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derative Staatsstruktur, weitgehende Selbstbestimmung der Gemeinden, Begrenzung deT Parlamentsherrachaft, einen klaren Staatsaufbau mit strenger Gewaltenteilung, eine weitgehende gesellschaftliche Gliederung, vor allem aber: Daß niemals die Freiheit der Gleichheit geopfert werde. Die Demokratie bestimmt che Form der politischen Struktur, der Liberalismus den Inhalt. Dazu gehört ein gesicherter Rechtsstaat mit klaren Prinzipien nach innen und außen; der autoritäre- und Polizeistaat sind selbstverständlich die denkbar größten Gegensätze zur liberalen Staatsauffassung..
In der Wirtschaft ist das Eigeninteresse dem Geeamtintereeee zu koordinieren; Besitz und Eigentum sind solange unantast
bar, als sie da« Interesse der Gemeinschaft nicht beeinträchtigen.
Viel mehr als man denkt, lebt der Staatsbürger nach diesen Grundauffassungen oder wünscht nach ihnen zu leben. Vornehmlich deshalb, weil die liberale Staatsauffassung den Menschen nicht als Fiktion, sondern als Realität zugrunde legt und durch Sitte und Gesetz das Eigeninteresse fördert oder beschränkt. Es «oll nicht geleugnet werden, daß die Größe der heutigen Probleme nach Zusammenfassung, nach dem Kollektiven drängt, und daß der Liberalismus der Selbstverantwortung besondere Bedeutung zumißt. Es wird sich zeigen, ob die Menschen unserer Tage diese Selbstverantwortung aufbringen.
Stuttgart . Der amerikanische Handelsminister Harriman und der Landwirtschaftsminister Anderson haben anläßlich ihrer Studienreise durch die Westgebiete Deutschlands interne Besprechungen im Länderrat sowie mit den Vertretern des Zweimächtekontrollamtes für Ernährung und Landwirtschaft geführt. Bei diesen Unterredungen, wie auch in einer Rede des Ministers Anderson kam zum Ausdruck, daß nach Ansicht der verantwortlichen amerikanischen Stellen der Beginn besserer Zeiten für das deutsche Volk von den Anstrengungen der deutschen Bauern abhängig sei. Jede Art von Viehhaltung, die den Menschen das benötigte Brotgetreide entziehe, sei ein Luxus, den sich weder Deutschland noch ein anderes Land leisten könne. Im Laufe des letzten Jahres seien annähernd 3 Millionen Tonnen Brotgetreide und Getreideprodukte in die britische und amerikanische Besetzungszone und 250 000 Tonnen in die französische eingeführt worden. Diese Einfuhren stellen mehr als ein Fünftel der Gesamteinfuhr der Vereinigten Staaten dar. Es wurde weiter von Minister Harriman betont, daß der deutsche Export so gesteigert werden müsse, daß 6ich Deutschland unabhängig machen könne. Deutschland müsse wieder ein Teil der europäischen Wirtschaft werden und in normaler Weise Handel treiben können.
Anläßlich der gemeinsamen Konferenz mit den deutschen Regierungsvertretern überreichte Dr. Dietrich ein Memorandum über die Sorgen und Nöte der deutschen Landwirtschaft. Dr. Schlange-Schöningen erklärte in einem Referat, daß die deutsche Landwirtschaft für einen neuen Start
Spannung um die Mandschurei
Di« konranuiiüstiische Offensive in der Mamd- sdjurel hot die Nachschuibilfoien der natoocml- drioesiifchen Truppen in die Gebiete von Muk- dien, Hsdnking und CJtambm ernstlich beeMrädi- tigt und bedroht die mKunrisdui machen Houptindiu- striegefctete. Die Nanking-Regierung richtete nun
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befug» Vorwürfe gegen die Sowjetunion , die 3Sm für die Offensive verenitworffUdi macht. Unsere Kerfe der Mandschurei hebt neben den Btaenbehafldnteia, die kn chinesischem Bürgerkrieg eine bedeutende Rode »pleiten, die Hanjptimdu- strtegebiete hervor; Die Häfen Deinen und Port Arthur sdnd seit 1945 von dien Sowjets besetzt.
320 000 Tonnen Stickstoff benötige und daß man zu einer ordentlichen Erfassung und Verteilung der Lebensmittel 16 000 Lokomotiven bereitstellen müsse, während im Augenblick nur 6000 im Betrieb sind. Die Waggonzahl sei um 100 000 zu niedrig und der Landwirtschaft fehle es besonders an Traktoren, die nicht hergestellt werden können, da die erforderliche Kohle für die Stahlerzeugung nicht zur Verfügung stehe. Der amerikanische Landwirtschaftsminister äußerte zu diesen Ausführungen, daß es möglich sein werde, Phosphate aus den Vereinigten Staaten einzuführen, während mit Kali die deutsche Landwirtschaft sich selber versorgen müsse.
