich immer; denn eine Stunde zu warten ist besser als drei Stunden zu tippeln. Außerdem stelle ich mich nie in eine Kurve, auch nie an eine Stelle, an der die Straße steigt oder fällt, weil dort für jeden Wagen das Anhalten unbequem ist. Wählerisch bin ich natürlich auch nicht. Ich freue mich sehr, wenn ich es mal gut treffe und in einem schönen Privatwagen sitzen darf, aber ich lasse mir auch keinen Bulldog, keinen Lastwagen und sei er bereits haushoch b. packt, entgehen Das Pferdefuhrwerk, das gelegentlich vorbeikommt, ist auch eine Sache, die direkt Freude macht, und die geringste aller Chancen ist der mit Kühen bespannte Leiterwagen, der im Fußgängertempo schleicht, auf dem ich aber doch meine Schuhsohlen schone. Das eigenartigste Fuhrwerk, das ich unlängst benutzte, war nicht das schöne Krankenauto, das geräuschlos mit mir dahinschwebte, sondern der geschlossene Leichenwagen, in dem zwar kein
Sarg war, aber bereits eine Junge Mutter mit einem Baby Platz genommen hatte.
Wenn so viele Wagen vorbeifahren, ohne zu halten so haben sie schlechte Erfahrungen mit uns Anhaltem gemacht. Es soll schon vorgekommen sein, daß sich jemand von den verfrachteten Suppeneinlagen und Waschmitteln etwas eingesteckt hat Es ist auch undankbar, sich mit einem bloßen „Dankeschön!“ zu verabschieden. Natürlich können wir nicht alle Rauchwaren oder Rasierklingen anbiet'.n, aber den Betrag, den die Fahrt mit der Bahn kosten würde, sollten wir immer, wenn wir nicht gerade neben einem behandschuhten Herrenfahrer sitzen, bereit haben. Jede Hilfsbereitschaft verdient ihren Lohn, und die im Anhalter-V erfah ren Reisenden sollten die ungeschriebenen Gesetze der Dankbarkeit und der Höflichkeit achten. Daß ich unlängst mehr bezahlte, als der Fahrer verlangte, lag an der Enttäuschung, die ich ihm bereiten mußte, indem ich ihm nicht wie alle anderen, die er mitgenommen hatte, ein paar Hände voll Obst schenken konnte. Hoffentlich nimmt er mich mit, wenn ich wieder mein Glück bei ihm versuche. Ich war allen Ernstes die einzige Reisende, die keinen Spankorb, keinen Rucksack voller Apfel bei sich hatte, und ich log wirklich nicht, als ich gefragt wurde: „Haben Sie denn nichts für ein Vesper in Ihrem Koffer?“ „Nur Gedichte!“ antwortete ich beschämt und zahlte zwei Mark über den Kilometerpreis; denn Gedichte sind zur Zeit der einzige Artikel, der keine Mangelware darst.llt und die eigentlich nur für den Dichter selbst einen Wert haben, weil er sein Herz in und an sie verschrieb. Wäre es anders, er inserierte heute: „Ein Pfund Gedichte abzugeben gegen warmen Wintermantel.“ Aber das gehört nicht hierher, und auch jenen Fahrer machte ich nicht mit dieser meiner Philosophie vertraut, um keinen weiteren Zeitverlust herbeizuführen, der mein Schuldkonto bei ihm noch vergrößert hätte.
Apologetische Beweisführung
Antrittsvorlesung voa Dozent Dr. theol. B. Welte
Im vollbesetzten, derzeit größten Hörsaal der Universität hielt am 3. Dezember Dr. B. Weite in Anwesenheit des hoch würdigsten Herrn Erzbi cn j s Dr. Gröber seine Antrittsvorlesung, nachdem er s cfa in der theologischen Fakultät für Fundamental- theoiogle habilitiert hat Zu seinem Thema „Die Tragweite der apologetischen Beweisfün.u g" erklärte er einleitend, daß er in seinen Aus.üh un en einige Erwähnungen zu machen beabsicht ge, dis nicht nur den Fachmann interessieren dünten ua sie für die Universitas unseres Denkens und Forschen* überhaupt bedeutsam seien. Er untei nalim 63 dann zu untersuchen: l. Was unter atx>loget.s-ner Beweisführung zu verstehen sei. 2. die Tratw ae dieser Beweisführung selbst zu erhellen und 3. nach den Voraussetzungen derselben zu fragen.
