Donnerstag, 17. Mal 1951
Schönstes Muttertagsgeschenk — wiedergewonnenes Augenlidit
Ein Bohemien am Sdireibtisdi - Glanz und Elend einer Karriere
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Als der 24jährige krühe>re Seemann Philip Pron (links) nach seiner Entlassung aus dem Marine-Hospital Staten Island seiner Mutter (Mitte) zum Muttertag gratulierte, konnte er sie nach Sjähriger Erblindung mit wiedergewonnenem Augenlidit überraschen. Sein Freund Erich Joseph, ein 27jähriger britischer Seemann (rechts), ließ die gesunde Hornhaut seines rechten Auges, auf dem er infolge eines Boxkampfes erblindet war, auf ein Auge seines Freundes übertragen.
Als die Zeitungen am 17. November 1941 meldeten, daß Generalluftzeugmeister Emst Udet bei der Erprobung eines neuen Flugzeuges ums Leben gekommen sei, begannen die Gerüchte zu wuchern. Ueberdeckte das pompöse Staatsbegräbnis nicht eine offizielle Lüge? Inzwischen ist der Schleier gelüftet. Das wirkliche Schicksal des weltbekannten Kunstfliegers ist geklärt, der mit einem Flügel seiner Maschine ein Taschentuch vom Boden aufheben konnte und der im Dritten Reich in stürmischer Karriere zum Generlluftzeugmeister aufstieg, verantwortlich für die gesamte Luftrüstung. In seinem Glanz und Untergang spiegelt sich die Tragödie der deutschen Luftwaffe. G. Thorwald beleuchtet die Hintergründe in seinem Buch „Die ungeklärten Fälle“ (Steingrüben-Verlag, Stutt gart ).
Zuerst war Udet Inspekteur der Jagd- und Sturzkampfflieger geworden. Er hatte die neue deutsche Luftwaffe entwickelt. Er hatte als stürmischer Geist in der bürokratischen Enge des damaligen Technischen Amtes gewirkt und war noch selbst geflogen. Aber als er nicht mehr weiterkam, als man ihm im Technischen Amt nicht mehr folgen konnte und Sollte, als er sich darüber bei Göring beklagte, hatte ihm dieser plötzlich gesagt: „Du mußt einfach selbst die Leitung des Technischen Amtes übernehmen und alle Schwierigkeiten aus dem Wege räumen“.
Görings verlockendes Angebot
Udet hatte gezögert: „Das kann ich nicht. Ich verstehe etwas von Flugzeugen, aber ich bin kein Ingenieur und kein Konstrukteur. Ich verstehe von der Industrie und von der Organisation nichts“. Aber Göring hatte obenhin erwidert: „Ich verstehe auch nichts davon und schiffe trotzdem die stärkste Luftwaffe der Welt. Es kommt nur auf den Willen und die Begeisterung an“. So vertauschte Udet den Steuerknüppel mit dem Schreibtisch, mit einer ungeheuren Verwaltungsaufgabe, für die er nicht geboren war.
Aber zunächst kamen noch Jahre des Erfolges und des Glanzes: Seine Flugzeuge auf dem Reichsparteitag, seine Auslandsbesuche in der Uniform eines deutschen Fliegergenerals, sein in Zürich mit der „Me 109 “ aufgestellter internationaler Schnelligkeitsrekord. Wohl hatte er gewußt, daß der Motor der Messerschmitt- maschinen nur mit allen möglichen künstlichen Mitteln für kurze Zeit auf Hochleistung gebracht worden war und daß an Serienbau noch nicht gedacht werden konnte. Die Zukunft schien noch weit.
Aber dann war plötzlich der Krieg da. Das Technische Amt, zuständig für Forschung, Entwicklung und Produktion, weitete sich zu einem riesenhaften bürokratischen Apparat.
