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Arbeitsplätze für Kriegsbeschädigte

Berufsberatung, Umschulung, Arbeitsvermittlung

Das Badische Arbeitsministerium teilt . mit:

Durch eine demnächst zur Veröffent­lichung gelangende Verordnung des Badi­schen Arbeitsministeriums wird die Ar­beit«- und Berufsfürsorge für die Schwer­beschädigten dem Landesarbeitsamt und den Arbeitsämtern übertragen. Die Haupt­fürsorgestelle und die Fürsorgestellen werden sich künftig mit diesem Aufgaben­gebiet nicht mehr befassen, der Hauptfür- eorgestelle und den Fürsorgestellen ob­liegt dagegen noch die soziale Fürsorge der Schwerbeschädigten. Zu diesem Per­nonenkreis gehören die Schwerbeschädigten des Weltkrieges 1914/18, die Schwerunfall­verletzten, die Versehrten des letzten Krie­ge« und die durch Kriegseinwirkung schwer­beschädigten Zivilpersonen. Die Arbeits - uod Berufsfürsorge erstreckt sich insbeson­dere auf die Arbeitsvermittlung und Berufs­beratung, die Ein- oder Umschulung der Schwerbeschädigten in Einzelausbildung oder in Lehrgängen. Das Landesarbeitsamt und die Arbeitsämter stehen allen Schwer­beschädigten bei der Wiedereinreihung in den Arbeitsprozeß beratend und helfend zur Seite. Sie werden diese Aufgabe, wie dies bisher schon die Hauptfürsorge und die Fürsoirge6teUen getan haben, als eine ihrer vordringlichsten Pflichten betrachten. Sie sind sich hierbei jedoch darüber im klaren, daß durch den Zusammenbruch des Staates und der Wirtschaft noch größere Schwierig­keiten als früher zu überwinden sein wer­den: doch fct zu hoffen, daß mit dem fort­schreitenden Wiederaufbau des Landes und der Wirschaft auch diese Aufgabe von einem ■ächtbaren Erfolg begleitet sein wird.

Arbeitsstudien-Ingenieur Dr. h. c. Hans Landwerlin schreibt dem „Südkurier" dazu folgendes:

Eine der größten Zukunftsaufgaben der Arbeitsämter wird die Unterbringung unse­rer Kriegsbeschädigten — entsprechend ihren Kenntnissen und Fähigkeiten — im Wirtschaftsleben sein. Daraus ergibt sich, daß die Arbeitsplätze für unsere Kriegsbeschä­digten 60 gestaltet werden müssen, daß von vornherein günstigste körperliche Arbeits­bedingungen geschaffen werden. Denn che Tatsache, daß die menschliche Arbeit eine ganzheitliche Lebensäußemng ist, bat für die betriebliche Arbeitsgestaltung bedeutsame Folgen. Nach den Erfahrungen der Arbeits- Wissenschaft ist es von Bedeutung, die vor­handenen Arbeitsbedingungen mit der per­sönlichen Eignung des betreffenden Kriegs­beschädigten in Einklang zu bringen. Sehr viele Menschen geraten aus den verschieden­sten Gründen an Berufe oder Tätigkeiten, die mit ihren Anlagen in Widerspruch ste­hen. Sie arbeiten wohl mit dem besten Willen, stoßen aber tagtäglich auf die Er­fahrung ihres unangepaßten Könnens. Sie «ehen meist die eigentliche Ursache — die mangelnde Eignung — nicht, sondern nuT den Mißerfolg trotz vielleicht übermäßiger Anstrengung, daraus folgt über kurz oder lang zwingend tiefgehende Verstimmung,

Unlust usw., lauter Zustände, die da« Ge­fühl hochgradiger Müdigkeit bedeuten. Wenn also nach der Arbedtszuweisung kein Uebungs-, sondern ein Anlagemangel vot- liegt, gehört der betreffende an einen an­deren Arbeitsplatz, dessen Aufgaben ihm — unter Berücksichtigung seiner Körperbehin- derung — besser liegen. Wenn irgend mög­lich, sollte der notwendige AirbeitsWechsel nicht ohne den Rat eines Arbedtspsycholo- gen vorgenommen werden.

Von besonderer Bedeutung sind die Be­triebsmittel, weil die Beschaffenheit, di« Anordnung und das Zusammenarbeiten der Betriebsmittel auf die Arbeitszeit unmittel­baren Einfluß haben. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, im einzelnen auf die Betriebsmittel selbst ednzugehen, da deren Verschiedenartigkeit in Abhängigkeit von der Fertigung überaus groß ist. Nur sei dar­auf hingewiesen, daß ein Betriebsmittel,, das fÜT die Herstellung eines bestimmten Erzeugnisses unzweckmäßig erscheint, bei einem anderen unter Umständen durchaus wirtschaftlich und zweckdienlich sein kann. Daß die psychologische Werkzeuggestaltung und Bedienung ebenso eine erhebliche Rolle spielt, soll nicht unerwähnt bleiben.