Dr. Dietrich zurückgetreten Frankfurt . Der Leiter des Zwei- zonen-Wirtschafts- und Ernährungsrates, Dr. Dietrich, hat aus Gesundheitsrücksichten seine Demission eingereicht. Er hat dem Exekutivausschuß zugesichert, solange Im Amt zu bleiben, bis der augenblickliche Uebergang ordnungsgemäß vollzogen sei. Als sein Nachfolger wird der bayerische Landwirtschaftsminister Dr. Baumgartner vermutet.
Keine Todesstrafe für Kesselring
Rom. Die von britischen Militärgerichtshöfen gegen Generalfeldmarschall Kesselring und die Generäle Mackensen und Mältzer ausgesprochenen Todesurteile wurden in lebenslängliches Gefängnis umgewandelt.
Mitläufer bevorzugt
Frankfurt . Die Unsicherheit in der Jurisdiktion der Spruchkammern nimmt Dr. jur. Inge Oevferberg, Heidelberg , die erste öffentliche Klägerin in der US -Zone zum Anlaß, in einem öffentlichen Interview auf eine besonders delikate Frage hinzuweisen, nämlich auf die Beanstandung der Spruchkammerurteile durch die Militärregierung. Das betreffe hauptsächlich die „Entlasteten", die denn zwei Jahre oder mehr warten müßten,
bis ihr Verfahren in der Berufung oder beim Kassationshof weiter verhandelt wird. In dieser Wartezeit dürfen Sie aber ihren eigenen Beruf nicht weiter ausüben. So komme es immer häufiger vor, daß Anwälte nicht auf „entlastet" plaidieren, sondern höchstens auf „Mitläufer" und es dann noch darauf ab- legen, daß auf eine sehr hohe Sühne erkannt wird. Dann werde nämlich das Urteil nicht beanstandet — und der in Wirklichkeit Entlastete, der sich also aktiv gegen die Nazis eingesetzt habe, hätte endlich wieder seine Ruhe und dürfe arbeiten.
Keine Menschenjagden Kassel . Der illegale Zonenübertritt von Deutschen aus der russischen Zone nach Bayern wird, wie die „Hessischen Nachrichten“ melden, von Beamten der ameri kanischen Militärregierung einem Mißverständnis zugeschrieben. Der Kontrollrat habe die Arbeitsregistrierung aller Deut schen in allen Zonen angeordnet. Da die erste dieser Aktionen in der russischen Zone stattfindet, sei sie von den Deutschen falsch ausgelegt worden.
Rom . Das Zentralkomitee der italienischen kommunistischen Partei veröffentlichte eine formelle „Kriegserklärung“ gegen die christlich-demokratische Regierung des italienischen Premierministers Alcide de Gasperi . Die Parteiexekutive sei, wie es in einem Kommunique heißt, angewiesen worden, mit den Leitern der sozialistischen und allen anderen demokratischen Parteien die notwendige Verbindung aufzunehmen, um alle Schritte zur Errichtung einer Regierung zu koordinieren, in der alle volksrepublikanischen Kräfte vertreten sind.
Horty und die Verschwörer
Budapest . Als einzige deutsche Nachrichtenagentur veröffentlicht ADN Einzelheiten über die Aussagen der ungarischen Verschwörer vor Gericht. Danach hat der ehemalige Generalmajor Szugyi mit dem Befehlshaber der britischen Streitkräfte in Südösterreich Verbindung aufgenommen. Nach seinen Aussagen seien die Briten bereit gewesen, „ein Fortdauern der Rechte des Regenten Horty anzuerkennen". Auf britischer Seite nahmen an den Verhandlungen der Nachrichtenoffizier der 46. britischen Division, Generalstabsmajor Lawrence, und der Leiter des britischen Geheimdienstes, Major Sanders, sowie Hauptmann King teil. Die Verhandlungen begannen bereits im Herbst 1945. Zu ihnen wurden auch Vertreter der österreichischen Royalisten hinzugezogen.
Horty selbst, der — wie der „Südkurier" kürzlich berichtete — in Bayern als „Verschleppter" eine 12-Zimmer-Villa bewohnt, hat sich an den putschistischen Besprechungen persönlich nicht beteiligt.
