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Dienstag, 10. April 1951

SÜDKURIER

Nr. 55 / Seite 4

Deutschlands Turngegner von morgen sehr stark

Dramatisches Ende der Schweizer Gerätemeisterschaft — Walter Lehmann erstmals Titelträger

(St-Eigenbericht). Die für den Final um die schweizerische Gerätemeisterschaft qualifizier­ten Wettkämpfer hatten am Schluß tag in Zü­ rich ein schweres Pensum zu bestehen. Die Favoriten Stalder und W. Lehmann holten an Langpferd, Rede und Barren ausgezeichnete Noten heraus. Mit 58,80 Punkten aus drei Uebungen erreithte Stalder für das Gesamt­klassement 123,025 Punkte; Walter Lehmann kam mit 58,60 P. auf 122,675 Punkte, Jean Tschabold mit 57,40 P. auf 121,150 P. und Ge­bendinger mit 57,40 P. auf 119,5375 P. Hans Engster (bisher 4. Rang) ist wegen des Ver­lustes von 3 Punkten in der obligatorischen Reckübung auf den 7. Platz zurückgefallen. Bestresultate vom Vormittag: Barren Stal­der 19,60 P.; Reck ; Walter Lehmann 19,70 P.; Pferdsprung: E. Gebendinger 19,80 Punkte.

Das große Ringen um den Titel gestaltete sich zu einem offenen und span­nenden Zweikampf zwischen Stalder und Walter Lehmann , der ein sensationelles Ende fand. Stailder büßte am Barren sechs Zehntel­punkte auf seinen Rivalen ein, da er beim Abgang mit einem Fuß hängen^ blieb. Welt­meister Eugster erhielt für seine glänzende Hebung an diesem Gerät die einzige Maxi­malnote des Tages (20 P.). Am Pferd war die Spitzengruppe ausgeglichen. Stalder holte mit 19,90 Punkten gegen Lehmann (19,60 P.) leicht auf. An den Ringen war eine feine Kür von Karl Frei (19,90 P.) zu bewundern. Walter Lehmann (19,50 P.) war nur um eine Nüance besser als Stalder (19,40 P.). Stalders Rück­stand betrug nun nur noch 0,65 Punkte, den er in der Freiübung mit einer guten Leistung (19,60 P.) verkürzte. Lehmann notierte 19,30 Punkte. Vor der letzten Uebung trennten nur 0,35 Punkte die beiden Titelanwärter. Stalder turnte nun aber überraschend zerfah­ren und stürzte beim Durchschub zum Ell­griffriesen vom Reck , Die ihm zugestandene Wiederholung mißlang gründlich (15 P.). Wal­ ter Lehmann und Gebendinger verzeichneten die besten Noten (19,40) und Lehmann wurde damit erstmals Schweizer Gerätemeister.

Die Bestleistungen des Tagss: Barren: Eugster 20 P. — Pferd: Stalder 19,90 P. — Ringe; Frei 19,90 P. — Reck: W. Lehmann und E. Gebendinger 19,40 P. — Freiübung: E. Gebendinger 19,80 P. Einzelmeister wurden am Barren Hans Eugster mit 39,50 P. und am Reck Walter Lehmann mit 39,10 Punkten.

Das Gesamtklassement .der Ge­

rätemeisterschaft: Walter Lehmann (Richterswil ) 220,075 Punkte. 2. Jean Tscha­ bold (Lausanne ) 216,95 P. 3. Jack Günthart (Zürich ) 215,525 P. 4. Josef Stalder (Luzern ) 215,325 P. Hans Eugster (Luzern ) 214,875 P. 6. Fritz Lehmann (Zürich ) 214,525 P. 7. Ernst Gebendinger (Winterthur ) 214,3375 P. 8. Karl Frei (Regensdorf ) 211,725 P. 9. Rudolf Nobs (Schaffhausen ) 209,375 P. 10. Hans Bründler (Zürich ) 207,350 P. 11. Leo Schürmann (Zürich ) 206,725 P. 12. Camillo Bulloni (Basel) 206,205 Punkte. 13. Hans Rickart (Solothurn) 203,5875 Punkte. 14. Oskar Wetzel (Basel) 197,75 P. 15. Christian Kipfer (Bern ), wegen Verletzung aufgegeben.

Deutschlands Turner treffen bekanntlich im Mai in Luzern im ersten Nachkriegs-Länder- kampf auf die Schweiz . Unsere Gräteturner

treffen dabei auf eine sehr starke Schweizer Mannschaft; das ergaben die Resultate von Zürich .

Deutsche Turner Imponieren in Malmö

Die deutsche Turnnationalmannschaft, die an der heute Dienstag bis Freitag in Stock­ holm stattfindenden Llngwoche teilnimmt, stellte sich am Sonntag in einem Schautur­nen im Admiralpalast von Malmö einem begeisterten Publikum vor. Die Leistungen der deutschem Turner waren am Barren, Reck und den Ringen gleich hervorragend und bil­deten einen guten Auftakt zu dem bevorste­henden Stockholmer Auftreten. Die Ling- woche ist die alljährliche umfassende Lei­stungsschau des schwedischen Gymnastik­sports.

