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iviesenen Opferwilligkeit unserer Landwirte erwartet werden, daß trotz des Mangels an Arbeitskräften, an Gespannen, an Düngemitteln, trotz der vielen Widerwärtigkeiten, mit welchen der Landwirt zu kämpfen hat, auch dieses Jahr wieder der letzte Acker bis zum letzten Quadratmeter be­baut und bestellt wird und daß alle irgendwie entbehrlichen Lebensmittel auf dem geordneten Weg: der Allgemeinheit zugesührt werden. Für jeden deutschen Landwirt und jede deutsche Landwirtsfrau muß es jetzt eine Ehre und ein Stolz sein, nicht nur das an Lebensmitteln abzuliefern, was gesetzlich geboten ist, sondern noch darüber hinaus, soweit es möglich ist, durch sparsame Wirtschaftsführung zur Ernährung unserer Truppen und Kriegsarbeiter bei­zutragen. Unter keinen Umständen dürfen Lebensmittel, die zur menschlichen Nahrung bestimmt und geeignet sind, verfüttert werden. Niemand darf denken, auf meine kleine Uebertretung kommt es nicht an; viel Weniges geben ein Viel und wenn von unfern Millionen landwirtschaftlicher Betriebe auch nur ein Teil die Einteilungsvorschrrsten ver­letzt, so kann das ganze Gebäude der Volksernährung ins Schwanken kommen. Von der restlosen Erfüllung der Nähr­pflicht hängt jetzt die Entscheidung über unsere und unserer Kinder Zukunft ab. Zum Schlüsse gedachte der Redner noch des Mannes, an dessen Babre jetzt das ganze deutsche Volk in tiefster Trauer steht, des Grafen Zeppelin; er war ein echt deutscher Mann; möge sein Wirken und Schaffen uns ein Vorbild sein. Großes Interesse fand der sich anschließende Vortrag des Herrn Pfarrers Heyd über Deutschlands Wirtschaftskräfte. An der Hand von 135 Bildern ent­rollte der Redner ein lebendiges Bild der riesigen Kräfte, welche Deutschlands Volkswirtschaft inne wohnen und ihr jenen stolzen Aufschwung verliehen haben, um den unsere Feinde uns neiden. In uns allen festigte sich die Ueber- zeugung: Ein solches Volk ist unbesiegbar, wenn es einig bleibt. In fünf Kriegsanleihen hat das deutsche Volk freudig und aus eigener Kraft über 47 Milliarden Mark dem Vaterlande geliehen und es wird auch jetzt wieder bereit sein, opferwillig die Mittel zur siegreichen Beendigung dieses Krieges dem Vaterlande zur Verfügung zu stellen. Das Schlußbild zeigte uns den Mann, den Gott zu rechter Zeit und rechtem Streit uns geschenkt hat, unseren Hindenburg. In kurzen Worten wies Herr Pfarrer Scharf noch auf den größten Feind unserer Zeit hin, den es zu bekämpfen gilt, den Zweifel und die Mies­macherei; fort mit ihnen; wir vertrauen auf unser Recht und unsere gute Sache. Herr Bürgermeister Krieger dankte allen, welche zu dem schönen Abend beigetragen hatten und forderte in warmen, von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Worten dazu auf, das Gehörte in die Tat umzusetzen. Besonderen Dank und Anerkennung verdienen die unter der umsichtigen Leitung des Herrn HauptlehrerS Taubenberger vorgetragenen Gedichte und Lieder der Schuljugend Bobstadts, welche wesentlich zur Stimmung des Abends beitrugen.

(-) Meckesheim , 12. März. Der Frauenverein Meckesheim hielt letzte Woche einen recht zeitgemäßen Kurs ab; Schuhe wurden angefertigt aus Stroh, Bast, Sel- band, Tuch usw. 61 Teilnehmerinnen waren es mittags und abends und es wurde mit viel Eifer und mehr oder weniger Geschick 441 Paar Schuhe hergestellt. Vom rei­zenden Säuglingsschühchen bis zum starken Männerpantoffel ist alles vertreten für jedes Alter. Der Krauenverein Adelsheim mit seiner rührigen Präsidentin Frau Baronin v. Rotberg sandte uns eine tüchtige Lehrerin, Frl. Götz und zwei fleißige Helferinnen, Frl. Wörner und Frl. Fischer, und sind die Leute sehr zufrieden über das Gelernte. Sonntag, den 18. März von 2 bis 5 Uhr findet eine Aus­stellung der Schuhe im Gasthaus zum „Hirsch" statt, es werden alle, die sich für diesen neuesten Zweig der Haus­industrie interessieren, zur Besichtigung höflichst eingeladen.