Es gilt gleichermaßen für den gesamten Arbeitsablauf in der Werkstatt wie für die Teilarbeit am einzelnen Arbeitsplatz, daß sie ihre Bestform nur erreichen können durch sannvoll gegliederten Gesamtaiufbau und harmonisches Zusammenspiel aller die lebendige Arbeit irgendwie berührenden | Faktoren und Einflüsse, niemals dagegen durch ein Herumkurieren an vermeintlichen „Elementen", die es in der organdsch-psycho- logischeu Welt des Menschen in Wirklichkeit gar nicht gibt. Durch die Arbeitsplatzgestal­tung werden Mittel und Wege gefunden, — wie man durch kleinere geschickte Ver­besserungen ohne große Kosten einen ge­eigneten Arbeitsplatz für den Kriegsbeschä­digten herrichtet, daß trotzdem eine feste und klare Ordnung den Arbeitsablauf be­herrscht, der Betrieb also nicht in seiner Lei­stungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt wird. Ich möchte daher ausdrücklich darauf hinweisen, daß letzten Endes jede Bestge­staltung in der Werkstatt Stückwerk bleibt, wenn die Gesamtorganisation des Betriebes verworren, die Atmosphäre frostig und der Umgangston unpersönlich oder schroff, die Geschäftsieitung schwankend oder unsicht­bar ist. Dagegen wirkt es sich bis in den letzten Teilvorgang au6, wenn der Schaf­fende fühlt, daß ehrliches Interesse an sei­ner Person, seiner Arbeit, daß Sorge für Sicherheit und angemessene Entlohnung, also echte Arbeitsgemeinschaft, die Gesin­nung ist, von der aus jede Binzeimaßnahme der Untersuchung und Umgestaltung seiner Arbeit gesteuert wird.

Arbeitsplatzgestaltung und somit Arbeits­bestgestaltung ist nicht nur eine technische, wirtschaftliche, organisatorische, physiologi­sche und psychologische, sondern vor allem eine Gemeinschaftsaufgabe, d. h. also ein Problem der Arbelts- und Sozialethik.

tUDKURIHl

Produktion der in den verschiedaoen Zo­nen zugelassenen Industrien getroffen worden sind, kontrolliert die Kommission die richtige Einhaltung der festgesetzten Produktionshöhe. Die Kommission wird bestimmen, ob sie gewisse Industrien ganz oder teilweise revidieren wird und ist ermächtigt» Fabriken, Fabrikeinrich­tungen, Werkberichte und andere Daten, welche die Produktionsleistung betreffen, in jeder der vier Zonen zu kontrollieren.

3. Der Vorsitz der Kommission soll je nach der Zone, in der die Kommission arbei­tet, wechseln. Vorsitzender soll jeweils der Repräsentant derjenigen Macht sein, welche die Besetzung in der Zone ausübt, in der das kontrollierte Werk liegt. Bei Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Kommission entscheidet der Vorsitzende. Gegen dessen Entscheidungen kann der alliierte Kontrollrat angerufen werden.

4. Jeder Zonen-Kommandeur soll Maßnah­men treffen, welche die Inspektion inner­halb seiner Zone erleichtern.

Folgen der Lebensmittelkürzung im Ruhrgebiet

Der Leistungsrückgang der Ruhrkohlen­arbeiter in der ersten Woche nach Kür­zung der Lebensmittelrationen in der briti­schen Zone betrug 10 %, hat aber in der zweiten Woche nur noch unwesentlich nach­gelassen. Er beträgt jetzt 964 708 Tonnen zu 1,075 Millionen Tonnen vor der Kürzung. Das anfängliche starke Nachlassen wird

mehr al« eine psychologische als eine phy­sische Folge der Rationskürzung angesehen. Die Auswirkung, auch auf andere Industrie­zweige werden vom Alliierten Kontrollrat in der britischen Zone sorgfältig beobachtet und eine Festsetzung einer verkürzten Ar­beitszeit hat man den Vereinbarungen zwi­schen Arbeitgebern und Arbeitnehmern überlassen. Die Sonderzuteilung an Lebens­mitteln sollen bei Eintreten einer gekürz­ten Arbeitszeit nicht eingestellt werden. Auch die Sätze der Arbeitslosenunter­stützung und öffentlichen Wohlfahrtseinrich­tung sollen aufrecht erhalten bleiben.

