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. . BerantTvsLlich: 4! dolf He pxe ler.
78 i Druck und Verlag: Joseph Biel, beide in Adslsheim. — Telefon Nr. l8.
WdÄsheiM. Donnerstag, 4. April 1Z18.
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Jahrz.
Leslsche Truppe» zur We iu SeMMg »er hohen bei Wsreuii.
WTB. Großes Hauptquartier, 3. April. (Amtlich^
Westlicher Kriegsschauplatz:
Zeitweilig lebhafter Feuerkampf bei und südlich von Lens.
An der Schlachtfront blieb tagsüber die Gefechts- tätigkeit auf Artilleriefeuer und Erkundungsgefechte beschränkt. Ein nächtlicher Vorstoß, englischer Kompagnien gegen Ayette wurde im Gegenstoß abgewiesen. Mit stärkeren Kräften griff der Feind am Abend zwischen Marchelcave und dem Lucebach an. Er wurde unter schweren Verlusten zurück geworfen. Tnrch Handstreich setzten wir uns in den Besitz der Höhe südwestlich von Moreuil.
Tie Zerstörung von Laon durch französische Artillerie dauerte an. Vor Verdun und in den mittleren Vogesen lebte die Artillerietätigkeit auf. Südwestlich von Hirzbach brachte ein erfolgreicher Vorstoß Gegangene ein.
Rittmeister Freiherr von Nicht Hofen errang seinen 75. Lustsieg.
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Landung deutscher Truppen in Finnland .
Berlin , 3. April. (Am lich.) T i-e unserex Esestreitkeäste yaden heule morgen nach beschwerlichem Marsch durch Ets- und Minenfelder dre für die Hilseleistuug in Finnland bestimmten Truppen ln Hangö (Säd-Fmnland) gelandet.
Ter Chef des Admiralstabs der Marine.
*
Ter deutsche und die feindlichen Heeresberichte standen schon oft in recht auffallendem Widerspruch zuein-- ander. Welche der beiden Parteien den der Wahrheit entsprechenden Bericht veröffentlichte, konnte für uns i.ich- Ivohl nie im geringsten zweifelhaft sein. Tie Erfolge im Felde, der ganze seitherige Verlauf des Krieges redeten doch eine zu beweiskräftige Sprache, als daß die
Was Treue heißt: dem Deutschen ist es in die Seele geschrieben. Jahrhunderte der Geschichte zeugen davon. Die „Nibelungentreue" ist symbolisch geworden für den Ausdruck eines Treubundes. 2n aller Welt hat deutsche Treue ihren alten Klang trotz der Flut feindlicher Verleumdungen behalten. Treue, wie wir Deutsche sie verstehe«: Kein leerer Wahn ist sie »ns. wie der Dichter sagt, nicht selbstverständliche Kameradschaft, sondern auf innerer Zusammengehörigkeit begründet, welche fordert und gibt. Kein Zweifel» bringt sie ins Wanken. Grundgediegen fest, unwandelbar» bleibt sie ein Zuwei von echtem Schein. „Treu wie Saldi" sagt nicht umsonst der Voiksmnnd. Goldi Das Vaterland braucht es, die Treue bringt es. Shr. die 2hr noch Gold und Wertpapiere habt, wollt Shr untreu werden? Treubruch darf es bei dem Deutschen nicht geben. Der Erfolg der neuen Kriegs-Anleihe muß ein leuch 1 endes Beispiel deutscher Treue werden^.
