•a*nstag*Sonntag, 28./29. Mai 1949
SÜDKURfER
Nr. 83 / Seite 4
{SK) Biberach . Der 3:1-Sieg des VflL Konstanz am Himmelfahrtstag beim SV iBabaradi entschiea überraschenderweise noch vor Abschluß der Meisterschaftssaison mit einem Schlag über da» Zonanligaschidtsal von fünf Vereinen. Die Würfel sind gefallen: der VfL Konstanz rettete sich aus eigener Kraft aus der Abstiegsg-efahr, überließ damit das bittere Abstiegslos dem SV Biberach und befreite dazu noch Schwenningen , Friedrichshafen und VfL Freiburg vom „Landes* liga-Druck".
SV Biberach SV Offenburg
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Vom 1:0 zum 1:3!
A. 9t. Biberach . Es war die Stimmung' eines Meisterschaftsspiels. Es war noch mehr, noch dramatischer, denn, die Abstiegsfrage, von der beide Teil« tangiert waren, ist mitunter noch einschneidender als ein Titelgewinn. So trug die Partie lange Zeit automatisch solch schwerwiegende Entscheidungs-Symptome. Etwas Nervosität, andererseits von der ersten Minute an das System der Zweckmäßigkeit und des Spieles »wischen zwei Hintermannschaften, die rasch un >a wnkhfig klärten und zu klären versuchten (manch
mal ging einiges daneben). So hatten die Tor» hüter mit direkten Schüssen zunächst verhältnismäßig wenig zu tun. Kirst vor allem sowie Klöfc- ier II und Trautner im Konstanzer Tor hatten aur der einen Seite mit besonderem Erfolg viel zu tun, wenn das Biberacher Flugballspiel meist über die schnellen Flügel zum Zug kam und die Gästevertei'diger wiederholt überlaufen wurden. Bei den Einheimischen stand vor allem Köhler wie ein Turm in der Schlacht, wenn der Kon stanzer Flachpaß anbrauste. Es kamen noch keine Schüsse. Zweimal war es aber fast soweit, als Lehrrieder und Horlamus mit langen Schritten anstürmten und sich ein unfaires Bein <Ja- zwischensteilte. Jedoch der Schiedsrichter zeigte mindestens in einem Fall eine merkwürdige Eltmeterscheu. So blieb das Treffen bis zur Pause torlos. Und das zu Recht, weil beide Mannschaften sich leistungsmäßig etwa die Waage hielten. Dann vier Minuten nach dem Seitenwechsel Biberacher (Begeisterungssturm, nachdem Hub rieh, der gewandte Sturminspirator, ein langes hm und her im Torraum mit dem 1:0 abschloß. Ein 4:0, von dem man glaubte, daß es die entscheidende Wende zum Biberacher Enderfolg sein könnte. So ist es auch meist bei solch wichtigen Treffen, wenn der Platzverein in Führung liegt. Aber mit einmmale lief das Konstanzer Spiel noch besser als an sich schon vor der Pause. Noch elanvoller, noch Individueller, trickrekher und geschmeidiger, wie nach dem Fußball-Lehrplan. Und von einer begeisternden Anfeuerungs- welle hunderter Konstanzer Zuschauer getragen, wuchs die Gästeelf zu einer Leistung empor, die Zug um Zug Klassenunterschied demonstrierte. Die besser gewordene Konstanzer Hintermannschaft, wo nun Ktökler I, Engelmann und
Rund 90000 beim Endspiel
Eine Frankfurter Firma hat sich Angeboten tut das Fußballendspiel am 3. Juli in Stuttgart in den Kurven zusätzlich Sitzpdatztribünen zu erachten.} bei den hohen Kosten zur Errichtung dieser Tribünen würde jedoch' ein solcher Sitzplatz 10.— 'DM kosten. Eine Umfrage im Sportbericht", in der das Publikum befragt wurde, ob es beim Bau dieseT Tribüne bereit sei, einen solchen Preis zu bezahlen, gingen ganze Berge von Bestellungen für diese zusätzlichen Sitzplätze ein? so daß sich der DFA entschlossen hat, diese beiden Tribünenbauten, die 14 000 weitere Sitzplätze schaffen, zu erstellen. Das Stuttgarter Nedcarstadion wird also beim Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft am 3. Jiuii die Rekordzahl von. 99 000 zahlenden Zuschauern aufnehmen. Die übrigen Eintrittspreise für das Endspiel wurden wie folgt festgesetzt: Schüler 1.— DM? Stehplatz (Kurve; 1.50 DM? Stehplatz 2.— DM} Sitzplatz (Kurve; 3.— DM; Sitzplatz 4.— DM; neuerrichtete Tribüne 5.— DM; über den Stehplätzen Haupt- tri'büne 7.— DM. Durch die zuständigen Landessportverbände werden insgesamt 75 000 Karten verteilt.
