SÜDKURIER

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Nr. 199 / Seite 5

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beit 20. Sesembet 1951 Beim GutfeUsßachen

Wohl überall in unseren Breiten ist das alljährliche Gutsele-Backen der Haus­frauen eine Handlung, die eine Art von altüberkommenem Ritus erfordert, ange­fangen von den Rezepten^ nach denen gpringerle, Lebkuchen, Zimtsterne und ^Vusstecherle“ entstehen, bis hin zu den stets wechselnden Versteckiplätzchen für die wahlgefüllten Dosen, die man dem ge- Jüstigen Zugriff der Kinder — selbstver­ständlich nur der Kinder — entziehen muß. Die Küche gleicht in dieser Zeit einer heißen, süß duftenden Werkstatt, in der eifrig gerührt, mit dem Wallholz gearbeitet, eusgestcchen und geschleckt wird. Schon die Kleinsten wollen mit dabei sein und „wuzeln“ auf einem Küchenhocker, den sie zu ihrem persönlichen Küchentisch beför­dert haben, mit den so leicht schmutzen­

den Fingerlein die Teigklümpchen so lang hin und her, daß sie auch ohne Kakao-Zu­gabe bald wie Schokoladeteig aussehen.

Inzwischen entstehen auf den schwarz­glänzenden Ofenblechen ganze Sternbilder heller und dunklerer Tönung, wachsen auf den Springerle dank Großmutters Gutsele- Model Herzeibäume und Wunderblumen. Hund, Katz und Vogel liegen friedlich ver­eint nebeneinander. Ueberhaupt gibt sich zur Weihnacht das Getier vom Fisch bis zum „Säule“, von der Ente bis zum Hirsch ein Stelldichein, und Trompeten und Klee­blätter sind auch dabei im trauten Verein. Herzen aller Größen und Brezeln als alte Liebessymbole werden fabriziert, mit oder ohne Guß, und hufeisenförmige „Spritz- gutsele“ sollen wohl Glück bringen — schmecken tun sie jedenfalls ausgezeichnet, schon als Teig.

Das alles weiß man noch aus Kinder­zeiten, wo die Gutsele-Backerei ziemlich regelmäßig mit entsetzlichem Bauchweh endete, das die vielgeplagte Mutter mit Pfefferminztee kurieren mußte. Vielleicht aber gehört das auch zum alljährlich ab­laufenden Ritus des Backens. G. Qu-S.

Konftanz fucht einen größeren Zeltlagerplatj

Vergrößerung des Zeltlagerplatzes Hörle-Park vom Stadtrat abgelehnt

Durch die Einrichtung des sogenannten Hörle-Parkes zwischen dem Wasserwerk und Staad zu einem Zeltlagerplatz konnte durch die Stadtverwaltung in diesem Som­mer das wilde Zelten mit seinen Aus­wüchsen zum größten Teil verhindert werden. Es hat sich aber herausgestellt, daß die Zahl der Zeltwanderer von Jahr zu Jahr wächst, so daß der neu geschaf­fene Zeltlagerplatz bereits wieder zu klein ist Bürgermeister Diesbach schlug nun dem Stadtrat in seiner letzten Sitzung am Dienstag vor, den Zeltlagerplatz Hörle- Park um ein beträchtliches Stück gegen das Wasserwerk (nach Süden) zu erwei­tern. Trotzdem der Bürgermeister mit glaubhaften Argumenten seine Ausfüh­rungen begründete und vor allem darauf hinwies, daß kaum geeignetes Gelände in Konstanz für einen Zeltlagerplatz zur Verfügung stehe, („Wer nach Konstanz kommt, will immer in der Nähe des Sees sein”) fand das vorgeschlagene Projekt beim Stadtrat wenig Gegenliebe.