Von unserem H.P.-Berichterstatter
Die Schweizer Stimmbürger haben am Sonntag die Einführung einer staatlichen Alters- und Hinterbliebenenversicherung mit 864 252 zu 216 527 Stimmen angenommen und eine Abänderung der Wirtschaftsartikel der Bundesverfassung mit 558100 zu 495 700 gebilligt, wobei besonders die 87%ige Wahlbeteiligung auf- fällt.
Die Annahme der Alters- und Hinterbliebenen-Versierung war, nachdem sich fast alle Parteiorganisationen und Erwerbsgruppen empfehlend für die Vorlage eingesetzt hatten, nicht zweifelhaft. Es ist offensichtlich, daß die Mehrheit der Stimmbürger die finanziellen Schwächen des Gesetzes weniger in Betracht gezogen haben als das allgemeine Bedürfnis nach einem Schutz des Alters vor Not und Armenhaus. Noch 1931 wurde ein ähnliches Gesetz abgelehnt und nur in drei Kantonen angenommen.
Durch die neuen Wirtschaftsartikel
sollte an die Stelle der halblegalen Wirtschaftslenkung wieder ein verfassungsmäßiger Zustand durch Neuabgrenzung der Kompetenzen zwischen dem Staat und der Privatwirtschaft gesetzt werden. Wenn auch nicht eine Verewigung der Vollmachten beabsichtigt war, so enthält der entscheidende Paragraph 31 jedoch eine Vorverlegung der staatlichen Machtgrenze, da die Verfassung künftig den Schutz bestimmter Wirtschaftszweige, namentlich der Landwirtschaft, und behördliche Maßnahmen zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit umfaßt.
Der ins Auge springende Unterschied in der Stimmentscheidung beider Vorlagen bringt sehr deutlich zum Ausdruck, daß die Schweizer Stimmberechtigten sich ihre Meinung in Verfassungsfragen nicht durch Führerparolen und auch nicht durch massive Propaganda vorschreiben lassen, sondern eine vorbildlich souveräne Wertung vornehmen.
Wie wir bereit» berichtet haben, beabsichtigt man im September in der amerikanischen und englischen Zorne eine „Deutsche Meisterschaft»' im Berufsfuäbeffl mit der Teilnahme von etwa 20 MenLT:.sch>a!l ten zu stauten. Und zwar gedenkt man, nachdem die Lizenz bereits vorfoariden ist, zunächst einmal in Nürnberg , Augsburg , Stuttgart . Frankfurt a. M. Mannheim und Kemel solche Pro- Ä-Mammschaften aofzusteUen. Diese sieben Clubs tter amerikanischen Zone sollen sich mit 12 Mannschaften der englischen Zone zu einer „Deutschen Meisterschaft der BetufeAißhetter“ vereinen. Wie die bisherigen VerhandHungen über die Organisation dieser Meisterschaft ergeben haben, will man die Spielte jeweils auf Samstagabend ansetzen, um den Amateurvereinen keine Konkurrenz zu bieten. Man beabsichtigt außerdem die Veranstaltungen der Profi-Clubs groß aufzuziehen, wobei allerdings insofern ein neuer Gedanke auftaucht, jugendlichen Schülern freien Eintritt zu gewähren. Wag die Einnahmen betreffen, so will man diie Spieler gegen ein bestimmtes Grundgehalt zu engagieren und diese außerdem an den Einnahmen prozentual zu beteiligen.
Die Besprechung über die Frage und Organisation einer deutschen Fu&baCtaeisterecfaaft in diesem Sommer, die für das Wochenende in Köln angesetzt war, fiel aus. Wie Dr. Bauwems erklärte, sei die Teilnahme der süddeutschen Vertretungen bei dien geplanten Meisterschaften in Frage gestellt. Erfreulicherweise halbe die Ost- Zone zugeBthnmt, so daß wenigstens die Aussicht besteht, eine Riumpfmeisterschaft, d. h. eine Meisterschaft der Zonen mit Ausnahme Süd- deutsdrlands durchzufüforen. Zur Frage der Einführung von FrofispdeCen sagte Dr. Bauwens, daß sich alle maßgeblichen SporfsteKen der britischen Zone darüber einig seien, daß im Augenblick der Berufsfußball nacht wünschenswert ist und strikt abgelehnt wird. Dr. Bauwens meinte weiter, daß wenn wirklich Inhaber von Lizenzen versuchen soQltem, Profispiele zu veranstalten., in der britischen Zone keine Stadt einen Sportplatz dafür zur Verfügung stellen würde. — Wie ums unser Stuttgarter Spontaitotbeiter kurz vor Redaktiomsschluß mitte*, wurde das Thema Be- rufsfußbaili in West- und Norddeutschtemd endgültig a'bgetetat. Da nun nur noch der Süden d. h. die amerikanische Zone, in Frage käme, bleibt die Profi-Meisterschaft wohl illusorisch.
