Dienstag, 10. Oktober 1950

SÜDKURIER

Nr. 122 I Seite 6

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Ihren 94. Geburtstag feiert heute Diens­tag Frau Theresia Schlegel, Witwe, Ehe­frau des verstorbenen Hausmeisters an der Wallgutschule, wohnhaft Blarerstr. 24. — Seinen 77. Geburtstag begeht heute Friedrich Motz, Paradiesstrafie 8.

Studienassessor Valentin Zwosta am Humboldt-Gymnasium ist zum Studienrat ernannt worden.

Das auf den kommenden Donnerstag an­gesetzte Gastspiel der Filmschau Spielerin Mari'ka Rökk fällt aus und ist auf dem 26. November angesetzt worden. Die bis­her gelösten Karten behalten ihre Gültig­keit.

Die Gewerkschaft öffentliche Dienste hält am 13. Oktober um 20 Uhr im „Ale- manne“ eine Versammlung ab, wozu alle iim öffentlichen Dienst beschäftigten weib­lichen und männlichen Angestellten ein­geladen sind. Bei der Versammlung wird über den Stand der Gehaltsverhandlungen im öffentlichen Dienst berichtet.

Das „Wahlwieser Eselspiel“, das vor einigen Wochen in Konstanz einen beacht­lichen Erfolg erzielte, wird am 18. Okt. in St. Johann erneut aufgeführt.

Sänger and Mandolinen im Konzil

Wer eine ganze Woche seiner Arbeit nachgegangen äst, der empfindet es als Erholung, wenn er am Samstagabend noch einige frohe Stunden geselligen Zusam­menseins erleben kann. Ein solches hei­teres Wochenende schenkten der Männer­gesangverein .,Badenia“ zusammen mit dem Mandolinenorchester Konstanz ihren Freunden. Der obere Konzilsaal bot genü­gend Raum für die Sänger, Spieler und die Tische der Gäste — und zudem eine ausgedehnte Tanzfläche. In den musikali­schen Darbietungen wechselten die gast­gebenden Vereine miteinander ab. J. Traub versteht es hervorragend, aus sei­nem Mandolinen-Orchester die verschie­densten Möglichkeiten „herauszuholen“, sowohl was die dem Charakter der ein­zelnen Stücke angepaßte Klangfarbe be­trifft, als auch bezüglich der Dynamik und der Tempi. Der Männerchor der „Badenia“ zeigte unter der Leitung von R. Lehmann in verschiedenen Chören sein solides Können. Es wurden meistens Lie­der von Komponisten aus dem aleman­nisch-schwäbischen Raum geboten. An­schließend spielte die Kapelle Zimmer­mann zum Tanz auf.

Kunstfahrt nach Meersburg

Strahlender Sonnenschein begleitete am Sonntag die Teilnehmer des Jugendbu- dungswerkes an der Fahrt nach Meere­burg, wo zunächst unter fachkundiger Lei­tung von Kunstmaler Sepp Biehler die Ausstellung: „Madonnen am Bodensee “ be­sucht wurde. Die anschließende Besichti­gung des Alten Schlosses gab einen Ein­blick in die wechselvolle Geschichte der Meersburg . Den Abschluß der herbstlichen Fahrt nach Meersburg bildete ein Besuch im Fürstenhäusle. — Bö dieser Gelegen­heit sei darauf hingewiesen, daß am kom­menden Montag, 16. Oktober, 20 Uhr, im Bürgersaal die Eröffnung der Herbst- und Winterarbeit des Jugendbildungswerkes stattfindet. — Das Programmheft des Ju­gendbildungswerkes ist zum Preise von 20 Pfennig bei der Geschäftsstelle des Ju- gendbtr.ldungswerkes, Mainaustraße 5 und beim Sekretariat der Volkshochschule , Bodanstraße 15, erhältlich.