Die apologetische Beweisführung, so stellte er zunächst fest, hat in der katholischen Theologie d e Aufgabe, die Glaubensverkündigung der Kl che v r- nunf «gemäß zu erweisen Damit wurde s-g e ch de Beweisführung nach zwei Seiten abgegj enz... nach der Seite der Vernunft und nach der Se te der Offenbarung. Die apologetische Bew t sführung kann nicht die Aufgabe haben, den Glauben zu b w is.n, es bleibt Ihr nur das eine, die Giaubensgü tig :e t zu prüfen. Da aber Glaube sich auf Autornä; stützt , so setzt er eine Entfaltung im Lichte der Vernunft voraus, und zwar als Akt bui generls. Die apologetische Beweisführung setzt also die Souverän! ät der menschlichen Vernunft ins Licht. Indem sie d n höchsten Anspruch sichtbar macht, der an sie gestellt wird
In der Ihm eigenen, subjektive Gefühlsschwingungen weitgehend au&schaltenden sachlichen Best mmt- heit, die jedoch niemals der für den H->ivr so wesentlichen persönlichen Note entbehrte, er e Ite dann Dr. Welte die in seiner Darlegung geinei t2 Bedeutung des zentralen Begriffs „Bewe sführun der nicht im Sinne des neuzeitlichen Bewußtseins ausschließlich auf Innerweitiiche Erfahru- gen angewandt werden solle, sondern Im Same derfUrsprungs des Wortes selbst. Eine echte Demonst at.on m ß zeigen, was auf den Wegen der Vernunft ln deren Licht tritt. Diesem Wesenssmn folgend, sollt.* a sj die Tragweite des geistigen Vorgangs, dessen Ergebnis jeweils am Ende liegt, aber durch die innere Weite die Erstreckung des Vorgangs vom Ursprung bis zum ,ZleJ gefaßt und erhellt werden. Das Problem der Tragweite der Vernunft, das sich hier zeigt, liegt in dem dabei geforderten Übe>g;<ng aus d m natürlich geschichtlichen Bereich in den übernatürlich religiösen. Es ist also der höchste Aufsch .ung der Vernunft erforderlich. Wir müssen sie m Ihrem infensionai unendlichen Vermögen fassen, das sie Über alle? Grenzen hinaus zu dringen und den höchsten Gedanken zu denken befähigt, den Gedanken der Offenbarung. Aber die Offenbarung in J sus Christus ist nicht in einer Verlängerung des natürlichen Wissens faßbar, sie erhebt vieim.hr d>.n Anspruch, ein neues Grund Verhältnis begründet zu haben. Die Vernunft muß also zwar das Medium bleiben, aber sie muß den Übergang gewinnen ms Übernatürliche selbst. Dies erfordert eine Tragwe t2 von äußerster Dimension, denn sie muß sich bis zur eigenen Wirklichkeit der übernatürlichen Offenbarung erstrecken. • 4
Wenn der Vernunft diese Tragweite zugesprochen wird, muß der Mensch die Fähigkeit haben i as Göttliche zu erkennen. Das aber kann nur mögl <*ti sein, wenn ihm diese geschenkt wird da eine Tragweite gefordert ist „Weiter als das Höchste, de sen sie von sich aus fähig Ist." Das Äußerste nun was die Vernunft von sich aus im Smne eines Hinaus- dringens über ihre Grenzen erreichen kann, hat den Charakter nicht einer Antwort, sondern einer Fra e. Ihr eröffnet sich eine Tiefe, über der die höchste und letzte Unruhe des Menschengeistes sich h naus- bewegend das lösende Wort zu vernehmen ve mag, das „aus anderem Ursprung entgegenkommt’. Die dafür entscheidende Frage kann nur entstehen au3 einem der menschlichen Vernunft eignenden Uberschuß gn Potentiaiität.
Die apologetische Beweisführung setzt also „eine menschliche Vernunft voraus, deren Natur es ist, nicht schlteßbA* zu sein“. Nur wenn der Mensch ,.im Bewußtsein, daß nichts mehr erzwungen werden kann“, sich von seiner Vernunft weitertragen läßt in die Bereiche Gottes, also über die Schwanken der Natur hinaus, kann er in der Hoffnung Sein, „daß irgendwo das Schwelgen sich löse“. Dabei würde si h „die Tür des Denkens“ nicht schließen, sondern e st eigentlich Öffnen. Die Vernunft hätte zwar ihre Grenze erreicht, jedoch um an ihr festzusteüen, daß es ihr höchstes Geschäft sein kann und auch s-in muß, über diese hinaus zu horchen und zu ftagen.
