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Der gemeinsame Steuerausschuß des Deutschen Handwerks» und Gewerbekammertages und des Reichsverbandes des deutschen Hand­werks hielt dieser Tage in Dresden eine Sitzung ab, an der u. a. als Gast der sächsische Finanzminister Weber in Begleitung von Ministerial­direktor Lorey teilnahm. Die Verhandlungen drehten sich um den pro­visorischen und den endgültigen Finanzausgleich, wozu von General­ sekretär Hermann , Berlin , ein Überblick über die politische und parla­mentarische Lage bei der Entscheidung dieser Fragen gegeben wurde, und um die in Aussicht stehende reichsgesetzliche Rahmenregelung der Realsteuern.

Finanzminister Weber ging in längeren Ausführungen auf di« Schwierigkeiten des Finanzausgleichs ein, die sich einer endgültigen Regelung cntgegenstellen. Eine solche könne erst auf Grund ausreichen­der statistischer Unterlagen erfolgen, insbesondere auch nach entsprechen­den Verhandlungen mit den Ländern, sowie nach Verhandlungen der Länder wieder mit den Gemeinden. Er bedauere aber trotzdem hie wiederholte Verschiebung, da vor allem zu befürchten sei, daß sie nicht zu dem Selbstverantwortungsgefühl führe, das für die Finanzgebarung aller Teile nötig wäre.

Zu der Frage der Verwendung der Erträge aus der bevorstehenden Mieterhöhung verteidigte der Minister die Forderung der Länder, ihnen die Regelung hierüber zu überlassen. Das habe mit einem angeblichen Länderegoismus nichts zu tun, entspringe vielmehr einem rein ^wirt­schaftlichen Interesse. Sachsen habe keinesfalls die Absicht, daraus Mittel für seinen allgemeinen Fmanzbedarf zu beanspruchen, sondern wolle einen Teil dem Hausbesitzer überlassen, einen zweiten Teil dem Wohnungsbau zuführen und einen kleinen Teil den Fürsorgeverbän­den. Im übrigen sei s. E. die Hauszinssteuer auf die Dauer untrag­bar. In der Wohnungswirtschaft fehle eS noch an einer einheitlichen Auffassung und einem einheitlichen Programm von seiten der doch am nächsten beteiligten Wirtschaft.

AuS den Beratungen ist noch besonders zu erwähnen, daß sich der Ausschuß einmütig dafür aussprach, den Gemeinden die Berechtigung zur Erhebung von Getränkesteuern zu belassen.

Am folgende« Tage folgte die Beratung von Buchführungsfragen, insbesondere über die Errichtung von Buchstellen im Handwerk. Hieran nahmen eine Reihe von Sachverständigen teil, namentlich vom For­schungsinstitut für rationelle Betrrebsführung im Handwerk E. V., Sitz Karlsruhe . Es wurde beschlossen, das vorliegende Material zunächst weiter auszuwerten unter dem besonderen Gesichtspunkt einer etwaigen Einführung der gesetzlichen Buchführungspflicht für Handwerker und der Anerkennung einer kleingewerblichen Buchführung durch das Reichs­finanzministerium. K. H.

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Der Reichsverband für das Deutsche Steinsetz-, Pflasterer- und Straßenbaugewerbe, der die Spitzenorganisation der Unternehmen des Straßenbaues darstellt, hielt am 21. und 22. Februar in Stuttgart seinen 14. Jahresverbandstag ab, an welchen der 6. Allgemeine Deut­ sche Steinsetzertag sich anschloß.

Der 1. Vorsitzende des Verbandes, Schwabach , Leipzig , konnte neben 98 Delegierten aus allen Gauen des Reiches insbesondere die Vertreter der Württembergischen und Stuttgarter Stadt- und Baubehörden be­grüßen, welche mit sichtlichem Interesse von den Wünschen des Ge­werbes Kenntnis nahmen und die vom Verband geforderte Ansicht vertraten, daß der Privatinitiative freie Hand gelassen werden müsse und die öffentliche Hand sich von irgendwelchen Unternehmungen fernzuhalten habe.

AuS dem Geschäftsbericht, den der Syndikus des Verbandes, vr Bahnemann, erstattete, ist zu bemerken, daß die von allen Seiten anerkannte Notwendigkeit des Baues von guten Straßen nur ge­währleistet werden kann, wenn alle Straßenbauarbeiten gelernten Kräften übergeben werden, wenn der Straßenbau den Straßenbauern übertragen wird.

Die Forderungen des Gewerbes kamen zum Ausdruck in einer einstimmig gefaßten Resolution folgenden Inhalts:

Das Deutsche Steinsetz-, Pflasterer- und Straßenbaugewerbe be­obachtet mit immer größerer Besorgnis das Anwachsen der Zahl der behördlichen Regie-Betriebe, insbesondere auch der in privatwirtschaft­licher Form gekleideten. Es erheht schärfsten Protest gegen die Neu- arundung derartiger Betriebe, sowie gegen die Weiterführung der­selben. ES fordert, daß die Verwaltung sich auf ihre eigensten Auf­gaben beschränkt und die Ausübung des Handwerks, im besonderen des Straßenbauhandwerks, dem gelernten Handwerk überläßt. ES fordert ferner, daß jede Arbeit, auch die kleinste, an daS Stratzenbau- gewerbe vergeben wird, um gegen 2000 Betriehe mit ihrer Stamm­arbeiterschaft. insbesondere von gelernten Facharbeitern, existenzfähig »u erhalten, ferner, daß ihm die Aufträge direkt und nicht indirekt durch Generalunternehmer zugeteilt werden, wie eS selbständige Un­ternehmer beanspruchen können.

