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Erscheinungstage: Montag, Mittwoch und Freitag. — Einzelpreis RM —.20, monat­licher Bezugspreis RM 2.20 (inkl. RM —.20 Trägergebühr, bei Zustellung durch die Post RM 2.60 zuzüglich Zustellgebühr

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KAR LSRUHER NEUE ZEITUNG

Anzelgenpr.: Die SS mm oi Nonp.-Zelie Karlsruher Ausgabe RM 1.50; Pforz- heimer Ausgabe und Württembei gische. Abendblatt Je RM l.—; Gesamtausgabe RM 2.—. Amtl Anzeiger. 5e */. Nachlaß

1. Jahrgang / Nummer 38

Freitag, den 24. Oktober 1947

Einzelpreis 20 Pfennig

Demontagen erschweren Finanzreform

Organischer Umbau der Wirtschaft notwendig

Essen, 23. Okt. (Dena). Die Vorarbeiten zur Geldreform, die ein wesentlicher Bei­trag zum Aufbau der Wirtschaft ist, wer­den durch die vorgesehenen Demontagen äußerst erschwert, erklärte der Vorsit­zende des Finanzausschusses beim Wirt­schaftsrat Franz Bluecher einem Dena-Vertreter. Das Gelingen der Geld­reform setze eine starke Beschäftigung der deutschen Wirtschaft voraus, so daß den öffentlichen Haushalten die Erfüllung -hrer Verpflichtungen möglich gemacht ist. Zur Durölführung des Demontage­planes sagte Blueöier, es ersöieine ihm unmöglich, schon jetzt die deutsöie Wirtschaft so tiefgreifend zu ändern, ohne eine klare Vorstellung über ihre zukünftige Form im Kähmen <jer Ge- samtwirtsdiaft Europas und der 'Welt zu haben. Infolge der in allen Ländern stark veränderten Produktions- und Absatzver­hältnisse könne ein Bild über die Wirt- söiaft eines Landes nur im Zusammen­hang mit einer, größeren internationalen Gesamtplanung geformt werden. — Der gegenwärtige Mangel an Produktionsgü- tem und die allgemeine deutsche Not verbiete seiner Ansiöit nach einen so „revolutionären Eingriff“, wie ihn die vorgesehenen Demontagen darstellten. Vielmehr sei ein organischer Um­bau geboten, für den von deutscher Seite konstruktive Vorschläge vorlägen. Gerade zu Beginn des Winters wirke die Demontageliste „verheerend“ und stärke insbesondere diejenigen Kreise, die im Neuaufbau der deutschen Wirtschaft eine Gefahr sehen und freiheitlichen, demo­kratischen Ideen feindselig gegenüber­stehen.

Wenn etwas in diesem Augenblick not­täte. betonte Bluecher. so wäre es der Glaube an eine gesiöierte Zukunft für die deutsöie Bevölkerung. Statt dessen

Der Weg zum Weltgewerkschaftsbund

Bad Pyrmont , 23. Okt. (Dena). Der bei der seöisten Interzonenkonferenz der Vorstandedelegierten der Gewerkschafts­bünde aller vier^Besatzungszopen Deutsch­ lands in Bad Pyrmont anwesende Sekre­tär des Weltgewerksöiaftsbundes, Robert Chaimbion, gewährte der Dena ein Interview, in dem er Fragen Über den Zusammensöiluß der deutschen Gewerk­schaften und deren Anschluß an den Weltgewerkschaftsbund beantwortete. Auf die Frage, welche Aussichten auf baldige Aufnahme der deutschen Gewerkschaften in den Weltgewerksöiaftsbund bestün­den, antwortete Chaimbron, in der Folge zweier durch eine Delegation des Welt­gewerkschaftsbundes in Deutsöiland durchgeführten Untersuchungen habe der Generalrat des WGB im vergangenen Juni in Prag die Frage des Anschlusses der deutsöien Gewerkschaften an den WGB beraten. Der Generalrat habe dem Anschluß der deutsöien Gewerksöiaften unter versöiiedenen Bedingungen zuge­stimmt. Es müsse eine Zentralinstanz der deutsöien' Gewerksöiaften entspre- öiend dem Beispiel der französischen, englisöien oder sowjetischen Organisatio-

Umbildung des französischen Kabinetts

Teilnahme der Kommunisten?

werden Arbeitsplätze vernichtet und die Güterversorgung auf lange Zeit empfind­lich gestört.