Wirtschaftslage in USA -Zonen

Generalmajor W. H. Draper, der Chef der Wirtschaftsabteilung des Amtes der Militär­regierung, erklärte in einer Pressekonferenz über die gegenwärtige Wirtschaftslage in der USA -Besatzungszone, daß sich die land­wirtschaftlichen Erträge seit der Ankunft der ersten Nahrungsmittelimporte aus den USA nicht vermindert hätten und der schwarze Markt während des Winters auf das äußerste eingeschränkt werden konnte. Von einer Kürzung der Lebensmittelratio­nen ähnlich wie in der britischen Zone sei ihm nichts bekannt. Uber die Vertiefung der Handelsbeziehungen zwischen der eng­ lischen und der amerikanischen Zone sprach Draper seine Befriedigung aus und wies gleichzeitig darauf hin, daß vor zwei Wochen der erste Vertrag mit der russischen Zone

26. März 1946

über die Lieferung von 1000 t Saatgut in die amerikanische Zone abgeschlossen wurde. Der General versicherte dann, daß die ersten 10 000 t Rohbaumwolle, die die Vereinigten Staaten an Deutschland liefern, ausschließlich der deutschen Zivilbevölke­rung zugute kommen sollten. Zur Bezah­lung dieser Importe würden die Fertigwaren aus späteren Lieferungen auf den Welt­markt gebracht werden.

Frankreichs Treifastoffproblem

Der französische Ministerpräsident er­klärte auf der ersten Sitzunq des „Pla­nungsrates", daß Leon Blum in USA auch über eine Krediteröffnung zwecks Einkauf von Maschinen verhandeln soll, da die bis­herigen Maschinenanlagen Frankreichs zum größten Teil veraltet seien. Weiter sei für Frankreich die Treibstofffraqe immer noch problematisch da die Ausnutzunq der Was­serkraft nur langsam ’ vor sich qinge und die Kohlenlieferungen weit unter dem Vor­kriegsstand Zurückbleiben Enqland habe seine Ausfuhr herabgesetzt und aus dem Ruhrgebiet war bisher nicht die erwünschte Menge zu erhalten. Diese Lieferungen müß­ten mindestens auf 1 Mill. t monatlich ge­steigert werden, da das Ruhrqebiet dem­nächst monatlich 10 Mill t erzeugen wird Der Planungs/at fordert weiter, im Frie­densvertrag eine Klausel einzufügen, die Deutschland zu einer jährlichen Lieferung von 20 Mill. t Ruhrkohle an Frankreich ver­pflichtet.

Süddeutscher Sieg im Fußball-Länderspiel

Westdeutschland vor 50 000 Zuschauern in Stuttgart 3:0 geschlagen — Der Süden in hervorragender Form

Kurze Wirtschaftsmeldungen

Nach Bekanntgabe im britischen Unter­haus sollen 85 % der englischen Bestände an Faßheringen künftig an die UNRA und nach Deutschland geliefert werden, außer­dem wird England voraussichtlich 10 000 t Frischheringe nach Deutschland schicken.

Präsident Truman erklärte, daß er gegen eine unter Umständen erforderliche Wieder­einführung von Lebensmittelrationen in den USA keine Einwände erheben würde.

Die Brotration für die holländische Be­völkerung ist ab 1. April um 400 g gekürzt worden und beträgt von diesem Zeitpunkt an 2400 g.

100 000 cbm Rundholz werden aus dem südlichen Schwarzwald nach der Schweiz exportiert. Ein Teil des Holzes kommt aus der Gegend des Bodensees und wird per Schiff an das schweizerische Ufer befördert. Der andere Teil soll über die süddeutschen Grenzbahnen transportiert werden 150 000 Kubikmeter sollen in den Sommermonaten auf den gleichen Wegen ausqeführt werden. Die Schweiz wird als Bezahlung elektrische Energie für die süddeutsche Wirtschaft liefern.

Der Landesversicherungsanstalt Baden stehen nunmehr die erforderlichen Mittel zur Verfügung, um die Invalidenrenten mit Rückwirkung und in voller Höhe auszu­zahlen.

Der größte Exportauftrag, der bis jetzt aus Württemberg-Baden genehmigt wurde, enthält Photographiegelatine im Werte von 72 000 Dollar, die in diesen Tagen nach Bel­ gien verschickt wird. In den nächsten fünf Wochen werden wahrscheinlich Exportauf­träge von insgesamt 2 Millionen Mark zum Abschluß kommen.

