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SCDKUK1ER

W/S

22 . Februar 1946

Hochrhein unö Hot?enroalö

Das Feuerlöschwesen im Aufbau Durch den Zusammenbruch Deutschlands wurde auch das Feuerlöschwesen stark in Mitleidenschaft gezogen. In den letzten Mo­naten sind zwar die gröbsten Mängel be- j reite beseitigt worden. Trotzdem ist aber noch eine Fülle von Maßnahmen durchzu­führen, die die Sicherstellung eines ausrei­chenden Feuer- und Katastrophenschutzes zum Gegenstand haben; hierzu gehört vor allem auch die Neuorganisation der Feuer­wehren und der Ausbau der Feuerlösch­einrichtungen. Zur Vorbereitung der not­wendigen Maßnahmen fand in Freiburg ein e Arbeitstagung der Kreis­feuerwehrführer der französischen Zone Badens statt, in deren Verlauf von den Vertretern der Militärregierung und des Badischen Ministeriums des Innern die Richtlinien für den weiteren Ausbau des Feuerlöschwesens dargelegt wurden. Hier­nach ist nicht nur damit zu rechnen, daß der Feuerschutz in .Kürze eine wesentliche Verbesserung erfahren wird, sondern auch daß die Feuerwehren nach den organisato­rischen Umgruppierungen wieder ihre alte Schlagkraft erhalten werden. Als beson­ders erfolgversprechend muß dabei der Um­stand gelten, daß die französischen und

deutschen Dienststellen in enger Zusam­menarbeit dem Feuerlöschwesen jede nur mögliche Förderung zuteil werden lassen.

Keine Freigabe von Wein

Die Dienststellen für Ernährung der fran­ zösischen Besetzungszone in Baden-Baden erinnern die deutsche Bevölkerung daran, daß zur Zeit keine Genehmigung zur Frei­gabe von Wein erteilt werden kann. Dies betrifft auch die Weinhändler. die vor der Besetzung Wein, der augenblicklich bei den Verkäufern blockiert ist, gekauft oder be­zahlt haben. Solche Anträge werden in Zu­kunft nicht mehr bearbeitet und auch nicht mehr angenommen.

Bienenbestand ln Südbaden auf die Hälfte gesunken

An Bienenvölkern verblieben laut Zäh­lung vom 3. 12 194* Südbaden noch 69 234. Die betreffenden Zahlen für das gleiche Gebiet waren am selben Stichtag 1944: 100 690 und 1943: 138 808 Völker. Der Be­stand hat sich also genau auf die Hälfte dessen vermindert, der noch vor zwei Jah­ren vorhanden war. Der Ausfall ist die Folge des Fehlens der Winterlütterung, für die kein Zucker zu beschaffen war.

eilend, traf auch ihn da« feindliche Geschoß. Das Grab des Zweiten liegt in Kurland. Nun kam Kunde, daß auch der Dritte, der Jüngste, bei den Schlußkämpfen südlich Berlin sein Leben zum Opfer bringen mußte Mit ihm haben seine Eltern den letz­ten Sohn verloren.

Bettmaringen. Hier traf die Nachricht ein, daß der 25jährige Alfred Nägele in den Kämpfen um das Dorf Hennickendorf (Lutzenwalde) gefallen ist. Die Familie hat nun ihren zweiten und letzten Sohn im Krieg verloren. Ferner ist Landwirt Eich­horn in einem Gefangenenlager in Frank­ reich im Alter von 40 Jahren gestorben.

Wtrtösehingen. Die Gründungsversamm­lung der Bad. Christl.-sozialen Volkspartei

war die erste Versammlung dieser Art im Kreise Waldshirt. Als Parteivorstand wurde einstimmig Franz Hoferer gewählt.

Untereggingen. Unser im Wutachtal ge­legenes stilles Dorf — durch den 1943 ver­storbenen Heimatdichter Ferdinand Hasen- gratz einer breiteren Oeffentlichkeit be­kannt geworden — blieb von Kriegsschä­den nicht verschont. Zwei Personen büßten das Leben ein. 29 Söhne der Gemeinde sind im letzten Krieg gefallen, während noch 45 vermißt werden oder gefangen sind. Insgesamt waren 127 Bürgersöhne einberufen. Untereggingen zählt jetzt 585 Einwohner, deren Geschicke seit letzten Herbst von Bürgermeister Josef Hauer ge­lenkt werden. Das Standesamt verzeichnete 1945 zehn Geburten, zehn Todesfälle und vier Eheschließungen. Seit Wiederbeginn des Unterrichts werden hier 86 Schüler von einem Lehrer unterrichtet.