Überzeugend. Der Torsegen begann schon in der sechsten Spietadnuta, und es zeigte sich schnell, daß Ravensburg schwächste Stellte der Mann im Tor war. Trotzdem setzte Ravensburg bi« zur letzten Spielmiaute alles daran, da» Spdetaesultat *u korrigieren. — Am 13. 7. tritt Tübingen in Lörrach gegen den badischen Meister an. Der Sieger wind in Hastocfa (Pfalz ) gegen den Nord- aonenmed&ter um die Meisterschaft der französischen Zone spieten.
Fortuna Freiburg — FC Kaiserslautern 0:4 (0:1) Vor rund 7000 Zuschauern mußte der Zonenmel- ster am Samstagabend alle Register seines Könnens ziehen, um gegen den Meister der Ober- Hgagruppe West zu einem Sieg zu kommen. Trotz des zahlenmäßigen knapperen Halbzeitstandes war das Zusammeospiri der Freiburger in der zweiten Halbzeit besser und schuf verschiedene gefährliche Situationen vor dem Lauterer Tor. Torschützen': Fritz Walter (3) und Bafiter. — Wie sehr Kaiserslautern gefragt ist, beweist sein umfangreiches Stptelipirogziamm im Juli und August, Hierfür sind folgende Spiele vereinbart: 13. 7. in Frankfurt : Eintracht Frankfurt; 2. 8. in Stuttgart : Stuttgarter Kickers; 10. 8. in (dar - Oberstein: gegen den dortigen FC, 17. 8. ln Heraeff: Schalke 04 , 24. 8. in Kaiserslautem: Stuttgarter Kickers, 30. 8. in Düssel dorf : Fortuna Düsseldorf , 31. 8. in Essen : Tus Essen und am 7. 9. in Kaiserslautern : Eintracht Frankfurt.
Rhelnfelden — Singen 2:2 (0:2). Vor 3000 Zuschauern wickelte sich das zweite Heimspiel der Rhemfeide? um den Aufetig zur Zonenliga ah. Die Gastgeber haben den durchaus möglichen Sieg in der ersten Halbzeit verscherzt, als sie den Gästen durch zwei große Deckumgsfehier Gelegenheit gaben, zwei Tore zu erzielen. Wohl hatte auch dar O-berrhe irameister Torgelegenheiten genug, doch da* mangelnde Schußvermögen des Sturmes verhinderte vorläufig jeden Erfolg. Die zweite Spieihäifte stand denn eindeutig im Zeichen der PlotzeSf. Die Slngener kamen mir noch periodeoweise ta die Rheinfeldener Hälfte, wo die Hintermannschaft jederzeit Herr der Lage wer. 20 Minuten vor Schluß gelang dann Lle- berwerth der erste Gegentreffer und fünf Minuten vor Schluß konnte der gleiche Spieler den viellbejubeifen Ausgleichstreffer errieten.
SOdd. Oberliga: SV Woildhof — BC Augsburg 0:4; Stuttgarter Kickers — VfL Neckarau 3:0| SpVgg Fürth — FC Schwednfurt 1:1; FC Bamberg — FC Nürnberg 1:2; Phönix Karlsruhe — 1660 München 2:1; BMraCht Frankfurt — Uta 46 3:0; VfR Mannheim — Schwaben Aiugtsbuig 1:0; VfR Stuttgart — FV Karienuhe 3:3; (2, Juli): FC Nürnberg — 1860 München 5:1.
Fußball ln Südbaden. Buthheim (Kaiseirstnhl) — FC Kaiserslautern 0:15; Rotwedß Lörrach — Säk- kingen 6:1 (Aufstieg in die Oberliga) i FC Rhein- feiM-en II — FC Singen II 2:5; FC Zlaetnlhaiusen II — SV Konstanz II 3:2; VfR Stodoaeh (C-Jgd) — SV Konstanz (C-Jgd) 1:3.
Tübingen HandbaUmeteter. Vor 1500 Zuschauern schlug die Tübinger Mannschaft in einem temperamentvollen Spiel Ravensburg mit 15:5 (9:2)
Badische Leichtathletikmeisterschaften
In Lahr wurden am vergangenen Wochenende die badischen LmchtatMetiikmeoisteitBchaften 1946M7 durchgeführt. Bei prächtigem Wetter wur- den von sämtlichen Teilnehmern außerordentlich gute Leistungen «stellt, sodaß die rund 2000 Zuschauer in jeder Welse auf ihre Rechnung kamen. Einer Reihe von Vorjahreemeisteiria gelang es, ihren Titel mit Erfolg zu verteidigen.