Deutsches Tennis führte bereits 3:1

Die Italiener holten dann in Verona auf 3:3 auf

Der zwölfte Tennisländerkampf Italien— Deutschland endete am Sonntag in Verona 3:3 unentschieden. Am ersten Tage gingen die deutschen Vertreter vor vollbesetzten Tri­bünen verdient mit 2:1 Punkten in Führung. Horst Hermann schlug den Italiener Antonio Maggi 6:0, 6:4. Buchholz fertigte Marcello del Bello überraschend glatt mit 6:2, 6:3 ab. Im Doppel unterlagen Gottfried von Cramm und Rolf Göpfert dem italienischen Meisterpaar Cucelli — Marcello del Bello nach hartem Kampf mit 3:6, 6:1, 5:7, 4:6.

Italien hatte in letzter Stunde Besetzungs­schwierigkeiten. Der Ranglistenzweite Rolan- do del Bello befand sich auf Hochzeitsreise. Msrlo und Pautassi waren verletzt und Sada aius beruflichen Gründen unabkömmlich. Eini­germaßen überraschend kam der glatte Zwei­satzerfolg von Emst Buchholz gegen Marcello del Bello. Der lange Kölner dominierte vor allem mit prachtvollen, scharfen Drives, die dem erfahrenen italienischen Davispokalspie­ler schwer zu schaffen machten. Buchholz Sieg stand nie in Frage und war in imponie­renden Stil errungen. Das Doppel zwischen Gottfried von Cramm/Göpfert und Cucelli/ Marcello - del Bello wurde vom italienischen Publikum mit leidenschaftlicher Anteilnahme verfolgt, da ifn Falle eines deutschen Erfolges der Gesamtsieg der Gäste kaum noch in Frage

Erster Lauf um die Motorrad-Weltmeisterschaft

gestanden wäre. Cucelli/del Bello gewannen den ersten Satz mit 6‘3, gaben aber den zwei­ten mit 1:6 ab. Der dritte Satz verlief außer­ordentlich dramatisch. Gottfried von Cramm / Göpfert führten bereits 5:2 und 40:0, als die „Azurri“ in einem tollen Zwischenspurt auf 7:5 davonzogen. Das letzte Set fiel dann mit 6:4 an die Italiener, so daß der Stand nach dem ersten Tage 2:1 für Deutschland lautete.

V. Cramm erhöhte den deutschen Vorsprung am 2. Tag durch einen Sieg über Cucelli zu­nächst auf 3:1. Die beiden letzten Spiele fielen an die Gastgeber. — Ergebnisse des Sonn­tags: v. Cramm—Cucelli 6:4, 6:3; Gardini— Göpfert 6:4, 7:5; Gardini/Gori—Buchholz/Herr­mann 3:6, 6:4 6:2, 7:5.

•

Werner Benthner, der Deutschland in zahl­reichen Tennisländerkämpfen vertrat, ist Berufs­spieler geworden und hat in Basel eine Trainer- steile angenommen.

Der Schwede Sven Davidsson schlug in der Vor­schlußrunde des Herreneinzels beim Internationa­len Tennisturnier in Nizza Aroslav Drobny (Aegypten ) mit 6:1, 6:4, 6:4. Das Turnier, endete mit dem Sieg des schwedischen Davispokal Spielers Sven Davidsson, der im Finale den Amerikaner Clark nach hartem Kampf abfertigen konnte. Im Dameneinzelfinale dominierte die Amerikanerin Doris Hart über ihre Landsmännin Shirley Fry.

Den dänischen Sportverbänden ist es wieder gestattet, Spiele mit deutschen Sportverbänden auszutragen.

Mit dem „Großen Preis von Spanien " in Bar­ celona , der als erster Lauf gewertet wird, wurde die diesjährige Motorrad-Weltmeisterschaft ge­startet. In der 125-ocm-Klasse waren die Italiener nicht zu schlagen. Sieger wurde der vorjährige Weltmeistersdiaftszweite Guido Leoni, der 6eine „Mondial” über die 102,568 km (17 Runden) in 1:11:25,8 Stunden und mit einer Durchschnittsge­schwindigkeit von 86,235 km/std unangefochten über die Ziellinie fuhr. Leoni führt damit nach dem ersten Wleltmeisterschaftslauf mit acht Punkten vor seinem Stallgefährten Ubiali (Italien ), der mit 86,142 km/std. Zweiter wurde mit sechs und Zamzi (Italien ) auf Morini mit vier Punkten. Bei den Halbliter-Maschinen holte sich deT Italiener Umberto Masseitti, der 1950 auf Benelüi Weltmei­ster dieser Klasse wurde, mit einer Gilera die ersten Meistersdiaftspunkte. Massetti siegte nach 84 Runden über 207/127' km ln 2:10:52,2 Std. und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 94,001 km/std. Zweiter wurde der Engländer Wood auf Norton vor dem Italiener Artesiani auf MV .

