Mittwoch, ii. Dezember 1948 / Nr. 28
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Nachrichten aus der Badischen Heimat
Gegen Freispruch Tillessen proleslierf
Einmütige Ablehnung des Fehlurteils durch die &CSV
Freiburg stand am vergangenen Freitagabend unter dem Zeichen der Protestkundgebungen der Parteien gegen das Fehlurteil der Offen- buraer Strafkammer im Tillessen-Prozeß. Wie rege die Anteilnahme und das Interesse der Bevölkerung an diesem Vorfall war, bewies, daß sich trotz des schlechten Wetters zahlreiche Besucher zur Kundgebung der BCSV im historischen Kaufhausaal eingefunden hatten. In einer kurzen Einleitung wies der Landes Vorsitzende der BCSV, W o h 1 e b , auf die Bedeutung der Versammlung hin, um dann das Wort dem Referenten des Abends, Oberbürgermeister Dr. Hoffmann zu erteilen.
Nach einem kurzen Rückblick auf die Umstände der Tat brachte Oberbürgermeister Dr. Hoffmann die eindeutige Einstellung der werktätigen Bevölkerung zum Ausdruck. Vor den Schranken des Gerichtes g'bt es keinen Unterschied zwischen politischem oder gemeinen Mord. Mord bleibt Mord! Und das Recht wie der Verstand fordern eine Sühne der Tat. Aber weder die vom Täter geforderte Gnade noch das vom Volke erwartete Urteil sei vom Gericht erfüllt worden Statt Recht zu sprechen und T; Hessen der verdienten Strafe zuzuführen, habe man dem Mörder nicht nur Wohlwollen, sondern mehr noch Lob zuteil werden lassen, obwohl der Vertreter der Anklage, Generalstaatsanwalt Professor Dr Bader, den Täter als einen typischen Mörder bezeichnet hatte Wenn auch das formale Recht die Richter bindet, so hat doch die Geschichte eine Kluft zwischen der Amnestie des Hitlerregimes von 1933 und heute aufgetan, in der eine Welt voll Blut und Tränen, der Bitterkeit und der Schmach liegt, und auf deren Paragraphen zurückzugreifen, uns heute absurd dunkt Doch statt des Verstandes, statt der Vernunft habe man sich lediglich auf das rein Formal juristische in der Verhandlung gestützt. Eine einmalige Gelegenheit sei damit verspielt worden. Und weiter führte der Referent aus, daß in jedem Falle vor
tel Essig und 100 Gramm kochfertigen Suppen zu rechnen.
Erfassung ehemaliger Offiziere der Wehrmacht
Zur Beseitigung bestehender Unklarheiten sei darauf hingewiesen, daß auch die ehemaligen Beamten im Offiziersrang (wie z. B. Zahlmeister, Intendanturräte. Kriegsgerichtsräte, Apotheker, Divisionspfarrer usw.) der Meldepflicht unterliegen.
Kleingärtner-Verein Frelburg-Ost
Am 24. November fand in der „Sonne“ in Littenweiler die Gründungsversammlung statt. Als 1. Vorsitzender wurde Franz Sick gewählt, als Stellvertreter Franz Dresel, Adolf Kapp und Alfred Bruder.
Ein neuer Pfarrer der Melanchthongemelnde
Am 2. Adventssonntag fand in der Meianch- thonkiiche in Freiburg -Haslach unter sehr starker Beteiligung der Evangelischen Gemeinde Haslachs die Einführung des neuernannlen Pfarrers der Melanchthongemeinde, Herrn Pfarrer Scherer, durch Herrn Dekan Horch statt. Der Kirchenchor umrahmte die Feier durch seine Lieder. Die besten Segenswünsche der Gemeinde begleiten den neuen Geistlichen in seinem Amt.
Arbeitsjubiläum
Dieser Tage ehrte die Firma Eugen Knosp im Rahmen einer bescheidenen Betriebsfeier zwei alte Betriebsangehörige für langjährige und treue Zugehörigkeit zum Betrieb Neben den Jubilaren, von denen Emil Martin 50 Jahre und Karl Herrn 25 Jahre dem Betrieb angehören, können andere auf eine 43-, 21- und 15- jährige Betriebszugehörigkeit zurückblicken.