Es kam das Fiasko des Blitzangriffes auf England. Es kam der Ruf nach dem schweren Bomber. An die Fluge zeugfirmen gingen Konstruktionsaufträge hinaus. Heinkels Entwurf mit der Bezeichnung „He 177 “ schien der fortschrittlichste. Göring , der um seinen Ruhm bangte, meldete Hitler (Jie Maschine einsatzbereit, als kaum das erste Baumuster vorhanden war. Bevor noch das Ergebnis der Fronterprobung vorlag, mußte Udet auf Drängen des Reichsmarschalls Serienaufträge an die Industrie geben. Fabriken wurden umgestellt, Rohstoffe umgesteuert. Dann kam die
große Pleite: Die Maschine war nicht fertig, es traten immer wieder Brände, Schwingungen auf. Unersetzliches Material war verschleudert, die Industrie auf ein Jahr blockiert, während der Bedarf der Ostfront immer größer wurde. Aehnlich ging es mit der unseligen „Me 210“.
Dann kam Hitlers unverständlicher Befehl vom Jahre 1940. an erster Stelle Panzer, an zweiter Munition, an dritter U-Boote, an vierter neue Waffen und erst an fünfter Flugzeuge zu bauen. Und ein weiterer Befehl, der die Einstellung aller Forschungsarbeiten verbot, die nicht innerhalb eines Jahres für die Kriegführung Bedeutung erlangen könnten,
Udet sah die anwachsenden Kampfgeschwader auf seiten der westlichen Alliierten und die beschränkten eigenen Produktionsmög- iichkeiten. Er wollte der gegnerischen Ueber- macht durch die Verlagerung des Schwergewichts auf den Bau von modernen Düsenjägern eteuem. Aber Göring lehnte ab. Er wollte Hitler gegenüber den Bankrott seiner Pläne und die begrenzten Möglichkeiten einer deutschen Luftrüstung nicht eingestehen. Er wollte Bomber und Jäger. Udet war zu weich, um seinen Standpunkt durchzusetzen. So griff das Chaos in der Flugzeugproduktion um sich. Der feinnervige Kunstflieger, der unter den Managern der Produktion wie ein Bohemien wirkte, erstickte in seinem Verwaltungsapparat. Er flüchtete sich in den Alkohol. Seine „Grönlandbar“ war ln Fliegerkreisen berühmt.
Der Konflikt iriit Milch
Schließlich griff Milch ln die Flugzeugproduktion ein, robust, ein glänzender Organisator. Es geschah über Udets Kopf hinweg. Die Zuständigkeiten waren nicht abgegrenzt. So wuchs zwischen den beiden alten Fliegerkameraden eine tragische Rivalität. Udet fühlte sich übergangen. Er sah, wie Milch die Aufgaben an sich riß, die ihm übertragen worden waren. Und er konnte nicht leugnen, daß Milch tüchtiger und entschlossener war als er. Und Göring stützte ihn nicht. Er fühlte es trotz freundlicher Worte: er würde fallen. Die Gestapo überwachte ihn, der keinen der Gewaltigen des Regimes mit seinem beißen-
Seit einigen Tagen sitzt Harry Greenbaum vor dem bescheidenen Kaufhaus seines verstorbenen Vaters, um mit zwei Doggen jeden Fremdling in die Flucht zu schlagfen. Im Inneren des Hauses sieht es toll aus. Harry hat die Holzböden aufgerissen, die alten Oefen umgelegt und sogar Löcher ins Dach gerissen, um den Schatz zu suchen, den sein vor wenigen Tagen verstorbener Vater in dem Hause hinterlassen haben muß.
Der alte Greenbaum besaß im Londoner Eastend ein Dutzend Trödlerläden, gehörte aber zu jenen Menschen, die nichts davon halten, ihr Geld auf die Bank zu bringen. Sein ganzes Vermögen hob er in Kartoffelsäcken auf, die er in dem altmodischen und weitläufigen Hause mit seinen dunklen Gängen so geschickt verstechte, daß Harry zu seinen Leh
den Spott verschonte. Aber wa.rum ging er nicht selbst? Er hatte es satt. Er war müde. Ei wollte Frieden . . .
„Emst Udet erschoß sich am Morgen des 17. November 1941 gegen 9 Uhr früh, nachdem der Generalfeldmarschall Milch noch einmal ein Telefongespräch mit ihm gehabt hatte, dessen Inhalt niemand kennt.. Bevor er zur Pistole griff; rief er die Frau an; die seit Jahren seine Freundin und Gefährtin gewesen war. Er teilte der entsetzt Aufhorchenden mit; daß er im nächsten Augenblick seinem Leben ein Ende setzten werde, und sie hörte noch den Knall des Schusses durch das Telefon ..."
