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„Reichsstelle Forst und Holz“ im totalen Kriegseinsatz

Zusammensetzung der Kräfte beim Durch! ührungsorgan des Reichsforstmeisters

Dur di das Gesetz über die Marktordnung auf dem Gebiete der Forst- und Holzwirts chaft vom iä. Oktober 1933 (RGBl. I 5. 1239) wurde der Reidisforstmeister ermächtigt, die Erzeugung und den Absatz von forst- und holzwirtsdiaftlidien Erzeugnissen zu regeln und die entsprechenden Be­triebe der Forst- und Holzwirtschaft zusammenzu- schließen. Von dem Recht der organisatorischen Zusammenfassung der Betriebe hatte der Reichs- forstmeister durch Bildung der Marktvereinigung der deutschen Forst- und Holzwirtschaft im Jahre 19)6 Gebrauch gemacht. Zu Beginn des Krieges wurde die Marktvereinigung aufgelöst und an ihre Stelle mit gleichen Aufgaben und Befugnissen, mit gleichen Rechten und Pflichten die Reichsstelle für Holz errichtet. Diese wurde ermächtigt, alle Maßnahmen zu treffen, die zur Sicherstellung der Erzeugung sowie zur Regelung und Deckung des Bedarfs an Holz und forstlichen Nebenerzeugnissen erforderlich sind. Die nachgeordneten Dienststellen der Reichsstelle sind die Forst- und Holzwirt­schaftsämter.

Nunmehr hat nach einer Bekanntmachung des Reichsforstmeisters die Reichsstelle für Holz c^ie Bezeichnung „Reichsstelle Forst und Holz“ erhalten. Mit dieser Aenderung, die als Ausdruck des ein­heitlichen Leistungswillens und der gemeinsamen Aufgabenstellung der deutschen Forst- und Holz­wirtschaft zu werten ist, wurde nicht nur nach außen hin eine Umbenennung vorgenommen, sondern der Reichsforstmeister hat bei dieser Gelegenheit gleich­zeitig organisatorische und verwaltungsmäßige Um­gestaltungen und Vereinfachungen angeordnet, die das Ziel haben, eine Konzentration der Kräfte her- heizuführen und eine weitgehende Beteiligung der wirtschaftlichen Selbstverwaltung sicherzustellen. Diese Maßnahmen sind also durch den totalen Kriegseinsatz bedingt und zielen letzten Endes darauf ab, der Wehrmacht und Rüstung alle ver­fügbaren Kapazitäten dienstbar zu machen.

Die Leitung der Reichsstelle Forst und Holz wur­de durch den Reichsforstmeister dem Ministerial­dirigenten S t o r dt, Reichsforstamt, übertragen, dessen Stellvertreter ein noch zu ernennender Holz­wirtschaftler sein wird. Forstwirtschaft und Holz­wirtschaft sind also auch in der Führung der Reichs­stelle vereinigt. Die Reichsstelle Forst und Holz ist das Durchführungsorgan des Reichsforstmeisters Her­ mann Göring , Das Reichsamt Stellt die oberste Reichsbehörde (Reichsministerium) für die Forst- und Holzwirtschaft dar. Die gleichmäßige Be- treung dieser beiden Wirtschaftszweige durch die Reichsstelle kommt auch in der Leitung dieses Or­gans sinnfällig zum Ausdruck.

Zum organisatorischen Aufbau der Reichsstelle ist zu bemerken, daß die bisherigen drei Hauptabtei­lungen (Inlandserzeugung, Einfuhr und Absatz­lenkung) nunmehr zusammengefaßt wurden und deren Aufgaben unmittelbar, unter dem Leiter der Reichsstelle Forst und Holz durchgeführt werden. Damit tritt die einheitliche Linie der Arbeit der Reichsstelle noch sichtbarer in die Erscheinung wie bisher. Zugleich bringt die mit der Auflösung der drei Hauptabteilungen herbeigeführte Bearbeitung aller Vorgänge in einer Dienststelle eine wesentliche Erleichterung für die Betriebe mit sich, während sich für die Reichsstelle selbst aus dieser Zusammen­fassung die Möglichkeit ergibt, weitere personelle Einsparungen vorzunehmen, mit dem Ziele, die frei­werdenden Kräfte der Wehrmacht oder einer an­deren Betätigung in der Kriegswirtschaft zuzu­führen.