Es gab eine längere Diskussion, in der sich vor allem Frl. Stadtrat Mayer (CDU ) zur Sprecherin der Einwohner von All­mannsdorf und Staad machte. Sie betonte, bei Errichtung des neuen Zeltlagerplatzes würden die Fischer einen ihrer wichtig­sten Plätze zum Netzetrocknen verlieren, die Staader einen ihrer besten Badeplätze

und die Bevölkerung überhaupt einen der schönsten Gehwege entlang des Sees. „Wenn dieses Gelände auch noch für einen Zeltlagerplatz verwendet wird, dann hat man den Allmannsdorfern alles genom­men.” Als Bürgermeister Schneider noch darauf hinwies, daß das Pachtverhältnis Hörle-Park mit der Stadt in vier Jahren ablaufe, und daß es dann sehr zweifelhaft sei, ob die Pacht nochmals verlängert werde, wenn der dortige Zeltplatz be­stehen bliebe, war das Schicksal der Vor­lage entschieden. Seihst der Hinweis von Bürgermeister Diesbach, daß bei einer Ablehnung der Vorlage unter Umständen das für den Sommer 1952 geplante Inter­nationale Jugendzeltlager dann nicht stattfinden werde, hielt den Stadtrat nicht davon ab, das Projekt abzulehnen. Die technischen Aemter erhielten den Auf­trag, nach einem anderen Gelände Aus­schau zu halten, das nicht unbedingt direkt am See gelegen sein muß.

Eine weihnachtliche Stunde Eier Kreisverbamd der Heiimatvertriebe- nen führt am Sonntag, 23. Dezember, im Stadttheater seine dritte Miongenfeier unter dem Titel „Eine weihnachtliche Stunde“ durch. Es wirken mit: das Schmitt-Bohn-Trio, Ursula Buckel (So­pran) sowie Otto Just und Toni Rotter (Rezitationen).

Heinzelmännchen in Uniform

In den letzten vier Wochen kamen 30 000 Pakete und 500 000 Briefe an

Wer früh morgens gegen 6 Uhr durch die schlafende Stadt geht und an dem großen Gebäude der Hauptpost vorbei­kommt, ahnt kaum, daß hinter den grauen Mauern bereits ein emsiges Wirken ein­gesetzt hat. Tritt man ein, kommt man sich wie im Reich der Heinzelmännchen vor, die den Menschen einst zur Schlafens­zeit so viel Mühe und Sorgen abgenom­men haben.

Und sie sind wirklich Heinzelmännchen. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit, in der wir uns über weite Femen hinweg mit Grüßen und Geschenken beglücken, sind sie unentbehrliche Mittler, ohne die das Fest nur halb so schön werden könnte. Wie freuen wir uns doch, wenn in diesen Tagen Briefe und Päckchen von Verwand­ten und Bekannten eintreffen, die wir in der Weite der Welt wissen. Und wir selbst packen Geschenke und schicken sie an die Lieben, mit denen wir nicht die Mög­lichkeit haben, das Fest gemeinsam zu be­gehen. Denken wir auch dabei an jene, die in mühevoller Arbeit Tag und Nacht trotz Ueberlastung dafür Sorge tragen, daß die­se freudigen Ueberraschungen auch recht­zeitig unterm Weihnachtsbaum liegen?

Seit November schon hat unsere Post Hochbetrieb. Täglich nimmt der Verkehr noch zu, und erst nach dem Christfest ebbt er langsam ab. In Konstanz sind es etwa 130 Beamte, die den großen Apparat in Betrieb halten. Aber nur etwa 40 von ihnen kommen mit uns in Außendienst in Berührung. Es sind die Zusteller. Täglich zweimal tragen 30 Briefträger die einge­laufene Briefpost an die Adressaten aus. Jeder von ihnen bringt auf einem Gang bis zu 300 Sendungen in die „richtigen“ Hände. Vier Postwagen sorgen in der Weihnachtszeit für die Zustellung der Pa­ketpost. Und hier sind es 300 bis 400 Pa­kete und Päckchen, die der einzelne Wa­gen zur Verteilung bringt. Einer dieser Wagen, der den rechtsrheinischen Stadtteil betreut, legt dabei täglich eine Strecke von 42 Kilometer zurück, nicht eingerech­net das Treppauf und Treppab der Be­amten.