Drei englische Fahret endeten in deT 350-cem- Klasse auf den ersten drei Plätzen. Der deutsche Fahrer Roland Schnell (Karlsruhe ) mußte mit sei­ner Moto-Pariläa das Rennen aufgeben. Wood brachte seine 350-ocm-Velocette in 1:36:21 Stun­den gleich 93,929 km/std. über den Kurs und siegte mit zweieinhalb Minuten Vorsprung vor seinem Landsmann Graham auf Norton.

Der Große Motorradpreis von Marseille wurde eine Beute des Engländers Geoff Duke auf einer SSO-ocm-Norton. Die gegen ihn gestarteten sieben französischen Fahrer ließ er weit hinter sich und siegte mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 106,476 km/std.

Kleines Handball-Programm Handball-Landesklasse Bodensee - Oberschwa­ ben : Lindau — Singen 17:4 (10:3). Ein toneiches Treffen gab es in Lindau , wo die aussichtslos im

Rennen liegenden Maggistädter eine empfindliche Abfuhr erlitten. Obwohl eie zeitweilig einen gleichwertigen Gegner abgabeo, fehlte es im An­griff an dem nötigen Schwung und an den Tor­schützen. Tuttlingen hat auf die Austragung des Spieles gegen Tettnang verzichtet, so daß die Piatzelf ohne Spial zu beiden Punkten kam. Auch auf das für den kommenden Sonntag angesetzte Spiel Lindau — Tuttlingen haben die Schuhstäd- ter Verzicht geleistet.

Ravensburg

Rietheim Tettnang

Friedrichshafen

15 12 2 1

14 11 0 3

15 10 2 3

16 10 1 5

153:75 26- 4 113:69 22- 6 126:91 22- 8 87:78 21 -U

Lindau 13 Sp./15 P., Gottmadingen 13/8 , Tuttlingen 12/6 , Konstanz 13/2, Singen 11/0.

Auf des Messers Schneide

Südwestdeutsche Handballmeisterschaft Tnr- nerbund Ravensburg —Niederbühl 10:12 (5:5). Trotz der 'Niederlage des Südwürttembergi- schen Meisters Turnerbund Ravensburg ge­gen den Südbadischen Meister Niedeicboihl ver­ließen die zahlreichen Zuschauer befriedigt den Sportplatz am Schwarzwäldle, denn von Anfang bis zum Schluß gab es ein außeror­dentlich schnelles und spannendes Spiel zu sehen, in dem beide Mannschaften gleich­wertige, vorzügliche Leistungen boten. Bei Niedierbühl War der Sturm der stärkste Mannschaftsteil, der mit seinen ideenreichen Kombinationen anfangs die Ravensburger Verteidigung durcheinanderzubringen ver­mochte. Eine Drangperiode der Platzherren nach dem Wechsel trug nichts ein, und Nie- denbühl blieb stats zwei Tore im Vorsprung. Zehn Minuten vor Schluß atmeten die Zu­schauer auf. als der Gleichstand 10:10 herge­stellt war, aber im Endspurt blieben die Gäste glückliche Sieger; die sechs Latten­schüsse der Ravensburger rechtfrtigten wohl dieses Urteil.

Heister des Floretts und des Degens

Bei den deutschen Fechtmeisterschaften in Mainz , die zum ersten Male nach dem Krieg ausgetragen wurden, gab es folgende Ergeb­nisse:

Herren-Florett: 1. und Deutscher

Meister: Julius Eisenecker (Hermannia Frank­furt) 9 Siege; 2. Kurt Wahl (Münchener TV 79)

9 Siege (nach Stichkampf); 3. Hagen (FSV Hamburg) 5 Siege; 4. Kaldschmidt (Tschft. Göppingen ) 4 Siege, 35 Treffer; 5. Roßner (TK Hannover ) 4 Siege, 36 Treffer; 6. Nor­ man Casmir (Hermannia Frankfurt) 4 Siege, 37—39 Treffer; 7. Geiwitz (TV Ulm) 4 Siege 37 bis 38 Treffer); 8. Fascher (TK Hannover ) 3 Siege, 39—30 Treffer; 9. Dr. Kolbinger (Hamburger SC) 3 Siege, 39—28 Treffer; 10. Dr. Knieß (Freiburg ) 44) 2 Siege.

