Auch in Ui ...uiörialschlacht entscheidet die Tat des Einzelnen
Bilder aus der Schlacht bei Orel — Mut und Entschlossenheit überwinden Uebermacht
DNB. Berlin , 15.Juli. Täglidi wandet die Schlacht südlich Orel ihr Gesicht. Angriffe und
Gegenangriffe, Infanterie- und Panzerkämpfe, Sturm und Verteidigung wechseln in schneller Folge. Mit stets unverminderter Heftigkeit rollt das Artilleriefeuer aus Hunderten von Geschützen aller Kaliber. Aus dem Toben der Materialschlacht erhebt S'di immer wieder der Einzelkämpfer zur entscheidenden Tat.
Während des deutschen Angriffs gelang es einigen zum Gegenstoß angesetzten schweren Sowjetpanzern vorübergehend eine niedersächsische Panzergrenadier-Kompanie, die weit vorgestoßen war, einzuschließen. Noch ernster wurde die Lage, als feindliche Schützen, gedeckt durch ein hohes Kornfeld, b S auf 50 Meter an die Grenadiere herankommen konnten und sich mit aufgepflanztem Bajonett zum letzten Sprung bereitmachten. Da brachte unbeirrt von heftigem feindlichem Feuer der Gefreite L o h f i n k sein Maschinengewher in Stellung und nahm den aussichtslos erscheinenden Kampf auf. Gurt um Gurt jagte er die Geschosse aus seinem Maschinengewehr auf die immer wieder heranbrandenden Schützenwellen und zwang sie durch seine Feuerstöße jedesmal zu Boden. Dadurch konnte die Kompanie, trotz der feindlichen Uebermacht, ihre Stellung behaupten, bis die Nachbarkompanie zu ihr aufgerückt war und . der gemeinsame Angriff wieder in Fluß kam. ,
Beim weiteren Vorstoß war zwischen zwei angreifenden Bataillonen des gleichen Panzergrenadier- Regiments eine mehrere hundert Meter breite Lücke entstanden. Infolge der pausenlosen Granateinschläge war es nicht möglich zu übersehen, ob beide Bataillone die befohlene Linie bereits erreicht hatten. Um die Verbindungen wieder herzustellen, lief der als Melder eingeteilte Gefreite Hees mit einer Kartenskizze durch das dichte Feuer zum Nachbar Bataillon hinüber und wieder zurück. Wie durch ein Wunder blieb er in dem Hagel der Geschosse unverwundet. Seine Meldung gab den beiden Bataillonen die Möglichkeit, die Fühlung miteinander wieder aufzunehmen und dadurch den Angriffserfolg des Tages zu sichern.
Zum Ausbau der gewonnenen Linie mußten dann schnellstens Fernsprechkabel verlegt werden, um die Einheitlichkeit der Führung sicherzustellen. Dabei kam es darauf an, eine der Leitungen übet eine völlig deckungslose, vom Feind gut einzusehende und stark verminte Höhe von fast einem Kilometer Breite zu führen. Diese schwierige Aufgabe übernahm der Fernsprechtruppführer Unteroffizier W i 1 - k e n. Obwohl fortgesetzt heftig beschossen, sprang
er mit seiner schweren Kabelrolle von Trichter zu Trichter und überwand so den gefährlichen Hang.
Die Wichtigkeit der neuen Leiturfg erwies sich kurz darauf, als eines der Panzergrenadier-Bataillone vom Gegenstoß schwerer Sowjetpanzer durchbrochen wurde. Während noch durch Fernspruch panzerbrechende Waffen angefordert wurden, erschienen zwei Panzer vom Typ T 34 bereits fünfzig Meter vor dem Gefechtsstand und begannen zu schießen. In diesem Augenblick griff der als Artilleriebeobachter eingeteilte Fahnenjunkerfeldwebel König ein. Er raffte eine Handvoll gerade führerlose Grenadiere zusammen, trat mit ihnen den Panzern und den dichtauf folgenden Schützen entgegen und riegelte dadurch die Einbruchsstelle ab. Er hielt den Feind solange auf, bis die angeforderten schweren Waffen zur Stelle waren, mit deren Hilfe die eingebrochenen Bolschewisten im Gegenangriff auf ihre Ausgangsstellungen zurückgeworfen wurden.