Bluecher ging abschließend nochmals auf die Währungsreform ein und meinte, daß die Oeffentliöikeit im all­gemeinen die Währungsreform viel zu sehr von der Seite des Geldes allein betraöite. Als wichtigste Vorarbeiten für die Reform bezeichnete er die Versorgung der Wirtschaft mit den notwendigen Be­triebsmitteln, damit sie ohne Schwierig­keiten Weiterarbeiten könne. Ferner

Die Lage erfordert Besonnenheit

Die Ministerpräsidenten zum Demontageplan

Wiesbaden , 23. Okt. (Dena). Zum Ab­schluß der Ministerpräsidenten-Tagung wurde folgendes Kommunique herausge­geben:

„Die Ministerpräsidenten des britischen und amerikanisöien Besatzungsgebietes und die Bürgermeister von Bremen und Hamburg waren mit ihren Wirtschafts­und Arbeitsministern am 22. Oktober 1947 in Wiesbaden , um die durch die Über­gabe des Demontageplanes geschaffene Lage zu erörtern. Naöi einer Aussprache mit Vertretern des Wirtschaftsrates und des Exekutivausschusses bendeten sie ihre Beratung mit der einstimmigen Annahme folgender Entschließung:

1. Bei den befohlenen Demontagen han­delt es sidi um Maßnahmen, die tief in den Organismus und die Substanz der deutsöien Wirtschaft eingreifen und söiwerwiegende materielle, außenpoliti­sche und psychologische Folgen nach sich ziehen. Die angeordneten Maßnahmen stellen einen einseitigen Akt der beiden Militärregierungen dar, bei dem keine deutsche Stelle mitgewirkt hat. Die

nen geschaffen werden. Den Gewerk- söiaftsbünden der vier Zonen wird emp­fohlen, die praktisöie Arbeit damit zu beginnen, daß.die Vereinigung des Kon? grosses auf Grund einer demokratischen Vertretung vorbereitet wird. Ferner, daß die Exekutive des WGB nach Beratung mit dem Verbindungsbüro des WGB zu den deutschen Gewerkschaften sich zu­frieden erklärt mit der Wirksamkeit und Tätigkeit der deutsöien Gewerkschaften.

Reparationsplan „ungesund**

Berlin , 23. Okt. (Dena). Der amerika­ nische Senator Styles Bridges , Mitglied des Haushaltsausschusses des amerikanischen Senats bezeichnete hier nach seiner Ankunft in Berlin den neuen Reparationsplan für die Bizone als „offenkundig ungesund“ und erklärte, er werde den amerikanischen Senat und den amerikanischen Militärgouverneur für Deutschland , General Lucius D. Clay , auffordern, die Demontage der zur Re­paration vorgesehenen Betriebe in der Bizone vorerst einzusteilen.

müsse mit der nach der Geldreform auf­tretenden Notlage der öffentlichen Haus­halte gerechnet werden. Schließlich müß­ten alle beteiligten Stellen dafür sorgen, daß alle Möglichkeiten ausgeschöpft wer­den, um die vorhandene Produktions­kapazität voll auszunutzen. Nur auf diese Weise sei die Beschaffung der notwen­digen Rohstoffkredite möglich.

Abschließend betonte Bluecher, daß ein Zeitpunkt für die Durchführung der Währungsreform gegenwärtig noch nicht bestimmt werden könne.

Verantwortung für den befohlenen De­montageplan trifft somit ausschließlich die Besatzungsmächte.

2. Die Verpflichtung des deutschen Vol­kes, Wiedergutmachungen zu leisten und den Welt die Bereitschaft für eine fried­liche Entwicklung zu geben, wird aner­kannt. Die Wiedergutmachung darf aber das Leben des Volkes und die geistige und wirtschaftliche Einordnung Deutsch­ lands in die Gemeinschaft der Völker nicht gefährden.

