SÜDKURIER
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Nr. 120 / Seite 5
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ben 31.3 ult 1952
Die Neroenfäge
Konstanz, unser liebes altes Konstanz Ist eine laute Stadt geworden. Tag und Nacht rattern Limousinen, Motorräder, Fahrräder mit Hilfsmotor, Omnibusse, Lastzüge und Vehikel aller Art. Die Motoren heulen und klopfen, Bremsen kreischen und Hupen gellen durch die engen Straßen und Gassen der Altstadt. Einmal im Monat heulen samstags punkt Zwölf die Sirenen zur Probe, während an einer Straßenecke unsere Nerven unter dem Preßluftbohrer vibrieren. In der Nähe des Bahnhofs zischen die Lokomotiven und über das Häusermeer pfeift eine Kette Düsenjäger. In einer schmalen Gasse rumpeln Bierfässer und beim Milchladen gegenüber scheppern in aller Frühe schon die Milchkannen. Stunden zuvor versicherten sich einige besäuselte Bummler gegenseitig ihre Sympathie, während eine andere Gruppe singend zu verstehen gibt, daß der Konstanzer Weißherbst einen zungenlok- kernden Genuß bedeutet. Das geht seit Wochen so. Den ganzen Tag und die ganze Nacht stecken wir mitten in diesem wogenden Lärm. Ihn zu definieren, dazu reicht unser Wortschatz kaum mehr aus.
Das Tragische an der Geschichte ist neben den schlaflosen Nächten noch die Beklemmung, daß sich der Lärm bei der fortwährenden Weiterentwicklung der Verkehrsmittel noch verstärkt. Der Lärm ist angesichts dieser Situation zu einer Schraube ohne Ende geworden, einer Schraube, die sich immer mehr in unsere
Nerven bohrt. Schon heute fühlen wir uns ihr wehrlos ausgesetzt.
Täglich häufen sich die Zuschriften bei uns auf dem Schreibtisch. Die Anwohner der Mainaustraße, diejenigen der Oberen Laube oder der Marktstätte fragen immer „Muß das sein?“ und sind gereizt, daß sie im Kampf gegen den Lärm niemand unterstützt. Noch verzweifelter als die Konstanzer aber sind die Fremden. Wenn sie nicht das Glück haben, in den Außenbezirken zu wohnen, so wird ihre Geduld mitunter auf eine harte Folter gespannt. Kein Wunder, daß es Feriengäste gibt, die den Stadtkern fluchtartig verlassen und sich am Stadtrand auf Zimmersuche begeben.
Da man nicht mit Maschinen, wohl aber mit Menschen sprechen kann, sind wir noch Optimisten und wagen den Versuch, an die Vernunft des Milchmannes mit den Kannen, an die teppichklopfende Hausfrau oder an den Junggesellen mit dem plärrenden Radioapparat zu appellieren, wenigstens einmal in 24 Stunden aus eigener Initiative etwas gegen den Lärm zu tun. Und wer von den passionierten, zumeist aber gedankenlosen Lärmmachem ehrlich gegen sich selbst ist, wird nach einigem Nachdenken erkennen, daß überhaupt nicht soviel Lärm sein müßte.
Als Stadt des Fremdenverkehrs sollten sich aber auch alle öffentlichen und privaten Iratitutionen, angefangen vom Stadtrat bis zur Konstanzer Interessengemeinschaft, überlegen, was zumindest im nächsten Jahr gegen den Lärm getan werden könnte. Allein mit technischen Fortschritten ist auf Dauer gesehen kein Blumentopf zu gewinnen. Die Ruhe und die Idylle gehören mit dazu. Sie mit in den Vordergrund kommender Planungen zu stellen, gehört zu Konstanz wie der — See. - hs.
75 Jahre Höhere Mäöchenfchule
Zum Jubiläum de« Ellenried er-Gymnasiums — 500 Schülerinnen werden erwartet
Am Freitag und Samstag oesuchen Hunderte von Frauen das Eilte, liebe Konstanz, um zusammen mit Bürgerinnen dieser Stadt die 75-Jahrfeier des Ellenrieder- Gymnasiums zu begehen. Die Sehnsucht nach See und Stadt, das Wiedersehen mit ehemaligen Schulkameradinnen, von denen man oft schon vor mehreren Jahrzehnten Abschied nahm, dann auch die Anhänglichkeit an die alte Schule auf der Marktstätte oder die spätere Friedrich-Luisenschule in der Brauneggerstraße hat ihnen den Impuls gegeben, oft eine weite und beschwerliche Reise zu unternehmen, um
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Die alte Schule auf der Marktstätte
Zeichnung: G. Klausmann
dabei zu sein. Sie alle sind herzlich willkommen!