Das ist die Arbeit, die wir zu sehen be­kommen. Aber was benötigen sie nicht für Vorarbeit! In der Nacht schon bringt die Bahnpost aus nah und fern das Postgut in unsere Grenzstadt. Zu Haufen türmen sich die Pakete im Paketzustellraum, wäh­rend die Briefpost aus ihren Säcken auf die großen Verteilertische entleert wird. Schnell ist sie nach den verschiedenen Be­zirken sortiert — und dann füllen sie die großen Taschen der Briefträger und gegen 8 Uhr kann der Marsch auf die Strecke beginnen.

Die Verladerampen des Innenhofes des Postgebäudes gleichen schon in den frühen Morgenstunden dem Verlade-Kai eines Hafens. Einlaufende und auslaufende Pa­kete stauen sich zu Bergen, werden ein- und ausgeladen, dazwischen von fleißigen Händen sortiert und die Begleitkarten zu­sammengestellt. Und dann geht es auch hier ab in die Bezirke — aber motorisiert. — Wir können es uns selbst ausrechnen, Welche Massen von Postgut in den letzten

vier Wochen vor Weihnachten in unserer Stadt schätzungsweise zur Verteilung kom­men. Wenigstens 25 000 bis 30 000 Pakete und Päckchen und über 500 000 Briefsen­dungen — die selbst abgeholte Post von Firmen und Aemtem nicht eingerechnet. Daneben aber, das dürfen wir nicht ver­gessen, laufen die vielen anderen Aufga­ben, die sich ebenfalls in der Weihnachts­zeit verstärken und erfüllt werden müs­sen. Und vergessen wir nicht die auslau­fende Post, jene Briefe und Päckchen, die wir an unsere Lieben und Bekannten schicken.

Diese wenigen unvollständigen Zahlen und Angaben genügen, um das große Verdienst unserer Heinzelmännchen in der bescheidenen blauen Uniform der Post in der Festzeit zu dokumentieren. Wir be­kommen von der Ueberbelastung der Post kaum etwas zu spüren, ein Zeichen dafür, daß auch das kleinste Rädchen in der gro­ßen Maschinerie vorzüglich seine Funk­tionen erfüllt. Wie sagte doch der Beamte, der uns so freundlich durch die Räume des Postgebäudes führte, früh morgens um 6 Uhr „Unsere Devise ist: So einfach wie möglich und so sicher wie möglich“.

Wenn du deine Weihnachtspost öffnest, dann verschenke einen kleinen Gedanken an jene, die uns helfen, die Feme zu über­brücken und das Fest zu verschönern. Nur einen kleinen Gedanken — und vielleicht ein kleines Versprechen als dein Weih- nachtspräsentchen: Künftig alle eigene Post mit leserlicher und vollständiger An­schrift zu versehen. Das wäre ein schönes Geschenk für die Post, der es eine große Arbeitserleichterung bringen würde, -her

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Theater |efct roieöer in ftäötifcher Regte

Hans Erich Kreibig zum neuen Spielleiter bestellt

Wir berichteten gestern kurz darüber, daß der Kulturausschuß dem Stadtrat als neuen Spielleiter für das Stadttheater Hans Erich Kreibig aius Düsseldorf vor­geschlagen habe. In geheimer Sitzung hat sich der Stadtrat am späten Abend des Dienstag diesem Vorschlag des Kultur­ausschusses angeschlossen. Der im 45. Le­bensjahr stehende Hans Erich Kreibig wird seine Tätigkeit in Konstanz am 15. Januar 1952 aufnehmen. Sie ist vorerst auf die Zeit vom 15. Januar bis 30. April 1952 befristet In dieser Zeit soll der neue Spielleiter, der wahrscheinlich ebenfalls den Titel Intendant tragen wird, ein Schauspiel-Ensemble aufbauen und mit dessen künstlerischen Leistungen werben.

Man hofft, daß es Hans Erich Kreibig und seinem Ensemble gelingen wird, die Voraussetzungen zu schaffen, auf Grund deren von Konstanz aus möglichst viele Städte in der näheren und weiteren Um­gebung bespielt werden können. Das wäre dann die Grundlage für die fol­gende, große Spielzeit, die neun Monate dauern soll.