Um eine straffe Zusammenfassung aller zur Mit­arbeit in der Reichsstelle in Frage kommenden Kräfte unter einer weitgehenden Beteiligung der unternehmerischen Initiative zu erreichen, wird bei der Reichsstelle Forst und Holz ein Beirat ge­schaffen, der dem Leiter der Reichsstelle zur Seite stehen soll. Bemerkenswert ist hier nun die Tat­sache, daß dieser Beirat eine besondere Geschäfts­führung erhalten soll. Damit ist schon von vorn­herein angezeigt, daß der Beirat nicht — wie so oft — etwa nur dekorativen Charakter tragen wird. Dem Beirat bei der Reichsstelle Forst und Holz soll vielmehr eine maßgebliche Mitarbeit in allen Fragen

zufallen, die die forst- und holzwirtschaftlidie Bedarfsdeckung berühren. Etwaige Einwendungen, die auf die Frage hinauslaufen, ob eine derartige Einschaltung des Beirats sich mit dem Führerprinzip vereinbaren lasse, sind nicht begründet. Führer eines wirtschaftlichen Zusammenschlusses sein, heißt nämlich nicht, nun alle Arbeit selbst zu erledigen, heißt auch nicht, Entscheidungen zu fällen, ohne je­manden gehört zu haben. Wer als Leiter einer Or­ganisation den Gedanken des Führerprin­zips richtig erfaßt hat, wird die grundsätzlichen Fragen, die seine Führungsarbeit berühren, durch andere arbeitswillige und leistungsfähige Kräfte vorprüfen und vorbereiten lassen, dann aber nach erfolgter Klärung der Sachlage die Entscheidung selbst treffen! Unter diesem Gesichtspunkt dürfu dem Beirat bei der Reichsstelle Forst und Holz und seiner Geschäftsführung eine nicht zu unter­schätzende Bedeutung zukommen. Auf der glei­chen Linie, d. h. der Mitarbeit aller geeigneten Kräfte, liegt die vom Reichsforstmeister in seiner Bekanntmachung zum Ausdruck gebrachte Einschal­tung der wirtschaftlichen Selbstverwaltung in die Aufgabendurchführung der Reichsstelle Forst und Holz. Zu diesem Zwecke sollen die Wirtschafts- bezw. Fachgruppen usw. der Holzwirtschaft bezw, Zusammenschlüsse von diesen zu den marktordnen­den Arbeiten der Reichsstelle herangezogen und ihnen entsprechende Bewirtschaftungsmaßnahmen auf dem. forst- und holzwirtschaftlichen Sektor zur ver­antwortlichen Durchführung übertragen werden.

Der Reichsforstmeister hat gleich damit begonnen, die Reichsstelle Forst und Holz und die entspre­chenden Betriebe verwaltungsmäßig zu entlasten, indem er für das Jahr 1943 auf die Einziehung der Mitgliedsbeiträge der Reichsstelle und auf die Erhebung zur Erfassung der Einzelmitglieder und deren Umsätze sowie auf die entsprechenden Mel­dungen verzichtet hat. Angekündigt wurden bereits weitere Vereinfachungen verwaltungsmäßiger und organisatorischer Art, während die endgültige Re­gelung für die Aufbringung der zur Durchführung der Aufgaben der Reichsstelle erforderlichen Mittel zu gegebener Zeit getroffen wird.

Die in der bisherigen Reichsstelle für Holz und der jetzigen Reichsstelle Forst und Holz vereinigten Kräfte' haben die Notwendigkeit der Maßnahmen erkannt, die der Reichsforstmeister getroffen hat. Aus dieser Erkenntnis heraus ergibt sich der W i 11 e jedes Einzelnen, an der Neuordnung freudig mitzuwirken. Diese Feststellung ist noch höher zu bewerten als alle befohlenen Einzelmaßnahmen, die letzten Endes nichts sind, wenn sie nicht von der Begeisterung der Menschen zur Sache getragen wer­den. Diese Begeisterung aber wird immer wieder neu entfacht durch die Erkenntnis, daß alles, aber auch

wirklich alles, getan werden muß, um eine Produk­tionssteigerung unserer Kriegswirtschaft herbeizu­führen und damit zur Beschleunigung des Sieges der deutschen Nation beizutragen.