Willkommen sind vor allem die Frauen Im ehrwürdigen Alter, die im Jahre 1877 als Schülerinnen von der damaligen weiblichen Fortbildungsschule in die selbständige, sechsklassige Höhere Mädchenschule, in das umgebaute Postgebäude auf der Marktstätte einaogen. Rahmen und Inhalt des Lehrplans der seit 1890 siebenklassi- gen Höheren Mädchenschule, dieser besonders in ^aden gepflegten und entwickelten Schulform, waren gut und bewährten sich, zumal seit 1905 auch die Naturwissenschaften, die immer mehr das
Auf ein frohes Wieöerfehen!
Als Vorsitzende des vorbereitenden Ausschusses für das 75jährige Jubiläum unserer lieben, alten Schule und als Vertreterin der älteren Jahrgänge, heiße ich alle ehemaligen Schülerinnen auf das herzlichste willkommen. Ich bin überzeugt, daß das Erlebnis der Zusammenkunft der Vorfreude entspricht und daß das mit viel Liebe und Mühe vorbereitete Programm die Erwartungen vollauf befriedigt. Wir wollen beim Kirchgang und beim feierlichen Empfang am Freitag derer gedenken, die dieses Fest nicht mehr mit uns begehen können, die aber in der Erinnerung unter uns sind. Dann aber soll, nach all den schweren Jahren, die über einen jeden von uns dahingebraust sind, die Freude über das „Weißt Du noch“ uns ganz gefangen nehmen. Wir wollen auch mit aufgeschlossenen Herzen uns von den Fortschritten und Leistungen der Schule überzeugen. Direktion und Lehrerschaft sei im voraus für das Zustandekommen dieses seltenen Festes gedankt. Bringt Eure allerbeste Sonntagslaune mit und laßt während der Stunden des Wiedersehens und der Erinnerung die Jugend in Euch neu erstehen.
Erna Mündel, geb.Walther
Weltbild gestalteten, in den Unterricht eingefügt wurden. Die Schülerinnen des letzten Jahrzehnts des 19. Jahrhunderts und der beiden folgenden Jahrzehnte haben diese Auffassung — aus späterem Leben herausgesehen — bezeugt. Ein besonderes Urteil darüber geben die Lehrerinnen, die von 1910, bis 1926 vom angegliederten Lehrerinneneetninar den Weg in ihren Beruf angetreten haben. 1911 erhielt diese damals zehnklassige Schule das jetzige Schulgebäude in der Brauneggerstraße, das für 300 Schülerinen berechnet war.
Von 1920 ab ist die Geschichte der Schule eine Geschichte der Reformen; das Ende dieser Epoche ist auch heute noch nicht abzusehen. Zeitbedingte Notwendigkeiten, stärkere Berücksichtigung der Begabungsrichtung, die verschiedenen Auffassungen über das Ziel der Höheren Mädchenschule überhaupt und noch andere Strömungen ließen eine vielfächerige Schule entstehen, bei der Lehrplan und Lehrziel zudem oft wechselten. Dazu kamen noch die durch die finanzielle Notlage bedingten Schwierigkeiten, die aber mit Unterstützung des damaligen und des jetzigen Oberbürgermeisters abgewehrt werden konnten. Die letzten sieben Kandidatinnen des Lehrerinnenseminars wurden 1926 geprüft. An Stelle dieser Oberstufe wurde im Jahre 1927 — bei der 50-Jahrfeier — die Mädchenoberrealschule eingerichtet. Von 1933 an formte der totalitäre Staat diese zur achtklasaigen Mädchenoberschule um, die neben dem sprachlichen Zweig eine haus- wirtschaftliche Abteilung — ebenfalls mit der Reifeprüfung als Abschluß — zuerkannt erhielt. Nach dem Zusammenbruch entstand 1945 zuerst wieder die ehemalige Mädchenoberrealschule, die sich in den letzten Jahren zum neusprachlichen Gymnasium entwickelte. Heute ist diese Schule mit 416 Schülerinnen das zweitgrößte Mädeheragymnasium in Südbaden.'
