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barkett «nd Wertschätzung verleihe Ich Ihnen die Kette zum ! Großkreuz des Roten Adlerorden -. Die Dekoration folgt fandet. Indem Ich der Hoffnung Ausdruck gebe, daß Sie Ihre bewährte Kraft auch in Zukunft gern in de» Dienst de- Vaterlandes stelle« werden, verbleibe Ich Ihr wohl­geneigter Kaiser «nd König gez. Wilhelm l. lL.

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Amtlicher Dank an Dr. Michaelis.

Die Nordd. Allg. Zeitung schreibt amtlich: Mitten in den schwersten Prüfungstagen des deutschen Volkes war Dr. Michaelis als Kanzler des Reiches berufen. Das tiefe und ernste Pflichtgefühl, das den Kern seines Wesens auS- macht, hat ihm die Bürde des Amtes übernehmen heißen. Er hat sie getragen mit der ganzen, ihm eigenen Würde, mit heiliger Vaterlandsliebe und der Selbstlosigkeit, die nur ein Ziel kennt: das Glück und die Größe des Reiches. — Eine ehrenvolle Laufbahn lag hinter ihm, seine Leistungen auf dem Gebiete des Ernährungswesens bilden ein Ruhmesblatt in der Geschichte dieses Krieges; sie reihen sich würdig den Taten unserer Feldherren an. — Seine Kanzlerschaft war erfüllt von schweren Kämpfen. Wenn später unbeirrt durch die Leidenschaften des Tages — die Geschichte dieser Zeiten geschrieben werden wird, dann wird aber auch der Kanzler Michaelis eine gerechtere Beurteilung erfahren. Man wird dann ermessen, daß er cs gewesen, der die Klärung grundlegender Zukunftsfragen in die Hand genommen und gefördert hat.— Er hat auch als Kanzler seinem Kaiser und dem Reiche gedient, als ein aufrechter und treuer deutscher Mann.

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Oer Krieg.

Mitteilungen

am dem deutschen Hauptquartier.

Ltnser Sieg im Knaul.

Starker Artilleriekampf in Flandern. Mitteilungen des Wolffschen Telegraphen-BureauS.

Großes Hauptquartier, 2. November. Westlicher Kriegsschauplatz, j Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Der Artilleriekampf in Flandern war gestern im Flut­gebiet der User, insbesondere bet Dtxmuide stark; zwischen dem Houthoulster Wald und der Ly- lagllebhaftes feind­liches Störungsfeuer auf unserer Kampfzone.

Englische Erkundungsvorstötze scheiterten an mehreren Stellen der Front.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Am Oise-Aisne-Kanal uud längs de- Rücken- de- Chcmin-des-DameS hat die Kampftätigkeit der Artillerie« bedeutend zugenommen. Nach mehrstündigem Trommelfeuer griffen starke französische Kräfte bei Braye an. Ihr An­sturm brach vor unseren Linien blutig zusammen.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Keine wichtigen Ereignisse.

Makedonische Front. Nordwestlich von Monastir wurde ein Vorstoß feindlicher Bataillone verlustreich ab­gewiesen.

Italienische Front. '

Längs des mittleren und unteren Tagliamento stehen unsere Armeen mit dem Feinde in Gefechtsfühlung. — Italienische Brigaden, die auf dem Ostufer des Flusses noch standhielten, wurden durch Angriff zum Zurückgehen gezwungen oder gefangen.

Vom Fella-Tal bi- zum Adriatischen Meer ist da- linke i Tagliamento -Ufer frei vom Feinde.

! Der Erste Generalquartier'meister Ludendorff.

O. ___ . >.

Ltnü-ersehbare Deute m Italien .

Die ersten Nordamerikaner gefangen. Mitteilungen des Wolffschen Telegraphen-BureauS.

Großes Hauptquartier, 3. November. Westlicher Kriegsschauplatz.

Regen und Nebel schränkten die Gefechtstätigkeit bei allen Armeen ein. — In Flandern unterhielt der Feind starkes Feuer auf die Stadt Dixmuide und ihre.Anschluß-

palririerblul.

