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nach Prüfung und Beifügung eines Dringlichkeitsvermerks an eine Firma weitergeben.

* Die Frühkartoffelpreise. Die Badische Kar­toffelversorgung hat bestimmt, daß der Preis für den Zentner Frühkartoffeln aus der Ernte 1917 beim Ver­kauf durch den Erzeuger mit Wirkung vom 1. Juli d. I. an 9 Mk. nicht übersteigen darf. Der Preis wird all­mählich herabgesetzt werden, bis er am 15. September den Höchstpreis für Herbstkartoffeln von 6 Mark für den Zentner erreicht hat. Die Preisherabsetzungen werden jeweils bekannt gegeben werden. Die vorstehend ange­gebenen und später noch festzusetzenden Höchstpreise schließen die Kosten der Beförderung bis zur Verladestelle des Ortes ein.

* Großh. Hoftheater Karlsruhe . Die. 3. A. 71. Alt-Heidelberg. 7 bis nach 10. Mi. 4. C. 70. Zum erstenmal: Schwarzkünstler. '/s 8 . Do. 5. C. 72. Sonna. i/s 8 bis gegen ^/«10. Fr. 6 . A. 72. Ariadne auf Naxos . 7 bis geg. 10. Sa. 7. B. 70. Schwarzkünstler. '/«7. So. 8 . C. 71. Figaros Hoch­ zeit . *Ü7 bis nach b/iiO. Mo. 9. B. 72. Zur Feier des Geburtsfestes Seiner Königlichen Hoheit des Groß­herzogs in festlich beleuchtetem Hause: Festkonzert. 1 / 28 —-/-10. — Schluß der Spielzeit. Die Vorverkaufs­stelle des Hoftheaters ist vom Samstag den 30. an nach­mittags geschloffen. Für den Rest der Spielzeit findet der Vorverkauf nur vormittags 10—1 Uhr statt.

b) Operetten-Spielzeit im Städt. Konzert­haus. Fr. 6 . Juli. Zum erstenmal: Der Soldat der Marie. Sa. 7., So. 8 . Wiederholungen von „Der Soldat der Marie."

Freiburg , 1. Juli. Der in Kottbus erscheinende „Niederlausitzer Generalanzeiger" berichtet, wie wir der „Freib . Ztg." entnehmen, über den kürzlich erfolgten Absturz eines Flugzeuges aus etwa 2000 Meter Höhe, daß ein Fliegeroffizier getötet, der Flugzeugführer dagegen wie durch ein Wunder nur leicht verletzt worden ist. Dann heißt es in dem Bericht: Der Getötete ist der Anfang der 20er Jahre stehende Fliegerleutnant Bottlinger aus Freiburg i. B. Leutnant Bottlingers Vater ist ein alter verdienter Offizier, zwei seiner Brü­der stehen ebenfalls im Felde.

Auggen (Amt Müllheim ), 29. Juni. In zahlreichen Lagen ist in den Weinbergen die Peronospora fest­gestellt worden, sie hat teilweise auch auf die Träubchen übergegriffen.

Konstanz , 29. Juni. Am Sonntag vormittag 9.30 Uhr trifft, wie die „Konstanz . Ztg." meldet, der Schwei­ zer Lazarettzug mit den aus Frankreich heimkehren­den schwerverwundeten deutschen Kriegern hier ein. Die Heimgekehrten, die in Konstanz erstmals wieder Heimat­boden betreten, werden vom Bahnhof aus alsbald in das Austauschlazarett (Torkelbaulazarett) verbracht.

R.obftofkbesckaffung iiacb äem Kriege.

Von L. Tagebücher.

In den letzten Tagen haben österreichische und ungarische Bankinstitute Vereinbarungen mit der Diskonto­gesellschaft in Berlin und der Norddeutschen Bank in Hamburg getroffen, die sich auf die von den beiden deutschen Banken neugegründete „Brasilianische Bank für Deutschland" und die „Bank für Chile und Deutschland " beziehen. Zweck der Vereinbarungen ist die Anstrebung innigerer Fühlung mit Südamerika zur Rohstoffbeschaffung nach dem Kriege.