3. Die Besatzungsmächte haben erklärt, daß die Lösung des Reparationsproblems einer Erholung der europäischen Wirt­schaft den Weg nicht verbauen werde. Hiermit steht der Demontageplan im Widerspruch. So sind z. B. allein im Lande Nordrhein-Westfalen 294 Betriebe, von denen nur 43 Rüstungsbetriebe sind, für die Demontage vorgesehen. Dadurch wird die auch gerade im europäischen Interesse notwendige Steigerung der Kohlenförderung unmöglich gemacht und die ebenso notwendige Stahlproduktion auf das schwerste beeinträchtigt.

f. Die Ministerpräsidenten haben den Direktor der Verwaltung für Wirtschafts­fragen gebeten, gemeinsam mit den Wirtschafts- und Arbeitsministern der Länder alle mit dem Oemon Vag fep l an zu­sammenhängend«^! -Frage© eingehend zu prüfen. Die mit den Militärregierungen geführten Verhandlungen Wördeh itt Völ­ler Übereinstimmung aller Länder erfol­gen.

5. Mit der Demontageliste wird dem deutschen Volk die Rechnung präsentiert für die verbrecherische Politik der na­tionalsozialistischen Gewalthaber und ihrer Helfershelfer.

S. Die Lage erfordert Besonnenheit. Das deutsöie Volk und namentlich die arbeitende Bevölkerung dürfen ver-^ sichert sein, da ihre Regierungen alles aufbieten werden, die Lebensrechte des Volkes zu wahren.

Eine französische Demontageliste

Berlin , 23. Okt. (Dena). Eine Liste von 120 für Demontagezweöce vorgesehene Werke haben, wie der „Kurier“ meldet, die französischen Besatzungsbehörden dem alliierten Kontrollrat zugeleitet. Diese Liste sei gegenüber der ursprüng- liöien Liste um 80 bis 90 Werke erweitert worden. Ferner soll der von der franzö­ sischen Militärregierung Anfang 1947 auf­gestellte Plan, der von den Industriewer­ken die Ablieferung einzelner Maschinen fordert, der gleichen Meldung zufolge jetzt duröigeführt werden. Jedoch soll die Demontage auf rund 10 000 Maschi­nen im Gesamtwert von 15 Millionen Mark beschränkt werden. Die Verteilung der demontierten Anlagen an die repara- tionsberechtigten Länder soll von der interalliierten Reparationsagentur in Brüssel vorgenommen werden. Bei der Ablieferung der Masdiinen soll die Pro­duktionsplanung der betreffenden Staa­ten berücksichtigt werden.

UN beschließt Balkan -Sonderkommission

Welt-Rundschau

Paris . (Dena-INS.) Ein Bauer im Depar­tement Correze wurde von einem deut­ schen Kriegsgefangenen, mit dem er öfters Streit hatte, aufgehängt, konnte jedoch rechtzeitig von seiner Tochter ge­rettet werden.

Paris . (Dena-INS.) Der Exekutivaus- achuß der sozialistischen Partei Frank­ reichs veröffentlicht eine Erklärung, in der eine Listenverbindung und Zusam­menarbeit mit den Kommunisten bei dem Abschluß der Gemeindewahlen in Frank­ reich gebilligt wird.

Paris . (Dena-INS.) Der Pressechef Gene­ral de Gaulles Diomede Catroux erklärte, de Gaulle sei nur zu einem fest entschlos­sen; völlig freie Hand zu behalten.

Den Haag. (Dena-INS.) Der holländische zentrale Ehrenrat für Künste entschied, daß der frühere holländische Dirigent der Amsterdamer „concertgebouw Orchesters**, William 'Mengelberg , rückwirkend vom 1. Juli 1945 seiner# Beruf in der öf- fentlichkeit für 6 Jahre nicht mehr aus­üben und auf die Dauer von 6 Jahren keiner Musikorganisation angehören darf.

Lissabon . (Dena-Reuter.) Der 9000 Ton- nen-Frachtdampfer „Rio Grande" (Pana­ ma ) sank an der Westküste Portugals , nachdem er die vorhergehende Nacht auf einen Felsen aufgelaufen war.

