Seite 2
SUDKUKIEK
29. Januar 1946
29000 französische Geiseln erschossen
Versuchsabwürfe mit Atombomben
Aul PlottiUe vom 97 Schiffen
Nürnberg . Am vergangenen Donnerstag belaste sieb der französische Ankl&ger Charles Dubost seit den Grausamkeiten der Nazi ln Westeuropa . Es lägen Beweise vor, daß in Frankreich von den Deutschen allein mindestens 29 000 Geiseln erschossen worden seien. Als die deutsche Polizei und die SS an den Geiselerschießungen nicht mehr genug hatten, organisierten sie Strafexpeditionen und brannten ganze Dörfer nieder. Dubost verlas einen Befehl Keitels vom 16. September 1941, worin u. a. gefordert wurde, daß für jeden getöteten deut schen Soldaten 50 bis 100 Kommunisten ihr Leben lassen aaöfiten.
Dubost verlas eine Erklärung der 30iäh- rigen Henriette Dumont aus Lüttich , welche die Folter beschrieb, die sie ausstehen mußte. Nach ihrer Verhaftung am 12. Mai 1940 wurde sie zuerst während !9 Tagen ohne Unterbrechung verhört. Dann sei sie in die Folterkammer gebracht worden, wo die Auspeitschung erfolgte.
Der Anklagevertreter verlas hierauf einen Befehl Hitlers der die Deportierung aller französischen Generäle nach Deutsch land anordnete Dubost hob hervor, daß in einem einzigen französischen Gefängnis 40 000 Franzosen gestorben seien.
Ln der Fxeitagvormittagsitzung kam es
i zwischen dem Präsidenten und dem fran zösischen Ankläger über die Deportierung | der Familie General Girauds zu einer leb- | haften Auseinandersetzung, die zu dem Schluß führte, daß der Fall ent dann behandelt werden soll, wenn Beweisdoku- j mente vorgelegt würden.
I Am Nachmittag setzte der Ankl&ger Dubost seinen Bericht über die deutschen i Grausamkeiten in Frankreich und in den ! übrigen westlichen Staaten fort. Da« Gericht vernahm einen französischen Zeugen, der mit 1200 Leidentgenossen nach dem Konzentrationslager Mauthausen verbracht worden war. 47 britische, amerikanische und holländische Offiziere wurden nach seinen Aussagen- auf viehische Art ermordet. Im I September 1944 stattete Himmler dem Lager | einen Besuch ab. Man bot ihm als Schau- j spiel die Fiisilierung von 80 russischen Of- j fizieren, die einen Nachmittag ausfüllte. Der I Zeuge schilderte, daß von einem Transport | von 700 Menschen 400 völlig nackt bei j größter Kälte den ganzen Tag im Schnee i bleiben mußten. Diejenigen, die nicht er- i froren, wurden totgeschlagen. Der Zeuge ! erklärte, daß in Mauthausen 4000 russische j Soldaten massakriert wurden. Von 10 000 dorthin verschickten Franzosen seien 3000 ' zurückgekehrt
Zentralnachweisamt für Kriegsverluste
Sterbeurknnden auch für
Berlin . Das Zentralnachweisamt für Kriegsverluste und Kriegergräber in Berlin- Charlottenburg 2, Hardenbergstraße 10, untersteht dem Kontrollrat und ist aus arbeitstechnischen Gründen der französischen Gruppe des Kontrollrates angegliedert worden. Es hat jetzt im Auftrag der Bese*- zungsmächte die in Berlin beigesetzten Kriegsopfer der alliierten Nationen festgestellt. Ohne die russischen Kriegstoten, die gezählt werden wurden 3790 Gefallene oder an Verwundungen verstorbene Angehörige von 14 Nationen identifiziert. Zahlenmäßig an der Spitze stehen 1543 Franzosen; es folgen 734 Holländer, 442 Belgier, 282 Polen , 262 Engländer, 218 Amerikaner, 160 Italiener, 52 Ungarn , 27 Letten. 26 Bulgaren . 23 Spanier , 14 Litauer, 4 Schweizer und 3 Luxemburger Weiter sind mehrere hundert ausländische Kriegstote unbekannter Nationalität und Identität ermittelt worden.