Nach einem (Beschluß des Deutschen Fußball- Ausschusses (DFA) wurde als Austragungsort des VoTSchlußrundenspiels um die Deutsche Fußballmeisterschaft zwischen dem süddeutschen Meister, Kickers Offenbach , und dem zweiten Vertreter der französischen Zone, Fortuna Freiburg oder Wormatia Worms Kaiserslautem angesetzt. Ferner beschloß der DFA, den achten Teilnehmer an den Endrundenspielen zur ,,Deut schen " nach folgendem Modus zu ermitteln: Der Sieger aus dem Treffen Westdeutschland II (Rot- Weiß Essen ») gegen Norddeutschiand I'I fFC. St. Pauli ) trifft auf Bayern München , den süddeutschen Meisterschaftsdritten. Dieses Spiel findet in Hannover statt. Der aus diesem Treffen hervorgehende Sieger hat-sich dann als dritter Vertreter der Bizone und als achte Mannschaft die Teilnahme an den Endrundenspielen gesichert und trifft im ersten Vorrundenspiel am 12. Juni auf den FC. Kaiserslautern . Dieses Vorrundenspiel zwischen dem 1. FC. Kaiserslautem und
dem dritten Vertreter der britisch-amerikanischen Zone wird, falls sich Bayern München für dieses Spiel qualifizieren sollte, in Nürnberg ausgetragen. Im Falle eines Essener Sieges kommt Hamburg als Austragungsort in Betracht. Die dritte Möglichkeit, die Paarung 1. FC. Kaisers lautern — ^t. Pauli würde Duisburg als Austragungsort sehen.
Schweizer 4:0-Sieg gegen Wales (Si. Eigenbericht) Das (Berner Ländertreffen Schweiz —‘Wales am Donnerstag wurde von der Schweizer Fußballergemeinde spontan in die Kategorie der „kleinen Länderspiele" einge- reiht. Das Wankdorf-Stadion hatte denn auch diesmal nur knapp 1«8 000 Zuschauer aufzunen- m-en. Die mit Windvorteil spielenden Gäste dominierten glatt während der ersten Viertelstunde. In dem temporekhen Spieil entwickelten die Gelben (W) einen, riesigen'Arbeitseifer. Das Spiel der Rotjacken rollte nicht gut, weil in der Mitte der Läuferreihe ein Loch klaffte. Aber plötzlich rollte das Leder, von Ball&man geschossen, der gegnerischen Torlinie entlang. Tamiai nahm es auf, gab zu Fatton und dieser schoß ins leere Tor. Der Erfolg steigerte die Unternehmungslust der Schweizer , die nun das Schießen fleißiger übten. Die Gelben gingen nach der Pause mit Eilan ans Werk und warfen möglichst viele Leute in den Angriff. Dem Generalangriff der Waliser setzten die Rotjacken zielbewußte Vorstöße entgegen. Pasteur gelang es, eine jener typischen Servette-Aktionen einzuleiten und nach verwirrenden Kreuzpasslngs» jagte Fatton das Leder ins Netz. Den Auftakt zum dritten Torerfolg der Schweizer bildete in der 29. Minute ein Lattenschuß Taminis. Hughes stürzte bei der Abwehr und der ungedeckte Ballaman köpfte entschlossen ein. Das Spiel der Roten blieb nun weiterhin flüssig, während tm Sturm -der Gäste der Zusammenhang sichtlich nachl'ieß. Vier Minuten vor Schluß der Partie wollte der Keeper Hughes einen hohen Ball Pasteur etwas zu nachlässig unschädlich machen. Das Leder entglitt ihm und damit war die 0:4- Niederlage der Briten perfekt.
