2. Jahrgang / Nr. 106

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KARLSRUHER NEUE ZEITUNG

Erscheinungstage: Montag, Mittwoch, Freitag u. Samstag. Redaktion u. Verlags-Abt .j K arlsruhe, Waldstr. 28, Tel. 922/923. Druck: Bad. Presse, Karlsruhe . Anzeigen- u. Ver. tnebsabt. Khe., Kaiserstr. 69, Tel. 6649. Bezugspreis monatl. DM 2.40 (inkl. Trägergeb.).

Mittwoch, 25. August 1948

Pojtzustellung DM 2.30 zuzüglich Zustellgebühr. Anzeigenpreise: Die 6-gespal- tene (46 mm breite) Millimeterzeile Millimeter-Grundpreis DM —.80. im übrigen siehe zur Zeit gültige Preisliste Nr 3a. — Postscheckkonto Karlsruhe Nr 80535.

Fortsetzung der Moskauer Beratungen Auf Südweststaat geeinigt

Stalin soll „neue Gedankengänge“ über grundsätzliche Frage der Berliner Krise entwickelt haben Weitgehende Dezentralisation des neuen Staates vorgesehen

Moskau , 24. Aus. (DENA-REUTER). — Die Besprechungen der drei west­lichen Diplomaten im Kreml mit Generalissimus Stalin , und Außenmini­ster Molotow wurden am frühen Dienstagmorgen nach finer Dauer von vier Stunden und 40 Minuten beendet.

Der amerikanische Botschafter Walter Bedell Smith erklärte laut UP nach Beendigung der Konferenz im Kreml , es würden noch weitere Besprechun­gen stattfinden.

ser Stimmungswechsel rührt, wie der REUTER-Korrespondent meldet, von den offiziellen Londoner Berichten her, wonach Generalissimus Stalin in der letzten Unterredung mit den West- mächtebotschaftem „gewisse neue Ge­dankengänge“ entwickelt habe, die den Weg für die Fortsetzung der Ost- West-Besprechungen freigemacht ha­ben sollen

Offizielle Kreise Washingtons lehn­ten es ab, über diese „neue Gedan­ken“ Stalins eine Erklärung abzu­geben, betonten jedoch, daß als grundsätzliche Frage die unwiderruf­liche Anerkennung des Rechts der Westmächte zum Verbleiben in Berlin seitens der UdSSR sowie die beiden folgenden miteinbegriffenen Prinzi­pien anzusehen sind:

• 1. daß die westlichen Alliierten das Benutzungsrecht für die von West­ deutschland nach Berlin führenden Straßen haben,

2. daß die vier Mächte gemeinsam die Währung, kontrollieren, welche von ihnen als das Zahlungsmittel Ber­ lins bestimmt wird.

Es wird angenommen, daß der in der Moirtagbesprediung im Kreml erzielte Fort­schritt bei der Verhandlung über ein Vier­mächteübereinkommen nicht die Aufgabe der grundsätzlichen Einstellung des We­stens bezüglich der zwei Hauptfragen — die Währung für Berlin und der Londoner

Markos pibt sich nicht geschlagen

Griechische Guerillas stoßen aus

Athen , 24. Aug. (UP). Die schwer­sten Kämpfe zwischen Regierungs­truppen und Einheiten der Aufstän­dischen in Griechenland , zu denen es während des ganzen Jahres gekommen ist, sind an verschiedenen Stellen des Landes im Gange. Nachdem sie in den Grammos-Bergen an der albanischen Grenze in monatelangen erbitterten Gefechten eine schwere Niederlage erlitten hatten, unternahmen die Re­bellen verschiedentlich Angriffe auf Provinzhauptstädte und verübten Sa­botageanschläge.

Die griechische Regierung beschloß, wie aus zuverlässiger Quelle verlau­tet, weitere 30 000 Mann einzuberufen, die in erster Linie die Kampfeinhei­ten verstärken und Soldaten ablösen sollen, die seit mehr als zwei Jahren im Kampfe gegen die Aufständischen stehen. Der Schritt der Regierung soll auf eine Anregung der amerikanischen Militärmission zurückgehen.