Es ist dem Zentralnachweisamt gestattet, neben der Ausführung der Aufträge der Besetzungsmächte, soweit möglich, auch Feststellungen zur Identifizierung von Persönlichkeit und Grabstätte deutscher Gefallener zu treffen. Doch erstrecken sich die Arbeiten des Amtes einstweilen nur auf Berlin und die Provinz Brandenburg . Man hofft jedoch, die seinerzeit von der deut schen Militärregierung angeregte deutsche Kriegsopfer-Kartei aus Meiningen und Saal feld nach Berlin zu bekommen. Die Kartei Ist zu etwa 50 Prozent erhalten. Das Amt beurkundet auch für deutsche Hinterbliebene den Tod deusdier Soldaten, sofern er durch Mitetilungen des militärischen Vorgesetzten oder durch eidesstattliche Erklärungen von Kameraden nachgewiesen werden kann. Auf Grund diese' Beurkundung stellt das zuständige Standesamt (He Sterbeurkunde aus.
Kurzmeldungen
Unter Bezugnahme auf die Potsdamer Erklärung über die „Respektierung der Menschenrechte" hat General MacArthur die japanische Regierung angewiesen, den Ver- 1 kauf junger Mädchen durch ihre Väter an öffentliche Häuser zu verbieten. Diese Art des Mädchenhandels ist auch heute noch ln Japan weit verbreitet.
Der Binnenhafen von Düsseldorf ist wieder völlig instandgesetzt Von den 59 Kränen sind 54 wieder in Betrieb; eine Gesamtstrafe von 65 Kilometern der Elsenbahnanlagen sind ausgebessert.
Auf Ersuchen des Magistrats forscht da* Amt gegenwärtig auch nach Bürgern der Vereinten Nationen , die in Berlin leben oder sich hier aufgehalten haben. Die Nachforschungen müssen Ws 1. Februar 1946 abgeschloseen sein.
Das Deutsche Rote Kreuz
Auflösung in der französischen Zone
Das Amtsblatt des französischen Oberkommandos in Deutschland vom 25. Januar veröffentlicht folgende Verordnung:
Artikel 1. Das Deutsche Rote Kreuz in der Zone Francaise d'Occupation wird aufgelöst Alle mit dem Deutschen Roten Kreuz zusammenhängenden Organisationen haben unverzüglich jegliche Tätigkeit einzustellen.
Artikel 2. Sofort nach der Veröffentlichung dieser Verordnung wird das gesamte Vermögen der Organisation des Deutschen Roten Kreuzes in der Zone Francaise d'Occupation unter Zwangsverwaltung gestellt; gleichzeitig werden ihre Konten abgeschlos- , sen und gesperrt j
Artikel 3 Bis zur eventuellen Neubildung eines Deutschen Roten Kreuzes kann die Verwaltung des bisherigen Vermögens des nunmehr aufgelösten Deutschen Roten Kreuzes durch Verfügung des Administrateur Göneral Adjoint au Commandant en Chef pour le Gouvernement Militalre de la Zöne Francaise d'Occupation zeitweilig anderen Organisationen ähnlicher Betätigung zugewiesen werden. "
Diese Organisationen dürfen keinesfalls eine Veräußerung der Ihnen zur Verwaltung anvertrauten unbeweglichen Güter vor- ! nehmen.
Artikel 4. Vom Inkrafttreten dieser Verordnung an darf niemand mehr sich die Zugehörigkeit zum Deutschen Roten Kreuz zu- . nutze machen oder irgendwelche Abzeichen, ; Passierscheine oder Briefbogen mit offiziellem Deutschen Roten-Kreuz-Kopf ver- j , wenden j
Jede Zuwiderhandlung gegen diese Be- | Stimmungen wird gemäß den geltenden Ge- j setzen strafrechtlich verfolgt. .