Ergebnisse (Männer): 4 mal 100 m: Einitnacht Singen 46,4 Sekunden; 3 matl 1000 m: Lörrach 8:28,8 Min.; Weitsprung: Bässe? (Offeniburg) 6,73 m; 4 mal 400 m: Oppenau 3:37,5 Min.; 10 000 m: Gesell (Singen) 34:36,5 Min.: Hammerwerfen: Licbteniberg (Fuirtwangen) 38,86 m; Hoch- spreng: Herbst (Uelberiiingen) 1,70 m; 200 m: Scheuring (Oppenau ) 23 Sek.; Diskus: Neuheit (Lörrach ) 37,64 m; 800 m: Presdiairy (Lörrach ) 2:1,7 Min.; Kugel®laßen: Jadeite (Lahr ) 12,07 m; 5000 m: Seyfried (Teningen ) 16:20,4 Min.; 100 m: Scheuring (Oppenau ) 11,3 Sek.; 400 m; Bieser (Offentoung) 52,2 Sek.; 1600 m: Schoner (Rastatt ) 4:14,4 Min.; Speerwerfen: Gerhard (Ottenburg) 52,28 m; Stabhochsprung: Hoizdrager (Müllheim) 3,17 m. — Frauen: Weitsprung: Strichele (Lör rach ) 5,23 m; Diskus: Hettdch (Singen) 34,76 m; 400 m: Mannschaft Lörrach 53,8 Sek.; Hochsprung: Sdriitfing (Fortuna Freibuirg) 1,40 mg 100 m: Stedchalie (Lörrach ) 12,9 Sek.; Kugelstoßen : Het- ti'di (Singen) 10,54 m; Speerwurf : Joos (Lörrach ) 30,95 ra.
Kramer Wimbledon-Sieger
Wi» immer, so bildete anch bei den diesjährigen Wtabtodon-MedBterschalten das Endspiel im Herren-Eimzel den Höhepunkt der gesamten Veranstaltung. Erstmals seit dem Jahre 1926 er. eignete es sich, daß das englische Königspaar dem Endkampf im Herren-Einzel zwischen den beiden amerikanischen Finalisten Jade Kramer und Tom Brown beiwohnte. Niemand war bereit, Brown auch nur die geringste Chance einzuräumen und seine Niederlagen fielen 1:6, 3:6, 2:6 sehr deutlich aus. In den insgesamt sieben Partien verlor Kramer nur einen einzigem Satz und buchte 130:37 Spiele für sich. Interessant ist, daß das Spiel nur 44 Minuten dauerte. Brown war zu nervös und machte zahlreiche Fehler. Er hotte einen schlechten Tag, wähnend Kramer, der »ich Herr der Lage zeigte, mindestens eine Klasse besser war. Das Matsch wurde die meiste Zeit auf den Gnindliinien gespielt und mehr als 5 Ballwechsel kamen kaum vor. Nach dem Spiel hat Kramer erklärt, daß dieser, »ein 5. Steg über Brown, der leichteste gewesen sei.
Weitere Triumpfe der Amerikaner gab e« ln den Endspielen ta Damen-Etmel, Herren-Doppel, Gemischtes-Doppeil und auch im Damen-Doppel. Damit fielen sämtliche Wimbledon-Siege nach USA . Dumen-Binzel; M. Osbome (USA ) — D. Bart (USA ) 6:2, 6:4. — Herren-Doppel; Kramer: Falkeributrg — Mottram-Sddwell 8:6, 6:3, 6:3. — Damen-Doppel: D. Hart-P. Todd — L. Bnough- M. Osbome 3:6, 6:4, 7:5. — Gemiechtos-Doppel: Bromwich-L Borough — Lang-N. Bolton 1:6, 6:4, 6:2.
In der Tour de France wurde auf der 7. Etappe von Lyon — Grenoble Rodis (Frankreich .) Sieger vor Brambiilta (Italien ) und Fechäeiitnwr (Frankreich ). Die 8. Etappe Grenoble — Briancan gewann CameClini (Frankreich ) vor Btrambilla und Lazarides (Frankreich ). Nach einem Ruhetag wurde am Samstag die 9. Etappe von Brianoan nach Digne gestartet. Hier hieß der Sieger Vietto (Frankreich ) vor Laaaodes und BrambUla. Am Sonntag wurde dann in Digne die 10. Etappe nach Nizza gestartet. Sieger und Träger des Gelben Trikots wunde CamellUni vor Ronconi (Italien ) und Laaariides. In der Einzelwertung führt demnach in deT 10. Etappe 1. Lazarides vor BramibiJ- l'a, Ronconi und CämeMnl.