Hilia (Irak ). (Dena-Reuter.) Etwa 1000 arabische und kurdische Scheiks beschlos­sen, jeglichen Plan zur Teilung Palä­stinas zurückzuweisen und die Teilung als eine Aggression gegen die arabischen Staaten anzusehen, die leiöit zu Blutver­gießen und zum Abbruch eines heiligen Krieges führen könnte.

Kairo . (Dena-Reuter.) Die ägyptische Regierung ordnete die Einstellung des gesamten Eisenbahnverkehrs für 4 Tage an, um der Ausbreitung der Choleraepi­demie Einhalt zu gebieten.

Chikago. (Dena-Reuter.) Der Unterstaats­sekretär für Wirtschaftsfragen im US - Außenministerium Willard Thorp erklärt, die Alternative einer wirksamen amerika­nisöien Hilfe bei der Stabilisierung der europäisöien Verhältnisse sei das Chaos, „aus dem sich Tyrannei, vielleicht der Kommunismus oder ein neu erstandener Paschismus entwickeln würde."

Santiago de Chile . (Dena-Reuter.) Die chilenische Regierung gab den Abbruch der diplomatischen Beziehungen 2 tir So­ wjetunion und zur Tscheöioslowakei be­kannt.

San Jose (Costa Rica ). (Dena-INS.) Das Außenministerium Costa Ricas sandte an die brasilianische Regierung nach Rio de Janeiro ein Schreiben, in dem sich Costa Rica völlig solidarisch mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit der Sowjetunion bezeichnet.

Sant Johns (Neufundland ). (Dena-Reu­ter.) Ein amerikanisches Militärflugzeug stürzte bei Artentia auf Neufundland ab. Sieben Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, während die restlichen vier geret­tet und in ein Hospital übergeführt wurden.

Kolnmbia (Südkarolina). (Dena-Reuter.) Der frühere amerikanische Außenmini­ster James F. Byrnes schlug in einer Rede vor, die Vereinigten Staaten Groß­britannien und Frankreich sollten ohne Rücksicht auf die sowjetische Haltung jetzt eine endgültige Konferenz über einen Friedensvertrag mit Deutschland einberufen.

Detroit . (Dena-INS.) Mit einer wahr­scheinlichen Gesamterzeugung von über 84 Mill. Tonnen Stahl werden die USA ini Jahre 1947 einen neuen Rekord für Frie­denszeiten aufstellen.

Fragen an Wyschinski

New York , 23. Okt. (Dena-Reuter). Die Vereinigten Staaten forderten den poli­tischen Aussöiuß der UN -Vollversamm- lung auf, den. sowjetischen Vorschlag auf Maßnahmen gegen „Kriegstreiberei" als im Gegensatz zur UN -Charta stehend abzulehnen Der amerikanische Delegierte Warren Austin erklärte zu dem Vor­schlag, er lenke die Aufmerksamkeit von den praktischen Maßnahmen zur Besei­tigung der Kriegsursachen ab und wider­strebe den Grundsätzen der Charta. Austin betonte, daß eine Regierung Die­nerin des Volkes sei und fragte,' ob Wyschinski , wenn er die Macht hätte, den ehemaligen Außenminister Byrnes , den er als Kriegstreiber bezeichnet hatte, verhaften würde. „Ohne Zweifel würde er das tun“, sagte er, und er würde auch andere mundtot zu machen versuchen. Die Versuche. Gedanken und Meinungs­freiheit zu unterdrücken, fuhr Austin fort, könnten auf lange Sicht niemals Erfolg haben. Man könne die Menschen nicht daran hindern, zu beobachten, Ver­gleiche anzustellen. zu denken und sich einander die wahren Gedanken zuzu- flüstern. Sie würden eine Regierung, die sie daran hindert, offen als Menschen mit Selbstachtung zu sprechen, nur has­sen können

Sondersitzung des Kongresses

Washington , 23. Okt. (Dena). Präsident Truman hat den amerikanischen Kon­greß zum 17. November zu einer Son­dersitzung einberufen. Der Kongreß wird sich in dieser Sitzung mit den Hilfsmaß­nahmen für das Ausland, besonders mit dem Soforthilfsprogramm für Frankreich . Italien , Oesterreicht befassen.