Nach ihren Starts in Nord- und Westdeutsch land traten die schwedischen Leichtathleten von Mai Stockholm , die bekanntlich auf Grund ihrer Deutschlandreise für internationale Veranstaltungen vorläufig gesperrt wurden, am Himmelfahnstag auch in Berlin an. Nachdem sie am Dienstagabend von «den sowjetischen Kontrollposten an der Zonengrenze bei Helmstedt an der Weiterfahrt nach Berlin gehindert worden waren, sind sie am Mittwodmachmittag' mit einem britischen Sonderflugzeug von Hamburg nach Berlin geflogen. Etwa 17 000 Zuschauer waren im Berliner Mommsen-Stadion erschienen, um die Leichtathleten des ,,Mai"-Maknoe sowie die deutsche Eite, die sich erstmals nach dem Kriege in Berlin verstellte, zu feiern. Wenn es eine Enttäuschung gab, dann war es der Regen, der sich auf die Zeiten ungünstig auswirkte. Trotzdem wurden in sportlicher Hinsicht alle ‘Erwartungen erfüllt. Lennart Strand kam auch in Berlin zu einem klaren Erfolg. Bei etwas weniger Nervosität hätte im 1500-m-Lauf die Zeit von 3:56,8 von ihm unterboten werden können. Weitere schwedische Siege gab es im Kugelstoßen durch Nilsson — 14,17 m — vor Rosendahl und Kunz, im Speerwerfen durch Olden (62,13 m) vor Böder und im Stabhochsprung durch Pihl — 3,90 m. Weitere Ergebnisse: 110 m Hürden: 1. Zepernick (VfL Osnabrück ) 16,4 Sek.; 2. Rendin fMalmoe) 16,7. 200 m : 1. Hieke (HSV ) 22.8; 2. Strandberg (Ma:- moe) 22,9 Sek. Diskuswerfen: 1. Rosendahl 43,83 OT; 2. Lindberg (Malmoe) 41,63 m. 100 m: l. Rohrssen (HSV ) 10.8 Sek. Weitsprung: 1. Klopt- fieisch (Humboldt) 6,99 m. 3000 n>: 1 .Brinkmann
(Kiel ) 9:08,4; 2. Person ftBJSC). Ueber 800 m gewann der deutsche 400-m-Meister Gerhard Au- dorf in 1:56,8 vor Ljungkvist (Malmoe) in 1:57,4 Minuten.
Südbadische Leichtathleten aktiv
$N.W.-Eigenbericht) Etwa 120 Teilnehmer aus dem südbadischen Raum hatten- sich am Himmei- fahrtstag in Gernsbach au einem Leichtathletifc- treffen versammelt. Leider hinderte ein_ ständig niedergehender Regen die Aktiven an der Entfaltung ihres ganzen Könnens.
Mit großer Spannung erwartete man das Auf- einandertreffen der beiden derzeit besten süd- badischen Sprinter Weiler (Ottenau) und Spitz- müiler (Nordrach ). Durch einen prachtvollen Laut beantwortete der kraftvolle Ottenauer die Frage nach dem Besseren zu seinen Gunsten und stellte gleichzeitig mit 14,2 Sek. eine südbadische Jati- resbestleistung auf. Der schmächtige Nordracher folgte dichtauf in 11,3 Sek. vor Merz (Ottenau), der 11,4 Sek. benötigte. Spitzmüller entschädigte sich dafür durch seinen klaren Weitsprungsteg mit 6,42 m vor Waßmer (Ottenau) mit 6,13 m. Eine weitere südibadische Jahresbestleistung gab es durch Bieser (Nordrach ), der die 400 m in 52,6 Sek. durchlief. Sieger in der 4X 100-m-Stat- fel wurde Ottenau in 46,0 Sek. vor den ersatz- geschwächten Nordrachem in 46,7 Sek. Bei den Frauen ragte die 100-m-Zeit von Hauß (Freiburg ; mit 14.0 Sek. heraus. Weitere Resultate: Männer: 900 nt: Ibach (Ottenau) 2:04,1 Min. — 1500 m : Scharer (Ottenau) 4:21,4 Min. — Diskus: Waß- mer (Ottenau) 34,0 m.