Nach Anordnung des Alliierten Kontroll­ rates in Berlin sind Alkohol und alkoholi­sche Getränke für den Interzonenverkehr nicht freigegeben.

Da« ursprünglich auf 2,5 Mill. cbm fest­gesetzte bayerische Holzexportkontdngent für England wurde auf 600 000 cbm herabge­setzt Die Lieferungen sollen bis 31. März 1947 erfolgen.

Die Bonner Firma Sonntag & Co, stellt als einzige Zigarettenfabrik der Nordihein- provinz monatlich rund 3 Millionen Ziga­retten her.

Aul Anordnung des Ma-rechaHs Schukow müssen die Vergütungen für Dienstleistun­gen und der Warenverkauf auf der Grund­lage der im Jahre 1944 gültigen Preise er­folgen.

In den Räumen der Wiener Effektenbörse wird vom 8.—12. April eine Export-Muster­schau stattfinden, wie die Wiener Messe 'A.-G beschlossen hat.

Der Handelsverkehr zwischen den Zonen wurde im sowjetischen Gebiet deutschen Stellen übergeben. Die Genehmigung ist bei den zuständigen deutschen Wirtschafts­behörden zu beantragen. Mit den erteilten Genehmigungen werden TransportausweiM

für die Kontrollorte an den Zonengrenzen ausgehändigt. Diese Regelung gilt nicht für die vier Sektoren der Stadt Berlin .

Das USA -Budget für da« Jahr 1947 wird auf beiden Seiten die Zahl 35,8 Mrd. Dollar erreichen.

Der Generaldirektor der UNRRA , Lehmann, ist von seinem Posten zurückgetreten und hat dem Fond des Hilfswerks fast 40 000 Dollar, die er während der letzten 28 Mo­nate als UNRRA -Leiter erhielt, zur Verfügung gestellt. Am letzten Tage des UNRRA - Treffens forderte er die Welt zur Rückkehr der Rationierung der Lebensmittel wie im Kriege auf.

Die Sowjetunion hat alle Industrieunter­nehmen, Banken, Bergwerke und Privatwirt­schaftsfirmen in der früher zur Tschecho­ slowakei gehörenden Karpatho-Ukraine ver­staatlicht. Hierbei sind 59 193 Hektar ent- eigneten Bodens an Neubauern verteilt worden.

Getreide für Europa

Der Vorsitzende des amerikanischen Aus­schusses zur Bekämpfung der Lebensmittel­not und frühere amerikanische Präsident Hoover, erklärte auf einer Pressekonferenz, der Ausschuß hoffe, in den nächsten vier Monaten 7 Millionen Tonnen Getreide zu­sätzlich an die hungernden Völker Europas und Asiens liefern zu können. 2 Millionen Tonnen Getreide sollen durch rationelle Methoden in der Lebensmittel-Industrie, durch Verbraucbseinschfänkungen in der amerikanischen Oeffentlichkeit und durch verringerte Getreidefütterung gewonnen werden. Weitere 5 Millionen Tonnen wür­den durch Erhöhung des ausfuhrfähigen Ueberscfausses der südamerikanischen Län­der aufgebracht werden. Falls diese Maß­nahmen den erhofften Erfolg haben, würde sich der Weltgetreidebedarf an Stelle des z. Zt. auf 9 Millionen Tonnen belaufenden Fehlbedarfs auf 2 % Millionen Tonnen ver­ringern.

Hoover hat sich am 17. März mit mehre­ren Ernährungs-Sachverständigen nach Eu­ ropa begeben und zunächst Frankreich be­suchten. Außerdem hat Hoover eine Einla­dung nach Indien erhalten.

Ueberwachung der Industrie­kapazität

Zur Kontrolle der vom alliierten Kontroll­rat festgesetzten Produktionshöhe der deut­ schen Industrie ist vom Koordinations-Aus­schuß die Bildung von Ueberwachungskom- i missionen angeordnet worden.

Für diese Kommission wurden folgende Richtlinien erfassen:

1. Das Industriekomitee des Wirtschaftsam­tes der Militärregierung stellt gemischte Kommissionen aus Vertretern der vier Besatzungsmächten zusammen.