Kurzmeldungen
In der Vorschlußrunde um die britische Zonen- meisteirschaft siegte der Hamburger SV über Rotwedß Oberhausen 3:1. Das Endspiel zwischen dem HSV und Borum&a Dortmund findet am 13. Juli statt.
Britischer ZonenhandtbalCmeister wurde der RS MüSlheim durch seinen i3:9-Sieg über TV Müi'l- helm.
Dte britische EiBkunetLa-ufmeieterin. Daphne Walker ist zum Benuiftaport übengetreten.
Er und sie reisen
So reisen Männer fort: Mit einem verwegenen Hutachwenken, das bedeutet: Hinaue in die Freibeit I Und 60 kommen eie wieder: als ein zerknautschte« Etwas, das eines morgen« unerwartet vor der Türe steht. Sie haben über den Skeptizismus der Gattin gelä- chelt oder waren beleidigt („Bin ich denn ein Kind, daß du mir dauernd gute Ratechläge gibst?"). Jetzt drücken sie «ich scheu ins Zimmer, fahren über das unbedeckte Haupt und richten gierige Blicke auf Brotkort» und Kaffeekanne. Den Hut etahl ein Strolch aus dem Gepäcknetz, und die Brotmarken waren schon nach drei Tagen nur noch ein holder Traum. Hemd und Seele aind schwarz, teils von Ruß, teil« von düsteren Gedanken.
Er ist überhaupt grenzenlos enttäuscht, Die Hoffnung auf den Schnapsvorrat von Freund Otto erwies eich als trügerisch — und zu rauchen gab es schon gar nichts. Er hat gehungert, gedurstet, gefroren und geschwitzt. Er hat Husten und ein triefendes Auge. Dazu hat er rapid abgenommen, er mußte schleunigst umkehren, um wenigsten« noch einen Reet von Gewicht zu bewahren, und dieses bißchen Gewicht scheint er angeeichte des Lächeln« seiner besseren Hälfte euch noch zu vertieren
Natürlich hat er Erfahrungen gemacht, o ja — aber zumeist trübe. Sein Verdacht, daß die Welt ein Jammertal sei, hat sich unangenehm bestätigt. Er ist voller Groll auf die Menschheit und voller Pickel, well er irgend etwas Unrechte* gegessen hat, oder auch, weil er sein Taschentuch zwischendurch als Schuhputzlappen verwertete. Geschlafen hat er miserabel — lm Bahnhofsbunker war neben ibm eine Frau mit vier kleinen Kindern, die die ganze Nacht durch herumwirkten. Sein ganzes Innenleben Ist total gestört und braucht sorgfältige Pflege, um wieder auf normalen Pegelstand gebracht zu werden. Schließlich kramt «r aus einer Ecke de« zerbeulten Koffers ein kümmerliches Holzkäst- cben, für 19-30 Mark, wie er mit etlllem In
grimm immer wieder erklärt, das er nicht ohne Stolz der Eheliebeten präsentiert, die es, geruhsam von soviel Unglück, dankbar entgegennimmt und die Worte verschluckt, dis ihr schon auf der Zunge liegen, daß man nämlich dasselbe Kästchen gleich nebenan für vier Mark hätte haben können. Sie blickt ihm mitleidsvoll nach, wie er endlich gebeugt zu Bett schleicht, den «chmutzigen Kragen in der Rechten wie eine gesenkte Fahne. —
Als a 1 e dann endlich verreisen kann, hat sie sogar ein bißchen Angst, aber mehr um die Zuhausebleibenden als um eich. Und sie läßt sich von dem weit- und reiseerfahrenen Gatten immer wieder die Umateigestationen, Abfahrzeiten und Zonengrenzen eintrichtern, was er mit der Miene eines über seinen Schüler verzweifelten Lehrers tut. „Ich werde es «chon machen", versichert sie, von ihrer eigenen Minderwertigkeit ganz niedergedrückt, während er diktatorhaft echrelt: „Vergiß die Fahrkarte nicht! — Hast du dein Geld? Gib deinen Paß nicht aus der Hand!“ Und als der Zug sich in Bewegung setzt, winkt sie noch lange dem schwarzen Punkt auf dem Bahnsteig nach Und eines Tages i#t sie wieder da. Sie hat ein neues reizendes Hütchen auf. Weiß Gott , wo sie es ergattert hat, mit einer feschen Blume und einem Schleier. Sie «ieht gar nicht derangiert aue, eie ist friech und beinahe rosig. Das komme daher, sagt Me, weil sie endlich einmal drei Wochen lang nicht an die Wirtschaft und das Kochen zu denken brauchte. Sie ist beinahe fidel und hat einen neuen fremden Duft an Mch, dem der verdutzte Gatte voller Verdacht nachsebnuppert, Zwar, Schnaps hat eie auch nicht bekommen, aber sie hatte auch nicht darauf reflektiert, ebenso nicht auf Zigaretten, doch da Me mit einer Dame zueammenreiste, die neben einem kranken Säugling noch ein krankes Kind hatte, nahm Me sich sofort dieses Kindchen« an, und di« Dap« lud «ie dann ein, bei Ihr zu wohnen. Sie hat dort herrlich geschlafen und großartig gefrühstückt, sogar mit Bohnenkaffee, denn die Dame bekam Pakete aus Amerika . Ihre Bluse iet schneeweiß, denn
Me hat eie bei der Datne gewaschen, und auf die Idee, ihr Taschentuch als Schuhputzlappen zu gebrauchen, iet Me natürlich nicht gekommen.