Meldeaktion verdrängter Angehöriger des öffentlichen Dienstes

Im Zusammenhang mit der vom Bun­desministerium angeordneten Meldeaktion der verdrängten Angehörigen des öffent­lichen Dienstes weist der Allgemeine Be­amtenschutzbund, Landesverband Baden, darauf hin, daß Angehörige solcher frühe­ren Reichsverwaltungen im Bundesgebiet, deren Aufgaben jetzt ganz oder überwie­gend auf Landes dienststeilen überqeqan- qen sind, ebenso amtsentfernte einheimische

und wieder eingestellte Beamte sich nicht zu melden haben. Andererseits werden die iMeldepflichtigen darauf aufmerksam ge­macht, daß sie bei Unterlassen der Mel­dung Gefahr laufen, nicht wieder im öf­fentlichen Dienet verwendet zu werden und außerdem ihrer Rechte verlustig ge­hen. Meldebogen für Konstanz und die umliegenden Gemeinden (Allensbach , Det­tingen, Dingelsdorf , Kaltbrunn, Litzelstet- ten, Hegne, Langenrain und Reichenau .) werden beim Landratsamt Konstanz , Un­tere Laube 36, Zimmer 45, ausgegeben. Letzter Meldetermin: 14. Oktober 1950.

Der „Waldi“ kostet 10 Franken

Unsere Notiz über die Mitnahme von Hunden in die Schweiz , die wir am Sams­tag in Zusammenhang mit der Ausgabe von Grenzkarten veröffentlichten, bedarf einer Korrektur. Es wurde dort davon gespro­chen, daß Hunde keine Grenzkarte benöti­gen. Das war richtig. Aber die Schweizer Grenzbehörde besteht auf einem Schein. Und dieser Hundeschein kostet 10.50 Fran­ken im Vierteljahr oder den Gegenwert in DM. Dafür erhält der Hundebesitzer einen Schein, der ein Vierteljahr Gültigkeit hat und dann wieder gegen eine geringe Ge­bühr erneuert werden muß. Dann kann er seinen Waldi mitnehmen in die Schweiz . Dagegen ist eine tierärztliche Bescheini­gung nicht notwendig.

Ein« neue Mietwaschküche

In einem versteckten Winkel in der Kreuzlinger Straße hatte einstmals eine Gärtnerei ausgedehnte Blumen- und Ge­müsezuchten. Ein geräumiges Gewächs­haus lieferte auch im Winter frische Blu­men. Infolge verschiedener Zeitumstände konnte die Gärtnerei nicht mehr in vollem Umfange aufrecht erhalten werden- Das Treibhaus wurde .abgerissen. Aber nicht lange war der Platz verwaist. Ein neuer Raum, in dem eine Mietwaschküche unter­gebracht werden sollte, wurde erstellt. Dieser Tage konnte nun die Besitzerin, Frau Traub, das Richtfest dieses Baues feiern, in dem künftig zwei Partien gleich­zeitig waschen können. Moderne Wasch - und Schleudermaschinen, große Tische und Waschbecken sollen der „geplagten“ Haus­frau das Waschen ihrer Wäsche erleich­tern. Die Sauberkeit des hellen Raumes und der Einrichtungsgegenstände werden der Hausfrau ihren „großen Tag“ zu einer Freude werden lassen.

Es mar einmal...

Das Straßenbild ist das große Werbe­schaufenster einer Stadt. Veranstaltungs­plakate haben den Zweck auf kommende Ereignisse hinzuweisen. Daß sie sofort am nächsten Tage verschwinden, kann man wünschen, aber nicht immer verlangen. Eine oder zwei Wochen später aber soll­ten sie nicht mehr zu sehen sein. Witte­rungseinflüsse machen sie in dieser Zeit meist unansehnlich. So wirkt es eigenar­tig, wenn -man heute noch in der Stadt Plakate sieht, die für den Verkauf der Plaketten für die Deutschland -Rundfahrt werben. In einem anderen Stadtteil wer­den augenfällig durch ein schön gerahmtes Plakat „für die heißen Tage“, die be­stimmt nicht mehr in diesem Jahr kom­men, für die „Eiserzeugnisse aus eigener Konditorei für die Dame“ und „Biere aus dem Kühlkeller für den Herrn“ gewor­ben. Alle diese Dinge sind unbewußte und ungewollte Irreführungen derjenigen, die solche überholte Veröffentlichungen le­sen. Also trennen wir uns von ihnen, selbst wenn sie manchem eine liebe Erin­nerung bedeuten.