Der neue Hausherr an der Schillerstraße bringt, wie versichert wird, gerade für ein Theater, das auf die Bespielung noch anderer Städte angewiesen ist, eine große Erfahrung mit, denn er leitete zuletzt eine Bühne, die 80 Abstecherorte bespielte. Diese Tatsache war mitbestimmend für seine Wahl durch Kulturausschuß und Stadtrat.

Die Spielzeit des Theaters soll am 1. März 1952 beginnen. Es wird nur ein

Schauspiel-Ensemble verpflichtet werden. Dem neuen Theaterleiter bleibt es über­lassen, auch musikalische Werke in den Spielplan aufzunehmen (Gastspiele aus­wärtiger Bühnen oder eigene Inszenierun­gen mit Stückverpflichtung auswärtiger Kräfte). Die Stadt leistet vorläufig keinen finanziellen Zuschuß.

Das Theater ist daher auf den Landes­zuschuß von 50 000 DM angewiesen. Dieser Zuschuß (wie auch der Zuschuß von 25 000 DM für das Städtische Orchester) ist ge­sichert. Staatspräsident Wohieb, der ja zu­gleich Kultusminister ist, hat dieser Tage gegenüber Bürgermeister Schneider eine verbindliche Erklärung abgegeben. Der Zuschuß des Landes soll demnächst in seiner vollen Höhe an die Stadtverwaltung überwiesen werden; die Stadt wiederum stellt davon dem Theater jeden Monat 10 000 DM zur Verfügung.

Städtische Leistungen kommen erst wieder in Frage für die Spielzeit im Herbst des Jahres 1952. Es wird ferner mit einer sechs-bis achtwöchigen Sommer­spielzeit im kommenden Jahr gerechnet mit Freilichtaufführungen in Konstanz und Umgebung.

Von besonderer Bedeutung ist die Tat­sache, daß die Stadtverwaltung nunmehr das Theater wieder in eigene Regie über­nommen hat. E>er neue Spielleiter oder Intendant des Theaters gilt als städtischer Angestellter. Bisher wurde das Theater als Privatuntemehmen geführt, wobei der Intendant zugleich künstlerischer Leiter

Verfahren im Fall Spüler eingeftelit

Oberstaatsanwalt Dr. Gulden: „Freiheitsberaubung lag nicht vor”

Wie uns von Oberstaatsanwalt Dr. Gul­den (Konstanz ) bestätigt wird, ist das von der Staatsanwaltschaft Konstanz ange­strengte Ermittlungsverfahren gegen zwei Aerzte des Konstanter Krankenhauses im Fall Spiller eingestellt worden. Wie in unserer Ausgabe vom 3. November 1951 berichtet, glaubte der Karlsruher Him- verletzte Paul Spiller, durch zwei Aerzte vom Krankenhaus Konstanz seiner Frei­heit 'beraubt und widerrechtlich in die Heil- und Pflegeanstalt Reichenau eingeQiefert worden zu sein.

Das Ermittlungsverfahren halbe, wie uns Oberstaatsanwalt Dr. Gulden mitteilt, zu dem Ergebnis geführt, daß die Einweisung Spiller’s vom Krankenhaus Konstanz in die Heil- und Pflegeanstalt Reichenau rechtsgültig nach dem Badischen Irren- Fürsorgegesetz erfolgt sei und daher keine Freiheitsberaubung vorläge. Außerdem habe Spiller auf seine Zusage hin. von den Aerzte« des Konstanzer Krankenhauses eine Beruhigungsspritze erhalten

Ueber die Einstellung des Ermittlungs­verfahrens seien, wie uns aus Karlsruhe mitgeteilt wird, die nordbadischen Kriegs­beschädigten entrüstet. Der Vertrauens­mann der Hirniverletzten. Nordbadens, Heinrich Kühn , habe erklärt, daß sich der Verband und auch Spiller selbst mit dem Ergebnis des Ermittlungsverfahrens nicht zufrieden geben werden. Auch das würt- temibergisth-badische Arbeitsministerium wolle beim badischen Justizministerium in Freiburg diie Nachprüfung des Falles for­dern. Spiller kann sich nun nach der Pro­zeßordnung an den Generalstaatsanwalt wenden. Wird auch von dieser Stelle aus das Verfahren eingestellt, besteht die Mög­lichkeit eines Klageerzwingungsverfahrens beim Oberlandesgericht.