Artikel 5. Der Administrateur Gänöral Adjoint pour le Gouvernement Militaire de j la Zöne Francaise d'Occupation wird mit j der Durchführung dieser Verordnung beauftragt. die im Amtsblatt des Französischen Oberkommandos in Deutschland zu veröffentlichen ist.
Washington . In der Senatekommission für die Atombombe gab Admiral Blan- dy Einzelheiten über die Versuche mit Atombombardierungen, die im Mai und Juli auf der Insel Rikini im Marshall-Archi- pel vorgenommen werden sollen, bekannt Pressevertreter würden Gelegenheit erhalten, diesen Versuchen von einem Transportschiff aus, das 6i<h in einer Entfernung von 15 km von der Abwurfstelle aufhalten müsse, beizuwohnen. Ein weiterer Versuch, diesmal unter der Meeresoberfläche, werde 1947 durchgaführt werden. Es ist noch kein Beschluß gefaßt worden inbezug auf die Anwesenheit britischer und kanadischer Vertreter bei diesen Experimenten. Die Kosten dieser Experimente werden auf gegen 100 Millionn Dollar veranschlagt.
Apparate umfassen, wie der zum Chef der amerikanischen Flugwaffe ernannte General Spaatz bekannt gab. General Spaatz unterstrich die Bedeutung der amerikanischen Teilnahme an der „Luftarmee der Vereinten Nationen " und trat für die Vereinheitlichung der Armeedienste in einem einzigen Landesverteidigungsamt ein. Auch schlug er die Schaffung einer Luftwaffenakademie vor, wie sie in Westpoint und Annapolis für die Armee und Marine bereits bestehen.
Beide Kammern des schwedischen Reichstages stimmten der Regierungsvorlage zu, wonach die Uranvorkommen in Schweden unter Staatskontrolle gestellt werden sollen.
Der Oberrabbiner des britischen Empire, Dr. Joseph Hertz, ist in seinem 73. Lebensjahr in London gestorben. Er wurde in der Slowakei geboren und wirkte in den Vereinigten Staaten und Südafrika , be-
N e w y o r k. Die amerikanische Flugwaffe soll im Frieden 400 000 Mann und 6 000 l vor er nach London kam.
Prag Die Tschechoslowakei erhält an | Reparationszahlungen von Deutschland nach j den Feststellungen der Reparationskonferenz von Paris 11 Milliarden Dollars. Die durch die deutsche Besetzung verursachten Schä- ; den in der Tschechoslowakei betragen an ; die 500 Milliarden tschechischen Kronen, i Das konfiszierte Vermögen der Sudeten- j deutschen fällt außerhalb der Reparationen, da es als Vermögen des tschecholowaki- schen Staates gewertet wird.
Eine bayerische Königspartei
M ü n ch • n. Die amerikanische Milhir- regierung gab der Bayrischen Königspaitei die Erlaubnis, sich an den bevorstehenden Wahlen in bayrischen Städten zu beteiligen. Ihre Führer sind Baron von Oppenhe m und Baron von Redwitz. Die Partei fordert eine konstitutionelle Monarchie nach englischem Muster.
Prozeß gegen Neumayer
Wien . In Wien begann der Hochverratsprozeß gegen den früheren österreichischen Finanzminister Dr. Rudolf Neumayer , der seinerzeit Mitglied des von Seyß-In- quart gebildeten österreichischen Kabinette war. Er wird beschuldigt, Hochverrat dadurch begangen zu haben, daß er die Auslieferung Oesterreichs an die Nationalsozialisten geholfen habe vorzubereiten. Auch der ehemalige Bundeskanzler Dr. Kurt von Schuschnigg wird von der Verteidigung als Zeuge zitiert werden.
*
600 Wiener Klrehenglodcen, die von den Nationalsozialisten zum Einschmelzen abtransportiert wurden, wurden in der letzten Minute von der roten Armee beschlagnahmt. Die Glocken werden nun von Marschall Konjew dem Wiener Kardinal In- nitzer übergeben werden.