Damen-Florett: 1. und Deutsche

Meisterin Johanna Hagedorn (DFC Düssel­dorf) 7 Siege (nach Stichkampf); 2. Helmi Hoehle (FC Offenbach ) 7 Siege; 3. Ilse Keydel (TK Hannover ) 5 Siege; 4. Ilse Mayer (Fschft. Iserlohn ) 5 Sieg, 25 Treffer; 5. Henni Schnee­weiß (TK Hannover ) 5 Siege, 26 Treffer; 6. Ilse Mielke (Kölner FK) 4 Siege, 25 Treffer; 7. Erna Gazzera (Hermannia Frankfurt) 4 Siege, 72 Treffer; 8. Trude Jakob (Hermannia Frankfurt) 4 Siege, 29 Treffer: 9. Edith Schmidt (TSG Bürgel) 3 Siege; 10. Hilde Zep- fel (SC Würzburger Kickers) 1 Sieg.

Herren-Degen: 1. und Deutscher Mei­ster; Erwin Kroggel (Hermannia Frankfurt)

10 Siege; 2. Emil May (Berlin FC) 8. Siege; 3. Lerdon (Hermannia Frankfurt) 7 Siege, 18' Treffer; 4. Kretschmann (Hamburger FC ) 7 Siege, 21 Treffer; 5. Köstner (Tschft. Bay­ reuth ) 7 Siege, 24 Treffer; 6. Uhlmann (TV Ulm) 6 Siege; 7. Schröder (Polizei Hamburg ) 5 Siege; 8. Hödicke (Münchener CV 79) 4 Siege; 9. Lebküchner (TV Soest) 3 Siege, 29 Treffer; 10. v. Schlotheim (Hermannia Frank­furt) 3 Siege, 32 Treffer.

Unverwüstlicher Paul Gesell diktierte das Tempo

Badischer Waldlaufmeister aber wurde im Endspurt Kimek, Offenburg

(U.W.-Eigenbericht.) Erst die letzten Meter des 7,5-km-Hauptieufes bei den gesamt badischen Waldlaufmeistersdiaft en io MannheimitRlhemau waren es, die das erbitterte Reimen zugunsten des kleinen, drahtigen Titelverteidigers Adolf Rimek-Offenburger FV entschieden. Bis dahin hatte der Vorjahres zweite Fischer vom veran­staltenden TV Rheinau knapp in Front gelegen und, wie schon im Vorjahr, ereilte ihn kurz vor dem rettenden Zielband das Geschick in Gestalt des unwiderstehlichen Endspurts Rimeks, der da­mit seinen vorjährigen Meisterschaftserfolg in ve/blütffend gfleicher Weise kopierte.

Der 28jährige Offenburger, der noch 1950 die Farben des ASV Nordradi vertrat und derzeit Fußbailtramer des stark aufstrebenden Offen- burger FV ist, ließ sich klug im Windschatten der Spitzengruppe Mlast (Rotweiß Lörrach), Gesell (FC Singen.),, Fischer (Mannheim ) und Plüsch (Heidelberg ) laufend, bis zur alles entscheiden­den Platzrunde führen und spielte dann in über­zeugender Weise seinen Spurttrumpf aus, der ihm neben der Meisterschaft auch noch mit 24:56,2 Mi­nuten eine gewichtige Zeit einbradrte. Die gute Zeit führt Rimek vor allem auf das unbarmher­zige Streckentempo des seinen zweiten Läufer­frühling erlebenden Singeners Paul Gesell zu­rück, der in heftige Positionskämpfe mit seinem ewigen Widersacher Mast verstrickt, unaufhörlich auf die „Tempotube" drückte und letztlich mit 25:03,0 Minuten einen vielbeachteten dritten Platz einhandelte.

Lörrachs auf dem 5. Platz einlaufender Lang- 6tTedcenmatador konnte sich dafür mit dem Mann­schaftssieg vollauf trösten, den er gemeinsam

mit seinem Klubkameraden Strobel (6. Platz) und Bartnik (8. Platz) vor dem Turnverein 'Gochs­ heim erkämpfte. Auf Grund des erfolgreichen Ab­schneidens der Rotweiß-Mannschaft entschloß man sich, die Lörracher zu den deutschen Waldlauf­meisterschaften am 22. April nach Uelzen zu ent­senden.

Eindrucksvoll gestaltete der neu zum PC Singen gestoßene Wialter Herr das über 3000 m gehende Meisterschaftsrennen der Jugendklasse, das er in jeder Phase sicher beherrschte und völlig un- bedrängt in um so stärker einzuschätzenden 9:42,2 Minuten gewann.

Ergebnisse: Männer Hauptklasse: Mannschaf­ten: 1. Rotweiß Lörrach 7 Punkte, 2. TV Gorchs- beim 17 Punkte, 3. TV 46 Karlsruhe 21 Punkte.

Meisterschaftslauf: 1. Rimek , Offenburger FV , 24:56,2, 2. Fischer, TV Mannheim-Rheinau, 24:56,6, 3. Gesell, FC Singen, 25:03,0, 4. ijalk, Kappel­windeck, 25:07,0, 5. Mast, Rotweiß Löiracfa,

25:19,8, 6. Strobel, Rotweiß Lörrach, 25:22,2, 8. Bartnik und 9. Strobel, Rotweiß Lörrach, 25:22,2, 8.