Am öcm Kreie Sächingen

Aktuelle Wtrtfchaftefragen

Waldshut . Unsere Betriebe haben seit der Kapitulation schon wieder eine ganz beachtliche Leistungskapazität erreicht, aber nur ein ganz geringer Produktionsteil kommt dem Zivilsektor zugut. '

Alle größeren und kleineren Betriebe im Landkreis Waldshut arbeiten wieder. Die Aluminiumwerke Wutöschingen produzie­ren Koehtöpfe. Ebenfalls Aluminium ver­

weil *die Schäden glücklicherweise geringer sind. Die Zuteilungen an Zement, Gips und Kalk reichen gerade aus, um den baupoli­zeilichen Auflagen zu genügen. Für Repa­raturen von bombenbeschädigten Gebäuden kommen nur sporadische Materialzuteilun­gen in Frage und an Neubauten ist vorerst gar nicht zu denken. Rechnen Sie selbst: Die 81 Gemeinden des Landkreis Waldshut

arbeitende Betriebe sind die Waldshuter ! erhielten pro Zuteilung 60 Sack Zement;

pro Gemeinde also nicht einmal ein Sack. Was damit in einer Gemeinde zu bauen ist, läßt sich selbst leicht errechnen. Aber qe- rade das Bauwesen muß sich wieder er­neut auf Zement. Kalk und Gips einstellen — soll nicht durch weiteren Raubbau an unseren Wäldern schwerster Schaden am deutschen Forst entstehen.

Neue Brunnen für die Kaiserstraße w. Wie bereits im Südkurier gemeldet worden ist, hat sich der Gemeinderat ent­schlossen, Waldshuts Hauptstraße durch Er­richtung neuer Brunnen zu schmücken. Der eine wird vor das Rathaus zu stehen kom­men, der andere vor den „Rebstock". Beide Brunnen werden legendäre Figuren aus der Waldshuter Geschichte darstellen. Auf dem Rathausbrunnen wird sich das „Waldshuter- männchen" postieren, beim „Rebstock" da­gegen können wir den „Chilbibock" mit sei­nem Junggesellen begrüßen. Der Entwurf zu letzterem Brunnen stammt aus dem Atelier der Bildhauerin Guta von Freydorf, Sproß einer alten Waldshuter Familie. Auch der kommende Brunnen am Viehmarkt, der al­lerdings noch auf sich warten läßt, wurde ihrem Können anvertraut. So verschönern einheimische Künstler unsere Kleinstadt als Dank für gastliche Aufnahme in schlimmen Zeiten der Not.

Tiengen . Das Standesamt vermerkte im Januar 1946: Sechs Geburten (davon zwei

Firmen Mann und Scharpf. Wenn Erstere noch Textilmaschinenbestandteile, wie vor dem Kriege, nebenbei herstellt, hat sich die andere auf den Apparatebau konzentriert.

An Textilverarbeitenden und erzeugenden Fabriken haben wir: Seidenstoffabrik Geß- ner, Waldshut ; Weberei Honegger, Tien­ gen ; Zwirnerei Steinweg, Stühlingen . Mö­bel und Stühle werden von den Schreine­reien Stoll in Waldshut und Heizmann in Uehlingen auf „den Markt" gebracht. Die Papierfabrik Albbruck hat auch die Pfor­ten wieder geöffnet und erzeugt Papiere aller Qualitäten. Nicht zu vergessen sind die wieder rauchenden Schornsteine der Lonza -Werke in Waldshut , die neben dem so wertvollen Stickstoff auch Karbid, Para­benzin, Aceton und Essigessenz fabrizieren.