(Fortsetzung von Seite 1) j
Es gibt für uns nur ein Ziel, und in ihm ! dürfen wir der Zustimmung der Alliierten gewiß sein: unsere Eingliederung in eine größere Völkergemeinschaft, sobald wir uns ihrer fähig erwiesen haben. Aber es gibt auch nur einen Weg dahin: den der unablässigen Arbeit und der unermüdlichen Geduld. Es ist unmöglich, wir sagten das schon in der ersten Ausgabe unserer Zeitung, daß auf den Krieg für uns ein Friedensparadies folge. Es kann nicht sein, und es zu wünschen ist töricht. Wer immer Schuld trage, wo immer Schuld liege — es ändert die Erkenntnis dessen garnichts an der harten Wirklichkeit, die lautet: Es wird uns allen auf lange Zeit hinaus sehr wenig gut gehen und vielleicht sogar recht schlecht. Nur in- dem wir das auf uns nehmen, indem wir • das in unseren Willen aufnehmen, kön- ! nen wir damit fertig werden. Es cribt kein j anderes Verfahren als dieses, zu ihm müssen | wir uns bekennen, darin muß unser erster Mut liegen .
Und wir sprechen nun wieder einmal etwas aus, das keineswegs von allen unseren Lesern gebilligt werden wird. Aber die Aufmerksamen unter ihnen haben erkannt, daß wir weder furchtsam noch blind sind. | daß wir Dinge beim Namen zu nennen für ] notwendig, ja selbstverständlich halten und ; daß wir — unbequem oft und darum, wie j die meisten deutschen Zeitungen, auch von 1 heftigen Angriffen nicht verschont — doch : dastehen für unsere Ueberzeugung welche I die eines abendländisch-europäischen Sozia- i lismus ist, den wir christlich empfinden, ohne I damit anderen Formen des Sozialismus ihre ; Berechtigung zu bestreiten — dastehen für j eine Ueberzeugung, aus der heraus wir 1
schon in sehr frühen Zeiten des werdenden Nationalsozialismus und am Orte seines Werdens gegen ihn in der Oeffentlichkeit arbeiteten, und in der weiter zu arbeiten uns das Vertrauen geschenkt wurde.
Es ist, sagen wir, eine Verkennung der wahren Verhältnisse, wenn man beim Vergleich zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu dem Resultat kommt: die Vergangenheit sei wohl schlimm gewesen, aber die Gegenwart nicht besser; wir haben unseren Lesern ja oft und deutlich genug das wahre Gesicht des „Dritten Reiches " gezeigt. Und es ist auch n i ch t entschdidend. daß wir noch wenig zu essen und viel an die Sieger zu leisten haben. Entsch eidend ist nur eins: daß es einen europäischen Geist der Humanität gibt; daß unsere Besatzungsmacht ein wesentlicher Träger dieses Geistes ist und d?ß dieser Geist jetzt die Möglichkeit hat, sich bei uns zu verwirklichen.
Diese Möglichkeit besaß dieser Geist europäischer Humanität bei uns lange nicht mehr Wie sehr auch vor dem Nationalsozialismus nicht, möge man daraus erinnern. daß nicht einer der drei Hohen- zollern als Kaiser je das Goethehaus im Hirschgraben betrat, so oft sie auch in Frankfurt und im nahen Homburg weilten. (Und daß das Goethehaus in Weimar nicht ein einzigesmal den in sich sah. der sich spä'er zum „Führer der Deutschen " auf- warf, kann uns nur erschüttert in dem bestätigen, was wir wissen.) ,
*
Wir sind also, das sagen wir in aller Fülle der Sorgen, nicht ohne Zuversicht.