Silber streifen am Tennis-Horizont
Anschließend an das Wiesbadener Turnier läuft «in Trainingstehrgang unserer Damen-Blite unter Leitung von Pohruann (Rheydt ), zeitlich und örtlich gut angesetzt, zumal die frühe Saison alle Mängel viefl krasser offenbart und die ersten Ergebnisse eiben dieses Turniers mit alten ihren Widersprüchen praktisch noch ohne Belang sind. Was ünserem DaanentennU fehlt, ist nicht Sicherheit und Routine. Es sind die gleichen Elemente, die das Doppelspiel! ,.machen", nämflich Tempo, plazierter Aufschlag, Mut zur Offensive im Schmettern und i>m FlugschtLag. Hier liegt auch Pohunnns Aufgabe. Sah man im Nerotal auch einig?» hübsche Begegnungen im Mixed und Damendoppel — die Lichtpunkte lagen dennoch beim starken Geschlecht. Nicht, daß wir geneigt wären, den Sieg Dr. Günthers über Gulcs sofort zu überschätzen. Aber Stil und Spielanfrage des 25jährigen Wiesbadener Doktors sind doch imponierend. Seine stärkste Waffe ist ein unheimlich schneller Vorhand, dem er iim letzten Schwung des Durchzugs einen Vorwärtsdrall mitgibt. dessen Wirkung beim Gegner ein Uebermaß an Konzentration und Startbereitschaft erzwingt, Aus günstigen Winkeln ist dieser stilistisch perfekte Schlag tödlich, wenn der Rückschläger ihn nicht vowwahnL Auch das übrige Repertoire ist so
lide; vorzüglich der Kanonenaufschflag, der a-mge- | sicht« einer Größe von etwa 1,72 erstaunlich off gelingt. Zwei weitere „Youngster" sind erwäh- j nenswert; der junge Gieren aus Frankfurt und { Schomftj^irgk jun. aus Kronberg , letzter hoffnungs- | voller Sprößfring von Heini Schomtourgk, der von j Leipzig aus ins H&ssenfland übergesiedeit ist. I Beide sind den Bezirken der MitteÖclasse schon j deutlich entwachsen. Denkt man an Parallelen » km Süden, im Rheinland umd in Hamburg , dann ! sieht man doch langsam den Süberstreifen am j Horizont des deutschen Tennis. Es war ja Im i Prinzip nach 1918 nicht anders, nur daß sich da- j raals (unter wirtschaftlich bedeutend besseren * Verhältnissen!) vom ailten, größeren „Kapital" leichter zehren ließ als heute. Das wird gern und leicht übersehen.
Nächstes Jahr wieder Eggberg-Rennen
Verschiedene Anfragen aus dem Leserkreis veranlaßten uns Informationen über den Stand der Verhandlungen tut Durchführung des bgg- berg-Rennens einzuholen. Wie wir erfuhren, wird in diesem Jahr das Rennen nicht durchgeführt. Es soll jedoch im nächsten Jahr wieder statt- hnden und als Meisterscbaftslauf gewertet werden.
Reisacher ihre KoxrtrodLe immer konsequenter ausübten, stoppte die einheimischen Angriffe, während der Konstanzer Angriff wiederholt in flüssiger Kombination und mit Querpässen immer öfter den Ball oft mustergültig an allen Bibe racher Abwehrmaßmahmen vorbeilaufen ließ. Klökler H schaltete sich unwidersteh 1 ich als sechster Stürmer in den Angriff ein. Lehrrieder, Horlamus, Reichte und Schulze brilliierten mit zentimetergenauen Dreiecfcpässen und ungebrochenem Elan. Aus solchen Kombinationszügen entstanden binnen dreier Minuten (13. und 15.) Bilderbuchtore von Schulze und Lehrrieder. Und als 10 Minuten später Reichle ebenso mustergültig eine halbsteile Vorlage von Klökler II zum 3:1 verwertete, war die Frage gelöst, die viele Wochen viele beschäftigte. Die Einheimischen versuchten noch mit großem Kampfgeist eine Schicksa'lswendung einzuleiten. Sie hatten mit einigen Schüssen, die auch zu ungenau waren, kein Glück mehr. Die Angriffe der vorzüglichen Hubrich, Semp und Teufel hatten nicht mehr den vorher gezeigten Schwung, zumal die gesamte Konstanzer Abwehr jetzt unwiderstehlich schien. Die Konstanzer Schlachtenbummler trugen besonders hervorragende Akteure der verdienten Siegerelf wie in einem Triumphzug vom Platz.
PufßbaJl-Freundschaftsspiele
TuS Neuendorf — SV Waldhof 2:3; Mainz 06 — Göttingen 06 1:1; FC Nürnberg — Offerobacher Kidcers 2:2 (35 000 Zuschauer); 1860 München — VfL Osnabrück 2:0; SC Schweinfurt — Vf© Co burg 1:1; FSV Frankfurt — Phönix Ludwigshafen 2:2; SV Troßsingen — Stuttgarter Kickers 4:4; RiedlUngen — Bedingen 2:4. Städtespied; Essen — Stuttgart 0:0; Kölner Sporthochschule — FC Kaiserslautern 1:3; Meidericher SV — Fortuna Düs seldorf 0:2.
Im Wettbewerb des bayerischen Fußball-Toto* wurden folgende Quoten erzielt: 1. Rang: (zwöit richtige Voraussagen) je 1963.— DM für 109 Gewinner. 2. Rang: (elf richtige Voraussagen) je 101.— DM für 2108 Gewinner. 3. Rang: (zehn richtige Voraussagen) je 14.— DM für 9355 Gewinner.