« Zu den wichtigsten Aufgaben der Staatsgewalt — nicht nur in Deutschland und den ihm verbündeten Staaten — wird es bei Beendigung des Weltkrieges ge­hören, die Überführung der Kriegs- in die Friedenswirt­schaft so reibungslos, wie nur möglich zu gestalten. Man ist, obgleich sich das Ende des Krieges noch nicht absehen läßt, denn auch überall mit den Vorarbeiten dazu be­schäftigt und hat in Deutschland ja auch bereits ein eigenes Reichskommissariat für Übergangswirtschaft geschaffen.

Die Fragen, mit denen man es hier zu tun hat, sind interessant und bedeutsam weit über den Kreis der eigent­lichen Fachleute hinaus. Handelt es sich doch u. a. um nichts weniger, als um die geschickte Leitung des Einkaufs und die Zuführung all jener Rohstoffe, die wir vor dem Kriege aus dem Auslande bezogen, während seiner Dauer aber durch unvollkommene Nachahmungen oder dergl. er­setzt haben. Unsere Statistik gibt den Betrag, den wir im letzten Friedensjahre (1913) für industrielle Rohstoffe ans Ausland gezahlt haben mit 5 Milliarden Mark an, den für Nahrungs- und Genußmittel gezahlten mit mehr als Sb/. Milliarden Mark und die Fälle, in denen wir, wie beim Salpeter (Einfuhrwert 170 bis 180 Millionen Mark) der Lage sein werden, auf jede Einfuhr zu

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verzichten, weil wir „im Hause arbeiten lasten", dürften nicht allzuhäufig sein. Wer aber find wohl die Lieferanten gewesen? Nehmen wir die fünf ersten Posten: Baumwolle, Weizen, Schafwolle, Gerste und Kupfer, für die wir allein über 2 Milliarden Mark an das Ausland zahlten. Ta erscheinen mit den riesigsten Ziffern die Vereinigten Staaten, Rußland , englische Kolonien (Australien , Indien , Kanada usw.) und Argentinien . Auch bei den restlichen 20 Waren- sorten wird außer Brasilien (für Kaffee und Gummi), Schweden (für Eisenerze und Holz), Niederländisch-Jndien (für Tabak und Kopra ) und Spanien (für Eisenerze, Schwefelkies usw.) kaum noch ein Lieferant hinzukommen; berücksichtigt man auch die übrigen Nahrungsmittel, dann rückt unser Verbündeter, Österreich-Ungarn , an hervor­ragende Stelle.

Die Aufzählung zeigt, so unvollständig sie sein mag, wie mannigfaltig vor dem Kriege die Beziehungen auch zu unseren heutigen Feinden waren — eine Tatsache, die besonders angesichts des von England ausgehenden Wirtschaftskrieges und seiner Folgen den Wiederaufbau einer normalen Friedenswirtschaft nichts weniger als er­leichtern wird. Ganz besonders bedeutsam aber ist ein Punkt: die Weltteuerung, die der Krieg heraufgeführt hat. Gerade für die wichtigsten Nahrungsmittel und Rohstoffe werden ja auf dem sogenannten Weltmärkte jetzt zum Teil Preise gezahlt, wie man sie kaum je gekannt hat. Auch das ist ein Grund, weswegen seinerzeit die Einfuhr scharf wird beobachtet werden müssen, damit nicht allzu hohe Preise bezahlt werden.

Fragt man zum Schluß, ob wir beim Friedensschluß

dem Weltmärkte sofort etwas werden zu 10

ist die Antwort darauf, daß das gar nicht so wenig sein wird. Die Reisen von U-„Deutschland " haben es ja be­wiesen, was deutsche Medikamente und Farben für die Welt bedeuten — wir erlösten im letzten Friedensjahre weit über V. Milliarde Mark dafür. Und dem Fehlen des deutschen Kalidüngers wird im Auslande die vor­jährige Mißernte zum Teil zur Last gelegt. Diese und einige andere Artikel (vielleicht auch Kredite im Ausland, die wir im Gegensätze zu unseren Feinden während des Krieges gar nicht in Anspruch genommen) würden für die allerersten Bedürfnisse aufzukommm haben. Die eigent­liche deutsche Ausfuhr von hochwertigen Fabrikaten, die den deutschen Namen in der ganzen Welt bekanntgemacht hat, dürfte dann auch wieder ziemlich rasch einsetzen. Denn unsere Fabrikate fehlen draußen mindestens ebenso sehr, wie uns mancher Rohstoff mangelt.

Sustav v. SckmoUer j".