Bleiklumpen bestand „Funkenprobe“

Gestern wurde im „Südikurier" berichtet, daß der ehemalige Ankläger bei der Spruch­kammer des Internierterulagers Garmisch- Partenkirchen , Horst Rolfen, dort verhaftet worden sei, weil er einem Konstanzer einen 1420 Gramm schweren Bleiklumpen als „Uran 235" für 6000 DCM verkauft haben soll. Wie wir hierzu weiter erfahren, kam das „Geschäft" gegen Ende November in Garmisch zustande. Der Käufer aus Kon­ stanz , der 37 Jahre alt ist, in keinem festen Arbeitsverhältnis steht und seinen Unterhalt von Gelegenheitsgeschäften be­streitet, wollte zusammen mit einem ande­ren Konstanzer das sichere „Geschäft" machen. Das Uran sollte im Inland blei­ben und hier verwendet werden. Der Blei­klumpen war mit Feuersteinsubstanz be-

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Jeden Morgen häufen sich im Postamt Konstanz die Pakete, die in der vergangenen Nacht aus ganz Deutschland angekommen sind. Fleißige Hände sind am Werk und sorgen dafür, daß die Pakete sofort zugestellt werden. Aufnahme: Schneider-Ressel

strichen worden, so daß er bei der üblichen „Funkenprobe" befriedigte. Ein Schweizer Institut stellte aber bald fest, daß der Wür­fel aus Blei und nicht aus Uran war. Bei der Gegen üb erstedlung des Käufers aus Konstanz mit dem Verkäufer Rolfen be­stritt dieser energisch, den Mann aus Kon­stanz zu kennen und ihm den Bleiklumpen verkauft zu haben. Inzwischem trauern die beiden Konstanzer „Geschäftsmänner" ihrem verlorenen Geld nach.

Christkind für die Verkehrspolizei

Nach dem Beispiel vieler in- und aus­ländischer Städte, beabsichtigen die Kon­ stanzer Ortsgruppe des ADAC und die Verkehrswacht die Verkehrspolizei an Weihnachten zu beschenken. Beide Ver­kehrsorganisationen bitten alle Auto- und Motorradfahrer im Laufe des kommenden Montag, den 24. Dezember, beim Verkehrs­posten an der Gabelung Rheinsteig—Schil­lerstraße eine weihnachtliche Aufmerk­samkeit abzugeben. Äfi den Weihnachts - tagen ist außerdem die dortige Verkehrs­insel mit einem Christbaum geschmückt.

und wirtschaftlicher Unternehmer war. Das wird jetzt nicht mehr der Fall sein. Leiter der Verwaltung des Theaters ist Hans Braun, ein Fachmann auf diesem Gebiet, der mit den innerbetrieblichen Ver­hältnissen des Konstanzer Theaters und seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten auf Grund jahrelanger Tätigkeit am hiesigen Theater vertraut ist. Seine Person soll die Gewähr dafür bieten, daß die wirtschaft­lichen Verhältnisse in Ordnung sein wer­den. Kommt eine Vertragsverlängerung mit dem neuen Spielleiter Hans Erich Kreibig aus irgendwelchen Gründen über den 1. Mai 1952 hinaus nicht zustande, dann erhält er von der Stadt eine auf fünf Monate beschränkte Abstandssumme.

SK. Mit dieser Regelung, die einen In­terimszustand von lähmender Unentschie­denheit, zwar auch nur durch ein Provi­sorium ablöst, aber wenigstens diesem Pro­visorium greifbare Umrisse gibt, werden viele Wünsche der ernsthaften Konstanzer Theaterfreunde erfüllt. Es wird sich zu er­weisen haben, ob der neue Mann, der aus Düsseldorf nicht nur vielseitige Erfahrun­gen, sondern auch den Hauch echter Thea­terluft mitbringen könnte, der schwierigen Aufgabe in Konstanz gewachsen ist.