Im Verlauf der wechselvollen Kämpfe hatte eine
der verstoßenden Kompanien k« der Wegnahme eines feindlichen Grabens durch versteckte Sdiarf- schützen einige Verwundete. Das Feuer der Bolschewisten schwoll kurz darauf zu solcher Heftigkeit an, daß die Kompanie vorübergehend noch einmal hinter den schon genommenen Graben zurückgehen mußte. Da die Sanitäter nicht alle verwundeten Kameraden sofort mitnehmen konnten, blieben drei Verwundete im Niemandsland zurück. Da lief der Sanitätsgefreite Lohnes, während die Scharfschützen durch Feuerüberfälle niedJrgehalten wurden, ins Vorfeld, um die Kameraden zu bergen. Dreimal ging er, trotz heftigen feindlichen Feuers, vor. Den letzten Verwundeten mußte er dreihundert Meter aufrechtgehend mitten durch die Geschoßgarben feindlicher Maschinengewehre tragen. Sein Wagemut wurde belohnt.' Nach dreistündiger Arbeit hatte er, ohne selbst getroffen zu werden, die Verwundeten eingebracht und verbunden.
Alle diese Beispiele vorbildlicher soldatischer Haltung stammen aus den Kämpfen eines einzigen niedersächsischen Panzergrenadier-Bataillons. Doch genau so wie diese Männer handeln, tun es auf den Kampffeldern von Bjelgorod und Orel täglich und stündlich ungezählte deutsche Soldaten.
Aachen wiederum deutsche Schicksalsstadt im Westen
Die elfhundert Jahre alte Kaiserstadt durch Bombenterror schwer getroffen
„Religionsfreiheit“ in Sowjetrußland
„Nie war der Russe frommer als jetzt; nie un-'i terstützte der Sowjetstaat die Kirchen großzügiger ] denn heute!" ist ein Moskauer Schlagwort, das der zweifelnden Welt immer wieder eingehämmert wird.
Zu dieser Behauptung liegt eine Aeußerung au» allererster Quelle vor. Ihr Verfasser ist Walter Graebner, bis vor kurzer Zeit Korrespondent der Times" in Moskau . Graebner ist Engländer und gewiß kein Deutschenfreund. Man kann auch nicht behaupten, daß er ein Gegner der alliierten Sowjet» ist. Um so größeren Wert gewinnen seine kürzlich eröffentlichten Worte über die „Religionsfreiheit" : in Sowjetrußland. Graebner schreibt: „Obwohl die bolschewistische Regierung die Wiedereröffnung einiger Kirchen gestattet hat, werden tausend Mittel angewandt, um die Ausübung der religiösen Praxis zu verhindern. Man verlangt von den Kirchen außerordentlich hohe Steuern. So muß beispielsweise die Sankt Elias-Kirche in Moskau 19000 Dollar Abgaben zahlen. Die Prieser werden gezwungen, 40 Prozent ihrer Gehälter an die Staatskasse abzuführen. Spitzel besuchen die Gottesdienste und stenographieren die Predigten im Wortlaut. Vor der Revolution besaß Moskau 450 orthodoxe Kirchen; heute zählt es deren noch sechsundzwanzig."