Im Wechsel dieser Schulformen gab die Lehrerschaft unter Leitung von verschiedenen Direktoren in harmonischer Zusammenarbeit der Schule ein eigenes Gesicht. Diese Eigenart werden die vielen ehemaligen Schülerinnen wieder feststellen können, die sich in diesen Tagen in den festlich geschmückten Räumen des Ellenrieder-Gymnasium einfinden werden. G.
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Das Programm der Jubiläumsfeier sieht morgen, Freitag, um 8 Uhr, im Münster und in der Lutherkirche Gedächtnisgottesdienste, um 10 Uhr in der Schule eine feierliche Begrüßung und ab 16 Uhr gleichfalls in den Schulräumen ein gemütliches Zusammensein vor. Am Samstag unternehmen die rund 500 Teilnehmerinnen eine Sonderfahrt nach Ueberlingen.
Tresor auf Rollen
Eine große Zuschauermenge sammelte sich am Mittwochabend auf der Marktstätte an, um Augenzeuge eines schwierigen TrEinsportes zu sein. An der Ecke Marktstätte/Rosgartenstraße wird die „Rhein-Main-Bank“ in Kürze eine Filiale eröffnen. Aus diesem Anlaß erschien in den Nachmittagsstunden ein Speziallastwagen vor dem Hause, der mit einem mächtigen Tresor beladen war. Unter Verwendung dicker Seile und schwerer Rollen wurde der Koloß Zentimeter um Zentimeter vom Wagen hinünter auf die Straßen gelassen, um nach geraumer Zeit in dem Geschäftsraum der neuen Bank zu verschwinden. Dieser schwierige Transport lockte viele Passanten an.
Traurig aber wahr: Einen sicheren Schutz gegen den Verkehrslärm gibt es seit dem 25. November 1951 nicht mehr. Der § 49 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (St.V.Z.O. ) besagt in einem Satz: „Das Auspuffgeräusch und das Fahrgeräusch der Kraftfahrzeuge dürfen das nach dem gegenwärtigen Stande der Technik unvermeidbare Maß nicht übersteigen.“ Vierzehn Jahre lang durfte das Fahrgeräusch eines Motors 85 Phon (Phon = Maß für die Lautstärke eines Schalls) nicht übersteigen. Der „Gummi-Paragraph“ vom 25. 11. 1951 erlaubt es aber nunmehr der Fahrzeugindustrie z. B. die Auspuffe der Motorräder zu „frisieren“, d. h. zugunsten der Geschwindigkeit die Schalldämpfer zu korrigieren. Die meisten Motorradgeräusche weisen heute eine Stärke von 90—95 Phon auf. Nach einem wissenschaftlichen Gutachten liegt die Grenze, bei der der Lärm als Schmerz empfunden wird, bei 100 Phon. Kein Wunder, daß der Motorenlärm unerträglich geworden ist. Bei engen Straßen wie z. B. in Konstanz wirken die Häuser dazu noch wie Schalltrichter.
Der Lärm ist das große Uebel, das auch für Konstanz zu einer Frage von lebenswichtiger Bedeutung geworden ist. Ihm zu Leibe zu rücken, sollte die Aufgabe aller, auch der Behörden sein, Aber schon hier beginnt das Dilemma: Der Lärm steht praktisch unter Gesetzesschutz! Bedeutet der § 49 der St.V.Z.O. schon einen Freibrief für Lärmer, so schützen die §§ 12 und 21 der Straßenverkehrsordnung, in denen nur vom Gebrauch der Warn- und Schallzeichen an Fahrzeugen die Rede ist, die Oeffentlichkeit nicht vor dem Straßen lärm. -
Die Behörden, in Konstanz das Landratsamt und die Stadtverwaltung, stehen
dem Lärm-machtlos gegenüber! Hier
zeigt sich die Sinnwidrigkeit des § 49.
