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»DAS NEUE BADEI

Nr. 6 / 23. 1. 48

Die Arabische Liga

Eine neue Macht in der Weltpolitik

Die Staaten der Arabischen Liga sind einig in dem Ziel, die Teilung Palästinas mit allen Mitteln zu verhindern. Sie haben beschlossen, den Arabern Palästinas in ihrem Kampf gegen die Juden jede finanzielle und militä­rische Hilfe zu gewähren. Schon sind von Se­rien aus die ersten Ueberfälle auf jüdische Grenzsiedlungen erfolgt.

Die Arabische Liga wurde am 22. März 1945 gegründet, nach der Begegnung König Faruks und König Ibn Sauds in. Yambo. Die Staaten der Liga beherrschen das politisch überaus bedeutsame Gebiet zwischen dem östlichen Mittelmeer und dem Persischen Golf, über das die großen Luft- und See­wege zwischen West und.Os.t führen. Irak und Saud-Arabien gehören zu den ölreichsten Ländern der Erde,

Während des ersten Weltkrieges, als die arabische Welt, noch . unter türkischer. Herr­schaft stand, rief Oberst Lawrence die große nationale Freiheitsbewegung der Araber ins Leben. Sie sollten, von dieser Idee beseelt, an Englands Seite gegen die Türken kämp­fen. Das Ziel würde tatsächlich erreicht, aber die Engländer konnten dann die weitere Ent­wicklung der großen Bewegung nicht mehr

Die Emährungskrise an Rhein und Ruhr

Von unserem nordwestdeutschen H.G.-Korrespondenten

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mit ihrer eigenen politischen Zielsetzung ver­binden: Vom Türkenjoch befreit, wollten die Araber' sich keiner neuen Fremdherrschaft unterwerfen. Die Arabische Liga geht heute mit Entschlossenheit und Energie ihre eige­nen Wege. Sie ist bestrebt, die Außenpolitik ihrer .Mitgliedstaaten auf einen, einheitlichen Nenner zu bringen, nicht nur, um der Welt gegenüber die politische Potenz der arabischen Welt zu stärken, sondern auch, um die zwi­schenstaatliche Solidarität ihrer Mitglieder zu fördern *

Die für die Ernährung verantwortlichen be­hördlichen und wirtschaftlichen Stellen, die Referenten für Ernährung der Länder der Bi- zone, die Vertreter der Gewerkschaften und führende ' Männer der britischen 'Militärregie­rung trafen sich in Düsseldorf zur Bespre­chung über die drohende Ernährungslage in Nordrhein/Westfalen . Der Ministerpräsident von Nordrhein/Westfalen Arnold hatte einen Notruf an die Länderchefs der Bizone und an die Militärregierung gerichtet. Er bat um sofortige Hilfe und schlug vor, durch eine Sofortaktion alle greifbaren Bestände an Fett, Fleisch und Kartoffeln der hungernden Be­völkerung an Ruhr und Rhein zuzuleiten.

Bei diesen Besprechungen konnte jedoch ein? durchgreifende Hilfe von den Sitzungs­teilnehmern nicht in Aussicht gestellt werden, weil den übrigen Ländern der Bizone eine größere Dezimierung ihres Bestandes an Le­bensmitteln nicht zugemutet werden konnte, ohne daß auch dort eine ebenso heikle und bedrohliche Ernährungskrise heraufbeschwo­ren worden wäre. Die möglichen Abzweigun­gen, wie beispielsweise 50 Tonnen Käse aus Schleswig-Holstein , stellen in ihrer Bereit­stellung wohl einen Akt der Hilfsbereitschaft und des .Helfenwollens dar, können aber eine Linderung der Not in keiner Weise herbeifüh­ren. Da selbst die Militärregierung einen Vor­schlag der Gewerkschaften, in Holland , Däne­ mark und anderen Staaten Kohle gegen Le­bensmittel einzutauschen, als unannehmbar bezeichnete, weil es an notwendigen Trans­portmöglichkeiten mangelt und über die Be­stände in den Nachbarstaaten bereits durch die Weltemährungskommission verfügt wird, könnte die Lage an Rhein und Ruhr zu ver­hängnisvollen Auswirkungen führen. Ledig­lich eine noch bessere Erfassung und Vertei­lung der noch verfügbaren Lebensmittelreser­ven könnten das Ausmaß der Ernährungs- krise in erträglicherem Rahmen halten.