Bad Harzburg , 27. Juni. Der berühmte Volkswirtschaftslehrer Gustav v. Schmoller ist heute nacht hier gestorben.

Gustav Schmoller , dessen Leben reich war an inneren ^ ,^"°eren Erfolgen, gehörte zu denjenigen Professoren, welche mit ihren Lehren die soziale und politische Ent- uucklung unseres Volkes am stärksten beeinflußt haben.

Die äußeren Daten seines Lebens sind schnell erzählt. Nachdem er das Gymnasium durchgemacht hatte, studierte b? .m Tübingen Staatswissenschaften. Er wurde dann einige Zeit am

Statistischest Bureau in Stuttgart be­schäftigt und 1864 als außer­ordentlicher Professor der Staatswissen­schaften nach Halle berufen; hier wurde er schon ein Jahr später zum ordentlichen Professor er­nannt. 1872 folgte er einem Ruf an die neugegründete Universität in Straßburg , zehn Jahre später einem solchen nach Berlin , 1884 wurde er zum

preußischen Kronsyndikus und Mitglied des Staatsrats, 1887 zum Historiographen für brandenburgische Geschichte, 1899 als Vertreter der Universität Berlin zum Mitglied« des preußischen Herrenhauses und 1908 zum Wirkt. Ge­heimen Rate mit dem Prädikat Exzellenz ernannt und durch die Verleihung des Schwarzen Adlerordens in den Adelsstand erhoben. Unter seinen zahlreichen Werken ragt als bedeutendstes hervor der „Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre", das für die Nationalökonomie von heute die Bedeutung hat, die die Schriften des Engländers ! Smith für die Nationalökonomie des 19. Jahrhunderts hatten.

Nach außen ist Schmoller lange nicht so sehr hervor­getreten, wie dies z. B. Adolf Wagner , der andere der beiden großen Berliner Nationalökonomen, getan hat. Nur bei Gelegenheit der Flottenbewegung um des Jahr­hunderts Wende trat mit anderen hervorragenden Hoch­schullehrern auch er an die breite Öffentlichkeit. Im preußischen Herrenhause gehörte er zu den Rednern, deren Worte stets besonderer Beachtung sicher waren. Und wie hier, so wirkte er auch im Verein für Sozialpolitik, den er im Verein mit Wagner. Brentano u. a. gegründet hat. Politisch stand er wohl mehr links als Wagner; in der Sozialpolitik war er nicht ganz so radikal wie dieser, und in der Schutzzollpolitik nahm er im Gegensatz zu Wagner, der für sie mit Feuereifer focht, eine abwartende Haltung ein. Zahlreiche Schüler werden dafür sorgen, daß Schmollers Art der volkswirtschaftlichen Forschung nicht zugleich mit ihm stirbt. Nicht minder wird dafür sein „Grundriß " Sorge tragen.

kuke unck Kevegung.

Artige Kinder sind ruhig, sagt man. Deshalb erzieht man die Kinder zur Ruhe. Unruhige, lebhafte Kinder sind unbequem, sie erfordern viel Aufmerksamkeit und Wartung- Auch die Erwachsenen find leichter zu lenken, wenn sie ruhiger Art sind. Im alten Rom sagte man: neuerungs­süchtige Leute sind immer verdächtig. Der frühere Reichskanzler Fürst Hohenlohe erklärte einmal: die Beamten bringen es am weitesten, die sich schwarz an- ziehen und den Mund halten. Beamte, die viel ändern wollen und sich überlegen, ob die Vorgesetzten alles völlig richtig und zweckmäßig anordnen, machen sich unbeliebt. Alle Staatsbürger regieren sich leichter, die in den ge­wohnten Gleisen gehen und keine Seitensprünge machen. Jetzt ist Ruhe die erste Bürgerpflicht, sagte der Kommandant von Berlin nach der Schlacht von Jena. Dabei war zu viel Ruhe schon vorher ein Hauptübel gewesen. Andauernd^ R-b? führt zur Trägheit, Erschlaffung und Erstarrung. Ander­seits ist die Bielgeschäftigkeit etwas BeängiugLnoes. c-.» gibt Leute, deren Mundwerk nie stille steht, und deren Ge­plapper so wertlos ist wie das Geklapper der Mühl», die kein Niehl gibt, die alle Hände voll zu tun haben und doch nichts fertig bringen, die ständig sich dre - , >1