Schweißtechnische Veranstaltung

Am 12. Oktober abends findet im Staats­technikum Konstanz im Benehmen mit dem Landesgewerbeamt Freiburg , dem Handwerk, der Industrie und der Bera­tungsstelle ein Lichtbildervortrag statt Es sprechen erste Fachleute auf ihrem Gebiet, die wir in Westdeutschland haben, über Gasschmelz- und Elektroschweißung in einem Zwiegespräch über die Schweiß­technik und den „Schweißerpaß“. Dipl.- Ing. C. Hase von der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Duisburg und Dr.-Ing. H. Grix, Stuttgart , bestreiten obige Themen. Der Besuch der Veranstaltung ist kostenlos. _

Programmwechsel der Filmtheater

Capitol: Der bedeutendste schweize­rische Charakterdarsteller Heinrich Gretler spielt die Hauptrolle in dem Film „Krimi­ nalkommissar Studer “, einem Werk der schweizerischen Produktion, — Scala: „Zu­kunft aus zweiter Hand“, ein neuer deutscher Film mit Marianne Hoppe , schildert Schick­salverwicklungen, die aus Beeinflussungen durch okkulte und astrologische Prophezei­ungen herrühren. — Gloria: Der Film „Eine Heilige unter Sünderinnen“ bleibt noch bis Donnerstag auf dem Spielplan.

Die Mehrzahl roill Koch roeröeti

Landesberufsschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe auf der Reichenau

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Insel Reichenau . Eine Tagung der Bür­germeister der Städte und Gemeinden des Bodenseegebietes findet heute Dienstag auf der Insel Reichenau statt.

Allensbach . Der hier bereits von meh­reren Vorträgen bekannte Bergführer L. Steinauer, München , hatte am Freitag­abend im „Löwen“-Saale wieder einen großen Interessentenkreis um sich ver­sammelt. Sein Farblichtbildervortrag „Zer- I matt und seine Berge“ waren auch dies­mal wieder ein voller Erfolg. — Die vom Gemeinderat ausgewählten Männer zur Neuzusammenstellung der Freiwilligen Feuerwehr versammelten sich am Sams­tagabend im Rathaussaal. In seinen Aus­führungen wies Bürgermeister Gottmann darauf hin, wie notwendig eine gute Feuerwehr auch für Allensbach sei. Er hoffe, daß nun die freiwillig zusammenge­kommenen Männer eine gute und zuver­lässige Wehr bilden. Ferner gab Bürger­meister Gottmann bekannt, daß es nicht sein Wille sei, eine Feuerschutzabgabe ein­zuführen. Kreisbrandmeister Scheuble sprach über die Pflichten des Feuerwehr­mannes. Er gab weiter bekannt, daß er vorerst selbst die Ausbildung übernehmen werde. Zum vorläufigen Wehrführer wurde Landwirt Emil Eggenhofer gewählt. — Die katholische Kirchengemeinde feierte am Sonntag das Erntedankfest. Am Vor­

mittag fand ein feierlicher Hauptgottes­dienst statt, während am Abend in einer Andacht die verschiedenen Früchte ge­weiht wurden. — Schon mehrmals wurde an dieser Stelle eine Warnung über die Unzulänglichkeit der durch unser Dorf führenden Bundesstraße 33 ausgesprochen. Neben zwei Unfällen in den letzten Tagen, wobei es einen Schwerverletzten gab, fuhr am Samstag nach 6 Uhr ein Lastwagen auf den Treppeneingang des Pfarrhauses. Eisentüre und Steinpfeiler wurden dabei stark beschädigt. Der Fahrer ergriff mit seinem Wagen die Flucht. Er konnte trotz alsbaldiger Meldung an die Polizeistellen in Richtung Konstanz nicht gestellt wer­den.

Langenrain. Gemeindediener und Land­wirt Hugo Schrodi beging am vergange­nen Samstag sein 25jähriges Dienstjubi­läum in der Gemeindeverwaltung. Seit dem Jahre 1925 hat er seine dienstlichen Pflichten gewissenhaft erfüllt. Durch ein Vierteljahrhundert, während der Amtszeit dreier Bürgermeister, ist Hugo Schrodi das „amtliche Organ“ der Gemeindeverwal­tung, er verkündet den Mitbürgern in heimisch vertrauter Weise Freud und Leid. Stets freundlich und hilfsbereit, hat er sich das Vertrauen der Gemeinde erwor­ben und bewahrt. Die Gemeindeverwal­tung hat Hugo Schrodis Verdienste durch eine Ehrengabe gewürdigt.