Daß unter diesen Umständen die Streikbe­wegungen in der britischen Zone, vornehm­lich im Ruhrgebiet und “in Hamburg , stärkere Formen angenommen haben, wird man dem berechtigten Unwillen der Arbeiter über die jetzige Notlage zugute halten müssen. Gefähr­lich werden jedoch unbesonnene Beschlüsse, die z. B. in einer Betriebsrätekonferenz in Oberhausen gefaßt wurden, nämlich bis auf weiteres jede Tätigkeit, die mit dem Trans­port von lebenswichtigen Gütern zusammen­hängt. einzustellen. Begründet werden diese Maßnahmen als ein Akt der Notwehr. Ver­mieden werden müssen jedoch solche Streiks, die sich gegen die eigene Bevölkerung richten und den arbeitenden Schichten an' Rhein und Ruhr die letzte Möglichkeit nehmen, den auch nur allernotwendigsten^ Lebensbedarf zu dgk- ken. Der Arbeiter'hat das Recht, den Regie­rungen des In- und Auslandes darzutun, daß ihm das Notwendige zum Lebensunterhalt zu­gestanden wird und es Wird niemand Demon­strationen. die als Mittel zur, Hinlenkung der Weltöffentlichkeit auf seine Not dienen, als einen willkürlichen Akt ansehen. Jedoch soll­ten die arbeitenden Schichten auf die Mah­

nungen von Persönlichkeiten und der Ge­werkschaftsführer hören, die zu beurteilen vermögen, ob die Demonstrationen oder Streiks nicht dazu führen, die allgemeine Not der Bevölkerung noch zu vergrößern. Der Ge­werkschaftsbund der britischen Zone hat, sich scharf gegen etwaige Bestrebungen, den Ge­neralstreik zu proklamieren, die besonders von der kommunistischen Partei gefördert werden, ausgesprochen, weil hierdurch eine unverant­wortliche und bedrohliche Lage für die arbei­tende Bevölkerung an Rhein und Ruhr her­beigeführt würde. Denn gerade heute, da es heißt, die krisenhafte Zeit zu überbrücken,, kommt es auf die Besonnenheit und die Ver­nunft aller Bevölkerungsschichten an. Die Streikbewegungen haben in den heutigen Not­zeiten durchweg nur den einen Erfolg: sie richten sich gegen den Arbeiter selbst. In den Reihen der Arbeiter sollte daher soviel Ein­sicht herrschen, nicht das ganze Volk, die Mütter und Kinder, unter den unverantwort­lichen Folgen eines Streiks leiden zu lassen.

Die verantwortlichen deutschen und • briti­schen Stellen mögen sich jedoch nicht durch

die scheinbare Ruhe und Zurückhaltung der Bevölkerung in Nordrhein/Westfalen täuschen lassen. Die Geduld des hart um die Lebens­existenz ringenden Arbeiters geht zur Neige, und die Nerven sind auf das Aeußerste ge­spannt. Die Notschreie an Rhein und Ruhr soll­ten ernst genommen und nicht überhört wer­den, denn die etwaigen Folgen werden kei­neswegs nur auf Nordrhein/Westfalen be­schränkt bleiben. Es ist zu hoffen, daß sich die verantwortlichen Männer der Regierung, Wirtschaft, der Parteien sowie Gewerkschaf­ten darüber im klaren seien.

*

Auf der Konferenz der Vertreter der Er­nährungsminister ' wurde bekanntlich be­schlossen, daß alle Länder der Bizone für die 110. Zuteilungsperiode zugunsten der Be­völkerung an Rhein und Ruhr auf die Hälfte der Fettration einschließlich der Zulagen ver­zichten, um die Fettrückstände in Nordrhein- Westfalen auszugleichen. Weiter wird mit Zustimmung der Landeswirtschaftsverbände für Nordrhein-Westfalen die Selbstversorger­ration an Butter für die Voll- und Teilselbst­versorger für zwei Wochen nicht ausgegeben werden, um den Notstand der Verbraucher in den Städten zu beheben.

BLICK UEBER DIE ZONENGRENZEN

Das Lizenzwesen für die Zeitungen der britischen Zone wurde in deutsche Hände übergeführt. Neue Anträge Werden nicht r rmhr von den englischen Stellen bearbeitet, sondern an die deutschen Ausschüsse weiter­geleitet werden, die in absehbarer Zeit ihre Arbeiten aufnehmen können.