Haßlocher Handball ausgeschieden
Der Handballmeister der französischen Zone, die SG Haßloch, unterlag im Ausscheidungsspiel zur Deutschen Handbal'lmeisterschaft in Neustadt (Pfalz ) dem westdeutschen Vertreter Tus Rheinhausen vor 3000 Zuschauern überraschend hoen mit 3:8 Toren. Bereits bei Halbzeit lagen die Pfälzer mit 2:4 Toren im Rückstand.
Meisterboxer und Meisterringer in Konstanz
Die Konstanzer Schwerathleten, die in diesem Jahr auf eine 50jährige Tätigkeit in ihrer Sportart ziurücfcblicken können, planen für Pfingsten ein großes dreitägiges Turnier im Boxen, Ringen. Gewichtheben und Rasenkraftsport sämtlicher aktiven Klassen. Bereits heute liegen Meldungen von weit über. 150 Athleten vor, wobet besonders im Ringen deutsche Spitzenklasse vertreten ist. Zahlreiche Meldungen aus Oester reich , der Schweiz umd Frankreich , die damit ein Interesse am Sportverkehr mit Deutschland andeuten, konnten infolge Zeitknapoheit (Einreise- formalitäten) nicht erfüllt werden. (Dieses hervorragende sportliche Ereignis, das Konstanz m diesen Tagen in den Mittelpunkt der starken Männer stellt, wird seine Anziehungskraft nicht verfehlen.
2000 Aktive werden in Fachkreisen zu den Deutschen Turn- und Spielmeisterschaften am 27./ 26. August in Köln erwartet. Schauplatz dieses Höhepunktes des Wettkampfjahres der deutschen Turner ist das Köln-Müngersdorf er Stadion mit der 14 Hektar großen Jafonwiese. Auf den gleichen Kampfstätten stand sich die deutsche Turn- BLite bereits 1928 bei m 14. Deutschen Turnfest gegenüber. Im einzelnen werden bei den Kölner Titeükämpfen, die man getrost als kleines Turnfest bezeichnen kann, folgende dt deutsche Meisterschaften vergeben: für Turner: Deutscher Zwölfkampf, Leichtathletischer Sechskampf, Leichtathletischer Dreikampf; für Turnerinnen: Deutscher Neunkamipf, Leichtathletischer Vier- kaenpf; in den Sonwnerspielen: Faustball für Turner und Turnerinnen, KoibbaHl für Turnerinnen, Schlagball für Turner, Ringtennis; Deutsche Turnvereins-Meisterschaft (DTVM). Außer diesen Meisterschaften werden in Köln zwölf große Rahmenwettbewerbe ausgetragen.
Es besteht in Turnkreisen die Absicht, den Kölner Titölkämpfen eine sportlichere, jugendlichere Note zu geben. So soliden die Kämpfe am Sonntagnadimittag so durchgefübrt werden,
daß den Außenstehenden nicht mehr die Vielzahl der gleichzeitig ausgetragenen Wettkämpfe verwirrt. Jeweils wird — in pausenloser FoIg e — eine Disziplin im Mittelpunkt stehen.
Durch kurze Sondervorführungen, durch Tänze und Lieder von mehreren hundert Sdiüfleninnea der Kölner höheren Schulen will man zum Abschluß der Kämpf© eine neuartige Siegerehrung umrahmen. Damit soll das kleine Kölner Turnfest einen besonders festlichen Ausklang erhallten.
Anläßlich des 100jährigen Bestehens der Sportvereinigung (Turnabteilung) Biberach/Riß fand in der von 2000 Zuschauern überfüllten Turnhalle ein großes Schauturnen statt. Der Glanzpunkt der Veranstaltung war die Mitwirkung der Meisterturner Stadel, Gebr. Wied, Göggel, Kammerbauer, Voigtmann und Haug. Besonders zu erwähnen sind auch- die von den bekannten Gebrüdern Wied gezeigten schwierigen Uebungen, die aber an Eleganz und Sauberkeit nicht an die ganz hervorragende Arbeit des Konstanzer Olympiasiegers Willi Stadel heranreichten.
Kreuz und quer durch die Sportwelt
Die Staffelmannschaft Pasquali-Frazier-Stocks- Mel Patton von der Universität Südkalifornien , die vor einer Woche in Fresno mit 1:24,4 einen neuen Weltrekord über 4 mal 220 Yards lief, erzielte in Los Angeles mit 1:24 nochmals eine neue Weltbestleistung .— Beim gleichen Meeting gewann die Holländerin Fanny Blankers-Koen einen 100-m-Lauf in 12 Sek. und gewann über 80 m Hürden in 11,8 Sek.
