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Freitag, j31. Oktober 1952

Nummer 254 / Seite 5

SPORTSEITE

Sauerstoff-Drinks führen zur Tabellenspitze

In Spanien erregten seit einiger Zeit die sensatio­nellen Siege des Fußballklubs „El Espanol“ Aufse­hen. Die Elf, die unschlagbar schien, errang einen Erfolg nach dem anderen und führte bald — den an­deren Vereinen weit voraus — die Tabelle der er­sten Division an. Jetzt konnte das Rätsel gelöst wer­den. Den Spielern des Klubs wurden vor jedem Spiel mit einem Sauerstoff-Inhalator (unser Bild) Oxygen- Drinks verabreicht, die ihre Leistungen bis aufs Äu­ßerste steigerten.

Wilson Kohlbrecher ein Prüfstein ?

Zweite Europameisterschaft in der Westfalenhalle

In der Dortmunder Westfalenhalle findet am Sonn­tag die zweite Titelverteidigung des Box-Europamei­sters Heinz Neuhaus (Dortmund ) statt, der im Haupt­kampf über 15 Runden auf Wilson Kohlbrecher (Os­ nabrück ) trifft. Die Chance für Kohlbrecher, den Eu­ropameistertitel zu erringen, ist einmalig. Er wird versuchen, sie zu nutzen. Schon dieser Umstand al­lein dürfte einen spannenden Kampf garantieren. Beide Boxer sind als Fighter bekannt, und beide werden auf eine schnelle Entscheidung drängen. Tom­my Farr (England) prüft über acht Runden den in Luxemburg lebenden Werner Wiegand. Joe Weidin- ger (Wien ) setzt sich über die gleiche Distanz mit Hugo Salfeld (Köln ) auseinander. Hans Strelecki (Dortmund ) erhielt Hans Friedrich (Recklinghausen ) zum Gegner. Ferner stehen sich Günther Sladky (Dorsten ) und Hans Motzelt (Schweinfurt ) im Halb­schwergewicht über sechs Runden, Höhmann (Stutt­ gart ) und Gelhaar (Essen ) im Weltergewicht über vier Runden und Wenzel (Bochum-Gerthe ) sowie Birk (Rheinhausen ) im Mittelgewicht über vier Runden gegenüber.

Kein Spaziergang gegen Irlands Boxer

Die deutschen Amateurboxer, die am heutigen Tag in Dublin ihren dritten Nachkriegsländerkampf ge­gen Irland bestreiten, sind sich darüber im klaren, daß diese Begegnung kein „Spaziergang“ für sie sein wird, sondern eine der härtesten Auseinander­setzungen in der bisherigen Länderkampf-Serie. Das erste Treffen 1951 wurde in Irland mit 12:8 Punkten verloren, aber sieben Monate, später .gelang ' der deutschen Mannschaft in E^sen ein 14:6-Sieg. Vor dem Kriege traten beide Länder fünfmal gegen­einander an, Deutschland siegte dreimal, Irland zweimal. In der deutschen Staffel mußten aufgrund der Erfahrungen im Länderkampf gegen Finnland einige Umbesetzungen vorgenommen werden. Rien- hardt (Neckarsulm ) wurde anstelle des Welter­gewichtsmeisters Heidemann (Berlin ) aufgestellt, und Fliegengewichtsmeister Edgar Basel und Halbschwer­gewichtsmeister Helmut Pfirrmanrt mußten ersetzt werden, weil ihr Weinheimer Verein in Jugoslawien startet.

Finnlands Turnriege ein starker Gegner

Zum Turnlfinderkampf Deutschland - Finnland am Sonntag in der Karlsruher Markthalle

Der am Sonntag in der seit Wochen ausverkauften Markthalle zu Karlsruhe stattfindende Turnlän­derkampf Deutschland —Finnland i*t eine Kraftprobe ganz besonderer Art. Die Vorbereitungen hier­zu wurden vor allem in Finnland gewissenhaft betrieben. Noch immer ist die endgültige Aufstellung der finnischen Riege nicht bekannt, und nur auf Umwegen war zu erfahren, daß Aaltonen , Suoniemi, Lappalainen, Lindfors, Saarikallio, Viskari, Ojonen, Lempinen und vielleicht noch Aimo Tanner an- tretten sollen.