Männer, allgemeine Blasse (3000 m): 1. Leh­mann, TV Mannheim-Rheinau, 9:32,4 Min.

Jugendklasse: 1. Herr FC Singen 9:42,2 Min-i 2. Völker, SG Mannheim, 9:54,4: 3. Wagner, SV Offenburg, 9:56,2 Min. — Mannschaftssieger: 1. TV Manheim 46 10 Punkte vor TV Brötzingen 21 Punkte und SG Mannheim 26 Punkte.

*

Bei den württembergischen Meisterschaften wurde der zehnfache deutsche Meister Otto Eitel lEßlingen) von seinen Schülern Gude und Schlegel geschlagen. Gude siegte in 24:50,1 Minuten vdf Schlegel (24:50,2) und Otto Eitel (24:50,3).

Auf den Plätzen der 2. Amateurliga

Radolfzell wieder Tabellenführer

2. Amateurliga Südbaden: Hasilach — Furtwan- gen 1:1, Donaueschingen — Stockach 1:0, Blum­ berg — Gottmadingen 2:0, Ueberlingen — Tri- berg 2:4, Neustadt — Radolfzell 0:1.

(H.B.-Eigenbericht.) Radolfzell konnte die schwere Hürde in Neustadt mit dem knappsten aller Ergebnisse nehmen, während Stockach in Donaueschingen mit dem gleichen Ergebnis un­terlag. Gottmadingen mußte 6ich in Blumberg ge­schlagen geben und hat nun zu kämpfen, wenn es den vierten Platz halten will. Triberg holte in Ueberlingen zwei wichtige Punkte, während Ueberlingen nun dem Abstieg ziemlich verfallen ist. Furtwangen , das sich noch einige Hoffnun­gen auf den Meistertitel macht, mußte in Has­ lach einen wichtigen Punkt lassen.

Radolfzell 19 15 0 4 65:22 30- 8

Stockach 20 14 2 4 51:18 30-10

Furtwangen 17 11 2 4 32:20 24-10

Gottmadingen 19 8 6 5 42:34 22-16

Donaueschingen 20 Sp./22 P„ Haslach 19/20, Rielasingen 20/20, Engen 20/19, Konstanz fl 20/15, Blumberg 20/13, Triberg 17/12, Neustadt 17/12, Ueberlingen 20/9.

Diesmal siegten die Favoriten

2. Amateurliga Südwürttemberg Süd: Wangen

— Ehingen 6:1: Ravensburg — Lindau (abgesetzt): Riedlingen — Baienfurt 1:1; Sigmaringen — Buchau 3:2: Schwendi — Lindenberg 3:0: Saulgau

— Aulendorf 1:0.

(m.l.-Eigenbericht.) Schwendi festigte seine Spitzenstellung' durch einen klaren Heimsieg: Wangen erteilte Ehingen eine deutliche Abfuhr und schloß zu den sipelfreien Biberachem auf. Saulgau scheint sich durch seinen knappen Erfolg über Aulendorf endgültig den Verbleib in der Klasse gesichert zu haben, während den Baien- furtern der Endspurt nichts mehr hilft; trotz des Sieges über Ravensburg am Vorsonntag und des Unentschieden gegen Riedlingen ist das Punkte­konto allzusehr belastet. Der zweite Leidtragende ist Buchau , das den Sigmaringern auf deren Platz erhebliche Gegenwehr leistete.

Schwendi

23

17

2

4

74:38

36-10

Ravensburg

23

16

2

5

83:29

34-12

Wangen

23

12

7

4

69:39

31-13

Biberach

23

14

3

6

60:39

31-13

Sigmaringen 25 Sp/29 P, Lindau 25/27, Linden­ berg 21/23, Ehingen 24/21, Sigmaringendorf 23'20, Aulendorf 23/19, Riedlingen 23/18, Saulgau 24/16, Baienfurt 24/12, Buchau 22/9.

Sechs Punkte am grünen Tisch verloren

2. Amateurliga Südwürttemberg Nord: Rotten­ burg — Pfullingen 3:1: Schwenningen — Kalm­bach 8:0: Eningen — Balingen 4:3: Rottweil — Mössingen 2:1; Tuttlingen — Heehingen 7:1: Spaichingen — Metzingen 1:1.

