Seite

der vergangenen Wirtschaftsperiode mancherlei Unzuträg- lichkeiten ergeben, welche aber im kommenden Jahre un­ter allen Umständen vermieden werden sollen und kön­nen. Von einer zentralen Bewirtschaftung mit Beschlag­nahme und Rationierung ist gänzlich abgesehen worden, vielmehr soll sowohl Obst wie Gemüse dem freien Ver­kehr überlassen bleiben. Selbstverständlich konnte jedoch die Preisbildung bei dem Mißverhältnis zwischen Ange­bot und Nachfrage nicht dem freien Spiel der Kräfte überlassen werden. Infolgedessen sind bereits von der Reichsstelle für Gemüse und Obst Erzeugerhöchstpreise für das Obst und Gemüse der diesjährigen Ernte festge­setzt worden. Die Festsetzung des Aufschlages, welchen Groß- und Kleinhandel zu nehmen berechtigt sind, konnte infolge der sehr verschiedenen örtlichen Verhältnisse nicht einheitlich für das ganze Reich erfolgen. Es wird die Aufgabe der einzelnen Kommunalverbände sein, die Groß- und Kleinhandelshöchstpreise den jeweiligen besonderen örtlichen Verhältnissen anzupassen. Bei dieser Art der Bewirtschaftung wird die zwangsweise Einführung des sogenannten Schlußscheins von besonders siegreicher Wir­kung sein. Der sogenannte Schlußscheinzwaug, der vom 21. Mai ab in Kraft tritt, hat den Zweck, eine genaue Kontrolle der Wege und Preise zu ermöglichen, welche Obst bezw. Gemüse vom Erzeuger zum Verbraucher zu­rückgelegt haben. Nur wenn der Erzeuger unmittelbar an den Verbraucher, an öffen.l che Sammelsellen oder an Händler im Herumziehen absetzt, ist er vom Schlußschein­zwang befreit. Von Montag, den 21. Mai ab dürfen aber nur zugelassene Händler den Großhandel mit Gemüse, Obst und Südfrüchten betreiben, und jede Veräußerung von Gemüse und Obst an Großhändler und Kleinhändler ist schlußscheinpflichtig.

Setzt der Erzeuger seine Ware an den Kleinhändler oder Verbraucher ab und hat er dabei die Gefahren eines weiteren Transportes wie bis zur nächsten Ver­ladestelle zu tragen, so ist er berechtigt, je nach den Verhältnissen den jeweilig festgesetzten Groß- bzw. Klein­handelspreis zu fordern. Die Abschließung von Liefe­rungsverträgen zwischen Erzeuger und irgend welchen Verbrauchern, welche vor der Aberntung geschlossen wer­den, bedarf der schriftlichen Genehmigung durch die^ Reichsstelle für Gemüse und Obst. Hierdurch wird er­reicht, daß Preistreibereien zwischen den einzelnen Be­werbern vermieden werden und alle Fäden des Handels mit Gemüse und Obst vor der Aberntung in der genannten Reichsstelle zusammenlaufen. Wir sind wohl berechtigt zu hoffen, daß durch die Art der Bewirtschaftung eine bedeutende Verbesserung der Obst- und Gemüseversorgung der Bevölkerung gegenüber dem Vorjahre eintrcton wird.

Die deutsche „Eroberungspolitik".

Bon Dr. Hie der.

Einer der Kulturftjnd:, gegen die England und seine Ber. kündeten den Krieg zu führen vergeben, ist bekanntlich dc> deutsche .Militarismus". Man hat im englisch - französisch' italienischen Lager ja schon frühe begonnen, den Krieg gege» Deutschland , der von Hause aus ein ganz gewöhnlicher Raub- und nackter Eroberungskrieg war, in eine Art vornehmen Kul- rurkriegs umzulügen, in einen heiligen Kreuzzug der Zioili« sation und Demokratie gegen deutsche Barbarei, deutschen Mili­tarismus, deutschen Zäsarismus, slutokratismus und sonstig« derartige — jsmusgeschwänzte Ungetüme. Die Bormürfe, mii denen Deutschland überschüttet wird, gipfeln in dem des Militarismus, der ebenso die tiefste Quelle unserer Barbarei wie dje Grundlage unseres Zäsarismus sei. Die Hauptwirkunz des deutschen Militarismus, das dürste die schwerstwiegend« Anklage gegen ihn ftjn, soll darin bestehen, daß er die deutschen Bürger, das deutsche Volk dem Gedanken des Kriegs gefügig und zu einem eroberungsgierigen Doik gemacht habe. Bon Hause aus ganz ordentliche Kerls, anständige, friedliebende