Aaltonen war zuerst nicht vorgesehen. Da er aber während der Olympischen Spiele der beste Kürtur­ner der Finnen war und im Karlsruher Länder­kampf nur Kürübungen gezeigt werden, wollte man in Finnland auf diese Kraft nicht verzichten. Die finnische Riege ist stärker im Vergleich zur Olym­piariege, die Deutschland mit einem Vorsprung von drei Punkten um die Bronze-Medaille brachte. Aal­ tonen , Lindfors, Lappalainen, Viskari und Lempinen waren für Finnland Olympiateilnehmer, Tanner und Ojonen nahmen am Vorkampf Deutschland—Finn­land kn März teil, und Suoniemi empfahl sich durch seinen Sieg im Ausscheidung9turnen auf das Beste.

Besonders ist man gespannt auf das Können Aal­tonnen und des sehr jungen Suoniemi, der in den Ausscheidungen bis aufs Pauschenpferd stets über der Note 9,40 lag. Er ist der einzige, den noch kein deutscher Turner sah. Die Finnen stellen keinen Turner über 30 Jahre, während in der deutschen Mannschaft die jüngsten (Dickhut und die Gebrüder Wied) 29 Jahre alt sind.

Die deutsche Riege

.Die deutsche Mannschaft sieht die Erprobung zweier jüngerer Kunsttumer vor: Robert Klein, TV Berg.-Gladbach und Hein Schnepf, VfL Bad Kreuz­nach, sind berufen und auch befähigt, das in sie gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Bei der beson­deren Wertungsweise eines Länderkampfes (die je zwei schwächsten Uebungen an jedem der sechs Geräte werden gestrichen) haben beide die Möglich­keit, mehrmals in die Wertung zu kommen, Klein im Bodenturnen, am Pauschenpferd, im Pferdsprung und vor allem an den Ringen, Heinz Schnepf im Bodenturnen, aber auch im Pferdsprung und am Pauschenpferd. Die übrigen sieben Turner — ob Jakob Kiefer aktiv mitwirkt oder nur als Reserve dabei ist, steht noch nicht fest — sind: Bantz, Dick­hut, Kiefer, Overwien, Pfanh, Erich und Theo Wied .

Die bisherige Bilanz ergibt von neun Begegnungen beider Länder sechs deutsche Siege, allerdings lau­tete das Kräfteverhältnis nach dem letzen Krieg 2:1 für die Finnen:'1951 gelang in Florenz ein deut­ scher Erfolg mit 280,35:275,12,“aber in März 1952 siegten die Finnen 344,70:344,80 und bei den Olym­pischen Spielen 564,25:561,25. Sollten die Gäste aus dem Land der tausend Seen diesmal in Karlsruhe siegreich bleiben, was nicht ausgeschlossen ist, dann wäre dies ihr erster Erfolg auf deutschem Boden.

Deutsche Radsport-Meisterschaften 1952

Hamburg, die Stadt mit der großen Tradition im Saalradsport, ist am Wochenende an zwei Tagen Schauplatz der Deutschen Hallenradsport-Meister­schaften 1952. Aus allen Gegenden der Bundesrepu­blik und Berlin kommen die Spitzenkönner im Kunstfahren, Radball und Radpolo zusammen, um die neuen Meister zu ermitteln. In allen Wettbewer­ben sind die Vorjahresmeister zur Stelle und müssen ihren Titel gegen ihre starken Konkurrenten aus Schwäbisch Gmünd verteidigen. Insgesamt liegen 170 Nennungen der Männer, 103 der Frauen, 154 für die vier Wettbewerbe der männlichen Jugend und 101 für die der weiblichen Jugend vor. Der Nachwuchs bewirbt sich um den Jugendbesten-Titel.

Müller will wieder starten

Seit der Einlieferung des verunglückten Straßen- Weltmeisters Heinz Müller (Schwenningen ) kennt das Bruchsaler Kreiskrankenhaus keine Ruhe mehr. Um sich vor den zahlreichen Anrufen zu retten, sah sich der leitende Arzt gezwungen, Müller am Mittwoch in ein Zimmer mit Telefon zu verlegen, damit der Ver­letzte selbst die entsprechenden Auskünfte auf die vielen Anfragen erteilen kann. Ueber seinen Unfall erzählte Heinz Müller der DPA : „Ich weiß von gar nichts. Ich war plötzlich ohne Bewußtsein und kann

Bringen „Löwen" den Spitzenreiter zum Stolpern?