„Die Spracne der Steine in Deutschland predigt“ — so sagt der englische Beobachter
Spender — „den Nihilismus." Das ist eine mutige Formulierung aus dem Geiste des Siegers, der die Zerstörung von oben sieht Der Besiegte sieht sie von unten. Er lebt ln ihr. Und ihm predigt die Stimme der Steine nicht den Nihilismus, sondern genau das Gegenteil davon. Der Schweizer Hermann Hesse , der das Deutsche so tief fühlt, weil er deutsch fühlt, hat darauf eindringlich hingewiesen, wenn er von den leidgeprüften und weise gewordenen Menschen sprach, die heute in Deutschland leben. Sollten diese Menschen ein Ohr für die Predigt des Nihilismus aus geborstenen Mauern haben?
Sie hören den viel eindringlicheren Ruf aus der Wüste, die Stimme des Täufers, der den Menschen ein „Metanoeitel“ — Wandelt Euch! — zurief. Sie wissen, daß aus der Niederlage ihres Volkes, die notwendig war, für sie die Verpflichtung zu einem anderen Denken, einem Denken In | der Wahrheit, neu erwächst. Mag diese I Wahrheit noch so hart und schwer für. den einzelnen sein, sie muß ertragen werden Die Wahrheit aber ist: Der Weg für den deutschen Menschen zu einer neuen Ge- k meinschaft mit der Menschheit führt über die Erkenntnis, daß der Aufbau dieser Gemeinschaft aus Trümmern heraus geschehen muß Nicht nur aus den Trümmern von Mauern, sondern aus den Trümmern aller Hoffnungen, Entwürfe. Pläne und — j Träume. Es ist ein Weg ganz von unten.
; und für niemanden Ist er so schwer wie i für die Jungen, die schuldlos mitschuldig | wurden an dem, was es für sie als einzige-'
I greifbar gab.
| Nur dieser Weg ganz von unten heraus führt zurück in eine mögliche menschliche I Gemeinschaft Thn ohne Hilfe von außen : zu gehen, Ist unmöglich,' da, wieder nach ! den Worten jenes Engländers ..weder das Schicksal noch die Hilfsquellen Deutsch lands in deutschen Händen sind". Hilfe von außen kann ebenso wenig ln Mitleid bestehen, wie in Härte allein, sondern nur in - der Einsicht, daß es sich lohnt, „den Deut- : sehen den Pfad gezeigt zu haben, der sie aus Dunkel und Verzweiflung hinaufführt, den Pfad, der sie auch ln die europäische Gemeinschaft leitet".
Lohnt es sich?
Es liegt an uns, diese Frage mit ja beantwortet zu bekommen.
Wir unsererseits haben das Vertrauen, daß anf dem nun heeehrittenen Weg di> Gesundung der Deutschen erreicht werden kann, und haben das Vertrauen, daß wir auf ihm werden weftergehen können, wenn uns neue i Erschütterungen erspart bleiben.
Es summt im Bienenkorb
Der „Bienenstich" (Südkurier Nr. 5 vom 18. 1. 1946) hat verschiedene Zuschriften ausgelöst, die wir an unsere Kollegen von der „Landpost" weitergegeben haben, damit diese sich mit der fachlichen Seite der Angelegenheit beschäftigen können Uns hier interessiert nur die politische, und da wäre zunächst festzustellen, daß wir dem Herrn Bezirksbienenzuchtvereinsvorsitzenden Merkt in Waldsee insofern Unrecht getan haben, als er für den Inhalt und Ton seiner Anzeige nur teilweise verantwortlich ist, da hinter ihm noch ein „Generalinspekteur für Bienenzucht" in der franzfisi- | sehen Zone steht, als welcher Herr Dr. oMl.
! nat. L Armbruster ord Professor in Lindau : zeichnet. Er hat die Freundlichkeit gehabt, j uns unter Verzicht „auf den Dienstweg über i das GMZFO Baden-Baden " eine Anweisung ! zu erteilen, wie man sich bei Bienenstichen zu verhalten habe. Sein Rat, gegen stechende Bienen nicht auszuschlagen, sondern sich still in den Schatten zu stellen, ist zwar bei wirklichen Bienen sicher sehr nütz- , lieh, ist aber kein Ersatz für die von uns erbetene Antwort. Diese Antwort erscheint uns deswegen wichtig, weil im Bienenkorb tatsächliche Beunruhigung herrscht. Wir glauben in der Tat, daß die Imker es sind,
1 die Anspruch darauf haben, nicht kommandiert zu werden, sondern die Vertreter ihrer Interessen in demokratischer Wahl bestimmen zu können.