Man weiß über ihn naturgemäß wenig, außer daß er in russischer Kriegsgefan­genschaft ein Gefangenentheater gegründet und geleitet hat, daß er als Schauspieler und Sänger (Tenorbuffo) ausgebildet und an verschiedenen auch größeren Bühnen wie Oldenburg und Gera tätig gewesen ist. Nach Rückkehr aus der Gefangenschaft lei­tete er eine „Junge Bühne“ in seiner Hei­matstadt Rostock und, seit 1948, das „Neue Theater“ in Weilburg an der Lahn, eine Bühne mit Spielbetrieb in rund 80 Gast­spielorten. 1951 hatte er dann die Leitung der Ratinger Naturbühne übernommen.

Konstanz bietet ihm eine zweifellos große Chance. Die Stadt mit ihrer Schwei­ zer Nachbarschaft kann, wie sich gezeigt hat, sehr schnell im Brennpunkt allge­meinen Interesses liegen. Sie hat auf kul­turellem Gebiet ein Vakuum hinter sich. Das kann dem neuen Theaterleiter sehr von Nutzen sein. Er muß nur überlegt, vor­sichtig und mit äußerster Konsequenz zu Werke gehen.

Zur Frage des musikalischen Theaters vertreten die Freunde der Bühne in Kon­ stanz mit allem Nachdruck den Standpunkt, daß dessen pflege den Rahmen der gegebe­nen Möglichkeiten durchaus sprengen müßte. Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln dürfen auch unserer Meinung nach für Operettengastspiele auf keinen Fall aus­gegeben werden. Für Theaterfreunde, die unbedingt Operettengastspiele haben wol­len, sollte ein eigenes Abonnement aufge­legt werden, bei dem die Preise so gestal­tet sind, daß die Gastspiele zuschußfrei stattfinden können. Die Erfahrung mit der Operette beweist vielleicht, daß für ein solches Operetten-A bonnement wirklich Interessenten in genügend hoher Zahl vor­handen sind, um durch sie die Rentabilität solcher Gastspiele zu garantieren.

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Zum neuen Leiter der Spitalverwaltung wurde vom Stadträt Amtmann Otto Waibel bestellt, der bisher beim städtischen Rech - nungsamt tätig war.

Die Stelle eines Chefarztes der Inneren Abteilung des Städtischen Krankenhauses, die zum 1. Januar 1952 frei wird, soll in Fachblättem zur Bewerbung ausgeschrie­ben. werden. Inzwischen sind aber bei der Stadtverwaltung unaufgefordert bereits zahlreiche Bewerbungen eingegangen.

Die Meisterprüfung im Herrenschneider- Handwerk legte vor der Handwerkskam­mer Stuttgart Josef Beil, Rebbergstraße 4, mit gutem Erfolg ab.

Zu unserem Bericht in der Mittwoch- Ausgabe „Narrenvereine haben Sorgen“, teilt die Elefanten-AG. mit, daß sie sich an dem Gesuch der Narrengesellschaften an die Stadtverwaltung, in dem u. a. um die Erhebung eines „Fasnachtsgroschens“ ge­beten wird, nicht beteiligt habe.

Der Bund der Danziger e. V., Ortsstelle Konstanz , hält am Samstagabend im Bahn- hofhotel, Bahnhofstraße 4, seine Weih­nachtsfeier ab. Die Landsleute mit ihren Angehörigen werden um pünktliches Er­scheinen gebeten.

Der Mannergesangverein „Frohsinn“ ver­anstaltet am Dienstag, 25. Dezember, im „Schützen“-Saäle seine Weihnachtsfeier. Mitwirkende sind der Männerchor des Ver­eins unter Leitung von Hauptlehrer Albert Klink und eine Abteilung des Städtischen Orchesters.

Die städtischen Büchereien bleiben am Montag, 24. Dezember, geschlossen.

Bei einem Streifengang wurde in einer der letzten Nächte ein Polizeibeamter in der Wollmatinger Straße auf einen 16 Jahre alten jungen Mann, der ihm verdächtig vorkam, aufmerksam. Es stellte sich her­aus, daß der Bursche Werkzeuge im Werte von 80 DM mit sich führte, die er kurz zu­vor an einer Baustelle entwendet hatte.