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«itgeteilt vom Forschungsinstitut sür rationelle Betrirbssührung im Handwerk, Karlsruhe . Kaufmännische (betriebswirtschaftliche- Abteilung

Geschäftslage: Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen ist nach den Berichten deS Landesamtes für Arbeitsvermittlung weiter zuruckgegangen; sie sank am 16. März auf 58 358. Trotz der Zunahme der Krisenfürsorgeempfänger und der Notstandsarbeiter haben wir eine fortschreitende Besserung des Arbeitsmarktes.

In der Metallverarbeitung und Maschincnindustrie ist eine ver­stärkte Nachfrage nach Arbeitskräften wahrzunehmen. Innerhalb der Textilindustrie sind Baumwollspinnerei und mieberei, Veredlungs- und Strickwarenindustrie gut, teilweise sehr gut beschäftigt. Die Tabak»' industrie weist, trotz aussteigender Entwicklungstendenz, eine Zunahme der Kurzarbeit auf. Im Nahrungsmittelgewerbe erfolgten vereinzelt Entlassungen.

Die kleine Belebung in der Pforzheimcr Edelmetall- und Schmuck­warenindustrie zu Beginn des Jahres ist wieder abgeflaut. Besonders schlecht geht das Auslandsgeschäft. Im Nuhrkohlcnbergbau geht der Absatz auch im Monat März weiter zurück. Im Inland befriedigt der industrielle Beschäftigungsgrad, für den Auslandsabsatz liegt zukünftig der Schwerpunkt mehr in der Preis- und Sortenfrage, als in der Mengenfrage, die in den vergangenen Monaten eine größere Rolle spielte.

Geld« und Kapitalmarkt: Die Geldmarktverhältnisse waren in der Berichtszeit sehr unklar. Die Ouartalsvorbereitungen und die Medioabwicklungen haben in der verflossenen Woche das Bör­sengeschäft ungünstig beeinflußt. Tägliches Geld war angeboten, doch war über den Ultimo hinaus Geld schwer erhältlich. Infolge des jetzt vorliegenden reichlicheren Angebots an ausländischen Geldern hofft man auf einen glatten Verlauf des Ultimo.

Me Sätze für Tagesgeld betragen 3H—L5K, die für Monatsgeld 7>-8,5.

Der Aktienindex ist in der Zeit vom 4 . —11. März von 161F auf 159,0 zurückgegangen. Von den 264 beobachteten Papieren erlitt«: mehr als 200 Werte Kursverluste. Es fielen Bank- und Eisenaktien, Kali­werte. Maschinen, und Textilaktien.

Märkte» und Preisgestaltung: Die auf den 0. März errechnet« Großhandelsindexziffer deS Statistischen ReichSamtes hat gegenüber der Vorwoche um 0,1 IT leicht nachgegeben.

Me Indexziffer für Agrarstoffe ist gegenüber der Vorwoche um zuruckgegangen. Unter den Einzelgruppen der Agrarerzeugnisse weisen die Indexziffern für Vieh und Vieherzeugniffe (Milch, Butter. Eier) einen weiteren überwiegend saisonbedingten Rückgang auf.

Me Indexziffer der industriellen Rohstoffe and Halbwaren ist um VZ A gestiegen. Hier haben hauptsächlich die Preise für Wolle, Seide, Jute und Leinengarn angezogen. Auf dem Metallmarkt trat ein Ten­denzumschwung ein. Im Mittelpunkt der Aufwärtsbewegung stand Kupfer.

Die Indexziffer der industriellen Fertigwaren zog um 0,1 ST an und zwar ging die Ziffer der Produktionsmittel leicht zurück, während die der Konsumgüter sich etwas erhöhte. Eisen zeigt anziehende Preise.

Ausland und Außenhandel: Me Schwierigkeiten in den deutsch -französischen WirtschaftSverhandlungen sind noch nicht vollständig behoben. In einem Protokoll wurde die prinzipielle Grundlage des künftigen Handelsvertrags festgelegt. Me Handelsvcrtragsverhand- lungen mit der Tschechoslowakei wurden tvieder ausgenommen. Seit einigen Wochen schweben private Verhandlungen über einen deutschen Kredit für Rumänien .

Die Zoll- und Handelsvertragspolitik bewegt sich auf einer durch die Verschiebungen des Welthandels gegenüber der Vorkriegszeit ver­änderten Grundlage. Der Anteil Europas an der deutschen Ausfuhr ging zurück, der autzeneuropäische Anteil wuchs. Den Hauptausschlag des Rückgangs der europäischen Ausfuhr gab die Verminderung der Ausfuhr nach Rußland und Frankreich . Me Ausfuhr nach Asien und den afrikanischen Gebieten nimmt ständig zu. Eine Erleichterung der allgemeinen handelspolitischen Lage erhofft man von der im Mai d. I. zusammentretenden Weltwirtschaftskonferenz.

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Zur Grund- und Gewerbesteuer

In letzter Zeit sind zahlreichen Gewerbetreibenden Fragebogen für die Veranlagung zur Gewerbeertragssteuer zugegangcn. Es dürfte daher zweckmäßig fein, eine kurze Übersicht über das neue Gesetz vom 7. Juli 1926 und die Ausführungsbestimmungen im Erlaß des Bad. Ministers der Finanzen vom 24. September 1926 zu geben:

Als Steuerobjekte gelten grundsätzlich: 1. steuerbares Grund­vermögen: Grundstücke, Gebäude und Bergwerkseigentum mit Ein. Muß der wesentlichen Bestandteile und der mit den Gebäuden ver­bundenen Realrechte; 2. steuerbare Gewerbebetriebe: der

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