In Glasgow verteidigte der Engländer Billy Thomnson seine Titel als Europa - und britischer Meister im Leichtgewicht gegen den Schotten Harry Hughes, der in der 5. Runde vom Ringrichter in die Ecke geschickt w : urde, um ihn vor weiteren Niederschlägen zu bewahren.
Der traditionelle Match der Amateurmann- s-cbaften von Amerika und Europa fand in Chi cago vor 18 000 Zuschauern statt und endigte mit einem 10:6-Sieg der Yankees.
Der aus Berlin stammende vielfache deutsche Kraulmedster Werner Plath, der auch haute noch, die deutschen Rekorde über 200 m (2;12,6 Min.), 300 m (3:32,9), 400 m (4:47,6), 900 m (10:21,7) und 1000 m Kraul (13:06,2) hält, wird nach sechsjähriger Pause für seinen neuen Verein MTV Braunschweig starten.
Die Schweizer Ruderer-Mannschaften, die sidh zu den internationalen Regatten nach Paris begaben, schnitten ausgezeichnet ab. Schon in den Vorläufen zeigten sie sich ihren Gegnern überlegen und in den Endkämpfen vom Sonntag wurden beide Vierer durch den Seeclub Zürich und den Ruderclub Zürich gewonnen.
Den großen Automobilpreis von Brüssel gewann der Italiener Villoresi auf Ferrari . Er lagt« die 308 km lange Strecke in 2:77:17,9 Stunden zurück. Stundendurchschnitt 137,28, Zweiter wurde Orely (USA ) auf Meteor vor Cornet (Bel gien ) auf Veritas.
Mit einerm Beteiligung von 104 Fahrern, die auf 15 Fabrikmannschaften aufgeteilt sind, begann in Palermo die Italien -Rundfahrt. Die großen Favoriten sind Fausto Coppi und Gino Bar- tali.
Die deutsche Arbeitsgemeinschaft Handball erklärte Frischauf Göppingen auf Grund des bes
seren Torverhältnisses zum süddeutschen Handballmeister. Göppingen und der 1. FC Nürnberg beendeten die Meisterschaftsrunde punktgleich'.
Der 1. FC Nürnberg erwartet zu Pfingsten die Grasshoppers aus Zürich , die dieses Spiel mit dem Ex^Nürnberger Hans Pöschl bestreiten.
Mit Vienna Wien haben der VIR Mannheim (6. Juni) und Bayern München (25. Juni) eine der bekanntesten österreichischen Fußball-Mannschaften verpflichtet.
Wochenend - Sportkalender
Zonenliga Süd: SG Friedrkhshafen — VfL Freiburg.
Um den 2. Zonenligaplatz in Rastatt : Fortuna Freiburg — Wormatia Worms (der Sieger nimmt an den Endspielen um die Deutsche Meiserschait teil).
Um den 3. Platz der Oberligen West-Nord m Braunschweig: Rotweiß Essen — FC St. Pauli (der Sieger trifft am 5. Juni auf Bayern Mün chen , um den 8. Teilnehmer an den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft zu ermitteln).
Entscheidungsspiel gegen den Abstieg der Oberliga Süd in Frankfurt : BC Augsburg — Ulm 46.
Aufstiegsspiele zur Oberliga Süd: Gruppe lt Hessen Kassel — Untertürkheim; Jahn Regens- bürg — VfL Neckarau. Gruppe II: Zuffenhausen — Kassel 03; FC Pforzheim — Spvgg Fürth.
In Schwenningen Auswahlspiel Südwürttemberg Nord — Südwürttemberg Süd.
Südwürtt. Landesliga Süd: Wangen — Baien- furt; Lindenberg —- Laupheim .
Südbad. Landeeliga: Ottenau — Blauweiß Freiburg .
Vorschlußrunde Südbad. HandbaTlpokal: Rotweiß Lörrach — Schutterwald ; VfL Freiburg — Zähringen.
Handball Zonenklasse Südwürttemberg: Tett- nang — Freudenstadt. Aufstiegsspiel zur Zonenklasse: Tuttlingen — Balingen .
Daanenhandballpokal Baden. Vorschlußspiel Meersburg — Allensbach (15.15 Uhr).