Welches sind nun die wesentlichsten Ur­sachen die einer erhöhten Produktion für den zivilen Sektor entgegenstehen? Die Gründe sind mannigfaltig. Augenblicklich dominieren Kohle- und Rohstoffmangel Aber selbst wenn diese Mängel nicht wären und Ware erzeugt werden könnte, würde eine weitere Schwierigkeit deren Verteilung verhindern: Das Transportpro­blem. Wir können es ruhiq als den zur Zeit schwächsten Baustein im badischen Wirtschaftsgebäude bezeichnen. Nicht nur Wagen fehlen — auch Reifen und Benzin.

Die Reifenkalamität hat ihren Höhepunkt noch nicht überschritten. Viele Wagen

laufen ohne Ersatzräder. Dasselbe düstere , . . „ ,„ , ... .

Bild bietet die Treibstoffzuteilung. Sind 1 m Tiengen ), zwei Eheschließungen und fünf

„Der Strom“ in Rheinfelden

Mit Max Halbes Drama „DerSt r om“ machte die Oberrheinische Städtebühne den ersten Schritt zur ernsten Kunst. Die dü­stere Schwere, die über dem mehr intellek­tuell als allgemeinmenschlich ergreifenden Drama der Jahrhunderte liegt, drückte of­fensichtlich auch etwas auf die Intensität und die innere Beschwingtheit der Auffüh­rung, die erst gegen den Schluß hin, wirk­lich packend wurde Oder — —, sollte man die Schuld beim Publikum suchen müssen, das zwar erfreulich zahlreich der Auffor­derung zu ernster dramatischer Erschütte­rung gefolgt war, sich aber so benahm, als ob die echten Ausbrüche ernster See­lenqual und Verzweiflung auf derselben Ebene lägen, wie die Situationskomik, Geistreicheleien oder die Seelen- oder Lei­besakrobatik in belanglosen Lustspielen oder Variete. Dies Armutszeugnis, das sich das Publikum in seinem völlig verständnis­losen, geradezu albernen Verhalten aus­stellte, kann den Schauspielern Lust und Mut zur echten künstlerischen Bemühung nehmen In Anbetracht dieser Belastung muß man die Gesamtleistung anerkennend würdigen. Die Damen Boccay, Estlinbaum und Scheib holten aus ihren schwierigen und wenig dankbaren Rollen möglichst viel j heraus. Gerhard Frei’s Charakterstudie j eines biederen ostpreußischen Knechtes j war wieder die beste schauspielerische Lei- i stung des Abends, aber auch Walter Klose | brachte den stets gedrückten, um Alles ge- l brachten und schließlich völlig verzweifel- ; ten, ins Verbrechen gestoßenen jüngsten . Sohn des ostpreüßischen Bauernhofes le- bens- und wirkungsvoll zur Darstellung,

noch vor wenigen Monaten dem Land­kreis Waldshut 7500 i Benzin zugeteilt wor­den, so hat sich dieses Kontingent inzwi­schen auf 2800 1 pro Monat reduziert und ob ein weiteres Absinken abqestoppt werden kann, steht keineswegs fest. Das badische Oberland verfügt weder über kunstgummierzeugende Industrie noch Pe­troleumraffinerien. Nur Lieferungen aus der amerikanischen Zone können uns augen­blicklich helfen. Nur eine Lockerung des Zwischenzonenverkehrs befreit uns aus die­ser wirtschaftlichen Isolierung und bringt uns die so notwendige Hilfe. Es wird Auf­gabe der inzwischen eingesetzten deutschen Fachkommission sein, die französischen Spitzenbehörden davon zu überzeugen, daß nur eine vermehrte Einfuhr von notwendig beanspruchten Waren ein'e Wiedererlah­mung der gut angelaufenen Produktion vermeiden kann.