Nach ihrem Siege im Grammos- Gebirge haben die Regierungstruppen eine Schwenkung vollzogen und sich nach Westmazedonien gewandt, um zu verhüten, daß General Markos eine neue Front im Gebiet des Vitsi-Gebir- ges errichtet. Ueber fünfzehnhundert Aufständische solen in diesem Gebiet die Grenze von Albanien her über­schritten und sich mit achthundert dort bereits eingesetzten Guerillas vereinigt haben. Während Regierungs­truppen die albanische Grenze nörd-

„Sowietregime ist kein Regime des Friedens"

John Foster Dulles auf der Weltkirchentagung in Amsterdam

Im Anschluß an ihre Konferenz im Kreml begaben sich die Vertreter der drei Westmächte in die amerikanische Botschaft, wo sie in Anwesenheit des britischen Gesandten, Geoffrey Harri- son, und des amerikanischen Botschaf­ters, Foy Köhler, eine kurze Bespre­chung abhielten. Die weiteren Schritte der westlichen Diplomaten werden erst nach Eintreffen der Antworten ihrer Regierungen erfolgen können.

UP berichtet aus Washington : Im State Department zeigt man sich über die Berichte aus Moskau überrascht, daß die westlichen Diplomaten noch weitere Besprechungen im Kreml ab­halten wollen. Man hatte offenbar mit einem vorläufigen Abschluß der Ver­handlungen gerechnet. Wie aus Lon­ don berichtet wird, hält man es dort für möglich, daß Stalin neue Vor­schläge gemacht und der russische Standpunkt sich seit- der letzten Be­sprechung mit Molotow geändert hat.

Das US -Außenmindsterium bestätigte laut REUTER, daß die Moskauer Be­sprechungen über Deutschland „wei­ter ändauem werden“'. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte, daß ein ausführlicher Bericht über die Montag- Besprechung der Westmächtebotschaf­ter in Moskau mit Generalissimus Stalin und Außenminister Molotow in Washington eingetroffen ist. Ein Zeitpunkt für die nächste Unterre­dung im Kreml sei bis jetzt noch nicht festgesetzt worden.

Die Presse und offizielle Kreise der amerikanischen Hauptstadt äußerten sich am Dienstag plötzlich hoffnungs­voll, nachdem in den letzten Tagen Pessimismus vorgeherrscht hatte. Die-

Konferenz des US -Generalstabs

Washington , 24. Aug. (DENA-AFP ). Der amerikanische Verteidigungsminister Ja­ mes Forrestal berichtete Pressevertretern über die Zusammenkunft der amerikani­ schen Generalstabschefs, die während der letzten Tage in Newport . (Rhode Island ) stattfand. Auf der Konferenz sollen in erster Linie die folgenden vier Fragen be­handelt worden sein: 1. Bericht Forrestals über seine Besprechungen mit führenden Persönlichkeiten Kanadas . 2. Die Versor­gung Berlins durch Lufttransporte, über die der Generalstabschef der amerikani­ schen Luftstreitkräfte. General Hoyt S. Vandenberg, und der Staatssekretär im amerikanischen Verteidigungsministerium, W. Stuart Symington , im Anschluß an ihre Europareise Bericht erstatteten. 3. Entwick­lung verschiedener Waffen im Zusammen­hang mit neuesten wissenschaftlichen For­schungen. 4. Zusammenarbeit von Land-, Luft- und Seestreitkräften. An der Konfe­renz nahmen ferner teil: Staatssekretär für die Armee Kenneth Royall, die Gene­ralstabschefs des Heeres und der Marine, General Omar Bradlev und Admiral Lewis Denfeld, sowie der Femostsachverständige General Albert C. Wedemeyer.

UN -Budget für 1949

Lake Sucess, 24. Aug. (DENA-AFP ). Die Vereinten Nationen werden zur Bewälti­gung ihrer Aufgaben im Jahre 1949 ein Budget in Höhe von 33 469 587 Dollar be­anspruchen. Der Voranschlag ist um 1 355 608 Dollar niedriger als der Haus­halt des laufenden Jahres, der sich auf 34 825 195 Dollar beläuft.

