>Wben sind, und baß die „zurückeroberten" Orte, wie Gu» auf der Landkarte verfolgen kann, immer weiter nach Vesten verlegt sind. Man vertraut darauf, daß alle Welt ü wenig in der Geographie bewandert sei, wie die Eng- Luder und Franzosen und daß man deshalb den Schwindel riskieren könne. Es liegt aber diesmal auch ein be- Himmter Plan zugrunde. Mitteilungen aus dem neutralen Ausland haben aufs zuverlässigste erwiesen, daß das englische Nachrichtenbureau Reuter unmittelbar vor Betzinn der deutschen Offensive angekündigt hat, es werde hte militärischen Nachrichten in den nächsten Wochen be- Lnders ausführlich behandeln, um nicht allein die neutralen Länder, sondern auch namentlich Deutschland selbst Und die ihm verbündeten Länder zu beeinflussen. Was inan also jetzt in den feindlichen Heeresberichten zu lesen «bekommt, ist eine Ueberarbeitung des wirklichen amtlichen Berichts durch den berüchtigten „Propagandamini- Ker" Northcliffe, dessen Amt von Lloyd Georgs dazu geschaffen wurde, durch Spionage, Verbreitung entstellter oder erlogener Nachrichten usw. das deutsche Volk irre zu führen und kriegsmüde zu machen. Daß North- «lisse in seiner Zügellosigkeit die Berichte derart gestaltet, daß die Fälschungen auf den ersten Blick wahrzunehmen Gnd, ist ja ganz gut, es soll aber doch ganz besonders darauf aufmerksam gemacht werden, weil der Fall wieder recht vorbildlich für die Kampfesweise unserer Gegner tzst und weil andererseits die Lügen der beste Beweis dafür sind, wie ernst in Wirklichkeit die Feinde ihre Lage kelbst ansehen. Tenn stünde es gut um ihre Sache, ist» würden sie sich nicht solcher Mittel zu bedienen brauchen. Es stimmt doch schlecht zu ihren Siegesfanfaren, «cnn sie jetzt aus der ganzen Welt Hilfe herbeirufen.
Wie ganz anders sind'die Meldungen Ludendorffs. Nachdem die feindliche Front bis zu 65 Kilometer zn- rückgeworfen ist und deutsche Truppen bereits 16 Kilometer vor Amiens stehen, lauten vie Berichte wieder so vorsichtig und sie sind so knapp gehalten, daß man bas meiste erraten muß. Freilich ist das nicht immer ft» schwer. Nach großen Schlägen, die er führte, hat Hindenburg jeweils einen scheinbaren Stillstand eintreten lassen, während dessen der Feind in Gegenangriffen sich erschöpfte. Der scharfe Blick des Generalfeldinarschalls erspähte inzwischen schon die Gelegenheit, wo und wie der »eue Schlag zu führen sei. Das dürste jetzt wieder zutreffen. Verschiedene feindliche Angriffe wurden abgewiesen, dagegen der Besitzstand bei Moreuil durch die Erstürmung einer Höhe nach Südwester! erweitert. Ter Gefchützkainpf nahm nördlich Arras bis Lens an Stärke tu; vor Verdun und in den Vogesen war er lebhaft. Bei Hirzbach im Elsaß führten unsere Truppen einen erfolgreichen Vorstoß durch.
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Deutsche Truppen sind nach gefährlichen! und beschwerlichem Marsch durch Eis- und Minenfelder in Finnland angekommen. Die Befreiung des schwergeprüften Landes von den Horden der Roten Garde wird jetzt rin lebhafteres Tempo annehmen. Die Finnen schlagen sich übrigens sehr gut. Mit Hilfe schwedischer Freiwilliger haben sie die Roten bei Tammerfors besiegt und in der Stadt eingeschlossen.
Im Lustkampf betragen die Gesamtverluste unserer Gegner seit Beginn der Durchbruchsschlacht 192 Flugzeuge md 11 Ballone. Unsere Flugabwehrgeschütze und daran Mit der außerordentlichen Zahl von 4V Ftugzeugen oe-> ieiligt. Leutnant Bongartz besiegte den 33., Leutnant tzkroll den 23. Gegner. Wir büßten 32 Flugzeug« und st Ballone ein.
WTB. meldet: Aus erbeuteten Briefen neuesten Dcn tums und Aussagen gefangener englischer Offiziere und Mannschaften geht hervor, daß die Rückwirkung der eng-- tischen Niederlage auf dis Stimmung in Volk und Heer sehr stark ist. Lloyd George , der in Offizierskreifen schon seither wenig geschätzt wurde, ist jetzt auch bei den Mannschaften verhaßt. Die Truppe ist überzeugt, daß die Abberufung des Feldmarschalls Haig, der sie so schlecht geführt habe, unvermeidlich sei. Die Unfähigkeit der Führung und die Unordnung hinter der Front trete so klar zu Tage, daß die Gefangenen erklärten, ganz offen darüber sprechen zu können, ohne daß die Deut schen damit etwas Neues erfahren würden.