Leute, seien nsir durch die Giftpflanze des Militarismus in eine Natjvn von Radaubrüdern umgewandelt worden. Dje Deut­ schen seien d;e ravdgrerigen Wegelagerer Europas , die unleid­lichen Friedensstörer, die wüsten Raufbolde, die ewigen Un­ruhestifter des ganzen Planeten — so tönts uns einmütig aus Lloyd Georges , Vnands, Sonnjnos Munde entgegen, und Wilson stimmt mst aller ihm eigenen würdevollen Salbung in dis Straf­rede so berufener Bußprediger ein. Wie steht es denn in

Wahrheit mst der Eroberungs- und Raubgier Deutschlands ? Wo haben wir sie betätigt oder auch nur bekundet? Was sagt die neueste Geschichte darüber?

Was haben unsere Feinde seit 1871, was hat Deutsch­ land seitdem an neuen Gebieten gewonnen, „erobert"? Deutsch­ land hat in den 43 Jahren bis zum Ausbruch des Krieges

weder Landgcwini nock ejne Gewaltherrschaft in Europa ange- strrbt. hat überhaupt niemand bedroht. Als Kaiser Wilhelm l. und Bismaick jm Frühjahr 1871 siegreich in des neugegründeten Reiches Haupi'nadt ejnzogen, da hat alle Welt ringsum er­

wartet und gefürchtet, den drei innerhalb sieben Jahren glänzend gewonnenen Kriegen werde nun ejne Zeit deutscher Eroberungs­und Ländergier folgen. Nichts davon ist eingetrosftn. Das neue Reich wurde ejn sicherer Hort des Friedens in Europa . Jene Befürchtungen erneuerten sich, als Wilhelm ll. den Thron bestieg Wiederum ist keine davon wahr geworden. Ja man hat sich bei unseren Feinden seit Jahren lustig gemacht über Deutschlands allen ernsten Streitfällen ausweichende Friedens­politik. Ist nicht derselbe Kaiser, dessen blutrünstige Menschen- schlächtermanieren und Ländcrrüubergestalt jetzt allen Völkern mit fantastischem Grifft! oorgesührt worden, all die Fahre her in der französischen Witzpresse als Guillaume le timide, als Wilhelm der Feigling verspottet worden? Wir haben fest den achtzige- Jahren unsere Kolonien, meist bis dahin herrenloses Land, auf dem Weg des Vertrags oder des Kaufs erworben, haben auch in Marokko nichts anderes als die „offene Tür" verlangt. Man mag der auswärtigen Politik Deutschlands , wie sie jm letzten Bierteljahrhundert geführt wurde, manche be­rechtigten Vorwürfe machen. Jetzt ist nicht die Zeit, darüber »bzurechnen. Wohl aber kann soviel auch heute schon gesagt werden: kein Do.wurf ist verlogener, keine Anklage unbegründeter, »l» die auf deutsche Erobernngslust und Ländergter. Die un­parteiische Geschichtsschreibung wird ohne allen Zweifel es einmal »ussprechen, daß die europäische Großmacht, die seit 1871 in allen Lagen unbedingten Friedenswillen bekundet hat, die nnzjge von allen, Deutschland ist- Wir haben weder den Burenkrieg ln den neunziger Jahren noch später den russisch - japanischen Krjeg, weder Frankreichs Faschodastimmung noch Rußlands tiefgewurzelte Englandfeindschast zu unserem Botteil »erwertet. Wir haben, als Frankreich noch schwach war und »hn« Bundesgenossen, die Gelegenheit nicht benützt, um es niederzuringen vielmehr ^ugelassen, daß es Marokko , das Italien Tripolis nahm, daß Frankreich . England und Rußland chre Machtgetsict« in Asien ungeheuer erweiterten. Mehr alt e,»mal hat des Kasters Friedensliebe und nichts sonst geradez« den Weltbrand beschworen- Das sind nackte geschichtliche Tat- fachen.