X So weh Abkommen über den Staad der

(Von unserem KD.-Sonderberichterstatter)

Länderspielstimmung herrschte in Stuttgart beim Fußballgroßkampf zwischen Süd- und Westdeutschland, und eine wahre Länder­spielform war es, in der die süddeutsche Elf der ersten Interzonenbegegnung gegen den Westen aufspielte Die 50000 Zuschauer, die das Neckarstadjon bis auf den letzten Platz gefüllt hatten, hatten an dem fairen großen Spiel ihre helle Freude. Die Mannschaften formierten sich in folgender Aufstellung: Süddeutschland : Schmid (VfB Stuttgart ), Streitle (Bayern München ), Schneider (Waldhof), Kupfer (Schweinfurt ), Kenne­mann (t. FC Nürnberg ), Kitzinger (Schweinfurt ), Lehner (Sch waben-Augsburg ), Morlodc (1. FC Nürnberg), Schiienz (VfB Stuttgart ), Walter (Kaiserslautern ), Barufka (VfB . Stuttgart ). West- deutschland: Turek (Duisburg ), Hinz (Schalke 04 ), Schweißfurt (Schalke 04 ), Schneider (Bochum ), Tibulski (Schalke ), Burdenski (Schalke ), Biallas (Duisburg ), Szepan (Schalke ), Zachuba (Erken­ schwick ), Kuzorra (Schalke ), Schröter (Hamborn ).

Gleich nach dem Anstoß beginnen die Süd­deutschen groß aufzuspielen. Der Westen wird eingeschnürt und kommt in der ersten Viertel­stunde kaum über die Mittellinie hinaus. In der 13. Minute ist das erste süddeutsche Tor fällig, per Linksaußen Barufka flankt haargenau vor das westdeutsche Tor, Morlodc springt hoch und erreicht mit dem Kopf durch starken Einsatz den Ball von Turek In der ersten Spielhälfte kommt der Westen gelegentlich am rechten Flügel durch und erzielt nur einige Ecken. Anders dagegen der Süden. Der westdeutsche Torhüter muß nacheinander scharfe Schüsse Leh- ners und Barufkas halten. Das Spiel des Südens läuft wie am Schnürchen. Durch technische Bril­lanz werden die Westdeutschen immer wieder ausgespielt.' Vor allem ist es das große tech­nische Können Lehners, da® vor dem Tor des Westens gefährliche Situationen schafft

Auf der anderen Seite hat der „Akrobaten­torwart" Schmid nur einmal im Fallen einen scharfen, plazierten 25-Meter-Schuß Kuzorras zu halten. In der Pause bedauert man allgemein, daß der Süden nicht zu einer noch größeren Leistung herausgefordert wird. Der Vorsprung beträgt zwar nur ein Tor, aber zwischen dem Süden und dem Westen bestand in den esten 45 Minuten zweifellos ein Klassenunterschied.

In der zweiten Hälfte hat es zunächst den Anschein, als ob der Westen ein gleichwertiges Spiel erreichen könne, aber die Formverbesse­rung der Westdeutschen war nur ein kurzes, j schnell wieder verblassendes Aufzucken. In der 65. Minute stürmt Schiienz vor, köpft blitzschnell zu Barufka , dieser gibt eine genaue Flanke zu Morlodc, und mit einem Kopfball des Nürn­ berger in die rechte Torecke wird diese Kom­bination zum 2:0 abgeschlossen. Eine weitere große Chance für den Süden ist ein Strafstoß

aus 20 Meter, den Lehner an die Latte jagt. Als schließlich Kuzorra bei einem Zusammen­prall verletzt wird, ist der Süden vollends ein­deutig überlegen. In der 83. Minute gibt Kupfer eine Vorlage zu Walter. Dieser läuft in den Strafraum, täuscht Turek und schiebt den Ball überlegt in die linke Torecke 3:0.

ln der siegreichen Mannschaft waren alle Teile sehr gut Hinten stand eine körperlich starke Verteidigung, große Leute, die dem Westen immer um eine Kopflänge voraus waren. Die Schweinfurter Außenläufer KupfeT und Kitzinger bauten hervorragend auf und der Sturm war außerordentlich gut besetzt. Barufka verstand sich mit dem technisch brillanten Kaiserslauter Walter hervorragend und diesem schnellen linken Flügel stand der rechte mit Lehner und Morlock nicht nach In der Mitte spielte der einsatzfreudige VfB -Mittelstürmer Schiienz, nach dessen Leistung man gut versteheen kann, daß er mit 27 Toren in 18 Spielen der Schützenkönig der süddeutschen Meisterschaft ist. Beim Westen war der Torwart zuverlässig. Er ist eine große Hoffnung, besitzt jedoch nicht genug Erfahrung Die Verteidigung wirkte nicht absolut sicher. Tibuilski war der beste Mann, im Sturm versagten die Flügel- Stürmer. Szepan und Kuzorra waren die Besten der Angriffsreihe. Der kleine Mittelstürmer Zachuba zeigte wohl technisches Können konnte sich jedoch gegen die körperlich überlegene süd deutsche Hintermannschaft nicht durchsetzen. Man fand nach dem Spiei die Auffassung bestätigt, daß Süddeutschland durch seine Meisterschafts­runde einen klaren spielerischen Vorsprung in bezug auf Erfahrung, Härte und Können er­worben hat.

