großen diesem lenn es en, daß nn der werden ohne
lnalität.
erk her» »bändle? den nur »rgesteüt Stiefels atz und c>ei aus und gerb dem m. wo« eschaffen
ffentliche n Evan- Stuhr- Verlag: l Volks- ,'ljährlich »beitrag u» dem — Im gen Ge- deutsche lmschau: Haft. — — Die eht das soziales »litik. — in- und gung im rnde der sammen- r Evan- he Sitt- - Ehren-
nar Mayer
Le «1.
-itzler.
von Herrn- c.
dtm. Lieder
b.
uns doch verbindender
sbach.
z/4 Uhr
2»nch>« . W7tz
AZrgrr- «nck * Nscliscde Post
L«daim»«! rlarflrnh«, trhprinz«nstr. » Zernfprech-Knschluh Nr. 2272
MchchM1 » S ch«M ch zw«i««l: vertag »ad Zrrita 4 -ie Freitag «it achtjeitigem LaftrierLrm ,Zami^nsr«md^) — »krtetzLhrflch irr Karlsruhe oder durch die Vertreter einschließlich Zustellgebühr l Mk.. Lei derPM 1.20 ML.
IM! WÄ vstsrlMä! ^ - kS? ÜMMs LI W<! 5ws!
M se§ RKrgsrs MMskrl w 51sr!1 mirl KM!
Knzeigen »» Inseratenteil die sechsgespaüene Petit-Zeile sd« deren Raum 15 pfg. Im redaktionellen Teil die dreigespatte« Pelit-Aeilr »der deren Raum 50 pfg. — Bei größeren Aufträge» und Wiederholungen wird entsprechender Rabatt gewahrt
Mummer 88
Aartsrrche, Dienstag, den 6. November 1917
32, Jahrgang
e
sbach.
sss
hen
litas
Graf Hertling.
rstr. L
Der Kanzlerwechsel.
Der Kanzlerwechsel ist vollzogen. Freitag nachmittag wurde der nachstehende kaiserliche Erlaß durch das amt» gliche Depeschenbureau veröffentlicht:
S. M. dar Kaiser und König hat de« Reichskanzler Dr. Michaelis auf seinen Antrag von de« Ämtern als Reichskanzler, als Präsident des königlich Preußischen StaatsMinisteriums und als preußischer Minister der auswärtigen Angelegenheiten unter Verleihung der Kette zum Gr»ßkre«z des Roten Adlerordcns entbunden und z« seinem Nachfolger in diesen Ämtern den königlich bayerischen Staatsminister Dr. Grafen von Hertling ernannt.
Einige Stunden zuvor wurde eine Drahtmeldung des amtlichen banerischen Nachrichtenbureaus verbreitet, die besagte, daß Gras Hertling in einem Telegrammwechsel mit dem König von Bayern die Annahme seiner Berufung Hum Reichskanzler erklärt und daß König Ludwig den ^Rücktritt des Grafen vom Amte des bayerischen Staatsministeriums genehmigt habe.
Wir haben also jetzt endlich den siebenten Reichskanzler. Die kurze Episode Michaelis ist abgeschlossen, und unter zunächst noch verhaltenem Brausen und Stürmen
zieht die Aera Hertling am politischen Himmel Deutschlands heraus und mit ihr das parlamentarische System, dem die Reichstagsmehrheit mit überraschendem Erfolge die Wege geebnet hat. Graf Hertling zählt, daS hat er oft und laut genug beteuert, nicht zu -essen Freunden. Aber wie er es in Bayern verstanden hat, als aus- gesprochenerVertrauens- mann der dortigen Landtagsmehrheit, dieStaats- geschäfte in völliger Übereinstimmung mit den Wünschen und Absichten auch der Krone zu führen und deren Rechte und Ansehen unverkürzt aus der liberalen Vergangenheit in die vom Zentrum beherrschte Gegenwart hinüberzuführen, so wird er nun auch an der Spitze der Reichsleitung die überlieferte monarchischkonstitutionelle Staatsform mit den Ansprüchen der parlamentarisch bedingten Regierungsweise auszusöhnen versuchen. Auch im politischen Leben pflegen die Dinge sich nicht, oder doch nur selten, in Extremen zu bewegen, am wenigsten bei uns in Deutschland . Der Himmel wird nicht zur Erde stürzen, wenn fortan .wie bisher drei oder vier Parlamentarier, sechs oder sieten in den höchsten Reichs- und Staatsämtern fitzen . Und daß Ler neue Mann am Staatsruder sich vorher mit den maßgebenden Reichstagsparteien über die Richtlinien seiner Geschäftsführung verständigt hat. kann in Anbetracht der ganzen Zeitumstände auch nur als ein praktischer Weg zur -Verhütung weiterer Krisen und Konflikte bezeichnet werden. Äls kluger und erfahrener Staatsmann wollte Graf Hert« kling sich nicht auf Formfragen versteifen, ihm steht die -Sache höher als das Festhalten an überlieferten Vorstellungen, und er hat zu sich selbst das Vertrauen, daß^er auch unter den veränderten Verhältnissen den Interessen des Vaterlandes unbedingt zu ihrem Rechte verhelfen wird. Ein langes, mit Erfolgen reichgesegnetes Leben zeugt in diesem Falle für die Berechtigung eines Selbstvertrauens, von dessen Bewährung für die Zukunst unseres Volkes viel, sehr viel abhäng en wird.