Und nun Eng land! Es gibt seit den Zeiten Napoleons l. tts heute wenme Iahre^ in denen England nicht irgendwo «us der Welt Krieg führte. Auf dem europäischen Festland kam es freilich immer nur darauf an. die Eifersucht der flächte gegen einander stets wack « halten und dafür r»

sargen, daß keine davon zu mächtig und für Englands W'elk7 Herrschaft gefährlich werde. Wje und wo es der englischen

Poltijk paßte, wandte sie heute den Grundsatz des freien

Selbstbestimmunqsrechts der Völker an. um morgen mit dem

Schlagwort, daß es da oder dort gelte, die staatliche Ordnung

wiederherzustellen, ,cden Eingriff zu rechtfettigen. England Hai 1878 Cypern, 1882 Aegypten eingesteckt, dem später das ober« Niltar und 1898 durch Kjtcheirer der östliche Sudan angegliedert wurde: all das in heißestem Wettbewerb mit Frankreich . In Afrika werden zunächst in Westafrika 1874 die Goldküste und 1895 das Aschantiland, sodann in Ostafrika 1890 und die folgenden Fahre Witu, Somaliland , Sansibar , Uganda dem eng­lischen Reich einvcrleibt. In Südafrika sind, nachdem 1893 das Matabeleland und 1895 das Tongaland unterworfen waren, nach etwa sechsjährigem Krieg die beiden Burenrepubliken als Transvaal- und Oranjekolonie 1902 endgültig dem englischen Reich zugeschlagen worden. In Asien wird 1886 Birma

M3 000 Geviertkilometer mit 10hz Millionen Einwohner) durch Krieg erobert, andererseits der englische Einfluß über Bc-

lutschistan, Afghanistan und Südpersicn nach Westen wie nach Norde» ausgedehnt, meist jm harten Wettstreit mit Rußland . Iu Ostasien wird das Gebiet von Hongkong etwa zehnfach vergrößert. In Australien und Ozeanien erfährt ein riesen­großer Besitz ejne ständige Vermehrung. — Die englischen

Kolonien befassen heute schätzungsweise in allen Erdteilen

und Ozeanen 375 Mill. Menschen gegenüber höchstens 15 in den deutschen Kolonien und jhr Flächeninhalt von rund 30 Mill. Geviertkilometer ist mehr als das zehnfache der unsrigen.

Wie hat nun Frankreich als Frteüensoorkämpserin sich bewährt, die Republik , die gegen alles was nach Eroberung aussieh: e;ne tjefe sittliche Abneigung, j» Abscheu empfindet? Der Eroberung von Tunis (für Italien bekanntlich ein Haupt­beweggrund seines Entrjitts in den Dreibund) folgt 1884 die von Tonkjn, Annam, Cochinchina, Kambodscha , die seit­dem unter dem Namen Indochina zusammengefaßt sind, ferner »n Siam jn Asien . 1885 die von Madagaskar und 1893 die von Dahome jn Afrika . Senegambien, ferner nom Sudan die Reiche Bagirmi und Wadai werden erworben,

so daß heute ein riesiges afrikanisches Kolonialreich Frank­ reichs von Algjcr und Tunis im Norden hinweg über das Nigergcbjet mst Timbuktu bis zum Kougogebiet im Süden reicht, westlich von Senegal bis östlich zum ägyptischen Sudan sich ausdehnt. Dje französischen Kolonien befassen heute rund 13 Mill Gevjertki'ometcr mit etwa 54 Mill. Einwohner. Und alle diese, stsine gewaltigen Neuerwerbungen konnte Frank­ reich machen, ohne daß Deutschland ihm ft Schwierigkeiten in den Weg legte.

Italien ist unter den mächtigen Fittigcn des Drei­bundes zuletzt in die Rejhe der afrikanischen Kolonialmächte eingerückt, und hat über Tripolis und Erythräa seine Herr­schaft ausgedehnt-

Rußland hat Bessarabien den Rumänen, Kaukasus und Ssi'ck: von Armenien den Türken abgenommcn, Turkcstan. Ehima. Buchara in Innerasien sich zugeeignet, den Chinesen um Mongolei und Mandschurei erleichtert, nur daß ihm die Japaner einen Test des Raubs wieder abgejagt haben, Hot seine Herrschaft M brüderlichen Wettbewerb mit England über Ncrdr ersten ausgedehnt.

Japan endlich hat in der Mandschurei , Korea und Formosa sich festgesetzt.