Dr. Kurt Silier, Berlin .

Ritterkreuzträger Oberleutnant Kult gefallen

DNB. Berlin , 11. März. Am 22. Februar 194j fand an der Spitze seines württembergisch-badisthen Jägerbataillons Oberleutnant d. R, Josef Kult, im Zivilberuf Lehrer in Urlau im Allgäu, den Helden­tod. Er erwarb sich das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 23. August 1942 bei den Kämpfen im Westkaukasus. Damals hat er noch als Leutnant und Kompanieführer mit nur drei Gruppen seiner Jäger über hundert in den Rücken sein'es Bataillons einge­brochene Bolschewisten selbständig angegriffen, in erbitterten Kämpfen aufgerieben und dadurch eine gefahrvolle Lage für den gesamten Bataillonsab­schnitt beseitigt. Nunmehr ist Oberleutnant d. R. Kult bei der Abwehr der im Wehrmachtbericht vom 23. Februar 1943 erwähnten starken feindlichen An­griffe gegen den Kuban-Brückenkopf in heldenhaf­tem Kampf inmitten seiner Jäger gefallen.

Lilienthal-Denkmünze für Oskar Ursinus

DNB. Berlin , 11. März. Das Präsidium der Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung, dem als Ehrenpräsident Generalfeldmarschall Milch ange­hört, hat dem Rhön -Vater Oskar Ursinus anläß­lich seines 6 5. Geburtstages die Lilienthal-Denkmünz* verliehen. Die Lilienthal-Gesellschaft ehrt damit seine großen Verdienste um den fliegerischen und tech­nischen Nachwuchs .der deutschen Luftwaffe. In der Zeit fliegerischer Ohnmacht hat Ursinus durch die Förderung des Segelflugs die Flugbegeisterung der deutschen Jugend immer von neuem belebt und den jungen Ingenieuren durch die Anregung zum Bau motorloser Flugzeuge den Weg für eine hervorragend praktische flugtechnische Ausbildung gewiesen.' Durch den Segelflug hat er unzählige junge Flugzeugführe# für die Luftfahrt gewonnen.

London . Die britische Admiralität gab am Donnerstag bekannt, daß das U-Boot „P 311“ über­fällig sei und als verloren angenommen werde» müsse.

Rom Nach Berichten aus Jerusalem bombardier * ten britische Flugzeuge das arabische Dorf Zeita im Tul-Parem-Gebiet Unter der Bevölkerung gab es zahlreiche Opfer. In Damaskus «öffnete die briti-* sehe Militärpolizei das Feuer auf hungernde Demon­stranten, wobei elf Personen getötet wurden.

Istanbul . Am kommenden Mittwoch wird der türkische Ministerpräsident vor der großen National­versammlung das Programm sein« neugebildeten Regierung verlesen.

Tokio . Der japanische Botschafter in Indo­china, Yoshizawa, kehrt nunmehr auf seinen Posten zurück.

Berufsautklärung und Nachwuchslenkung Im Kriege

Nur sorgfältige und gründliche Ausbildung gibt Gewähr für Höchstleistung

DNB. Berlin , 10. März. Zum Abschluß der Berufsaufklärungsaktion 1942/43 und zur Ausrich­tung der Arbeit im neuen Jahr führten das Reichs­arbeitsministerium und die Reichsjugendführung un­ter dem Vorsitz von Stabsführer M ö ck e 1 eine ge­meinsame Arbeitsbesprechung mit allen beteiligten Reichsdienststellen durch.