Dr. Welte wies auf das theologische und auf das philosophische Arbeiten unsrer Zeit hm. in w lchem sich manches rege ln dieser R chtung der Unsch ieö- barkeit der Vernunft. Abschließend kennzeichnet er die gegenwärtige Stunde, trotz aller Ouertend nz n letztlich bestimmt durch das tiefere Streben, we de es auch nicht gewußt, diese Öffnung zu erreichen. Da zeige sich bei aller Zersplitterung eine Universitas, im Sinne einer Wendung zu Einem. Und „die' Wahrheit selbst ist hier als leitendes Gestirn am Werke“. Ihr rein zu dienen, muß unser e g nt <ches Geschäft werden; „denn dann wird dieses Gest rn stehen bleiben Über jenem Ort. den die Vernunft offen ließ, als der Ort, an welchem das Wort F.e seh geworden Ist“.
Die zahlreiche Zuhörerschaft folgte den durch ihre Klarheit stets tragenden und zu beglückenden E n- sichten führenden Darlegungen des neuen Dozent -n der Freiburger Universität mit lebendigstem Interesse und gab durch lannganhaltenden herz ichen Beifall ihre Zustimmung kund. e. r.
war, habe es mit dem Mädchen. Schließlich kam es auch dem Alban zu Ohren.
»Fidel“, sagte er eines Abends zum Freund, als sie miteinander auf der Hofbank eine Pfeife rauchten, „Fidel, die Leute sind verrückt, sie sagen, du und meine Monika —1“ Und schüttelte sich vor Lachen.
Da hatte der Fidel die große Stunde seines Lebens. Er nahm sogar die Pfeife aus dem Mund, als er erwiderte:
»Ich hab' einst deine Kreszenz heiraten wollen, aber du bist mir damals zuvorgekommen. Diesmal will ich nicht zurückstehen."
Dem Alban blieb der Mund offen, so verdutzt war er.
„Und die Monika?“ hauchte er.
»Ist einverstanden, Alban, wir haben schon alles beredet. Sie mag midi 's ist ja schon ein bißdien komisch, daß du mein Schwiegervater werden sollst, aber das soll unsere alte Freundschaft nicht stören, gelt?“ Und hielt dem Alban die Hand hin.
Der schlug ein, etwas zögernd, das alles war fast zu viel suf einmal, selbst für seinen knit- zen Kopf.
»Also die Kreszenz hast du damals — ?“
„Ja, aber ich bin jetzt mit der Monika noch mehr zufrieden“, antwortete Fidel auf die nicht ausgesprochene Frage und schmunzelte, fast ein wenig schadenfroh.
»Du bist ein Genießer, Fidel“, lachte Alban kopfschüttelnd, „du alter Knabe!“
Da stand der Fidei auf und vor den anderen hm. ein breiter Raum mit festen Wurzeln und knorrigen Ästen abe/ lebfrisch. Im Vergleich zu Ihm sah der Alban, zugegeben, ein bißchen mitgenommen und älter aus.
„Tu mir nur nix!‘ rief der nun. „ich glaub’s dir schon, daß du noch zu was taugst!“ Und wieder schüttelte er den Kopf: „Nein, du und meine Monika!“ 4
»M eine!“ sagte Fidel ruhig.
„O du Schlaumeier, du verdammiger! Ja. 5a, schon in der Schule, wwr<-+ du **
scheitei als ich — "
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Pokal -V orsdilufjrunde VfL Konstanz — VfL Freiburg 5:1 (1:01 SV Offenburg — SV Rastatt 0:1 (0:1)
ln Konstanz waren dreiviertel der Snleldauer hart umstritten und ftlr beide Mannschaften Sieg s öj- lichkeiten vorhanden. Nach einer ziemlich ausgeglichenen ersten Halbzeit, ln der Konstanz durch seinen Linksaußen 1:0 ln FU .runi gehen konnte, brachte die zweite Hälfte e.qe dramatische Steigerung bis ln die Schluß- minuten. Zunächst konnte W. Tritschler den Ausgleich erzielen, aber zehn Minuten später s Jhoß der Konstanter Halblinke das für den Autsch ung seiner Mannschaft und das Nachlassen des VfL Frei burg entscheidende zweite Tor. dem fünf Minuten später ein die Nervosität verstärkendes, wegen „Abseits“ umstrittenes drittes Tor fo gte. E n Handelfmeter brachte schließlich das 4:1. und der gleiche Spieler, Relcblc. nutzte schließ ich einen Berechnungsfehler Vöttlners zum 5:1 aus.