Bayern München — TSG Ulm 46; VfB Stuttgart — VfR Mannheim; BC Augsburg — Stuttgarter Kick.; KSC Mühlburg/Phönix — 1. FC Nürnberg; SV Waldhof -Mannheim — Vikt. Aschaffenburg ; Kickers Of­ fenbach — Schweinfurt 05; Eintracht Frankfurt — 1860 München ; SpVgg Fürth — Fgy Frankfurt .

Süddeutschlands erste Liga sieht am kommenden 10. Spielsonntag die Spitzenreiter alle zu Hause, so daß keine großen Ueberraschungen zu erwarten sind, wenn nicht auch diesmal einige Außenseiter alle Papierprognosen auf den Kopf stellen. Der Spitzen­reiter Eintracht Frankfurt scheint zu Hause gegen die Münchner „Löwen“ klarer Favorit zu sein. Man vergesse allerdings nicht, daß in den sieben Nach­kriegsbegegnungen der beiden Mannschaften auf Frankfurter Boden die Eintracht nur zweimal zu Siegen gekommen ist. Die „Löwen“ haben in Frank­ furt schon immer mächtig aufgetrumpft und haben auch in diesem Jahr trotz zahlreicher Verletzungen wieder eine gute Mannschaft beisammen.

Die Offenbacher Kickers scheinen dagegen auf dem Biberer Berg gegen Schweinfurt kaum gefährdet, zumal da die Schweinfurter bisher immer den kürze­ren zogen. Das große Fragezeichen ist jetzt der KSC Mühlburg/Phönix geworden, dessen Abwehr durch­einander ist und deshalb vor dem 1. FC Nürnberg, der gute Kritiken bekommen hat, sehr auf der Hut sein muß. Auch der VfB Stuttgart darf den VfR Mannheim nicht auf die leichte Schulter nehmen. Man erinnert sich, daß der Deutsche Meister im letz­ten Jahr erst in den letzten Spielminuten einen kla­ren Sieg herausspielte.

Im starken Mittelfeld dürften harte Positions­kämpfe erwartet werden Fürth sollte dabei durch einen Heimsieg über den FSV Frankfurt weiter An­schluß an die Spitzengruppe gewinnen. Waldhof- Manrdieim hat Viktoria Aschaffeni^urg zu Gast, der vom BC Augsburg ein mächtiger Schock versetzt wurde. Zu Hause gelten die Waldhöfer als Favoriten. Recht interessant wird die Samstagbegegnung Bayern München — TSG Ulm 46 werden. Die Ulmer gelten als „Angstgegner“ der Bayern . Nach dem Kriege konnten die Bayern noch kein Spiel gegen die „Spatzen “ gewinnen, so daß im Falle eines Ulmer Erfolges die Münsterstädter weiter ins Mittelfeld vormarschieren würden. Recht schwer haben es die Stuttgarter Kickers beim BC Augsburg, der durch den Kantersieg in Aschaffenburg mächtig Auftrieb bekommen hat. Man vergesse aber nicht: Bis jetzt ist die Auswärtsbilanz der Kickers immer noch bes­ser als die Heimbilanz.

Williams schickte Verträge zurück

Der Manager des Englischen Schwergewichtsmei- 5 ters Johnny Williams, Ted Broadribb, schickte die Verträge für einen europäischen Titelkampf Neuhaus gegen Williams an Veranstalter Joachim Göttert ohne Unterschriften zurück. Diese Rücksendung beweist endgültig, daß Williams auch im Dezember zum letzt­möglichen Zeitpunkt keinen Wert auf die Auseinan­dersetzung mit Neuhaus legt. Broadribb schrieb, er

habe oft genug mitgeteilt, daß er kein Interesse an einem Titelkampf Williams — Neuhaus habe.