Begrüßen wir den neuen Reichskanzler mit dem aufrichtige» Wnnsch, daß feine Kraft und Gesundheit den schwere» Anforderungen der ehrenvolle» Aufgabe, die er trotz seiner 74 Jahre unverzagten Mutes übernommen hat, »och lauge Jahre hindurch gewachsen bleiben möge.
»
Der neue Kanzler.
Graf Hertling hat hier durch die Frische und Rüstigkeit, mit der er Tag aus Tag ein Besprechungen und Verhandlungen geführt hat, sehr überrascht. Von Gebrechlichkeit hat man hier nichts bemerkt. Dieses gegen seine Eignung zum höchsten Posten im Reich vorgebrachte Motiv hat er aufs bündigste widerlegt. Erledigt haben sich auch die Bedenken, die bei dem zeitweilig verfolgten Plan der Abtrennung des preußischen Ministerpräsidiums auftraten. Graf Hertling glaubt sich rüstig genug, um beide Aemter vereinigt verwalten zu können, und damit falle» viele Schwierigkeiten fort. Der Einwand wegen der bayerischen Vergangenheit des Grafen Hertling hat nicht besonders schwer gewogen. So weit sind wir nicht mehr im Partikularismus befangen, daß die Mainlinie für Staats- n änner unüberschreitbar wäre. Einige Gegnerschaft gegen den Grafen Hertling macht sich aus solchen Kreisen gel
tend, die schwer am konfessionellen Burgfrieden tragen. Am schärfsten äußert sich gerade dasselbe Blatt, das dem protestantischen Vorgänger des Grafen Hertling noch zum Schluß das wahre Christentum absprach. Wir glauben, daß das deutsche Volk in seiner überwiegenden Mehrheit jetzt diese Dinge nicht zum Gegenstand von Kämpfen machen will. Daß schließlich auch die Gegner der bisherigen auswärtigen Politik, die in der Bethmann- schen Linie fortgeführt worden ist, den Grafen Hertling mit unfreundlichen Augen betrachten, ist begreiflich. Sie rechnen, wie man annehmen darf, zutreffend, damit, daß der auswärtige Kurs im wesentlichen unverändert bleiben wird. Und das ist gut so. Im übrigen darf man sagen, daß Graf Hertling eine sehr freundliche Aufnahme gefunden hat. Wenn die Parteien der Mehrheit nun ihr Wort wahr machen wollen, daß die inneren Streitigkeiten ruhen, eine stetige, auf den guten Abschluß des Krieges gerichtete Linie verfolgt werden, dem neuen Kanzler fein Amt nach Möglichkeit durch kräftige Unterstützung im Reichstage erleichtert werben soll, so werden wir endlich wieder zu gesünderen Zuständen gelangen. Dringend zu wünschen wäre, daß die kurze Zeit bi» zum Zusammentreten des Reichstags auch einige Ruhe in der Presse eintreten möchte. Der Kampf für und gegen bestimmte Persönlichkeiten ist in den vergangenen Wochen zu sehr bösen Erscheinungen ausgeartet. Er wird leider auch jetzt noch schärfer fortgeführt, als dem ersehnten Zustand der inneren Gesundung zuträglich ist.
Kaiser Wilhelm und König Ludwig .
Der Entscheidung des Kaisers war oorausgegcmgen ein Telegrammwechsel zwischen dem Kaiser und dem König Ludwig von Bayern . Der Kaiser machte König Ludwig von Bayern die Mitteilung, daß die Berufung des Grafen Hertling zum Reichskanzleramte beabsichtigt sei und bat den König, seine Zustimmung im Hinblick auf die für das Reich gegebenen Notwendigkeiten zu geben. König Ludwig erteilte diese Zustimmung unter ehrenden Worten für den Grafen und sprach die Hoffnung aus, daß es dem neuen Reichskanzler beschicken sein möge, die großen Aufgaben der Zeit einer glücklichen Lösung zuzuführen, die dem Reiche und damit auch den Einzelstaaten eine kraftvolle Entwicklung und eine gesicherte Zukunft gewährleisten.