Am Abend des 1. April schaukelten sich vor Arras 5 englische Fesselballone in der Luft. Nachdem die englischen Flieger durch einen Angriff einer deutschen Jagdstaffel hinter die Front zurückgeschlagen waren, ging Leutnant Roeth mit einer Jagdmaschine blitzschnell zum Angriff gegen die Fesselballone vor. Schnell hatte er die beiden ersten erledigt. Brennend kamen sie herunter. Trotz wütenden Flakfeuers stürzte er sich nun auf den dritten und fetzte auch diesen nach Nahangriff mit dem Maschinen- gewehr in Brand. Bon den deutschen Beobachtungsstellen wurde der Hergang gesehen und frisch zurückgedrahtet.
Während nun aUe die Rückkehr des erfolgreichen' Fliegers mit höchster Spannung erwarteten, schraubte sich dieser unerwartet mitten in den englischen Sprengwolken nochmals ein Stück in die Höhe, bog seitlich ab und neigt« sich erneut zum Sturzflug gegen den vierten Ballon. Auch dieser ging in Flammen auf. Gleichzeitig griff Feldwebel Wagner den fünften Ballon überraschend von oben her an und brachte ihn brennend herunter. Beide Flieger erreichten, von dem englischen Geschoßhagek vergeblich verfolgt, ihren Flugplatz, wo sie von den Ka-< »neraden und den höheren Kommando stellen herzlich beglückwünscht wurden. Die ganze englische Ballonauf- ftellsng in dieser Gegend war damit binnen 10 Minuten vernichtet.
Bei dem letzten Nachtangriff englischer Flieger aus Douay gab es wieder schwere Opfer unter der fran zösischen Bevölkerung. Neben einem in Brand geratenen Hause wurden von 6 Frauen 3 getötet und 3 schwer verwundet. Eine vierköpfige Familie wurde durch einen Vombenvolltreffer ums Leben gebracht. Militärischer Schaden ist nicht entstanden, so daß lediglich die Zivilbevölkerung betroffen wurde. Diese Erkenntnis übt eine starke seelische Wirkung auf die französischen Einwohner »«s.
Eine kanadische Reiterbrigade, die nördlich von Moreuil angriff, wurde durch das deutsche Feuer fast sis auf den letzten Mann vernichtet. (Von dem Angriff vußte der englische Bericht zu melden, aber nicht von »er Vernichtung.)
nre Leitung Bou! ogne wurde von veutichen Flug geschwadern ausgiebig mit Bomben belegt. In der Gegend von Arras brachte ein deutscher Jagdflieger 5 feindliche Fesselballons innerhalb 10 Minuten brennend zum Absturz.
Die schwarze Garde.
Amsterdam , 3. April. Aus einer Washingtoner Reutermeldung geht hervor, daß sich unter 95000 ame rikanischen Soldaten, die in 27 Staaten ausaehvben sind, 24000 Neger befinden.
Der Krieg z«r See.
Berlin , 4. April. Im westlichen Mittelmeer wur den 7 Dampfer und 10 Segler von zusammen mindestens 25 080 BRT. versenkt, darunter der englische Dampfer Clan Macdougell (4710 BRT.).
Am 21. März beschoß ein Unterseeboot die befestigte Hafenstadt Civitavecchia mit beobachteter Brandwirkung.
Washington , 2. April. (Reuter.) Tie Regierung beschloß, diejenigen niederländischen Schiffe, die sich zur Zeit der Beschlagnahme des niederländischen Schiffsraums in amerikanischen Häsen auf der Reise von Holland nach den Bereinigten Staaten befanden, bei ihrer Ankunft in Amerika nicht zu beschlagnahmen.
Christiania , 2. April. Norsk Telegram Byran. Tie Regierung hat die norwegische Gesandtschaft in Lon don beauftragt, gegen die Beschlagnahme des deutschen Schiffes „Valeria", das am 21. März von einem englischen Schiff in norwegischen Hoheitsgewässern gekapert wurde, Einspruch zu erheben. Tie norwegische Regierung verlangt die Freigabe von Schiff, Ladung und Mannschaft und behält sich das Recht vor, für eventuelle Verluste namens der Interessierten eine Entschädigung zu fordern.