(O.M.-Eigenbericht.) Wie erwartet, ein Sieg des Tabellenführers SC Schwenningen gegen das Schlußlicht Kalmbach! Ueberrasdiend die hohe 1:7-Niederlage Hechingens gegen die vorzüglich

spielenden Tuttlinger . Die Spiele der Abstiegs­kandidaten wurden von diesen, abgesehen von Kalmbach, gewonnen. Darüber hinaus verlor He- chingen durch ein Spruchkammerurteil 6 Punkts infolge nichtberechtigten Mitwirkens von Bauera- teind. Dadurch erhalten Schramberg , Pfullingen und Kalmbach je zwei Punkte gutgeschrieben. Außerdem erhielt Gosheim zwei Punkte zuge­sprochen, da Truchtelfingen in einem Verbands­spiel nicht antrat.

SC Schwenningen. 24 17 1 6 70:27 35-13

Tuttlingen 23 14 3 6 65:35 31-15

Gosheim 23 12 5 6 53:29 29-17

Metzingen 22 Sp/27 P, Schramberg 22/26, Pful­ lingen 22/25, Balingen 23/25, Mössingen 23/24, Spaichingen 22/23, Rottweil 25/21, Heehingen 23/20, Rottenburg 24/18, Eningen 23/17, Truchtel­fingen 22/15, Kalmbach 23/8.

Anwärter für die Olympia-Elf

In den Tagen vom 23. bis 27. April wird Bun- destrainer Herberger unter Assistenz der Landes­fußballtrainer diejenigen süddeutschen Amateure einer Sichtung unterziehen, die für die Einreihung in die Glympiakemmannschaft in Frage kommen. Einen wesentlichen Teil stellt die bayrische Län­dermannschaft dar. 25 Spieler wurden eingeladen:

Torhüter: Stumpf-Würzburger Kiekers, Sehuster- FC Eislingen, Mink-Kuppenheim: Verteidiger: Bayeniein-SpVgg Weiden, Eberle-Uim 46, Faber- VfB Coburg, Oberle-VfB Friedrichshafen; Läufer: Baumgart-VfR Heilbromn, Lehr-FC Singen 04, Meß­mann-1. FC Amberg, Kammerer-iFC 08 Villingen, Klaiber-VtB Pfullingen (früher Eintracht Frank­furt), Popp-Jahn Regensburg, Sill-SV Weingarten: Stürmer: Preiß-VfL Sindelfingen, Müller-FV Of­fenburg, Bäumler-SpVgg Weiden, Maier-STutt- garter Sportfreunde, Kusmenko-FC Freiburg, Zeitler-VIB Bayreuth, Hodigeschurtz-UIhn 46, Lind- ner-FC Lichtenfei«, Killmaier-FV Ebingen, Haller- VfR Schwenningen , ’Wäditer-FV Lahr.

In wenigen Zeilen

Die deutschen Leichtathleten Schade, Zandt , Steines, Haß, Luther und Stroch starten vom 27. bis 29. Juni erstmals nach dem Kriege wieder in Finnland .

Der ehemalige Deutsche Meister im Spezial­sprunglauf, Sepp Weiler (Oberstdorf ), wurde im Krankenhaus von Sonthofen an der rechten Hand operiert. Bei seinem Sturz, am zweiten Tage der Oberstdorfer Skiflugwoche hatte sich Weiler «ne Knochensplitterung zugezogen, die nur durch einen operativen Eingriff behoben werden konnte. .

Der Chefredakteur der Sportinformation (SI) Zürich , Arnold Wehrle, wurde kürzlich von dem Direktor der Rennbahn Oerlikon-Zürich, Fritz Maurer, auf offener Straße tätlich angegriffen, weil die „SI" die schlechte Finanzlage der Renn­bahn schilderte.

Der Sao Paulo Futeboi Clube, der brasiliani­sche Fußballmeister der Jahre 1947 bis 1949, ge­wann auf seiner Europareise gegen den 1. FC Saarbrücken 3:0.

Das neue Gesicht

Werner Alkmaars zweites Leben

17) Roman von H. G. Hansen

^ Copyrigth Prometheus-Verlag

„So denkt man, wenn man jung ist Tritt aber die praktische Bewährung an einen heran, wird man von seinen Verwandten und Bekannten bedrängt und fühlt sich betrogen und verletzt, dann zerflattem alle Ideale. Trotzdem gebe ich heute zu, daß ich falsch gehandelt habe. Ich hätte zu ihm halten und an ihn glauben müssen, was auch geschah. Das habe ich versäumt, so ist das nur ein kleiner Versuch, ihm zu helfen.“

„Wie denkst du dir das?“

„Ich ging zu Justizrat Bracht weil er Werner verteidigte und damals der Ein­zige war, der ihm glaubte. Er ist Jurist und kennt die ganze Materie. Anscheinend steht Werner schon mit ihm in Verbin­dung. Gesagt hat Bracht das nicht, aber er deutete es an, schon in der Angelegenheit tätig zu sein. Ich wollte mir von ihm raten lassen. Er weiß auch etwas, hat einen Ver­dacht, will jedoch nicht darüber sprechen.“ „Ja, ein Verdacht besteht“, gab Inge vorsichtig zu..