Professor Johann Kocnigsberger gestorben
Am 3. Dezember starb der seit seiner Entpflichtung zurückgezogen in Zähringen lebende frühere Inhaber des Lehrstuhls für theoretische Physik an der Universität Freiburg Professor
Johann Koenigsberger im 72. Lebensjahr. J Koenigsberger wurde als Sohn des bekannten Mathematikers Leo Koenigsberger 1874 in Hei delberg geboren, promovierte 1897 in Berlin , habilitierte sich 1899 in Freiburg unter Himstedt für Physik und war seit 1904 planmäßiger Inhaber des theoretisch-physikalischen Lehrstuhls der hiesigen Universität. Überblickt man rückschauend das Lebens werk des Gelehrten, so fällt eine außergewöhnliche Vielseitigkeit in die Augen. Neben theoretischen Arbeiten beschäftigten den Forscher von Anfang an experimentelle Untersuchungen und in späteren Jahren vorwiegend praktische Probleme der Geophysik und Gesteinskunde. Als praktischer Geophysiker war Koenigsberger führend. Einen 1930 an ihn ergangenen Ruf auf das Ordinariat für Mineralogie und Gesteinskunde in Wien hat er abgelehnt. Seine geologischen und geophysikalischen Forschungen führten ihn nach Spa nien , Italien , Norwegen und Ägypten .
Ein Vortrag Sber P£guy
Professor Gaston Raphael, vom Institut d'Etudes German: ques in Paris , hält am U Dezember, 18 Uhr im Friedrichsbau. in deutscher Sprache einen Vortrag über Peguy . Es ist dabei von besonderem Interesse, daß Professor Raphael den Dichter noch persönlich gekannt hat.
Adventsmusik
Den ersten Schein jubelnder, strahlender Wethnacht»- freuüe verbreitete die Adveiib>inue,iK der Fre-bu ger Hochschule in der Christuskirche. £in aus Schill, rn gebildetes Kaminerurchester und ein kleiner Cnor, beide vorbildlich in der durchsichtigen Klanestruk.ur, musizierten unter der Leitung von Prot. Fr.tz Neumeyer, der vom Cembalo aus dirigierte, wie es der auigeführten Musik entspricht. Den m der Kälte sich tückisch immer wieder verstimmenden Instrumenten und den klammen Fingern zum Trotz ge ang, m t Freude musiziert und Freude erweckend ln allen Stücken die Gestaltung echten musikalischen Leb ns. Pastorale Sinfonien und Choralkantaten, die tm Programm wechselten, sind I« dem Weihnacht iche l Brauchtum der volkstümlichen Feier des Festes n >ch sehr nahe, einfache, schön klingende Musik die icden Hörer mit dem Schein des Bekannten traut ch umfängt, wählend in dem Geistlichen Konzert von Schütz und in dei Bach Kantate mit obl gat r Fidle (von M. v Winterfeld, F. Neuineyer und G. Scheck meisterlich geboten) der Atem der ganz groOen Kunst weht. Hier wandelte sich die läcnelnd «en eilend i Freude unmerklich in das ehrfürchtige Lauschen das uns vor den ewig gültigen Gestaltungen der M is k überkommt Lehrer und Schüler der H’chs Guthaben mit diesem Konzert die diesjähr ee e dvents- zeit wahrhaft festlich eingeleitet. Dr. Hueck.
der Gnade das Recht stehe. „Soll es denn“, so fragte er, „noch mehr Leid, Not und Hunger geben, ehe wir einsehen, daß es auf diesem Wege nicht mehr weiter geht?" Nein, das Volk stellt sich nut aller Entschiedenheit gegen die Entschließung zur Einstellung des Verfahrens. Es duldet von nun an keine neuen Untaten mehr! Alle Hoffnungen der breiten Öffentlichkeit setzten sich nun auf die Revision dieses Prozesses.