(PK.) Während die Entwarnungssirenen aufheulen, sahen wir gen Aachen . Die alte Krönungsstadt Aachen lag im Hagel britischer Bomben. Wie schon so oft erleben wir auch in diesen frühen Morgenstunden das gleiche Bild. Qualmender Rauch liegt über der gesamten Stadt und gespenstisches Rot durchbricht den aufsteigenden Morgen - Lange Züge der Feuerschuta- polizei, der Hilfsorganisationen der NSV. drängen zur Stadt, um zu helfen, wo es in diesen Minuten, in diesen schweren Stunden notwendig ist und wird. Im Rauch der brennenden Häuser arbeiten wir uns mühsam den Weg zum Stadt- innern vor. Aus den brennenden Häusern werden die letzten Habseligkeiten geborgen und auf die, Straße gestellt. Alles packt hier mit an, Frauen und Kinder, Soldaten — alles, was zur Verfügung steht, sucht zu retten, was noch au retten kt. Die Menschen eilen mit Tüchern vor dem Mund, blaß und geängstigt durch die Straßen, andere versuchen mit Gasmasken dem ätzenden und beißenden Rauch zu begegnen. Es sind fruchtbare Bilder, die »ich in diesen Morgenstunden des 14. Juli in der alten deutschen Stadt Aachen abspielen.
Dann stehen wir am Marktplatz vor den Trümmern und übriggebliebenen Resten des alten ehr
würdigen Rathauses. In diesen Minuten möchte sich das Herz zusammenkrampfen. Auf den Grundmauern der alten Kaiserpfalz im 14. Jahrhundert errichtet, steht das mächtige Bauwerk, das als eines der schönsten Rathäuser der Welt gerühmt wird, in Rauch und Flammen. Wie viele deutsche Schicksale hat dieses gotische Bauwerk erlebt? Der reiche Figurenschmuck der Marktseite liegt in Trümmer zu unseren Füßen. Die wunderbaren neuen gotischen Turmhauben sind vor Minuten in sich zusammengestürzt. Durdi die zerbrochenen hohen Fenster, deren Reste die Wappen der hier gekrönten deutschen Kaiser zeigen, sprühen die Funken in den Kaisersaal im oberen Stockwerk, in dem im 8. Jahrhundert Karl der Große römisch-deutscher Kaiser wurde. Ueber die Trümmer der jetzt gotischen Freitreppe gelangen wir in das Innere des Hallenbaues. Durch ein Sprengloch und durch Risse an der Decke sickert das Löschwasser in kleinen Bächen durch die Vorhalle. Schon seit Stunden versuchen die Mannschaften der Feuerlöschpolizei der Nachwelt den Rest des herrlichen Baues zu erhalten. Dreißig deutsche Kaiser wufden hier gekrönt. Wieviel Hände haben an den inneren Werken dieses
Das Geheimnis um Sikorskis Tod durch die Untersuchung noch dipkler
Der Pilot batte Gleichgewichtsstörungen, wurde krank und nahm Fehlgriffe vor
DNB. Lissabon, 15. Juli. Nachdem die Untersuchungen über das zum Tode Sikorskis führende Flugzeugunglück in Gibraltar und in London nunmehr abgeschlossen sind, liegt an amtlicher Stelle in London folgendes Unter- •uchungsergebnis vor:
Der Bomber ist, wie üblich, vor dem nächtlichen Start einer Unterbrechung unterzogen worden, die ergab, daß sich das Flugzeug in tadelloser Verfassung befand. Der Start auf der engen Startbahn vollzog sich reibungslos, und in Kürze befand sich das Flugzeug etwa 10 Meter über dem Wasser. Entgegen anderslautenden Berichten arbeiteten alle vier Motoren einwandfrei. Plötzlich glitt das Flugzeug ab, das Fahrgestell schlug auf das Wasser auf, die Maschine Überschlag sich, barst und sank innerhalb von sechs Minuten. Sofort ausgesetzte Boote versuchten etwaige Ueberlebende zu retten. Vier Insassen, darunter Sikorski und der Pilot, wurden aus dem Flugzeug geschleudert, während die übrigen bereits bei dem heftigen Aufprall starben. Sikorski, dessen Leiche eine schwere Kopfverletzung aufzeigt, ist wahrscheinlich ertrunken. Der Pilot, an dessen Aufkommen ge- zweifelt wird, konnte nur oberflächlich verhört werden. Als Gründe dafür, daß das Flugzeug, obgleich es sich in ausgezeichnetem Zustande jie- fand, von dem Piloten zum Absturz gebracht wurde, bezeichnet man erstens Gleichgewichtsstörungen — sogenannte „Horizontalblindheit“ — zweitens plötzlich aufgetretene Erkrankung, und drittens von ihm vorgenommene Fehlgriffe an den an Bord befindlichen Instrumenten.