Noch ein Wort über unseren jüngsten Feind, der sich am lautesten und aufdringlichsten als Hüter eines geordneten Welt­friedens, als ejne Ärt von der Vorsehung bestellten Welt­polizisten gcberdet. Wie vielen auch unter uns sind die Ber. Staaten von Nordamerika all die Jahre, ja Jahr­zehnte her als der ideale Frjedcnsstaat erschienen, ohne stehendes Heer, überall Förderer der Kultur und Beglücker der Menschheit! Da s war immer unrichtig. Denn Nord­ amerika hat jm letzten Jahrhundert mehr Land erobert als irgend ejn Staat der asten Welt. Das Ausdehnungsstreben, auch mit Gewalt, ist schließlich die natürliche Betätigung jedes Kolenistenvolkes und -staates. Aber die auswärtigen Ver­treter der Union haben es stets verstanden, in pazifistischem Gewand euch "mliolzieren und haben jederzeit, am meisten vielleicht in Deutschland , Gläubige für den kindlichen Irr­wahn gefunden, daß der Verzicht auf Weltmachtstreben den reche eigentlich bezeichnenden Unterschied zwischen der wahrhaft neuzeitlichen amerikanischen und der veralteten verzopften euro­ päischen Politik ausmache. Das Urteil mußte sich freilich beträchtlich ändern, seit Nordamerika vor 20 Jahren mit Spanien ejnen Krieg vom Zaune brach und dieser ältesten Vormacht europäischer Kolonialgröhe ihren westindischen Be­sitz jn Kuba , ihren ostasiatlschcn in den Philippmen abnahm. Gleichzeitig eignet sich der nordamerikanische Friedensstaat lste Hawai -Insel an, setzt ftjne Ansprüche auf eine der Samoa- Inseln durch, schafft sich aus den Aleuten Stützpunkte. Kurz, die Uision faßt im Norden wie in der Mitte und unWesten des Stillen Ozeans Fuß und vollendet im jetzigen Krieg durch den Kauf der Thoinas-Inftln von Dänemark leine Herrschaft über die Gewässer zwischen Nord- und Südamerika . Mit der Erwerbung des Panamakanals und des dazu gehö­renden Landstreifens wird Nordamerika zum Herrn der Ver­bindung der beiden Ozeane. Ueber die südamerikanischen Staaten erstrebt cs durch das Band der finanziellen Abhängigkeit mit wachsendem Erfolg ejne Art Vormundschaft In allen Fragen des Stillen Ozeans gehen England und Nordamerika Hand in Hand. Daher bann dje Union nicht wünschen, daß Englands Macht in Europa die mindeste Schwächung erleidet, und das berühmte Wort Wilsons vom „Frieden ohne Sieg" bezieht sich selbstverständlich nur aus einen Sieg Deutschlands . Die Ber. Staaten sind eine Macht wie jeder andere Staat »uch. sind auf Mehrung ihres Besitzes jederzeit eifrigst bedacht

— nur naive Toren können sich und andere hierüber täu­schen —, ja der amerikanische Imperialismus ist älter, stärker und zielbewußter als irgend einer in Europa . Nordamerika ist das Mutterland des Imperialismus. Daher erscheint Wil­son, dieser sa'bungsvolle Friedensapostel und phrasengeschwollene ttnwalt von Menschlichkeit und Gerechtigkeit, dem unverdorbenen unfachen Empfinden als der skrupelloseste Heuchler und ge- »ssenste Geschäftsmann unter unseren Feinden. Und wenn er

— nebenbei bemerkt — den deutschen Unterseebootkrieg aus

Barbarei anklagt, so wjrd die Geschichte als Richterin über jhn urteilen, daß unseren Tauchbooten nicht so viele Einzel­leben zum Opfer gefallen, als von den unter seiner Beant­wortung herübergesihassten amerikanischen Geschossen auf den

Schlachtfeldern Frankreichs 1 a u s e n d unserer Brüder und Söhne )u Tode getroffen worden sind.

(Schluß folgt.) ' '

Reichstag .

. " Berlin . 9. Mai?

Martoeerat. Abg. Pfleger (Z.) erstattet den Berichs des Hauptausschusses und gedenkt der unvergänglichen Helden­taten der Tauchboote.