Europas Währungen unter der Lupe
Vorschläge zur Angleichung - Widerstand Englands — Beurteilung der D-Mark in Frankreich
Das Problem der europäischen Währungen beschäftigt nicht allein Europa selbst, sondern auch die internationalen Bankinstitute und die amerikanischen Finanzkreise. Von allen Seiten wird darauf hingewiesen, daß eine endgültige Verbesserung der wirtschaftlichen Lage Europas nicht erreicht werden kann, solange die einzelnen Währungen nicht aufeinander abgestimmt sind, frei umgewechselt und von Land zu Land zirkulieren können. Das Haupthindernis zu einer solchen Maßnahme stellt nach wie vor die Haltung der Engländer dar, die sich entgegen allen Erwartungen sträuben, das Pfund Sterling abzuwerten und so den übrigen europäischen Währungen anzugleichen. Aber auch die amerikanischen Finanzkreise sind hinsichtlich dieser Frage sehr geteilt. Wie der Korrespondent in Washington der französischen Wirtschaftszeitung „Journal du Commerce“ schreibt, geht die Meinung der Amerikaner dahin, daß die Engländer sehr gut wissen, daß sie schließlich und endlich zu einer Abwertung des Sterling schreiten müssen, daß sie es aber nicht zugeben und warten wollen, bis sie es unter dem Vorwand des Drucks der Vereinigten Staaten tun können. So könnten sie die Verantwortlichkeit für die Folgen leichter von sich abwälzen. Weiterhin meint er, daß die amerikanische Regierung durch Vermittlung des Beratenden Wirtschaftskomitees den Internationalen Wäh rungsfonds dazu veranlassen möchte, daß dieser eine Neufestsetzung der Währungen der europäischen Länder nach Maßgab* ihrer wirtschaftlichen Lage vornimmt. Dazu sei auch yorgeschlagen worden, das Experiment zu wagen, die europäischen Währungen während einer Dauer von sechs Monaten frei zirkulieren zu lassen, damit sie das ihnen angemessene Niveau selbst finden könnten. Aber sowohl die Marshallplan-Verwaltung wie der Internationale Währungsfonds halten diesen Versuch bei der augenblicklichen Wirtschaftslage in Europa für zu gefährlich.
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Auf dem freien Devisenmarkt in Paris werden zur Zeit nur der USA -Dollar und der portugiesische Escudo notiert; die Notierung des Schweizer Franken ist infolge des kalten Wirtschaftskrieges zwischen Frankreich und der,Schweiz einstweilen eingestellt. Solange der gesamte Außenhandel Westdeutschlands von der JEIA durchgeführt , wird, die. Abrechnung des Warenverkehrs in USA-Dol- lars erfolgt und die D-Mark somit eine reine Binnenwährung bleibt, ist mit der Aufnahme der Notierung der D-Mark in Paris kaum zu rechnen. D-Mark-Banknoten werden derzeit in Paris weder gesucht noch angeboten. Auch die eher günstige Beurteilung der weiteren Aussichten der D-Mark auf gewissen ausländischen Plätzen, sowie ihre steigende Tendenz auf freien Devisenmärkten, z. B. in der Schweiz , können die völlige Interesselosigkeit, die sich gegenüber der D-Mark in Paris offenbart, nicht umstimmen.
Die französische Beurteilung des inneren Wertes der D-Mark fußt auf folgenden Überlegungen: Die D-Mark ist weder durch Gold noch durch Devisen gedeckt; es besteht keine amerikanische Erklärung, die ihre Kaufkraft oder ihren sonstigen Wert sichern würde; der einzige Schutz für ihren Wert ist die Vorschrift, daß der Banknotenumlauf 10 Milliarden nidit überschreiten darf. Ein finanz- technischer Unsicherheitsfaktor liegt darin, daß die D-Mark-Währung einzig und allein durch den Arbeitswillen und die Arbeitsergebnisse der Bevölkerung garantiert ist.
Eine wirkliche Beurteilung des inneren Wertes der D-Mark ist nach französischer Ansicht nur im Zusammenhang mit der Staats
haushaltslage Westdeutschlands, d. h. der Länder sowie der Zentralregierung und der Handelsbilanz möglich.
Kurzmeldungen
Der Zentralbankrat der Bank Deutscher Länder hat in seiner Sitzung vom 24, Mai beschlossen, die Diskontsätze mit Wirkung vom 27. Mai um Wi% herabzusetzen.
Zweidrittel der Gesamtausfuhr der Bizone wurde im ersten Jahresviertel 1949 von Nord rhein-Westfalen bestritten.
In den Leuna -Werken, in denen z. Zt. rund 26 000 Arbeitskräfte beschäftigt sind, hat die Stickstofferzeugung bereits wieder 70% des Produktionsstandes von 1938 39 erreicht.