Da man keine einleuchtende Erklärung zur Hand hat für die Tatsache, daß man das Leben Sikorskis einem Piloten anvertraute, dem die von ihm zu steuernde Maschine bisher unbekannt war, wird mit einer Veröffentlichung dieses Un-
tersuobungsergebnisses durch die englischen Behörden nicht gerechnet.
Das Untersuchungsergebnjs läßt alle Fragen offen, die die Weltöffentlichkeit zu dem Tode Sikorski zu stellen hat. Die von amtlicher englischer Seite aufgeführten Gründe sind derart lächerlich, daß man sie als plumpes Ablenkungsmanöver abtun kann. Vergeblich wird die Weltöffentlichkeit auf weitere Erklärungen warten. London hat sich einen unbequemen Mahner vom Halse geschafft. Das ist für ChurohiU die Haupt sache Er hat noch ein übriges getan, indem er in einer Rundfunkansprache an die Polen Trauer über Sikorskis Tod heuchelte. Möglich, daß ihm die Polen glauben. Sonst aber wohl niemand.
Neue polnische Emigranten-„Regierung' d. Stodcholm, ij. Juli. Nachdem sich nun Tränen und Trauer über den Tod Sikorskis in Lon don gelegt haben, hat man einen neuen Emigranten- ausschuß gebildet, an dessen Spitze als neuer „Ministerpräsident“ Stanislaw Nikolajezk steht, der sich beeilte, zu versichern, daß seine „Regierung“ aufrichtig demokratisch sei, obwohl in dem neuen Emigrantengremium Mitglieder aller Parteien und Gruppen zusammengewürfelt sind. Daß die „Regierungsbildung“ unter einem gewissen Alpdruck von Moskau gestanden hat, beweist die Hereinnahme des früheren polnischen Botschafters in Moskau , Römer, der zum „Außenminister“ des polnischen Emigrantenklüngels in London ernannt worden ist. Römer wird nachgesagt, daß er während seiner Moskauer Tätigkeit für einen freundschaftlichen Ausgleich der Polen und der Bolschewisten eingetreten ist. Wenn ihm die Emigranten- klique nunmehr das Referat für die Beziehungen mit anderen Völkern übergeben hat, dann wird man darin den Versuch erblicken können, sich mit Moskau möglichst gut zu stellen.
Rathause gebaut und gewirkt! • Der Krönungssaal zu Aachen mit den Karlsfresken eines Alfred Rethel gehört zu den berühmtesten Kunstdenkmälern der Weltgeschichte. Es ist Wahnsinn, daß dies in einer einzigen Stunde der Vemiditung zun» Opfer fällt.
Auch der Dom mit der Pfalzkapelle, das bedeo? tendste Denkmal karolingischer Baukunst, blieb nicht verschont. Auch er, der schon so manches deutsche Schicksal in dieser Stadt miterlebt hat, ist getroffen worden.
Dieser neuerliche Terrorangriff britischer Bomberverbände zeigt den abgrundtiefen Haß der Briten gegen den hohen Stand unserer Kultur, denn es geht ihnen nicht darum, unsere Rüstung auszuschalten, sondern einzig und allein unsere Baudenkmäler zu zerstören und friedliche Menschen zu treffen. Tausende Menschen sind wieder obdachlos _ geworden, viele in dieser so schwer vom Schicksal heimgesuchtea Stadt stehen vor dem Nichts. Aber trotz dieser furchtbaren Nacht sind die Menschen der alten Kaiserstadt ungebrochen und stark. Sie sind hart und erprobt als Menschen des Grenzlandes, sie w>«en um die Schwere des deutsdien Sdiidcsals. Sie haben ja am besten die Briten von 1919 bis 1913 in Erinnerung.