Staatssekretär Capelle: Voll Begeisterung sind unser«

Tauchboote an ihre Aufgabe herangetreten, mst unseren sie- reichen Armeen den Schlutzkampf dieses gewaltigen Völkerkrieges durchzuführen. Ich kann die Versicherung abgeben, daß si« bis zum Ende durchhalten werden. (Bravo.) Tauchboote, ge« schultes Personal, Torpedos, Minen, Brennstoff und alles, was sonst noch dazu gehört, sind vorhanden. (Lebh. Bravo .) Uni nicht nur das: im ganzen deutschen Vaterland regen sich Tausende und Abertausende von Händen, um immer neu« Tauchboote und neues Material zu schaffen. (Bravo.) Immer noch bessere Typs iverden gebaut. In der Marine drängen sjck LMziere, Unteroffizier« und Mannschaften zum Dienst aus den Tauchbooten. (Bravo.) Die Abwehrmittel der Gegner nehme» quantitativ und qualitativ zu, aber ein Allheilmittel gegen di« Tauchboote gibt es nicht. In England ist man jetzt ft west, daß man sagt: „Wir müssen die Stützpunkte der Unter­seeboote ausräuchern, das ist das einzig« Mittel, um an di« Unterseeboote heranzukonunen." Mögen sie nur kommen; (Lebh. Bravo .) sie werden auf Granit beißen. (Brausender Beifall.) Ami» »slee« Unterseeboot« ne innen, sockd »,, ihnen der unge­

hemmte Unterseeböokskrieg eröffnet sst. iü'ihrer LeistungsfähigSeH dauern».' zu. Die Angaben der Feinde über die Zahl der verloren.., Tauchboote sind falsch. (Lebh. Hört! Hört!) Unsere Verluste sind gering, viel geringer, als wir selbst erwartff haben (Lebh. Bravo .) Die Verhältnisse in den Sommer-, wonaten werden auch noch besser. Nach einer einzigen Ferm Unternehmung kommen die Tauchboote zurück mit einer Be. P.tzung, die allen Anforderungen gewachsen ist. Rund ein« Mclljon Registertonnen und 500 Schiffe sind seit 1. Februa, bis jetzt pro Monat versenkt worden, in den ersten 4rH Monaten 1325 Schiffe. (Lebh. Hört! Hört!) Wie lange das noch weiter gehen wird, ist Sache unserer Gegner. (Sehr gut.j Heute findet man auch in England, daß der Tauchbootkrieg kein Schlag ins Wässer war. Es ist vielmehr ein tödlicher Schlag in das Lebenszeutrum unserer erbittertsten Feinde. Unser» ganze Nation hat den ehernen Willen zum Siege uni das felsenfeste Vertrauen, daß wir die uns gestellte Aufzab« lösen werden. Wir lassen nicht locker, bi» wir es gesck-E haben. (Brausender Beifall und Händeklatschen.) "

Neues vom Tage.

Vom BerfassungSausschutz.

Berlin , 9. Mai. Der Verfassungsausschuß de« Reichstags beriet gestern noch die verschiedenen Abän- derungsanträge betr. das Reichstagswahlrecht und di« Verhältniswahl. Eine fortschrittliche Entschließung Hauß- mann-Müller-Pachnicke ersucht den Reichskanzler, einst- peilen bis zur Vermehrung der Abgeordnetenzahl di« Verhältniswahl (Proporz) für den Reichstag nach wärt- fembergischem Muster einzuführen. Ein Konservatives! betonte. Wahlrechtsfragen seien schließlich MaÄtirage«. kr wünsche Material von der Reichsleitung und des»

yalb Aussetzung der Beschlußfassung. Der Propom züchte geradezu Berufspolitiker durch die Erleichterung der Wahl. Zum Berichterstatter für diesen Stofs wirr Dr. Müller-Meiningen (Volksp.) bestimmt.

Bettingers Nachfolger.

München , 9. Mai. Zum Nachfolger des Kardinals Bettiuger auf dem erzbischöflichen Stuhl München -Frei« sing soll Erzbischof von Hauck in Bamberg ausersehen sein, den in Bamberg der bisherige Weihbischof 0. Senger ersetzen würde.

Wien , 9. Mai. Der inzwischen von seinem Posten abberufene österreichische Generalstabschef Konrad von Hötzendorsf sagte, wie die D. T. meldet, vor ei­nigen Wochen: „Der Krieg wäre längst zu Ende, wen» der Tauchbootkrieg vor Jahr und Tag begonnen hätte."

England will nicht rationieren.