Etwas erfreulicher ist die Lage im Bau­sektor. Zwar nicht etwa deshalb, weil mehr Material zur Verfügung steht — sondern

Eine Schroarzroälöer Krippenaueftellung

Letzte Woche fand in Offenburg eine Ausstellung Schwarzwälder Krippenkunst statt, die, wie der zahlreiche Besuch bewies, lebhaftes Interesse fand. Die vielseitigen Möglichkeiten, das Weihnachtserlebnis aus der Tiefe des deutschen Gemütes im Rah­men der heimatlichen Landschaft zu gestal­ten, wurden in 32, z. T. künstlerisch ganz ausgezeichneten Darstellungen gezeigt. In offenen Krippen und den mit der Technik des Bühnenbildners geschaffenen Rahmen­krippen waren die Künstler unerschöpflich in der Variation des Themas. Für Anfänger zeigte Pfarrer Göppert aus Urioffen, ein Kenner und Fachmann auf diesem Gebiet, der am Zustandekommen der Ausstellung wesentlichen Anteil hatte,, wie auch künst­lerische Papierfiguren nach Bachlechner z. B. sehr gut in die aus Wurzelstöcken oder Grotten gebaute Landschaft eingefügt wer­den können. Natürlich sind das Ideal die künstlerisch sehr ausdrucksvollen Münche­ner-, Oberammergauer - oder Grödnertalfi- guren, die besonders für die Rahmenkrip­pen, wo allein die Personengruppe beleuch­tet ist, Bedingung sind. Besondere Beach­tung fand eine farbenprächtige Gruppe Zi- zenhausener Tonfiguren aus der Zeit um 1800, den Kindermord in Bethlehem und die Flucht nach Aegypten darstellend. Histo­risch ebenso interessant war die große Schwarzwaldlandschaft der Villinger Krip­pe mit der Ruine Waldau, deren Figuren in der Tracht der Entstehenszeit um 1700 mit Tuch bekleidet s ; mi

Saatgut und Düngemittel Freiburg L Br. Die Bürgermeister des Landkreises Freiburg i. B. tagten unter dem Vorsitz von Landrat Dr Pfister. Aus der Tagesordnung interessierte besonders das Referat von Bürgermeister Schill-Merzhausen über die Ernährungslage des Kreises. Es ergab sich daraus und aus der angeregten Debatte, daß die Bauern sehr wohl bereit sind, das Nötige zu tun und die schwierige Lage durchaus nicht verkennen, daß aber alle Bemühungen nicht zum gewünschten Erfolg führen können, wenn z. B. das Saat­gut oder die Düngemittel nicht qestellt werden.

*

Zum Chefarzt der wiedererrichteten Ab­teilung für Geburtshilfe und Frauenarbei­ten des Städt. Krankenhauses Karlsruhe wurde Dozent Dr. med. Hans Roemer be­rufen, der bisher an der Universitätsfrauen­klinik in Gießen tätig war.'

Die Technische Hochschule Karls­ruhe teilt mit, daß vollgültige Reifezeug­nisse bis zum Jahre 1945 zum Aufnahme­gesuch in das Vorsemester oder das erste Semester berechtigen. Besitzer von Reife­vermerken auch aus den Jahren 1945 und 1944 können sich, zum Studium anmelden, werden aber im Falle ihrer Aufnahme im allgemeinen auf das Vorsemester verwie­sen. Das Sekretariat der Technischen Hoch­schule hat über die Aufnahme ein Merk­blatt herausgegeben.

Der m Heidelberg im Ruhestand le­bende frühere demokratische badischeLand- tagsabgeordnete, Landgerichtsdirektor Dr. Wolfhard, konnte seinen 70. Geburtstag be­gehen. Er war lange Jahre erster Vorsitzen­der des demokratischen Ortsvereins Mann­ heim und gehörte auch dort dem Bürger­ausschuß an.

Der Gründer der freien Angestell­tenbewegung in Baden , Otto Schnei­der, der von 1910—1933 Gauverbandsleiter des Zentralverbandes der Angestellten war, beging seinen 70. Geburtstag. Er leitet jetzt die Schwarzwaldmotive der Offenburger i ehrenamtlich die neue Gewerkschaft deT Gruschke und Kramer. Bildhauer Valentin | Angestellten.

Todesfälle. Der Forstmeister a. D. Karl Friedrich Ernst aus Wiesbaden , der seit Herbst vergangenen Jahres bei Verwandten hier wohnte und viele Jahre als trefflicher Heger des Waldes in hessischen Diensten stand, fand auf unserem Friedhof die letzte Ruhestätte. Er erreichte ein Alter von 71 Jahren. Ebenfalls verschied der. 78jährige Obersekretär a. D. W. Waldvogel aus Dü­ ren (Rheinland ), dem Tiengen Wahlheimat geworden war. Ueber 40 Jahre hat er dem Gaswerk seiner Heimatstadt treue Dienste geleistet. Weiter verschieden die Frau des Schlossermeisters Boll, Lydia, geb. Rüd, 36 Jahre und Elektrotechniker A. J. Köhler, 33 Jahre alt.