Konzerte im Stadttheater Konstanz
„WI N T E R R EI S E" | geistiger Werk-Gestaltung stellt. Mag viel-
Kammcrsänger Fritz Harlan, ln Kon- leicht f ü r ein stilkritisch geschultes Ohr die •tanz bereits bekannt, sang Schuberts Bach-Ausdeutung Bruckbaur zu sehr zum Liederzyklus „Die Winterreise '' im voll- Romantisch-Expressiven hinneigen, den unbesetzten Stadttheater vor einem sehr auf- * befangenen Hörer halten die vollendete nahmebereiten Publikum. — Seine Inter - i klangliche Darstellung, der warm auf- pretation dieser ewig schönen Gesänge, die blühende Ton, die rhythmische Kraft dieser
Musikerpersönlichkeit überzeugend im Bann Beethovens Kreutzersonate (A-Dur Op 47) ersteht Im reinsten Kammermusikstil; alles Virtuos-Konzertante wird dem Rein-Musikalischen untergeordnet, wird Bestandteil des Ganzen, der Sonate. Der erste Satz, ln großzügiger Steigerung angelegt; die Variationen aus der Grundstimmung des Themas, oft
Schuberts Liedkunst auf einsamer Höhe zeigen, ist, bei selbstverständlicher Beherrschung alles Technischen, getragen von einer Kraft der Empfindung, die die unterirdisch verborgenen dramatischen Elemente dieser Musik in lyrischen Klang verwandelt.
— Einzelne Lieder hervorzuheben hieße die Geschlossenheit des Ganzen, aus der Harlans Interpretation erwächst, mindern, hieße die Größe und Reife, mit der ein vom Komponisten als Ganzheit empfundener Zyklus
einheitlich dargestellt wird, zerstören. Um tu n a tc n timo
so bedauerlicher, daß mißverstehende Be- lrirSAIrtK UND MUolK
geistemng des Publikums durch Beifall Gerhart Wiesenhütter wurde nach jedem Lied die Stimmung immer zum Leiter des Dresdener Philharmonischen wieder zu zerreißen drohte. Hier würde * Orchesters ernannt Der Leiter der Ber - ein entsprechender Hinweis auf dem : liner Philharmoniker ist Sergius Celibidache Programmzettel erfahrungsgemäß Wunder t F©Ux Lederer und Leopold Ludwig dirigierwirken. Den mit Recht überaus herzlichen i tan in Symphoniekonzerten der Berliner
an freie Improvisation gemahnend, durchgeführt, finden ihre Krönung im Presto- Schiußsatz; dieser wird mit einer rhythmischen Prägnanz geboten, die durch die Biegsamkeit im Agogischen nie den Gedanken an nur Rhythmisch-Motorisches aufkommen läßt. — Am Flügel als geistverwandt mitgestaltender Begleiter- Kurt Neumüller vom Mozarteum, Salzburg , ein Pianist von hohen Graden. — Die in der zweiten Programmhälfte gebotenen „kleinen Stücke" von Debussy und Liszt's „Ungarische Rhapsodie" werden durch die hohe Kultur des Vortrags zu Erlebnissen der musikalischen Impression und Deklamation, die der Sphäre reiner Kunst angehören. — Beifallstürme erzwingen Zugaben und sind Dank für einen Abend von Bedeutung. K. G. Buzengeiger.
Kultur-Nachrichten
SchluBbeifall bedankte Harlan in gebotener Zurückhaltung, trotz vinlar Bitten, nur mit Schuberts „An die Musik"! — Am Klavier wirkte Berti Wittnni mit reifest piani- stischen Können und zupackender gestaltender Kraft, bei feinster Einfühlung, als ungewöhnlich vertiefende Begleiterin.