Welt-Rundschau

WATERFORD . Acht Deutsche , darunter zwei Frauen, trafen an Bord eines Motor­bootes in der irischen Hafenstadt ein. — SOUTHAMPTON . 83 deutsche Waisenkin­der aus Schleswig-Holstein , Hamburg , Hannover und Düsseldorf werden von Southampton nach Südafrika auswandern. — BRUSSEL . Zwischen St. Margarets Bay in der Nähe von Dover und La Fann (Bel­ gien ) wurde ein neues unterirdisches Ka­bel durch den Kanal gelegt. — PARIS . Der Exkaiser Von Anam Bao Dal traf Dienstag inkognito auf dem Pariser Flugplatz Le Bourget ein. — MONTREAL (up). Auf dem Gelände des GUterbahnhofes Mont­ real ereignete sich eine Explosion unbe­kannter Ursache, durch die 130 beladene Güterwagen völlig ausbrannten. — MA­ DRID . Ein französisch-spanisches Abkom­men über den Zivil-Flugverkehr wurde unterzeichnet. — BANGKOK . Thailand und Burma nahmen diplomatische Beziehungen auf. — NANKING. Chinesische Regie­rungstruppen haben die Stadt, Schangnan erobert, die bisher als kommunistische Operationsbasis benutzt wurde.

(Alle nicht gezeichneten Nachrichten: DENA)

Amsterdam , 24. Aug. (DENA-REU­TER). Der politische Berater des ameri­ kanischen Präsidentschaftskandidaten, Thomas E. Dewey, John Foster Dulles , erklärte am Dienstag vor dem Welt­kirchenrat in Amsterdam , das Pro­blem des Kommunismus könne nicht dadurch gelöst werden, daß man den Kommunismus mit Gewalt zu ver­nichten suche. Allerdings könnte es gelegentlich erforderlich sein, im Rahmen der Vereinten Nationen ge­meinsame Maßnahmen zu ergreifen, um Staat und Einzelwesen zu schützen.

In 16 Ländern der Welt, so sagte Dulles , ständen die Regierungen un­ter kommunistischer Kontrolle und herrschten auf diese Welse über nahezu ein Viertel der Weltbevölke­rung. Der Kommunismus habe zwar manches Gute für das Proletariat ge­bracht, bedeute aber auch Zwang, Terror und Liquidation derjenigen, deren Vernunft und Gewissen sich dagegen auflehnt, die ihnen aufge­zwungene Ordnung anzunehmen.

„Däs kommunistische Sowjetregima

Beschlüsse über Westdeutschland — mit sich gebracht hat. Die Westmächte sind zur Annahme der Ostmark als einzige Währung für Berlin nur unter der Be­dingung bereit, daß sie unter Viermächte­kontrolle in Umlauf gebracht wird. Die Aufgabe der Londoner Beschlüsse für die Einberufung einer westdeutschen verfas­sunggebenden Versammlung zum 1. Sep­tember wird von den Westmächten ab­gelehnt.

Diplomatische Beobachter in London glauben nicht, daß die nächste Sitzung mit Molotow das Ende der Moskauer Be­sprechungen bedeuten wird. Die Frage der Währung in Berlin insbesondere schließt so viel Punkte ein, daß ein endgültiges Übereinkommen ohne ins einzelne gehende Verhandlungen über technische Fragen an­scheinend nicht erreicht werden kann. Ein gemeinsames Schlußkommunigue, das die Beendigung der Berliner Krise und die Anbahnung einer Viermächtekonferenz über Deutschland auf breiterer Basis be­kanntgeben dürfte, kann voraussichtlich erst in einigen Tagen erwartet werden.

Frankfurt , 24. Aug. (DENA). Der Ver­waltungsrat beschloß ln seiner Direktorial­sitzung, die zuständigen Stellen der Mili­tärregierung zu bitten, bui der Zuweisung von Mitteln für das vierte Quartal des Marshallplan-Jahres 65 Prozent der ver­fügbaren Beträge in Form von industriel­len Rohstoffen und nur 35 Prozent in Form von Lebensmitteln zur Verfügung zu stellen.