Die Spiele der Einheitsklasse

FC Singen n — SpVgg Gottmadingen n 6:1 FC Radolfzell II — SV Wollmatingen 2:3 SC Pfullendorf — FC Stockadi 0:5

FC Zizenhausen — SV Meßkirdi 12:0

Der vierte Spielsonntag der Einheitbklasse brachte nach dem spielarmen Vorsomntag vier Begegnungen, die in ihrem Verlauf im großen und ganzen den Erwartungen entsprachen. Be­merkenswert in der Gruppe I (Konstanz ) ist der knappe 3:2-Erfolg des SV Wollmatingen gegen die Radolfzeller Reservemannschaft. Den spielfreien Sonntag des FC Konstanz hat die auf­strebende Singener zweite Mannschaft dazu aus genutzt, durch einen überlegenen 6:1-Sieg über die SpVgg Gottmadingen II sich gleichzeitig an die Tabellenspitze zu setzen. In der Gruppe III (Stockach ) gelang es dem FC Stockach, durch seinen 5:0-Sieg in Pfullendorf seine Spitzen­stellung weiterhin zu festigen. Dabei war die Elf noch ensatzgesdiwächt und in der ersten Halbzeit nicht „in Fahrt“. Im Zeichen einer edn- eindeutdgen Ueberlegenheit stand die Begegnung

Der Donaueschinger Siegeszug gestoppt

Erste Niederlage des Tabellenführers in Konstanz — Zweistelliger Sieg des FC VUUngen

FC Konstanz — FC Donaueschingern 6:1 SpVgg Gottmadingen — FC Radolizell 0:1 FC Engen — FC Singen 1:4 FC Vlllingen — FC Rielasingen 12:6 Das bemerkenswerteste Ereignis des Meister­schaftssonntages in der Oststaffel der Oberliga war die Niederlage des FC Donaueschdngen, dessen Siegeslauf zum Abschluß seiner Vor­rundenspiele vom FC Konstanz mit aller Deut­lichkeit gestoppt wurde. Wie hier, so verzeich- nete man auch auf allen anderen Plätzen die erwarteten Entscheidungen, so daß sich in der Rangfolge der Tabelle keine Aenderungen er­gaben. Das eine steht jetzt schon fest: Donau - eshingen wird bis zum Gesamtabschluß der Vor­runde mit an der Spitze bleiben. Konstanz und Radolfzell (das in Gottmadingen recht knapp ge­wann) haben mit dem Tabellenführer die gleiche Verlustpunktzahl und können noch zur Führung aufschließen. Im weiteren Verlauf der Spiele aber wird auch der FC Villingen noch Führungs- ansprüche geltend machen, der den FC Riela­singen mit einem Dutzend Tore schlug.

FC Donauoschingen

7

6

0

1

16:11

12

FC Radolfzell

5

4

0

1

12:6

8

FC Villingen

6

3

1

2

26:9

7

FC Singen

7

3

1

3

15:17

7

FC Konstanz

4

3

0

1

28:9

6

SpVgg Gottmadingen

5

1

1

3

6:7

3

FC Rielasingen

6

1

1

4

5:29

3

FC Engen

6

0

0

6

6:22

0

FC Konstanz — FC

Donaueschingen 6:1

(3:0).

Es blieb dem FC Konstanz Vorbehalten, den be­merkenswerten Donaueschinger Siegeslauf zu stoppen. Das geschah mit der Gründlichkeit und Sicherheit einer spieltechnisch weit überlegenen Mannschaft, gegen die die erfolggewohnte Gäste­elf nicht aufkommen konnte. Die Unkompliziert­heit, Schnelligkeit und Forschheit, mit der die Donaueschinger bisher auf meist kleineren Spiel­plätzen ihre Erfolge zu erkämpfen verstanden, bestand die wichtige Wertprobe nicht. Das zeigte sich schon sehr bald nach Beginn, als die Kon- stanzer das Feld souverän beherrschten. Immer­hin verstand es che stabile Donaueschinger Ab wehr, ihrem Gegner die Erfolge schwer zu machen. Als die Partie bei der Pause 3:0 stand, war die Entscheidung auch schon zahlenmäßig gefallen. Die Freude über das schöne Spiel war beim 6:1-Stsnd aller ding« frühzeitig ae

Ende, als Hie auf Gegenseitigkeit beruhenden unfairen Zwischenfälle immer schärfere Formen annahmen. Schiedsrichter: Knoblauch-Singen.