„(Gegen wen?“ fragte Viktoria scbnelL ,/Das mußt du schon Werner fragen.“ „Warum seid ihr nur so zurückhaltend? Ihr denkt doch nicht etwa an mich? Das wäre ja absurd, zumal ich gar keine Mög­lichkeit hatte, im Werk etwas in Szene zu setzen.“

„Nein, an - dich denkt wirklich niemand. Du kannst beruhigt sein.“

„Aber an wen denn? Herrgott, wie furchtbar ist diese Ungewißheit Ich sagte zu Doktor Bracht, daß ich unbewußt man­ches weiß, was Werner helfen könne, und daß ich alle seine Fragen beantworten werde.“

„Und was meinte er?“

„Ob das mein Emst sei? Er war so selt­

sam feierlich und fragte ausdrücklich, ob ich auch bereit sei, ohne Rücksicht auf nahestehende Menschen zu sprechen.“ „Und du bist entschlossen, das zu tun?“ „Ich bin entschlossen, jede an mich ge­richtete Frage, die mit Werner Zusammen­hänge zu beantworten. Ich werde nicht an die Folgen für mich oder andere denken. Ich will ihm nur helfen.“

„Vielleicht kannst du es auch, Viktoria.“ „Glaubst du wirklich? Es wäre ein Glück. Ich werde froher sein und aufatmen. Das Bewußtsein, einen geliebten Menschen ver­lassen zu haben, ist entsetzlich quälend. Viel von meiner Schuld habe ich in meiner Ehe schon abgebüßt Nun kommt Werner zurück, nennt sich Sven Kole, hat seine Gesichtszüge durch Operationen unkennt­lich machen lassen, lebt mit uns in seinem Elternhäuse und sucht den Menschen, dem er seine Verurteilung und sein Unglück zu verdanken hat. Wäre man nicht auch ahne besondere Veranlassung verpflichtet, einem Unglücklichen zu helfen?“

„Wir beide werden ihm helfen“, sagte Inge tröstend und umarmte die Schwe­ster herzlich. „Und wenn deine Mitwir­kung ihm Hilfe bringt, wirst du nicht mehr mit Bitterkeit an die Vergangen­heit denken müssen.“

„Es ist 1 Uhr.“ Viktoria warf einen Blick auf ihr Handgelenk. „Alexander kann jeden Augenblick heimkommen. Vorläufig möchte ich noch nicht mit ihm darüber sprechen.“

Sie verließen den Wintergarten und gingen ins Eßzimmer zurück.

Als sie die Türe zwischen Wintergarten und Musiksalon passierten, stellte sich Alexander Alkmaar schnell und gewandt hinter den großen Notenschrank. Die bei­den Frauen wandten sich nicht um und hätten ihn auch nicht bemerkt, da er völ­lig gedeckt war.

Er war vor wenigen Minuten gekommen und hatte von dem Mädchen erfahren, daß seine Frau und seine Schwägerin bereits im Speisezimmer seien. Dort hatte er sie nicht gefunden und suchte sie im Emp­fangszimmer und Musiksalon. Auf der

I Schwelle zum Wintergarten vernahm er Viktorias Stimme.

Die ersten Worte, die er verstand, war Inges Frage, ob Viktoria wirklich ent­schlossen sei, etwas zu tun. Von da an folgte er dem Gespräch als Lauscher. Die Erkenntnis, wer sich hinter Sven Kole verbarg, traf ihn wie ein Schlag. Sekun­denlang war er wie betäubt, dann zwang ihn der Selbsterhaltungswille zu stärkster Willensanspannung. Er lehnte neben der Tür und lauschte. Soviel er den Worten seiner Frau entnehmen konnte, wußte sie nicht, was Doktor Bracht sie fragen würde. Einen Augenblick war er erleich­tert, jedoch bot sich keine Sicherheit für die Zukunft.

Als die beiden Frauen das Zimmer ver­lassen hatten, ging er durch die andere Tür in das Herrenzimmer und betrit von da den Vorraum. Sein Herz schlug ihm bis zum Halse hinauf und Angstschweiß bedeckte seine Stirn. Zum erstenmal in seinem Leben fürchtete er sich und konnte sich nur mühsam zu ruhigen Ueberiegun- gen aufraffen.

Im Waschraum der Toilette wusch er Gesicht und Hände, kämmte das Haar und fühlte sich dann bereit, den prüfen­den Blicken der beiden Frauen am ge­meinsamen Tisch gegenüberzutreten. Mit langen, federnden Schritten, eine beson­dere Eigenart seines Ganges , durchschritt er die Diele und öffnete die Türe zum Speisezimmer.

„Ich habe euch schon gesucht“, ver­sicherte er lächelnd, „wo habt ihr denn gesteckt?“

„Bis vor fünf Minuten im Wintergar­ten“, antwortete Viktoria und reichte ihm die Hand.