Die Lungentuberkulose in der britischen Zone forderte bei einer Bevölkerungsziffer von 22 344 800 im Jahre 1947 insgesamt 9376 Todesopfer, teilte die Gesundheitsabteilung der britishen Kontrollkommission mit. 1946 wurden 9222 Sterbefälle gezählt.

Deutsche Flüchtlinge in Dänemark . In Dänemark befinden sich nach einer Mittei­lung des Flüchtlingskommissars des evange­lischen Hilfswerks, Dr. von Freyberg, zur Zeit noch 68 000 Deutsche , die ’ dort in elf polizeilich bewachten ehemaligen Wehr­machtslagern untergebracht sind.

Interzonentagung der Kultusminister ver­schoben. Die ursprünglich für den 26. und 27. Januar vorgesehene Interzonentagung der Kultusminister ist verschoben worden und soll nunmehr am 19. u. 20. Februar in Stutt­ gart stattfinden.

Die sowjetische Kommandantur in Berlin

hat den Abtransport von Möbeln aus dem sowjetischen Sektor Berlins verboten. Nach einer Anordnung dürfen Möbel nur in Aus­nahmefällen und nach Genehmigung durch die Militärkommandanten der einzelnen Be­zirke übe#- : ' die Sektorengrenze abtranspor­tiert werden. >

Zwölf von den achtzehn Leipziger Bahn­höfen werden demnächst geschlossen. Diese Maßnahme Wurde durch den Mängel an Lo­komotiven und Waggons notwendig. Die weniger wichtigen Bahnhöfe können nicht mehr bedient werden.

Die „Leipziger Zeitung“, eines der wenigen überparteilichen Blätter in der Sowjetzone, mußte wegen Papiermangel ihr Erscheinen einstellen. . Das Blatt erschien im 3. Jahr­gang. In Leipzig gibt es jetzt nur noch die „Leipziger Volkszeitung “, das Organ der SED . Wie dazu aus Leipzig gemeldet wird, soll der Anlaß zur Einstellung nicht der Papier­mangel, sondern die mehrfach geübte Kritik an Maßnahmen der sächsischen und Leipziger Behörden sein.

Die deutsche Wäblervereinigung forderte auf ihrer Heidelberger Tagung die Wieder­herstellung der direkten persönlichen Wähl in allen Ländern der Bizone.

Vier neue unabhängige Zeitungen in der britischen Zone lizenziert. In Hamburg , Han­ nover , Duisburg und Münster sei je eine neue Zeitung lizenziert worden, erklärte auf der Jahrestagung des rheinisch-westfälischen Journalistenverbändes der zum 1. Vorsitzein­den wiedergewählte Dr. Friedrich Vogel. Alle vier Blätter sollen parteipolitisch neutral sein. Mit dem Erscheinen der Blätter ist erst bei einer Besserung der Papierlage zu rechnen.

Export-Musterschau in Flensburg . In Flensburg soll am 17/ April 1948 eine Export- Musterschau eröffnet werden. Alle export­fähigen Betriebe, deren Erzeugnisse für die skandinavischen Länder von Interesse sind, können sich an der Exportschau beteiligen. Anträge sind sofort bei den zuständigen In-' - dustrie-:- und - Handelskammern einzureichen.

a vfrAk- NEUE' B A D E°& - Verantwortlicher Redakteur: Günter Aßmann Anschr. der Redakt.: Lahr,Schw .. Postf. 270, Tel. 2365 Verlag: Demokratische Verlagsges. mbH., Lahr ,SChw. Druck: Moritz Schauenburg, Lahr.Schw. — K. & H, Greiser, Rastatt (Baden ). — Südwestdruck K.-G., Lörrach . — A. Reiff tc Cie., Offenburg (Baden ).

DER SPORTBERICHT

Der SpoBt am Wochenende

Süddeutsche Oberliga:

Kickers Stuttgart — Bayern München Schwaben Augsburg — Eintracht Frankfurt Rotweiß Frankfurt — VfB. Stuttgart Spvgg. Fürth — SV. Waldhof VfR. Mannheim — Schweinfurth Ulm 96 — SpFr. Stuttgart

Am kommenden Sonntag wird der Halbzeit­meister im Süden ermittelt werden. Die augen­blicklich mit einem Punkt Vorsprung führenden Nürnberger brauchen zur „Bestätigung“ noch die Mithilfe der Stuttgarter Kickers, die Bayern München erwarten. Dieses Spiel erhält seinen be­sonderen Reiz darin, daß hier die erfolgreichsten Torschützen (der Kickers-Sturm erzielte ln 18 Spielen 68 Treffer) auf die Elf mit den wenigsten Gegentoren (14 in 18 Spielen) treffen.