Nachdem die begeisterte Zustimmung verebbt war, ergriff der Landesvorsitzende der BCSV, W o h 1 e b , nochmals das Wort. Er stellte fest, daß wir durch die Entscheidung des Erzbergerprozesses in unserer politischen Entwicklung einen guten Schritt zurückgeworfen worden seien. In einem kurzen Rückblick zeigte er, daß damals die Schüsse an der Kniebisstraße bei Bad Griesbach nach hinten losgegangen sind und das eigene Volk getroffen hatten. Der Mörder selbst hat seinen Grundirrtum von damals erkannt. Wir aber haben Sorge zu tragen, daß niemals wieder in unserem Volke durch falsche Vaterlandsliebe, Militarismus und Nationalismus sowie durch Untergrabung von Moral und Religion das Denken und Fuhlen auf derartig falsche Bahnen komme.
In richtiger Erkenntnis der Sachlage hat das badische Volk, vertreten durch die Beratende Landesversammlung, den Beschluß des Gerichtshofes das Verfahren gegen Tillessen einzustellen, einmütig abgelehnt. Die Anwesenden schlossen sich überzeugt der Resolution der Beratenden Landesversammlung an und lehnten den Beschluß des Gerichtes auf Einstellung des Verfahrens gegen den Erzbergennörder Tillessen scharf und entschieden ab. Sie fordern Gerechtigkeit als Grundlage der neu aufzubauenden Republik Baden und wenden sich gegen jede militaristische, nationalsozialistische und antidemokratische Reaktion.
Irische Zuckerspende für Weihnachten Dankschreiben des Oberbürgermeisters
Der Oberbürgermeister Dr. Hoffmann spricht im Namen der Freiburger Bevölkerung mit folgendem Schreiben seinen Dank für die irische Spende aus: '
„Über das Internationale Rote Kreuz in Genf wurde der Bevölkerung der Stadt Freiburg i Br. eine Irländische Zuckerspende zur Verteilung gebracht, die eine große Weihnachtsfreüde und einen unschätzbaren gesundheitlichen Gewinn bedeutet.
Ich bin glücklich, jeden Freiburger an dieser Spende teiinehmen zu lassen und spreche auch auf diesem Wege dem Irländischen Roten Kreuz und seinen Spendern, dem Internationa len Roten Kreuz in Genf und allen örtlichen Helfern für die große Liebestat meinen herzlichsten Dank aus.“
Die Ausgabe des Zuckers, je Verbraucher ein Kilo, erfolgt ab Mittwoch in den Geschäften, in denen die Vorbestellabschnitte für Zucker auf dieNovemberlebensmitteikarte abgegeber wurde, auf den Abschnitt 25 des Beiblattes der Haushaltskarte Letzter Ausgabetag ist Samstag, 14 Dezember 1946.
Kindernährmitte! werden für Kinder der Gruppe K I zwei Pfunc und der Gruppe K II ein Pfund am Mittwoch ausgegeben. An Teigwaren und Zucker wird für Dezember dieselbe Menge wie im November ausgegeben In diesen Tagen ist auch mit der Ausgabe von einem Vier
Emmendingen . Tn diesen Tagen wurde Rektor Fritz Schneider, der in diesem Jahre schon sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum feiern konnte, 70 Jahre alt. — Ab 1. Dezember
1946 sind die Einkellerungsscheine des Kreises Emmendingen in allen Gemeinden des Kreises Emmendingen einiösbar.
W a 1 d k i r c h. Die nächsten Amtstage in Waldkirch und Kenzingen werden wegen der Feiertage verlegt, und zwar: ln Waldkirch vom 25. Dezember auf den 20. Dezember vormittags 8.30 Uhr, in Kenzingen vom 1. auf 3. Januar
1947 vormittags 8.30 Uhr. — Das Finanzamt Freiburg hält jeden ersten Donnerstag im Monat im Rathaus zu Waldkirch Amtslag ab-
Kenzingen . Am 8. Dezember feierte Fräulein Anna Joos von hier ihren 80. Geburtstag. — Das Rathaus ist ab sofort nachmittags geschlossen.