Der Nachwuchs bevorzugt anscheinend immer noch die Berufe des Nährstandes. Auch im Gaststättengewerbe tritt diese Tatsache in Erscheinung. Von den Lehr­lingen, die sich für den ersten der drei sechswöchigen Kurse in der Bezirks­berufsschule des Hotel- und Gaststätten­gewerbes bei der Höheren Handelsschule in Konstanz gemeldet haben, will die Mehrzahl Koch werden. Nur etwa ein Drittel der 64 Teilnehmer hat den Kell­nerberuf erwählt und zwei sind Gast­stättengehilfenlehrlinge. Von diesen 64 Lehrlingen besuchen 49 männliche und 15 weibliche Lehrlinge des ersten Lehrjahres den Kursus, der vom 2. Oktober bis zum 11. November in der Bezirksberufsschule im Strandhotel „Löchnerhaus“ auf der Insel Reichenau durchgeführt wird.

Die Lehrlinge sind internatsmäßig unter­gebracht. Der Lehrplan ist reichhaltig. Er umfaßt: Allgemeine Betriebslehre, Buch­haltung, Briefwechsel, Deutsch , Rechnen und Religion. Besonders wichtig sind Gaststättenbetriebslehre, Getränkekunde, Französisch, Küchenkunde, K.üchenwaren- künde, .Servierkunde und Verkehrslehre Man sieht, es ward viel vom Hotel- und Gaststättennachwuchs verlangt. Bei der großen wirtschaftlichen Bedeutung dieses Gewerbes ist die Höhe der Anforderun­gen, die an den Nachwuchs gestellt wer­den, nur zu berechtigt.

Zur Teilnahme am zweiten Kursus ha­ben sich 49 männliche und 9 weibliche Lehrlinge des zweiten Lehrjahres gemel­det. Er läuft vom 13. November bis zum 23. Dezember dieses Jahres. Der dritte und letzte Kursus dieses Winterhalbjahres dauert vom 8. Januar bis zum 18. Februar 1951. Dabei wollen 27 männliche und vier weibliche Lehrlinge des dritten Lehr­jahres die Reifeprüfung im Gaststätten­gewerbe ablegen. Zeugnisse stellen die Höhere Handelsschule und die Industrie- und Handelskammer in Konstanz aus. Die Bezirksberufsschule auf der Reichenau ist vom Ministerium für Kultus und Unter­richt in Freiburg anerkannt.

Im Strandhotel Löchnerhaus auf der In­ sel Reichenau wurden die Kurse 1950/51 eröffnet. 4 Koch- und Kellnerlehrlinge be­suchen den ersten Kurs. Die gleiche Zahl mußte mangels Unterbringungsmöglich- keit zurückgestellt werden. Im Ablauf die­ses Winters erhalten 160—180 Lehrlinge ihre theoretische Ausbildung. Die Bedeu­tung, die der Eröffnung beigemessen wird, geht daraus hervor, daß neben dem Vor­stand des Bezirksverbandes Konstanz auch der Vorstand des Landesverbandes Frei­ burg , der Referent für das Fachschulwesen im Unterrichtsministerium, Oberregie­rungsrat Dr. Kräßig, der Landrat von Kon­ stanz , der Direktor der Handelsschule

Konstanz als unterrichtlicher Betreuer der Berufsschule, Vertreter der Industrie- und Handelskammer Konstanz erschienen wa­ren. In mehreren Ansprachen wurden die Schüler auf die Vorzüge der Ausbildung in einer Berufsschule mit Internat auf­merksam gemacht. Sechs Wochen lang sind die Schüler der praktischen Tätigkeit im Lehrbetrieb fern und können sich auf die theoretische Ausbildung in der Berufs­schule konzentrieren. Dafür sind sie wäh­rend des Jahres vom Besuch einer ande­ren Berufsschule befreit. Die Koch- und Kellnerlehrlinge aus Baden-Baden besu­chen ab sofort nicht mehr die Fachklasse an der Handelsschule in Baden-Baden . Da­mit existiert in Baden keine andere schuli­sche Ausbildungsmöglichkeit für Köche, Kellner und Gaststättengefylfen als in der Berufsschule Reichenau . Die Schule wurde deshalb durch den Vertreter des Kultus­ministeriums zur Landesberufsschule er­nannt.