Einleitend gab Stabsführer Möckel einen Ueber- blick über die im zu Ende gehenden Arbeitsabschnitt 1942/43 gemachten Erfahrungen und stellte dabei fest, daß heute mehr denn je die Notwendigkeit bestehe, durch eine planvolle Ausrichtung all« Auf­klärungsmittel das Elternhaus und die Jugend bei der Berufswahl durch frühzeitige Beratung zu un­terstützen. Die Berufsaufklärung wendet sich des­halb nicht allein an die die Schule verlassende Ju­gend, sondern ebenso an die Eltern, die üb« die augenblicklichen, gegen früher oft veränderten Be­rufsverhältnisse zu unterrichten seien. Die Einsicht, daß die Jugend heute kriegswichtige und nachwuchs- bedürftige Berufe «greifen müsse, hat sich zu­nehmend ausgebreitet und hat auch in diesem Jahre

alle Ueberlegungen zur Berufswahl bestimmt. Nach wie vor komme es darauf an, dafür zu sorgen, daß der Jugendliche eine seinen natürlichen Neigungen und Interessen entsprechende Berufswahl treffe. Di» richtige Berufswahl sei die Grundlage für eine er­folgreiche Berufsausbildung; auf beiden aber gründ» sich eine spätere berufliche Höchstleistung.

Lieber die Berufsaufklärung und -Nachwuchs­lenkung im neuen Jahr sprach Ministerialrat Dr. Stets vom Reichsarbeitsministerium , der im be­sonderen die Anforderungen der totalen Kriegfüh­rung an die Berufsaufklärung-Nachwuchslenkung und -Ausbildung beleuchtete. Die Berufswahl des Ju­gendlichen und seine Ausbildung verdiene die größte Sorgfalt, da sie in entscheidendem Maße seine spä­tere Leistungsfähigkeit bestimme. Die vorliegenden Ergebnisse aus den vergangenen Jahren zeigen, daß es bei sinnvoll« Nachwuchslenkung möglich ist, in nachwuchsarmen Berufen eine Entwicklung einzu­leiten, die geeignet ist, den Nachwuchsschwierigkeiten zu begegnen. Eine wertvolle Ergänzung kann diese Arbeit dadurch erfahren, daß es gelingt, das allge­meine Bild dies« Berufe zu verbessern.

Die geschichtlichen Grundlagen der heutigen weltpolitischen Lage

Vortrag von Studiendirektor i. R. Dr. Ost im Volkshilduttgstverk

teroffensive mit vorzüglidiem Material durchführen konnten, von dem man" sogar oft genug den Ein­druck gehabt hatte, daß es zu dem besten iemals ein­gesetzten gehörte, und solange zurückgehalten wurde, um in der Stunde der größten Entscheidung verwandt zu werden. Auch erlauben Ausführungen in der sowjetischen Presse selbst den Schluß, daß in der Rüstungsindustrie die Steigerung der Quantität mit ein« Qualität erkauft worden ist. Das dürften einige der wichtigsten Gesichtspunkte sein, aus denen sich die so völlig ungleichen Flugzeugverluste er­klären lassen.

Der italienische Wehrmachtbericht

DNB. Rom, 11. März. Der italienische Wehr­machtbericht vom Donnerstag hat folgenden Wort­laut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt be­kannt: An der tunesischen Front Spähtrupptätig­keit. Deutsche Jäger schossen in Luftkämpfen 12 Flugzeuge ab. Feindliche Flugzeuge bombardier­ten die Wohnviertel von Gafsa . Unter der Bevöl­kerung gab es zahlreiche Tote. Ein feindlicher Geleitzug wurde von einem Verband von Torpedo­flugzeugen der 105. Gruppe unter Befehl von Fliegerhauptmann Urbano Mancini aus Gesena (Forli ) zwischen Bougie und Algier angegriffen. Ein 15 OOO-BRT.-Dampfer wurde versenkt, ein weiterer großer Dampfer und ein Zerstörer wur­den schwer beschädigt- Mit diesem neuen Erfolg versenkte die italienische Luftwaffe seit Kriegs­beginn 1 Million BRT. feindlichen Schiffsraums.

Der Uehergang der Japaner über den Yangtse

DNB. Tokio, 11. März. Zum Ueb«gang der japanischen Truppen üb« den Yangtse, der in d« Nackt zum Montag auf einer Breite von 300 km erfolgte, wird hi« betont, daß der Yangtse an den Stellen des Ueberganges zwei bis vier Kilometer breit ist. Sein Wasserstand ändere sich fast jede Stunde. D« Flußlauf sei vom Feinde mit Minen verseucht worden, und am gegenüberliegenden Ufer hätten 15 Tschungking-Divisionen in ihren Stellun­gen gelegen.