Ettenhelm. Durch Beschluß des Stadtrats wird die Altdorfersliaße in Johann Baptist- von Weiß Straße umbenannt. Weiß, der aus der hiesigen Oberschule hervorging, war Gelehrter
und Schriftsteller. — Nach der neuesten Volkszählung beträgt die Zahl der hiesigen Einwohner (einschließlich des Ortsteils Ettenheim- weiler) 3137. Gegenüber der Volkszählung vom 28. Januar 1946 ist eine Zunahme von 38 Seelen zu verzeichnen. Am 17. Mai 1939, kurz vor Kriegsbeginn, hatte die Stadt 3311 Einwohner, im Jahre 1825: 2964.
Ehrenstetten . Dieser Tage wurde die hiesige Feuerwehrkapolie wieder neu zusammengestellt, unter Leitung von Kappelmeister Meier. — Auch der hiesige katholische Jugend- und Jungmännerverein unter Leitung von H H. Kurat Schmitt ist wieder neu ins Leben gerufen.
Harthelm. Wie früher wurde vom Kreis- schuiamt als Handarbeitslehrerin eine eigene Lehrkraft angewiesen. Frl. Bender, wohnhaft in Munzingen , wird den Handarbeitsunterricht erteilen.
Heltershelm. In der Nacht zum 1. Dezember starb im Alter von fast 90 Jahren Herr Benedikt Fünfgeld.
USA - Weihnachtsspende für Konstanz
Die Konstanzei Stadtverwaltung hat die Mitteilung erhalten daß die nordamerikanische Kirchengemeinschaft „Church of the Brethren“ Weihnachtspakete mit Nahrungsmitteln und Kleidern nach Deutschland sch'ckt, von denen ein Teil für Konstanz bestimmt ist. Die gleiche Genieischaft steht gegenwärtig mit einer Berner Genossenschaft in Verhandlungen, um den Verkauf von Ziegen nach Konstanz und anderen deutschen Städten zu erreichen.
Stockach . Der Bürgermeister gibt bekannt, daß die Ausfuhr von Kartoffeln strengstens verboten ist. — Die Künstlergruppe des Kriegsgefangenenlagers Singen a. H tritt am 12. und 13. Dezember im „Adler Post“-Saal wieder auf und bringt unter dem Motto’ „Humor im Eintopf“ wieder einige humorvolle Stunden.
Honstetten. Zwei junge Burschen häng- ten einem Landwirt ein geladenes Jagdgewehr in den Schweinestall. Die beiden Missetäter wurden namhaft gemacht und haben sich vor dem Militärgericht zu verantworten.
Zoznegg . Blutspender gestorben. Der einstige Sanitätssoldat Karl Kempler, der während des Krieges vielen Kameraden durch Hergabe seines Blutes geholfen hat, ist nun im besten Mannesaller von 28 Jahren einem durch seine Hingabe zugezogenen Leiden erlegen. bg.
Burg weil er Eingebrochen wurde in Ju- dentenberg und Oberochsonbach Dabei verloren die Fanvlien Huber. Weber Dettling und Stok- ker Geflügel, Hasen Eier und Lebensmittelvor- räte in größeiem Umfar.g.
Winterspüren . Landwirt Johann Förster feierte in geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag.
Singen Im Auftrag der Christlichen Not- hüfe Zürich sind im Laufe der letzten vier Monate Ober eintausendfünfhundert Liebes-
pakete aus der Schweiz in Singen eingetroffen und durch das Caritas-Sekretariat Singen verteilt worden.
Istein-Huttlngen. Unser Kirchenchor konnte am vergangenen Sonntag sechs Sänger und Sängerinnen, die schon seii 25 und mehr Jahren dem Kirchenchor angehören, ehren: Karl Huber, Anna Ernst und Berta Wunderlin aus Isiein. August Ruf, Josef Schmid, Amalie Lauber aus Huttingen. ln der Ansprache des Ortsgeistlichen und des Vorstandes wurde besonders der große Idealismus und die Verdienste der Jubiiare hei vorgehoben. Als Zeichen dankbarer Anerkennung widmete ihnen die Plarrgemeinde eine Gabe.