*
Allerlei zum Kanzlerwechsel.
Die vollzogene Ernennung des neuen Kanzlers ist nur als erster Schritt zu den weiteren Umgestaltungen in den obersten Reichs- und Staatsämtern anzusehen. Wahrscheinlich wird die nächste Zeit die wetteren amtlichen Kundgebungen bringen. Reichskanzler Graf Hertling wird dem Vernehmen nach nur bis nächsten Dienstag in Berlin bleiben, um die ersten amtlichen Beziehungen anzuknüpfen und dann nach München zurückfahren, um dort die mit seinem Ausscheiden aus den bayerischen Ämtern verbundenen Angelegenheiten zu erledigen. Für die Berufung seiner Mitarbeiter soll dem Kanzler völlig freie Hand zustehen, doch ist zu erwarten, daß die bisher'in erster Linie genannten Persönlichkeiten im wesentlichen als kommende Männer cmzusehen find. Ob Herrn. Payer, der fortschrittliche Politiker, als Nachfolger des aus der Vizeranzlerschaft scheidenden Dr. Helfferich in Farge kommt, soll wieder etwas zweifelhaft geworden sein, La mit ihm der dritte Süddeutsche neben dem Grafen Hertling und dem Staatssekretär des Äußeren o. Kühlmann an die Spitze der Staatsgeschäfte treten würde. Dieses Bedenken soll von einigen Seiten laut geworden sein. Für das Vizekanzleramt nennt man deshalb auch den der Fortschrittspartei angehörenden Geheimrat Dove, der zunächst als dem- nächstiger preußischer Handelsminister erwähnt wurde. Sicher soll die Wahl des nationalliberalen Abgeordneten im preußischen Landtag Geheimrat Dr. Friedberg zum stellvertretenden preußischen Ministerpräsidenten sein. Der jetzige Chef der Reichskanzlei Herr o. Grävenitz, dürfte einem noch nicht näher bestimmten Ersatzmann Platz machen, während der bisherige Vizepräsident des preußischen Staatsministeriums, Herr o. Breitenbach sein Amt als Eisenbahnminister behalten wird. Ebenso wird Staatsminister v. Waldow an der Spitze des Ernährungsamtes verbleiben.
Mit der sozialdemokratischen Partei wurde ebenfalls über die Entsendung eines Vertrauensmannes in die Regierung verhandelt, die Partei hat sich dazu aber nicht entschließen können. Sie wird nicht in Oppositionsstellung zur Regierung Hertling treten, sondern hat sich für die Politik des Abwartens entschieden. Von konservativen Politikern dürfte auch kein Mitglied an der Regierung teilnehmen. Mitte November soll der Reichstag »inbernfen werden. — Graf Hertling suchte heute morgen den Generalfeldmarschall v. Hindenburg aus, der soeben in Berlin eingetroffen ist; auch bei seinem Vorgänger Dr. Michaelis stattete der neue Kanzler einen Besuch ab.
_Graf Hertlings Nachfolge in der bayerischen Minister-
präfidentschast soll der Staatsrat v. Dandl antreten. Man jagt ihm grobe geschäftliche und politische Erfahrungen nach.
Nach dem Kanzlerwechsel.
Den Kanzler haben wir. Aber die Wahl seiner ersten Gehilfen und Mitarbeiter scheint fast noch schwieriger oder doch langwieriger zu werden, wie die endliche Installierung des Grafen Hertling. Vorgestern, gestern war die Berufung des nationalliberalen Dr. Friedberg in die preußische Ministerpräfidentschaft, des Abg. v. Payer zum Vizekanzler fast ganz gesichert nach den Behauptungen der unterrichteten Leute, die es in Berlin gab. Heute werden mit Achselzucken diese Voraussagen mindestens als verfrüht bezeichnet. Zwar darf man glauben, daß der bisherige Vertreter des Reichskanzlers Staatssekretär Dr. Helfferich sein Abschiedsgesuch eingereicht hat. Auch klingt es nicht unwahrscheinlich. wenn es heißt, die heftig nach den kurulischen Sesseln drängende fortschrittliche Reichstagssraktion habe ihren Vorsitzenden,' Herrn v. Payer, brieflich aufgefordert? sich für den Vizekanzlerposten der Reichsregierung zur Verfügung zu stellen. Und in das preußische Staatsministerium wollen die Fortschrittler auch wenigstens einen ihrer Männer hineinbringen. Tatsächlich scheint aber bisher weder an Herrn v. Payer, noch an Herrn Dr. Friedberg eine maßgebende Anfrage ergangen zu sein. Der neue Kanzler reist dieser Tage nach München und mit ziemlicher Bestimmtheit werden die Entscheidungen erst nach seiner Rückkehr von dort erfolgen. Auch das Abschiedsgesuch Dr. Helfferichs soll bis dahin zurückgestellt werden.