Sauhatz auf dem Untersee Zwischen Gaienhofen und Hornstad waren am Samstag zwei Wildschweine eifrig bei der Kartoffelernte, als sie ziu ihrem großen Mißvergnügen von den rechtlichen Eigentümern der Aecker bei •hrer Beschäftigung gestört wurden und unter Protest Richtung Wald verschwin­den wollten. Offenbar war ihnen aber der Weg, den sie gekommen waren, jetzt zu unsicher, oder sie hatten scch nur noch mit Reiseproviant versehen wollen: 6ie wandten sich zium Ufer, sprangen ohne Zögern in den See und versuchten schwim­mend nach der Schweiz auszurücken. Dies beobachtete jedoch der Fährmann Lang aus Hornstad, der mit seinem Motorboot wie immer um die Mittagszeit seinen Fährdienst versah. Er meldete die anrük- kenden schwarzen Grenzgänger den Zoll­beamten in Steckborn , die ihrerseits Jä­ger alarmierten und diesen gelang es, die beiden Schwarzkittel, von denen einer schon das Schweizer Ufer erreicht hatte, zur Strecke zu bringen.

Verkehrsunfall und Mostgasvergiftung en. Am Montagnachmittag ereignete sich auf der Autostraße nach Singen beim Bahnhof Welschingen ein schwerer Ver­kehrsunfall. Ein Kind des Bahnhofwärters, das hinter einem Fuhrwerk hervorsprang, lief in die Fahrbahn eines von Engen kom­menden Personenkraftwagens. Das Kind wurde mit Kopfverletzungen und einem Beinbruch ins Krankenhaus Engen ge­bracht. — In der Süßmostkelterei Auer in Mühlhausen wurden am Montagvormittag vier Arbeiter im Gärkeller durch Most­gase vergiftet. Von ihnen mußten zwei ins Engener Krankenhaus, die beiden anderen konnten in ihre Wohnung entlassen wer­den.

Mit fcer „Elma" in Ötc Schweiz

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Was stellen Sie sich eigentlich unter „Elma“ vor? Vielleicht einen kleinen, nied­lichen Hund oder im besten Fall ein junges, hübsches Mädchen? Daneben geraten. Keines von beiden verbirgt sich unter diesem an­ziehenden Namen. Sondern etwas ganz Reales, nämlich die Konstanzer Strick- und Jerseyfabrik in der Oberen Laube 55. Die „Elma“ begann im Jahr 1945 — man höre und -staune — mit Sammeln von Lumpen und alten Wollresten. Das geschah in einem einfachen Ladengeschäft an der Marktstätte. Im rückwärtigen Teil des Geschäfts standen damals drei Strickmaschinen. Mit diesen Ma­schinen wurden die Reste verarbeitet. Was daraus wurde? Schöne Wolkleider, Pullover und Westen. Fünf Personen sind damals be­schäftigt worden.

Heute stehen in den Fabrikationsräumen der „Elma“ über 20 Maschinen. Über 100 Mädchen und Frauen einschließlich der Heim­arbeiterinnen sind gegenwärtig dort tätig. Sie war die erste Firma, die die Wiener Strick- und Jerseybekleidung bei uns be­kanntmachte. Die „Elma“ hat sieh in Kon­ stanz gut entwickelt. Sie will sich noch wei­ter vergrößern. Neue große Maschinen, dar-

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Mäöel aus Öem Schwarzen Waiöe...

„Das Schwarzwaldmädel“ im Theater am Bodensee

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Noch Immer weiß Leon Jessels „Schwarz­waldmädel“ das Publikum zu fesseln! Diese mild würzige Mischung von gespieltem Volks­lied, Rührstück, badischer Kalendergeschichte und ehrbar schmunzelnder Posse ist mit ihrem ganzen gemüthaften Melodienreichtum so recht nach dem Herzen des Volkes ge­raten. Die beliebten Melodien und „Schla­ger“ sind in ihrer leichten, ungekünstelten Sangbarkeit und Volkstümlichkeit heute noch ln aller Munde und haben noch nichts von ihrem ursprünglichen Reiz verloren.