'(-) Karlsruhe , 13. März. Ter Badische Landes­verein vom Roten Kreuz hat seit Kriegsbeginn eine Gesamteinnahme von 9 500 000 Mk. in bar und 4 500 000 Mark an Sachgaben aufznweisen- Ter Verein hat an etwa 100 Orten des Landes Vereinslazarette und Gene­sungsheime errichtet, einen Hilfslazarettzug aufgestellt, Soldatenurlauberheime, Lesezimmer usw. eingerichtet. Für Liebesgaben wurden 1 773 266 Mk., für die Kriegsfeld­bücherei 41164 Mk., für die Gefangenenfürsorge 176 742 Mk., für Deutsche Flüchtlingen 47 253 Mk., für Ange­hörige von Kriegsteilnehmern 71330 Mk., für das Per­sonal der freiwilligen Krankenpflege im Etappengebiet 860500 Mk. aufgewendet, darunter für Ausrüstung und Kleidung 372128 Mk. und für Familienunterstützung 350445 Mk.

(--) Karlsruhe , 13. März. Nach dem Geschäfts­bericht der Gesellschaft für Brauerei, Spiritus- und Preß­hefefabrikation vorm. G. Sinner in Karlsruhe-Grün­ winkel verbleibt nach Abschreibungen von insgesamt 800 Tausend Mark (im Vorjahr 688 320 Mk.) ein Reinge­winn von 1683482 Mk. (i. V. 1336 305 Mk.). Zur Verteilung gelangt eine Dividende von 15 (12) Pro­zent für die Stammaktien und von 5 1/2 Prozent auf die Vorzugsaktien.

(-) Karlsruhe , 13. März. Der Stadtrat hat dem Bürgerausschuß eine Vorlage über die Erweiterung der städt. Gutswirtschaft zugehen lassen, in welcher ein Be­trag von 400000 Mk. zur Beschaffung von Nutz- und Zuchtvieh und ein Betrag von 70000 Mk. für bauliche Herstellungen gefordert wird. Heute besitzt die Stadt­gemeinde in ihrer Gutswirtschaft folgenden Viehbestand: 465 Stück Rindvieh, 1336 Schwerne, 502 Schafe und 266 Stück Geflügel. Ein Teil dieses Tierbestandes Jung­rinder, Zuchtkälber, Zuchtschweine und Zuchtschafe im Gesamtwert von rund 75 000 Mk. ist bereits in eigener Zucht erzeugt worden, außerdem ein großer Teil des derzeitigen Bestandes an Mastschweinen, deren gegen­wärtiger Wert auf rund 120 000 Mk. zu veranschlagen ist.

(-) Karlsruhe , 13. März. Dem Verein Badischer Heimatdank wurde von dem Prinzen und der Prin­zessin Alfred zu Lowenstein-Wertheim-Freudenberg zu­gunsten der Hinierbliebenensürsorge der Betrag von 10 Tausend Mark gespendet.

(-) Heidelberg , 13. März. Die Goldaufkaufsstelle Heidelberg konnte bis jetzt schon außer den abgelie­ferten Juwelen und Platinkisten über 100000 Mk. Gold an die Reichsbank abliefern.

(--) Pforzheim , 13. Marz. Der Bürgerausschux. trat gestern in die Beratung des städtischen Voran­schlags für 1917 ein. Zu Beginn der Sitzung wurde mitgeteilt, daß es nicht möglich sei, mit dem bisherigen Umlagefuß von 36 Pfg. auszukommen, sondern daß dieser um 1 Pfg. erhöht werden müsse. Wegen der zu er­wartenden hohen Kohlensteuer muß der Gaspreis um3 Pfg. statt, wie in Aussicht genommen war, um 2 Pfg. er­höht werden. In der Sitzung gab der Oberbürger­meister einen Ueberblick über die finanzielle Lage der Stadt, wobei er hervorhob, daß der starke Rückgang der Steuerkapitalien um 65 Will. Mark Mitschuld an Der Nmlageerhöhung sei. In der Debatte sprachen sich ver­schiedene Redner gegen die Erhöhung des Straßenbahn­tarifs von 10 auf 15 Pfg. aus. Es wurde demgegenüber von der Stadtverwaltung eine Aufstellung über die Be­triebskosten der Straßenbahn aufgelegt, in welcher be­rechnet wird, daß sich die Selbstkosten einer Fahrt auf etwas über 13 Pfg. stellen. Tie Voranschlag,bwatung wurde dann auf. Freitag vertagt.-

(--) Ludwigsburg , 13. März. (Schwerer Ei­senbahnunfall.) Heute nacht um 11 Uhr fuhr der Eilgüterzug mit Personenbeförderung von Bietigheim auf dem hiesigen Bahnhof beim Schillerstraßenübergang auf den gerade abfahrenden Güterzug nach Bietigheim . Mehrere Güterwagen von beiden Zügen sind zertrümmert.

ebenso der Tender des abfahrenden Gütrzugs, dessen senden des Eilgüterzugs kamen mit dem Schrecken da- Maschine gleichfalls schwer beschädigt wurde. Tie Rei- von, da die Personenwagen unberührt blieben. Da­gegen sind zwei Mann vom Zugspersonal leicht ver­letzt. Ter Materialschaden ist sehr groß. Der Unfall ist auf falsche Weichenstellung zurückzuführen.