Sie iat ausgeruht, munter, heiter,,,Strapazen?" sagt sie, — „du lieber Gott, das war doch ein Vergnügen! Wenn ich dagegen an Zuhause denke, jeden Tag für dich kochen, einholen, waschen, bügeln, relnemachen, stopfen und flicken — am liebsten reiste Ich gleich wieder fort."
Aber da ist der Gatte tödlich beleidigt, und erst, als Me Ihm ein Zigarettenetui präsentiert, und dazu noch gefüllt, wird er versöhnlicher gestimmt, besonders, weil er gleich eine davon rauchen darf.
Und sie geht auch nicht etwa schlafen, bebewahre — sie geht ln die Küche und reißt da« verwaiste und verwahrloste Küchenunwesen wieder an sich. „Diese — Frauen —", sagt der Mann, „diese Frauen —", weiter nicht«, schüttelt den Kopf und Meht mürrlich dem Rauch «einer Zigarette nach.
Marä Stahl
Cari Orth „Bai ris c h es Stück“ „Dte Bosnauerin“ bedeutet «inen weiteten Schritt auf dem Wege von den „CormlM Buren«" bis zur „Klugen.". Cart Orff aucht sin* neue Opemfarm; ar geht aus vom Wort, vom Rhythmus. Wtr kennen seine kurzen, prägnanten Themen, dte bewußt das Melodisch« als ml«5 k wichtig suriicfcdTän- gen, dis durch dis Wiederholung besonders eindringlich werden Neu ist dte vofflotinölge Trennung von gesprochenem Wort und Muük. Die ergreifende Dichtung hi altbayeriadier Mundart wird von Schauspielern gesprochen. Die muat- kalischon Gedenken sind in der Hauptsache einem großen Chor anvertmnt; nur ln der Schlußtzen» iet ihm ein s u e a n g ne nh ängender Text unterlegt, sonst nur kurze, foimMhafie Sitze und tönende Silben. Rein murtkalteChe Probleme läßt Cart Orff bewußt ta Hintergrund. Dichterisch iet Mies Zufällig-Parsöribcho vermieden. Da» Schicksal dieser „Bemauerto" — die nicht* mit Heb bels Werk zu tun hat — ist tos Ueberpc rs öitÜche gesteigert. Bine Art Passion schwebt dem Dichter vor, ein kultleche* Theater. Des Werk bleibt
Probleme tiech, erwies sich aber bet der Stutt garter Uraufführung unter Bertil Wetzelsberg«? als dramatisch sehr wirksam uud ergreifend.
Ein Urteil Über Heinz Hilpert
Sari einigen Tagen befindet sich der als Intendant für Konstanz kt Aussicht genommene, bedeutende Theaterleiter Heinz Hilpert wieder in Berlin . Auch Hamburg und Frankfurt am Main heben schon noch dam Krieg Hilpert» fein- nervige Regielcunst Kleben können. Jobst insze- ntert et ta Berliner Renairaence-Tbeater dte Komödie „Da» Lied dw Taube" von John van Drum. Bei dfeaer Gelegenheit schreibt der Ber liner „Abend" über Hilpert;
„So wie Diogenes am helllichten Tage mit de? Latenve in Athen einen Menechen suchte, so hat Hilpert ln den Jahre« der Unmenochälchkeit in seinen tosesnterungen das Menschliche al» Potenz hetaustniechälec versucht. Wir denken an seinen „König Lear", an die „Räuber", an da* „Kätbchen von Heilbronn", an „Amipfaatryon" und ganz besondere an seine „Nora"-ln»zeJiÄe- ruag. Unver g es sen bleibt auch dte Art, wie et sich des Befehls „von oben": Deubels „Letzte Festtrag" aufzuführen, unterzog, Br taug so dick auf, daß es Saanenbeffefl geh — aämätogs nur an den SteUien, dte Spitzen gegen das autoritäre Regime und den Kriegs- Wahnsinn waren".