Schon seit Jahren gibt es Freunde und Gäste der Stadt, die eher auf ihre Ferien verzichten, als alle zehn Minuten aus dem Schlaf gerüttelt zu werden. Zu dem Motorenlärm tritt das Radiogeräusch bei offenem Fenster. Aber auch die Putznarren von Hausfrauen, die schon um 6 Uhr morgens Teppiche klopfen, die Männer, die Holzhacken als Frühsport betreiben und jene, die vor den drei Nachtlokalen sehr zum Verdruß der Nachbarschaft die Türen ihrer
Erster Spatenstich für einen Kindergarten
In Anwesenheit von Dekan Mono, Bürgermeister Schneider, Damen und Herren der evangelischen Kirchengemeinde und und des Architekten H. Biomeier fand gestern vormittag der erste Spatenstich zum Kindergarten der evangelischen Pauluspfarrei an der Ecke Luisen- Friedrich Hugstraße in Petershausen statt. Der Plan sieht für den Kindergarten ein zweistöckiges Gebäude vor, in dem drei Schulklas-: sen für 90 bis 100 Kinder und verschiedene Schwestemwohnungen aufgenommen werden. An das Schulgebäude wercfcn sich ein großer Spielplatz, eine Freiklasse und verschiedene Grünanlagen anschließen. Der Bau des Kindergartens ist der erste Bauabschnitt für ein Gesamtprojekt, das weiter ein Gemeinde- und Pfarrhaus voreieht. Die Mittel für das umfangreiche Bauprojekt stammen zum Teil aus privaten Geldspenden der evangelischen Gemeinde.
Fahrkarten gegen Devisen
Dank der Bemühungen des Vorstandes des Eisenbahn-Verkehrsamtes Konstanz ist es gelungen, daß die Fahrkartenausgaben der Bahnhöfe Konstanz , Singen a. H. und Waldshut demnächst zur Annahme von ausländischen Zahlungsmitteln ermächtigt werden. Damit geht ein schon längst gehegter Wunsch in Erfüllung.
Brand am Tannenhof
Gestern abend gegen 22 Uhr geriet der beim Tannenhof liegende große Heuvorrat des Reitclubs aus bisher ungeklärter Ursache in Brand. Dem alarmierten Löschzug gelang es, ein Uebergreifen des Feuers auf einen benachbarten Schuppen zu verhindern.
Fahrzeuge zuwerfen, untergraben die Gesundheit ihrer Mitmenschen, ohne daß sie es ahnen. Diese Lärm- und Geräuschquellen machen uns das Leben schwer, den Schlaf problematisch, wenn nicht gar unmöglich und untergraben die Gesundheit. Das Ergebnis: gestörte Kreisläufe, vorzeitig verbrauchte Herzen. Solange uns nicht das Gegenteil bewiesen werden kann, behaupten wir, daß der Tag- und Nachtlärm, gegen den die Menschen keineswegs abgestumpft sind, in vielen Fällen indirekt die Ursache plötzlichen Todes sind.
Die Polizei aber muß diesem Uebel beinahe tatenlos Zusehen, denn niemand kann verlangen, daß hinter jedem Ruhestörer ein Polizist zu stehen hat. Die Selbstdisziplin könnte hier aber mEinches lindern helfen.
Wie anders ist es doch da im kultivierten Zürich , das schon um 24 Uhr seine Lokale schließt und Minuten später wie ausgestorben scheint. Dort hat die Polizei die Einwohnerschaft gebeten, ihr die Nummern lärmender Fahrzeuge mitzuteilen, mit der Angabe, wann und wo das Fahrzeug gehört und gesehen wurde. Vorbildlich hat sich in der westdeutschen Bundesrepublik bisher lediglich der Stadt-Staat Hamburg dieses Problems angenommen. Auf Wunsch der Bürgerschaft erließen die Senatoren die „Verordnung zur Bekämpfung gesundheitsgefährdenden Lärms“. Ueberlaute Radio- Apparate, Teppichklopfen zur unpassenden Zeit, Mißbrauch von Kofferradios, betrunkene Straßensänger und Kraftfahrer, denen allzuoftes Hupen Freude bereitet oder die ihre Freunde vom dritten Stock herunterhupen, werden im Schnellverfahren mit 150 D-Mark bestraft. Auch München und Stutt gart rücken neuerdings dem Lärm zu Leibe,
Selbst im Traum ...
Zeichnung: Gutschow
während Köln z- B. jegliche Art von Lautsprecherwerbung verbot.
Alle Städte und Behörden, die heute gegen den Lärm vorgehen, betreten in ihren Anordnungen unbekanntes Neuland, und es muß sich noch erweisen, wie weit die Gerichte diesen Bestimmungen folgen. — Wenn wir Glück haben, erläßt der Bundestag im letzten Jahr seiner Amtsperiode noch ein Bundesgesetz gegen den Lärm. Die Männer vom Fremdenverkehr, die durch den Lärm ihre Kur- und Ferienorte bedroht sehen, sind inzwischen schon in Bonn vorstellig geworden und verlangen einschneidende Anti-Lärm-Gesetze. Die Bundestagsabgeordneten des Bodenseegebietes aber könnten sich Verdienste erwerben, wenn sie sich dieses Antrags besonders annehmen würden.