Politische Ereignisse kurx gemeldet
Berlin . In Anwesenheit der Reihsleiter Dr. Ley und von Sdiirach wurden die diesjährigen Leistungswettkämpfe der Adolf-Hitler-Schulen auf der Ordensburg Sonthofen durchgeführt.
Berlin . Eine vom Sonderausschuß „Räder“ zusammengestellte Statistik über die Arbeitszeitersparnis beim Drehen von Flugzeugräde*n zeigt, daß in den Jahren 1937 und 1938 mehr als das Dreifache der Arbeitszeit zum Drehen einfes Bremsrades benötigt wurde als 1942.
Stockholm . Der englische Innenminister Morrison, der soeben von einem Besuch in Belfast zurückgekehrt ist, beklagte sich bei einem Klubfrüb- stück über den unerschüttterlidien Neutralitätswillen Irlands .
Rom . Zur Beruhigung der Bevölkerung von Teheran ließen die USA. -Eindringlinge durch die Straßen Lastkraftwagen fahren, die laut Aufschrift angeblich Getreide aus USA . enthielten. In einem Stadtteil stürmte die Volksmenge einen Wagen, mußte jedoch feststellen, daß der Lastwagen leeres Stroh enthielt.
Madrid . Nach einer Meldung a«* Mexiko fanden im Gebäude des Angestelltenverbandes in Me xiko zwischen politischen Gruppen Schießereien
att.
Tokio. Kapitän Hedeo _ Hiraide, Abteilungschef der Marineabteilung im Kaiserlichen Hauptquartier, wurde als Abteilungschef in den Admiralsstab versetzt Zum Nachfolger wurde Kapitän Estuo Kuri- hari ernannt.
Bangkok . In den Industriebezirken der indischen Provinz Bihar herrscht eine ernste Hungersnot. — Falls die augenblickliche Kohlenknappheit in Kalkutta nicht behoben wird, werden die Textilfabriken schließen müssen.
Nanking. Der Vizeminister der Justiz, Tan- gyinghnang, erklärte, daß nach Aufhebung der Konzessionen die Streitigkeiten zwischen Chinesen und Ausländern vor chinesischen Gerichten entschieden werden.
d. Berlin , 15. Juli. Von einem der alten Vorkämpfer des nationalsozialistischen Ausländsdeutsche tums, dem verstorbenen früheren Landesgruppenleiter der Auslands-Organisation der NSDAP , in der südafrikanischen Union, Universitätsprofessor Dr. Hermann Bohle, nahm am Donnerstag da* Führerkorps der AO. im großen Ehrensaal in einer schlichten Gedenkfeier Abschied, zu der außer den Angehörigen eine große Zahl von Trauergästen au» Partei, Staat, Wehrmacht und Wirtschaft erschienen waren. Brigadeführer Albrecht legte im Namen de» Führers an der Bahre einen Kranz nieder. An der Traüerfeier nahm auch eine Abordnung. der-Faschi stischen Partei in Deutsdiland teil. Der Leiter der Auslands-Organisation, Gauleiter Bohle, hielt dia Gedenkrede, in der er das Leben des Verstorbenen schilderte, dessen Lebensbild als das eines Ausländsdeutschen schlechthin bezeichnet werden kann, dem sein deutsches Vaterland über alles ging.
Befriedigender deutsch -schwedischer Warenverkehr
DNB. Stockholm, 15. Juli. Der deutsch « und der schwedische Regierungsausschuß haben in der Zeit vom 5 bis 14. Juli eine Tagung in Stockholm abgehalten. Die bei diesem Anlaß vorgenommene Prüfung der Ergebnisse des ersten Halbjahres 1943 führte zu der Feststellung, daß der deutsch -schwedische Warenverkehr sich in diesem Zeitraum sehr befriedigend entwickelt und die Ziffern des gleichen Vorjahreszeitraume* nicht unwesentlich überschritten hat. Ueber den Warenverkehr im zweiten Halbjahr 1943 wurde Einverständnis erzielt, so daß damit gerechnet werden kann, daß das Gesamtergebnis des Jahre» 1943 den vorgesehenen, für beide Volkswirtschaften erwünschten Umfang erreichen wird. Dia beiden Regierungen sind sich darüber einig, daß eine weitere günstige Entwicklung der beiderseitigen Einfuhren äugest reht werden poll.