In Oftenburg spiegelt das knappste aller Resultate den tatsächlichen Spielverlauf wieder. Während der OSV einen besseren Beginn verzeichnete und auch in der letzten Viertelstunde mit größtem Einsatz spielte war Rastatt in der entscheidenden Mittelzelt doch die erfahrenere und kampffreudigere Elf die den S eg schließlich verdient errang. Wlldele erzi te mit einem Kopfstoß im Anschluß an eine Rech s- flanke das entscheidende Tor war aber dann in Bruders Bewachung gut aufgehoben. Das Fehlen von Neurohr im Rastatter sturm machte steh am Aufbau stark bemerkbar. Die Offenbuiger waren zu uneinheitlich, um die starke Rastatter Deckung üb r- wirden zu Können. Auch die Unterstützung der Läuferreihe war nicht ganz wie gewohnt vorhanden, dagegen erwie* sich S c h < 111 im Tor einmal m hr als glänzender Hüter. Schiedsr.chter war Bräutigam (Freiburg ) • der überzeugend leitete.
Ergebnisse der Fußballoberliga
Staffel Süd: Schopfheim - Wyhlen 2:2: Zell — Istein 6:2, Tumrmgen — Waldshut 3:4. Tabellen- stano: Schopfheim (S p.), Rheh.felden, Zell und Waldshuf oe 4 P.>, Wyhlen <2 P.».
Staffel West: Blau-Weiß — Fortuna 1:7: R’egel — Baden-Baden 0:2: Oberkirch - Ottenau 1:3. Tabel.en- stand: Ottenau und Baden-Baden (je 4 P.), Fortuna und Blau-Weiß' (Je* 2 P.).
Staffel Ost: Neustadt — Conaueschlngen 2:1- Engen — Radolfzell 3:0; Gottmadingen — Singen 0:4; Stoek- ach — Rielaslngen 5:3. Tabellenstand: Singen (S P) Engen (7 P.l, Radolfzell (4 F.).
Blan-WelB — Fortuna Freiburg irt 0:2)
Ein Spiel, dessen etwas zu hohes Ergebnis nicht den Kampfgeist und das oft offene FeJd- spiel erkennen läßt, zu dem sich die Mannschaft von Blau-Weiß fand, war unter der Snielle tu ig ces gut pfeifenden Weiß (VfL Freiburg ) im M s e- stadion zu sehen. Die stark umgestellte Fortuna setzte sich mit der lortsch. eltenden Spieldauer Tor um Tor durch, während der Blau- Weiß-S.urm nur in Richter einen gefährlichen Mann hatte and außer d.m du ch alesen erzielten . Ausgleich nach der Fortuna liO-Kührung nicht mehr zu weiteren Zählern kam Liechty (4i, Weinet (3) und K o p p waren die Torschützen der Fortuna, die erst nach der Halbzeit die n ,t gz Durchschlagskraft im Sturm aufwies, während vorher scheinbar ein „Schießverbot“ er a .sen war, dem sich der Fortuna-Sturm auch wirklich streng unterordnete.
Handball oberl i ja
Die Freiburger Fortuna kam in Teningen zu einem leichteren Sieg als man ihn von.er- zusagen in dei Lage war. Die auf allen POat-n bessere Besetzung, eine genau deckende Verteidigung und ein die Gelegenheiten ausnüizender Sturm erwirkten zusammen eine Überlegenheit, der g gen- über der kampfbetonte Einsatz des Gastge.e*s Tenlnf er trotz schöner Spielmomente eme deutliche Niederlage mit* 1:7 hinnehmen mußte.