Neman von Rela hold Or'tmonn.

«Ruchdrucl verboten.)

2S) (Fortsetzung.)

Hubert Älmröder konnte wohl mit demselben Recht der schönste Mann im Saale genannt werden, wie die Gräfin ohne allen Zweifel die schönste der hier versammelten Frauen war. Wohl noch nie hatte ein herrlicheres Paar im Brennpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit gestanden, und wohl noch nie hatten zwei Menschen, die beständig aller Blicke auf sich gerichtet wußten, mit so souveräner Unbefangenheit und so selbstvergessenem Aufgehen in den Taumel des Augenblicks die ihnen zugefallene Aufgabe gelost. Wenn das ein Spiel war, so war es das künst­lerisch vollendetste, das man je gesehen — so war es ein Spiel, aus dem lodernde Flammen aufzüngelten, um sich dluterhitzend auf all die jungen, lebensdurstigen Menschen- paare fortzupflanzen, die sie mit hochklopfenden Herzen und stürmisch wogenden Busen umschwärmten. —

Helga sah alles, was da unten vor sich ging, aber sie sah es schon nach Verlauf der ersten Minuten nur doch wie durch einen Schleier, der dichter und immer dichter zu werden schien. Davon, daß sie ein Gegenstand stets gesteigerter Aufmerksamkeit für ihre Umgebung wurde, bemerkte sie nichts. Die boshaften Seitenblicke ihrer Nach­barschaft entgingen ihr ebenso vollständig wie die mit­leidigen, und sie ahnte nicht, daß Las zischelnde Ge­flüster um sie her sich mit ihrer Person beschäftigen könnte.

Da — gegen das Ende der Aufführung hin — er­schienen zwei sehr elegant gekleidete, jüngere Damen auf der Galerie, die vom Saale heraufgekommen waren, weil sie glaubten, das erwartete Schlußtableau von hier oben besser überschauen zu können. Daß sie niemanden grüßten und von niemandem gegrüßt wurden, war ein Beweis, daß sie schwerlich den Kreisen der Münchener Künstler­schaft zugehürten. Und auch die Art. wie sie sich sehr laut

linien. — In der Stacht vom 1. zum 2. November haben wir die schon längere Zeit beabsichtigte Verlegung unserer Linien vom Chemin-des-Dames ohne Störung zu Ende geführt- Alle Bewegungen blieben dem Feinde verborgen, der bis gestern Mittag noch lebhaftes Feuer auf die von uns aufgegebenen Stellungen unterhielt. — Am Rhein— Marne-Kanal wurden bei einem Erkundungsoorstoß nord­amerikanische Soldaten gefangen eingebracht.

Unsere Flieger habe« in der Nacht vom 1. znm S. November London , Chatham» GraveSend , RamSgale» Margate uud Dünkirchen mit Bomben angegriffen.

Starke Brände ließen auf gnte Wirkung schließen.

In den letzten Tagen vermehrten von unseren Kampf­fliegern die Zahl ihrer Luftsiege: Leutnant Müller auf 32, Vizefeldwebel Buckler aus 23, Leutnant Böhme aus 21, Leutnant Bongartz auf 20.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Bei Dünaburg , Smorgon, Baranowktschi und am unteren Zbrucz lebte die Feuertätigkeit auf.

An der Makedonischen Front schwoll der Artillerie­kampf östlich des Wardar zu erheblicher Stärke an.

Italienische Front.

Keine größere« Kampfhandlungen. Bi» jetzt find über 2<X« Gefangene und mehr ai- L8V0 Geschütze gezählt worden! Die Beute an Maschinengewehren, Mtnenwerfern, Kraftwagen, Bagage undflonstigem KrtegSgerät hat sich noch nicht annähernd feststelleu lassen.

Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.

WTB. Großes Hauptquartier, 4. Nov. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kroupriuz Rupprecht.

In Flandern spielen sich bei örtlicher Feuersteigerung längst der User und nordöstlich von Dpern kleinere Jn- fanteriekämpfe bei Passchendaele ab. Wir verbesserten durch Vorstoß unsere Linie und wiesen an mehreren Stellen englische Teilangriffe zurück.