Sechstage-Sieger in Frankfurt

Mit 14 Mannschaften wird am Samstag, zwei Tage nach Beginn der Münchener ! Six-Days, auf der Frank­ furter Festhallenbahn das dritte Sechstagerennen der neuen Saison gestartet. Die Dortmunder Siegermann­schaft Koblet/von Büren (Schweiz ) gilt auch für das 9. Frankfurter 145-Stundenrennen als Favoriten- Team, zumal die Franzosen Carrara/Forlini zugun­sten der Brüsseler Bahn von ihren Frankfurter Ver­pflichtungen entbunden wurden.

nicht sagen, wie sich der Unfall zutrug. Es war wie ein Traum, aus dem ich erst viel später wieder er­wachte. Ich befand mich auf der Fahrt nach meinem Heimatort Tuningen , um mich dort auf das Sechs­tagerennen in München vorzubereiten.“ Der Start in München hat sich inzwischen zerschlagen, da der Arzt Müller dringend riet, wenigstens bis Freitag zu blei­ben, um Komplikationen zu vermeiden. Müller hofft jedoch, das Krankenhaus am Freitag verlassen zu können. Heinz Müller selbst bezeichnete seine Ver­letzung als nicht allzu schlimm. Die größten Schwie­rigkeiten dürfte ihm die schwere Oberschenkelprel­lung machen. Fleißige Bewegungsgymnastik soll das Bein wieder an die Bewegung gewöhnen. Wenn alles ordnungsgemäß verheilt, will Müller am 5. November nach Italien reisen, um am 8. November bei der Mit­telmeerfahrt zu starten.

Süddeutschland - Norddeutschland im Bugby

Vor 52 Jahren fand in Kassel der erste Rugby-Re­präsentativkampf Norddeutschland — Süddeutsch­land statt. Seitdem haben insgesamt 27 Spiele statt­gefunden. Nach der Waffenruhe 1945 kam es zu vier Auseinandersetzungen. Einem 9:7-Erfolg Süddeutsch­ lands im Jahre 1947 folgten norddeutsche Siege mit 28:0, 8:5 und 11:6. Von den bisher 27 ausgetragenen Treffen gewann der Norden 16 Spiele, der Süden 8, zwei Begegnungen endeten unentschieden, während ein Treffen vorzeitig abgebrochen werden mußte.

In der 28. Begegnung am kommenden Sonntag in Heidelberg hofft die süddeutsche 15 auf einen Erfolg über den Norden. Diese Hoffnung ist nicht ganz un­berechtigt, denn erst kürzlich mußte der Deutsche Rugbymeister Hannover in Heidelberg zwei Nieder­lagen hinnehmen und eine Heidelberger Vereins­mannschaft besiegte 4n Hannover eine spielstarke norddeutsche Clubmannschaft.

Kein Sportveibot für den Volkstrauertag

Auf Empfehlung des Innenministeriums von Rheinland-Pfalz hat der Sportbund Pfalz am Mon­tag angeordnet, daß bei allen öffentlichen Sportver­anstaltungen am Volkstrauertag, dem 16. November, eine Gedenkpause von zwei Minuten Dauer einge­legt wird. Das Innenministerium hatte dem Sport­bund mitgeteilt, es sei bei der Freigabe von Sport­veranstaltungen am Volkstrauertag von der Erwä­gung ausgegangen, daß der Monat November bereits eine Zusammenballung von erhöht geschützten Feiertagen bringe. Ein totales Sportverbot an einem weiteren Sonntag würde daher eine zu starke Ein­schränkung der Sportbetätigung bringen. Außerdem liege es im Interesse einer festen Verankerung des Gedankens des Volkstrauertages, daß dieser Tag al­len Staatsbürgern und besonders der Jugend nach­drücklich zum Bewußtsein gebracht werde. Dies könne wirkungsvoll damit erreicht werden, daß bei sportlichen Veranstaltungen an diesem Tage der Gedanke der Volkstrauer berücksichtigt werde.

Heimsiege in dei Ringer-Oberliga

Bei den Kämpfen um den Meistertitel der nord­badischen Ringeroberliga sind am kommenden Sonn­tag die Gastgeber Favoriten. Es.kämpfen:

Feudenheim — Bruchsal ; Sandhofen — Germania Karlsruhe; Brötzingen — Wiesental; Viernheim ge­gen Heidelberg ; Ketsch — Kirrlach.

In den nächsten Wochen wird eine große Verfol­gungsjagd auf die mit einem Punkt in Führung liegende „Eiche“ Sandhofen entbrennen. Der Sport­verein Brötzingen empfängt am Samstag in der Schultümhalle Brötzingen um 20 Uhr die gefürchtete Staffel von Wiesental . Der Gastgeber darf keines­falls diesen Kampf zu leicht nehmen. Unter allen Umständen will Brötzingen die Serie seiner Unent­schieden durchbrechen und einen doppelten Punkt­gewinn einheimsen.