Abfchnürung Oer InnenftaÖt?
Landratsamt und Stadtverwaltung sind sich neben der Verkehrswacht darin einig, daß dem Verkehrslärm auf Grund der heutigen Gesetze nicht ohne weiteres beizukommen ist. Es ist technisch und organisatorisch unmöglich, jedes nach Konstanz fahrende Fahrzeug auf seine Auspuffgeräusche zu untersuchen und ähnlich wie in Untertürkheim dem Kraftfahrzeugbesitzer mit einer Zivilklage zu drohen. In Kon stanz müssen neue Wege beschritten werden, Wege, die begehbar sind und die Anti- Lärmaktion nicht vor ein allzu großes technisches Problem stellen.
Sicher ist, daß der Verkehr (und damit auch der Lärm) Konstanz schon längst über den Kopf gewachsen ist. Die Turbulenz des Verkehrs läßt einen darüber staunen, daß nicht noch mehr Unfälle sich ereignen, als ohnehin geschehen.
Um aber nicht nur den Lärm, sondern auch dem Verkehrskafussell in der Innenstadt zu begegnen, ist es notwendig, den Plan des Ringverkehrs zu verwirklichen. Schon einigemal hatte sich dieser Ringverkehr, befristet, bewährt. Erneut bewiesen wurde dies am Wochenende, wo das
„Rund um Konstanz “ eine schnelle und reibungslose Abwicklung des Riesenverkehrs erst ermöglichte. Den Verkehr ab nächster Sommersaison einbahnig um die Stadt zu lenken, erscheint nicht nur uns, sondern neuerdings auch der Stadtverwaltung, dem Landratsamt und der Verkehrspolizei als Ausweg im Kampf gegen den Lärm. Praktisch bedeutet dies aber auch eine völlige Abschnürung der Innenstadt vom Kraftfahrzeugverkehr, bis auf die befristete Zufahrt für Versorgungsfahrzeuge. Obwohl dieser Ringverkehr einige Schwierigkeiten mit sich bringt (Parkplätze), schließt das nicht aus, daß sich Landratsamt und Polizei, Stadtverwaltung und Verkehrswacht schon in nächster Zeit zusammensetzen, um die Einzelheiten dieses Planes zu erörtern.
Da durch die stete Zunahme des Verkehrs dieses Problem für Konstanz zu einer lebenswichtigen Frage geworden ist, kann jetzt die f „Debatte Ringverkehr “ nicht mehr in einem Zwei-Minuten-Göspräch abgetan werden. Dieses Projekt ist im Interesse der gesamten Bürgerschaft, denn gegen den Lärm und gegen die Verkehrsflut anzugehen, gehört zu den ersten Aufgaben einer Fremdenstadt. wh.
Am Mittwoch gegen 12 Uhr ereignete sich auf der Radolfzeller Straße in Woll matingen ein Unfall, bei dem ein Motorradfahrer und ein Radfahrer so schwere Kopfverletzungen davon trugen, daß sie umgehend in das Städtische Krankenhaus überführt werden mußten Wie der Zusammenstoß möglich wurde, konnte noch nicht geklärt werden, da beide Verletzte nicht vernehmungsfähig waren. Der aus Richtung Konstanz kommende Fahrer hätte den aus der Dettinger Straße kommenden Radfahrer sehen müssen. Bisher konnte auch nicht ermittelt werden, ob das Motorrad eine überhöhte Geschwindigkeit hatte. Augenzeugen werden gebeten, auf der Polizei etwaige Angaben zu machen. Bef den Verunglückten handelt es sich um einen 24jährigen Motorradfah-
Sftirje Stabtnadjridjten
Zum Dr. rer. pol. promovierte an der Universität Freiburg Alfred Piroth, Kreuz- linger Straße 5.
Beim Schießen mit einem Luftdruckgewehr im Königsbau traf am Dienstagabend ein Junge einem anderen ins Auge. Der Verletzte mußte das Krankenhaus aufsuchen.
Das Stadt. Orchester bringt morgen Freitag im Stadtgartenkonzert unter Leitung von Kapellmeister W. Döhrmann ein Sonderprogramm, betitelt: „Vom klassischen Ballett bis zum modernen Tanz“.