Daß der Gast aus Stelnbacb ln seinem Pflichtspiel gegen die Freiburger Vorstädter Zübrin- gen zu einem Punktgewinn kommen würde hätte wohl ebenfalls kein Kenner vo aus- sagen mögen. 7:7 war das Endergebnis, und Zäh ringen ließ viel seiner früheren Durchschlägst, rat vermissen Auch hier waren die Witterung»- und Bodenverhältnisse dem Spiel nicht allzu günstig weshaib der Ablauf auch darunter litt In Lör ach erschien uer SV Rastati nicht zum angeset.t.n Pflichtspiei, und auch die Begegnung Schutterwald — Offenburg mußte a u s f a 11 e n.
Nach dem siebten Spielsonntag steht die Fortuna mit 13 Punkten auf erster Tabe lenposlt on. Ihr fo'gt da. relativ um einen Punkt besser stehende Lörrach mit 10 Punkten aus 5 Spielen, Schut terwald und Offenburg teilen sieh m-t le 8 Punkten aus 6 Spielen in den dritten Tabellenplatz.
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Handballergebnisse: Köndringen - Fortuna n 5:6; Zähringen U - VfL H 2:4; VfL Jgd. - Fortuni Jga. 1:5.
Fnßballergebnlsse: Waldklrch — Reute 7:4- Ten n- gen - Kollnau i:j ; Betzenhausen — Waltershofen 2:2 abgeb, ; Gutach — Endingen 2:8. Buchh im — Kireftzarten 2:1; Niederhausen — Kenzlngen 3:3; Sas-
bach — Helmbach 7:1; Herbolzheim — Bahllngen 0:4; Malterd ngen — Einmendingen II 2:8; Bromu .eh — Lörrach 2:2; Teningen II — Riegel II 1:1; Bah in- gen II — Endingen U 0:4; Emmendingen AH — W s- ser 6:0; Fortuna AH — Baden-Baden AH 6.6: Heite s- heim — Fortuna II 8:1 (!I; Munzingen — Bre s ch 5:1; Jugend Kenzingen — Reute 3:0; Riegel — Bah- lingen 0:2; Endingen — Emmenclingen 3:3: Oiien- burg — Rastatt 1:0.
Süddeutsche Oberliga
Wenn auch einzelne Ergebnisse eine überraschende Höhe auiweisen, so brachten die .Spiele des Sonntags doch keine eigentlichen Überraschungen. U.e Treffen FC Nürnberg — Phönix Karlsruhe 8:0; FC Bamberg — Viktoria Aschaffenburg 3:1; Wald .of Mannheim — VfL Neckarau 1:0. VfB Stut.g rt — VfR Mannheim 4:0; 1860 München — Kickers 0~en- bach 6:0 befestigen die Tabellenplätze der Si ger an der Spitze und im Mittelfeld. Gegen den BC Augsburg mußte Jie Eintracht Frankfurt kämpfen, um mit 2:1 beide Punkte mitnehmen zu können, und seinen zweiten Sieg holte nach Toren von Scherer und Ehrmann der K F V mit 2.1 ü~er Bayern München . Unentschieden endeten die Spie e Ulm 46 — Schwaben Augsburg 1:1 und FSV Frank furt Spvg Fürth 0:0. In der Tabelle führt de; . C Nürnberg mit 1» Punkten vor dem VfB Stuttgart mit 17 (1 Spiel weniger) und 1860 mit 16 Punkten. Kickers Stuttgart. Eintracht und Schwaben foulen in dieser Reihenfolge.
Marcel C e r d a n , der französische Mittelgewichtler von Weltklasse, der sich seit einigen Woch.n n den USA aufhält und dem in den Staaten ein Inte - esse begegnn, wie seit schmeling keinem auß r- amerikanischer Boxer mehr, s c n 1 u g tu s inem ersten Kampf den Amerikaner Abrahams über zehn Bunden klar nach Punkten.
Kehrt Max Schmeling in den Rin, zurück Max Schmeling der heute 4l)ährige frühere Boxweltmeister, hat den Gedanken, wieder in den Ring zurück zukenren, trotz seines Alters noch nicht aufgegeben Wie er in einem Interview erzäh te r.at er bereits mit einen, ern.tluften Training begonnen, das er einige Monate ang* fortsetzen wilL Erst nach dieser Zeit wird es sich ze gen ob er n >ch in dei Lage ist. .einen Sport in aktivem Kampf gegen namhafte Gegner wieder aufzunehmen Wenn er wieder in den R.ng steigen werde, so betonte Max Schmeling. dam wolle er auch die Gew ßheit h ben, daß er sich noch mit der europä sehen Spitzenklasse messen und ein Wort mitreden zönne.