KULTURNACHRICHTEN
Robert Bürkner , de ? Scheusplsler von Formet und Geist, dessen vielseitige« und tiefgründiges Körnten steh in de? nun abgeschlossenen Spielzeit des Konstante? Stadtthsöter» so oft bewährte, hat einen ebrenvotten, dringenden Antrag an das SteotliCha Deutsche Schauspiel haus in Hamburg erholte», wird aber, wie man hört, Konstant treu bMtoen.
Hermann Hesse Ehrenbürger von Celw. Auch sekw Osbwtsctedt hat den Dichte? zu seinem 70. Geburtstag durch VaiOritvung des Bhrenbütgemtbtes geehrt.
Der hervonagtade Tübinger Pädagoge und Philosoph Eduard Spranger , nach dem Kriege der erste Rektor der Berliner Universität, beging seinen 65. Geburtstag.
Prof, Bavtak geetotrben. In Bfeäe- feid Ist ta Alter von 66 Jahren dt? Naturwissenschaftler und Nstuiphitosoph Prof. Dr. Bernhard Bavtnfc verstorben. Das bekannteste WSCk
des ntedwnteutschaa Gelehrten, dem erst nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches an der Universität Münster eine Pr o fes su r übertragen, wurde, h<at dien Titel: „Dte NoturwiemmaChaft auf dem Wege zur Religion",
Ausstellung „Römisches Rhein, land“ aufSchloß Rheydt. Schloß Rheydt, du kn vergangenen Sommer die große Ausstellung rheinischer Kunst des Mittelalters beherbergte, die von 35 000 Gästen des In- und Auslandes besucht wurde, bereitet eine saue große Ausstellung „Römisches Rheinland" vor. Die augenfällige Verbindung und geistige Durchdringung von Antike und Christentum wird ln dieser von Dr. Woltraf geleiteten Semmeteusttel- lung al» das WurMlge&eCbt der abendbäudlechitc Geistesbildung am Rhein daigoiegt. Dte Ausstellung wunde am 5. Juli 1647 eröffnet, Dsretite deutsche NaChkrlegefiltn im Ausland, Bei den Internat. Fümfeetapteten. in Locamo wurde, wie wir schon kure berichten konnten, al« erster deutscher NeChkrtogstllm ta Ausland der von Helmut K 6 u t n e r geschriebene und Inmeateme Ftta „ln jenen Tagen" ureuf- geführt. Br fand die allgemeine Anerkennung dee Schweizer und dee intematiooelen Publikums. Sowohl dte symtooIteCh-teeiastiedM Echtheit der verschiedenen Episoden diese« dokumentarischen Spielfilms aus den zwölf HtMerjahren wurde eis bemerkenswert und bahnbrechend be wa c ht et, wie such die mit einfachsten äußeren Möglichkeiten arbeitende, mutige Regie und die stilvolle Photographie, dte nüt stülen Mitteln heftende Bindrücke «retetten, rühmend he r vongs h obeft wurden. Der nächste KtuthST-Fllm. Helmut Käutners neuer Pöm, mät dessen Aufnah m en er demnächst beginnen wird, sott eist Parodie der Meuschheitegaedtkhta von Adern und Eva bis zur Gegenwart werden. Bobby Todd w*rd den Adam, Betttoe Mcnsal dte Eva sptefen. Käutnsr selbst will den Lutiter und Margot Hüeisdutr die Schlange Übernahmen.
„Der 20. Juli". Des Ftimstudio des Theo- tan in der Joeefetedt, Wtan, wind ta August unter dar Ragte Rudolf SteinböCk « in dsn Stevurin. gar Atetisr» seinen ersten Pita mit dem Titel „Der 20. Juli“ drehen, dem etea Novelle von Alexesder Lonmt-Hotenua zugrunde Hegt (diese ist soeben fn der be ka n nt en Ko nstan ter Zeitschrift „Die Busähtkmg“ erschienen).
Mtrika Rökk et s Fanny Elßler , ln Rom wind ein ö atarr e kh te fh -WaltePieCber Centeda- sdtaftsMin vorbereitet, «testen Ttteteolte, dte Wune? Tänzerin Fanny Hinter, Madie« Rökk «Mt.
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