VIOLIN-MEISTER ABEND
Vor ein äußerst anspruchsvolles Programm ■teilte der Wiener Geiger Professor Franz Bruckbaur die Zuhörer seines Konzertes im Stadttheater Konstanz . Schon die ersten Takte der Bach'schen E-Dur-Solo- eonate zeigten einen Geiger ganz großen Formats, der eine Jeder Schwierigkeit gewachsene Grifftechnik und eine souverän gern einterte Bogentechnik la den Dienst
Städtischen Oper.
Captain John Bitter, Chef der Berliner MusikabteUung der amerikanischen Nachrichtenkontrolle, der bever er Soldat wurde, zusammen mit Leopold Stokowski das allamerikanische Jugendorchester leitete, spielte mit den Berliner Philharmonikern Werke von Samuel Barber , Techaikowski und Sibelius .
Das Lustspiel „Da* lebenslängliche Kind" von Robert Neuner wurde jetzt im Stadttheater Berlin-Friedenau wieder aufgeführt. Der wirkliche Name de« Autors ist ... .Erich Kästner .
Zum Leiter der Opernschule Berlin wurde Prof. Felix Lederer , zum Leiter des Privatmusiklehrerseminar« Prof. Siegfried Borries ernannt
„Der Gärtner von Toulouse", das Drama des in der Emigration gestorbenen Dichters Georg Kaiser , erlebte im Na tionaltheater Mannheim seine deutsche Erstaufführung.
In Moskau begann der Wettbewerb von rund 1000 jungen Musikern, bei dem neue Talente entdeckt werden sollen. Viele heute führende sowjetische Musiker wurden auf cäese Weise bekannt
„Der bunte Würfel" heißt ein neues soeben in München eröffnetes Kabarett unter der künstlerischen Leitung von Robert John , in dem zum erstenmal nach Kriegsende Barnabas v. Geczy, Cläre Waldoff und Georg Lorenz wieder auftreten werden.
Der englische Farbfilm „Heinrich V.“ ein avantgardistisches Werk des Regisseurs Laurence Olivier , wurde in Ham burg ln der Originalfassung aufgeführt.
Renä Clair, der bekannte franzörj sehe Filmregisseur, ha* in Hollywood nen ersten Kriminalfilm gedreht.
Zwei neue F u n k ze i t« ch ri f t e n , „Funkwoche" und „Funkschau" wurden in München zugela
HOCHSCHULEN
An der Heidelberger Universität wurden, wie Major Crum, der zu- | ständige Offizier der amerikanischen Mili- j tärregierung mitteilt ungefähr 50 Prozent ; aller Dozenten auf Grund ihrer politischen - Vergangenheit entlassen In der naturwis- 1 senschaftlidien Fakultät unterrichten noch ; 19 von ehemals 51 Professoren, an der phi- ; losophischen 23 von 49, an der reditswis- I senschaftlidien 9 von 14, an der medizini- 1 sehen 27 von 66 und an der theologischen ' 15 von 21 Professoren.
Synthetisches Penicillin wurde nach dreijährigen Vorarbeiten von einer englisch -amerikanischen Arbeitsgemeinschaft hergestellt. An den Forschungen ist von britischer Seite Professor Chain, einer der diesjährigen Nobelpreisträger, beteiligt.
Penicillin ist auch gegen Maul- und Klauenseuche erfolgreich, wie Professor Scoott-Watson, der Direktor des F-..''‘Utes beim britisch °n Land
wirtschaftsministerium mitteilt. %:% der be- iiCliluoK -Ci* werkranken Kühe wurden ! innerhalb weniger Tage völlig geheilt.
I 216 von 1469 Mitgliedern der in ! der englischen Zone gelegenen Universitä- | ten Köln, Bonn , Münster , Kiel , Hamburg { und dem medizinischen Institut in Düeeel- ! dorf sind auf Grund der politischen Säube- \ rung entlassen worden.