WUhtige feindliche Stellungen besetzt

DNB. Tokio, 11. März. Nach Ueberschreiten des Yangtse-Flusses haben, wie Domei meldet, nach Süden vorrückende japanische Einheiten die wichtige feindliche Stellung Hwajung im Norden der Provinz Hunan an der Grenze zwischen Hunan und Hupeh am Mittwochmorgen besetzt. Die wichtige strate­gische feindliche Stellung Tschiangpotu am Zusam­menfluß des Yangtse und Wangtschia, 15 km von Schischau, fiel am Mittwoch einer Vorhut japanischer Einheiten in die Hand, die am gleichen Morgen Schischau, im Süden von Hupeh , besetzten. Nachdem Tschiangpotu besetzt war, wurde der Rückzug des Feindes, der in Richtung Tsdiangtscha und Hsingte an diesen Flüssen entlang floh, abgeschnitten.

Kampf bis zum endgültigen Sieg

DNB. Helsinki, u. März. Zu dem immer wieder in Szene gesetzten Agitationsfeldzug mit al­len möglichen phantastischen Gerüchten der anglo- amerikanischen und schwedischen Presse über den Qharakter des finnischen Verteidigungskampfes müsse man, so schreibt „Ajan Suuntra“, einige unerschüt­terliche Tatsachen in Erinnerung rufen, die jedem ohne weiteres einleuchten. Der Lebensweg des Marschalls von Finnland , der nicht nur sein Volk, sondern auch diesen Erbfeind gründlich kennt, sei der beste Beweis dafür, daß Finnland nur ein Ziel habe, nämlich den Kampf bis zum endgültigen Sieg, damit es nicht noch ein viertes Mal das Opfer eines hinterlistigen Ueberfalls seitens der Sowjetunion werde. Finnland werde sich daher auf keine Zwi­schenpause zugunsten des Feindes mehr einlassen und nicht eher die Waffen niederlegen, bis die Auf­gabe «füllt sei. Auch das Gerede vom undemo­kratischen und unnordischen Angriffskampf Finn­ lands werde dadurch widerlegt, daß trotz der Waffenbrüderschaft mit Deutschland und seinen Verbündeten keine politische Beeinflussung erfolgt sei und kein Angriffsbündnis bestehe. Die wirkliche Freundschaft zeige sich in Taten und nicht in pa­pierenen Vereinbarungen.

Wenn es ein Historiker versteht, in einem zwei­stündigen Vortrag die Zuhörer die Zeit vergessen zu lassen, dann muß er nicht nur sein Thema be­herrschen, sondern es auch fesselnd darstellen kön­nen. Dies gelang Dr. Gotthard Ost, Berlin , am Mittwoch abend im Saal der „Neuen Pfalz“, wo er über das Thema „Die geschichtlichen Grund­lagen der heutigen weltpolitischen Lage“ sprach und die aktuellste Tagespolitik als Folge einer geschichtlichen Entwicklung von Jahrtausenden und als Anbruch einer neuen Zeit deutete. Leider verbietet es der Raum, ausführlich diesen Vortrag so zu behandeln, wie er es verdiente, wir können nur skizzenartig die großen Gedanken festhalten. Der Vortragende begann mit der Feststellung, daß mit dem Eintritt Japans in den Krieg erstmals ein wirklicher Weltkrieg ausgeh rochen ist, dessen Schauplatz alle Kontinente und Ozeane sind, an dem direkt oder indirekt alle Rassen, Völker und Sprachen beteiligt sind. Die gesamte Menschheit ist in den Schmelztiegel eines gewaltigen, großen Umwandlungsprozesses geworfen, aus dem sie hoffentlich als geläuterte Arbeits- und Schioksals- gemeinsehaft hervorgehen möge. Mit diesem Weltkrieg stehen wir in ungeheurem Umbruch der Menschheit, denn erstmals ist der Traum aller Historiker in Erfüllung gegangen, daß die gesamte Menschheitsgeschichte unter einer Schicksalsidee steht, unter der Losung Kampf dem Bol­schewismus. Wir befinden uns deshalb nicht auf einem geschichtlichen Höhepunkt, sondern am Anfang einer neuen Entwicklungsgeschichte der Menschheit. Welch ungeheure Rolle bei diesem Umbruch unser Führer spielt, geht daraus her­vor, daß bisher bei allen Männern der Geschichte der unglückselige Zug zur Weltherrschaft ihr Handeln bestimmte, wie wir es auch wieder bei Stalin , Rooseveit und den Männern des Empire sehen. Diese Zeit ist nun abgelaufen. Erstmals haben sich unter Adolf Hitler Deu'schland und die verbündeten Völker des Dreimächtepakte« zu­sammengeschlossen, um nach den Gesetzen der Rasse und des Raumes jedem Volkstum den ihm gebührenden Lebensranm zu sichern. Denn nach der nationalsozialistischen Weltanschauung hat