(-) Besigheim , 13. März. (Entkommener Einbrecher.) In Metterzimmern wurde in der Nacht ein Einbruch verübt. Der Embrecher wollte mit ferner Beute über Bietigheim , wo er beobachtet wurde und dann die Flucht ergriff. Bei der Verfolgung warf er seinen bepackten Rucksack von sich, der Obst und einige Brotlaibe enthielt, die dem Eigentümer wieder zurück­gegeben wurden. Ter Einbrecher ist en.kommen. _

Letzte RachriMte«.

Wolff-Telegramme.

Abeudbericht.

WTB, Berlin , 13. März. (Abends.) (Amtlich.)

Lebhafte Gefechtstätigkeit an der Ancre, südlich der Avre und in der Champagne. Im Osten brachte ein Vorstoß an der Narajowka über 250 Gefangene ein.

Vernstorff in Berlin .

Berlin , 13. März. Der bisherige deutsche Botschafter in den Vereinigten Staaten , Graf von Bernstorff und Gemahlin, sind heute Abend 8 Uhr 25 in Begleitung der Botschaftsräte Prinz Hatzfeldt und Dr. Haniel von Haim­hausen, sowie des Legationssekretärs von Vietinghoff und deren Gemahlinnen auf dem Stettiner Bahnhof eittgetroffen.

Eine schlechte Reife.

Berlin , 14. März. Zu Graf Bernstorffs Heimkehr teilt die „Vossische Zeitung" noch mit, die Reisenden klagten über die schlechte Reise außerordentlich. lieber die Unter­suchungen in Halifax bestätigen sie, daß verschiedene Deut­sche bis auf die Haut ausgezogen wurden. In den Kleidern, namentlich in denen der Damen, wurden die Säume aufgetrennt, um nachzuforschen, ob dort irgend etwas Verdächtiges verborgen sei. Die Aufnahme in Kopenhagen war freundlich.

Die Unruhe« in Petersburg .

Berlin , 14. März. In Schweden treffen laut „Berliner Lokalanzeiger" jetzt die ersten Reisenden aus Rußland ein, die die schrecklichen Tage der Unruhen in Petersburg mitgemacht haben. Die Ursachen seien keines­wegs bloß die Teuerungserscheinungen, es handele sich um politische Krawalle, die vornehmlich gegen den Krieg ge­richtet seien.

Die Spätsaal schwer beschädigt.

Bern , 13. März. Petit Parisien berichtet, daß infolge der kalten Witterung und der Fröste im Nordosten, Norden und Nordwesten Frankreichs besonders die Spätsaat schwer beschädigt worden ist. Auch die Kartoffeln haben sehr gelitten.

Steckrüben statt Kartoffeln.

'Rotterdam , 14. März. In England werden jetzt viel­fach Steckrüben statt Kartoffeln gegessen. Sie werden in London um 1—2 Pence das Pfund verkauft. Auf dem großen Kartoffelmarkt in London wurden am letzten Diens­tag nur 100 Tonnen Kartoffeln zum Verkauf angeboten, gegenüber einer durchschnittlichen täglichen Anfuhr von 650 Tonnen vor dem Kriege. Ein Kartoffel-Großhändler hat der „Daily Mail" gesagt, daß die Kartoffeln wahr­scheinlich im April zu Ende sein würden. Die ersten neuen Kartoffeln kämen mitte Mai aus Jersey. Die dortige Ernte betrage gewöhnlich 5000 Tonnen. Die Re­gierung habe bereits ein Drittel davon beschlagnahmt.

Bekanntmachung.

Lebensmittelversorgung betr. Die Ausgabe der Brot-, Fleisch-, Fett- und Eierkarteu

findet am Mittwoch, 14. d. M , nachmittags

von 2-3 Uhr slip Buchstabe« A-F » 3—4 » » » GL

» 4-8. M-R

,, 8 3 ,» ,, ,, S Z statt.

Adelsheim , den 13. März 1917.

Bürgermeisteramt: Trefz

Ser Sriegsausschntz für Sele und Zelle. Sellin

schließt

Anbanverträge für Sommerölfrüchte.

Für Sommerrübsen, Leindotter und Mohn werden außer den lohnenden Abnahmepreisen Flächenzulagen, für Senf eine Druschprämie gewährt. Der Bezug von Ammoniak für die Anbauer wird vermittelt.

Näheres durch den Unterzeichneten Kommissionär des Kriegs- Msschusses:

Getreidebüro. Mannheim Binnenhasenstr. S/1V.

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Hrieisbeim, 14. 1917.

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geb. Weng.

Gerade jetzt, wo vielen Haushaltungen lein bescheidenes Teil Oel und Fett zugeteilt l ist, sollte gespart und ausgenützt werden, deshalb sollte in keiner Küche der

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