müssen und doch für nichts Zeit haben, die für andre wenig zu haben sind und doch niemals zu sich tommeu rom.ei.. Sie glauben immer das Wort führen zu müssen und sind doch zur Führung am wenigsten geeignet. Ruhe und Be­wegung müssen Hand in Hand gehen. Eins ist so wichtig wie dos andere. Zeiten der Ruhe und der Bewegung wechseln untereinander. Jetzt im Krieg die stärkste Un­ruhe, die größte Auflegung. Die Völker erzittern wie bebende Berge. Wie Vulkane, die die Jahre lang ge­schloffenen Schlünde geöffnet, schleudern jetzt die Völker sich versengende Glut entgegen. Wie Dampfkessel, deren überhitzter Dampf die Ventile gesprengt, sind die ver­haltenen Leidenschaften der Völker in verheerender Be­wegung. Überall schlagen Donner und Blitz ein und

zünden mit'flirchtLarer Gewalt. Doch nach diesen Jahren der furchtbarsten Auflegung wird die Ruhe wiederkehren.

Die Vulkane werden wieder schlafen. Wie ein bös^ Traum werden diese Jahre hinter uns liegen. Auf der Lava wird man wieder ackern und pflanzen und Früchte ba"°n. Dann wird man vom Krieg nichts mehr hören Wollet^ , __ _Der Beobachter.

Vermischtes.

Onkel Sam und Bruder Jonathan, über den Ursprung des Spitznamens „John Bull " für das englische Volk ist schon oft berichtet worden. Weniger bekannt dürfte der Ursprung der scherzhaften Bezeichnung „Onkel Sam " und „Bruder Jonathan" für die Amerikaner sein. Onkel Sam (englisch : Vvvls Law) ist wahrscheinlich aus einer witzigen Deutung des ll. 8. der Abkürzung für „Vmtvcj 8tÄtss ok ttmerioa", entstanden. Über die Entstehung des „Lrotlwr llouatbau" aber erzählt man sich folgendes: Zu Beginn des Unabhängigkeitskrieges Me sich Washington in einer bösen Lage befunden. Es war nichts bereit, und es fehlte überall an Munition. Washington habe in dieser Not einen Kriegsrat ein­berufen, sei aber mit den Lösungen der schwierigen Munitionsfrage, die man ihm vorgeschlagen habe, nicht zufrieden gewesen und habe schließlich ausgerufen: „Am besten ist es, wenn wir Bruder Jonathan befragen." Es handelte sich um Jonathan Trumbull , Gouverneur von Connecticut , einen wegen seiner Klugheit allgemein ge-. achteten Mann. Trumbull übernahm das „Munitions- ministerium", überwand alle Schwierigkeiten und gewann den Krieg. — Diese Geschichte klingt sehr hübsch, scheint aber erfunden zu sein. Es ist vielmehr anzunehmen, daß der Name „Bruder Jonathan" zuerst von den Engländern gebraucht wurde, vermutlich wegen des häufigen Vor­kommens dieses und anderer alttestamentarischer Namen in Neu-England .