Heeresgruppe deutscher Kroupriuz.

Am Oise-Aisne-Kanal und längs des Ailettegrundes lebhafte Artillerietätigkeit und erfolgreiche Gefechte unserer Vortruppen mit französischen Aufklärungsabteilungen.

Auf dem Ostufer der Maas verstärkte sich der tags­über lebhafte Feuerkampf am Abend zwischen Samog- nieux und Bezonvaux. Unsere zusammengesaßte Ab­wehrwirkung hielt einen am Chaumewalde sich vorbe­reitenden Angriff der Franzosen nieder.

Oestlicher Kriegsschauplatz:

Die Lage ist unverändert. An der Straße Riga— Wenden wurden russische Streisabteilungen bei Sege­ln old zersprengt.

Mazedonische» Front

Der seit Tagen starke Artilleriekampf zwischen Wardar und Doiransee dauerte gestern an; bisher sind nur eng­lische Teilvorstöße erfolgt, die von bulgarischen Sicherungen abgeschlagen wurden.

Italienische Front:

Längs des Tagliamento Artillerietätigkeit von wechselnder Stärke.

Der erste Generalquartiermeister von Ludendorff .

Lin kleiner deutscher Hilfskreuzer verloren.

Berlin , 4. Nov. (Amtlich.) Ein kleiner deutscher Hilfskreuzer, Kommandant Kapitänleutnant der Reserve Lauterbach ist, am 2. November im Kattegat nach tapferer Gegenwehr von einer Uebermacht von sechs feindlichen Kreuzern und neun großen Torpedobootszerstörern ver­senkt worden. Der englische Bericht meldet die Ver­nichtung von zehn Patrouillenfahrzeugen. Dies entspricht nicht den Tatsachen; deutsche Kriegsfahrzeuge werden außer dem genannten Hilfskreuzer nicht vermißt.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

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in französischer Sprache unterhielten, kennzeichnete sie als Ausländerinnen.

Sie waren offenbar in hohem Maße angeregt durch das, was sie bis jjetzt gesehen hatten, und in dem Be­wußtsein, von niemandem in ihrer Umgebung gekannt zu seiq. legten sie sich in ihrer lebhaften Konversation viel weniger Zwang auf, als es wohl unter anderen Ver­hältnissen der Fall gewesen wäre. Unmittelbar hinter Helga ließen sie sich auf zwei leer gebliebenen Stühlen nieder, und die junge Frau war damit gezwungen, jedes Wort ihrer Unterhaltung anzuhören.

Sie sprachen von der Gräfin Wassilewska, zu der sie unverkennbar in nahen persönlichen Beziehungen standen, und waren unerschöpflich in Ausdrücken der Bewunderung für die Schönheit der Polin.

„Wenn diese Münchener nicht ganz mit Stumpfheit geschlagen sind, werden sie morgen nichts anderes ffehen als sie." sagte die Eine. „Ist es nicht, als ob eine ganze Welt zwischen ihr und all diesen deutschen Frauen läge?"

„Ja. Und ich kann nicht verstehen, daß sie sich bereit­gefunden hat, all dem zusammengelaufenen Volk zur Augenweide zu dienen. Sie, die von jeder europäischen Hofgesellschaft mit offenen Armen empfangen wird!"

„Oh, die Erklärung ist nicht gar so schwer zu finden. Wenn man von irgendeinem exzentrischen Entschluß der Gräfin Wassilewska hört, muß man immer fragen: Wer ist der Mann, der dahintersteckt? Und hier braucht man nicht lange nach ihm zu suchen."

„Sie glauben also, daß dieser Maler, der den Antonius macht-?"