Zonenliga Nord:

VfB . Neunkirchen — Mainz 05 Völklingen — Neustadt a. d. H.

Freundschaftsspiel:

Fortuna Freiburg — ASV. Villingen Nachdem die Rückrundenspiele . der Zonenliga Süd und der südbadischen Fußball- und Hand- ball-Landesiiga erst Im Monat Februar beginnen werden, hat der .zurzeitige Zonenliga-Zweite For­tuna Freiburg die spielfreie Zeit zur Verpflich­tung des Tabellenführers der Landesliga wahrge- nommeri, auf desen Abschneiden im Mösle-Stadion die südbadische Sportwelt mit Interesse entgegen­sieht.

Motoespoei

Aufhebung des Rennverbotes in Nordwürttembierg- Baden zu erwarten '

Wie Ministerialrat Wilhelm erklärte, erging das 1947 ausgesprochene generelle Verbot „nicht wegen des Reifen- und Brennstoffverbrauches der Renn­fahrzeuge. 'sondern wegen der unerlaubten Be­nützung voh Zubringerfahrzeugen für die Renn- besueher. Trotzdem wird . das Ministerium im Jahre 1948 Rennen wieder in maßvoller Weise genehmigen“! Diese Zusage dürfte wohl bei allen deutschen Motorsportlern einen freudigen' Wider­hall finden.

Viiloresi. gewann auf Maserati den Automobilpreis . v.on Brasilien

Nachdem der Große internationale Automobil­preis von Buenos Aires wegen der anhaltenden Regenfälle um ’ eine Woche verschoben werden mußte, kam nun am 17. Januar dieses erste Auto­mobilrennen des Jahres 1948 unter Beteiligung europäischer Spitzenfahrer zur Austragung. Sieger wurde Luigi Viiloresi, der auch den 1. Vorlauf ge­wann, während sein Landsmann Dr. Farina, Sie­ger des . 2 . Vorlaufes, durch Maschinenschaden im Hauptrennen ausschied.

Boxen

Luftschlösser um Max schmeling

In die zahlreichen Nachrichten um einen beab­sichtigten Kampf Max Schmelings gegen den Ita­liener Giovanni Martin in Göteborg platzt ein sehr

bestimmt gehältenes Dementi des Stockholmer Kor­respondenten Peter Brie. Dieser stellte auf Be­fragen fest, daß von einem solchen Kampf in Göteborg nichts- bekannt sei, und er ist auch um so unwahrscheinlicher, da derzeit Schmelings Lei­stungsvermögen in Schweden wenig optimistisch eingesChätzt wird. Sogar der Sportjournalist Henry Eidkamp übt eine äußerst scharfe Kritik an Schme- ling. Bekanntlich hat dieser Schwede dem Frank­ furter Kampf Schmeling — Vollmer beigewohnt und seinerzeit auf suggestive Fragen eines Rund­funkreporters den deutschen Hörern vorgeschmei­chelt» daß Schmeling auch heute noch im Reigeh der Weltbesten e f ne Robe mitspielen könne. Für uns Deutsche wird es also gut sein, künftig auf unverbindliche freundliche Redensarten keine Luft­schlösser zu bauen. Günstiger wird in Schweden ein Kampf des deutschen Meisters Hein ten Hoff beurteilt, dessen Angebot, für einen Wohltätigkeits­fonds zu kämpfen, auf Sympathie gestoßen ist.

Minelii I und Minelll n

Wenn man von Mineili spricht, dann meint tn Europa jedermann den Schweizer Internationalen, der mit 80 Länderspielen der Rekordhalter der Schweizer Fußballnationalen ist. In Amerika dagegen denkt man an Livio Mineili. den ita­lienischen Weltergewihtsboxer. der einen Olle Tandberg, einen Proietti und andere vergessen mäht. Min.elli ir ist bisher der einzige Boxer Europas , der in seiner besten Jugend — 23 Jahre —

nah USA . kam und sih die Herzen der Amerika­ner in einer ununterbrochenen Siegesserie er­oberte. Livio besiegte bereits ein Dutzend Ame­rikaner und hat jetzt sogar einen Kampfvertrag

f egen den Leichtgewichts-Weltmeister Ike. Wil- ams erhalten Sollte ihm auh hier ein Sieg ge­lingen, dann wird - Weltergewichts-Weltmeister Ray Robinson nicht umhin können, mit dem sieges- und dollarhungrigen Italiener die Handschuhe zu kreuzen.