Paris , 22. Okt. (Dena). Die französischen Minister haben dem französischen Pre­mierminister ihren Rücktritt überreicht, um Ramadier Gelegenheit zu geben, das Kabinett so neu zu formen, wie er es für wünschenswert halte.

Premierminister Paul Ramadier hat dann mehrere Umänderungen vorgenom­men. Der Verteidigungsminister Pierre Henri Teitgen wurde zum Wirtschafts­minister ernannt, während Jules Moch den Posten Teitgens übernimmt. Der Staatssekretär für. Kolonialaufgaben, Paul Bechard, wurde mit der Koordinierung der nationalen Verteidigung beauftragt.

Kreise der französisöien Sozialisten er­klärten, daß das neue Kabinett nur vor­übergehend sei und Premierminister Ramadier beabsichtige, dieses, naöidem es der Nationalversammlung zur Billi­gung vorgestellt worden ist, durch den Einschluß von Kommunisten zu erwei­tern. Die Kommunisten ihrerseits sind zur Unterstützung des neuen Kabinetts bereit. — Der ehemalige französische Premier Leon Blum hat Ministerprä­sident Ramadier um eine Annäherung an den kommunistisch beherrschten franzö­ sischen Gewerkschaftsbund CGT ersucht. Die MRP hat ihre Haltung gegenüber der Partei de Gaulles versteift.

Unterausschüsse für Palästinafrage

New York , 23. Okt. (Dena.) Der austra­lische Delegierte H. V. Evatt , brachte der UN -Vollversammlung einen Vorschlag ein, demzufolge ein UN -Ausschuß zum Balkan entsandt werden sollte, der eine Aussöhnung zwischen Griechenland und seinen nördlichen Nachbarn herbeiführen und darüber Bericht erstatten soll. Erfor­derlichenfalls soll eine Sondersitzung der Vollversammlung über die Balkanfrage anberaumt werden. In längeren Ausfüh­rungen kritisierte Evatt die Haltung der nördlichen Nachbarstaaten Griechenlands und vor allen Dingen der Sowjetunion in der Balkanfrage. Der griechische Außen­minister Constantin Tsaldaris erneuerte seinen Appell zur Unterstützung Grie­ chenlands und erklärte. Griechenland be­finde sich in einer größeren Gefahr als bei den faschistischen und nazistischen Tnvasionen.

Mit 40 gegen 6 Stimmen, bei 11 Stimm­enthaltungen wurde die Schaffung einer ständigen Balkansonderkommis­sion beschlossen. Die polnische und die sowjetische Resolution, wonach alle aus­ländischen Truppen von griechischem Bo-

Neuregelung des Zulagewesens Stuttgart , 23. okt. (Eig. Bericht). In einer Sitzung mit den Gewerkschaften, den leitenden Gewerbeaufsichtsbeamten von Nordwürttemberg und Nordbaden vertrat das Arbeitsministerium den Standpunkt, daß die bisherige Regelung der gewerblichen Lebensmittelzulagen unhaltbar sei. Es erscheine dringend not­wendig, ln Verbindung mit der Staats­regierung, dem Landtag, dem bizonalen Ernährungs- und Landwirtschaftsamt und den Gewerkschaften eine völlige Neu­regelung nicht nur des Zulagewesens, sondern der gesamten Ernährungspolitik zu schaffen. —z.

Einsatz der Schwerkriegsbeschädigten Stuttgart , 23. Okt. (Eig. Bericht). Die württemberg.-badische Staatsregierung hat kürzlich das Gesetz über die Beschäfti­gung Schwerkriegsbeschädigter verkün­det. Nach diesem Gesetz sind bei Ver­waltungen des Staats, der Gemeinden und sonstigen Körperschaften des öffent­lichen Rechts, sowie bei privaten Ban­ken, Versicherungen aller Art und Bau­sparkassen 10*/i, bei Betrieben staatlicher und prwater Natur mindestens 8•/• mit Schwerkriegsbeschädigten zu besetzen. Maßgebend für diese Quote ist der jewei­lige Beschäftigungsstand am 1. April und l. Oktober jeden Jahres. Die Eingliede­rung der Schwerkriegsbeschädigten in den Arbeitsprozeß ist Aufgabe des Lan­desarbeitsamtes und der Arbeitsämter, -z.