Mit der Wahl dieser Operette hat das „Theater am Bodensee“ ohne Zweifel einen glücklichen Griff getan. Walter Brücks Insze­nierung zeichnete sich durch das wohltuende Gleichgewicht aus, welches zwischen dem heiter vorangetriebenen szenischen Geschehen und dem musikalischen Stimmungsraum herrschte. Die behaglichen raum- und ge­staltgebenden Faktoren der Operette wurden zudem durch die auf bequeme Schaubarkeit und milieuhafte Atmosphäre harmonisch ab­gestimmten Bühnenbilder P. J. Komanns wirksam herangeholt. Werner Idlers musi­kalische Leitung versprühte schwungvolle, vom Orchester allerdings nicht immer exakt aufgefangene und voll zurückgegebene Im­pulse, deren straffe Rhythmisierung sich ver­schiedener eingeschlichener Interpretations- Schlacken zu entledigen suchte.

Die Um- und Neubesetzungen im Ensemble, welche von experimentellen Hintergedanken wohl nicht ganz freizusprechen waren, ge­fielen im Gesamten durch eine glatt und rei­bungslos bewältigte „kontrapunktische" Durch­führung der operettenmäßigen Ausdrucksmit­tel. Die gule Aufführung zeigte deutlich, daß das Ensemble immer mehr in seinen künst­lerischen Aufgabenkreis hineinwächst. Wie man dabei das Tempo der Operette und die Rollenwirksamkeit durch neue persönliche Reizgebungen und eine temperamentvolle Durchdringung von Ausdruckspantomime und schlagkräftiger Sing- und Sprechweise er­höhen und steigern kann, das zeigte das sprühlebendige, keck-anmutige „Bärbele“ Hildegard Imhoffs. Bisher ihre beste und ausgeglichenste Leistung. Heinz Miller war »in ebenso sympathisch spielender wie sehr

ansprechend und musikalisch singender „Domkapellmeister Römer“. Der noch etwas steif wirkende „Hans" (Helmut Weiß , eine noch entwicklungsbedürftige Naturstimme) kann von „Richard“ (Harro Fraiß) noch die nötige Bühnen-Routine und die geschmeidige darstellerische und sängerische Beweglichkeit lernen, welche diesem und seiner prächtigen Partnerin „Malwine“ (Erna Wölfel) so gut anstand.

H. Gröblinghoffs doof-frecher und windel­weich geschlagener Berliner „Schmusheim“, Fritz Borowskys spitzbäuchiger Ochsenwirt und Bürgermeister und die beängstigend echte alte Hexen-Traudel Hanna Becker- Mayers waren so tief und ausgiebig mit der Operetten-Nadel geimpft, um vor jedem kri­tischen Blick bestehen zu können. Dem spür­

baren traditionellen Operettenleerlauf, der die Rollen des „Hannele“, „Lorle“ und „Theo­bald“ (ein allzumüder „Schreiber “) kennzeich­nete, suchten Margot Herold, Hildegard Mon- ning und Hans Sommer durch eine mehr oder weniger geschickte, persönlich gestaltete Profilierung in Spiel und Gesang beizukom­men. Die Volkstänze, welche die gefällige szenische Bildwirkung malerisch unterstri­chen, stellten Gisela Reber vor dankbare choreographische Aufgaben, die ebenso sicher wie anmutig gelöst wurden.

In den herzlichen und reichen Beifalls­kundgebungen der zahlreichen Besucher, welche ebensosehr die wohlgelungenen Solo­auftritte, Duette und Terzette der einzelnen Szenen wie den zügigen Gesamtverlauf der Operette auszeichneten, dokumentierte sich der Erfolg, der dem bis heute noch unver­welkten Werk bei weitesten Bevölkerungs­kreisen beschieden Ist.