Eine Rede des Grafen Czernin«
Wien , 2. April. Unter Führung oes Bürgermeisters von Wien sind heute die Mitglieder der Obmäiinerkon- ferenz des Wiener Gemeinderats bein' Minister des Aeu- ßern erschienen. Bürgermeister Dr. Weißkirchner richtete an den Grafen Czernin eine Ansprache, worauf Gras Czernin u. a. antwortete:
Zunächst möchte ich auf jene Ausführungen des Herrn Präsidenten der Vereinigten Staaten zurückkommen, in welchen er meine am 24. Januar ds. Js. im österreichischen Delegationsausschuß für das Aeußere gehaltene Reds beantwortet hat. In manchen Teilen der Welt werden die Reden Herr Wilsons als der Versuch auf- gefaßt, einen Keil zwischen Wien und Berlin zu treiben. Ich glaube das nicht, weil ich ein« viel zu hohe Meinung von dem staatsmännischen Blick des Herrn Präsidenten habe, um zu glauben, daß er eines solchen Gedankenqangs fähig wäre. Wilson sagt sich aber vielleicht, daß Wien ein günstiger Boden ist, um dort das Samenkorn des allgemeinen Friedens 'hineinzulegen. Er sagt sich vielleicht, daß die österreichischungarische Monarchie das Glück hat, einen Herrscher zu besitzen, der aufrichtig und ehrlich den allgemeinen Frieden will, daß dieser Monarch aber niemals einen Treubruch begehen, niemals einen schimpflichen Frieden schließen wird, und daß hinter Kaiser und Kömg 56 Millionen stehen.
Ich halte es für sehr wertvoll, daß der deutsch « Reichskanzler in seiner Rede vom 25. Februar mir die Antwort aus dem Munde genommen und erklärt hat, die vier von Herrn Wilson in seiner Rede am 11. Februar entwickelten Grundsätze seien eine Grundlage, auf welcher der allgemeine Friede erörtert werden kann. Ich stimme vollkommen bei. Ob der Herr Präsident in seinen Bestrebungen, seine Verbündeten auf diese Grundlage zu vereinigen, Erfolg haben wird, steht dahin. Gott ist mein Zeuge, daß wir alles versucht haben, was möglich war, um die neue Offensive zu vermeiden. Die Entente hat es nicht gewollt. Herr Clemenceau hat einige Zeit vor Beginn der Westosfenfive bei mir angefragt, ob ich zu Verhandlungen bereit sei undauf welcher Grundlage. Ich habe sofort im Einvernehmen mit Berlin geantwortet, daß ich hierzu bereit sei und gegenüber Frankreich kein Friedenshindernis erblicken könne als den Wunsch Frankreichs nach Elsaß-Lothringen . Es wurde aus Paris erwidert, aus dieser Grundlage sei nicht zu verhandeln. Daraufhin gab es keine Wahl mehr.
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Das gewaltige Ringen im Westen ist bereits im
Gange. Lejterrnchpch-ungarpche und deliNche Lruppe, ; kämpfen Schulter an Schulter, wie sie zusammen in Ruß , land, in Serbien , in Rumänien und Italien gekämpft ! haben. Unsere Armeen werden der Entente beweisen, da, f die französischen und italienischen Ansprüche ans unser f Gebiet Wahngebilde sind, die sich furchtbar rächen ! werden. Was immer auch kommt, wir geben Deutschlands Interesse nicht Preis, wie es uns nicht im Stiche lassen wird. Die Treue an der Donau ist nicht geringer als die deutsche Treue.
Durch die Fried e n s v er h a nd l nn g en mit Rußland wurde die erste Bresche in den Kriegswall f unserer Feinde geschlagen. Wir haben vorerst die im ? Innern Rußlands vollzogene Trennung der Ukraine vom ! russischen Reiche international anerkannt und die daraus ! erstandene günstige Lage für unsere Zwecke ansgenutzt, ? indem wir mit der Ukraine den von ihr angestrebten ! Frieden schlossen. Dies führte den Frieden init Petersburg herbei, wodurch Rumänien derart vereinsamt wurde, daß es gleichfalls den Frieden schließen mußte. Mit der Ukraine mußten wir beginnen aus technischen und materiellen Gründen. Mit Rumänien ist ein Friede geschlossen worden, welcher den Ausgangspunkt freundnachbarlicher Beziehungen bilden dürfte.