London schlägt Berlin im Box-Städtekampf

Eine Auswahl der Londoner Amateurboxer schlug eine Berliner Städtemannschaft am Mittwochabend vor 5000 Zuschauern in London mit 8:2 Punkten.Das Treffen war ein Rückkampf zu dem in Berlin durch­geführten Städtewettbewerb, der im vorigen. Monat unentschieden endete.

Stürzt Wiesbaden den Landsmann Kassel ?

Schwaben Augsburg — Union Böchingen ; ASV Feudenheim — Karlsruher FV; FC Freiburg — Bayern Hof; FC Singen 04 — 1. C Pforzheim; TSV Straubi ng — SSV Reutlingen; 1. FC Bamberg — VfL Nek- karau; SV Wiesbaden — Hessen Kassel ; Jahn Regensburg — Darmstadt 98.

In Süddeutschlands zweiter Liga wechselt von Sonntag zu Sonntag*die Tabellenführung. Ein Zei­chen dafür, mit welcher Erbitterung die Kämpfe geführt werden. Auch am kommenden Sonntag darf möglicherweise ein neuer Spitzenreiter erwartet wer­den. Das Interesse konzentriert sich auf da9 Spitzen­duell zwischen dem SV Wiesbaden und KSV Hessen Kassel . Wenn Wiesbaden dieses Spiel erfolgreich ge­staltet, können die Südhessen den Spitzenreiter er­reichen und sogar im Torverhältnis überflügeln. Ob aber Wiesbaden bei einem Sieg auch die Spitze er­klimmen kann, ist noch eine andere Frage. Jahn Regensburg müßte zu Hause zu einem klaren Erfolg gegen Darmstadt 98 kommen und sich -damit den Platz an der Sonne zurückerobern. Auch der TSV Straubing, der in der Spitzengruppe überraschend weit vorne steht, wird sich seine gute Position durch einen Erfolg zu Hause gegen den SSV Reutlingen nicht verscherzen lassen.

Ebenso erbittert wird auf den heißen Plätzen des Unterhauses gerungen werden. Das Schlußlicht VfL Neckarau hat dabei allerdings wenig Aussichten, die rote Laterne abzugeben. Selbst bei einem nicht zu erwartenden Auswärtssieg beim FC Bamberg wäre dies kaum möglich. Zwei stark gefährdete Mann­schaften stehen sich in Augsburg gegenüber, wo der Exoberligist Schwaben Augsburg auf die Böckinger Union trifft. Auch dem 1. FC Pforzheim brennt der schlechte Tabellenplatz auf den Nägeln. Ob sich die Goldstädter allerdings aus Singen zwei goldene Punkte holen können, ist noch eine große Frage.

Im Mittelfeld kündigen sich zwei bedeutsame Kämpfe an. Der KFV, in den letzten Wochen wie Mühlburg/Phönix etwas durcheinander gekommen, gastiert beim ASV Feudenheim. Nur durch einen Erfolg können die Karlsruher wieder in das Kon­zert der Spitzengruppe eipstimmen. Dasselbe gilt auch für den Freiburger FC, dem sich diese Chance zum erstenmal eröffnet. Freiburg hat allerdings bis­her nur mit wenig Glück gegen Bayern Hof ge­kämpft.

Brötzingen und Birkenleid zu Hause

DSC Heidelberg — Viernheim ; Schwetzingen gegen Leimen ; Kirrlach — Rohrbach ; Birkenfeld — Fried­ richsfeld ; Brötzingen — Hockenheim ; Kirchheim ge­gen Käfertal ; Mühlburg/Phönix — Knielingen.

In der nordbadischen Amateurliga geht der Weg des DSC Heidelberg unaufhaltsam nach oben. In den letzten sieben Spielen blieb die Mannschaft ohne Niederlage und gab dabei lediglich drei Punkte ab. In der derzeitigen Form haben die Viernheimer , auf

deren Konto zwei Niederlagen stehen, beim DSC keine großen Erfolgschancen. Der Tabellenzweite Friedrichsfeld läuft Gefahr, in Birkenfeld wenigsten« einen Punkt zu verlieren. Schwetzingen muß da« Spiel gegen Leimen wegen der Platzsperre auf neutralem Platz austragen, sollte aber trotzdem beide Punkte sichefstellen können. Das Duell der Aufsteiger Kirchheim — Käfertal müßte mit einem vollen Erfolg der Gastgeber enden. Im Karlsruher Lokalkampf KSC Mühlburg/Phönix gegen .Knielin­ gen starten die Fusionierten als Favoriten. Zu den siegreichen Mannschaften dürften auch Kirrlach und Brötzingen zählen, die auf eigenem Platz auf Rohr­bach bezw. Hockenheim treffen.