Konsumgenossenschaft* tagung Stuttgart , 23. Okt. (Dena.) „Verband württembergisch-badischer Konsumgenos­senschaften e. V." ist die neue Bezeich­nung für den bisherigen Konsumgenos­senschaftlichen Landesverein für Würt­ temberg-Baden . In den Vorstand des neuen Verbandes wurden Dr. h. c. Her" mann Heimgrich, Heidelberg ; Ar-' thur Brunken, Stuttgart und Karl B ö 11 g e r , Mannheim gewählt, ln sei­nem Referat erklärte Dr. Helmerich, ln der Bizone entfielen 90 ’/i der gesamten Textllproduktion auf einen bevorzugten Kreis von etwa 3—4 Millionen Menschen. Er forderte Gründung von Warenhäu­sern, Einstellung jeglicher Kitscherzeu­gung zugunsten tatsächlich notwendiger Güter und einen zunehmenden Einfluß der Genossenschaften auf die Produktion.

Keine Bindung Englands nach USA

London , 23. Okt. (Dena-Reuter). Der britische Außenminister Ernest Be- v i n brachte seinen Glauben an ein so­zialistisches England, an eine große un­abhängige Nation zum Ausdruck, die, wie er erklärte, „zwischen den zwei mächtigen Begriffen des freien Handels und des Kommunismus" steht. Bevin erwiderte auf die Angriffe, daß er Groß­ britannien an die USA binden wolle, er habe weder die Absicht, das Land ah Moskau auf der einen Seite, noch ah Washington auf der anderen Seite zu binden. Der britische Außenminister wies weiter dann darauf hin, daß in den nächsten Monaten 2S0 000 britische Soldaten aus Ubersee in die Heimat zu­rückgeführt würden. «Wir werden aber eine schlagkräftige Armee, Marine und Luftwaffe beibehalten", fügte er hinzu. „Als Außenminister werde ich nicht das­selbe Risiko eingehen, wie die Cham - berlain-Regierung, die uns 19» ins Ver­derben führte."

Fast wie bei uns Los Angeles , 22. Okt. (AP). Eugene H. White, ein jungen Igenleur, mußte sich vor einem Gericht in Los Angele * wegen Brandstiftung an seinem eigenen Hause veranworten. Er gab vor den Richtern folgende Erklärung zur Rechtfertigung seines Verhaltens ab: „Ich hatte monatelang mit unglaublichem Fleiß an dem Haus gearbeitet, um meine in den Oststaaten lebende Familie nach Los Angeles nachkommen zu lassen, und es auch gerade fertiggestellt, als edn Beamter der Baupolizei erschien und erklärte, die Decke sei um zehn Zenti­meter zu niedrig. Ich war darüber so ärgerlich, daß ich das Haus einfach nie­derbrannte.“

— Ächtung der Kriegspropaganda

den zurückgezogen werden sollen und Griechenland die Verantwortung für die Grenzzwischenfälle tragen soll, wurden mit überwiegender Stimmenmehrheit ab­gelehnt.

Der Palästina-Ausschuß beschloß auf Vorschlag des australischen Delegierten Dr. Evatt die Einsetzung dreier Unter­ausschüsse zum Studium der Palästina­frage mit folgendem Aufgabenbereich: 1 Versöhnung. 2. Studium des Mehr­heitsvorschlages (Teilung Palästinas). 3. Studium der arabischen Resolutionen, in denen ein einziger unabhängiger palästi­nensischer Staat gefordert wird

Australien reichte dem politischen Aus­schuß der UN -Vollversammlung einen Zusatz zu der sowjetischen Resolution über die Achtung der Kriegs­propaganda ein, in dem di^ Mit­gliedstaaten der Vereinten Nationen auf­gefordert werden, positive Maßnahmen zu ergreifen, um eine faire und genaue Berichterstattung über offizielle Erklä­rungen und internationale Beziehungen zu gewährleisten.

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Unser Bild zeigt General de Gaulle in Begleitung eines Würdenträgers von Algier nna General Deschamps nach seiner kürzlich gehaltenen Rede. (Dena-INP-BiM)

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