Die sicherste Gewähr sehe ich in zukünftigen internationalen Abmachungen, die den Krieg verhindern. Ich hätte in solchen Abmachungen, wenn sie in bindender Form gefaßt worden wären, weit stärkere Sicherheiten gegen nachbarliche Ueberfälle gesehen als in Grenzberich- tignngen, aber ich habe außer beim Herrn Präsidenten der Vereinigten Staaten noch bei keinem unserer Gegner den ernsten Willen gefunden, auf diesen Gedanken einzugehen. Nach den furchtbarsten Lasten dieses Kriegs werden nach meiner Meinung die Staaten bei weiterem Rüstungswettbewerb die militärischen Auslagen nicht mehr decken können, vielmehr werden alle zu einer internationalen Vereinbarung über die Herabsetzung der Rüstungen gezwungen sein. Meine Regierung ist weder idealistisch noch phantastisch, sondern realpolit sch. Es ist selbstverständlich, daß wir bei dem Friedensschluß mit Rumänien dafür sorgen werden, daß unsere Interessen in der Frage der Getreide- und Lebensmittelversorgung und des Rohöls voll berücksichtigt werden. Wir werden ferner Vorsorge treffen, daß die katholische Kirche und unsere Schulen den staatlichen Schutz erhalten, dessen sie bedürfen, und wir werden die Juden frage lösen. Die Juden werden fortan gleichberechtigte Staatsbürger in Rumänien sein. Der irreden- tistische Propaganda, die so viel böses Blut in Ungarn erzeugt hat, werden Niegel vorgeschoben werden. Endlich wird Vorsorge getroffen werden, daß die vielen Landsleute für das durch den Krieg erlittene Unrecht entschädigt werden. Schließlich sind wir bemüht, durch Vereinbarung eines neuen Handelsvertrags und durch eine zweckmäßige Regelung der Eisenbahn- und Schifssfragen unsere wirtschaftlichen Interessen in Rumänien entsprechend zu schützen. Rumäniens Zukunft liegt im Osten. Weite Gebiete Beßarabiens sind von rumänischer Bevölkerung bewohnt und manche Anzeichen deuten darauf hin, daß diese ruwä- stische Bevölkerung einen engen Anschluß an Rumänin wünscht. Wenn sieb Rumänien auf einen offen, ehrlicher, und freundschaftlichen Fuß stellen will, so werden wii nichts dagegen haben, den aus Beßarabien kommenden Wünschen entgegenzukommen. Rumänien kann in Beß> arabien viel mehr gewinnen, als es in diesem Kriege verloren hat. Ich glaube, daß Rumänien in seinem wohlverstandenen Interesse auf die Zentralmächte angewiesen ist und meine Politik geht dahin, in Zukunft ein freundnachbarliches Verhältnis neu zu begründen.
Sowohl bei dem Friedensschluß mit der Ukrain« wie auch hei dem mit Rumänien hat mir in erster Linie der Gedanke vorgeschwebt, die Versorgung der Monarchie mit den notwendigsten Lebensmitteln und Rohstoffen sicherzustellen. Rußland kam dafür nicht in Betracht, da es infolge seiner weitgehenden Desorganisation gar nicht in der Lage ist, für sich selbst die notwendigen Rohstoffe aüfzubringen. Wir laben mil der ukrainischen Regierung vereinbart, daß die den Vierbundmächten vertragsmäßig zu liefernden Getreidemengen mindestens eine Million Tonnen betragen werden. 600 Waggons verschiedener Lebensmittel stehen zum Abtransport für unser Hinterland bereit und diese Transporte werden fortgesetzt werden, bis die Zuschübe organisiert sind und regelmäßig in größerem Umfang beginnen können. Die Möglichkeit zu diesen größeren Transporten ist durch den Abschluß des Friedens mit Rumänien gegeben, der uns den Donauweg öffnet und der die Seetransporte von Odessa aus nach den Donauhäfen ermöglicht.
Aus Rumänien erhalten wir aus der vorjährigen Ernte noch über 70000 Tonnen Mais. Die kommende Ernte Rumäniens , deren Ueberschüsse zwischen'uns und Deutschland zu glcicben Teilen ansgeteilt werden, dürfte der Monarchie Zuschüsse von rund 400000 Tonnen Getreide, Hülsenfrüchte und Futtermittel bringen, die gleichfalls auf dem Donauwege abzuführen sein werden, lieber- dies gibt uns Rumänien ein schon jetzt aufzubringendes Kontingent von 300000 Schafen und 100000 Schweinen. Nach deni allgemeinen Frieden werden die übrigen gegen uns noch im Kriege befindlichen Staaten selbst sehen müssen, ihre Nahrungsmittelversorgung zu verbessern. In- folge der verminderten Tonnage werden aber die Zufuhren zur See den Mangel an Lebensmitteln in Europa nicht auszugleichcn vermögen. So bleiben die europäi schen Kornkammern, die Ukraine und Rumänien , als die wichtigsten Versorgungsgebiete Europas übrig und diese hat sich unsere Mächtegruppe für die nächste Zeit für sich allein gesichert.
Wir wollen alles versuchen, um am Balkan einen Zustand dauernder Ruhe zu schaffen. Wir dürfen auch Nicht vergessen, daß mit dem Zerfall Rußlands jener Faktor zu existieren aufgehört hat, der es uns pisher unmöglich gemacht hat, einen dauernden friedlichen Zustand am Balkan herzustellen.