Es wird hell im „Kuhmoos”

Das Elektrizitätswerk hat den Wunsch der Bewohner der Siedlung im „Kuhmocs" hinter dem Bismarck türm auf eine bessere Beleuchtung als berechtigt angesehen und wird sieben Beleuchtungskörper in der Siedlung installieren. Die Arbeit wird so bald als möglich ausgeführt werden. Die Kosten belaufen sich auf 1500 DM, sie werden aus laufenden Mitteln aufgebracht. Der Stadtrat gab seine Zustimmung zur Ausführung der Arbeiten, Bürgermeister Diesbach benutzte die Gelegenheit, 'um zu dem am 12. Dezember im „Südkurier" er­schienenen Artikel „Es ist finster im Kuh­moos" Stellung zu nehmen. Er wiederholte dabei die Feststellungen des Hochbau­amtes, die wir bereits in der letzten Sams­tag-Ausgabe veröffentlicht haben und be­merkte, die Klagen der Bewohner im

gewesen In diesem Zusammenhang sei auch festgestellt, daß die Inf ormationen, die für den ersten Artikel verwendet wurden, nicht von Willi Koinzer, Stockackerweg 44. stammten.

Ein Dankeswort

Das Badische Rote Kreuz, Kreisverein Konstanz, teilt mit: „Die Hilfsaktion für die Hochwassergeschädigten Italiens im Stadt- und Landkreis Konstanz ist ab­geschlossen. An das Badische Rote Kreuz, den Caritas-Verband, das Evangelische Hilfswerk und die Arbeiterwohlfahrt wurde aus allen Kreisen der Bevölkerung reich­lich gespendet: Kleidung, Schuhe, Wäsche, unverderbliche Lebensmittel, Medikamente sowie Geld. Das Sammelergebnis wird heute von Freiburg aus via Schweiz nach Italien weitergeleitet. Allen Spendern sei für ihre Hilfsbereitschaft herzlicher Dank ausgesprochen.“

Ehrung verdienter Rettungsschwimmer

Wie stark bereits die Resonanz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft in der Konstanzer Bevölkerung ist, zeigte die Weihnachtsfeier der Lebensretter im großen St. Johannsaal. Bezirksleiter Höl- derle konnte in seiner Begrüßungsansprache nicht nur den Geschäftsfiührer des Landes­verbandes Baden, Direktor Müller, Karls­ ruhe , begrüßen, sondern auch die Vertre­ter der Schweizer LRG. Direktor Müller sprach dem Bezirk Bodensee der DLRG die Anerkennung des Landesverbandes aus und überbrachte als praktisches Weih­nachtsgeschenk zwei Schwimmwesten. Im Mittelpunkt der Feier, die ein reichhaltiges Programm umrahmte, stand die Auszeich­nung einer Reihe von DLR.G-Mitgliedern, die im Laufe dieses Sommers durch selbst­losen Einsatz 15 Menschen aus Wassemot geholfen hatten.

Skifahrten in den Sch wa r zw ald

und ins Allgäu

Wie das Eisenbahn-Verkehrsamt Kon­stanz mitteilt, wird das diesjährige Winter- sport-Somderzugprogramm bei günstigen Schneeverhältnissen am 26. 12. mit einer Fahrt nach Neustadt und Feldberg-Bären­tal eröffnet In Neustadt haben die Fahrt­teilnehmer die Möglichkeit, das große Skispringen der deutschen und der schwe­dischen Nationalmannschaft zu besuchen. In Feldberg-Bärental bestehen Anschluß­verbindungen zu den Wintersportplätzen mit Postomnibussen. Abwechselnd mit den Fahrten nach dem Feldberg werden den Winter über auch Sonderfahrten ins AU- gäu nach Oberstaufen und Oberstdorf durchgeführt. Der Verkehr der Skizüge wird jeweils ab Freitagmorgen durch Aushängen der gelben Flagge bekannt- gegeben. Daneben hängen auf allen größe­ren Bahnhöfen Wintersport-Schneeberichte von den Wintersportplätzen des Sdiwarz-

„Kuhmoos" seien zum Teil nicht berechtigt 1 waldes und des Allgäus aus.