Westöstlicher Warenaustausch
Umsätze zwischen USA und UdSSR — Schwierigkeiten weiterer Handelsbelebung
Aus den soeben vom amerikanischen Handelsministerium veröffentlichten Ziffern geht hervor, daß der Warenaustausch zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjet union im März zwar gestiegen ist, daß aber die russischen Chrom- und Manganerzlieferungen eine weitere Senkung erfahren haben. Die Gesamtausfuhr Rußlands nach den USA erreichte im Monat März 4 300 000 Dollar, wobei im Vergleich mit dem Vormonat eine Erhöhung um 1 Million Dollar verzeichnet wird. Diese ist hauptsächlich auf größere Pelzlieferungen zurückzuführen, während die Chrom- und Manganerzlieferungen von 1 300 000 Dollar im Februar auf 600 000 Dol- j lar im März, also um ungefähr 50% sanken.
| Die Gesamtlieferungen der ersten drei Mo- | nate dieses Jahres werden auf 3 100 000 Dol-
• lar geschätzt, gegenüber 6 600 000 Dollar in der gleichen Periode des Vorjahres. Die ame rikanische Ausfuhr nach Sowjetrußland (Rohbaumwolle) ist von 200 000 Dollar im Februar auf 1 900 000 im März gestiegen.
Die Exporte der Vereinigten Staaten nach den osteuropäischen Staaten fielen demgegen- 11 über von 11200 000 Dollar im Februar auf 8 400 000 im März und lagen damit unter dem Monatsdurchschnitt der letzten sechs Monate 1948. Die Einfuhr aus diesen Ländern nach Amerika stieg von 7 500 000 Dollar im Februar auf 9 400 000 Dollar im März. Bei dieser Gelegenheit gibt das Handelsministerium bekannt, daß die amerikanische Ausfuhr nach den 16 Marshallplanländern in Westeuropa im März die Gesamtsumme von 417 700 000 Dollar erreichten, gegenüber 367 200 000 Dol-
• lar im Februar, während die Einfuhr aus | diesen Ländern von 98 600 000 auf 90 200 000 , Dollar fiel.
In Genf tagt die Europäische Wirtschaftskommission, die bekanntlich die einzige Stelle ist, wo internationale Wirtschaftsfragen zwischen den Vertretern von Ost und West besprochen werden. Bereits seit Monaten ist •in Unterausschuß tätig, um die Möglichkei
ten zur Belebung des Ost-West-Handels zu prüfen. Die Weststaaten, vor allem England , bestanden darauf, daß nur die engeren Handels-Probleme zur Diskussion ständen, die Oststaaten hingegen verlangen, daß laufend auch Fragen des Ausbaues der landwirtschaftlichen und der industriellen Erzeugung der Oststaaten untersucht werden. Sie berufen sich dabei auf den Umstand, daß die vom Westen verlangten größeren Lieferungen nur dann erfolgen könnten, wenn die Erzeugung in den Oststaaten anwachsen würde. Dies ist eine geschickte Tarnung des Wunsches, der Westen möge den Oststaaten Kredite gewähren, um ihre Landwirtschaft und ihren Bergbau, aber auch ihre Industrie, in die Höhe zu bringen.
Von westlicher Seite wurde nun energisch darauf hingewiesen, daß die Oststaaten mehr Austauschwaren zur Verfügung haben würden, wenn Rußland ihnen nicht Handelsverträge aufgezwungen hätte, die große Lieferpflichten zu ungünstigen Bedingungen enthielten und in den gemischten staatlichen Gesellschaften wie den russisch -ungarischen Gesellschaften oder den russisch -rumänischen Gesellschaften — dasselbe wird ebenfalls von den Unternehmungen der deutschen Ostzone vermutet — nicht feste „Gewinnanteile“ beziehen würde, selbst wenn keine Erträge erzielt werden, womit Rußland sich auf Umwegen zusätzliche Reparationszahlungen verschaffe. Neben diesen Behauptungen verblaßten die Klagen der Oststaaten, nach denen Amerika und England die Handelscharta von Havanna verletzten, indem sie bei der Ausfuhr Unterschiede je nach dem Bestimmungslande machten und Maschinenlieferungen an die Oststaaten unterbinden. Von seiten der amerikanischen Delegation wurde diese Tatsache nicht in Abrede gestellt, jedoch mit militärischen Notwendigkeiten begründet; die Politik Rußlands zwinge die Weststaaten, einem etwaigen Angriff vorzubeugen und dazu gehöre auch, daß keine kriegswichtigen Artikel nach dem Osten geliefert würden.