Leichtathletik

Lehrgänge in Südbaden

Der Landesfahausshuß Leichtathletik hat die Durhführung von Leichtathletik-Lehrgängen zu­nähst für die männlichen aktiven und besonders gut veranlagten Jugendlihen beshlossen und fol­genden Lehrplan aufgestellt:

Werfer und Stoßer am 24.,'25. Jan. 1948 in Lah r: Mittel- und Langstreckler am 28. 1 29. Februar ln Singen; Sprinter und Weitspringer am 13. /14. März 1948 in 011 e n a u und Hoh- und Stabhoch­springer am. 10./II. April in St. Georgen (Shw.)

Als Lehrgangsleiter wurde der beannte Olympia­trainer und Sportlehrer Rueßmann, Ettlingen — z. Zt. an der Sporthochschule Köln — verpflichtet. Aus zeitbedingten Gründen mußte die Teilneh­merzahl pro Lehrgang auf je 25 Sportler be­schränkt werden.

Am Vorabend der WintereOlympiade

Sepp Weiler sprang erneut 85 Meter

Belm Gauvergleihskampf auf der Großen Olym- piaschänze in Gartnisch stand Weiler-Oberstdorf mit 84 m den weitesten Sprung und erreihte auh noh 85 m, doch kam er dabei im Auslauf zum Sturz, so daß er. ntht gewertet werden konnte. Sieger wurde Gehring-Münhen mit 75 und 83 m.

Münchens alpine Skimeister wurden am Stolzen­berg die Partenkirehener Peppi Maurer uiid Anne­marie Büchner-Fischer. Im Torlauf Wurde Anne­marie von der Freiburgerin Helga Gärtner geschlagen!

180-m-Sprlnger bedrohen die Ruuds

Man ist geneigt, den Spezialsprunglauf als eine rein 1 norwegische Angelegenheit upd besonders als eine der Skidynastie Ruud hinzunehmen. Dem ist aber nicht so, auh wenn neben Asbjöm Ruud sein Landsmann. Thrane den Platz ausfüllen wird, den Birger Ruud einnehmen soll, dessen Ver­letzungen sih doch als so shwer erweisen, daß mit seinem Start kaum gerehnet werden kann.

Beim Ausweihen vor einem in der Fahrbahn befindlichen Kind warf sih Birger zur Seite und stürzte dabei so unglücklich, daß er eine schwere Beinverletzung davontrug. Als Außenseiter muß man in St. Moritz auh mit den Jugoslawen rech­nen, denn Finshgar soll auf der weitaus kleineren Planlca 109 m erreiht haben. Ebenso shwer wiegen aber auh die auf der weitaus kleineren Schanze in Soleftea erzielten 70-m-Sprünge der Shweden und — last' not least — sei das aus­gezeichnete Können von Sepp Bradl nicht verges­sen, der Oesterreichs Aß für die Olympische Sprungkonkurrenz sein wird.

Betrachtungen zu den Europameisterschaften der Kunstläufer

Die Auffassung über Eislaufstil und Eislauftech- nik ist überall in der Welt verscheiden und selbst bei den international angesehenen Kampfrichtern schwanken die Werturteile im Laufe der Zeit.

Augenblicklich zollt man der artistischen Lei­stung mehr Anerkennung als früher. Das zeigte sih am besten darin, daß ün Programm der neuen ungarischen Europameister im Paarlaufen Kekeszy/Kiraly die sogenannte Todesspirale als Höhepunkt figuriert. Auh wurde von den sieben Preisrichtern der Prager Europameistershaften die hart an der Grenze des Artistisch-Akrobatischen liegende Kür des Amerikaners Button höher ein- geshätzt als das in den Pflihtfigpren außeror­dentlich solide Können des Vorjahressiegers Gershwyler. Die Meinung des Publikums stimmte übrigen mit der der Kampfrichter keineswegs immer überein. Barbara Scott erhielt beispielsweise weni­ger Beifall, als die vom Kampfgericht niedriger eingestuften Wienerinnen Eva Pawlik , Inge Solar und die frühere deutsche Meisterin Martha Musi­lek. Als diese nah ihrer Kür von den englischen und kanadischen Preisrichtern nur Note 4,8 erhielt, stimmten die 8000 Prager ein wütendes Pfeifkon­zert an.