Dr. G. Lenzinger

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Dae LicÖ gibt uns Öen inneren Frieöen"

50jähriges Jubiläum des Männergesangvereins

.Frohsinn“

Wenn ein Verein 50 Jahre in schwerer Zeit hinter sich gebracht hat, ist das ein Grund zu feiern. Im Zeichen freundlicher und trau­riger Erinnerungen stand also das 50jährige Jubiläum des Männergesangvereins „Froh­sinn“ Konstanz-Petershausen am Samstag­abend im vollbesetzten „Schützen“. Treue Sänger fanden die verdiente Anerkennung für ihren Dienst am deutschen Lied, von dem der als Gast anwesende Präsident des Boden- see-Hegau-Sängerbundes, Karl Nägele, Kon­ stanz , sagte, es bringe uns den inneren Frie­den, den Frieden in der Familie, und wenn alle es verstünden, den Frieden in der Welt.

Oberbürgermeister Knapp ließ seine Glückwünsche durch Stadtrat Fritz übermit­teln. Aber auch mehrere Vorstände anderer Vereine, viele Freunde und Gönner des „Frohsinn“ konnte Vorstand Josef Götz neben den Angehörigen willkommen heißen.

Der Weihegesang von Baumann leitete den Höhepunkt des Abends, die Sängerehrung, ein. Für jeden fand Sängervorstand Josef Suhner ein passendes Wort — zunächst, als er die Plaketten an zehn Sänger verteilte, die dem Verein seit 15 Jahren aktiv ange­hören. Für 25jährige Vereinszugehörigkeit wurden dann zu Ehrensängern ernannt:

J. Bosch, Fr. Fritz sen., J. Götz, F. Keßler, A. Krieg, J. Lohrer, J. Menner, W. Raible, A. Ramsperger, G. Schäfer. Für ebenfalls 25 Jahre Sängertätigkeit erhielten die silberne Bundesnadel und das silberne Vereinsabzei­chen: J. Bosch, R. Brunner, A. Frick, F. Fritz sen., K. Gasser, J. Götz. F. Keßler, A. Krieg. J. Lohrer, J. Menner. W. Raible, A. Ramsperger, R. Ramsperger, G. Schäfer, J. Suhner.

Besonders herzliche Worte des 1. Vorstan­des Götz galten den ältesten Vereinsangehö­rigen, unter denen Ehrenvorstand Bäcker­meister Hans Gottmann in 40 Jahren sehr viel für den Verein getan hat. Die goldene Bundesnadel und eine Brieftasche waren die Anerkennung dafür. Auch der älteste aktive Sänger, Karl Götz , der kurz nach der Grün­dung als 18jähriger eingetreten war. erhielt die goldene Nadel für 50 Jahre und wie der Zweitälteste Aktive (48 Jahre) Andreas Sprich eine handgemalte Vase. Nicht vergessen seien die Ehrensänger, die schon seit der Grün­dung mitwirken: J. Mondl und G. Schautt, der noch 2 Söhne im Verein hat. 21 passive Mitglieder, die seit 25 Jahren ununterbrochen dem Verein angehören, wurden mit Diplo­men geehrt. Äußerst sorgfältig und ausführ­

lich hatte Vorstand Götz die Vereinschronik seit 1925 zusammengestellt, die von Artur Frick verlesen wurde. Den Sonntagvormittag widmeten die Sänger ihren toten Kameraden auf dem Friedhof.

Zum musikalischen Teil des Jubiläums schreibt unser Musikreferent: Die Chorvor­träge unter der Leitung von Hauptlehrer Albert Klink, der selbst ein ausgezeichneter Sänger ist und die Erfordernisse einer form­gerechten und wirkungsvollen musikalischen Gestaltung genau kennt, ließen ein sehr er­freuliches Leistungsbild erkennen. Der Ver­ein hat vor allem den Vorzug, ein junges, ausgezeichnetes und sehr entwicklungsfähiges Stimm-Material zu besitzen, das der Gefahr der Überalterung und klanglichen Erstarrung von vornherein ausgewichen ist. Auch in der Programm-Wahl hatte die Chorvereinigung eine glückliche Hand und mit dem stereo­typen sentimental vergreisten Schema des alten Liedertafel-Gesangs gebrochen. Davon legten an diesem Abend die teilweise ganz ausgezeichnet gesungenen „Chöre zeitgenös­sischer Komponisten“ und die von zeitgenös­sischen Komponisten bearbeiteten „Volks­lieder in neuen Sätzen“ mit den Namen Stür­mer, Wendel, Trunk, R. H. Schmid und Othegraven ein deutliches Zeugnis ab.