. Die Einwohner von Marsala , der westlichsten •izilianisdien Stadt, sind nicht nur stolz auf den feurigen goldgelben Wein, der den Namen ihrer engeren Heimat in der ganzen Welt bekannt gemacht hat, sondern sie weisen auch bei jeder Gelegenheit darauf hin, daß der italienische Freiheitsheld Ga ribaldi am 11. Mai 1860 seinen Siegeszug gegen die Bourbonen mit da» „Tausend von Marsala" begann. Diese Stadt ist wirtschaftlich von der Ausfuhr abhängig, die sich hauptsächlich auf Getreide, Olivenöl und den schon erwähnten Marsala- Wein erstreckte An der Stelle, an der »ich heute die großartigen Kellereien und Lagerhäuser erheben, stand einst die Stadt Lilybäum , von der außer einigen Katakomben und Ringmauerresten keine Spur mehr zu finden ist. Vor der Stadt liegt das Kap Boeo (eine Abkürzung des alten Ortsnamens Lilibeo), von dem aus men nordwärts bis nach Trapani und nordwestwärts auf die Aegatisthen Inseln hinausblickt. Nach Südosten macht die Küste einen halbkreisförmigen Außenbogen und tritt dann zu einer geräumigen Bucht zurück, die von der Stadt Mazara del Vallo beherrscht wird.
In der Antike war das Gebiet-von Mazara eine Kolonie .des berühmten sizilianischen Stadtstaates Selinunt . Das Heer des Hannibal fegte vier Jahrhunderte vor der Zeitwende zerstörend über das Land hinweg; vor elf Jahrhunderten landeten die Araber und begannen von Mazara ans die Eroberung der Insel; einige Jahrhunderte später setzten unter dem Grafen Roger die Arbeiten zum Bau eines festen Kastells und einer quadratischen Wehrmauer ein; sie hielten manchen Feind von dieser Ecke Siziliens fern. In langen Zeiträumen des Friedens aber zerfielen die Festungsanlagen, und ihre Trümmer liegen nordwärts der Stadt in einer
Heide, an die sich bergaufwärts gut bebaute Landstriche und vor allem Weinpflanzungen anschließen. Ostwärts leitet das Vorgebirge von Granitola zu den Trümmerfeldern von Selinunt über. Vor etwa zwanzig Jahren begannen großzügige Ausgrabungen, die sich vornehmlich auf den sogenannten Heiligen Bezirk erstreckten, an dessen großartigen Tempeln das Volk von Selinunt arbeitete, als Hannibal die Stadt zerstören ließ. In Her Nähe von Campobelo liegen die großen Steinbrüche, die das Material zu den Tempeln lieferten. Die Arbeiten, die im Jahre 409 vor der ZeitVende beim Untergang der Stadt unterbrochen wurden, sind seither nie wieder ^ufgenommen worden. Eine Menge von fertigen Säulen liegt noch in den Schluchten der Steinbrüche, einige andere sind am Rande einer nach Selinunt führenden Straße zu finden. Auch die Werkplätze liegen noch genau da, wo sie vor mehr als 2300 Jahren verlassen wurden.
Hinter dem Kap San Marco wird der Weg zu einem Küstenabschnitt frei, dessen bedeutendste Stadt S c i a c c a auf einer steilen Höhe über dem Meer aufgebaut ist. Im Altertum lagen hier die berühmten Bäder der reichen Bürger von Selinunt ; im Mittelalter vermittelte Sciacca den größten Teil des Handels an der Südküste; nach einer langen Zeit des Verfalls ist die Stadt unter der besonderen Fürsorge Mussolinis wieder zu einem bedeutenden Hafenplat^, aufgeblüht. Etwa jo Kilometer weiter nach Osten wird Agrigento erreicht, das in den vergangenen Jahrhunderten wegen seines Reichtums berühmt war und das heute wegen seiner landschaftlichen Schönheit die Perle Siziliens genannt wird. Auch Agrigento steht auf historischem Boden. Es ist das mittelalterliche Girgenti, das Akragas der Griechen und das Agrigentum der Römer. Nicht nur die geschriebenen Ueberlieferungen, sondern auch die Mauern und Säulen von mächtigen Tem
peln der Juno, der Concordia und des Herakles sind Zeugen einer großen Vergangenheit.