Dieser Beschluß ist nach Ansicht des Verwaltungsrates auf Grund der zu er­wartenden guten Ernte gerechtfertigt. Außerdem hält man einen ausreichenden Nachschub an industriellen Rohstoffen für die Verbrauchsgüterindustrie für dringend notwendig, um die neue Währung auch künftig durch die erforderliche Güterdek- kung zu sichern. Der Verwaltungsrat nahm dann zu einem Schreiben der Militärregie­rung vom 17. August Stellung, in dem

ist kein Regime des Friedens und will es auch nicht sein“ sagte Dulles . „Es wünscht aber offenbar keine inter­nationalen Verwicklungen und ich hoffe, daß es wirklich so ist. Dabei handelt es sich jedoch für das sowje­tische Regime nicht um das Prinzip, sondern um die Zweckmäßigkeit. Der orthodoxe Kommunismus, so fuhr Dulles fort, müsse friedliche Metho­den von gelegentlichen zeitbedingten Ausnahmen abgesehen, ablehnen, weil er die moralischen Voraussetzungen ablehne, die eine ständige Organisa­tion des Friedens möglich machen.

Dulles äußerte, die Lösung des Pro­blems, das sich durch das Anwachsen des Kommunismus für diejenigen er­hebe, die an Moral, Gesetz und Men­schenwürde glauben, könne erreicht werden, wenn sich alle energischer für die Bildung sozialer Einrichtun­gen einsetzten, die diese Ideale wider­spiegeln. Dulles rief die Kirchen auf, die Verwerflichkeit und Sinnlosigkeit von Kriegen anzuprangem und die öffentliche Meinung in diesem Sinne stärker zu beeinflussen.

Karlsruhe , 24. Aug. (SAZ). Der Zehnerausschuß zur Prüfung einer Vereinigung der südwestdeutschen Länder unter dem Vorsitz des stell­vertretenden württemberg -badischen Ministerpräsidenten, Finanzminister Dr. Heinrich Köhler, nahm hier am Dienstag mit neun Stimmen bei einer Stimmenthaltung einen von Südbaden vorgelegten, aber nach längeren Verhandlungen abgeänder­ten Staatsvertrag an. In dem Ver­tragsentwurf waren, wie Dr. Köhler auf einer Pressekonferenz erklärte, Vorschläge über den Zusammen­schluß der drei südwestdeutschen Länder enthalten, jedoch habe sich dieser ursprüngliche Entwurf weit von dem entfernt, was am 10. Au­gust von dem Zehnerausschuß ent­worfen worden sei. Die jetzt vorge­schlagene Fassung des Staatsvertra­ges über den neuen „Südweststaat"

in Berlin sollen diesen Vorschlag gut­geheißen haben.

DENA meldet: Nach 21stündiger Haft wurde der stellvertretende Direk­tor der Informationsabteilung von OMGUS , Thomas Headen, am Montag von den sowjetischen Behörden wie­der freigelassen, Headen war am Sonntag bei dem Versuch, einen so­wjetischen Jeep zu photographieren, am Potsdamer Platz verhaftet worden. (Wir berichteten in unserer Montag­ausgabe über diesen Vorfall. Die Red.)

Trotz zahlreicher Anfragen der zu­ständigen amerikanischen Stellen bei der sowjetischen Zentralkommandan­tur war die Inhaftierung Headens von den Sowjets bis zu seiner Freilassung bestritten worden.

Ein deutscher Bildberichterstatter wurde am Montag gegen elf Uhr in der Nähe des Potsdamer Platzes von 12 sowjetischen Soldaten aus dem amerikanischen Sektor ln den sowje­tischen entführt.

Der am Montag von britischer Mili­tärpolizei wegen Ueberschreiten der Fahrgeschwindigkeitsgrenze verhaftete sowjetische Kontrolloffizier beim Ber­ liner Rundfunk , Major Lepedew, ist nach Mitteilung britischer Behörden am Dienstagvormittag wieder ent­lassen worden.

mitgeteilt wird, daß den deutschen Be­hörden eine stärkere Verantwortung bei der Verwaltung der Marshallplan-Hilfe übertragen werden soll, und daß insbe­sondere die Vorarbeiten zum Aufgaben­bereich der deutschen Stellen gehören sol­len. Es wurde beschlossen, von einem be­sonderen Verwaltungsapparat für die Durchführung des MarShallplanes Abstand zu nehmen und die VfW mit der Führung dieser Geschäfte zu beauftragen. Unter Lei­tung eines Beamten der VfW soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die sich aus Vertretern aller beteiligten Verwal­tungen zusammensetzt und die auf die deutschen Teile entfallenden Aufgaben übernimmt.