Zell i. W. Fiii die freiwilligen Feuerwehren dos hinteren Wiesentales wurde vor einiger Zeit eine größere Herbstübung durchgelührt.
Schopfheim . Im Alter von 80 Jahren starb Jakob Adolf, Maurer. Mattenleestr. 9. — Unter der Firma- Pharmaceutica GmbH., Chem . Fabrik, wurde hier ein neues Unternehmen der chem pharmac. Branche gegründet. Geschäftsführer Dr. Hans Huber.
Magenbuch-Lausheim. Die Gemeinde verzeichnet laut Volkszählung 275 Einwohner.
Lörrach . Da die Kartoffelversorgung der Stadt auch durch uie Großaktion nicht verbessert werden konnte, wird jetzt in den bei der Ablieferung zurückgebliebenen Gemeinden eine nochmalige Bestandskontrolie durchgeführt, und zwar unter Beistand von Gendarmerie und Polizei sowie in Anwesenheit von Vertretern der Parteien und Gewerkschaften. Die bisher durchgeführten Kontrollen haben schon annehmbare Resultate gezeitigt. 25 kg pro Ar Saatgut und der Seibstbedarf von 3 Zentner pro Kopf wurden dabei voll berücksichtigt Es ist zu hoffen daß d : ese neue Aktion in den noch nicht behandelter Gemeinden ebenfalls zu dem erwartetep Ziele führt
Hornberg. Die Gemeindegruppe Hom berg der BCSV hielt eine Mitgliederversammlung ab. in welcher der erste Vorsitzende, Prok K. Schäuble, einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit der Partei in den letzten Monaten gab. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand eine umfassende Darstellung der Ernährungslage. Herr Kaufmann Fritz Wöhrle berichtete über die erste Sitzungsperiode der Kreisver- sammiung. Im Anschluß an die beiden Referate entwickelte sich eine lebhafte Aussprache.
Todtnau (Schw.). Die Wohitättgkeitsauf- führung der Kolpingsfamilie als 5. Veranstal» tung für die Pfarrgemeinde Sasbach am Kai- serstuhJ erbrachte den Reinerlös von 1060 Mark. Ebenso konnten 600 Mark für Ostflüchtlinge und Glocken abgegeben werden.
Hausach . Es wäre angebracht, wenn der Schutt beseitigt würde, der seit der Reinigung des Gewerbekanals im Frühjahr noch jetzt in manchen Straßen liegt.
W o 1 f a c h. Der Kulturausschuß der Stadt Wolfach hat mit der Verpflichtung des Stadttheaters Villingen zu zwei Gastspielen von Friedrich Hebbels Trauerspiel „Maria Magdalena“ einen guten Griff getan. Nachmittags fanden Aufführungen des Märchenspieles „Aschenbrödel“ statt.
Bräunlingen . Unter Leitung von Herrn und Frau Klaus-Müller veranstalteten die einheimischen Musik- und Gesangsfreunde am 1. Adventssonntag ein Wohltätigkeitskonzert zu Gunsten der Bombengeschädigten. Das Konz.ert war sehr gut besucht und hatte einen vollen Erfolg. — Revierförster Reichmann, der 37 Jahre als Heger und Pfleger unseres Waldes im Dienste der Stadtgemeinde stand, trat am 1. Dezember in den wohlverdienten Ruhestand.
Villingen . Es ist heute in der notvollen Zeit besonders zu bewerten, wenn eine einzig« Frau und Mutter für die Ärmsten unserer Kleinsten in einer Zeitspanne von neun Monaten 150 Liter Muttermilch spenden kann. Bis zu 800 Gramm an einem einzigen Tag gab di« junge Frau an das Kinderkrankenhaus, da« Johanna-Schwer-Heim und an Private ab. 150 Liter Muttermilch sind 750 Babymüehflaschen zu je 200 Gramm, eine erstaunliche Leistung.