London , 9. Mai. Der Lebensmittelkontrolleur Lord Devenport erklärte gestern im Unterhaus, bei frei­williger Einschränkung werde es nicht nötig sein, das Brotkartensystem in England einzuführen. Falls die Tauchboote nicht über alle Erwartung hinaus Erfolg haben sollten, so werde man mit den Vorräten bis zur nächsten Ernte durchhalten und eine zufriedenstellende Rücklage yaven.

London , 9. Mai. Die Lloyds Versicherungs-Ge­sellschaft hat das Geschäftsjahr 1916 mit einem Ver­lust von rund 590000 Mark abgeschlossen.

Die Vertagung des Reichstags.

Berlin , 9. Mai. Es bestätigt sich, daß der Reichs­ tag am Tage vor Himmelfahrt nur bis zum Juli vertagt werden soll. Jm Juli soll er dann zusammentreten, um über die angekündigte neue Kreditvorlage zu beschließen. Es dürste sich dabei nur um ein kurzes Beisammensein handeln, es sei denn, daß inzwischen politische Ereignisse eintreten, die der Lage ein ganz besonderes Gesicht und einen besonderen Inhalt geben würden.

Proklamation eines Grotzfiirstentums Litauen ?

Berlin , 9. Mai. Wie in Berliner politischen Kreisen verlautet, wird ernstlich erwogen, ähnlich dem selbständigen Königreich Polen auch ein Großfürstentum Litauen zu proklamieren. Ein litauischer Volksrat soll bereits in den nächsten Tagen ernannt werden.

Ausländer! Bitte nicht stören!

Nach einer Verfügung des preußischen Kultusministers sollen chinesischen Studierenden, die ihre Studien an de» Universitäten und technischen Hochschulen fortsetzen wollen, keine Schwierigkeiten bereitet werden. (Ist so etwas möglich!)

Die Amwälzung in Nußrand.

Buchanan gesucht.

Christiania , 9. Mai. R.uler bestreitet, daß Bot­schafter Buchanan auf der Heimreise von Petersburg nach England sich befinde. — Das Norw. Tel.-Bur. be­richtet, seine Ermittelungen über die Abr^tte Bucha - nans seien ergebnislos geb.iebe».

Der amerikanische Krieg,

Was ist Wahrheit?

London , 9. Mai. Daily Telegraph meldet aus Neuyork : Roosevelr habe 180000 Mann angeworben, ohne die Offiziere. Er habe Maßnahmen getroffen l!), daß diese Truppen in 6 Wochen mobil seien und oie ersten Abteilungen nach Frankreich gehen iönnten.

Paris , 9. Mai. Der „Temps " meldet aus Was­ hington , 200000 Frauen aus allen Teilen der Ber­einigten Staaten hätten sich erboten, unter dem Kom­mando von Roosevelt auf den Kriegsschauplatz nach Frankreich zu gehen. — Armer Roosevelt!

Washington , 9. Mai. (Reuter ) Vom Kongreß wird die Bewilligung von einer Milliarde Dollars ver­langt werden, die zum Bau einer großen amerikanischen Handelsstotte dienen sotten, mit dir man die Untersee­bootsgefahr überwinden will.

London , 9 Mai. Der Daily Telegraph meldet aus Neuyork , der Staatssekretär des britischen Schatz­amts, Samuel Lever, habe angekündigt, daß die Firma I. P. Morgan keine Geld-Angelegenheiten Englands mehr vertrete, da die Unterstützung oer Alliierten nun­mehr ohne Vermittluna von der amerikanischen Re­

gier»

Aeich

gleich

den.

lars

und der „ dem? ehren) auf ei

benütz Angeh fangen diesell den ai noch 1 und ei als er Einzuc GefaNl schwer, das B verkehi erfrage

ist die in Zu! unbrar muster „garni hat sie

_

gesar könnt ^ und - schwei man,

? einem ( mit L fange, l Braut und t der E ( lichst f eindri f Arbeil f keine

gegcnt mit ö

sind, > 30 Ze trägen ten usl 42, di

Kriegs angegl Gefells sicht s Teil o 4 Gese Leipzic Manul

Reichs)

die sic

Kriegs-

oerstän

Mietsz

Abschlu

Zahl

der Kr

»ren legi

erheb!»

ju gew

kanntm Höchstp angeort Preise seifei nähme von 58 7.20 M 4.70 M 1.30 M Seife, e Schmi 38 und 4.65 M 1.60 D Mengen Kl berei Mai 19

samen < Einmach

er g, egser ' den, dar Element, Das Kri linien bei der durch d S» alle