Neue ERP-Züteilungen

Washington , 24. Aug. (UP). Insgesamt 29,4 Millionen Dollar wurden von der ECA an sieben europäische Gebiete zu- geteilt. Davon erhielten Frankreich 13,5 Millionen, Oesterreich 5.1 Millionen, West­ deutschland 5,2 Millionen, Dänemark 2,4 Millionen, Griechenland 260 000, Triest 280 000 und Norwegen 2,5 Millionen Dollar.

Flugzeugzusammenstoß bei Hanau

Frankfurt , 24. Aug. (DENA). Zwei ame­ rikanische Flugzeuge stießen am späten Vormittag des Dienstag südlich Hanau zu­sammen und stürzten ab. Wie das Haupt- guartier der amerikanischen Luftstreit­kräfte hierzu bekanntgibt, soll es sich um zwei Dakota-Maschinen vom Typ C 47 handeln. Die beiden Flugzeuge flogen mit je zwei Besatzungsmitgliedern an Bord für die Luftbrücke.

Schülerdemonstration trotz Verbot

Wiesbaden , 24. Aug. (DENA). Mehrere hundert Schüler und Schülerinnen der höheren Schulen Wiesbadens zogen am Dienstagvormittag vor das hessische Kul­tusministerium, um gegen die Verlänge­rung des Schulentlassungstermins vom Herbst dieses Jahres auf Ostern nächsten Jahres zu protestieren. Sie führten Trans­parente mit sich, auf denen zu lesen war: .Wie lange noch, Herr Kultusminister?* und »Wie oft noch Mißachtung der Schü­lerräte?' Der Kultusminister hatte den Schülern diese Demonstrationen unter An­drohung der Entlassung und Schließung ihrer Schulen untersagt,

werde nunmehr, wie der Finanz­minister sagte, den Länderchefs vorn Württemberg-Baden , Württemberg- Hohenzollern und Südbaden zuge- ieitet. Deren Entscheidung solle so­dann den übrigen Ministerpräsiden­ten der westdeutschen Länder mit der Bitte um Vorlage des Entwurfs an die Militärgouverneure der drei Westzonen zwecks Genehmigung übergeben werden.

Nach diesem Staatsvertrag würden dem neuen Südweststaat alle hoheit- lidhen und fiskalischen Verpflichtun­gen, die bisher den einzelnen Län­dern oblagen, übertragen, wobei je­doch der Grundsatz „weitgehender Dezentralisation“ Berücksichtigung finden solle. Die landsmannschaft­lichen Interessen würden in dem neuen Staat weiterhin gewahrt. Der geplante Gesamtstaat werde, so be­merkte Dr. Köhler weiter, vier Lan­desbezirke umfassen. Der an der Spitze eines jeden Landesbezirkes Stehende Landesbezirkspräsident re­gele den Vollzug der Staatsverwal­tung und werde vom Staatspräsi­denten ernannt. Die Ministerien soll­ten die Landesbezirkspräsidenten an allen Fragen von grundsätzlicher Be­deutung beteiligen, auch seien die­selben für alle Geschäfte innerhalb ihres Landes, ausgenommen Justiz-. Finanz-, Post- und Eisenbahnwesen zuständig. Außerdem stellten die Landesbezirkspräsidenten die end­gültig entscheidende Beschwerde- Instanz der ihnen unterstellten Lan­desteile dar. Zu ihren weiteren Be­fugnissen gehöre ebenfalls das Wei­sungsrecht sowie die Sach- und Dienstaufsicht. Streitigkeiten, die sich aus dem Staatsvertrag ergeben könnten, sollten vom Staatsgerichts- hof entschieden werden. Der Ver­trag solle jedoch erst dann wirksam werden, wenn ihm nach einer Volks­befragung in jedem einzelnen Land die Bevölkerungsmehrheit zustimme.

Auf eine entsprechende Frage be­tonte der Finanzminister zum wie­derholten Male die Notwendigkeit einer einheitlichen Militärverwal­tung für das neue Land. Probleme, wie Schulreform und ähnliche Fra­gen, die bisher von den einzelnen Ländern individuell behandelt wor­den wären, sollten später gelöst wer­den, da man zunächst den Zusam­menschluß der drei Länder als vor­dringlichere Aufgabe zu behandeln hätte.