und Erfindungen in den telegraphischen Meinungen »» Paris und London geleistet wird, das ist bisher noch nicht dagewesen. Tie französischen und englischen Berichte überbieten sich förmlich in der Meldung von Siegen, die über die Deutschen errungen sein sollen. Ostdeutsche Division nach der andern wird niedergemacht. Zu Tausenden und Abertausenden werden die „vergeblich anstürmenden Deutschen " hingemäht und zum SchkrS wird gewöhnlich eine Stadt oder ein Torf, „nachdem es mehrmals den Besitzer gewechselt hat", in mörderischem Kampf zurückerobert. Es ge niert den Berichterstatter^«!! wenig, daß die deutschen Lini en immer weiter »orno-
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starke „Färbung" — um es gelinde auszndrücken —' der feindlichen Berichte nicht ohne weiteres zu erkennen gewesen wäre. Des öfteren haben wir auf die Hand-, preisliche Unglaubwürdigkeit der amtlichen Meldungen der Feinde an allen Fronten hingewiesen. Man mußte dem Feinde schon zugute halten, daß er das Kriegsglück wenigstens in seinen Beichten korrigierte, hatte ec doch die Aufgabe, die getäuschte Welt immer weiter zu täuschen, je länger der Krieg dauerte und je geringer die Wahrscheinlichkeit wurde, daß die Menschheit von der ^deutschen Knechtschaft" befreit werde. Was aber seit »er deutschen Offensive vom 21. März an Verdrehungen
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Uergnmnns Höchlerkein.
Roman von Marti» Förster. 27
Er sprach die Vermutung aus, daß das Ganze auf einem L c! ni teristrcich beruhe, in der Absicht, sie beide von einander zu uenne», und bat schließlich inständig, ihr Vater möge Nil! besuchen und sie selber ihm eine Zeile schreibe», ein Trostwort, das ih» in seiner völlig niederschmetternden Lage aunichreii würde. Um so mehr, als er außer ihr und ihrem Vm,r keinen nahestehenden Freund besitze.
Ans er eben den Brief beendet hatte, trat der Inspektor mit seinem zehnjährigen Knaben ein. Dem letzteren wurde der Brief zur Besorgung übergeben, nachdem der erstere die Frage des Gefangene», ob er ihn zn lesen wünsche, verneint holte. Dann entfernten sich Vater und Sohn, nnd der Gefangene blieb allein, seinen Betrachtungen überlassen.
Zwischen drei nnd vier Uhr nachmittags erschien Sachse auf der Polizeistation und fragte mit ganz verstarrtem Gesicht nach dem Inspektor. Er hatte eine kurze Unterredung mit demselben nnd wurde dann zu Degow geführt.
Ter Gefangene saß in der Nähe des Fensters, mit einer Zeitung iu der Hand, als der Bater seiner Braut eitttrat.
Er stand sofort auf uud blickte dem Ankömmling mit seinem offenen, ehrlichen Gesicht lange wortlos in die Augen.
.Mein armer, armer Sohn I" kam es dann mit vor Aufregung bebender Stimme über SachseS Lippen.
.Du hältst mich nicht für schuldig, Vater?" fragte Degow ruhig.
.Nein, mein Sohn, ich setze mein Leben zum Pfände, daß L» kein Dieb bist."
Er streckte die Hand ans und umfaßte die des jungen Bergmannes lange und fest.
Und NN», Franz, erzähle mir alles!" sagt« er dann und ließ sich auf der schweren, hölzernen Osenbauk nieder.
Es bedurfte nur weniger Worte, um den Sachverhalt ans« znNiü en. Sachse war fast ebenso starr, wie sein Schwiegersoh« lelbsi es gewesen war, als er von dem Vorhandensein der frag- ln! e» Hnndertmarkscheine in dessen Grldbüchs»hörte.
.Wie ist da« möglich?" fragte er in»t»«rwted«r. .Ich glaube
Dir jedes Wort, mein Sohn. Aber wie ist es möglich, daß dergleichen geschehen kann?"
„Ja, und wer hat mich überhaupt verdächtigt? Wie kam der Inspektor zn der Vollmacht, meine Wohnung zu durchsuchen ? Was kann man nur solcher Schändlichkeit gegenüber tun? Man muß Himmel und Erde iu Bewegung setzen, um meine Unschuld zu beweisen," rief Degow leidenschaftlich. „Ich werde morgen früh vor dem Friedensrichter verhört werden. Tue mir den Gefallen und sei auch da I Du bist in der Umgebung gut bekannt. Kannst Du mir sage», wer der beste Rechtsanwalt ist?"
„Als ein sehr tüchtiger Rechtsanwalt gilt Willroth . Er hat glänzende Verteidigungen durchgesührt, und ich will sofort zu ihm gehen und ihm den Fall vvrlegen."
„Ich bin Dir sehr dankbar. Und," setzte er zögernd hinzu, „was sagt Jutta?"