jede Rasse ihr naturgegebenes Lebensrecht und mit dieser Weltanschauung beginnt ein neues Zeitalter der Menschheit

Dr. Ost umriß dann die bisher abgelaufenen drei Zeitalter der Geschichte und zeigte, wie durch alle drei gleiche Paralelle liefen: Zwei Pole im europäischen Raum, die zum Teil gegenseitig sich befehdeten, während stets eine raumfremde Macht aus dem Osten oder Südosten gegen den Kontinent vorstieß. So war es in der Antike, deren Mächte­gruppen Griechenland und Rom von den Persern zwischen Indus uhd Nil und von den Karthagern von Nordafrika her bedroht wurde. Wenn wir heute gerade in diesen Kampfgebieten dieselben Orte wieder umstritten- sehen, so möchte man von einer Dämonie der Räume sprechen, die immer wieder feindliche Mächte an sich ziehen. Im Mit­telalter sehen wir die glanzvolle deutsche Kaiser­zeit, erschüttert durch die ständigen Kämpfe mit dem Papsttum und tu allen Jahrhunderten gefähr­det durch den Ansturm des Islam, der Mongolen und der Türken. Mit dem 30-jährigen Krieg be­ginnt das dritte Zeitalter des Individualismus, ge­kennzeichnet durch da« französische Imperium, das den deutschen Partikularismus zur Voraus­setzung hatte, und das britische Imperium, das auf Kosten des europäischen Partikularismus groß wurde. In diesr Epoche war es allein das Reich, das den Ansturm der Türken abwehrte.

Nun stehen wir am Beginn des vierten Zeit­alters, das ebenso wie das dritte- mit einem 30- jährigen Krieg beginnt, denn der jetzige Krieg ist ja nur die Fortsetzung des 1914 begonnenen Welt­krieges. Dieses neue Zeitalter wird beherrscht vom Sozialismus, er ist die umwälzende Idee, die das nationalsozialistische Deutschland der Welt geschenkt hat Seit 1933 steht in stei­gendem Maße nicht mehr wie bisher London im Mittelpunkt der Weltpolitik, sondern das neue Deutschland und sein Führer Adolf Hitler . Der Redner zeigte nun, wie vier Ideen diese« neue Zeitalter bestimmen: Die soziale Idee, die Eini­gung Europas , die neue Weltordnung und die Idee des Lebensraumes. In überzeugenden Bei­spielen wies er dann nach, wie Deutschland im­

mer an der Spitze der sozialen Leistungen stand, was 1908 schon von englischen Arbeiterführern anerkannt wurde, wie 1933 als Hitler und Roose­veit gleichzeitig die Regierung übernahmen, der Führer seine sieben Millionen Arbeitslose in kür­zester Zeit in Arbeit brachte, während das reiche Amerika seine zehn Millionen Arbeitslose in eini­gen Jahren auf 12 Millionen erhöhte. Zur Eini­gung Europas wies Dr. Ost auf das Beispiel Bis­marcks hin, der 1871 die Zollschranken und Gren­zen der Kleinstaaten niederlegte. So werden auch in Zukunft die Grenzen und Zollsperren innhalb unseres Kontinents fallen, Voraussetzung ist aber, daß wir auch in unserem Denken die Schranken niederlegen und beginnen, in Kontinenten und Ozeanen zu denken. Denn eine Einigung Europas ist eine Lebensnotwendigkeit, soll die weiße Rasse nicht noch weiter an Ansehen und Einfluß ver­lieren. Im Gegensatz zu Frankreich , das durch seine Kolonialtruppen Europa geschändet hat, und England, dessen Greuellügen über Deutschland selbst die farbigen Völker empörte, ist Adolf Hit­ ler der Retter der weißen Rasse, des europäischen Kontinents. Zu# neuen Weltordnung betonte Dr Ost, den Unsinn der Tatsache, daß z. B. das men­schenarme Frankreich in dem weite Landstrecken verödet und tausende. von Bauernhöfen verlassen waren, den zweitgrößten Kolonialbesitz der Erde hatte und im Ueberfluß lebte, während Deutsch­ land als Volk ohne Raum um sein Lebens­recht kämpfen mußte.