„Ater gewiß! In der gestrigen Soiree bei dem Prinzen Wfons wurde schon davon ^gesprochen wie von einem öffentlichen Geheimnis. Des Vormittags geht sie zu ihm, um ihm für ein Porträt zu sitzen, und die Nach­mittage verbringt er dann aus Erkenntlichkeit bei ihr, um ihr die Kleopatra einzustudieren. Wie man heute sehen kann, muß es ein sehr gründlicher Unterricht gewesen sein; denn man braucht nur einen Blick aus die beiden zu werfen, um sich zu überzeugen, daß sie den Antonius und seine Herzliebste an diesem Abend nicht zum ersten Male agieren."

Oer Krieg zur See.

Unsere tägliche !l - Boot - Beute. §

Amtlich wird gemeldet: Im Sperrgebiet um England wurden durch unsere U-Boote wiederum 4 Dampfer und 2 Segler versenkt.

Darunter ein Dampfer, der aus einem großen ge- sicherten Geleitzug herausgeschossen wurde, sowie die beiden englischen Segler „Cupica" mit 1250 To. Kalk und Kreide von England nach Savanna und „Tom Ropor".

Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. -

Amtlich wird gemeldet: In der Biskaya und in der, Nordsee wurden durch unsere U-Boote wiederum 2 Dampfer, S Segler und 2 Fischerfahrzeuge versenkt.

Darunter ein bewaffneter Dampfer mit Kartuschhülsen als Deckladung und ein Dampfer, der Kohlen von Shields - nach London geladen hatte; ferner der englische Schoner- Percy B.", anscheinend mit Petroleumladung, sowie die! französischen Segler „Edouard Detaille " mit 3000 Tonnen Weizen für Frankreich , „Bon Premier" mit Rumladung, „Eugsnie Fautrel" mit 3000 Tonnen Getreide für Frank- reich, „Mascotte", „St. Pierre", „Stella" und „St. Antonie"., Die letztgenannten vier Segler hatten Fische geladen. Außerdem wurden die französischen Fischkutter „Gloire" und „Jeune Mathilde" vernichtet. Ein anderer der ver­senkten Segler hatte Ol in Fässern an Bord. ,

Der Chef des Admiralstabes der Marine, f

Das schwere Wetter der letzten Zeit im Atlantik und in! der Nordsee hat der Manne einen ihrer besten U-Boot»«' kommandanten gekostet. Kapitänleutnant Schneider, welcher! aus ein« besondere erfolgreiche Tätigkeit als U-Uoms-' kommandant Lurückblicken konnte, wurde bei der letzten Fahrt seines U-Bootes durch eine Sturzsee über Bord gespült und konnte von der Mannschaft nur noch als Leiche geborgen und auf See begraben werden. Das U-Boot ist wohlbehalten zurückgekehrt. Außer dem englischen Linienschiff „Formidable". das von Kapitänleutnant Schneider am 1. Januar 191S im Ärmelkanal vernichtet wurde, bat dieser bewährte U-Boots- kommandant 131V00 Br.-Neg.-To. Handelsschiffsraum versenkt.

Ein Seegefecht im Kattegat .

Das Kopenhagener Bureau „Ritzau" meldet: Am 2. November vormittags fand ein kleines Seetreffen zwischen englischen Torpedojägern und einigen deutschen bewaffneten Fahrzeugen, unter denen sich ein gröberer Dampfer und mehrere Fischdampfer befanden, auf inter­nationalem Gebiet im Kattegat statt. Der bald getroffene große deutsche Dampfer sank. Es wird angenommen, daß auch zwei Fischdampfer gesunken sind. Die englischen Torpedojäger nahmen dreißig Mann von der Dampfer­besatzung auf. Ein zufällig südwärts vorbeifahrender Handelsdampfer nahm fünfzehn Mann auf, die abends in Kopenhagen gelandet wurden, darunter fünf Verwundete, die ins Hospital übergeführt wurden. Insgesamt sollen fünfzig deutsche Matrosen umgekommen sein.

Wie von unterrichteter Seite dazu geschrieben wird» handelt es sich allem Anschein nach um ein kleineres Hilfsschiff, das sich im Kattegat befand.

VenetLen und Knaul.

Unser Vormarsch in Oberitalien .