Dr. rer nat. Chuang Hstao-hui, ein junger chinesischer Gelehrter, hat sich für das Fach der Zoologie an der Universi- | tät Freiburg habilitiert. Er soll später das j Zoologische Institut der Sun Yatsen-Univer- | sität Canton (China ) leiten.
1 Vor Aufnahme des Hochichsl- j Studiums müssen auf Anordnung der I Landesverwaltung Sachsen alle Schüler, die nach 1941 das Abitur gemacht haben, sich -'rtch einmal einer Reifeprüfung unterziehen.
Die Standard Oil Company hat
I ein Forschungsinstitut geschaffen, das Untersuchungen über die Verwendung der Atomenergie für industrielle Zwecke anstel
len soll. Der Leiter des neuen Instituts in Linden -New Jersey wird Dr. Karl Cohen , einer der Erfinder der Atombombe, sein.
Prof Dr. Otto Hönlgschmld, M ü n ch e n , der weltbekannte Chemiker, zuletzt Dekan der naturwissenschaftlichen Fakultät, starb im Alter von 67 Jahren. Seine wissenschaftliche Laufbahn führte ihn über Prag , Paris , die Harvard-Universität (USA ) und Wien nach München . Sein Lebenswerk — er war einer der führenden Männer der „Internationalen Atomgewichts- kommission’, deren Berichte auch noch während des Krieges erschienen — wird von den Chemikern aus aller Welt ln Forschung und Technik dauernd benützt. „Sein Tod ist", wie die Göttinger Universitätszeitung mitteilt, „von einer besonderen Tragik ui- wittert; gemeinsam mit (einer Frau schied er freiwillig von dieser ungastlichen Erde”
Professor Dr. Friedrich Oltmanns, einer. Professor der Botanik in Freiburg , ist im Alter von 85 Jahren gestorben
Die sowjetische Akademie der Wissenschaften in Moskau tritt zu einer Sitzung zusammen, um über die letzten Errungenschaften und die zukünftigen Aufgaben der sowjetischen Wissenschaften zu beraten.
In Montrenil bei Paris fand der alljährliche Kongreß der französischen Lehrer vom 27.—29. Dezember statt.
WIEDERAUFBAU
Ein Wettbewerb für den Wiederaufbau des Pforzheimer Gebietes wendet eich an die einheimischen Architekten.
Die Sender Frankfurt , Mün chen und Stuttgart wurden ala „Süddeutscher Rundfunk" zu einer Sendegemeinschaft in der amerikanischen Zone zusammengeschlossen.
Ausdem eingeschmolzenenBlel- satz von Hitlers „Mein Kampf “ wurden die ersten Druckplatten der Mün chener „Süddeutschen Zeitung " hergestellk
jß Je»«
r~~
So
awjetniß Dvisionei et Von keine We
Dann k eiliger a] penger i Printer , d
m“ *“*9 as gedad Dnkalkuli rarbereite rasen, de |«r Imital Chen Wir Isrt habe Ischen W ßs MöglJ islne T tnßlands Wde stör i auf dei usgearbe ingust s eilte. Di Creml, da nd seine Städten bi srquartiei elender hsselschl, Wegsbeul Megegefa ; Mter upe M bis in timeen al heben W rasenden Dieder, d mi Kilte er Lokon tr über; Iran Dier 1« Ruseei H und x ilüg war« Alcksal berstand en dürft« Üt bitten UUe" nai
Der Krii hl* verlc Ddmarsch Krischen mrde da\ »sönlich Ir Fropa r *!k den
Der als Rc bekam franzö: Ist, be liehen
jJader ha x> groß« ‘»•re ist < temzertrt Her Kuli irden in h geholt •tbliche is Natio hr weiß
tanzpfäh!
h man c
jase wag Ithen Bii kanntech hi Recht I zwisch 1 hl Einbrr ■annt, w 6 Ihr G« ' h werde; j I aufgeb ■ b Recht«