Zeiten nie erfahren konnte, wo eigentlich das ganze Vermögen war. Erst kurz vor dem Tode hatte der junge Greenbaum seinen Vater im Hause einen derartigen Sack transportieren sehen. Der Verstorbene lachte ihn aber aus, als er ihn fragte, wo er sein Vermögen verstaute.
Trotz mehrtägiger Suche hat Harry nichts gefunden. „Ich muß aber auf die Spur des Geldes kommen“, erklärt er den Pressevertretern, die sich in die Nähe der zähnefletschenden Doggen wagen. „Das Geld kann niemand gestohlen haben. Und damit keine Verbrecher durch die Hintertür eindringen können, bleibt mir nichs anderes übrig, als Tag und Nacht Wache zu halten.“ Selbst die Mithilfe von Yarddetektiven verweigerte Green baum . Diese sind der Ansicht, daß der junge Mann viel zu viel Lärm um diese Affäre geschlagen hat und daß das Geld längst von gerissenen Dieben entführt wurde.
„Schont den König!"
Beinleiden Georgs VI. verschlimmert sich — Staatsbesuch in Australien unwahrscheinlich
Den Hunderttausenden von Festjahrsbesuchern konnte es seit Eröffnung der internationalen Ausstellung in London nicht entgehen, daß der englische König seinen unumgänglichen Verpflichtungen mit einem vom Schmerz verzogenen Gesicht nachkam. Die gesamte englische Presse, die normalerweise größte Zurückhaltung übt, wenn von dem Beinleiden des Königs die Rede ist, konnte diesmal nicht umhin, festzustellen, daß sich die Krankheit des Königs mehr und mehr zuspitzt.
„Georg VI. muß unter unsäglichen Schmerzen gelitten haben, als er seine letzten Ansprachen hielt und seinen anderen Verpflichtungen nachkam“, schreibt beispielsweise „Pictorila“. „Die Uebermüdung des Köngis und sein Leiden ist so schlimm, daß man wohl schon jetzt die Möglichkeit aüsschalten muß, er könne sich nächstes Jahr zu dem geplanten Staatsbesuch nach Australien begeben.“
Alle Blätter unterstreichen, die Königsfamilie müsse beim bevorstehenden Staatsbesuch des Königs von Dänemark in London dafür sorgen, daß dem Monarchen die meisten Verpflichtungen abgenommen werden. „Die Gesundheit des Königs geht uns alle an; denn er ist das Symbol der Stärke und der Größe unserer Nation“, schreibt „Telegraf “. „Gesündere Mitglieder der Königsfamilie müssen ihn im Verlaufe des Festjahres bei den Verpflichtungen des Königshauses vertreten. „Das Blatt bringt in großer Aufmachung das schmerzverzerrte Gesicht Georgs VI. und schreibt darunter die Worte Shakespeares „Auf welches Entzücken muß das Herz eines Königs verzichten, dessen sich der gewöhnliche Sterbliche erfreut.“
Auf der Bühne erblindet
Geldscheine in Kartoffelsädcen
Moderner Schatzgräber zerstört sein Haus - Tolle Aktion Im Londoner Ostend
Komiker Bach spielte noch zwei Monate — Aber die Besucher merkten nichts
Eisenbahnreisen mit Musik
Eine sechzigjährige Opernsängerin wollte Stewaideß werden
Bach, der berühmte französische Komiker, der seit einem halben Jahrhundert die Pariser zum Lachen bringt, hat sein Publikum zwei Monate lang gründlich - an der Nase herumgeführt. Der Schauspieler trat im Theater „de l’Ambigu “ auf, in einer Glanzrolle, dem „Briefträger von Troulebiniou“. •
Einige Wochen vor der Premiere war Bach am linken Auge operiert worden. Er hätte Urlaub vom Theater nehmen müssen, aber die Plakate klebten schon an den Anschlagsäulen. Das Stück war extra für ihn geschrieben worden, das Theater auf sechs Monate gepachtet, die Truppe und das Orchester bis zum Sommer engagiert. Bachs Ausscheiden wäre einer Katastrophe gleichgekommen.