Inzwischen hat sich Graf Hertling beim Bundesrat, wenn auch nicht offiziell, vorgestellt und mit einigen Worten die Hoffnung auf ein ersprießliches Zusammenarbeiten ausgesprochen. Ferner hatte er mehrere Besprechungen mit Generalfeldmarschall v. Hindenburg und dem ersten Generalguariiermeister Ludendorsf, die beide zurzeit in Berlin weilen. Die Unterhaltungen des Kanzlers mit Parlamentariern werden augenblicklich noch fortgesetzt. Der österreichischungarische Minister des Auswärtigen Graf Czernin wird am Montag in Berlin erwartet. Zweifellos werden bei seinen Konferenzen mit hem neuen Kanzler wichtige Punkte der gemeinsamer» Politik der beiden großen Mittelmächte erneute Bekräftigung und Festigung erhalten.
Inzwischen verabschiedete sich Ex-Reichskanzler Dr. Michaelis von einer Abordnung des Bundesrats, die ihm die ALschiedsgrüße der Bundesratsmitglieder überbrachts. Dr. Michaelis sagte dabei, die Zeit seiner Kanzlerschaft sei für ihn die schwerste seines Lebens gewesen, da er während derselben stets in einem schweren inneren Konflikte gelebt hätte. Auf eine Anspielung über eine Verwendung cm anderer Stelle, die der Wortführer der Abordnung Graf Lerchenfeld gemacht, ging der ehemaliae Kanzler nicht ein.
Graf HertAngs Lcbensgang.
Georg Graf Hertling wurde geboren am 31. August 1843 in Darmstadt , studierte in München , Münster und Berlin , nahm 1867 in Bony als Prwatdozent Aufenthalt und wurde 1880 zum außerordentlichen Professor ernannt. 1882 erhielt er einen Ruf als ordentlicher Professor der Philosophie an die Universität München . 1875 wurde er in den deutschen Reichstag gewählt und stieg bald in der Fraktion zu einem der ersten Wortführer und Leiter der Zentrumspartei auf. Besonders in sozialen Fragen war sein Einfluß maßgebend. 1876 wurde er zum Präsidenten der von ihm begründeten Görresgesellschaft gewählt. 1894 erhielt er die Würde eines päpstlichen Kämmerers. Als philosophischer Schriftsteller entwickelte er eine reiche und fluchtbare Tätigkett. Die Zentrumsflaktion batte ih» zum Vorsitzenden gewählt, auch war er in den bayerischen Reicksrat berufen. Sein Reichstagsmandat, in dem er nacheinander die Wahlkreise Koblenz-St. Goar. Jllettisien und Münster - Coesfeld vertreten batte, legte er infolge der Ernennung rum königlich bayerischen Staatsminister. Minister des Königlichen Hauses und des Äußern am 13. Februar 1S12 nieder. Zugleich übernahm er als Nachfolger Podewils die Ministerpräsidentschaft. Sein Nachfolger im Vorsitz des Zentrums wurde Peter Spahn . König Ludwig von Bayern verlieh, nachdem am 5. November 1913 in Bayern der Übergang von der Regentschaft vollzogen war und König Ludwig die Krone übernommen hatte, dem Freiherin v. Hertling den Erasentitel. _
Der Kaiser an Dr. Michaelis.
(Amtlich.) Berlin , 2. November.
Seine Majestät der Kaiser und König hat an den bisherigen Reichskanzler Dr. Michaelis folgendes Handschreiben gerichtet:
Neue- PalaiS, 1. November IS17.
Mein lieber Dr. Michaelis! Ich habe Mich dem Gewicht der Gründe Ihre- Rücktrittsgesuches nicht entziehen können und Ihre Bitte um Enthebung von den Ämtern als Reichskanzler, Präsident deS StaatSmtnisterinmS und Minister der Auswärtigen Angelegenheiten durch Erlast vom heutigen Tage entsprochen. Mit aufopferungsvoller Bereitwilligkeit find Sie in schwerer Zeit Meinem Ruse gefolgt und haben in den höchsten Ämtern des Reitbes und Staate- dem Vaterlande ersprießliche Dienste geleistet. Ich kann es Mir nicht versagen, Ihnen für Ihre bisherige Treu« und unermüdliche Arbeit Meinen Dank und Meine Anerkennung ansznsprechen. AlS Zeichen Meiner Dank-