Daß daneben der Volks- und Kunstgesang im alten Stil eine den Bedürfnissen entspre­chende bewährte Pflege erfährt, bedarf wohl keiner besonderen Hervorhebung und kam in den formklar und klangschön gestalteten Chören von Sturm (dessen „Fahlmann“ in seiner inneren Dramatik sehr markant ge­troffen wurde), Wohlgemuth und Silcher sprechend zum Ausdruck. Der Chorleiter weiß das Charakteristische des jeweiligen Lied­raumes in klarer Gliederung der Vortrags­akzente herauszuholen. Sehr beachtlich war der durchgehend schöne, voluminös gerun­dete und beseelte Chorklang, dessen Sauber­keit in der Intonation und in der dynami­schen Schichtung überraschte und zur vollen Wirksamkeit hier und dort vielleicht noch einer leicht zu erreichenden rhythmischen Straffung bedurft hätte.

Nicht zu vergessen seien die instrumentalen Einlagen des Bläserchores des Musikvereins „Eintracht“ unter der Leitung von Kapell­meister Haile, welcher die Anwesenden durch sein temperamentvolles und präzises Musizieren erfreute. Lg.

unter ein moderner amerikanischer Automat, werden demnächst aufgesteilt werden. Und was ist inzwischen aus dem einfachen Laden an der Marktstätte geworden? Er wurde in das „Modenhaus Elisabeth“ umgewandelt und vertreibt in erster Linie die Erzeugnisse der „Elma“.

Für alle Angehörigen der „Elma“ war nun am letzten Samstag Ruhetag. Und zwar aus einem einfachen Grund: Es ging in die Schweiz ! Viele Betriebsangehörige betraten bei dieser Gelegenheit nach langer Pause oder überhaupt zum erstenmal unser Nach­barland. Sie wurden mit Konstanzer Omni­bussen in die schönsten Teile des Appenzells und Toggenburgs geführt. Des Schauens war kein Ende. Die sauberen Straßen, die schmucken Dörfer und Städtlein fielen be­sonders ins Auge. Ganz klein standen die Menschlein schließlich vor dem mächtigen Säntismassiv, dem Konstanzer „Hausberg“. Die ganz Unternehmungslustigen waren nicht mehr zu halten. „Hinauf auf den Säntis“ lautete die Parole! Die Säntisbahn war ein bequemer Wegbereiter. Die Höhendifferenz von 1120 Meter wurde von Schwägalp aus in zwölf Minuten überwunden und schon stand man auf dem 2504 Meter hohen Berg­gipfel. Es war ein einmaliges Erlebnis: Ringsum ausgebreitet eine majestätische Bergwelt! Niemand konnte sich diesem im­posanten, eindrucksvollen Bild entziehen! 900 000 Personen hat die Säntisbahn bis Ende 1949 zu diesem Erlebnis verholten. In die­sem Jahr machte das Wetter etwas einen Strich durch’ die Rechnung. Und dann noch etwas: „Man merkt, daß die Deutschen im­mer noch fehlen!“, meinte der Leiter der Bahn.

Durchs Appenzeller Land ging es in die Kantonshauptstadt. Uber Altstätten warf man einen Blick ins schöne Rheintal. In Ror- schach wurden Stadt, Leben und Geschäfte einer Betrachtung unterzogen. Doch damit war der ereignisreiche Tag noch nicht be­endet. Im Gasthaus zum „Hirschen“ in Kon­ stanz erreichte die Stimmung bei der abend­lichen Unterhaltung ihren Höhepunkt. Die verschiedenen unentdeckten Talente der „Elma“ glänzten in Musik, Gesang und Hu­mor. Bei dieser Gelegenheit gab der Leiter der Firma, Dr. Arthur Maier, einen Über­blick über die Entwicklung des Unterneh­mens, an dem auch Frau Elisabeth Maier einen gewichtigen Anteil hat. Es wurde of­fenbar, daß Zähigkeit, Fleiß und Wagemut auch heute noch zu Erfolgen führen können. Die „Elma“ bietet den besten Beweis dafür.

Bemerkenswert ist noch die Tatsache, daß in der Firma zur Zeit unter beträchtlichen Kosten 25 Lehrmädchen zu Industrie-Schnei­derinnen, einem ganz neuen Beruf, ausge­bildet werden. —- ck

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