Es war an einem Januar-Abend, mitten im zweiten Akt, als das Unglück passierte und „der Briefträger von Troulebiniou“ mitten im „Salon der Gräfin“ über einen Sessel stolperte und beinahe der Lange nach hingefallen wäre. Das Publikum brüllte vor Lachen. Die Komik der Szene war unübertrefflich, einzigartig gespielt. Spiel? Bittere Dramatik, von der keiner der Zuschauer etwas ahnte. Plötzlich war ein schwarzer Vorhang vor den Augen des Schauspielers herabgegangen. Bach war erblindet, mitten in der Vorstellung. Zuschauer und Kulissen, auch die Kollegen waren verschwunden. Die Zuschauer glaubten, der „Briefträger“ spiele den Betrunkenen und rasten vor Begeisterung. Bach aber fuhr fort, als wenn nichts geschehen wäre, sang und tanzte und sprang von einem Ende des Sofas, um den verführerischen Blicken eines Vamps zu entgehen, dessen Gesten er nur noch erraten konnte. Nachdem er zum Entzücken des Publikums einen Teller mit „Petits-Fours “ und einige Blumentöpfe umgestoßen, sich in einen Hauptmann verkleidet und das Operettenpärchen glücklich verheiratet hatte, wankte er erschöpft von der Bühne, die Arme tastend nach vom gestreckt. Die erschütterten Kameraden nahmen ihn in Empfang und brachten ihn in seine Loge. Dort wurde Bach von sei
nem Freund Geo London, dem Generalsekretär der „Folies Bergöres“, erwartet, mit dem zusammen er unzählige Spässe im Rampenlicht vorgeführt hatte. „Guten Abend, mein Lieber“, begrüßte er Bach. „Wer ist da?“ fragte der Schauspieler. „Mach keine Witze“, sagte London , „du bist doch nicht mehr auf der Bühne!“ „Ich bin blind!“ „Und das willst du mir erzählen?“ Es dauerte lange, bis sich der Freund von der traurigen Wahrheit überzeugte.
Von jenem Tage an spielte Bach zwei Monate lang jeden Abend dasselbe „Theater “. Höhepunkt jeder Vorstellung war die Szene, in der „der Briefträger von Troulebiniou“ im Friseurladen ein Rasiermesser ergreift und dem Angst schwitzenden Kollagen damit vor dem Gesicht rumfuchtelt, bis er ihm endlich die lange Pappnase heruntersäbelt. Blind vollführte er allerlei Zauberkunststückchen, holte geschickt die Schnapsflasche vom Schrank runter und goß sich ein Gläschen ein, ohne einen Tropfen vorbeizuschütten. Aber jeden Abend zitterten er, das Ensemble und die Regie. Wehe, wenn irgendein Stuhl nicht am rechten Platz stand, oder die falschen Locken der Gräfin, die er im Friseurladen aus dem Dauerwellenapparat hervorzuziehen hatte, nicht in Greifweite lagen. Zweimal wäre es fast zur Katastrophe gekommen, weil die Locken verlegt, die Blumentöpfe zu weit links standen. Beide Male zog sich Bach geschickt aus der Affäre. Wenn er vor dem Souffleurkasten herumtanzte, machten die Kollegen ängstliche Gesichter. Aber mit nachtwandlerischer Sicherheit umging der Blinde alle Gefahren. Bis vor wenigen Tagen war es dem Schauspieler gelungen, die Illusion aufrechtzuerhalten. Wegen des außerordentlichen Erfolges wagte niemand einzugreifen. Aber der Augenarzt sprach schließlich sein Veto. Eine zweite Operation durfte nicht länger verschoben werden, wollte der Schauspieler nicht für immer auf den Versuch verzichten, wenigstens einen Teil seiner Sehkraft zurückzugewinnen.