Bettmaringen. Hier spricht man von dem Schicksal dreier Freunde. Verschieden im Alter, gleich im Charakter. Von Beruf Kaufmann, Schmied, Landwirt. Alle drei aufrechte Gegner des Naziregimes. Nach­einander kamen die Freunde aufs Schlacht­feld. Der Erste fiel im Norden Rußlands . Einem verwundeten Kameraden zu Hilfe

während die beiden anderen Brüder, von Walter Schenkel und Erich Holznagel ge­spielt, etwas blaß blieben. Des letzteren Regie ließ dagegen die östliche Umwelt in Bühnenbild und Auffassung gut vor uns er­stehen.

Rheinfelden . Nachdem in letzter Zeit zweimal in der Molkerei Nollingen ein­gebrochen wurde, wobei Butter und Käse entwendet wurden, erfolgte bei der Bäcke­rei Phililipp ein neuer Einbruch; es wurden Lebensmittel in beträchtlichem Umfang ent­wendet. — Die öffentlichen und privaten Arbeigeber sind verpflichtet, die entlasse­nen Angestellten und Beamten dem Ar­beitsamt zu melden. — Es herrscht Unklar­heit, ob es entlassenen Kriegsgefangenen (Geschäftsinhabern) erlaubt ist, ihren Be­trieb wieder zu öffnen. Dazu erfahren wir: Vom Standpunkt der deutschen und auch der französischen Gesetzgebung steht dem nichts im Wege. Der entlassene Kriegs­gefangene (Geschäftsinhaber) hat lediglich der Behörde (Bürgermeisteramt. Handels­oder Handwerkskammer) zu verständigen, daß er seinen Betrieb wieder eröffnet hat. — Die Volksschule sah sich aus Kohlen­knappheit veranlaßt, Unterricht nur noch an zwei Wochentagen zu halten.

Ein Fasnachts-Brauch von 1611

Laufenburg/Baden. Erstmals seit 6 Jah­ren erdröhnte in der Frühe und am Abend des ersten feißen Donnstin in den beiden atlten Narrenstädtchen hüben und drüben des Rheines die traditionelle Tschätter- musik nach dem von alters her bekannten Rhythmus: „D'MülIeri hät si hät, d'Mül- leri hät si hät" usw. Unserseits war es die

llmfchau im baöifchen Lanö

Von den offenen Krippen seien besonders die Oberkircher wegen ihres modernen Motivs „Skifahrer an der Krippe" erwähnt, ferner die Krippen aus Nußbach', der natür­liche „Wälderstall" aus Oberwolfach und

aus Offenburg zeigte vollendete Kunst­werke aus Holz geschnitzt in den verschie­densten Größen und Kompositionen mit äußerst realistischen Figuren wie z. B. die große Krippe aus Kenzingen , die Weih­nachtsgruppe aus Nußbach und die impo­sante Sasbacher Krippe.

Von den ungemein stimmungsvollen und künstlerisch zu immer neuen Gestaltungen drängenden Rahmenkrippen, um deren Ver­breitung der Offenburger Hotelier K. O. Schimpf große Verdienste hat, seien dessen eigene Hirtenkrippe mit Ausblick in eine Schwarzwälder Schneelandschaft erwähnt und die ganz den heimatlichen Charakter wahrenden Krippen von M. Scheller aus Schrambenq, Marte-Sdiramberq und des Offenburger Vollmer.

Die Schau zeigte, daß trotz der letzten 12 Jahre, in denen bewußt alle christlichen Gemütswerte unterdrückt wurden, das gläubige Volk Oberbadens und des Schwarz­waldes religiöse Innigkeit sich bewahrte und getreu dem Beispiel der Vorfahren auch die Jugend nach bildhafter Gestaltung ihres gläubigen Erlebens in der heimatlichen Krippenkunst sucht. An Vorbildern und Anregungen hat es in dieser Ausstellung nicht gefehlt. cf.