In einem Abstellraum eines Gasthauses wurden einem Motorradfahrer aus Ulm in der Nacht von seinem Motorroller zwei Luftmatratzen sowie ein Damenbademantel entwendet. Wert 175 \$M.
Im Rahmen der diesjährigen, im Juli und August wöchentlich stattflndenden Orgelkonzerte im Freiburger Münster spielte der Konstanzer Organist Hans Henger Werke von Bach und Reger sowie mit großem Erfolg auch eigene Werke.
Zahlreiche schöne Preise erwarten die Sieger des Internationalen Bodensee-Ten- nistumiers, das morgen Freitag auf den Plätzen am Gütle mit ausgezeichneter Besetzung beginnt. Die Preise sind ab heute
mittag bei Radio-Mayer in der Kanzleistraße ausgestellt. An dem Türnier beteiligen! sich 184 Spieler.
Das Bodensee -Reisebüro veranstaltet am kommenden Sonntag zusätzlich eine Sonderfahrt nach Luffano. Anmeldungen werden bis Freitagabend entgegengenommen.
Die Gewerkschaft Holz hält am Freitag, den 1. August, abends im „Bauhof“ ihre Mitgliederversammlung ab. Unter ande-. rem wird auch die Veranstaltung eines Ausflugs ins Walsertal besprochen werden.
Am Freitag, den 1. August, abends, spricht Oberzollinspekt'or Krammig im Gasthaus „Zeppelin“ über aktuelle Fragen im Zolldienst.
Die wissenschaftliche Gesellschaft südwestdeutscher Tuberkuloseärzte blickt im nächsten Jahr auf ein 25jähriges Bestehen j zurück. Sie wird ihren Jubiläumskongreß, zu dem man etwa 700 Teilnehmer erwartet, Mitte Mai 1953 in Konstanz abhalten.
Die Mitglieder des Bundes der Danziger treffen sich am Samstagabend, 2. August, im Bahnhof -Hotel.
Von einem in einem Hof in der Nestgasse abgestelletn Auto wurde nachts das Reserverad gestohlen.
rer aus Dettingen und einen 43jährigen Urlauber aus Wolfsburg . Ersterer erlitt eine schwere Gehirnerschütterung, der zweite trug erhebliche Knochenverletzungen am Kopfe davon.
Ein zwei Jahre altes Kind lief in der Fürstenbergstraße zu seiner auf der anderen Straßenseite stehenden Mutter, als ein Motorrad in langsamer Fahrt daherkam. Das Kind wurde von dem Motorrad erfaßt und erlitt vermutlich eine Gehirnerschütterung.
Bei einem Zusammenstoß zwischen einer Radfahrerin und einem auswärtigen Auto an der Kreuzung Stephansplatz-Wessen- bergstraße-Münzgasse stürzte die 44 Jahre alte Radfahrerin. Der Kraftfahrer fuhr nach dem Zusammenstoß davon.
Auf der Spur
Wie erst jetzt bekannt wird, hat am Samstag um 17 Uhr ein Mann in der Nähe des Waldes Von Hegne mit dem flüchtigen Motorradfahrer gesprochen, der zwei Stunden zuvor beim „Schützen“ in Konstanz eine Frau überfahren hatte. Der Radfahrer blutete am Hinterkopf und an den Augen, außerdem war sein Hemd zerrissen. Später wurde das Fahrrad — es war dasjenige, das an der Jahnstraße gestohlen worden war, — in der Nähe in einem Gebüsch gefunden. Die Kriminalpolizei nimmt an, daß der flüchtige Fahrer sich noch in der weiteren Umgebung von Konstanz aufhält.
Den Fuß abgerissen
Bei der Abfahrt des schweizerischen Dampfbootes „Hohenklingen“ in Stein am Rhein , wollte ein 21 Jahre alter Matrose aus Ermatingen das zum Anbinden benützte Seil einholen. Das bereits freigemachte Seil blieb jedoch an einem alten Pfostenstumpf hängen. Bei der Abfahrt des Schiffes straffte es sich, so daß dem Matrosen der linke Fuß unterhalb des Knies abgeschnitten wurde. Ferner wurden drei Finger der rechten Hand verstümmelt. Der Verunglückte wurde ins Kantonsspital Schaffhausen eingeliefert.
«IDEAL MILCH
NESTLE
^©ipgtiJfDodfo styiGhra Ko 1 !?!?©© Miradl