SpVgg Gottmadingen — FC Radolfzell 0:1. Mit viel Glück konnte Radolfzell in Gottmadingen beide Punkte holen. Nach ihrem Sieg in Singen enttäuschte die Gästeelf. Gottmadingen verlor be­reits nach zehn Minuten seinen Halblinken durch Verletzung und mußte demzufolge die restliche Spielzeit mit nur zehn Mann durchstehen. Trotz­dem konnten die Einheimischen im Feldspiel den Ton angeben und aucb reifere Torchancen her­ausspielen. Die Stürmer verstanden es aber nicht. — mehrmals nur den Torhüter vor sich — zu einem Erfolg zu kommen. Trotz der ausgezeich­neten Hintermannschaft und einer guten Läufer reihe hat der GottmadingeT Sturm in nunmehr vier Spielen kein Tor geschossen. Auf Pech allein ist das nicht zurückzuführen. Wenn die Schuß Unsicherheit und die Einsatzfreude weiter hin zu wünschen übrig lassen, wird Gottmadingen kaum zu Punkten kommen können. Schieds­richter: Speck-Singen.

FC Engen — FC Singen 1:4 (0:2). Die an­fängliche Engener Ueberlegenheit, auf der ein I allerdings annullierter Treffer entsprang, hielt nicht lange an. Dafür kam Singen durch ein Engener Eigentor in Führung und vermochte zehn Minuten vor Halbzeit noch einen zweiten Treffer zu erzielen. Mit weiten Vorlagen kam die Platz­elf nach des Pause mehrmals in Singens Hälfte, wobei der Linksaußen ein schönes Tor erzielte, Die Drangperiode verlief ohne weitere Erfolge Erfolgreicher war Singen, das einen Elfmeter ver­wandelte. Dann war der Engener Widerstand gebrochen Ein vierter Treffer belohnte die Be­mühungen und die Ausdauer der Gäste vom Hohentwiel, die das schnelle, hart durchgeführte , Spiel verdient gewannen. Schiedsrichter: Wäschle- I Villingen. I

FC Vlllingea — FC Rlelasinge« 12:0 (6:0). Das Spiel lag vom Anfang bi« zum Schluß völlig in der Hand der Platzmannschaft, die ein tech­nisch vollendetes Spiel zeigte. Trotz der hoben Niederlage war Rielasingen eifrig bemüht, ehren­haft abzuschnedden. Doch konnten die Gäste zu keiner geschlossenen Mannschaftsledstung auf­laufen, wodurch Rielasingen das verdiente Ehren- j tor versagt blieb. Schiedsrichter: Blocke-Singen. 1

FC 2Lizenhausen — SV Meßkirch. Dem vorzüg­lichen Zusammenspiel und dem 12:0-Erfolg Zizen- hausens hatten die Gäste schließlich nichts mehr entgegenzusetzen als eine sportliche Haltung. Gruppe I:

FC Singen II 4 2 2 0 10:3 6

FC Konstanz II 3 2 1 0 10:2 5

SV Wollmatingen 3 2 1 0 9:3 5

FC Radolfzell II 4 1 0 3 9:11 2

SpVgg Gottmadingen II 3 1 0 2 8:11 2

Bahnfrei Konstanz 3 0 0 3 2:17 0

Gruppe III:

FC Stockach 3 3 0 0 23:2 6

FC Zizenhausen 3 111 13:8 3

SC Pfullendorf 3 111 5:8 3

SV Meßkirch 3 0 0 3 4:27 0

Der Wettlauf FFC — Rastatt

SC Freiburg — Freiburger FC 0:3

FV Lahr — FC Rastatt 2:3

Nachdem der FFC am Vorsonntag durch di« 1:2-Niederlage den Punktevorsprung eingebüßt hatte und der FC Rastatt durch diesen Sieg wieder punktgleich werden konnte, hing für den Freiburger FC vom Ausgang des Lokal­treffens gegen den SC sehr viel ab Auf der neuen Platzanlage des SC entwickelte sich vor rund 3 000 Zuschauern ein Spiel, dessen Ausgang für den FFC nie gefährdet war. Gegen die tech­nisch wie taktisch reifere Spielauffassung konnte der mit allen Kräften sich wehrende SC nicht aufkommen — Aber auch der FC Rastatt hat den Anschluß beibehalten. In Lahr gab es für die Rastatter eine harte Nuß zu knacken, ins­besondere deswegen, weil Rastatt über eine Stunde den Kampf mit nur zehn Mann be­streiten mußte. — Tabellenstand: FFC 8 Sp., 38:6 Tore, 13 Punkte: FC Rastatt 8 Sp., 35:15 T., 13 P.; FV Emmendingen 7 Sp„ 14:11 T„ 9 P.-, SC Freiburg 7 Sp„ 14:13 T„ 8 P., FV Lahr 8 Sp., 15:16 T., 8 P.