Seit einem Jahr laufen die D-Züge D 73 und D 74 auf der Strecke Hamburg —Stuttgart mit Musik. Der nette Einfall der Eisenbahndirektion Stuttgart , Fernzüge mit Kurzweil „auszustatten“, führte zu dem Unternehmen RFU (Reisefunkunterhaltung). Die unterhaltende und musikgewürzte Reise über 715 Bahnkilometer ist inzwischen so populär geworden, daß sich die Hauptverwaltung der Bundesbahn entschloß, auch Züge auf den wichtigsten Bundesbahnstrecken München —Karlsruhe , F rankfurt—Hamburg, Lindau —Frankfurt , Tübingen—Stuttgart— Köln, Frankfurt—Köln—Dortmund—Hannover und Lindau —Stuttgart —Köln mit Reisefunkunterhaltung zu versehen.
Zwanzig der modernsten, schalldicht konstruierten Schnellzugwagen werden mit Fahrplanwechsel am 21. Mai der RFU zur Verfügung stehen. Sie sind nach den Ergebnissen einjähriger Erfahrung mit wesentlich verbesserten und verfeinerten Sende- und Empfangsgeräten ausgestattet. U. a. besitzt jedes Abteil Lautstärke-Regler und Schalter, um Musik- und Unterhaltungssendungen abteilweise für jede gewünsche Zeit unterbrechen zu können. Für die Bedienungen der Sendeanlagen — auch die Uebemahme der Rundfunkprogramme einzelner Sender ist möglich — wurden unter Hunderten von Bewerberinnen 18 charmante und hübsche Sprecherinnen ausgewählt, die überwiegend Schauspielerinnen sind und nun eine neue Existenz „auf Rädern“ finden.
Rund 150 Schauspielerinnen hatten sich gemeldet, und unter den Hunderten Angehörigen anderer Berufe, die den nicht leichten Dienst auf langen Strecken nur zu gern ausgeübt hätten, befand sich auch eine 60jährige, ehemals bekannte Opemsängerin. Man bevorzugte junge, begabte Aspirantinnen mit sicheren und guten Umgangsformen, die vielseitige Aufgaben „beweglich“ lösen können. Neben ihrer von Schallplatten gesendeten Musik holen sie Radio
stationen mit Wettervorhersagen und Nachrichten heran. Sie müssen den Fahrplan im Kopf haben, geben Anschlußzüge bekannt, weisen auf Unterkunftsmöglichkeiten in den Städten hin und machen auf anziehende Punkte der Landschaft links und rechts vom Schienenstrang aufmerksam. Ihre Hauptaufgabe ist es» eine gesunde Verbindung zwischen guter Unterhaltung und neuzeitlicher Werbung herzustpllen. Die Stewardessen, die in zwar einheitlicher, jedoch schicker, öfter wechselnder Kleidung ihren Dienst versehen, verteilen an die Reisenden der RFU-Wagen kleine Broschüren „Reise mit Musik“, die das Schaubild des Zuges enthalten ühd einen unterhaltenden Teil pflegen.
Die Reisefunkunterhaltung in deutschen Zügen gehört zu den modernsten Einrichtungen des Verkehrswesens. Eisenbahnfachleute zahlreicher Länder beschäftigen sich bereits eingehend mit dem RFU-Dienst und weitere wollen mit dem Fahrplan Wechsel die RFU-Züge besteigen und alle Einrichtungen studieren, um sie später zu übernehmen.
Pechvogel reiste
„Ich habe die Nase voll von meiner Urlaubsreise“, erklärte der Schwede Staffem Stens- land von seinem Hotelbett aus. In Hamburg wurden ihm die Koffer gestohlen, in Nizza zog man ihn aus seinem völlig demolierten Wagen. In Paris zogen ihn auf einem Boulevard drei Araber bis aufs Hemd aus.
Kleines Schlafmittel
Eine zwanzigjährige Hausangestellte weigerte sich, eine Stellung als Kindermädchen bei einem Bankdirektor anzunehmen, da die Wohnung keinen Gasanschluß hat. „Ein wenig Leuchtgas erleichtert das Einschlafen der Kinder“, sagte sie naiv. Schwedens Aerzte glauben, die Ursache zahlreicher rätselhafter Gasvergiftungen gefunden zu haben.