„Hier ist ein Brief von ihr, mein Junge, er wird Dir ein kleiner Trost sein. Lebe jetzt wohl und behalte den Kopf oben. Was für Dich getan werden kan», soll geschehen."
Degow griff hastig nach dem Brief. Die Tür wurde auf SachseS Klopsen von außen geöffnet und nach desselben Entfernung sofort wieder geschlossen, und der Gefangene hatte genügend Muße, sich in den kurzen, aber gehaltvollen Inhalt des empfangene» Schreibens zu versenken.
Dasselbe lautete: „Mein Geliebterl Ich will nicht versuchen, Dir meine Empörung zu schildern über die Schändlichkeit, die gemeine Bosheit, die Dich in Deine traurige Lage gebracht hat. Du brauchst mir nicht Deine Unschuld zu versichern. Ich baue aus Dich wie aus mich selbst. Sei überzeugt, daß Deine Jutta mit Dir fühlt und mit Dir trägt, was nur über Dich verhängt werden mag. Dein Leid ist mein Leid. Verzage nicht, mein Geliebter. Laß uns gemeinsam hoffen, daß das böse Verhängnis ebenso schnell vorübergeht, wie eS kam. Deine Jutta."
Franz Degow küßte den Brief und den teuren Namen. Sein« Augen standen voll Tränen, und in seinem Herzen wurde eS wieder Licht.
S Kapitel.
Am «lüchste» Morgen war der Gerichtshof gedrängt voll, alS Dego» voe die Friedensrichter geführt wurde, uin auf die von Inspektor Kahle oorgebrachte Anklage zu antworten.
Das ganze Richter-Kollegium ivar versammelt. Ein wohlbekannter Bnnmwottenspinnercibesitzer führte den Vorsitz. Rechts und links von ihm saßen drei oder vier Kollegen Bergwerksvesitzer, Baumeister, Brauer nnd Krämer. Alle trugen dunkle, festliche Kleidung nnd bemühten sich, so würdevol- als möglich dreinznschanen.
Sie saßen sämtlich ans einer etwas erhöhten Estrade Rechts unten an dem mit grünem Tuch überzogenen Lisch hatte der Gecichlsschreiber seinen Platz, links befand sich der Sitz für die Zeugen, ihnen gegenüber in geringer Entfernung war die Anklagebank, und nicht iveit von dieser saßen sieben oder acht Polizeibeamte, unter ihnen der Inspektor Kahle unk der Gerichtsdiener, welcher Degows Verhaftung ansgefühn hatte; die übrigen Bänke standen dem zahlreichen Pnbliknm zur Verfügung.
Unter den letzteren bemerkte man in der Nähe der Anklagebank den Unteranfseher Sachse mit seiner Tochter. Beide sahen bleich »nd erregt ans und folgten der Verhandlung mit gespanntester Aufmerksamkeit.
Z,machst kamen ein paar »nbedeutende Sachen zur Erledigung. Dann wurde der Name Franz Degow laut an-sgern- sen, und der Träger desselben trat ein. Er sah bleich, aber gefaßt aus. Es lag eine gewisse Würde in seiner Haltung, und seine glänzenden, schwarzen Augen blickten kalt und ruhig. Ein kleiner, untersetzter Mann mit grauem Haupt und Bark, welcher neben dem Inspektor Kahle saß, erhob sich mit einer Hand voll Akten uud fing nach einem einleitenden Räuspern leise, aber klar und geläufig zu sprechen an. Erst »»ach dem er begonnen hatte, traten der Minenbesitzer und sei» Neffe ein. Der erstere nahm seinen Platz unter den Friedensrichtern ein. und der andere setzte sich hinter den Rechtsanwalt, weiche? eben sprach. '
Der letztere trug mit großer Umständlichkeit die näh reu Umstünde des vorliegenden Falles vor. Er berichtete zim imsi über den Raubanfall selbst und sodann über die Geso igen- nahme des Angeklagten nebst der Haussuchung und alles, was vorging. Zugleich wurde die betreffende Baukame mo^.igt und ihre Nummer laut vertesen.
Sodann wurden die Zeugen vernommen. Hermmm 7 K>° rich, der Nesse des Mme-weiitzets. um »m.