Weitere FuBballergebnlsse vom Sonntag

Bahnfred Konstanz — FC Markdorf 2:4 (2:2) • FC Konstanz 1. Jugend — FC Donaueschingen 1. Jugend 4:0; FC Mengen — FC Krauchenwie« 3:3; FC Mengen II — Sigmaringendorf komb. 2:5; Spv. Sigmaringen — FV Ebingen 0:1; FC Andeifingen — SV Bingen 3:1; FC Andelfingen II — SV. Bingen II 0:2; FC Wangen — VfL Lindau 1:5; FC Mönchweiler — FC Villingen II 1:3; FV Rottweil — SpVgg Schramberg 1:4» Saulgau I — Buchau I 2:1; Saulgau II — Buchau II 1:0; Riedhausen I — Altshausen I 5:3» Riedhausen II — Altshausen II 3:0; Ostrach 1

— Riedhausen I 0:1; Ostrach II — Riedhausen II 3:1.

Handball: Lörrach — Stetten 26:1; Lörrach II

— Stetten II 3:5; Weil — Brombach 8:4; Well II

— Brombach II 3:2.

Italienische Fu6baH-„Veteranen“ siegreich

30 000 Fußballanhänger sahen in Mailand eine Begegnung alter bekannter Fußballspieler Italiens und der Schweiz In der italienischen Elf sah man u. a. Allemandi, Serantoni, Frossi, Demaria, Meazza , Ferrari und Reguzzoni, während in der Schweizer Mannschaft u. a. Vemati, Sturzenegger, Minelli und Grassi vertreten waren. Das Spiel wurde in erstaunlich forschem Tempo durchge­führt. Die Italiener, die sich schneller zu einer geschlossenen Aktion fanden, gewannen mit 3:1 Toren.

Internationale Ski-Woche in Zermatt

Am Fuße des Matterhorn * begann unter Teil­nahme von erstklassigen Skiläufern aus Frank­ reich (27 Teilnehmer), der Schweiz (24 Teilneh­mer), der Tschechoslowakei (21), aus Amerika (11), Spanien (7), Holland (5), Finnland und Po­ len (je 4), Schweden (3) und Groß-Britannien (2) eine große Internationale Skiwoche. Die Wett­kämpfe wurden unter Beteiligung von 24 Läufern mit dem 18-km-Langlauf begonnen. Der Verlauf des bei besten Wetter- und Schneever- hältnissen ausgetragenen Rennens bestätigte die Vermutungen, daß die Prüfung eine Angelegen­heit der Schweden , Schweizer und Finnen sein würde. Sieger wurde Nils Taepp (Schweden ) in 1:11,26 Stunden vor Gunnar Karlsson (Schweden ) 1:13.46. Als erster Schweizer placierte sich Edy Schild auf den dritten Platz in 1:15,15.

Erwartungsgemäß revanchierten sich die Fin­nen für die im Langlauf erlittene Niederlage beim Kombinations-Skisprung. Leo Laakso (Finnland ) erhielt mit Sprüngen von 57 und 60 m cnit 222,3 Punkten die beste Wertungsnote. Aber schon auf dem zweiten Platz folgte Niklaus Stump, ein Schweizer (54 und 56 m). Die aus­geglichenen Leistungen des Schweizer Meisters in der nordischen Kombination Niklaus Stump, trugen diesem den Sieg in der nordische« Kombination ein, während Otto von All­men, der im Sprunglauf Fünfter wurde, in der Kombination auf den zweiten Platz kam.

Als erster der beiden Wettbewerbe für Frauen kam der Riesenslalom zur Entscheidung, der eine Höhendifferenz von 500 m bei 40 Tore« aufwies. Die Schweizerin Olivia Aosoni gewann ln 4:51,4 Min. vorder Französin Georgette Thioi- liäre 4:51.8. _

SÜDKURIER

Verantwortlicher Redaktionsausschuß: Dr. Fritz Hazendorf, Hermann Dörflinger, Rudi Goguel , Karl Groähans (i. V. Dr. Kirchhedmer). — Verlag’ Südkurier-Verlag. Druck: Druckerei und Veri»g» •astalt Konstanz G. m. b. H.