Die verbündeten Truppen dringen unaufhaltsam in die Ebene Venetiens vor und haben auch schon von der italienischen Landschaft Friaul ein gutes Stück erobert. Damit sind, wie so oft schon in diesem Weltkriege, wirt­schaftlich wichtige Gebiete in die Hand der Mittelmächte gefallen. Vrnetien ist ebenso wie Friaul ein landwirtschaft­lich sehr fruchtbares Gebiet. Bei der Lebensmittelnot, die augenblicklich in Italien herrscht, ist der Wegfall einer jede Menge landwirtschaftlicher Produtte doppelt schwer zu ertragen. Hinzu kommt, daß mit Udine ein außer­ordentlich wichtiger Verkehrspuntt verlorengegangen ist. Damit hat die Lebensmittelversorgung Italiens eine neue erhebliche Erschwerung erfahren. Venedig , das nicht un­gefährdet erscheint, ist besonders während des Krieges zu einer großen Industriestadt ausgebaut worden. Die Kriegs-' Industrie Venedigs , das vor dem Kriege in der Hauptsache von Fremden- und Luxusindustrie lebte, ist heute recht bedeutend. Jedenfalls dringt der Vormarsch der Ver­bündeten ins Nervensystem des wirtschaftlichen Ita­ liens ein.

Die Mitarbeit der Marine.

Die Ereignisse der ersten Woche der österreichisch - ungarischen und deutschen Offensive gegen Italien hat die

„Der Aermste! — Sie wird ihm nicht besser mit-! spielen als der großen Zahl seiner Vorgänger. Ist er übrigens von anständigem Herkommen?"

„Nein — ein Bauernsohn oder etwas dergleichen. Und obendrein jung verheiratet — wie man mir erzählt hat» mit einer sehr schönen und vornehmen Frau. Unsere liebe ! Pola wird sich da vermutlich wieder die Verantwortung! für eine kleine Ehetragödie auf das Gewissen laden."

„Nun, sie wird nicht allzu schwer daran tragen. Aber! ich fange jetzt an, zu verstehen, warum die Liaison einen ' Reiz für sie hat. Sie hat ja nun einmal ein Faible für! dramatische Komplikationen."

Helga hörte von dem Folgenden nichts mehr, denn es. war plötzlich wie das Rauschen einer Meeresbrandung inj ihren Ohren, und bis in den Hals 'hinauf fühlte sie den wilden Schlag ihres Herzens. Die Lust, die sie atmen mußte, legte sich ihr mit einem Male erstickend schwer aus die Brust, und für einen Moment fürchtete sie, von einer Ohnmacht befallen zu werden. Aber ihr Wille war stark. genug, die Schwäche des Körpers zu überwinden. In demselben Augenblick, wo sich drunten im Saale alles in ein ausgelassen lärmendes Bacchanale löste, wo Männer! und Frauen jauchzend das auf seinem erhöhten Thronsitz! zärtlich aneinander geschmiegte Liebespaar umtanzten, erhob > sich die junge Frau von ihrem Stuhl und wandte sich der > Treppe zu. Langsam, aber hoch aufgerichtet, und mit' statuenhaft ruhigem Antlitz schritt sie die Stufen hinab, ließ sich in der Garderobe, in die sie unbemerkt gelangt; war, ihren Mantel geben und trat auf die Straße hinaus.

Eiskalt fegte ihr der Münchener Wind ein widriges < Gemisch von Regen und Schnee in das Gesicht; aber sie- dachte nicht einmal daran, ihren Schleier herabzuziehen,! wie es ihr nicht einfiel, sich einer der vor dem Künstler-! Hause haltenden Droschken zu bedienen. !

Halb mechanisch die wohlbekannte Richtung verfolgend,! legte sie zu Fuß den weiten Weg bis nach Bogenhausen i zurück, und sie war völlig durchnäßt, als sie die Villa erreichte.!

Sie mußte die Glocke ziehen, da sie keinen Schlüssel. bei sich trug, und sie wollte mit kurzem Gruß an der Dienerin vorüber, die ihr geöffnet hatte. Aber das Mädchen j hielt sie Lurch seine Anrede zurück. (Fortsetzung folgt.)