Unter Lehensraum verstehen wir genug Raum zum Wohnen und zum Leben, genug Rohstoffe zur Arbeit und genug Absatzgebiete. Nur wenn wir im Besitz dieses Lebensraumes sind, werden wir frei von der sklavischen Abhängigkeit England gegenüber. Unser natürlicher Lebensraum ist im Osten, wo seit den Zeiten der Waräger 861 nordische Menschen Staaten schaffend, Staaten ordnend und staatserhaltend wirkten, Fähigkeiten, die dem slavischen Menschen abgehen. Hier erinnerte der Redner an das Heldentum der Män­ner von Stalingrad , die nicht vergebens gefallen sind, sondern Stalins Pläne vereitelt haben, dei dort den Durchbruch nach dem Süden erzwingen, die deutsche Front aufrollen, unser Heer im Kau­ kasus abschneiden und Leningrad entsetzen wollte. Wir dürfen nie über Rückschläge an der Front oder Menschliches in der Heimat den Blick für

das Große verlieren. Interessant waren seine Ausführungen über Sibirien , dessen Bedeutung Amerika schon längst erkannt hat. Die neue Weltordnung orientiert sich nach fünf Kraftfel­dern der Menschheit, dasjenige der Achse umfaßt Europa , Vorderasien und Nordafrika und ist seit 4000 Jahren das Kraftfeld der weißen Rasse mit seinen beiden Brennpunkten Euphrat und Tigris im Osten, Po, Rhein und Rhone im Westen. Wir müssen als Weltvolk aus der Zeit der Postkutsche heraus und in großen Räumen denken. Dann ver­stehen wir Englands Politik, dessen Lebensstrom der Seeweg nach Indien ist, das sich diese Straße zwischen Gibraltar und Singapur gesichert und dieses Indien in neuester Zeit durch den Irak und Iran im Westen, Rußland im Nordwesten ge­sichert hat.

Es geht in diesem Kriege nicht mehr um Völker oder Staaten, zwei Weltanschauungen ringen mit­einander. Auf der einen Seite stehen die pluto- kratisch - jüdisch - bolschewistisch - angelsächsische unter der Devise: Gold, internationaler Kredit und internationales Großkapital auf der anderen Seite die Führerstaaten mit der Parole: Blut, Boden und Arbeit Wir werden und wir müssen siegen, weil immer die Volksbewegungen siegen, die von schöpferischen Ideen getragen und von einem Genius geführt sind, der das neue Ideal sichtbar verkörpert Wo aber Idee und Genius sich ver­mählen, da wird ihr stärkstes Kind erzeugt: der Glaube, den der Führer an seine ihm von der Vorsehung übertragene Sendung und sein Volk hat. In diesem Glauben stehen wir alle in diesem Kampf zum Führer. Er stärkte die Stalingrad­kämpfer zu höchstem Grad vorbildlichem Helden­tums und in diesem Glauben werden wir alle weiterkämpfen und durchhalten bis zum Endsieg.

Der Kreiswart der DAF., Pg. B e ch 101 d, der den gut besuchten Abend eröffnet hatte, an dem auch Kreisleiter Pg. Rombach teilnahm, dankte am Schluß dem Redner für seine überzeugenden Ausführungen und schloß mit dem Gruß an den Führer C. F.

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Verleger: Alfred Reift (bei der Wehrmacht )

Druck und Verlag: A. Reift & Cie, Offenburg . Verlagsleiter: R. Hack, Hauptschriftleiter Carl Fürst.

Anzeigenleit«; Rudolf Berton. (PL Nr. 8).