Etwa in der Mitte der Südküste, am Fuß des Poggio di Sant-Angelo hat sich die Stadt L i c a t a zu einem bedeutenden Handelsplatz entwickelt. Der Schwefel, der in den oberhalb anschließenden Gebieten von Campobello und Ravanusa gewonnen wird, kam zum größten Teil über Licata zum Export. Der Steigerung der Ausfuhr hat auch das benachbarte Gela , das auf den älteren Karten unter dem Namen Terranova di Sicilia zu finden ist, nach langen Jahren des Stillstands einen neuen Aufstieg zu verdanken. Das moderne Gela schließt sich an.das antike Gela an, auf dessen Mauern es steht. Der große attische Tragödiendichter Aesdtylos starb dort im Jahre 436 vor der Zeitwende, und in der Umgebung der Stadt, vor allem auf dem sogenannten Windmühlenhügel, liegen die zerbrochenen Mauern dorischer Tempel. In der Vorstadt Borgo und auf der Höhe von Soprano wurden am Anfang unseres Jahrhunderts unzählige Grabmäler entdeckt, in denen man prachtvolle griechische Vasen fand.
Ostwärts von Gela ist der Küstenraum arm an größeren Siedlungen. Was in der Provinz Siracusa an bedeutenden Städt envorhanden ist, Vittoria , Co- miso, Ragusa , Modica , Scicji und Noto , liegt weiter im Innern der Insel. Audi die Eisenbahn, die ganz Sizilien umrundet, verläßt bei Gela die Küste, geht landeinwärts, streift all diese Städte, stößt dann nur noch einmal bei Sampieri zum Meer herunter und strebt dann unter Aussparung der südöstlichen Inselspitze zur Ostküste nach Syrakus hinauf. Das Kap Passero ist der Abschluß nach Süd und nach Ost. Weit draußen im Meer liegt Portopalo , eine vom Festland losgelöste Insel, deren hochragender Leuchtturm in den Jahren des Friedens der Schifffahrt den Weg wies.
Zwei Bücher über Johann Peter Hebel $ okn. Der oberrheinische Dichter und Heimat- künder Hermann Eris Busse , Träger des Johann Peter Hebel-Preises, der 1939 in der von der Deut schen Akademie betreuten Sammlung „Dichter der Deutschen “ (Cotta-Verlag, Stuttgart ) eine Grimmelshausen-Biographie herausgab, hat für die gleiche Sammlung eine Biographie unseres alemannischen Dichters Johann Peter Hebel geschrieben, die in Bälde erscheinen wird. Gegenwärtig ist Busse mit der Schaffung eines zweiten Hebel- Buches beschäftigt, das unter dem Titel „Hebel. Sein Leben in Selbstzeugnissen, Briefen und Berichten“ in der Sammlung „Lebensbilder großer Deutscher im Propyläen-Verlag , Berlin erscheinen wird. In derselben reich illustrierten Sammlung (sie brachte u. a. Bände über Mozart , Wagner, Schopenhauer , Schiller , Hölderlin ) veröffentlichte Busse 1942 ein Werk über Hans Thema.
Kleine Kunstnachrichten
okn. Der ordentliche Professor Dr. Walter BehM an der Universität Gießen wurde in gleicher Diensteigenschaft an die Freiburger Universität berufen.
okn. Das langjährige Mitglied der Pfalzoper Kaiserslautern , Marianne Hoffmann, konnte ihren 70. Geburtstag feiern. Sie ist eine geborene Wienerin und seit 1920 in Kaiserslautern tätig.