Soll der Gasverbrauch eingeschränkt werden? In einem französischen Blatte liest man: Vor dem Kriege verbrauchte Frankreich jedes Jahr 60 Millionen Tonnen Kohlen. Jetzt liefern die französischen Gruben nicht mehr als 20 Millionen, und wenn man selbst 40 Millionen ein­führen könnte, würde das auch nicht genügen, da der Ver­brauch in den Munitionsfabriken gewaltig gestiegen ist. Also Kohlenerspärnis! Entspricht aber die behördliche Maßnahme, die den privaten Gasverbrauch einschränkt, wirklich einem gerechten Prinzip? Es ist zu fürchten, daß man damit zu Ergebnissen gelangt, die denen, zu welchen man gelangen, möchte, entgegengesetzt find. Wenn man Steinkohle in einem Ofen verbrennt, geht ein großer Teil der frei werdenden flüchtigen Sub­stanzen verloren, während sie verwertet werden können, wenn man sie in geschlossenen Behältern sammelt. Dasselbe gilt von den Rückständen, die in einem Ofen wertlose Asche sind, in einem geschlossenen Behälter aber Stoffe, die der Kriegsindustrie dienen. Die Destillierung einer Tonne Steinkohle gibt 260 Kubikmeter Leucht­gas, 600 Kilogramm Koks, 9 Kilogramm Ammoniaksulfat, 7 Kilogramm Benzol, 2 Kilogramm Naphthalin, 1 Kilo­gramm Phenol und 20 Kilogramm Naphthol. Ein Kilo­gramm Phenol und 7 Kilogramm Benzol genügen zur Herstellung der für 15 große Geschosse erforderlichen Explosivmenge: 9 Kilogramm Ammoniaksulfat sind der Jahresdünger für 360 Quadratmeter Ackerland, 2 Kilo­gramm Naphthalin und 10 Kilogramm Naphthol aber verwandeln sich in Farbstoff, mit dem man 114 Soldaten­uniformen färben kann. Das ist aber noch nicht alles: Eine Tonne Steinkohle gibt, wenn man sie in freier Lust verbrennt, 770 000 Wärmeeinheiten, das ist die Wärme, die man braucht, um 77 Hektoliter Eiswasser zum Kochen zu bringen; 260 Kubikmeter Gas aber geben 352 000 Wärmeeinheiten und 500 Kilogramm Koks 630 000 Wärme­einheiten, zusammen 982 000 Wärmeeinheiten, d. h. 30 H mehr. Mit anderen Worten: wenn man in freier Lust eine Tonne Steinkohlen verbrennt, verliert man 30°/° der Wärme, die man haben könnte. Man sollte also, anstast den Gasverbrauch zu beschränken, ihn fördern, wenn mau Steinkohle sparen will!

Volks- unck kriegsuvZrtfckaft.

-X Beschlagnahme des Materials für Hausschuhe. Del Reichsanzeiger veröffentlicht eine Bekanntmachung des Uber- wachungsausschuffes der Schuhindustrie über ein Verwen- Lungs- und Verarbeitungsverbot, sowie über Bestandsanmel­dungen von Rohmaterialien, die zur Herstellung von Schuhzeug und Pantoffeln dienen. Nach dieser Bekannt­machung sind sämtliche Rohmaterialien, sowie aste und neue Bekleidungsgegenstände jeder Art. die zur Herstellung 00» Hausschuhen und Pantoffeln dienen und sich im Eigennu» oder Gewahrsam von Herstellern von Schuhwaren befinde^ beschlagnahmt. Insbesondere ist auch die Verarbeitung 0» folgenden Gegenständen gänzlich untersagt: altes und neu^ Segeltuch, alte und neue Filze oder Schuhe und aste Muftm- tuche. Für die Meldepflicht ist der am Beginn des 30. Juw 1917 tatsächlich vorhandene Bestand maßgebend.

Seifenherstellung. Von zuständiger Stelle wird bekannt- gegeben: Die durch Bundesratsoerordnung vom 9. Juni 19Ü errichtete Seifen-Herstellungs- und Vertriebs-Gesellschaft stem einen aus gesetzlichem Zwang beruhenden Zusammenschluß dtt gesamten Seifenindustrie dar. Die Rechte und Pflichten des einzelnen Gesellschafters beruhen daher nicht auf einer be­sonderen Anmeldung oder Beitrittserklärung. Soweit bei de« einzelnen die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, das heM soweit er also Inhaber eines Betriebes ist, der bereits oA dem 1. August 1914 fetthaltige Waschmittel hergestellt bat, m er ohne weiteres Gesellschafter. Der Begriff „fetthaltige Was«- . mittel" hat durch die Bundesratsverordnung folgende Fassung erhalten: „Fetthaltige Waschmittel im Sinne der Verordnung sind Waschmittel, die Olsäuren, Fettsäuren. Harzsäuren oder deren Salze oder andere organische Säuren enthalten, die selbst oder in Form ihrer Salze eine Wasch- oder Reinigungs­wirkung ausüben." Die Seifen-Herstellungs- und VerttiE i Gesellschaft fordert nunmehr ihre Gesellschafter auf. vom 1. IM i 1917 ab ihre Adresse bei der Geschäftsleftung Berlin W- Hohenstaufenflraße 33. zu hinterlegen, um ihre Gesellschaft laufend mit Nachricht verschen zu können.

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Freitag, de« 6. Juli 1S17, abends 8'/« Uhr

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Für die Redaktion verantwortlich: I. B.: Friedrich Dehn, Karlsruhe . — Druck und Verlag der Buchdruckerei Fidelitas, G. m. b. H., in Karlsruhe , Erbpriuzenstr. 6 .