Donaueschingen . Mit dem 31. Dezember scheidet Herr Georg Frech, derzeitiger Leiter des Ernährungsamtes, aus An dessen Stelle tritt der bisherige Leiter des Requisitionsamtes Straub. Als Leiter des Requisitionsamtes tritt Herr Fackler. Für den neu zu besetzenden Posten des Erfassers beim Ernährungsamt ist Herr Adolf Elsässer, Donau- eschingen, vorgesehen.
Die Ortenau melde!
Offenburg . Am 1. Dezember fand ta» „Römischen Kaiser“ eine aus dem ganzen Kreisgebiet gut besuchte KreisausschußVersammlung der Badischen Christlich-Sozialen Volkspartei statt, die von Justizrat Kuner geleitet wurde. Nach einstimmiger Wahl setzt sich der Kreisvorstand der BCSV wie folgt zusammen: 1 Vorsitzender: Hans Albertini, Kaufmann Offen burg ; 1. Stellvertreter: Kreisrat Erich Wiedenhorn, Diplomingenieur, Offenburg ; 2. Stellvertreter: Kreisrat Simon Haas, Mechaniker Of fenburg , Schriftführer: Alfons Benz Offenburg ; Rechner: Franz Strittmatter, OffenDurg. Von der freien Aussprache wurde reichlich Gebrauch gemacht.
Lahr . In der Armaturenfabrik Carl Nestler GmbH, in Lahr konnte am 5. Dezember der Mechaniker Friedrich Ruder aus Mieiersheun sein goldenes Arbeitsiubiläum begehen. Der Betrieb, die Gewerkschaft und die Industrie- und Handelskammer ehrten den Jubilar in besonderer Weise.
Llchtenau. tm Kinosaal fand das Konzert des Badischen Hilfswerkes statt. — Nach langer Zeit wurde das hiesige Bad im Rathaus wieder eingerichtet und kann von der Bevölkerung jeden Fre»tag und Samstag benutzt werden.
Leiberstung Zum Zwecke der Gründung eines landwirtschaftlichen Ortsvereins hatte Bürgermeister Wutz die Einwohner em- geladen Erster Vorsitzender wurde Karl Droll, Landwirt, stellvertretenoer Vorstand Josef Weingartner, , Rechner Franz Fischer.
Rastatt . Kürzlich hielt die Feuerwehr Rastatt ihre diesjährige Herbstübung ab. CIS Gäste wohnten Vertreter der Militärregierung und l.ande-f euer weht fuhrer Eberhard (Freiburg ) der Übung bei.
Behebung der Raumnot in Baden-Baden
In det Siadtratssitzung bezeichnete der Oberbürgermeister Dr. Sclapper die Steuereingänge als gut. Einnahmen und Ausgaben im städtischen Haushalt sind ausgeglichen. Bei den Stadtwerken ist die Anschaffung einer neuen Ofenanlage für die Gaswerke und neuer Straßenbahnwagen vorgesehn. Von der nach Abschluß des Rechnungsjahres zur Verfügung stehenden Summe sind 400 000 Mark für Arbeiten. 400 000 Mark zur Beschaffung von Gegenständen, 200 000 Mark als einmalige Beihilfe für Hilfsbedürftige eingesetzt. Was den letzten Posten betrifft, so werden zu Weihnachten etwa 800 bis 1000 Bedürftige bedacht werden. Der Oberbürgermeister te'lte dann mit. daß mit den Aussehachtungsarbeiten für die Aufstellung von 6 Baracken und 61 Holzhäusern begonnen werde. Ferner sollen zur Behebung der Raumnot das Haus Hohenstein und Hotel Me=mer möglichst schnell hergestellt und 30 bis 40 beschädigte Wohnungen in Oos hergerichtet werden. Das Quartieramt hat an Entschädigungen bisher 4 Millionen 709 cto n M-rk «mseezahit.