2. Amateurliga, Staffel I:

VIR kann Führung weiter ausbauen

Forchheim — Mühlacker ; Ettlingen — VfR Pforz­heim; Grünwinkel *— Tiefenbronn ; Niefern gegen Rüppurr ; Durmersheim — Eutingen.

In der 2. Amateürliga hat der VfR Pforzheim am letzten Sonntag die Spitze übernommen, obwohl er ein Spiel weniger als seine Verfolger hatte. Da Bret- ten pausiert und der VfR Pforzheim in Ettlingen zu einem Auswärtssieg kommen müßte, könnte der VfR am Sonntag abend mit zwei Punkten Vorsprung die Tabelle anführen. Eine gute Ausgangsposition in der Spitzengruppe hat sich auch Durmersheim gesichert und es ist anzunehmen,, daß ein Heimsieg gegen Eutingen gelingen wird. Nach Pluspunkten hätte Durmersheim .dann mit Breiten gleichgezogen. Zu einem ausgeglichenen Kampf wird es in Niefern kommen, wo Rüppurr seine Karte abgibt. Gewinnt Niefem, dann winkt bei 11 Pluspunkten ein günsti­ger Tabellenplatz. Das gilt auch für Forchheim , da* im Heimspiel gegen den nur mit einem Gutpunkt dastehenden FV 08 Mühlacker zum doppelten Punkt­gewinn kommen müßte. Im Treffen Grünwinkel — Tiefenbronn darf man ebenfalls der Platzmannschaft größere Siegesaussichten einräumen.

Staffel II: Karlsdorf — Frankonia Karlsruhe; Weingarten — Neureut ; Söllingen — Südstern; Eg­ genstein — Grötzingen ; Rußheim — Bruchsal ; Wie. sental — Blankenloch .

Der italienische Amateurfahrer Franco Aureggi stellte am Mittwoch auf der Mailänder Vigorelli- Rennbahn einen neuen Radweltrekord über 5 km mit stehendem Start mit 6:32 Minuten auf (45,981 km/std). Der alte Amateurweltrekord von Messina (Italien ) stand auf 6:33,4 Minuten. Der Weltrekord der Berufs­fahrer steht auf 6:20,4 Minuten und wird von Batte- sini (Italien ) gehalten.

Filmstory und Wirklichkeit

Als sich am Mittwoch ein 27 Jahre alter Jurastudent mit seiner Braut, einer 23jährigen Medizinstudentin, zur Trauung in das Heidelberger Rathaus begab, er­wartete das Paar eine freudige Ueberraschung. Der Gloria-Filmverleih übergab den beiden einen präch­tigen Blumenstrauß und einen ansehnlichen Geld­betrag als „Aussteuerbeihilfe“. Damit nicht genug, die Trauung nahm nicht wie üblich der Standesbeamte vor, sondern der Heidelberger Bürgermeister Josef Amann . Als Trauzeugen waren die Filmschauspiele­rin Eva Probst und der Komponist des bekannten Schlagerliedes: „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“, Fred Raymond , erschienen. Fred Raymond hat auch die Musik für den neuen Heidelberger Film geschrieben, der unter dem Titel „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“ am Mittwoch in den Heidel­ berger Schloßlichtspielen uraufgeführt wurde. Eva Probst spielt darin eine Medizinstudentin und Adrian Hoven , der wegen Dreharbeiten in Wien nicht zur Uraufführung nach Heidelberg kommen konnte, einen Jurastudenten. Das vom Gloria-Filmverleih beschenk­te Studentenpaar hatte sich vor einem Jahr in Hei­ delberg kennengelernt. Ganz ähnlich ergeht es dem Studentenpaar der Filmstory. Am Nachmittag fand zu Ehren des Paares ein Festkommers statt, an dem die Leute vom Film sowie Kommilitonen und Kom- militoninnen des „echten Paares“ teilnahmen.