Er nahm Platz, fragte nach seiner Ge­wohnheit scherzend, was es Gutes gebe, führte genau so oberflächlich und heiter das Gespräch bei Tisch, aß jedoch etwas weniger als sonst, obwohl er sich zwang, über den Appetit hinaus Speisen zu sich zu nehmen. Dahn saß er mit Viktoria zu­sammen im Herrenzimmer' und rauchte i eine Zigarette zu der üblichen Tasse I

Kaffee. Sie berichtete, daß sie vormittags in der Stadt gewesen sei, und er fragte als höflicher Ehemann, ob sie ihre Früh- jaihrswünsche schon restlos erfüllt habe, und zog verheißungsvoll das Scheckbuch.

Viktoria dankte. Im Augenblick benö­tige sie nichts. Erst vor der Sommerreise würde einiges zu ergänzen sein. Das war ein neues ungefährliches Thema, und Alexander griff es sofort auf. Es war zu besprechen, ob man diesmal an die See oder ins Gebirge gehen solle, und als Vik­toria sieh für das Gebirge entschieden hatte, mußte man überlegen, ob man einen modernen Badeort mit Betrieb oder einen stillen, romantischen Ort irgendwo in den Alpen wählen sollte.

Kein Zuhörer hätte dem harmlos glat­ten Gespräch die unbändige Erregung der beiden Menschen angemerkt. Sie ver­zehrten sich innerlich vor Ungeduld, dach­ten immer wieder daran, daß sie im Au­genblick alles andere, nur nicht die Som- ,Herreise interessiere, und blieben doch hartnäckig bei dem Gespräch, das ihnen Half und Schutz vor der mühsam unter­drückten inneren Spannung bot

Um einhalb drei Uhr verabschiedete sich Alexander. Er küßte Viktoria auf die Stirn, versprach, Prospekte'' besorgen zu lassen und ging hinaus. Erlöst sah sie ihm nach. Jetzt endlich durfte sie die quälende Maske fallen lassen und ganz so sein, wie ihr zumute war.

Auf der Treppe traf sie eines der Mäd­chen und gab den Befehl, sie nicht zu stö­ren, da sie starke Kopfschmerzen habe -und etwas ruhen wolle. Dann entschloß sie sich, erst alles durchzudenken, bevor sie von neuem darüber sprach, und schloß hinter sich ab.

Pünktlich zur gewohnten Zeit betrat Alexander die Fabrik. Der Pförtner grüßte und empfing den üblichen lässigen Gegen­gruß. Alexander ging über den weiten Hof zum Verwaltungsgebäude, legte ab und fragte seine Sekretärin nach neuen Ein­gängen und Besuchsanmeldungen, sah die Liste durch und strich von den vier dort verzeichneten Namen den eines Vertreters.

Anschließend vertiefte er sich in die Post und begann so, wie er es seit zehn Jahren zu tun pflegte, die zweite Hälfte seiner Tagesarbeit.

Um vier Uhr kam der erste Besucher und um sechs Uhr ging der letzte. Dann diktierte Alexander der Sekretärin noch einige Briefe und fixierte selbst das Er­gebnis der Besprechungen vom Nachmit­tag, um später eine Gedächtnisstütze zu haben. Damit war die übliche Arbeitszeit überschritten. Er nahm hastig seinen Hut und ging.

Draußen auf dem Korridor machte er unvermittelt kehrt und ging wieder in sein Büro.

„Ich muß ja noch mit Doktor Wagner sprechen“, sagte er zu seiner Sekretärin. „Sehen Sie mal nach, ob er noch im Hause ist.“

Das junge Mädchen hob den Hörer und ließ sich verbinden. Dann blickte sie zu ihrem Chef auf. „Doktor Wagner ist in der Versuchswerkstätte C.“

„Danke. Sie brauchen ihn nicht herzu­rufen. Versuchswerkstätte C liegt auf mei­nem Wege. Ich gehe selbst zu ihm hinein.“

Er ging den Korridor entlang, bog zwei­mal nach links ein, stieg eine Treppe hin­ab, öffnete die eisenbeschlagene Tür zu dem Fabrikteil, der die Konstruktions­büros und Versuchswerkstätten enthielt Augenblicklich arbeitete auch der Volontär Sven Kole hier. Wie Alexander vorausge­sehen hatte, war in den Zimmern, in denen die Ingenieure ihre Pläne entwar­fen und von technischen Zeichnern ko­pieren ließen, niemand mehr zu sehen. Ru­hig sah er sich um, trat an den großen Kassenschrank, der in Wagners Zimmer stand, drehte an dem Zahlenschloß, ließ die Riegel ausschnappen und entnahm einem der Fächer die Zeichnungen einer neuartigen, noch im Versuchsstadium be­findlichen Anlage für Lackfabrikation. Sorglich faltete er sie zusammen und steckte sie in die Innentasche seiner Weste. Den Schrank ließ er offen stehen.

(Fortsetzung folgt)

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