markung etwa 40 Betriebe mit 3 4000 Arbeitskräften ihre neue Bleibe gefunden haben, wird sich im Rückblick endgültig erweisen, daß die Aufwendungen für die Erschließung und die Grundstückspreise für das bisherige Brachland in einem ge­sunden Verhältnis zueinander standen.

Wie für die Stadt wird auch die Rechnung für die Betriebe aufgehen, deren Mitarbeiter auf kürzestem Weg von ihrer Wohnstätte in der Waldstadt zu ihrem Arbeitsplatz gelangen können; die Nähe der Autobahn wird sich als zusätzlicher Pluspunkt für die Unternehmungen herausstellen.

Neben der Erschließung neuen Industriegeländes im Osten der Stadt, ist die weitere Industrialisierung im Westen speziell im Rheinhafengebiet nicht zu kurz gekommen.

An der Fettweisstraße zum Großkraftwerk sind renommierte Firmen wie Spaeter, Langnese, Teerchemie, Caltex seßhaft geworden; zwischen dem Großkraftwerk des Badenwerks und Gollnow & Sohn zieht sich dort eine lückenlose Kette von Niederlassungen und Fertigungsbetrieben hin. Ein ähnliches Bild zeigt die erst vor wenigen Jahren ausgebaute Wikinger­straße nördlich des Hafens. An ihr bot sich wie in Hagsfeld Gelegenheit, auch Betrieben aus innerstädtischen Wohn­gebieten einen städteplanerisch besseren Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Die Ansiedlung und Verlegung von Be­trieben in den Westen der Stadt kommt im übrigen einer statt­lichen Zahl von Einpendlern aus der benachbarten Pfalz, aus den rheinnahen Gemeinden Forchheim, Mörsch und Durmers­heim sowie Neureut, Linkenheim und Leopoldshafen zugute, deren Anmarsch zu den Arbeitsstätten im Hafengebiet wesent­lich kürzer als zu anderen Karlsruher Industriestandorten ist. Wenn sie erfolgreich sein soll, verlangt die Wirtschafts­förderung wie dieser Kurzbericht über die Karlsruher Ent­wicklung schon erkennen läßt außerordentlich vielfältige Überlegungen, die ein Ressortdenken ausschließen. Gesichts­punkte der Stadt- und Landesplanung, des Wohnungsbaues, des örtlichen Arbeitskräfteeinsatzes bedürfen der entsprechenden Berücksichtigung; ein Blick dafür, wo wirklich eine neue echte Unternehmerpersönlichkeit für Karlsruhe zu gewinnen ist, darf nicht fehlen. Die Einschaltung der Wirtschaftsförderung der Stadt in Finanzierungsverhandlungen mit dem Wirtschafts­ministerium, mit dem Regierungspräsidium und den Karlsruher Banken, deren außerordentliche Beweglichkeit mit zum Erfolg der örtlichen Wirtschaft wesentlich beigetragen hat, erfordert betriebs- und volkswirtschaftliches Urteilsvermögen. In mühe­voller Kleinarbeit im Benehmen mit den Interessenten, den Ämtern und Unternehmen muß jeder Einzelfall zum Erfolg geführt werden. In den letzten Jahren ist es in Anbetracht der ausgeprägten Vollbeschäftigung und der zunehmenden Ver­dichtung der örtlichen, wirtschaftlichen Betätigung notwendig geworden, den Planungen des Wirtschaftsdezernats immer exaktere Grundlagen zu geben, die Entwicklung anhand mög­lichst genauen Zahlenmaterials zu beobachten. Die Stadtver­waltung hat deshalb jüngst die entsprechende Konsequenz gezogen und die erwünschte enge Verbindung zwischen Wirt­schafts- und Verkehrsförderung sowie Statistik durch Schaffung einesAmtes für Wirtschaft und Statistik" hergestellt.

Eine gegenseitige Befruchtung beider Sachgebiete wird sich aus diesem Konnex ergeben. Ein großer Teil des Zahlen­materials des städtischen Statistischen Amtes ist wirtschafts­politisch bedeutsam und das Wirtschaftsförderungsdezernat kann seinerseits bei mancher Aufbereitung örtlichen statisti­schen Materials Gesichtspunkte zur Geltung bringen, die der späteren Auswertung und Verwertung für örtliche wirtschafts­politische Maßnahmen nützlich sein können.

Bei der Karlsruher Stadtverwaltung wird so die Hand am Puls aller Zweige des örtlichen Wirtschafts- und Verkehrsbereichs gehalten, um diesen Pulsschlag noch kräftiger, noch rascherund damit noch erfolgreicher werden zu lassen.

Freigegeben vom Innenministerium Baden-Württemberg Nr. 2/11105 Luftbild: Albr.Brugger, Stgt.

zu dieser Betriebsanlage drängten sich die Bewerber nach diesem Gelände. Heute nach kaum 2 Jahren ist Uber das nahezu völlig erschlossene Areal verfügt.

Bei der Vergabe dieses Geländes konnte auch eine große Zahl von eingesessenen Betrieben berücksichtigt werden, die aus kleinen handwerklichen Anfängen zu mittleren Industrie­betrieben aufgestiegen sind und mit ihren alten Fertigungs­anlagen im Stadtkern wegen Lärm- bzw. Schmutz- und Geruch­belästigungen nicht mehr tragbar waren. Beträchtliche Neuan­siedlungen und Umsiedlungen im Zuge langfristiger Stadt­planung gingen hier mit der Wirtschaftsförderung Hand in Hand. Daß in nächster Nähe dieses IndustriegebietsTagweidwiesen" das modernste Karlsruher Wohngebiet, dieWaldstadt", ge­legen ist, begünstigte die Entwicklung des neuen Hagsfelder Industriegeländes in idealer Weise. Die Planung der Stadt­verwaltung ist heute schon als vorausschauend und richtig bestätigt. Wenn in wenigen Jahren in jenem Teil der Stadtge­

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