Das Gesamtfazit von Prag ist für Europas Olym­pia-Aussichten betrüblich. Die Klasse einer Sonja Henie , Cecilia Colledge , eder eines Karl Schäfer und Felix Kaspar wird heutzutage nirgends mehr in Europa auh nur annähernd erreiht, und im Paarlaufen muß sih erst zeigen, ob das stegreihe junge ungarische Paar die Tradition der vier­fachen Weltmeister Rotter Szollas (Ungarn ) und Ehepaar Baier (Deutschland ) fortsetzen kann. So sind die Hoffnungen für St. Moritz trübe, zumal di« Deutschen BaranfFalck nicht starten dürfen.

. USA -Viererbobs mit Schwungfedern

Die Wiege des Bobsports • ist St. Moritz und der Vater dieses schnellen Fahrzeugs ist ein Amerika­ner, nah dessen Gedanken in den 80er Jahren ein Schweizer Schmied zwei gewöhnlihe Schlitten zu­sammenkoppelte. Aus diesem harmlosen Vergnü­gungsfahrzeug wurde ein paar Jahre später das schnittige, D-Zugtempö erreihende Sportfahrzeug, und genau vor 50 Jahren veransaltete. St. Moritz den ersten Bobwettbewerb. Die Amerikaner, die bisher shon im Bobsport mit zu den führenden Nationen zählten, wollen diesmal durh einen be­sonderen Shlitten die Vorteile der bahnkundigen Europäer ausgleihen. Sie probierten einen neu­artigen Bob aus, dessen Kufen niht starr verbun­den sind, sondern sih der Bahn durh besondere Schwungfedern angleihen.

Der Heimaisport

Im Handball:. Lahr gegen Auenheim

Das letzte Spiel der Vorrunde auf heimischem Boden tragen die Handballer der Sportfreunde Lahr am kommenden Sonntag gegen Auenheim aus. Die Hanauer waren von jeher ein recht beachtens­werter Gegner, sodaß ein interessantes Punkt­spiel auf dem Sportplatz bei der Dammenmühle bevorsteht.

Das in der Dienstagausgabe angekündigte Fuß­ballspiel der Ligamannshaft der Sportfreunde Lahr muß leider ausfallen, da Blauweiß-Freiburg gestern abgesagt hat. Die Lahrer spielen wahr­scheinlich in Kuppenheim .

Die restlichen Handball-Termine der Vorrunde

Aus der Vorrunde der Handballer des Bezirks Offenburg sind noh einige Spiele nahzuholen, für die folgende Termine angeSetzt wurden:

25. Januar: Elgersweier — Shuttern; Sulz — Ringsheim; Schutterwald n — Meissenheim: Non­nenweier — Seelbah; Lahr — Auenheim .

Kreisklasse, Staffel I: Hugsweier — Reihen- bah; Hofweier H — Zunsweier.

Der erste Lehrgang der badischen Leichtathleten in Lahr

Der Landesfahausshuß der badishen Leicht­athleten führt in den kommenden Wohen vier Lehrgänge durh, und zwar in Lahr , in Singen, Ottenau und in St Georgen . Der erste Lehrgang versammelt die Werfer und Stoßer in den Tagen des 24. und 25. Januar in Lahr im „Haus der Ju­gend“ am Altvater. Es« ist eine bescnranitie Zahl von aktiven männlichen und hoffnungsvollen Jugend­lichen zu diesen Lehrgängen zugelassen, die unter der'- sachkundigen Leitung des Olympia-Trainers Rueßmann - Ettlingen — zurzeit an der Hoch­schule für Leibesübungen in Köln tätig — zur Durhführung gelangen. Die Vorbereitungen für e!--: erfolgreihe Abhaltung des Lehrganges in L- r, wo sih die besten badishen Werfer und Sto­ße ein Stelldichein geben, sind vom Verein Sport­freunde Lahr in die Wege geleitet. TreffpuAkt der am Freitagabend anreisenden Leichtathleten i"t das Gasthaus „Zum kleinen Meierhof“ in der Gärtner­straße, woselbst die auswärtigen Sportler alles Nä­here erfahren.