Ziege frafi Brieftasche mit 1600 Mark

Großes Pech hatte ein Darmstädter Pferdehändler auf dem sogenannten „Kalten Markt“ des Vogels­bergstädtchens Ortenberg, der vom 26. bis 29. Okto­ber stattfand. Wie üblich schlug er sein Nachtlager in einem Pferdestall auf. Seinen Rock hängte er an einen Nagel. Während er schließ machte sich eine Ziege, die ebenfalls in dem Stal’ untergebracht war, an den Rock- heran und fraß die Brieftasche mit etwa

1600 Mark und sämtlichen Ausweispapieren auf. Als der Händler am frühen Morgen wohl ausgeruht er­wachte, fand er von seiner Brieftasche nur noch einige Lederreste vor. Die geldgierige Ziege wurde kurzerhand geschlachtet, in der Hoffnung, in ihrem Magen wenigstens noch die Nummer einiger Geld­scheine zu finden. Das Ergebnis der Untersuchung ist noch nicht bekannt.

Trikotwarenlabrik abgebrannt

In einer Trikotwarenfabrik in Frommem bei Ba­ lingen (Baden-Württemberg ) brach am Dienstag ein Brand aus, der das Fabrikgebäude einschließlich des Inventars in wenigen Stunden vernichtete. Der Scha­den wird auf 800 000 Mark geschätzt. Mehrere Feuer­wehren konnten den Brandherd nach sechs Stunden so weit eindämmen, daß für die Nachbarschaft keine Gefahr mehr bestand. Eine fünfköpfige Familie, die im Dachgeschoß wohnte, konnte sich über eine Feuer­wehrleiter retten. Die Brandursache steht noch nicht fest.

Ski-Freizeiten auf Ratenzahlung

Das Jugend-Reisebüro in Stuttgart , Hohenheimer- straße 56, organisiert auch im kommenden Winter eine Reihe von Ski-Fahrten zu billigen Preisen. Die Fahrten führen u. a. wie bereits berichtet in das Kl. Walsertal, Karwendel-Wettersteingebirge, Stubaier Alpen und in die Schweizer Alpen . Eine weitere Ermäßigung der Reisekosten erhält der Teilnehmer an Fahrten des Jugend-Reisebüros, wenn er sein Reisegeld in mindestens sechs Monatsraten bei der städtischen Giro-Kasse Stuttgart auf das Konto „Reise-Raten“ einzahlt. Das Stuttgarter Jugend- Reisebüro. ursprünglich eine Einrichtung des Stadt­jugendausschusses, wird von Studenten geleitet. An den Fahrten des Büros haben bisher rund 3000 Ju­gendliche teilgenommen.

Unterkunft statt Heim

Psychologen und Aerzte, Theologen, Erzieher und Architekten, die auf der Jahrestagung der „Studien- geselschaft für praktische Psychologie“ in Bad Pyr- gesellschaft für praktische Psychologie für den Men­schen der Gegenwart sprachen, kamen durchweg zu der Feststellung, daß das Heim heute seinp Funk­tion als geistig-seelischer Nährboden für den ein­zelnen und für die Familie weithin nicht mehr er­fülle, sondern nur noch die Rolle einer unpersön­lichen Unterkunft spiele. Auch das äußerlich intakte Heim biete dem heutigen Menschen nicht mehr das Maß an Sicherheit und Geborgenheit, das er bei den starken Anforderungen in Beruf und Oeffentlichkeit nötig habe. Besonders hingewiesen wurde auf die wichtige Funktion des Heimes für das Kind und seine Entwicklung. Am sozialen Wohnungsbau wur­de bemängelt, daß die geschaffenen Wohnungen vielfach ein familiengerechtes Wohnen sowie eine echte Wohnkultur nicht zulassen und faktisch auf eine Familienbeschränkung durch Geburtenkontrolle hinzielen.

Soldatengräber in Italien nicht vergessen

Wie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge aus Italien mitteilt, werden die großen deutschen Soldatenfriedhöfe- in Pomezia bei Rom , Cervia und Cassino-Caira von vielen Durchreisenden besucht. An manchen Tagen kommen mehr als £0 deutsche Autos, von Motor- und Fahrrädern abgesehen, durch Cassino . In der Provinz Frosinone wurden von der Arbeitsdelegation des Volksbundes in Italien in 72 von 90 Gemeinden alle Arbeiten — Registrierung von Gräbern, Grabermittlungen, Umbettungen, Identifi­zierungen — abgeschlossen. Hier ruhen 8 278 deut­ sche Grfcdlene auf Friedhöfen, Feldgräber gibt es in diesen Gemeindebereichen nicht mehr.