In Unterprechtal (Ortsteil Gustlet) konnte der Landwirt Georg Herr den 100. Geburts­tag begehen.

Vor 50 Jahren, mitte Februar 1896, ist die Bahnstrecke Müllheim—Badenweiler eröff­net worden.

Der bisherige Grenzbahnhof Ba- s e 1 mit den auf schweizer Gebiet liegen­den exterritorialen Eisenbahnstellen wurde nach einem Beschluß des Schweizerischen Bundesrate« in die treuhänderische Verwal­tung der Schweiz übernommen. Das deut­ sche Eisenbahnverkehrsamt BaseL ist aus diesem Grunde nach Offenburg verlegt worden.

Die Kunsthalle Basel will eine Aus­stellung solcher süddeutschen Künstler von Rang veranstalten, von denen ein­wandfrei erwiesen werden kann, daß sie im „Dritten Reich " durch die nationalso­zialistische Kunstpolitik zu leiden gehabt haben, aber trotzdem ihren eigenen Weg gegangen sind. Nähere Mitteilungen sind bei Dr. K. Martin. Karlsruhe , Staatliche Kunsthalle , einzuziehen.

Im Frühjahr dieses Jahres wird Baden- Baden wieder ein eigenes Theater haben. Schriftsteller Paul van der Hurk ist von der

Bäder- und Kurverwaltung Baden-Baden zum Intendanten der Kurhausbühne und des „Kleinen Theaters" berufen worden. Schon in einigen Wochen wird mit den Proben be­gonnen werden.

In Rastatt hat die Sammlung für die Ost­flüchtlinge einen Gesamtbetrag von rund 29 000 Mark ergeben.

Raubmord auf offener Landstraße

Schönberg (Kreis Lahr ). An der Ludwig­straße, der Landstraße, die Biberach mit Lahr und seinen Vororten verbindet, wurde am Donnerstag, 14. Februar, zwischen 19 und 20 Uhr der 56 Jahre alte Hausierer Franz Kaiser aus Reichenbach von bisher unbekannten Tätern erschlagen und seiner Koffer, seiner Aktentasche und seines Rucksackes beraubt. Kaiser, der vorwiegend mit Stoffen, Kurz-, Weiß- und Wollwaren handelte, war auf den Dörfern des Land­kreises Lahr und des Kinzigtales eine seit vielen Jahren gutbekannte Erscheinung.

Jungmannschaft, die mit allen möglichen Instrumenten versehen den Auftakt gab, während schweizerseits die Narro - Alt­fischerzunft in ihren bunten, schuppen- förmig übereinander liegenden Plätzlihäs mit etwa 15 Trommlern und großem Troß durch die Gassen zog und mit ihr viel Volk. Auf beiden Seiten hat dieser uralte Brauch, der schon im Jahre 1611 in einer alten Notiz als Hafenklopfen benamset wurde, die Bevölkerung aus den Häusern auf die Gassen gelockt. Anschließend versammelte sich die Narro-AItfischerzunft zum Haupt­bott in der Zunftstube zum Meerfräulein in der „Mehreren Stadt", wozu auch die Nar- ronen der „Minderen Stadt" Einladung er* halten hatten und daran" teilnehmen konn­ten. Bekanntlich bilden die Narronen der beiden Schwesterstädte eine Zunft: „Die Narro-AItfischerzunft Laufenburg " Die freundnachbarlichen Beziehungen, die in der Narro-AItfischerzunft von jeher gehegt und gepflegt wurden und nur durch die Kriegsjahre unterbrochen waren, haben durch dieses erste Nachkriegstreffen neuen Impuls erhalten. Dank gebührt den Schwei­ zer Zunftbrüdern für die gastfreundliche Aufnahme.