Rundreise mit Liebesgaben

Kassel , 24. Aug. (DENA). Mit der Ver­teilung von 1026 Liebesgabenpaketen be­gann in Kassel der amerikanische Farmer und Abgeordnete L. F. Warbington aus Sidney-Shelby (Ohiol am Dienstag eine Rundreise durch die amerikanische Zone und nach Berlin , auf der er insgesamt 8000 Pakete und außerdem 250 000 Pfund weitere Lebensmittel austeilen will. War- hington, der Manager dieses Transportes, hat die Lebensmittel bei Farmern des Staates Ohio gesammelt. Er reist in den nächsten Tagen nach München . Nürnberg , Frankfurt und Berlin . Der gesamte Trans­port umfaßt 10 Waggons. Jedes Paket, das in der US -Zone und in Berlin ver­teilt wird, enthält einen Brief, in dem der Empfänger gebeten wird, dem Spender von seinen Lebensverhältnissen und der Anzahl seiner Kinder — möglichst mit einem beigelegten Photo — zu berichten. 10 000 Düsseldorfer demonstrieren

Düsseldorf , 24. Aug. (DENA). Nahezu 10 000 Düsseldorfer folgten am Dienstag dem Aufruf der Gewerkschaften, in Mas­sen gegen die hohen Preise und die nie­drigen Löhne zu demonstrieren und ver­sammelten sich zu eitler Protestkundgebung im Hofgarten.

Neue Ortsbezeichnungen

Berlin , 24. Aug (DENA). Nach einer Veröffentlichung der Hauptverwaltung Post- und Fernmeldewesen in der deutschen Wirtschaftskommission der Sowjetzone wurden verschiedene Orte im sogenann­ten „Kaliningrader Gebiet * — früher Ost­ preußen — 4etzt wie folgt umbenannt:

Cranz — % Selenogorodsk, Ebenrode — Nesterotw, Eydtkau (Eydtkuhnen ) —Tschka- low, Fischhausen — Promorsk, Friedland — Prwadjinsk, Gerdauern — Schelesnodo- roschnie, Gumbinnen — Gussew Heiligen- beil — Mamonowo. Insterburg — Tsdiem* jachowsk, Königsberg — Kaliningrad , La- biau — Polessk, Neukuhren — Pionerski, Pillau — Baltjisk. Preußisch-Evlau - Bag- rationowsk, rausdien (Samland ) — Sswet- logorsk, Rossitten (Kurische Nehrung ) — Ruebatschi, Papiau — Gwardeysk, Tilsit — Ssowjetsk, Wehlau — Snamensk .

US -Vorschlag an die Sowjets in Berlin

Besatzungstruppen sollen von den Sektorengrenzen zurückgezogen werden

Berlin , 24. Aug. (UP). Offiziere der amerikanischen Besatzungstruppen in Berlin haben über Vermittlung sowje­tischer Offiziere dem sowjetischen Kommandanten von Berlin , General­major Alexander Kotikow , einen Vorschlag unterbreitet, demzufolge alle Truppen aller Besatzungsmächte von den Spannungs-Punkten längs der Grenze zum sowjetischen Sektor Ber­ lins zurückgezogen werden sollten. Durch diese Regelung soll eine Be­ruhigung der in den letzten Tagen durch Schießereien, Verhaftungen und Entführungen eingetretenen kritischen Lage herbeigeführt werden. Die ver­antwortlichen amerixan ischen Stellen

Albanien nach Westmazedonien vor

lieh Nestorien abriegelten, beschossen Aufständische in der Nacht zum Dienstag die Stadt Kastoria von den Vitsi-Höhen aus. Saboteure sprengten die Wasserwerke ln einer nahegelege­nen Stadt. Ein Kommunique der grie­chischen Armee meldet ferner einen Ueberfall der Aufständischen auf die Stadt Trikkala in Thessalien und die Entführung von Bauern im Gebiet des Taygetos -Gebirges im südlichen Peleponnes.

VfW verwaHet deutschen Anteil der ERP-Hilfe

Ausreichende Einfuhr von industriellen Rohstoffen notwendig