St, Blasien. Die christlich-soziale Volks­partei (CDU ) begann kürzlich mit einer ersten öffentlichen Kundgebung im vollbe­setzten Kursaal ihre politische Arbeit. Pro­fessor Dr. Fleig aus Freiburg führte nach einleitenden Worten des Vorsitzenden die aufmerksam folgenden Zuhörer »von der Gründung der Partei über das schwierige Enährungsproblem und die Arbeitsfrage zu den aus dem völligen Zusammenbuch her­ausführenden politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Programmpunkten der Par­tei. Dem Kommunismus, Liberalismus und Militarismus, stellte er die Fundamente für den Wiederaufbau gegenüber: ein echt demokratisches Staatswesen, eine nach so­zialen Gesichtspunkten ausgerichtete Wirt­schaft, und die für Volk und Staat unent­behrlichen Grundsätze des Christentums. Mit eindringlichen Worten warnte der Red­ner vor der politischen Resignation und Gleichgültigkeit. Die mit großer Zustim­mung jufgenommenen Ausführungen hinter­ließen einen nachhaltigen Eindruck.

Kleine Sportnachrichten

Schöne Handballspiele

Lörrach schlägt Brombach im Rückspiel 15:8

Lörrach II von Brombachs Reserve 7:3 besiegt

Wer das gute Spiel der beiden Mannschaften vor 14 Tagen gesehen hatte und — auch bei An­legung eines strengen Maßstabes — mit den Lei­stungen zufrieden war, der wird es erst recht beim Rückspiel am letzten Sonntag gewesen sein, denn dieses Treffen stand auf einer sehr beacht­lichen Stufe Diesmal brauchten die Lörracher Anhänger kaum einmal um den Sieg „ihrer" Mannschaft bangen, denn die Elf kam schon in der ersten Spielhälfte zu einer nie zu gefährden­den Führung, Die unterlegene Mannschaft hat sich tapfer gewehrt. Sie war gewiß nicht 7 Tore schlechter. Die Lörracher Elf -— diesmal sogar ohne Wagner — bot eine bessere Leistung als vor zwei Wochen. — Das Spiel der zweiten Mannschaften stand im Zeichen der Überlegen­heit der Brombacher, deren junge Mannschaft einen geschlosseneren Eindruck machte.

FrQhjahrswaldläufe in Lörrach !

Alle aktiven Sportler des Kreises Lörrach wer­den darauf hingewiesen, daß am 31. März 1946 in Lörrach die Friihjahrswaldläufe stattfinden. Damit den interessierten Sportlern eine mög­lichst ausreichende Vorbereitungszeit bleibt, wer­den heute schon die Ausschreibungen bekannt­gegeben. Näheres, wie Meldetermin usw„ wird in Kürzer veröffentlicht werden. Zur Austragung kommen folgende Laufstrecken: 3000 Meter für Aktive (Hauptlauf) 1. 1. 1914 bis 31. 3. 25; 3000 Meter für Altersklasse Jahrgang 1913 und älter; 3000 Meter für Junioren 1. 4. 1925 bis 31. 3. 1928; 1000 Meter für Männer (Sonder­klasse) Jahrgang 1928 und älter; 1000 Meter für Jugendliche Klasse A 1. 4. 1928 bis 31. 3. 1930; 1000 Meter für Jugendliche Klasse B 1. 4. 1930 bis 31. 3. 1932; 800 Meter für Frauen allgem. Klasse Jahrgang 1925 und älter; 800 Meter für Mädchen Jahrgang 1926 bis 1930.

Vom ßoOcnlcc zum Schmarzmalö

Die in Konstanz lebende Schriftstel­lerin Frau Margarete von Gotsdiall voll­endete dieser Tage ihr 75. Lebensjahr. — Vom Einfachen Militärgericht in Kon­ stanz wurde ein 35jähriger Angestellter wegen falscher Angaben in seinem Frage­bogen zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten und zu 500 Mark Geldstrafe ver­urteilt. Wegen desselben Deliktes erhielt ein 38jähriger Tischlermeister aus Kon­ stanz ein Jahr Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe. Beiden Angeklagten wurd e eine Bewährungsfrist von fünf Jahren zugebil­ligt.

In Ueberlingen wurden eine Frau und deren achtjähriger Sohn mit einer schweren Kohlenoxydgasvergiftung aufge­funden. Der Arzt konnte nur noch den Tod des Knaben feststellen. Die Mutter liegt im Krankenhaus lebensgefährlich darnieder. — Regierungsrat Dr. Heimle, dem die Lei­tung der Finanzverwaltung Konstanz über­tragen wurde, hat aus Gesundheitsrück­sichten seinen Rücktritt vom Amt des Bür­germeisters der Stadt Meersburg er­klärt. Zum kommissarischen Bürgermeister ist nunmehr Dr. Otto Ehinger ernannt wor­den.

In Winterspüren wurde in einer Nacht in fünf verschiedenen Bauernhäusern eingebrochen und vor allem Rauchfleisch und Wäsche gestohlen. Als Täter konnten Polen ermittelt werden. In Wahlwies wurden während der letzten zwei Wochen fünf Brandstiftungen an Scheunen, Werk­stätten, Hausanbauten usw. verübt. Da zur gleichen Zeit aus anderen Teilen de« Dorfes Einbrüche gemeldet wurden, liegt die Vermutung nahe, daß die Brände als Ablenkungsmanöver inszeniert wurden — In Stetten a. k. M. 6ind am Tage vor ihrer Ablieferung zwei Pferde gestohlen worden. Die beiden Reiter kamen aber nicht weit mit ihrem Raub und werden sich nun vor dem Militärgericht zu verantwor­ten haben..

Bürgermeister Heinkele, der zugleich Di­rektor des Ueberlandwerkes Tuttlingen ist, hat sein Rücktrittsgesuch als Bürgermeister dar Stadt Tuttlingen eingereicht.

Justizoberinspektor Josef Spiegelhalder ig V i 11 i n g e n wurde zum Personalchef

der mittleren Justizbeamten von Baden er­nannt. — In einem Haus in V i 11 i n g e n wurde dieser Tage ein etwa zwei Wochen altes Kind aufgefunden. — Eine Witwe in Vöhrenbäch, deren Mann vor vier Jahren als gefallen gemeldet wurde, erhielt wenige Tage vor ihrer Wiederverheiratung die Nachricht, daß sich ihr Gatte in russi­scher Gefangenschaft befindet.

In S ch a ch e n kam beim Holzfällen ein Arbeiter unter den stürzenden Baum zu liegen und brach sich beide Oberschenkel. Im Krankenhaus ist er nach kurzer Zeit ge­storben. — Das kantonale Kriegsfürsorge­amt in St. Gallen hat der Stadt Lindau au* dem Hilfswerk für Deutschland Medika­mente für die Krankenhäuser und Lebens­mittel für schwächliche Kinder und er­schöpfte Rückwanderer zur Verfügung ge­stellt. — Unter dem Decknamen „Evakuier- tengut" wurden von Kempten aus große Schiebungen von Lebensmitteln, Rauchwa­ren und Gebrauchsartikeln nach dem Rhein­ land ’ausgeführt. Kürzlich gelang es nun einen Lastzug mit solchen auf dem schwar­zen Markt erworbenen Waren sicherzustel­len. Einer der Hauptbeteiligten an diesen Großschiebungen, ein Fabrikant aus Kemp­ ten , ging flüchtig, konnte aber schon am nächsten Tage festgenommen werden. Mehrere der Mitbeteiligten sind ebenfalls verhaftet worden. Ein Teil der Waren soll aus fingierten Einbrüchen in Molkerei- und Lebensmittellagern herrühren. — Ein 35 Jahre alter Fuhrunternehmer aus dem Kreis Lindau und ein 45 Jahre alter Mann aus Augsburg konnten auf aller­hand dunkeln Wegen sieh große Mengen Käse und Butter verschaffen. Butter und Käse wurden zu hohen Wucherpreisen im Schwarzhandel an Geschäfte und Privatper­sonen verkauft. Das Militärgericht in Augs­ burg verurteilte den Fuhrunternehmer mit 10 Jahren Gefängnis und 30 000 Mark Geldstrafe, den Mitangeklagten zu 3 Jahren Gefängnis und 10 000 Mark Geldstrafe. — In einer Käserei im Kreis Wangen wur­den zur Nachtzeit 3' ’• Zentner Käse und fünf Kilo Butter gestohlen, einem Landwirt ebenfalls im Kreis Wangen , ein Zentner Mehl der zum Brotbacken zurechtgestellt